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Presse | Tauchen | 15.07.2012

Der VfL Sindelfingen zeigt, was er kann

Philipp Hamann und Jürgen Wegner

Vier Festtage sind wie im Flug vorbeigegangen. Festakt, Schulsporttag, zwei Konzerte, Sport in der Innenstadt und heute der Familiensonntag - der VfL Sindelfingen hat seinen 150. Geburtstag im großen Stil gefeiert. Und der Deutsche Olympische Sportbund war mit dem Festival das Sports ein äußerst angenehmer Partner.

Präsidentin Anette Bronder war angetan: „Das waren superschöne Tage." Vor allem gefiel ihr, wie die VfL-Familie wieder ein Stückchen enger zusammenrückte: „Die einzelnen Abteilungen treffen sich doch sonst höchstens bei der Delegierten-Versammlung. Vor allem bin ich aber davon begeistert, wie viele Ehrenamtliche zuverlässig miteinander gearbeitet haben. Da gab es keine Ausfälle."

Manch einer hat jetzt Lust auf mehr bekommen. Vielleicht gibt es ja sogar ohne runden Geburtstag bald einen Nachschlag. „Am Mittwoch werden wir in der Vorstandssitzung darüber nachdenken, wie wir so etwas verstetigen können", sagte VfL-Geschäftsführer Roland Medinger. Anette Bronder gab zu, dass sie vor den VfL-Feiertage daran keinen Gedanken verschwendet hatte, „das aber nach diesem Zuspruch jetzt doch tun wird". Und Andreas Bonhage aus dem VfL-Vorstand sagte kurz und knapp: „Wir kriegen alles hin."

Wenn nur dieser blöde Regen nicht gewesen wäre... Turnerchef Dr. Heinrich Reidelbach war einer von vielen, die sich ausmalten, was am Wochenende alles rund um den Glaspalast hätte los sein können. Beim Konzert der Dicken Fische und von Sandra & Friends waren geschätzte 1200 Besucher an der Bühne, bis sich die Schleusen öffneten. Der harte Kern von etwa 350 Sindelfingern tanzte bis zum Ende durch. Bei der SWR1-Party am Samstagabend werden es wohl zwischen 1500 und 2000 Gäste gewesen sein, die sich ab 22.45 Uhr am grandiosen Feuerwerk erfreuten. Und immer, wenn sich ein Wolkenfenster öffnete, war auch beim Familiensonntag so richtig was los.

Da gab es dann auch eine Menge zu entdecken. Zum Beispiel den Eiskletterturm, den der VfL organisierte und den die Sektion Böblingen des Deutschen Alpenvereins betreute. Allerdings verriet Reinhold Bödi: „Mit Pickel und Steigeisen geht es hier kein Eis, sondern schlagzähes Styropor hinauf." Selbst bei Regen war der Andrang groß, um zehn Meter hohe Wand zu erklimmen.

Die Helfer der Badminton-Abteilung kamen gehörig ins Schwitzen. Die Courts waren aber auch im regensicheren Glaspalast aufgebaut. Thomas Züfle: „Wir haben 40 Schläger dabei. Die wurde uns zeitweise aus den Händen gerissen."

Einen großen Andrang gab es auch bei der Tischtennis-Abteilung. Das Team um den stellvertretenden Jugendleiter Peter Czöppan hatte die Tische im Foyer des Glaspalastes aufgebaut. „Eigentlich sollten wir draußen unseren Stand hinstellen, doch wegen des Regens durften wir kurzfristig in in die Halle", so Peter Czöppan. Vor allem die mobile Geschwindigkeitsanlage fand beim Nachwuchs großen Anklang.

Zahlreiche Besucher wagten sich auch in das Tauchbecken vor dem Glaspalast. Frieren musste man dabei nicht. „Wir hatten das Wasser mit einem Durchlauferhitzer auf 25 Grad erwärmt", sagte Thomas Dannert. Immerhin zwei Anmeldungen für einen Anfängerkurs hatten die VfL-Taucher gestern Abend in der Tasche.

