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Training allgemein
Im Winterhalbjahr (November bis März) findet das Training im Glaspalast sowie in verschiedenen Sporthallen statt.
Im Sommerhalbjahr (April bis Oktober) wird im Floschenstadion trainiert.

Presse | Leichtathletik | 18.07.2014

Ein Medaillen-Satz für Michelchen

Senioren: Sieben Podestplätze für Sindelfinger Starter bei der deutschen Meisterschaft

Von Saskia Drechsel

Gleich zwei Mal durfte Sabine Grissmer in Erfurt ran. Im Diskuswerfen der W45 stellte sie eine neue Saisonbestleistung auf und zeigte eine starke Serie, der weiteste Wurf landete bei 30,97 Metern. Das bedeutete Platz sechs in einem engen Feld. Im Hammerwurf schaffte es Grissmer dann auf das Treppchen.

In einem spannenden Wettkampf musste sie lange zittern, ein weiter dritter Versuch landete nur wenige Zentimeter außerhalb des Sektors. Im vierten Durchgang gelang ein ähnlich weiter Wurf, der auf starke 38,61 Meter flog. Das bedeutete Platz drei und Bronze für Sabine Grissmer.

Ebenfalls den Bronzerang erkämpfte sich Dieter Köhl im Hochsprung der M60. Nach zehn Wochen Trainingspause schaffte es der Hochspringer über die 1,61 Meter.

Ganz oben aufs Treppchen warf sich Gina DeFacendis mit dem Speer. Die Sindelfingerin dominierte in der Altersklasse W55 ihren Wettkampf und siegte mit über drei Metern Vorsprung. Ihr weitester Versuch landete bei 31,54 Metern. Die nächste Bronzemedaille ging an Renate Ansel im Hammerwurf der W40. Ihr Wettkampfgerät landete bei ordentlichen 39,60 Metern.

Ein anspruchsvolles Programm hatte sich Rahel Dengler vorgenommen. Sie trat über alle Sprintdisziplinen an und schaffte es jeweils unter die schnellsten Acht der W45. Im 100-Meter-Vorlauf stellte sie eine neue persönliche Bestleistung auf, auch im Endlauf war sie 13,95 Sekunden schnell und wurde Achte.

Über die 200 Meter gab es im Vorlauf eine Bestleistung (28,67 Sekunden), im Endlauf Platz fünf mit 29,30 Sekunden. Im 400-Meter-Lauf lag Dengler bis kurz vor dem Ziel auf Medaillenkurs, musste sich dann aber mit Platz sechs und 66,32 Sekunden zufrieden geben.

Auch Ernst Litau hatte einen vollen Terminplan. Im 100-Meter-Lauf der M50 wurde er mit 12,45 Sekunden Siebter und stellte seine Bestleistung ein, über die 200 Meter war er 25,99 Sekunden schnell, verpasste aber sein Finale. Auf das 400-Meter-Rennen verzichtete Litau dann, um im Staffellauf, gemeinsam mit Reinhard Michelchen, Kurt Kaschke und Bernhard Grissmer, antreten zu können.

„Mir war klar, dass wir eine Medaille nur zusammen im Staffellauf erreichen können. Als Schnellster der Staffel habe ich mir vorgenommen, alles zu geben. Ich habe versucht, Kurt am Anfang des Wechselraums den Staffelstab abzunehmen und ihn Reinhard am Ende des Wechselraums zu übergeben. Und ohne Training haben unsere Wechsel sogar gepasst“, freut sich Litau über die überraschende Bronzemedaille in 51,89 Sekunden.

Mit einem kompletten Medaillensatz durfte Reinhard Michelchen zurück nach Sindelfingen reisen. Vor der Bronzemedaille mit der Staffel gab es Silber über die 200 Meter in 26,07 Sekunden. Über die 400 Meter klappte es mit der zweiten Sindelfinger Goldmedaille. Michelchen war 59,50 Sekunden schnell und durfte über den deutschen Meistertitel jubeln.

Presse | Leichtathletik | 16.07.2014

Fabian Sterzing lässt sich nicht stoppen

Der Sindelfinger Mittelstreckenläufer trumpft bei der Meisterschaft der Sportregion auf der Stuttgarter Festwiese groß auf

Von Saskia Drechsel

Die jüngeren Jahrgänge waren bei den Meisterschaften erfolgreich zur Stelle. Gleich zwei Sindelfinger standen nach dem 100-Meter-Finale der M14 auf dem Treppchen. Zweiter wurde mit einer Zeit von 12,57 Sekunden Christian Dietrich. Zeitgleich und nur wenige Zentimeter nach Dietrich warf sich Lars Böttinger ins Ziel. Er durfte sich Bronze umhängen lassen.

Überlegen zur Goldmedaille sprang Max Behrendt in die Sandgrube. Im Weitsprung war er nicht zu schlagen, flog über die 6-Meter-Marke und gewann mit 6,03 Metern den Regionalmeistertitel. Trainingskamerad Christian Dietrich wurde mit 4,79 Metern Sechster.

Mit seinem zweiten Platz im Kugelstoßen erweiterte Lars Böttinger seinen Medaillensatz um die Silbermedaille. Er stieß sein vier Kilogramm schweres Wettkampfgerät auf 11,78 Meter. Im Hammerwurf komplettierte er seine Sammlung mit dem Titel und Gold. 31,34 Meter weit flog Böttingers Diskus. Bei der männlichen U18 trat Böttinger im Hammerwurf an und schleuderte das fünf Kilogramm schwere Gerät auf 38,89 Meter. Den zweiten Platz im Speerwurf belegte Adrian Brandmeier mit 35,55 Metern.

In der Jugend M15 ging der Regionalmeistertitel im Hürdenlauf an Aleksandar Gacic, der nach 80 Metern in 11,51 Sekunden das Ziel erreichte. Der Konkurrenz davon lief die 4x100-Meter-Staffel der männlichen U16 in der Besetzung Christian Dietrich, Max Berendt, Aleksandar Gacic und Lars Böttinger. Das VfL-Quartett siegte in 47,30 Sekunden.

Auch die männliche U18 war auf der Festwiese erfolgreich. Zweiter über die halbe Stadionrunde wurde Luis Haidt, der 23,03 Sekunden lief. Auf den Bronzerang kam Joshua Sperrle im 800-Meter-Lauf. Sperrle war 2:09,15 Minuten schnell. Dahinter kam Konrad Schönberger nach 2:14,05 Minuten ins Ziel, dicht gefolgt von Daniel Genger (2:14,24 min). Mehrkämpfer Niklas Burkhardt belegte über die 110-Meter-Hürden-Strecke Platz zwei in 16,66 Sekunden. Im Hochsprung wurde er mit 1,65 Metern Vierter. Leon Bühler war über die Hürden 15,72 Sekunden schnell, im Stabhochsprung übersprang Steffen Mögel die 4 Meter.

Silber in der Altersklasse U20 gab es im Diskuswurf für Lukas Wiesner mit 40,07 Metern. Überlegener Sieger im Speerwurf war Mehrkämpfer Leon Bühler, dem ein Wurf auf 56,20 Meter gelang.

Bei den Männern belegten Moritz Berger (11,11 Sekunden) und Alexander Schif (11,35 Sekunden) über 100 Meter die Plätze vier und fünf. Patrick Saile siegte im 200-Meter-Lauf der Männer mit 22,29 Sekunden, Bronze ging an Alexander Schif (23,43 Sekunden).

