Sponsoren

Diese Sponsoren unterstützen derzeit den VfL Sindelfingen.

Informationen zum Sponsorenpool

Presse | Sport bei Krebs | 22.05.2014

„Bewegung wirkt sich positiv aus“

Monika Schreiber vom VfL Sindelfingen vor den Aktionstagen „Bewegung gegen Krebs“ vom 26. bis 28. Mai in der VfL-Sportwelt

Von unserem Mitarbeiter Thomas Oberdorfer

Krebs. Diese Diagnose trifft manche Menschen wie ein Donnerschlag. Sport kann den Krebs nicht heilen. Sport kann aber Krebspatienten bei der Genesung helfen, das körperliche Befinden verbessern, sich positiv auf die Psyche auswirken.

 

Die SZ/BZ hat sich mit Monika Schreiber, Bereichsleiterin Kurse in der Sportwelt des VfL Sindelfingen, über die Aktionstage „Bewegung gegen Krebs“ des VfL unterhalten, die vom 26. Mai bis zum 28. Mai in der Sportwelt laufen.

 

Krebspatienten meiden häufig die Öffentlichkeit. Wie schaffen Sie es, die betroffenen Personen für Ihre Kurse zu gewinnen?

Monika Schreiber: „durch die enorme Gruppendynamik und den Spaß beim Sport. In den Kursen wird viel gelacht, denn ohne Freude wären die Kurse nur halb so gut besucht. Zudem ist man schnell in der Gruppe integriert. Manche kennen sich schon seit Jahren, können ihre Anliegen und gesundheitlichen Probleme mit anderen austauschen und führen zudem auch noch nach dem Sporttreiben gemeinsame Unternehmungen durch.“

 

Mäßig betrieben, muss man auf keine Bewegungsform oder Sportart verzichten

Krebspatienten sind durch die mitunter langwierigen und äußerst kraftraubenden Behandlungen körperlich geschwächt. Sollten diese dennoch versuchen Sport zu treiben?

Monika Schreiber: „Genau das ist es, worauf ich in meinem Vortrag am Montag eingehen werde. Was kann man dem Körper bei welcher Krebserkrankung und in welcher gesundheitlichen Verfassung zumuten? Grundsätzlich gilt: kein Sport, wenn man Schmerzen, Fieber oder Kreislaufbeschwerden hat. Werden Chemotherapeutika verschrieben, welche Nieren oder Herz belasten oder sind die Blutplättchen in einem zu geringen Wert angegeben, circa unter 15.000, sollte kein Sport getrieben werden. Dies wird mit dem behandelnden Arzt besprochen, der regelmäßig die Werte kontrolliert. Mäßig betrieben, muss man auf keine Bewegungsform oder Sportart verzichten.“

Warum ist es sinnvoll, im Rahmen der Krebsnachsorge sich zu bewegen?

Monika Schreiber: „Die Gründe sind vielschichtig. Neben der so wichtigen sozialen Interaktion ist das Wiedererlangen der körperlichen Funktionsfähigkeit eines der Hauptziele für die Teilnehmer. Gerade nach Operationen ist das Körpergefühl erst einmal eingeschränkt und muss durch gezielte Wahrnehmungsübungen geschult werden. Krebspatienten berichten vor allem, dass sie über das sogenannte „Fatigue-Syndrom“ besser hinweg kommen können. Darunter versteht man eine massive Müdigkeit, einen Mangel an Energiereserven und ein sehr großes Bedürfnis nach Ruhe.“

Die Krebspatienten sind sehr unterschiedlich belastbar. Können Sie Ihr Angebot so flexibel gestalten, dass jeder Patient die für ihn passenden Übungen durchführen kann?

Monika Schreiber: „Das ist sogar notwendig, denn kein Patient gleicht dem anderen. Glücklicherweise gibt es für fast alle Übungen eine leichte oder eine etwas anspruchsvollere Variante, die der Übungsleiter den Teilnehmern auf jeden Fall zeigen oder mitteilen muss. Hierbei sind Kleingeräte wie Ringe, Tennisbälle und auch Reifen oder Keulen, wie aus der klassischen Gymnastik bekannt, besonders hilfreich. Entspannungsverfahren eignen sich zudem, die psychische Stabilität wieder zu erlangen.“

Der Nutzen für das körperliche Wohlbefinden ist nur ein Aspekt. Stabilisiert Sport nach Krebs oder während einer Krebsbehandlung auch die Psyche der betroffenen Menschen?

