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Presse | Fußball (Frauen) | 24.08.2015

Nicht nur die neuen Besen kehren gut

3:0-Sieg für VfL Sindelfingen in 1. Runde des DFB-Pokal

Hochverdient sind die Sindelfinger Zweitliga-Fußballerinnen gestern Mittag in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Gegen einen schwachen ETSV Würzburg gelang der runderneuerten Mannschaft des Trainerduos Saban Uzun und Alexander Schick ein viel zu niedrig ausgefallener 3:0 (3:0)-Sieg.

VON SANDRA LANGGUTH

Gerade einmal vier Spielerinnen, die vergangene Saison in der Rückrunde dauerhaft im Einsatz waren, standen in der Startelf des VfL Sindelfingen: Bianca Blöchl, Carina Spengler, Jana Siegle und Stefanie Grimm. Der Rest der Mannschaft bestand aus Neuzugängen oder Rückkehrerinnen, die nach langer Verletzungspause nun wieder ihr erstes Spiel bestritten. Somit war "das Gesicht der Mannschaft", wie Saban Uzun es formulierte, ein gänzlich anderes als noch vor der Sommerpause.

Darüber, dass die Veränderungen dem Team gutgetan haben, ist man sich beim VfL Sindelfingen einig. Vor allem in den ersten 45 Minuten der Partie fanden die Würzburgerinnen, die ebenfalls in der 2. Bundesliga zuhause sind, überhaupt nicht statt. Alle gefährlichen Aktionen spielten sich in der Würzburger Hälfte ab. Die Gäste selbst hatten gerade mal einen Torschuss in Halbzeit eins zu verzeichnen. "Da haben wir alle unsere Unzulänglichkeiten aufgezeigt bekommen", schüttelte Würzburgs Trainer Christian Breunig nur den Kopf. Seine Spielerinnen hatten null Zugriff aufs Spiel und bewegten sich insgesamt einfach viel zu behäbig. Der VfL hingegen machte von der ersten Minute an Tempo. Man merkte, dass die Spielerinnen ihren Auftrag - Einzug in Runde zwei - erfüllen wollten. Vor allem die Dreierkette vorne sowie die Standards des VfL Sindelfingen bereiteten den Gästen große Probleme.

Nach gut zehn Minuten hatten die Hausherrinnen die erste richtig gute Chance, als Carina Spengler nach einer Ecke von Matea Bosnjak aufs Tor zielte, der Ball an der Torhüterin abprallte und Gina Rilling aus rund 15 Metern nur knapp das Tor verfehlte. Kurz darauf landete Jana Siegles Schuss nur am Außennetz, und Athanasia Moraitou zwirbelte die Kugel über die Latte. Die nächste gute Aktion ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten, als die in Halbzeit eins glänzend aufgelegte Kapitänin Anja Selensky für Neuzugang Joy Strähle auflegte, die den Ball aber vertändelte. Kurz darauf fehlte ebenso wenig, als Carina Spengler nach einer Ecke über den Kasten köpfte.

Athanasia Moraitou erzielt das erste Sindelfinger Tor der Saison

Es war nur noch eine Frage der Zeit, wann die Sindelfingerinnen ihren ersten Treffer erzielen würden. In der 20. Minute war es schließlich soweit. Erst hatte Matea Bosnjak den Ball an die Latte gepfeffert. Von dort flog er ins Getümmel, wo Athanasia Moraitou am schnellsten schaltete und das längst überfällige 1:0 erzielte. Keine zwei Minuten später war es Kapitänin Anja Selensky, die ihre Gegenspielerin einfach stehenließ und ins lange Eck schoss. Die Würzburger Torhüterin konnte nur noch zuschauen, wie der Ball vom Innenpfosten hinter die Linie flog - 2:0 für den VfL Sindelfingen.

Und die Hausherrinnen ließen nicht locker, während die Gäste einfach nur hinterherzurennen schienen. Nach 30 Minuten hatte Würzburg noch keinen einzigen Standard zu Buche stehen. Erst fünf Minuten vor Schluss bekam auch Antonia Knupfer etwas zu tun. Die Keeperin, die vergangene Saison eher sporadisch im Tor ausgeholfen hatte, sich nun aber komplett auf die Position zwischen den Pfosten konzentriert, strahlte hinten Ruhe und Sicherheit aus und hatte auch mit dem Schuss der Würzburger Stürmerin keine Probleme. Von ihrem Gegenüber konnte man das allerdings nicht behaupten, denn Alexandra Hetterich im ETSV-Tor musste in der 39. Minute erneut hinter sich greifen. Ein kluger Pass von Anja Selensky war bei Steffi Grimm gelandet. Die Sindelfingerin, die vom Mittelfeld nach vorne gerutscht ist, verlängerte den Ball und schob ihn an der verdutzten Torspielerin vorbei. Gina Rilling hätte noch vor dem Halbzeitpfiff das 4:0 klarmachen können, zielte aber haarscharf drüber.

Im zweiten Durchgang nahm der VfL etwas Tempo raus, hätte das Ergebnis mit Stefanie Grimm, Sofia Borges und Anja Selensky, die kurz vor Schluss nur die Latte traf, allerdings weitaus deutlicher gestalten können. "Das hat mir nicht gefallen, wir hätten höher gewinnen müssen. Aber wir sind auf einem guten Weg", freute sich Uzun dennoch über den Einzug in Runde zwei. Diese wird am Wochenende des 26. und 27. September ausgespielt. Kommendes Wochenende beginnt für die Sindelfingerinnen der Ligaalltag. Am Sonntag geht es um 14 Uhr zum ersten Spiel nach Mainz.

VfL Sindelfingen:
Knupfer, Bogenschütz, Blöchl, Strähle, Rilling (46. Borges), Selensky, Bosnjak (65. Kronmüller), Siegle, Moraitou, Grimm (83. Tarmann), Spengler.
Tore: 1:0 (20.) Moraitou, 2:0 (22.) Selensky, 3:0 (39.) Grimm.
Schiedsrichterin: Christine Baitinger (Friesenheim).
Zuschauer: 76.

Schiedsrichterin Christine Baitingerkehrt an alte Wirkungsstätte zurück

Ein im Frauenfußball weltweit bekanntes Gesicht war gestern ebenfalls im Sindelfinger Floschenstadion zu sehen, und zwar mitten auf dem Platz: Christine Baitinger. Die ehemalige Bundesliga-Spielerin des VfL Sindelfingen - damals noch als Christine Beck bekannt - war als Schiedsrichterin an ihre alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. Die Verwaltungsfachangestellte, die bis vor wenigen Jahren noch in Magstadt arbeitete und inzwischen bei Offenburg lebt, erklärte das so: "In der ersten Pokalrunde kommt es schon mal vor, dass man im gleichen Landesverband pfeift. In der Liga werde ich hier aber nicht eingesetzt."

Die 41-Jährige, die schon bei Europa- und Weltmeisterschaften pfiff, bekam vor rund zwei Wochen Bescheid, dass es sie mal wieder nach Sindelfingen verschlagen würde. "Ich habe mich schon gefreut, mal wieder in die alten Gefilde zu kommen. Bis auf Torwarttrainer Andreas Bellon kenne ich hier allerdings niemanden mehr", gab sie zu. Inzwischen hat sich Christine Baitinger auch etwas aus der Schiedsrichterei zurückgezogen. "Letztes Jahr habe ich mit der Männer-Regionalliga und mit den internationalen Spielen bei den Frauen aufgehört. Ich wollte einfach auch den jungen Schiedsrichterinnen die Möglichkeit geben, sich zu beweisen."