Presse | Fußball (Männer) | 23.05.2013
VfL-Fußballer auf Titelkurs: Können mit Druck umgehen
Quelle: SZ/BZ-Online (www.szbz.de)
Trainer Thomas Dietsche steht mit dem VfL Sindelfingen kurz vor der Landesliga-Meisterschaft - und will darüber am liebsten gar nicht reden
Von unserem Redakteur Jürgen Wegner
Die Ausgangslage ist klar: Drei Spiele noch, acht Punkte Vorsprung - ein Sieg am Samstag gegen Pfullingen und der VfL Sindelfingen ist Meister. Trainer Thomas Dietsche will davon aber überhaupt nichts wissen.
Die SZ/BZ hat sich vor dem möglichen Landesliga-Meisterstück und dem damit verbundenen Aufstieg in die Verbandsliga mit Thomas Dietsche unterhalten.
Warum lohnt es sich, am Samstag ins Floschenstadion zu gehen?
Thomas Dietsche: „Weil eine junge, starke Sindelfinger Mannschaft gegen eine der derzeit besten Landesliga-Mannschaften spielt. Pfullingen hat die letzten fünf Auswärtsspiele gewonnen. Und es lohnt sich, weil der VfL genau wie in den bisherigen Spielen alles für einen Sieg tun wird."
Da gibt es doch noch etwas anderes.
Thomas Dietsche:„Nö. Meine Themen sind das Spiel und die Vorbereitung darauf. Ich habe mir das Pfullinger Spiel gegen Gärtringen auf Video angeschaut und mit Gärtringens Trainer Jörg Wieland telefoniert, um ihn zu fragen, worauf man bei Pfullingen achten muss. Alles andere ist völlig unwichtig.
Ich konzentriere mich auf das, was ich beeinflussen kann
Kein Wort zur möglichen Meisterschaft?
Thomas Dietsche: „Nein. Es mag sein, dass andere darüber reden. Ich konzentriere mich auf das, was ich beeinflussen kann."
Nehmen wir mal an, es klappt am Samstag tatsächlich mit dem Titel. Wie wird denn dann gefeiert?
Thomas Dietsche: „Das weiß ich nicht. Da wird sich dann schon was ergeben. Im Moment interessiert mich das gar nicht. Fakt ist, dass wir Platz zwei sicher und einen richtig guten Gegner zu Gast haben, den wir schlagen wollen."
Anscheinend soll es in der Stadiongaststätte rund gehen.
Thomas Dietsche: „Vielleicht machen sich da andere Gedanken. Wir als Trainer und die Mannschaft sicher nicht. Noch mal: Wenn es was zu feiern gibt, werden wir feiern - aber soweit ist es im Moment nicht."
Okay, die Meisterfeier ist wohl kein Thema. Aber wie wichtig wäre der Aufstieg?
Thomas Dietsche: „Es mag sich vielleicht blöd anhören: Es ist nicht entscheidend, ob man Meister wird und aufsteigt. 1990 habe ich unter Hansi Kleitsch in Sindelfingen gespielt. An diese Zeit erinnere ich mich gerne, weil ich damals viel Spaß hatte und viel dazugelernt habe. Auch wenn wir es nicht in die Oberliga gepackt hätten, wäre diese Zeit hängen geblieben. Wenn die heutigen Spieler später mal zurückblicken, sollen sie sich an eine sehr schöne Phase in ihrem Fußballerleben erinnern, in der sie sich weiterentwickelt haben. Das ist es doch, was wirklich zählt. Vielleicht wird ja auch einer meiner Spieler mal Trainer und übernimmt das ein oder andere, was er gut fand."
In einer Trainer-Vita liest sich eine Meisterschaft aber auch nicht schlecht.
Thomas Dietsche: „Ja, das wäre für mich das erste Mal. Aber wie gesagt, ich habe da eine etwas andere Philosophie. Vor zwei Jahren waren wir Fünfter. Nach der Saison hieß es, da muss noch mehr gehen. Danach wurden wir unglücklich Dritter, haben aber gegen die beiden Spitzenmannschaften kein Spiel gewonnen. Wir waren also nicht reif genug. Jetzt haben wir auch die Topmannschaften geschlagen. Es ist schön, diesen Prozess zu sehen."
Für die Entwicklung eines Fußballers sind neue Impulse wichtig. Eine andere Liga könnte so ein Impuls sein.