Monika Schreiber: „Ich bin sicher, dass die Bewegung positive Auswirkungen auf das Befinden der Teilnehmer hat. Sport wirkt stimmungsaufhellend und wird in der Therapie von Depressionen eingesetzt. Wir haben jeden Montag eine Sportgruppe bei uns in der Sportwelt, die aus allen Nähten platzt. Die Physiotherapeutin Margot Bauer führt die Gruppe seit Jahren und hält stets engen Kontakt zu ihren Teilnehmern.“

Verringert Sport die Gefahr, an Krebs zu erkranken?

Auch der Lebenswandel und die Ernährung spielen eine erhebliche Rolle


Monika Schreiber: „Inzwischen gibt es einige Studien, die belegen, dass körperliches Training nach der Diagnose einer onkologischen Erkrankung die Nebenwirkungen der medizinischen Therapie reduziert und damit auch der Behandlungsverlauf verbessert werden kann. Jedenfalls kann die Rückfallquote reduziert werden und die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken sinkt. Sport hat seinen Anteil an der Gesunderhaltung der Menschen, aber auch der Lebenswandel und die Ernährung spielen eine erhebliche Rolle.“

Seit vielen Jahren bietet der VfL Sindelfingen einen Kurs „Sport bei Krebs“ an. Welche Erfahrungen haben Sie gesammelt?

Monika Schreiber: „Beim VfL Sindelfingen besteht schon seit über zehn Jahren eine Gruppe Sport nach Krebs. Wir haben sogar schon eine Gruppe mit Sport bei Krebs angeboten. Diese war relativ klein, die Teilnehmer haben sich dann in die bereits bestehende Gruppe eingefügt. Der Übungsleiter muss feine Antennen für die aktuelle Befindlichkeit seiner Teilnehmer entwickeln, denn eine Krebserkrankung ist ein sensibles Thema. Dennoch kommen alle immer motiviert und regelmäßig zur Stunde.“

Info

Die Deutsche Krebshilfe veranstaltet gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und der Sporthochschule Köln eine bundesweite Kampagne unter dem Motto „Bewegung gegen Krebs“. An dieser Kampagne beteiligt sich auch der VfL Sindelfingen, der vom 26. bis zum 28. Mai ein umfassendes Programm zu diesem Thema anbietet. Weitere Informationen zum Programm- ablauf an den Aktionstagen unter www.sportwelt-sindelfingen.de

Inklusion beim VfL

Sport für Alle: "VfL-Inklusion"- auf dem Weg zum individuellen Platz im Sport

 

Ein neues Konzept beim VfL Sindelfingen zur Inklusion von Behinderten und Nichtbehinderten Kindern- und Jugendlichen

Das nichtbehinderte Kinder eine Menge von behinderten Kindern lernen können und umgekehrt, seht inzwischen außer Frage. Daher hat sich auch der VfL Sindelfingen, ähnlich wie einige Sindelfingen Schulen dazu entschieden, allen gleichermaßen die Möglichkeit zu bieten, Sport in der Gemeinschaft zu erleben. Gleich acht Kurse sind derzeit im Programm geboten. Angefangen vom "Eltern-Kind Turnen" ab 1 ½ bis 3 Jahren bis zum sogenannten "Flizzplatz", bei dem die Kinder in Gruppen zwischen 4 - 14 Jahren, je nach individuellem Wohlfühl- und Könnensstand, eingeteilt werden.

Bereits seit längerem gibt es einen BOBBI-Sport für geistig behinderte Kinder. In diesem Kurs sollen alle Kinder lernen, sich auf ihren eigenen Körper zu verlassen, Bewegungen zu verbessern und sich im Raum sowie an den Geräten zu orientieren. Gerne sind in diesem Kurs auch Geschwisterkinder willkommen.

    Wir wollen

     -  Gemeinsam Spiel, Spaß und Bewegung erfahren

     -  Gemeinsam Freude mit gleichaltrigen Kindern, Jugendlichen

         und Erwachsenen erleben

     -  Gemeinsam neue Kontakte knüpfen und neue Freunde finden

     -  Gemeinsam mehr Mobilität und Selbstständigkeit erfahren

     -  Gemeinsam individuelle Grenzen und Möglichkeiten erspüren

Die Kurse mit Standorten und Uhrzeiten können Sie der neuen Broschüre "VfL Inklusion" entnehmen. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Frau Schreiber beim VfL Sindelfingen unter 7065-17.

VfL Inklusion