Bei den 400 Metern waren Fabian Sterzing und Patrick Oehler ganz vorne. Sterzing lief mit 48,57 Sekunden zum Regionalmeistertitel und zu einer neuen Bestleistung, Oehler war 49,18 Sekunden schnell. Undankbarer Vierter wurde Junior Yannik Frers (50,72 Sekunden). Das Hammerwurffinale der Männer entschied Jens Böttinger für sich. Er kam auf 43,41 Meter. Silber ging an Fabian Hummert (31,72 Meter). Im Speerwurf der Männer war Markus Reichle ganz vorne, der eigentlich im Kugelstoßen zu Hause ist. Am Sonntag warf er den Speer auf 53,02 Meter. Fünfter wurde Fabian Hummert (43,72 Meter).

Bronze im Hürdenlauf der W15 ging an Sophia Traub. Die Sindelfingerin war 13,27 Sekunden schnell. Platz acht im 100-Meter-Finale belegte an Sina Schatz (13,46 Sekunden. Über die 200 Meter wurde es mit 27,42 Sekunden der vierte Platz. Silber über die halbe Stadionrunde gab es für Romy Rudi-sile mit 26,29 Sekunden.

In den Wurfdisziplinen der weiblichen U18 räumte Johanna Beyerle ab. Sie wurde Zweite im Kugelstoßen mit 12,39 Metern. Im Diskuswurf siegte sie mit 44,69 Metern, im Hammerwurf landete das Wettkampfgerät bei 39,79 Metern. Die Medaillensammlung komplett machte ein dritter Platz im Speerwurf mit 34,13 Metern. Auch ihre Schwester Luisa ließ sich bei der Altersklasse U20 nicht lumpen. Gold im Kugelstoßen mit 8,97 Metern, der zweite Titel im Diskuswurf mit 36,39 Metern, Dritte im Hammerwurf mit 26,04 Metern. Im Speerwurf wurde sie mit 31,39 Metern Vierte.

Der Finalsieg über die 100 Meter der Frauen ging an Ida Mayer. Sie war 12,08 Sekunden schnell. Im 200-Meter-Lauf musste Mayer Tamara Seer den Vortritt lassen. Seer gewann mit 24,53 Sekunden Gold, Mayer in einer knappen Entscheidung mit 24,54 Sekunden Silber. Auch über die 400 Meter war Seer nicht zu schlagen und siegte mit 55,44 Sekunden. Bronze ging an Anna Becker mit 59,31 Sekunden. Auch Seniorin Renate Ansel räumte ab. Sie gewann Bronze im Kugelstoßen mit glatten neun Metern. Der Titel im Diskuswurf der Frauen ging mit guten 33,89 Metern an die Sindelfingerin. Ihre zweite Goldmedaille durfte sich Ansel nach einem erfolgreichen Hammerwurf-Wettkampf und erzielten 38,14 Metern umhängen lassen.

Presse | Leichtathletik | 11.07.2014

Dem großen Jubel folgt die Enttäuschung

Der Sindelfinger Kugelstoßer Simon Bayer sieht sich um seine Teilnahme an der U20-Weltmeisterschaft im amerikanischen Eugene betrogen

Von Saskia Drechsel

Vor nicht ganz einem Monat stieß sich der Athlet des VfL Sindelfingen in den Kreis der WM-Kandidaten. Lange hatte der Drehstoßtechniker auf diesen gelungenen Versuch gewartet, in Leipzig konnte er sein großes Talent zeigen. Seine Kugel flog über 18,50 Meter, die geforderte Qualifikationsnorm für die Weltmeisterschaften und noch gut einen Meter weiter.

Seitdem steht die Bestmarke von Simon Bayer bei starken 19,72 Metern. Die Leistung des Kugelstoßers kam scheinbar aus dem Nichts, ist aber Resultat vieler harter Trainingsstunden. „Ich treffe die Kugel einfach das erste Mal und weiß jetzt, wie ich weit stoßen kann“, erklärt sich Bayer das starke Resultat. In den nächsten Wettkämpfen bestätigte er seine Top-Leistung, übertraf noch mehrere Mal die WM-Norm und die 19-Meter-Marke und stabilisierte sich auf dem neuen Niveau.

Eine gute Bewerbung für einen Startplatz bei der Leichtathletik-WM, wären da nicht zwei weitere deutsche Kugelstoßer, die Simon Bayer vor der Nase hat. Patrick Müller vom SC Neubrandenburg konnte in diesem Jahr schon die 20-Meter-Marke deutlich knacken. Henning Prüfer vom SC Potsdam hat eine um 17 Zentimeter bessere Bestleistung im direkten Vergleich mit Bayer vorzuweisen.

Doch allein die Bestweiten sollten keinen Ausschlag für einen WM-Startplatz geben, so war zumindest Simon Bayer informiert worden. Die Junioren-Gala in Mannheim sollte die Entscheidung bringen, wer zur Weltmeisterschaft fährt und wer zu Hause bleiben muss. Und so stand für den Sindelfinger Bayer die Marschroute fest: Nachdem die Norm geschafft war, wollte er viele Wettkämpfe auf konstantem Niveau zeigen und dann in Mannheim zuschlagen und den zweiten Platz holen.

„Mein Ziel war, Henning Prüfer zu schlagen. Natürlich war ich aufgeregt, da es ja immer hieß, Mannheim zählt“, sagt Bayer. Doch davon ließ er sich am Samstag nicht verrückt machen. Auch mit den schlechten Bedingungen kam der VfL-Athlet zurecht. Nach starkem Regen war der Kugelstoßring rutschig, gerade für einen Drehstoßtechniker ein zusätzliches Erschwernis. Erst gegen Ende war der Ring abgetrocknet und ließ weite Stöße zu.

Im letzten Durchgang schaffte Bayer dann auch seinen weitesten Stoß. Auf 19,44 Meter flog die Sechs-Kilogramm-Kugel. Das bedeutete Platz zwei, Prüfer war um fast einen Meter geschlagen, Simon Bayer jubelte. Die WM-Teilnahme schien sicher. „Ich hätte sogar Patrick Müller an diesem Tag schlagen können, denn beide sind gerade nicht in Form“, sagt Bayer.

Nach seinem Triumph von Mannheim kam am Anfang dieser Woche dann die böse Überraschung: Trotz der Niederlage wird Henning Prüfer zu den Weltmeisterschaften fahren, Simon Bayer ist lediglich als Ersatzmann nominiert, falls sich ein Kugelstoßer verletzt, wird der Sindelfinger nachfliegen.

Eine Entscheidung, die Simon Bayer nicht verstehen kann, schließlich galt die Junioren-Gala in Mannheim in den letzten Jahren immer als maßgeblich für die Startplatzverteilung bei internationalen Meisterschaften.

„Wenn Mannheim so an Bedeutung verloren hat, brauchen sie so eine Junioren-Gala gar nicht machen. In den Nominierungsrichtlinien steht, dass sich die Nominierungsentscheidung in den Einzeldisziplinen an den besten Leistungen orientiert. Das ist so nicht eindeutig. Orientiert ist ein schwammiger Ausdruck, der wahrscheinlich bewusst gewählt wurde, damit man Freiheiten hat“, sagt der Sindelfinger.

So entschied sich der Kugelstoß Bundestrainer Gerald Bergmann für seinen ehemaligen Schützling Hennig Prüfer, aufgrund dessen weiteren Saisonbestmarke. Simon Bayer wurde über die Entscheidung nicht benachrichtigt und erfuhr seine Nicht-Nominierung erst über das Online-Portal leichtathletik.de. „Ich habe keine persönliche Nachricht bekommen. So was geht nicht und ist inakzeptabel, so kann mit Athleten nicht umgegangen werden“, ärgert sich Simon Bayer, der indes kein Einzelfall ist.

Auch der Tübinger David Nopper, ebenfalls ein Athlet des württembergischen Leichtathletikverbandes, landete am Wochenende in Mannheim im Hochsprung auf Platz zwei, und darf trotz der geknackten Weltmeisterschafts-Norm und dem Sieg gegen Konkurrent Falk Wendrich nicht mit nach Eugene.

