Presse | Tauchen | 14.10.2009

Abtauchen, ohne sich zu verstecken

Die beiden haben vieles gemeinsam. Julia Geiser und Benjamin Freitag hatten schon früh Kontakt zum Tauchen beim VfL Sindelfingen, sind dort mittlerweile Tauchlehrer und für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Abteilung zuständig.

Zwei Sportler und eine Leidenschaft: das Tauchen. Dafür setzen sich Julia Geiser und Benjamin Freitag ein. Den Weg zum Tauchen haben beide ihren Vätern zu verdanken. Und da geht es schon los mit den Gemeinsamkeiten, die darin mündeten, dass die 26-Jährige und der 21-Jährige ehrenamtlich für die Tauchabteilung des VfL Sindelfingen tätig sind.

In gleichen Bereichen. Geiser hatte über ihren Vater schon seit frühester Kindheit Kontakt zu den VfL-Tauchern, deren Abteilung im Jahr 1977 gegründet wurde. Den Tauchschein hat sie frühstmöglich, also mit 14 Jahren gemacht. Bei Freitag war es ähnlich. „Ich bin jahrelang im Keller an der Tauchausrüstung meines Vaters vorbei gegangen“, erinnert er sich. Irgendwann packte es ihn, bald setzte er sich die Sauerstoffflasche auf und mit 15 Jahren machte er den Tauchschein.

Mit den Jahren kam die Erfahrung unter Wasser. Für sie stehen bereits 524 Tauchgänge zu Buche, er tauchte 250 Mal in das nasse Element ab. Beide entschieden sich Tauchlehrer zu werden und selbst auszubilden. Er ist es seit April 2008, sie wurde es drei Monate später. Da Geiser und Freitag die Lizenzen verschiedener und der größten Tauchsportverbände erworben haben, kann nun beides angeboten werden. Und die beiden Taucher können ihren Enthusiasmus für den Sport, an dem sie die „Stille unter Wasser“ und ihn die „Schwerelosigkeit“ fasziniert, weitergeben. „Es ist superschön zu sehen, dass die Leute daran Spaß haben“, sagt die Tauchlehrerin über die Ausbildung, die zunächst im Sindelfinger Badezentrum stattfindet und im Bodensee fortgeführt wird.

Genauso sieht es ihr Vereinskamerad, den sie seit 13 Jahren kennt. „Es macht Spaß die Leute auszubilden“, sagt er. Ein Lob für die beiden jungen Tauchlehrer kommt von einem Kollegen. „Sie machen das gut“, sagt Holger Schneider. Der 37-Jährige ist selbst Tauchlehrer beim VfL und damals Ausbilder von Freitag gewesen. Doch mit dem Ablegen der Sauerstoffflasche hört der gemeinsame Einsatz von Julia Geiser und Benjamin Freitag für die Tauchabteilung nicht auf. Die Sindelfingerin und der Neuweiler sind für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der VfL-Taucher zuständig. In diesem Bereich hat sich die Abteilung, zu der auch die Unterwasserrugby-Mannschaft, die Sindelfinger Rugby Ducks, zählt und die insgesamt 140 Mitglieder umfasst, breit aufgestellt. Dank dem Duo. Vor drei Jahren übernahmen die Versicherungskauffrau und der Medizinstudent die Verantwortung für das „Taucherli“, der Mitgliederzeitung der Abteilung. „Ein erstaunliches Feedback“, so Freitag, erhalte man von den Mitgliedern dafür. Dazu müssen für die VfL Vereinsnachrichten die Beiträge verfasst und die Homepage der VfL-Taucher gepflegt werden.

Diese gilt als Plattform für die Mitglieder, ein E-Mail-Verteiler dient zudem als Informationsquelle, etwa für Termine wie Tauchausfahrten. „Es wird immer mehr mit dem Internet, da wollen wir mitziehen und zeigen was wir machen“, erklärt er. Bei so viel Zusammenarbeit für den Verein ist natürlich Harmonie wichtig. „Wir vertragen uns“, merkt Benjamin Freitag grinsend an. „Klar“, bestätigt Julia Geiser und lächelt.

Presse | Tauchen | 27.05.2009

Lehrgang Denkmalgerechtes Tauchen

Die Tauchsportverbände arbeiten im Bereich der Ausbildung bereits seit vielen Jahren mit professionellen Unterwasserarchäologen zusammen.

Was in den Kurssystemen allerdings fehlt, ist ein entsprechender Grundkurs. Denkmale erkennen, richtig betauchen und wiederfinden steht deshalb auf dem Programm des Probelaufes, der am 28./29.6.2003 in Dingelsdorf am Bodensee stattfindet. Neben praktischen Übungen in zwei Tauchgängen wird ein theoretisches Verständnis für die Unterwasserarchäologie erworben. Teilnahmebescheinigung durch VDST und CMAS Germany; Lehrgangsgebührt: € 45.- Info: stephan.siroky@gmx.de;www.museum-unter-wasser.de

Hintergrundinfo zu Probelauf Spezialkurs "Denkmalgerechtes Tauchen" am Bodensee

Noch mehr Denkmalgerechtes Tauchen im VDST!