Neben den VfL-Abteilungen durften sich gestern auch zwei SVB-Sparten auf dem Festgelände präsentieren. Neben Hockey waren dies die Fechter - und die kamen unerwartet zu ihrem Einsatz. Sportwartin Lilo Schneider: „Am Mittwoch hatte uns der Deutsche Fechterbund angerufen und gefragt, ob wir das Fechtmobil in Sindelfingen betreuen können. Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen."

Sanitäter statt Oberbürgermeister. Als Stellvertretender Kreisvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes hatte Dr. Bernd Vöhringer Pflasterdienst. „Zum Glück habe ich hier aber nichts zu tun", war er froh, dass es bei aller Sportlichkeit keine ernsthaften Blessuren zu beklagen gab.

Presse | Tauchen | 16.06.2012

Stress und Hektik sind nicht wasserfest

Von unserer Redakteurin Fariba Sattler

Mama und Papa, Freudentränen, Glückwünsche und die Mitgliedschaft in der Tauchabteilung des VfL Sindelfingen: Das alles gab es zur Geburt von Julia Rasic (Bild: Sattler). „Ich bin in den Verein geboren worden", sagt die 29-jährige Abteilungsleiterin. Dabei sagten Schnorchel und Neopren-Anzug dem jüngsten Mitglied damals wenig. Schnuller und Strampler waren eher ihr Metier.

1976 gründeten Freunde, die das gleiche Hobby teilten, die Sparte. Erst war sie bei der Schwimmabteilung angesiedelt. Seit 1977 ist es eine eigene Abteilung. „Mein Vater und mein Patenonkel sind kurz nach der Gründung beigetreten. 1983 kam ich auf die Welt und bin seither Mitglied", sagt Julia Rasic. Damals gab es nicht viele Tauchschulen. Die Abteilung konnte nur durch großzügige Spenden bestehen, denn das Equipment ist nicht billig. Wie der Kompressor, der die Druckluftflaschen füllt. „Viele haben damals ihre Mitgliedsbeiträge gleich für ein paar Jahre im Voraus bezahlt, damit die Abteilung genügend Geld für solche Dinge hatte", sagt Julia Rasic.

Ihr Vater, Martin Geiser, war aktiv im Vorstand. Patenonkel, Heinz Adelberger, auch eine Zeit lang Abteilungsleiter. Aus den 14 Gründern im Jahr 1976 sind 2012 ganze 142 Mitglieder geworden.

Ging es zum Training im Sindelfinger Hallenbad oder zum Tauch-Urlaub an See und Meer, war Julia Rasic mit dabei. 1989 engagierte der Verein den ersten Jugendtrainer. „Die Jugendgruppe bestand damals aus mir und Benjamin Freitag, der heute mein Stellvertreter ist", sagt die 29-Jährige. Richtig Unterwasser ging es erst später. Mit zwölf machte sie ihren Tauchschein, inzwischen bildet sie selbst aus.

Die Faszination an der Welt unter der Wasseroberfläche hat sie nie verloren: „Jedes Mal aufs Neue entdecke ich etwas, dass ich so noch nicht beobachtet habe. Sei es ein besonders schönes Korallenriff, ein Hai oder auch eine kleine Nacktschnecke." Der Alltag, der Stress und die Hektik sind nicht wasserfest und lösen sich auf, wenn Julia Rasic die Luft aus ihrem Jacket lässt und in die Tiefe sinkt: „Dort ist es einfach ruhig und diese Ruhe geht auf den Taucher über."

Mit dem Engagement ihres Vaters war das ähnlich. 20 Jahre war er ehrenamtlich im Vorstand. Julia Rasic wollte sich auch für die Abteilung einsetzen. Erst machte sie die Pressearbeit, schrieb Artikel für das „Taucherli", die Zeitschrift der Abteilung. Der damalige Vorsitzende hörte berufsbedingt auf. Eine Zeit lang stemmte der Vorstand die Arbeit gemeinsam, dann schlug man Julia Rasic den Posten vor: „Alle haben angeboten mich zu unterstützen, also habe ich es gemacht." Seit vier Jahren ist sie nun Abteilungsleiterin.