Trotzdem ist die Bundestrainer-Entscheidung bei den Startplätzen im Kugelstoßen doppelt bitter: Der nominierte Hennig Prüfer wird in Eugene nämlich nicht nur im Kugelstoßen antreten, auch im Diskuswurf ist er gesetzt, zu den Weltmeisterschaften wäre der Potsdamer also sowieso gefahren. „In meinem Fall handelt es sich um eine Platzwegnahme durch einen Doppelstarter“, weiß Bayer, der sich um eine große Chance betrogen fühlt.

„Diese internationale Erfahrung, die man bei Weltmeisterschaften macht, kann oft ausschlaggebend für spätere Hochleistungen im Erwachsenenbereich sein. Es gibt viele Athleten, die wegen so was ihre Karriere beendet haben. Und somit ist diese Entscheidung das Gegenteil von Fairness und Förderung der Jugend.“

Aufgeben kommt für den Sindelfinger nun trotzdem nicht infrage. Während seine Altersgenossen nach Eugene reisen, will sich Bayer auf die deutschen Jugendmeisterschaften vorbereiten.

„Mein Ziel ist ganz klar gesetzt: Deutscher Jugendmeister im Kugelstoßen in Wattenscheid. Auch in den nächsten Wochen werde ich meine Form weiter bestätigen und vielleicht klappt es ja mit den 20 Metern auch noch.“

Presse | Leichtathletik | 09.07.2014

Das Pech an der vorletzten Hürde

Die Talente des VfL Sindelfingen starteten am vergangenen Wochenende in Mönchengladbach, Pliezhausen und Dagersheim

Von Hans-Jürgen Burgstahler

Im Block Wurf M14 trat der Schützling von Aleksandra Gacic an. Max Behrendt startete mit 11,95 Metern im Kugelstoßen, lief anschließend 13,02 Sekunden über 80- Meter-Hürden. „Das ist persönliche Bestzeit, aber da er an der vorletzten Hürde fast stürzte, wäre er noch deutlich schneller gewesen“, so Aleksandra Gacic.

Nach 5,83 Metern im Weitsprung und 12,24 Sekunden über 100 Meter wurden die Witterungsbedingungen schlechter, sein Diskus-Wettkampf musste mehrfach unterbrochen werden, letztendlich warf er aus dem Stand 30,53 Meter. In Summe erzielte er 2709 Punkte und erreichte damit den fünften Platz.

Tags zuvor war Aleksandra Gacic bei den württembergischen Mehrkampfmeisterschaften in Pliezhausen im Einsatz. Dort trat ihr Sohn Aleksandar in der Altersklasse M15 im Vierkampf an. Noch geschwächt von einer Erkältung und mit Rückenschmerzen gelang ihm eine Steigerung seiner Qualifikationsleistung.

Nach 1,68 Metern im Hochsprung, 5,18 Metern im Weitsprung, 12,38 Sekunden über 100 Meter und persönlicher Bestleistung von 9,38 Metern im Kugelstoßen standen am Ende 2076 Punkte und Platz elf zu Buche.

Einen sonnigen Sonntag verbrachten die U14-Schüler bei den regionalen Meisterschaften in Dagersheim. Etwas getrübt hingegen die Stimmung von Speedy-Leiterin Birgit Hamann: „Meine Tochter Jaqueline hat sich eine Oberschenkelzerrung zugezogen, mal sehen, ob sie wenigstens werfen kann.“ Sie konnte, der Speer flog auf gute 24,38 Meter und der Diskus auf 18,41 Meter, was in der Altersklasse W12 jeweils zum zweiten Platz reichte. In ihrer Spezialdisziplin 60-Meter-Hürden wurde sie von Vereinskameradin Nina Genger gut vertreten, sie wurde Dritte in 11,66 Sekunden.

Auch bei den gleichaltrigen Jungs gab es einen zweiten Platz im Speerwurf, hier erreichte Valentin Specht 26,65 Meter. Mit seinen Staffelpartnern Julian Seeger, Mark Bachner und Finn Roller durfte er sich noch über eine weitere Medaille freuen. Ihre 42,17 Sekunden über die 4x75 Meter reichten für Rang drei.

Ebenfalls Bronze gewann Kim Bödi, sie warf den Schlagball bei den W13 40 Meter weit. Einen Sahnetag erwischte ihre Trainingspartnerin Susanne Ernst. Zunächst konnte sie sich über 60-Meter-Hürden auf 10,76 Sekunden steigern und den Bronzerang erzielen. Im Weitsprung ging es dank einer deutlichen Verbesserung ihrer bisherigen Bestleistung noch einen Rang nach oben. Trainerin Anna Wiesner: „Damit hat sie die Norm für das WLV-Talentsportfest im Herbst.“

Über 800 Meter hatte Mark Bachner die Norm bereits erfüllt, bei den schwülen Bedingungen ließ er es bei 2,35,44 Minuten bewenden und sicherte sich klar Rang zwei.

Fast zum Ende der Veranstaltung gab es dann den ersten Sieg für den VfL-Nachwuchs. Pia Kohler setzte sich über 800 Meter der W12 sofort an die Spitze, baute den Vorsprung kontinuierlich aus und lief schließlich nach 2:41,34 Minuten als Erste durchs Ziel.

Presse | Leichtathletik | 07.07.2014

Zehn Medaillen für den VfL Sindelfingen

Trotz einiger Ausfälle gab es bei den Süddeutschen Meisterschaften in Regensburg eine Reihe starker Leistungen / Vor allem die Sprinter überzeugen

Von Saskia Drechsel

Zahlreiche Ausfälle musste der VfL Sindelfingen bei den süddeutschen Meisterschaften verkraften. In Regensburg zeigte der VfL aber starke Leistungen. Zehn Medaillen gingen auf das Konto der Blau-Weißen.

Gerade die Sprinter des VfL Sindelfingen profitierten am ersten Tag von den erstklassigen Bedingungen. Starker, aber dennoch gültiger Rückenwind trug zu schnellen Zeiten bei. Und so zündeten sowohl die Männer und Frauen, als auch Deniz Almas, im U-18-Feld am Start, den Turbo.

Mit einem überlegenen Sieg im dritten Vorlauf startete Almas in den 100-Meter-Wettkampf. Für ihn blieb die Stoppuhr bei 11,00 Sekunden stehen, nur zwei Athleten waren im Vorlauf stärker. Seinen Zwischenlauf entschied Almas in 10,94 Sekunden für sich. In einem engen Rennen warf sich der Sindelfinger im Finale als Zweiter ins Ziel. Er war starke 10,82 Sekunden schnell und durfte sich über den süddeutschen Vizemeistertitel sowie eine neue persönliche Bestzeit freuen.

Am Sonntag ging es für Deniz Almas über die 200-Meter-Strecke weiter. Mit einem schnellen Vorlauf und der Einstellung seiner persönlichen Bestleistung von 22,50 Sekunden lief er sich ins Finale. Dort sicherte er sich die Silbermedaille in 22,64 Sekunden. Zwei Mal Silber, ein großer Erfolg für den Nachwuchs-Mann. „Damit hätte ich nie gerechnet, ich hatte nur mit den Medaillenrängen geliebäugelt“, sagte Almas. Auch Ida Mayer zog in das 100-Meter-Finale ein. Mit 12,12 Sekunden qualifizierte sie sich für den Endlauf. Für Janina Dums war mit 12,52 Sekunden der Wettkampf nach dem Vorlauf beendet. Im Endlauf war Mayer dann so schnell wie noch nie in dieser Saison und unterbot erstmals die 12-Sekunden-Marke. Mit 11,93 Sekunden landete sie auf dem fünften Rang.