In welche Liga gehört denn der VfL Sindelfingen nächstes Jahr?
Thomas Dietsche: „Wenn wir die notwendigen Punkte holen, gehören wir in die Verbandsliga. Ich glaube, dass wir in diesem Jahr die Reife für eine Spitzenmannschaft unter Beweis gestellt haben. Die Mannschaft hat viele Drucksituationen gemeistert. Was kommt, werden wir sehen. Auch wenn wir ein junges Team sind, haben wir ein paar Spieler, die schon Verbandsliga spielten. Und dann haben wir viele, die seit drei oder vier Jahren in der Landesliga immer wieder gegen die gleichen Gegner kicken. Für die Entwicklung eines Fußballers sind neue Impulse wichtig. Mit Ömür Bozkurt haben wir zusätzlichen Schwung - und wenn schon der Trainer und die Co-Trainer die selben bleiben, könnte eine andere Liga eben solch ein Impuls sein."
Und langfristig?
Thomas Dietsche: „Das ist ein anderes Thema. Nur so viel: Der VfL hat viel Potenzial und sehr engagierte Leute. Das ist eine gute Basis für die Zukunft."
Da mache ich mir keine Sorgen
Was ist in dieser Trainingswoche wichtiger: die technisch-taktische Übung - oder das Titel-Thema aus dem Kopf zu kriegen?
Thomas Dietsche: „die Fußball spezifischen Inhalte. Meine Spieler hatten schon mehrfach brutal großen Druck - gegen Gärtringen, in Nagold, nach der Niederlage in Schramberg gegen Tübingen oder am Freitag in Holzgerlingen. Die Jungs können damit umgehen und werden sich voll auf ihr Spiel konzentrieren. Da mache ich mir keine Sorgen."
Dann läuft anscheinend auch in dieser Woche alles wie gewohnt.
Thomas Dietsche: „nicht ganz. Über Pfingsten hatten die Spieler frei. Ein paar Tage ohne Training sind am Ende einer Kraft- und Nerven raubenden Saison aber nie verkehrt."
Worauf kommt es übermorgen an?
Thomas Dietsche: „Wir müssen genauso konzentriert spielen wie in Holzgerlingen. Wir kennen die Stärke des Gegners und bereiten uns gewissenhaft vor. So wollen wir es auch in den letzten beiden Saisonspielen handhaben - egal, was am Samstag passiert.

Presse | Leichtathletik | 23.05.2013
Salzer knackt mehrfach die EM-Norm
Quelle: SZ/BZ-Online (www.szbz.de)
Der Diskuswerfer des VfL Sindelfingen wirft erstmals über die 60-Meter-Marke
Von Saskia Drechsel
Laute Jubelschreie gab es am Wochenende von Diskuswurf-Ass Michael Salzer zu hören. Der Leichtathlet des VfL Sindelfingen übertraf beim Junioren-Europameisterschafts-Qualifikationswettkampf in Wiesbaden gleich mehrmals die EM-Norm.
Im Stadion seines Heimatvereins begann der 21-Jährige dort, wo er im vergangenen Sommer aufgehört hat: mit einer Weite jenseits der 58,50 Meter, die die Norm für die Junioren-Europameisterschaften bedeuten. Auf die nächsten Wettkämpfe verzichtete der Diskuswurf-Hüne, stattdessen ging es in der letzten Woche, gemeinsam mit VfL-Kugelstoßer Artur Hoppe, zu einem Trainingslager nach Warendorf.
„Dort haben wir sehr konzentriert trainiert. Das hat sich auch im Wettkampf bemerkbar gemacht. Eine andere Umgebung schafft es oft, den Kopf frei zu bekommen, sagt der Sportler. Und machte mit seiner Entscheidung alles richtig. Als in Wiesbaden der erste wichtige Wettbewerb des Sommers anstand, war Michael Salzer zur Stelle.
Um sich für die U23-Europameisterschaften im finnischen Tampere zu qualifizieren, hat der Athlet des VfL Sindelfingen Folgendes zu leisten: Bei einem der vom Deutschen Leichtathletik Verband ausgeschriebenen Normwettkämpfe muss Michael Salzer seinen Diskus über 58,50 Meter fliegen lassen. Drei Athleten mit erfüllter Norm werden vom DLV mit nach Finnland genommen. Sollten noch weitere Werfer die Weite überwinden, zählt das Ergebnis der Deutschen Juniorenmeisterschaften Mitte Juni. Die drei Erstplatzierten können sich in Göttingen das Ticket zur Junioren-EM sichern.