Eine spannende Aufgabe: „Es ist toll, weil man viel für die Abteilung tun kann. Zum Beispiel unser Programm für die 150-Jahr-Feier des VfL oder für das Stadtjubiläum in 2013." Zu beiden Anlässen hat der Vorstand einen mobilen Taucher-Pool organisiert, in dem die Abteilung Schnuppertauchen anbieten wird. „Zum VfL-Jubiläum präsentieren wir uns mit diesem Angebot am 15. Juli am Glaspalast."

Wer sich für das Hobby interessiert, findet die Sindelfinger Taucher jeden Montag (20.30 bis 22 Uhr) und Mittwoch (19.45 bis 22 Uhr) im Hallenbad. Das Sprungbecken und zwei Bahnen gehören dann den Mitgliedern, die schnorcheln, Apnoe- und mit Flaschen tauchen sowie Unterwasser-Rugby spielen.

„Diese Sportart hat die Abteilung kurz nach der Gründung mitaufgenommen. Fast jeder, der bei uns taucht, spielt auch mit", sagt Julia Rasic. Im letzten Jahr ist die Mannschaft in die Landesliga aufgestiegen.

Zu den Trainingszeiten kann jeder üben, was er will. Etwa 50 Aktive, die regelmäßig üben, zählt die Abteilung. Die Jugendgruppe, inzwischen gibt es drei Trainer und im Schnitt acht Jugendliche zwischen 13 und 14 Jahren, trifft sich gleichzeitig wie die Erwachsenen und die Tauchschüler. Julia Rasic und zwei weitere Lehrer bilden für die Tauchscheine aus.

Es ist eine große Familie, das schätzt die 29-Jährige an der Abteilung: „Mit 150 Mitgliedern ist unsere Sparte nicht groß, aber dafür auch sehr eng verbunden. Manche der Taucherinnen hier, hat mir früher die Windeln gewechselt. Es ist sehr familiär."

Denn viele Abgänge gebe es nicht: „Kaum einer steigt hier nach einem oder zwei Jahren wieder aus. Die meisten sind zwischen zehn und 30 Jahre dabei." So seien die Gründungsmitglieder alle noch im Verein. Das jüngste Mitglied ist derzeit ein Jahr alt. Das älteste 82. Der 82-Jährige kommt jeden Montag und schwimmt zwei Bahnen. Auch Julia Rasic trägt das Hobby weiter. So ist inzwischen auch ihr Ehemann im Verein: „Er hat das Tauchen bei mir gelernt." Kinder hat sie noch nicht: „Sie werden es aber hoffentlich auch machen wollen."

Schmackhaft könnte es die 29-Jährige dem späteren Nachwuchs mit den vielen Urlauben und Wochenendtrips machen. Florida, Kroatien, Jordanien, Spanien, Südfrankreich, Malta, Ägypten, Malediven, Thailand, Indonesien, Malaysia, Philippinen: Die Sindelfinger Taucher machen jedes Jahr mindestens eine große Reise. Dazu kommen viele Wochenenden an Seen. „Dazu verabreden wir uns auch mal spontan über Facebook", sagt Julia Rasic.

Wer Lust bekommen hat, sollte einigermaßen gut schwimmen können, keine Angst vor Wasser sowie keine Lungen- oder Herzkrankheit haben. Fürs Auge gibt es Unterwasser reichlich, doch der Sport halte auch fit, so Julia Rasic: „Allein die Ausrüstung zu tragen, ist ein kleines Fitnessprogramm." Da wird der Taucher ein paar Kalorien los. „Dafür hat man hinterher aber einen Bärenhunger", gesteht Julia Rasic. Den stillen die Taucher dann gemeinsam.

Presse | Tauchen | 24.05.2012

Tauchbecken vor Glaspalast

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Der VfL Sindelfingen wird 150 Jahre alt und der Verein feiert diesen Geburtstag Mitte Juli vier Tage lang. Damit dort alles glatt läuft, hat der VfL sein Organisationsteam von sechs auf zwölf Personen verdoppelt.

An den vier Tagen von Donnerstag, 12. Juli, (offizieller Festakt im Glaspalast) bis Sonntag, 15. Juli, (Familien-Sport-Tag) sind insgesamt 300 freiwillige Helfer im Einsatz. Nicht nur das muss von VfL-Sportmanager Harry Kibele und seinem Team koordiniert werden.