Bei den Männern ging es nach einem starken Vorlauf für Benjamin Bartel (10,95 s), Romed Guischard (10,67 s), Carsten Theurer (10,76 s) und Patrick Saile (10,77 s) weiter mit dem Zwischenlauf. Johannes Wiesner musste mit Wadenproblemen austrudeln lassen, Moritz Berger blieb mit 11,08 Sekunden im Vorlauf hängen. Für Romed Guischard reichte es schließlich, nachdem er im Zwischenlauf Bestleistung gelaufen war und sich die Norm für die deutschen Meisterschaften in Ulm gesichert hatte für den Einzug ins Finale. Dort lief er mit 10,63 Sekunden auf den fünften Platz. Für die Krönung des Tages sorgten die Sprinter, die allesamt eine neue Bestleistung hatten aufstellen können, schließlich mit ihrem Auftritt in der 4x100-Meter-Staffel. Benjamin Bartel, Romed Guischard, Patrick Saile und Carsten Theurer hatten gegen die starke LG Friedberg-Fauerbach die Nase vorne. Theurer ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen und schmiss sich nach 41,01 Sekunden über die Ziellinie. Damit konnten die Sindelfinger ihren Triumph vom Vorjahr wiederholen und holten sich erneut den süddeutschen Meistertitel.

Am Sonntag waren die VfL-Männer über die 200 und die 400 Meter unterwegs. Patrick Saile zog ins 200-Meter-Finale ein und wurde mit 22,18 Sekunden starker Fünfter. Manuel Ilg positionierte sich im 400-Meter-Feld mit 48,27 Sekunden auf dem fünften Rang. Fabian Sterzing wurde in 48,96 Sekunden Siebter. Platz zehn ging an Alexander Schif in 49,63 Sekunden.

Eine neue Bestzeit stellte Nico Hamann über die 110-Meter-Hürden auf. Er war nach 15,47 Sekunden im Ziel, verpasste aber die Qualifikation für den Endlauf. Zum zweiten Mal an der Reihe war der Mehrkämpfer im Stabhochsprung. Dort hatte er unter dem strömenden Gewitterregen zu leiden, blieb mit überquerten 3,90 Metern unter seinen Möglichkeiten und belegte Platz sechs.

Im 100-Meter-Vorlauf der weiblichen U18 war Romy Rudisile 12,96 Sekunden schnell. Über die 200-Meter-Strecke lief sie 26,76 Sekunden. Auch Ida Mayer trat im 200-Meter-Lauf an und schied im Finale mit einem Fehlstart aus. Den elften Platz im 1500-Meter-Lauf belegte Johannes Bergdolt mit einer Zeit von 3:58,13 Minuten. Am Sonntag sorgte Johanna Beyerle im Diskuswurf der U18 für den Bronzerang mit 43,54 Metern, hatte aber im Wettkampf ihre Schwierigkeiten und rettete sich im letzten Versuch auf das Treppchen. Im Kugelstoßen dann belegte Beyerle mit 12,05 Metern den zehnten Platz.

Eric Bundschuh gewann gleich zwei Titel. Der Werfer trat im Diskuswurf der männlichen U18 an und siegte überlegen mit 56,06 Metern. Im Kugelstoßen sicherte er sich seinen zweiten süddeutschen Meistertitel mit 18,51 Metern. Gleich drei Sindelfinger sorgten im Kugelstoßen der Männer für starke Weiten. Tobias Dahm siegte mit 19,09 Metern. Zweiter wurde überraschend der Jugendliche Simon Bayer mit einer starken Weite von 17,17 Metern. Sechster wurde Markus Reichle mit 15,64 Metern.

Tobias Dahm war mit seinem Einsatz in Regensburg weniger zufrieden. „Das war nicht berauschend. Ich hoffe, dass in Ulm eine Zwanzig vor dem Komma steht, dann werde ich für die Europameisterschaften vorgeschlagen, sagt zumindest der Bundestrainer“, sagt Dahm. Über die 800-Meter-Strecke der Frauen wurde Anna Becker in 2:14,97 Minuten Fünfte.

Im Dreisprung der Männer ging Matthias Uhrig an den Start. Er hatte die Norm für die EM in Zürich im Auge, kam aber nicht über die 16-Meter-Marke hinaus. Bei 15,97 Metern wurde Uhrigs bester Versuch gemessen. Damit flog er auf den Silberrang.

Fabian Sterzing, Alexander Schif, Yannik Frers und Manuel Ilg waren mit der 4x400-Meter-Staffel schnell unterwegs, verpassten allerdings den Meistertitel knapp. Mit 3:16,03 Minuten gewann das Quartett aus Sindelfingen Silber.

Presse | Leichtathletik | 30.06.2014

Vier schnelle Frauen sind nicht zu stoppen

Bei den baden-württembergischen Meisterschaften im Heilbronner Frankenstadion gewinnen die Starter des VfL Sindelfingen viele Medaillen

Von Saskia Drechsel

Den baden-württembergischen Meistertitel gewann Fabian Schulze. Er sprang im Frankenstadion am Höchsten und überflog 5,20 Meter. Florian Gaul hatte im Wettkampf Probleme mit den schlechten Bedingungen. Regen und ein böiger Wind machten dem Stabhochspringer das Leben schwer. Gaul konnte nur seine Anfangshöhe von 4,80 Metern im dritten Durchgang überspringen. Auf einen vierten Rang über die 5000 Meter lief Katharina Becker in 18:11,02 Minuten.

Gleich drei Medaillen durfte sich Tamara Seer umhängen lassen. Über die 400-Meter-Strecke lief nur Daniela Ferenz schneller, dahinter reihte sich Seer in 56,01 Sekunden ein. Eine weitere Silbermedaille kam über die 100-Meter-Strecke dazu. Im Zeitvorlauf war Seer 11,98 Sekunden schnell gewesen, im Finale reichten 12,04 Sekunden für den Vizemeistertitel. „Das war nicht so mein Tag, bei den Bedingungen ist es mir sehr schwer gefallen“, sagt Seer. Ida Mayer kam in 12,35 Sekunden auf den fünften Platz. Zur Bestleistung lief im 800-Meter-Lauf der Frauen Anna Becker. 2:14,38 Minuten reichten auf Rang acht.

Den Diskuswurf der Männer entschied Artur Hoppe für sich. Eigentlich als Kugelstoßer bekannt, doch gelernter Diskuswerfer, trumpft Hoppe des Öfteren mit seinen Diskuswurf-Fähigkeiten auf. So auch in Heilbronn, wo er sein Wettkampfgerät 54,18 Meter weit schleuderte und Gold holte.

Im Kugelstoßen musste er sich allerdings hinter Trainingskamerad Tobias Dahm mit Rang zwei begnügen. Dahm hatte bereits am Freitag in Schönebeck mit 19,38 Metern überzeugt, in Heilbronn kam er auf 18,98 Meter und siegte vor Hoppe, der 18,28 Meter weit stieß. Rang vier ging an Markus Reichle mit 15,77 Metern. Allesamt hatten die Kugelstoßer unter dem gefluteten Ring zu leiden.

Den Vizemeistertitel über die 400-Meter-Hürden erlief sich Yannik Frers. Er benötigte für die mit Hürden gespickte Stadionrunde 54,91 Sekunden, stellte eine neue Bestleistung auf und gewann Silber.