Wracktauchen! Nach wie vor haben "alte" Schiffe unter Wasser ihren ganz besonderen Reiz und ziehen magisch Taucher an. Ohne Zweifel, die Unterwasserkulisse und event. ein überaus interessanter Bewuchs gepaart mit "dicken" Fischen und riesigen Fischschwärmen machen einen Wracktauchgang zu einem ganz besonderen Erlebnis. Doch wie sieht es mit dem Schutz dieser Kulturgüter unter Wasser aus? Sind wir im VDST darüber ausreichend informiert? Gäbe es da nicht noch den einen oder anderen interessanten neuen Tauchplatz, sogar in Deutschland?

Die professionelle Unterwasserarchäologie steht in Deutschland auf zwei Füßen: am Bodensee beschäftigen sich Taucharchäologen vor allem mit den vorgeschichtlichen "Pfahlbauten", an der Ostsee haben sie vor allem die mittelalterlichen Schiffswracks im Visier. In beiden Fundlandschaften ist ein enger Kontakt mit Sporttauchergruppen längst Tradition geworden. Zudem bietet die Deutsche Gesellschaft für Unterwasserarchäologie (DEGUWA) in Zusammenarbeit mit dem VDST seit einigen Jahren erfolgreich Kurse an.

Bei allem Erfolg dieser Projekte dürfen wir uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass an der Gesamtzahl der aktiven Sporttaucher gemessen, dennoch nur Wenige bewusste Erfahrungen mit Unterwasser - Kulturgut machen. Mit fatalen Folgen nicht nur für den Unterwasser-Denkmalschutz: Viele Unterwasserdenkmale z.B. Wracks historischer Schiffe sind auch Tauchziele, und gehen nicht nur den Denkmalpflegern verloren, sondern zunehmend auch der Sporttaucherei.

Beispiel JURA

Beispiele für Tauchziele, die seit ihrer Entdeckung durch Souvenirjägerei, Unachtsamkeit oder Ankerschäden gelitten haben, sind jedem erfahrenen Taucher bekannt. Umdenken und Handeln hin zu einem vermehrten Schutz der Kulturgüter unter Wasser tut also Not: Sporttaucher müssen im gemeinsamen Interesse verstärkt für die Problematik des Unterwasser-Denkmalschutzes gewonnen werden. Und das heißt, zumindest vom Standpunkt des professionellen Archäologen aus gesehen: Funde melden! Selbstkontrolle durch die Taucher selbst! Und ganz besonders: Weiterbildung in Sachen Archäologie und Denkmalschutz!

Ein verstärkter Gedankenaustausch mit dem Ziel, den für beide Seiten unbefriedigenden Ist-Zustand zu verändern hat auf der boot dieses Jahr begonnen und wird derzeit vertieft zwischen den zuständigen Gremien bei VDST und CMAS Germany einerseits und den zuständigen Landesarchäologen andererseits Die Zielrichtung wird dabei immer klarer: Wir benötigen über den bestehenden DEGUWA Kurs hinaus weitere Angebote, die Sporttauchern Kenntnisse, Techniken und Fähigkeiten in die Hand geben, die sie in letztlich jedem Tauchgang anwenden können. Dazu gehört vor allem, Unterwasser Kulturgut als solches erkennen zu können, aber auch richtige Tauchgangsplanung, Körperhaltung (Tarierung) und nicht zuletzt Ortungstechnik. Solche Kurse können letztlich in jedem Baggersee durchgeführt werden, aber auch im Schwimmbad oder im Urlaubsgewässer. Basiswissen, Quellenkunde, Recht können an einem präparierten oder auch an einem im heimischen oder Urlaubsgewässer vorhandenen Fallbeispiel durchgespielt werden. Eine ganze Reihe entsprechender theoretischer und praktischer Module sind am Bodensee wie an der Ostsee bereits entwickelt und erprobt.

Ebenso wie der Schutz von Unterwasser Kulturgut nicht Sache der staatlichen Behörden alleine sein kann, können nicht nur Unterwasserarchäologen diejenigen sein, die entsprechende Kenntnisse vermitteln. Multiplikatoren müssen auf mittlere Sicht die Tauchausbilder selber sein. Die Tauchverbände verfügen über ein Netz hervorragend ausgebildeter, hoch motivierter und erfahrener Leute, die diese Aufgaben ja auch in anderen Bereichen beispielsweise dem Umweltgerechten Tauchen - sehr erfolgreich übernehmen können. Wenn nun die ersten Lehrgänge am Bodensee, an der Ostsee, eventuell auch in diesem Jahr noch in einem der Urlaubsgewässer stattfinden sollen, gehören die Ausbilder neben dem interessierten Sporttaucher ganz sicher zur Zielgruppe. Auch wird das denkmalgerechte Tauchen erstmalig mit eigenen Folien im neuen offiziellen Lehrfoliensatz des VDST vertreten sein.

Der erste Probelauf wird im Juni 2003 in Dingelsdorf am Überlingersee stattfinden. Vermutlich werden wir ein bislang unter Sporttauchern noch nicht bekanntes Wrack eines kleinen Seglers als "Versuchsobjekt" betauchen. Der Probelauf wird erweisen, ob unser Konzept "Denkmalgerechtes Tauchen" als Modul einer mehrstufigen, an die international gültigen Standards der Nautical Archaeology Society (NAS) angelehnten Lehrgangsabfolge taugt. Ausschreibungsunterlagen findet man in Kürze auf den Internet-Seiten des VDST und CMAS Germany, weitere Info unter Stephan.Siroky@gmx.de.