Mit seinen ersten beiden Durchgängen war der Diskuswerfer in Wiesbaden ganz und gar nicht zufrieden. Bei 56 und 57 Metern landete das Wettkampfgerät in der Wiese. Ich habe die ersten zwei Versuche verschlafen. Ich bin noch nicht voll auf den Diskus drauf gegangen."
Doch der dritte Wurf saß. Deutlich segelte die Scheibe über die geforderte Europameisterschaftsnorm und landete jenseits der 59 Meter. In einer starken Serie stand auch bei den nächsten beiden Würfen eine 59 vor dem Komma. Im letzten Versuch dann die Krönung: Salzer schleuderte seinen Diskus auf stolze 60,63 Meter.
Damit holte sich der Athlet des VfL Sindelfingen den Sieg vor David Wrobel aus Leinfelden-Echterdingen. „Heute wollte ich nur Norm werfen. Alles Weitere war Zugabe. Gleich im ersten Norm-Wettkampf die Weite zu schaffen ist super. Jetzt kann ich in jedem Wettkampf frei an die Sache rangehen und Vollgas geben, strahlt der 21-Jährige.
Den nächsten Wettkampf absolvierte er gleich am Tag darauf in Fränkisch Crumbach. Dort siegte er mit 57,21 Metern. Ebenfalls in Wiesbaden am Start war Kugelstoßer Tobias Dahm. Im internationalen Feld mit dem Kanadier Dylan Armstrong reichte es für Dahm auf Platz drei. Der Sindelfinger wartet zwar weiterhin auf seinen ersten Stoß über die 19-Meter-Marke, mit 18,83 Metern kam er diesem Ziel aber schon sehr nahe. In Wiesbaden landeten beim VfL-Athleten gleich die ersten drei Stöße nahe der angepeilten Weite. In Pforzheim ging Kugelstoßer Marco Schmidt an den Start. Er steckt derzeit voll in der Vorbereitung auf die Halleschen Werfertage und ließ sich am Wochenende bei seinem Heimatverein blicken. Der 29-Jährigen siegte mit 19,02 Metern.
Bei sehr schlechten Bedingungen mit Regen und starkem Wind starteten die beiden VfL-Stabhochspringer Florian Gaul und Victoria von Eynatten in Oberhaugstett. Gaul übersprang 5,16 Metern und hatte mit dem Wetter zu kämpfen. Victoria von Eynatten bekam als Siegerin den begehrten Wurstkorb überreicht, war aber unzufrieden mit ihren 4,15 Metern. „Es war leider unglaublich kalt und stürmisch, ich stand zitternd am Anlauf", sagt die 21-Jährige.

Presse | Hauptverein | 17.05.2013
Die Vorschulkinder fliegen auf den VfL
Quelle: SZ/BZ-Online (www.szbz.de)
Der VfL Sindelfingen kann sich zum dritten Mal in Folge über steigende Mitgliedszahlen freuen / Dr. Heinrich Reidelbach ist neuer Vizepräsident
Von unserem Redakteur Philipp Hamann
Im dritten Jahr in Folge kann sich der VfL Sindelfingen über steigende Mitgliedszahlen freuen. „Wir kratzen wieder an der Grenze von 9000 Mitgliedern", so Geschäftsführer Roland Medinger am Mittwochabend auf der Delegiertenversammlung der Blau-Weißen.
Zu den Gewinnern zählen die Abteilungen Judo, Tanzsport, Tennis und Schwimmen. Roland Medinger: „Sie nutzen keine städtischen Sportstätten und haben hauptamtliche Trainer in ihren Reihen. Sie werden von Vorschulkindern fast schon überrannt", so der VfL-Geschäftsführer.
Auf der anderen Seite stehen die traditionellen Ballsportarten wie Basketball, Fußball, Handball und Volleyball. Sie büßten Mitglieder ein: „Der Trainingsbetrieb wird dort mit ehrenamtlichen Übungsleitern organisiert."
Die Ganztagesschule macht dem VfL Sindelfingen zu schaffen und ein Ende ist nicht in Sicht. Roland Medinger: „Die Probleme werden eher noch größer." Das sieht auch VfL-Präsidentin Anette Bronder so: „Was machen wir, wenn es immer weniger Leute gibt, die sich als Übungsleiter engagieren wollen? Wann können wir in die Sporthallen?" Für Anette Bronder sind das elementare Fragen: „Wie führt man einen Verein, der größtenteils auf dem Ehrenamt basiert, unter diesen Vorzeichen in die Zukunft?"