Gleich zwei blau-weiße Athleten durften nach dem 400-Meter-Lauf aufs Podest steigen. Manuel Ilg und Fabian Sterzing lieferten sich mit dem Tübinger Luca Randazzo ein heißes Rennen. Ilg siegte mit deutlichem Vorsprung in 48,11 Sekunden, dahinter gewann Randazzo Silber, Fabian Sterzing lief in neuer Bestleistung auf den Bronzerang und war 48,93 Sekunden schnell. „Durch den Regen war alles etwas langsamer, aber ich bin gut drauf und brauche einfach mal ein schnelles Rennen“, sagt Manuel Ilg. Auf der 200-Meter-Strecke durfte er sich am nächsten Tag die Silbermedaille umhängen lassen. Ilg lief 22,02 Sekunden und siegte knapp gegen Patrick Saile, der 22,15 Sekunden schnell war.

Drei Athleten im blau-weißen Trikot standen im 100-Meter-Finale in den Startblöcken. Platz sechs bis acht gingen an den VfL Sindelfingen. Romed Guischard war im vereinsinternen Duell der Schnellste und wurde in 10,88 Sekunden Sechster, es folgten Patrick Saile mit 11,04 Sekunden und Carsten Theurer mit 11,65 Sekunden. Gemeinsam mit Benjamin Bartel trat das VfL-Quartett auch in der 4x100-Meter-Staffel an und sicherte sich in Saisonbestleistung von 41,31 Sekunden Bronze.

Überlegen zu Gold sprinteten die Sindelfinger Staffelfrauen. Sabrina Lindenmayer, Ida Mayer, Tamara Seer und Schlussläuferin Nadine Hildebrand waren nicht zu schlagen und rannten mit 45,13 Sekunden auf den ersten Platz der deutschen Jahresbestenliste. „Alle Wechsel waren gut und fast ausgereizt. Für die deutschen Meisterschaften in Ulm haben wir uns eine Medaille vorgenommen, aber sind auf keinen Fall die Favoriten“, sagt Hildebrand. Ein zweites Mal Gold gab es für Sabrina Lindenmayer. Sie dominierte die 100-Meter-Hürden-Strecke und verteidigte in 13,81 Sekunden ihren Titel. „Heute ging es mir darum den Titel zu verteidigen und zwei Mal Gold für zwei Starts ist toll“, so Lindenmayer.

Eigentlich für seine Stärke auf längeren Distanzen bekannt, versuchte sich Johannes Bergdolt am Samstag über die 800-Meter-Strecke und belegte bei den Männern in 1:57,71 Minuten den zwölften Platz. Am Sonntag dann stand der 1500-Meter-Lauf mit gleich zwei Sindelfingern im Feld an. Patrick Oehler tat sich im starken Feld schwer und musste sich mit Platz vier in 3:52,91 Minuten zufrieden geben. „Taktisch bin ich wie ein Anfänger gelaufen, aber die Zeit ist in Ordnung“, sagt Oehler. Platz neun in 3:55,53 ging an Johannes Bergdolt. Zum wiederholten Mal hatte Matthias Uhrig bei den Landesmeisterschaften kein Glück. Der Dreispringer hatte sich in den letzten Jahren zwei Mal Verletzungen zugezogen, am Sonntag musste er aufgrund starker Wadenkrämpfe aufgeben. Zeitgleich scheiterte Stabhochspringerin Martina Schultze drei Mal an ihrer Anfangshöhe von 4,20 Metern und verpasste den Landesmeistertitel. Zum Abschluss der Meisterschaften sorgte das 4x400-Meter-Quartett für ein versöhnliches Ende. In 3:16,89 Minuten siegten Manuel Ilg, Fabian Sterzing, Patrick Oehler und Alexander Schif überlegen. „Wir haben mit deutlichem Vorsprung gewonnen“, sagt Staffelkoordinator Bernd Koschka.

Presse | Leichtathletik | 23.06.2014

Hildebrand schnell wie nie

Platz zwei für die Sindelfingerin bei TEAM-EM

Nadine Hildebrand schaute nach ihrem Lauf über die 100 Meter-Hürden bei der Team-Europameisterschaft gespannt Richtung Anzeigetafel – und als ihre Zeit mit Rang zwei aufleuchtete, jubelte sie ausgelassen. 12,80 Sekunden – das hatte sie nicht erwartet. „Den Lauf in Hengelo zuletzt hatte ich in den Sand gesetzt. Danach haben wir sehr gut trainiert. Dass es zu diesem Saisonzeitpunkt schon eine Bestleistung wird, damit habe ich aber nicht gerechnet“, sagte die Sprinterin vom VfL Sindelfingen. Den Start erwischte sie perfekt, traf die erste Hürde optimal und kam dann richtig gut ins Rollen. „Eine starke erste Hürde gibt dir Schub und treibt dich nach vorne. Dazu wurde das Publikum immer lauter.“ Die Deutsche musste sich nur der schnellen Französin Cindy Billaud (12,66 sec) geschlagen geben und landete damit auf dem erhofften zweiten Platz. Für gute Zeiten in diesem Lauf war auch der Wind verantwortlich, 1,8 Meter pro Sekunde Rückenwind gab es in Braunschweig selten.

Presse | Leichtathletik | 20.06.2014

Mit einem Stoß in neuen Sphären

Der Sindelfinger Kugelstoßer Simon Bayer befördert die Kugel in Leipzig auf 19,72 Meter / Damit ist er ein heißer Kandidat für die Jugend-WM in den USA

Von Saskia Drechsel

Simon Bayer hat sich vergangene Woche in neue Sphären gestoßen. Der Kugelstoßer des VfL Sindelfingen hat seine Bestleistung in Leipzig um einen guten Meter gesteigert und ist jetzt ein heißer Kandidat für die Jugend-Weltmeisterschaften, die im Juli in Eugene (USA) ausgetragen werden.

Als Simon Bayer nach seinem gelungenen Versuch aus dem Ring stieg, war er vollkommen überrascht, so weit war seine Kugel noch nie geflogen. Dann wurden 19,72 Meter gemessen und der Jubel kannte keine Grenzen. Denn: Auf eine Weite über 18,50 Meter hatte Simon Bayer gehofft, mit der 19-Meter-Marke geliebäugelt. Doch nun kratzt der 18-Jährige sogar schon an den zwanzig Metern. „Mein Wettkampf lief völlig überraschend. Ich wusste, dass ich viel drauf habe, aber dass es gleich so weit geht, hätte keiner gedacht“, sagt Bayer.

Und neben der eigenen Bestleistung stellte Simon Bayer noch einen weiteren Rekord auf. Noch kein Jugendlicher vor ihm hat in Württemberg so weit gestoßen. Den alten WLV-Rekord von Tobias Hepperle pulverisierte Bayer um mehr als einen halben Meter. Und auch die WM-Norm war nach dem weiten Stoß kein Problem mehr. Die 18,50 Meter hat der Kugelstoßer schließlich mehr als deutlich geknackt.

Doch trotz der starken Leistung – ein WM-Platz ist Simon Bayer noch keineswegs sicher. „Meine Chancen stehen 50:50“, weiß auch der Sindelfinger. Schließlich dürfen nur zwei deutsche Kugelstoßer mit nach Eugene. Patrick Müller scheint mit starken Leistungen seinen Platz in der deutschen Auswahl nahezu sicher zu haben. Dahinter konkurrieren Simon Bayer und Henning Prüfer um die zweite Fahrkarte. „Seit Leipzig liege ich vor Henning, der zwar eigentlich ein Diskuswerfer ist, aber Chancen auf einen Doppelstart hat“, sagt Simon Bayer, der aktuell auf Platz zwei in der deutschen Bestenliste liegt. In der Jugend-Weltjahresbestenliste liegt er auf einem sensationellen fünften Rang.