Dennoch freut er sich auf den runden Geburtstag. Auf zwei Veranstaltungen ganz besonders. „Der Festakt ist ein Dankeschön an die verdienten Mitglieder. Da stimmt die Mischung zwischen offiziellem und unterhaltendem Teil", so Harry Kibele. Als Sportmanager hat er aber auch den Familien-Sport-Sonntag im Blick: „Da präsentieren sich fast alle Abteilungen auf dem Festgelände. So etwas hat es bisher noch nicht gegeben. Das ist für den VfL eine ideale Plattform."

Sogar die Tauchsportler sind dabei. Sie bauen vor dem Glaspalast ein acht Meter langes, vier Meter breites und 1,50 Meter tiefes Wasserbassin auf. „Dort können die Besucher mit Badehose und einer Sauerstoffflasche richtig tauchen", so Harry Kibele.

Wem das zu nass ist, kann sich am Spendenlauf rund um das Klingelbrunnenwäldle beteiligen. „Für jede gelaufene Runde spendet unser Sponsor Samsung einen Euro für einen wohltätigen Zweck", so der VfL-Sportmanager.

Boxer und Schwimmer wird man an diesem Wochenende allerdings vergeblich suchen. Aus gutem Grund: Beide Sparten sind bei Meisterschaften im Einsatz. Dafür ist die Hockey-Abteilung vom Nachbar-Verein SV Böblingen beim VfL-Jubiläum dabei. Diese Sportart gibt es in Sindelfingen nicht.

Seit Mai 2011 laufen beim VfL Sindelfingen die Planungen für das Jubiläum. „Anfangs haben wir uns einmal im Monat getroffen, jetzt, in der heißen Phase kommen wir einmal in der Woche zusammen", sagt Harry Kibele. Und das zu zwölft.

Presse | Tauchen | 14.10.2009

Abtauchen, ohne sich zu verstecken

Die beiden haben vieles gemeinsam. Julia Geiser und Benjamin Freitag hatten schon früh Kontakt zum Tauchen beim VfL Sindelfingen, sind dort mittlerweile Tauchlehrer und für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Abteilung zuständig.

Zwei Sportler und eine Leidenschaft: das Tauchen. Dafür setzen sich Julia Geiser und Benjamin Freitag ein. Den Weg zum Tauchen haben beide ihren Vätern zu verdanken. Und da geht es schon los mit den Gemeinsamkeiten, die darin mündeten, dass die 26-Jährige und der 21-Jährige ehrenamtlich für die Tauchabteilung des VfL Sindelfingen tätig sind.

In gleichen Bereichen. Geiser hatte über ihren Vater schon seit frühester Kindheit Kontakt zu den VfL-Tauchern, deren Abteilung im Jahr 1977 gegründet wurde. Den Tauchschein hat sie frühstmöglich, also mit 14 Jahren gemacht. Bei Freitag war es ähnlich. „Ich bin jahrelang im Keller an der Tauchausrüstung meines Vaters vorbei gegangen“, erinnert er sich. Irgendwann packte es ihn, bald setzte er sich die Sauerstoffflasche auf und mit 15 Jahren machte er den Tauchschein.

Mit den Jahren kam die Erfahrung unter Wasser. Für sie stehen bereits 524 Tauchgänge zu Buche, er tauchte 250 Mal in das nasse Element ab. Beide entschieden sich Tauchlehrer zu werden und selbst auszubilden. Er ist es seit April 2008, sie wurde es drei Monate später. Da Geiser und Freitag die Lizenzen verschiedener und der größten Tauchsportverbände erworben haben, kann nun beides angeboten werden. Und die beiden Taucher können ihren Enthusiasmus für den Sport, an dem sie die „Stille unter Wasser“ und ihn die „Schwerelosigkeit“ fasziniert, weitergeben. „Es ist superschön zu sehen, dass die Leute daran Spaß haben“, sagt die Tauchlehrerin über die Ausbildung, die zunächst im Sindelfinger Badezentrum stattfindet und im Bodensee fortgeführt wird.