Neuauflage des Sporttages geplant
Dabei sind die Vergangenheit und die Gegenwart des VfL rosarot. „Unser Jubiläum im vergangenen Jahr war ein voller Erfolg. Der Sporttag hat uns in all unseren Facetten gezeigt, stark, vielfältig und bunt", so die VfL-Präsidentin. Möglicherweise gibt es beim VfL in den kommenden Jahren eine Wiederholung: „Wir sind nicht nur ein Verein aus 28 Abteilungen mit Sportlern und Ehrenamtlichen. Wir sind eine Gemeinschaft."
Dazu gehört auch VfL-Finanzreferent Dr. Heinrich Reidelbach. Der Chef der Turner konnte am Mittwochabend nur Positives vermelden: „Die finanzielle Entwicklung ist gegenüber dem Plan deutlich besser gelaufen." In Zahlen: Der VfL-Hauptverein schloss das vergangene Jahr mit einem Überschuss von 28.695 Euro ab. Einnahmen von 1.502.878 Euro standen Ausgaben von 1.474.182 gegenüber. Allein fürs Jubiläum fielen statt der angedachten 30.000 Euro nur rund 5.400 Euro an. „Da haben wir fast eine schwarze Null geschrieben", so Dr. Heinrich Reidelbach, der am Mittwoch zu Anette Bronders Stellvertreter gewählt wurde.
Auch bei der VfL-Sportwelt gibt es nur schwarze Zahlen. Die Einnahmen betrugen im vergangenen Jahr knapp 1,3 Millionen Euro. Die Ausgaben dagegen nur knapp eine Million. Wegen der Zinsentwicklung haben wir so viel wie möglich getilgt", so der Finanzreferent. Zum 31. Dezember 2012 belief sich der Kredit auf rund 2,1 Millionen Euro. Bis Ende dieses Jahres soll die Summe auf rund 1,7 Millionen Euro sinken. Dr. Heinrich Reidelbach: „Wir sind als Hauptverein in finanziell solidem Gewässer. Doch die Abteilungen müssen kämpfen."
Vor allem die Sportstätten-Nutzungsgebühr belastet viele VfL-Sparten. „Wir haben nie verstanden, ob das richtig Sinn macht. Der Verwaltungsaufwand dafür ist doch enorm", so Anette Bronder an die Adresse von Sindelfingens Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer.
Das Stadtoberhaupt blieb die Antwort nicht schuldig. In seinem Grußwort an die Delegierten: Die Sportstätten-Infrastruktur in Sindelfingen sucht ihresgleichen. Ich habe Verständnis für ihre Forderung, doch unsere finanzielle Situation ist nicht so gut, wie sie oft gemacht wird."
Dr. Bernd Vöhringer signalisierte am Mittwochabend aber auch Gesprächsbereitschaft in Sachen Sportstättennutzungsgebühr. „Wir haben in der Verwaltung entschieden, dass wir dieses Thema angehen. Wir sind bereit, das Ganze kritisch zu betrachten." Der Oberbürgermeister warnte aber vor zu großen Erwartungen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Sportstättennutzungsgebühr mit den städtischen Fördergeldern für Kinder und Jugendliche gekoppelt sind. Ganz so einfach ist das Thema nicht."
Für die Handballer, die eine Spielgemeinschaft mit der SV Böblingen eingegangen sind, gab es ein dickes Lob von der Präsidentin: „Diese Kooperation ist beispielhaft. Vor der Zukunft muss uns nicht bange sein." Trotz Ganztagesschule und demografischen Wandel.
Ehrungen
Im Rahmen der Delegiertenversammlung wurde Klaus Richter (Tanzsport-Abteilung) zum Ehrenmitglied ernannt. Die Verdienstnadel in Bronze bekam Dr. Oliver Wengert (Hauptverein). Mit der Version in Gold wurde Dietlinde Leonhardt (Sport für alle), Rolf Wojack (Boxen) und Gerhard Richter (Badminton) ausgezeichnet.

Donnerstag, 23.05.2013
Sport für Alle
18:30-19:30 Uhr
Lauftreff (kostenlos)
Lauftreff (Wasserturm)