Bald wird die endgültige Entscheidung fallen, wer Deutschland im Kugelstoßen vertreten wird. Der alles entscheidende Auswahlwettkampf findet am 5. Juli in Mannheim statt, zwei Tage später wird der deutsche Leichtathletikverband endgültige entscheiden. Deswegen stehen für Simon Bayer die nächsten Saisonziele schon fest. „Ich will meine Weite bestätigen und vor allem in Mannheim den zweiten Platz machen. Die zwanzig Meter könnten rein körperlich drin sein, doch technisch ist es wirklich sehr schwer das Optimum rauszuholen, da man bei der Drehstoßtechnik viele Sachen beachten muss.“

Doch schon jetzt ist Bayer von seinem Saisonverlauf mehr als angetan. Zumal er in der Hallensaison noch des Öfteren unzufrieden aus den Wettkämpfen gegangen war, besonders an der Konstanz galt es noch zu arbeiten. Doch vor einem halben Jahr war die Saison für den Sindelfinger auch noch sehr anstrengend.

Simon Bayer war in der heißen Abitur-Phase, den Kopf frei für den Leistungssport zu haben war schwer. Nun ist alles anders: „Ich habe keine Schule mehr, mein Abitur in der Tasche und kann mich voll und ganz auf das Training konzentrieren. Das Zusammenspiel mit meinen Trainern ist besser geworden und ich versuche nicht nur körperlich zu trainieren, sondern auch die Bewegungen im Kopf durchzugehen“, sagt der 18-Jährige.

Seitdem hat Simon Bayer erhebliche Fortschritte gemacht. Gerade in der technischen Ausbildung hat er diese Entwicklung gleich zwei Trainern zu verdanken. In Stuttgart wird er von Peter Salzer betreut, immer wieder macht Simon Bayer aber auch Ausflüge nach Chemnitz, um unter Rolf Österreich zu trainieren. Der ehemalige Weltrekordhalter im Kugelstoßen kann Drehstoßer Bayer besonders weiterhelfen. „Er gibt mir viele Tipps was den Drehstoß angeht und weiß genau von was er redet. Beide Trainer ergänzen sich perfekt“, sagt Simon Bayer, der nun darauf baut, dass sich diese Arbeit auch auszahlt. Er hofft auf eine Fahrkarte zur WM und will sich in Eugene einen großen Traum erfüllen: den ersten Einsatz für die deutsche Nationalmannschaft und das gleich bei einer Weltmeisterschaft.

Presse | Leichtathletik | 10.06.2014

Simon Bayer staunt über sich selbst

Norm für die U20-WM geschafft - VfL Sindelfingen mit guten Leistungen beim Werfertag

Ungläubig schaute Simon Bayer (VfL Sindelfingen) beim LAZ-Werfertag in Leipzig auf die Anzeigetafel. Da standen nach dem ersten Versuch wirklich 19,72 Meter. "Ich kann es immer noch nicht glauben", rang der U20-Kugelstoßer nach seinem starken Wettkampf nach Worten. Seine bisherige Bestleistung stand bei 18,40 Metern, die er erst vor wenigen Tagen beim Meeting in Bönnigheim aufgestellt hatte.

"Mit meiner Technik kann es oft passieren, dass noch ein Meter hinzukommt", sagte der 18-Jährige, der mit der Drehstoßtechnik auf Weitenjagd geht. Im Training hätte sich die Weite in dem Maße noch nicht angekündigt. "Die 19-Meter-Marke ist dort ab und zu gefallen, aber so weit ist es bisher noch nie gegangen." Einen besonderen Dank richtete er sogleich an sein Trainergespann Peter Salzer und Rolf Österreich, die ihn gut in Form gebracht haben. Mit der Weite knackte er zugleich die U20-WM-Norm, die bei 18,50 Metern steht.

Im Männerwettbewerb belegte Bayers Vereinskamerad Tobias Dahm hinter Christian Jagusch (SC Neubrandenburg/19,74) mit neuer Saisonbestleistung von 19,46 Metern den zweiten Platz. "In den Durchgängen wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen. Ich habe die Kugel nie richtig getroffen", resümierte der amtierende deutsche Vizemeister, der mit seiner Leistung nur bedingt zufrieden war.

"Nicht so brillant", meinte auch Hürdensprinterin Nadine Hildebrand (VfL Sindelfingen) nach ihren 13,11 Sekunden und Platz acht beim Meeting im niederländischen Hegolo am Sonntag. Wie bei ihren 12,93 Sekunden in der Woche zuvor in Weinheim war sie getapt. "Zur Vorsicht, es gibt Probleme in der Kniekehle", erklärte die deutsche Meisterin, die die Norm für Zürich bereits abgehakt hat und eine Zeit unter 12,85 Sekunden anstrebt.

Presse | Leichtathletik | 04.06.2014

Hildebrand löst ihr EM-Ticket

Die Sindelfinger Hürdensprinterin nutzt die schnelle Bahn beim Sportfest in Weinheim

Von Saskia Drechsel

Für einen Knaller sorgte Hürdensprinterin Nadine Hildebrand. In ihrem ersten Wettkampf in der Spezialdisziplin gab es einen starken Einstand. So schnell war Hildebrand noch nie in die Saison gestartet. Im Vorlauf auf der schnellen Weinheimer Bahn setzte sich die Sindelfingerin gegen Pamela Dutkiewicz durch und siegte überlegen in 13,04 Sekunden. Im Finale setzte Nadine Hildebrand noch einmal etwas drauf und konnte sich deutlich steigern. Nach schnellen 12,93 Sekunden stürmte sie ins Ziel und knackte bereits auf Anhieb die Qualifikationsnorm für die Europameisterschaften.

„Ich hatte natürlich gehofft, die Norm zu laufen, allerdings dachte ich eher an knappe 13 Sekunden“, sagt Hildebrand, die nun schon zu Saisonbeginn nicht mehr weit weg ist von ihrer Bestleistung aus dem letzten Jahr. „Ich bin sehr erleichtert, dass ich die Norm jetzt schon habe und nicht mehr hinterher rennen muss. Sabrina Lindenmayer steigerte im Finale ihre Bestleistung auf 13,43 Sekunden und wurde Vierte. Eva Baur siegte in Weinheim im B-Finale über die 100 Meter und war 11,69 Sekunden schnell.

Eine Bestleistung stellte Tamara Seer auf. Sie sprintete nach 11,78 Sekunden ins Ziel und knackte ihre nunmehr schon drei Jahre alte Bestmarke. Über die 200-Meter-Strecke steigerte sich Seer nach dem Wettkampf in Bönnigheim noch einmal deutlich und war 22,01 Sekunden schnell.

Auch die Männer waren schnell unterwegs. Ins 100-Meter-C-Finale lief Junior Johannes Wiesner und war als Dritter 10,75 Sekunden schnell. Romed Guischard verpasste mit seinen 10,84 Sekunden aus dem Vorlauf das Finale knapp. Benjamin Bartel (10,98) und Carsten Theurer (10,83) steigerten ihre Bestleistungen.

Siegreich war die 4x100-Meter-Staffel der Blau-Weißen. Moritz Berger, Johannes Wiesner, Benjamin Bartel und Romed Guischard liefen 41,11 Sekunden schnell. Fabian Sterzing belegte über die 400 Meter den siebten Platz in 49,57 Sekunden.

Ein spannendes Rennen war das 100-Meter-Finale der männlichen Jugend U20. Mittendrin der Sindelfinger Sebastian Neumann, der sich mit seinen 10,79 Sekunden vom Vorlauf qualifiziert hatte. Nach seinem Rekord-Sprint bei den baden-württembergischen Meisterschaften am letzten Wochenende drehte Neumann erneut voll auf. Seite an Seite mit den deutschen Spitzenleuten steigerte sich Neumann auf 10,61 Sekunden und landete mit seiner Zeit nur einen Hauch hinter der weiteren Konkurrenz auf dem sechsten Platz. Außerdem trat Neumann mit der zweiten deutschen Staffel an und trug das Staffelholz als Schlussmann nach 40,85 Sekunden ins Ziel. „Das waren alles super Läufe und ich konnte meine Form bestätigen“, sagt Neumann, der in dieser Woche zu einem Lehrgang der deutschen Nationalstaffel in Regensburg eingeladen ist. Schnell unterwegs war auch die Sindelfinger Frauenstaffel. Sabrina Lindenmayer, Tamara Seer, Eva Baur und Janina Dums sprinteten in 45,99 Sekunden ins Ziel.