Genauso sieht es ihr Vereinskamerad, den sie seit 13 Jahren kennt. „Es macht Spaß die Leute auszubilden“, sagt er. Ein Lob für die beiden jungen Tauchlehrer kommt von einem Kollegen. „Sie machen das gut“, sagt Holger Schneider. Der 37-Jährige ist selbst Tauchlehrer beim VfL und damals Ausbilder von Freitag gewesen. Doch mit dem Ablegen der Sauerstoffflasche hört der gemeinsame Einsatz von Julia Geiser und Benjamin Freitag für die Tauchabteilung nicht auf. Die Sindelfingerin und der Neuweiler sind für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der VfL-Taucher zuständig. In diesem Bereich hat sich die Abteilung, zu der auch die Unterwasserrugby-Mannschaft, die Sindelfinger Rugby Ducks, zählt und die insgesamt 140 Mitglieder umfasst, breit aufgestellt. Dank dem Duo. Vor drei Jahren übernahmen die Versicherungskauffrau und der Medizinstudent die Verantwortung für das „Taucherli“, der Mitgliederzeitung der Abteilung. „Ein erstaunliches Feedback“, so Freitag, erhalte man von den Mitgliedern dafür. Dazu müssen für die VfL Vereinsnachrichten die Beiträge verfasst und die Homepage der VfL-Taucher gepflegt werden.

Diese gilt als Plattform für die Mitglieder, ein E-Mail-Verteiler dient zudem als Informationsquelle, etwa für Termine wie Tauchausfahrten. „Es wird immer mehr mit dem Internet, da wollen wir mitziehen und zeigen was wir machen“, erklärt er. Bei so viel Zusammenarbeit für den Verein ist natürlich Harmonie wichtig. „Wir vertragen uns“, merkt Benjamin Freitag grinsend an. „Klar“, bestätigt Julia Geiser und lächelt.

Presse | Tauchen | 27.05.2009

Lehrgang Denkmalgerechtes Tauchen

Die Tauchsportverbände arbeiten im Bereich der Ausbildung bereits seit vielen Jahren mit professionellen Unterwasserarchäologen zusammen.

Was in den Kurssystemen allerdings fehlt, ist ein entsprechender Grundkurs. Denkmale erkennen, richtig betauchen und wiederfinden steht deshalb auf dem Programm des Probelaufes, der am 28./29.6.2003 in Dingelsdorf am Bodensee stattfindet. Neben praktischen Übungen in zwei Tauchgängen wird ein theoretisches Verständnis für die Unterwasserarchäologie erworben. Teilnahmebescheinigung durch VDST und CMAS Germany; Lehrgangsgebührt: € 45.- Info: stephan.siroky@gmx.de;www.museum-unter-wasser.de

Hintergrundinfo zu Probelauf Spezialkurs "Denkmalgerechtes Tauchen" am Bodensee

Noch mehr Denkmalgerechtes Tauchen im VDST!

Wracktauchen! Nach wie vor haben "alte" Schiffe unter Wasser ihren ganz besonderen Reiz und ziehen magisch Taucher an. Ohne Zweifel, die Unterwasserkulisse und event. ein überaus interessanter Bewuchs gepaart mit "dicken" Fischen und riesigen Fischschwärmen machen einen Wracktauchgang zu einem ganz besonderen Erlebnis. Doch wie sieht es mit dem Schutz dieser Kulturgüter unter Wasser aus? Sind wir im VDST darüber ausreichend informiert? Gäbe es da nicht noch den einen oder anderen interessanten neuen Tauchplatz, sogar in Deutschland?

Die professionelle Unterwasserarchäologie steht in Deutschland auf zwei Füßen: am Bodensee beschäftigen sich Taucharchäologen vor allem mit den vorgeschichtlichen "Pfahlbauten", an der Ostsee haben sie vor allem die mittelalterlichen Schiffswracks im Visier. In beiden Fundlandschaften ist ein enger Kontakt mit Sporttauchergruppen längst Tradition geworden. Zudem bietet die Deutsche Gesellschaft für Unterwasserarchäologie (DEGUWA) in Zusammenarbeit mit dem VDST seit einigen Jahren erfolgreich Kurse an.

