
Presse | Leichtathletik | 23.05.2013
Salzer knackt mehrfach die EM-Norm
Quelle: SZ/BZ-Online (www.szbz.de)
Der Diskuswerfer des VfL Sindelfingen wirft erstmals über die 60-Meter-Marke
Von Saskia Drechsel
Laute Jubelschreie gab es am Wochenende von Diskuswurf-Ass Michael Salzer zu hören. Der Leichtathlet des VfL Sindelfingen übertraf beim Junioren-Europameisterschafts-Qualifikationswettkampf in Wiesbaden gleich mehrmals die EM-Norm.
Im Stadion seines Heimatvereins begann der 21-Jährige dort, wo er im vergangenen Sommer aufgehört hat: mit einer Weite jenseits der 58,50 Meter, die die Norm für die Junioren-Europameisterschaften bedeuten. Auf die nächsten Wettkämpfe verzichtete der Diskuswurf-Hüne, stattdessen ging es in der letzten Woche, gemeinsam mit VfL-Kugelstoßer Artur Hoppe, zu einem Trainingslager nach Warendorf.
„Dort haben wir sehr konzentriert trainiert. Das hat sich auch im Wettkampf bemerkbar gemacht. Eine andere Umgebung schafft es oft, den Kopf frei zu bekommen, sagt der Sportler. Und machte mit seiner Entscheidung alles richtig. Als in Wiesbaden der erste wichtige Wettbewerb des Sommers anstand, war Michael Salzer zur Stelle.
Um sich für die U23-Europameisterschaften im finnischen Tampere zu qualifizieren, hat der Athlet des VfL Sindelfingen Folgendes zu leisten: Bei einem der vom Deutschen Leichtathletik Verband ausgeschriebenen Normwettkämpfe muss Michael Salzer seinen Diskus über 58,50 Meter fliegen lassen. Drei Athleten mit erfüllter Norm werden vom DLV mit nach Finnland genommen. Sollten noch weitere Werfer die Weite überwinden, zählt das Ergebnis der Deutschen Juniorenmeisterschaften Mitte Juni. Die drei Erstplatzierten können sich in Göttingen das Ticket zur Junioren-EM sichern.
Mit seinen ersten beiden Durchgängen war der Diskuswerfer in Wiesbaden ganz und gar nicht zufrieden. Bei 56 und 57 Metern landete das Wettkampfgerät in der Wiese. Ich habe die ersten zwei Versuche verschlafen. Ich bin noch nicht voll auf den Diskus drauf gegangen."
Doch der dritte Wurf saß. Deutlich segelte die Scheibe über die geforderte Europameisterschaftsnorm und landete jenseits der 59 Meter. In einer starken Serie stand auch bei den nächsten beiden Würfen eine 59 vor dem Komma. Im letzten Versuch dann die Krönung: Salzer schleuderte seinen Diskus auf stolze 60,63 Meter.
Damit holte sich der Athlet des VfL Sindelfingen den Sieg vor David Wrobel aus Leinfelden-Echterdingen. „Heute wollte ich nur Norm werfen. Alles Weitere war Zugabe. Gleich im ersten Norm-Wettkampf die Weite zu schaffen ist super. Jetzt kann ich in jedem Wettkampf frei an die Sache rangehen und Vollgas geben, strahlt der 21-Jährige.
Den nächsten Wettkampf absolvierte er gleich am Tag darauf in Fränkisch Crumbach. Dort siegte er mit 57,21 Metern. Ebenfalls in Wiesbaden am Start war Kugelstoßer Tobias Dahm. Im internationalen Feld mit dem Kanadier Dylan Armstrong reichte es für Dahm auf Platz drei. Der Sindelfinger wartet zwar weiterhin auf seinen ersten Stoß über die 19-Meter-Marke, mit 18,83 Metern kam er diesem Ziel aber schon sehr nahe. In Wiesbaden landeten beim VfL-Athleten gleich die ersten drei Stöße nahe der angepeilten Weite. In Pforzheim ging Kugelstoßer Marco Schmidt an den Start. Er steckt derzeit voll in der Vorbereitung auf die Halleschen Werfertage und ließ sich am Wochenende bei seinem Heimatverein blicken. Der 29-Jährigen siegte mit 19,02 Metern.
Bei sehr schlechten Bedingungen mit Regen und starkem Wind starteten die beiden VfL-Stabhochspringer Florian Gaul und Victoria von Eynatten in Oberhaugstett. Gaul übersprang 5,16 Metern und hatte mit dem Wetter zu kämpfen. Victoria von Eynatten bekam als Siegerin den begehrten Wurstkorb überreicht, war aber unzufrieden mit ihren 4,15 Metern. „Es war leider unglaublich kalt und stürmisch, ich stand zitternd am Anlauf", sagt die 21-Jährige.