Beim Sportfest in Stuttgart war U14-Mann Max Behrendt über die 100 Meter 11,97 Sekunden schnell, im Weitsprung siegte er mit starken 5,88 Metern. Deniz Almas lief über die 200 Meter zum Sieg in 22,50 Sekunden, Carsten Theurer sprintete im 100-Meter-Finale mit 10,91 Sekunden auf Platz zwei, Dritter wurde Romed Guischard (10,97). Silber gab es über die 200 Meter der Männer für Benjamin Bartel (22,57), Bronze für Bastian Mayer (23,55). Platz drei über 100 Meter sicherte sich Romy Rudisile (12,93 s). Das 100-Meter-Finale der Frauen dominierte Tamara Seer (12,10), Zweite wurde sie über die 200 Meter (24,38).

Nach Kreuzlingen reiste Eric Bundschuh und siegte dort vier Mal. Eine neue Bestleistung gab es im Kugelstoßen der U18 mit 18,65 Metern. In Rechberghausen stieß Tobias Dahm seine Kugel 18,61 Meter weit, Artur Hoppe kam auf 18,12 Meter. Simon Bayer versuchte sich ebenfalls mit der Männerkugel und erzielte beachtliche 16,16 Meter. Im Stabhochsprungwettkampf der Männer flog Florian Gaul über 5,15 Meter. Fabian Schulze erzielte 5,05 Meter. Bei den Frauen überquerte Joana Kraft 4,20 Meter.

Presse | Leichtathletik | 02.06.2014

Blau-Weiße zeigen sich in guter Form

Die Akteure des VfL Sindelfingen feierten am verlängerten Wochenende einige Erfolge

Von Saskia Drechsel

Ein verlängertes Wochenende voller Wettkämpfe haben die Leichtathleten des VfL Sindelfingen hinter sich gebracht. Aus dem Lager der Blau-Weißen gibt es viele Erfolgsmeldungen zu verzeichnen.

Bereits am Mittwoch reiste Johannes Bergdolt nach Koblenz zum sogenannten „Mini-Internationalen“, um eine schnelle Zeit zu laufen. Über die 5000-Meter-Strecke waren mehr als 100 Läufer am Start, Johannes Bergdolt zeigte in der starken Konkurrenz einen guten Lauf und schaffte es in der Gesamtwertung auf den 26. Platz. Nach 14:24,22 Minuten stürmte er ins Ziel und pulverisierte seine Bestleistung um mehr als eine halbe Minute. Mit dieser Leistung sicherte sich Junioren-Athlet Bergdolt seine erste Norm für die deutschen Meisterschaften der Aktiven im Juli in Ulm.

Zwei Sindelfinger Athleten traten bei den deutschen Hochschulmeisterschaften in Kassel an. Anna Becker setzte sich über die 800-Meter-Strecke durch und konnte über die Goldmedaille jubeln. Becker spurtete in 2:17,14 Minuten ins Ziel und darf sich nun deutsche Hochschulmeisterin nennen. Joachim Krauth wagte nach einer langen Verletzungspause wieder einen Einstieg in ein schnelles Wettkampfrennen. Er ging für die Universität Stuttgart über die 1500 Meter an den Start. Mit guten 4:01,78 Minuten erkämpfte sich Krauth Platz fünf.

Bei den baden-württembergischen Staffelmeisterschaften in Müllheim schickte der VfL Sindelfingen eine Männer- und eine Jugendstaffel ins Rennen. Im 3 x 1000-Meter-Lauf der Männer traten Simon Dörflinger, Martin Diebold und Jonas Kolzau für die Blau-Weißen an. Hinter dem gut besetzten Trio aus Friedrichshafen reichte es für den zweiten Platz. 7:46,09 Minuten war das VfL-Trio schnell. Auf den vierten Platz bei der männlichen Jugend U20 liefen Joshua Sperrle, Konrad Schönberger und Tobias Kocholl. Sie benötigten 8:24,07 Minuten für die 3 x 1000-Meter-Strecke.

Das Bönnigheimer Sportfest an Himmelfahrt war für viele Sindelfinger ein voller Erfolg. Am Donnerstag stieg Simon Bayer in den Kugelstoßring und wuchtete sein Wettkampfgerät so weit, wie noch nie. Mit 18,40 Metern schrammte der 18-Jährige denkbar knapp an der Norm für die Leichtathletik-WM der Jugendlichen, die im Juli in Eugene (USA) stattfindet, vorbei. Seinen Wettkampf gewann Bayer mit deutlichem Vorsprung, doch wäre die Kugel nur zehn Zentimeter weiter geflogen, hätte der Sindelfinger die Qualifikationsnorm geknackt. „Mein Ziel ist ganz klar in die Auswahl für die WM zu kommen. Mit 18,50 Metern wäre ich qualifiziert. Bei der starken Konkurrenz in Deutschland werde ich aber wohl weiter stoßen müssen“, weiß Simon Bayer. Deswegen peilt er sogar die 19-Meter-Marke an.

Ebenfalls erfolgreich war in Bönnigheim Joana Kraft. Die Stabhochspringerin wurde in einem langgezogenen Wettkampf Dritte hinter Katharina Bauer und Silke Spiegelburg. Zum Saisoneinstieg machte sie es zuerst spannend und schaffte erst im dritten Versuch die 4,05 Meter. Schließlich überquerte die Sindelfingerin 4,35 Meter und knüpfte damit nahtlos an ihre erfolgreiche Hallensaison an. Victoria von Eynatten dagegen hatte mit den langen Wartezeiten zwischen den Sprüngen ihre Probleme und schaffte lediglich einen gültigen Versuch über die 3,90 Meter. Für die beiden Sindelfinger im Männerwettbewerb lief es nicht besser: Bei Florian Gaul war nach 5,15 Metern Schluss, Fabian Schulze schaffte 5,05 Meter.

Überlegen siegte im Kugelstoßen der Sindelfinger Tobias Dahm vor seinem Trainingskameraden Markus Reichle. Nach einer Verletzung am Zeigefinger der Stoßhand hat Dahm noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen und erzielte 18,76 Meter. Reichle hofft nach seinen 16,17 Metern bald auf größere Weiten, im Training gab es zuletzt wieder Fortschritte in der Stoßtechnik zu verzeichnen.

Schnell unterwegs war Tamara Seer. Sie siegte über die 100 Meter in 11,89 Sekunden und über die 200 Meter in 24,21 Sekunden. Silber gewann sie über 400 Meter in 55,94 Sekunden. Bei der männlichen U18 wurde Nico Hamann über die 110-Meter-Hürden-Strecke Dritter in 15,68 Sekunden, im Stabhochsprung reichte es für Platz zwei mit 3,90 Metern.

Presse | Leichtathletik | 27.05.2014

Der VfL Sindelfingen räumt ab

15-mal reicht es bei den baden-württembergischen Meisterschaften für das Treppchen

Von Saskia Drechsel

Ein erfolgreiches Meisterschaftswochenende liegt hinter den Leichtathleten des VfL Sindelfingen. Besonders die Sprinter und Werfer haben bei den baden-württembergischen Meisterschaften in Karlsbad-Langensteinbach aufgetrumpft. Insgesamt holte der VfL 15 Medaillen.