Bei allem Erfolg dieser Projekte dürfen wir uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass an der Gesamtzahl der aktiven Sporttaucher gemessen, dennoch nur Wenige bewusste Erfahrungen mit Unterwasser - Kulturgut machen. Mit fatalen Folgen nicht nur für den Unterwasser-Denkmalschutz: Viele Unterwasserdenkmale z.B. Wracks historischer Schiffe sind auch Tauchziele, und gehen nicht nur den Denkmalpflegern verloren, sondern zunehmend auch der Sporttaucherei.

Beispiel JURA

Beispiele für Tauchziele, die seit ihrer Entdeckung durch Souvenirjägerei, Unachtsamkeit oder Ankerschäden gelitten haben, sind jedem erfahrenen Taucher bekannt. Umdenken und Handeln hin zu einem vermehrten Schutz der Kulturgüter unter Wasser tut also Not: Sporttaucher müssen im gemeinsamen Interesse verstärkt für die Problematik des Unterwasser-Denkmalschutzes gewonnen werden. Und das heißt, zumindest vom Standpunkt des professionellen Archäologen aus gesehen: Funde melden! Selbstkontrolle durch die Taucher selbst! Und ganz besonders: Weiterbildung in Sachen Archäologie und Denkmalschutz!

Ein verstärkter Gedankenaustausch mit dem Ziel, den für beide Seiten unbefriedigenden Ist-Zustand zu verändern hat auf der boot dieses Jahr begonnen und wird derzeit vertieft zwischen den zuständigen Gremien bei VDST und CMAS Germany einerseits und den zuständigen Landesarchäologen andererseits Die Zielrichtung wird dabei immer klarer: Wir benötigen über den bestehenden DEGUWA Kurs hinaus weitere Angebote, die Sporttauchern Kenntnisse, Techniken und Fähigkeiten in die Hand geben, die sie in letztlich jedem Tauchgang anwenden können. Dazu gehört vor allem, Unterwasser Kulturgut als solches erkennen zu können, aber auch richtige Tauchgangsplanung, Körperhaltung (Tarierung) und nicht zuletzt Ortungstechnik. Solche Kurse können letztlich in jedem Baggersee durchgeführt werden, aber auch im Schwimmbad oder im Urlaubsgewässer. Basiswissen, Quellenkunde, Recht können an einem präparierten oder auch an einem im heimischen oder Urlaubsgewässer vorhandenen Fallbeispiel durchgespielt werden. Eine ganze Reihe entsprechender theoretischer und praktischer Module sind am Bodensee wie an der Ostsee bereits entwickelt und erprobt.

Ebenso wie der Schutz von Unterwasser Kulturgut nicht Sache der staatlichen Behörden alleine sein kann, können nicht nur Unterwasserarchäologen diejenigen sein, die entsprechende Kenntnisse vermitteln. Multiplikatoren müssen auf mittlere Sicht die Tauchausbilder selber sein. Die Tauchverbände verfügen über ein Netz hervorragend ausgebildeter, hoch motivierter und erfahrener Leute, die diese Aufgaben ja auch in anderen Bereichen beispielsweise dem Umweltgerechten Tauchen - sehr erfolgreich übernehmen können. Wenn nun die ersten Lehrgänge am Bodensee, an der Ostsee, eventuell auch in diesem Jahr noch in einem der Urlaubsgewässer stattfinden sollen, gehören die Ausbilder neben dem interessierten Sporttaucher ganz sicher zur Zielgruppe. Auch wird das denkmalgerechte Tauchen erstmalig mit eigenen Folien im neuen offiziellen Lehrfoliensatz des VDST vertreten sein.

Der erste Probelauf wird im Juni 2003 in Dingelsdorf am Überlingersee stattfinden. Vermutlich werden wir ein bislang unter Sporttauchern noch nicht bekanntes Wrack eines kleinen Seglers als "Versuchsobjekt" betauchen. Der Probelauf wird erweisen, ob unser Konzept "Denkmalgerechtes Tauchen" als Modul einer mehrstufigen, an die international gültigen Standards der Nautical Archaeology Society (NAS) angelehnten Lehrgangsabfolge taugt. Ausschreibungsunterlagen findet man in Kürze auf den Internet-Seiten des VDST und CMAS Germany, weitere Info unter Stephan.Siroky@gmx.de.