Drei Mal Gold holte U18-Mann Deniz Almas, der über die 100- und die 200-Meter-Strecke und mit der Staffel zu Edelmetall sprintete. Besonderen Grund zum Jubeln gab es nach dem 100-Meter-Endlauf. Hier freute sich Almas im Ziel über seinen Sieg, dann gab auch die Zeit Grund zum Strahlen. Mit 10,96 Sekunden hatte er eine der Schallmauern eines Sprinters durchbrochen. Einen weiteren Erfolg verbuchte die Sindelfinger 4 x 100-Meter-Staffel mit Leonard Stahl, Naci Mehmedovski, Deniz Almas und Luis Haidt. Nach 43,56 Sekunden war das Staffelholz im Ziel und das Quartett freute sich über Gold.

Bei den 200-Meter-Läufen hatten die Sprinter mit teils heftigem Gegenwind zu kämpfen. Deniz Almas qualifizierte sich mit 22,85 Sekunden für das schnellere Finale und gab auch da wieder Vollgas. Der Sindelfinger sicherte sich nach 22,50 Sekunden seine zweite Einzel-Goldmedaille.

Joshua Sperrle wurde über die 3000-Meter-Strecke in 9:46,32 Minuten Siebter und knackte die Norm für die süddeutschen Meisterschaften. Bei den Juniorensprintern erwischte Johannes Wiesner keinen guten Tag. Mit seinen 10,97 Sekunden vom Vorlauf qualifizierte er sich für das Finale, bei dem er mit einem Fehlstart ausschied.

Sebastian Neumann trumpfte dagegen auf. Der Sindelfinger gehört noch der A-Jugend an, sprintete aber schon im Vorlauf mit 10,79 Sekunden pfeilschnell. Im Finale setzte er dann noch etwas drauf: 10,67 Sekunden reichten für Silber hinter dem Stuttgarter Raphael Müller. Spätestens mit dieser Zeit darf sich Neumann berechtigte Chancen auf einen Platz in der U20-Staffel machen, die zu den U20-Weltmeisterschaften nach Eugene geschickt wird. „Die Bedingungen waren heute top und ich habe immer gute Erfahrungen gemacht, wenn ich neben jemandem gelaufen bin, der so schnell ist wie Raphael. Aber dass ich heute so schnell laufen kann, hätte ich nie gedacht“, sagt Neumann.

Ebenfalls Silber gab es für Yannik Frers über die 400-Meter-Hürden-Distanz in 55,21 Sekunden. „Das war zwar eine gute Zeit, aber ich hätte mehr erwartet. Die letzten 100 Meter bin ich in alte Muster zurückgefallen. Hauptsache ich habe die DM-Norm abgehakt“, sagt Frers.

Markus Reichle siegte im Kugelstoßen überlegen mit mehr als zwei Metern Vorsprung. Vier seiner sechs Stöße flogen über 16 Meter. Reichle gewann den Landesmeistertitel mit 16,31 Metern. Silber im Stabhochsprung der U18 durfte sich Nico Hamann umhängen lassen. Zum ersten Mal überhaupt übersprang er die Vier-Meter-Marke und das gleich im ersten Versuch. Dahinter wurde Hannes Grolig, der ebenfalls vier Meter überquert hatte, Dritter. Undankbarer Vierter im Speerwurf der Junioren wurde Mehrkämpfer Leon Bühler mit starken 58,51 Metern. Nur zwei Zentimeter fehlten zur Bronzemedaille.

Eine starke Leistung und zwei Goldmedaillen gab es im Kugelstoßen und Diskuswerfen für Eric Bundschuh. Im Kugelstoßring wuchtete er im letzten Versuch das Gerät auf 18,42 Meter, war aber trotzdem nicht zufrieden: „Ich hatte eine schlechte Stoßserie und habe alles mit dem letzten Stoß herausgerissen. Außerdem ist mein Schuh kaputt, das hat mich irritiert.“ Im Diskuswurf erzielte Bundschuh gute 55,08 Meter und durfte sich die Goldmedaille umhängen.

Juniorin Ida Mayer sicherte sich über die 100-Meter-Strecke Bronze, scheiterte aber mit ihren 12,01 Sekunden an der Zwölf-Sekunden-Marke. „Das war okay, ich hatte keine Erwartungen.“ Im Diskuswurf warf sich Johanna Beyerle in die Medaillenränge. Hinter Alina Kenzel reichten 42,64 Meter für Silber. Ihre Medaillensammlung erweiterte sie im Hammerwurf. Dort gab es Bronze für ihre Weite von 39,29 Metern. „Ich hatte in der letzten Woche vier Prüfungen und konnte dementsprechend wenig trainieren. Dafür bin ich mit meinen Leistungen wirklich zufrieden.“

Die Sindelfinger Medaillensammlung erweiterte am Sonntagnachmittag Johannes Bergdolt. Er trat über die 1500 Meter der Junioren an und gewann Silber mit einer Zeit von 4:00,90 Minuten. Den Landesmeistertitel holte sich die 4 x 100-Meter-Juniorenstaffel. Moritz Berger, Johannes Wiesner, Sebastian Neumann und Yannik Frers siegten überlegen mit 41,94 Sekunden.

Presse | Leichtathletik | 21.05.2014

Vom Hosenanzug in die Sportklamotten

Ein Tag mit Hürdensprinterin Nadine Hildebrand

Leichtathletin Nadine Hildebrand vom VfL Sindelfingen sorgt nicht nur über die kurze Hürdendistanz für Furore, sondern seit September in einer Stuttgarter Kanzlei außerdem für Recht und Ordnung. Das alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer ganz leicht.

VON LEA SAUR

Wer sich einen Eindruck von Nadine Hildebrands Alltagsleben verschaffen möchte, dem genügt ein Blick in ihr Zimmer. Dort steht nicht nur ein Möbelstück für ihre Kleidung, die ist in gleich vier Kategorien aufteilt: "Büro-Kleidung, normale Alltagskleidung, Sportsachen und die Kleidung der Nationalmannschaft", sagt die Hürdensprinterin.

Es ist ein tägliches Verwandlungsspiel, das sie betreibt. Normalerweise beginnt ein Tag mit ihr im Hosenanzug. In einem stattlichen Haus auf der Stuttgarter Karlshöhe befindet sich der Arbeitsplatz der Juristin. Vor einem Jahr hat sie ihr Staatsexamen abgelegt und danach 30 Bewerbungen abgeschickt. Es hagelte Absagen, nur durch einen Glücksfall stieß Nadine Hildebrand auf ihren aktuellen Arbeitgeber, der ihr als einziger ein Bewerbungsgespräch angeboten hatte. "Ich denke, die meisten Kanzleien haben meine Bewerbung einfach weggeschmissen. Die konnten nichts damit anfangen, dass ich Leistungssport betreibe, deshalb nicht Vollzeit arbeiten kann und will", blickt die Hürdensprinterin zurück. Und mit nachdenklicher Stimme: "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Eigenschaften wie Ehrgeiz, Motivation, Fleiß und Zuverlässigkeit, die uns Leistungssportler in außergewöhnlichem Maße auszeichnen, für die meisten nicht so viel zählen wie gute Noten. Mein Chef jetzt ist der erste und einzige, der meinen Sport nicht als Nachteil, sondern als Vorteil gewertet hat."

Seit September steigt sie fast täglich um 8.30 Uhr die roten Treppen in den zweiten Stock hinauf. Eine Kollegin ist schon da, der Rest kommt später. Der Umgang untereinander ist locker und ehrlich, die Türen stehen offen, die Arbeitsatmosphäre ist konzentriert. "Ich bin sehr froh, hier gelandet zu sein", bestätigt Nadine Hildebrand. Damit sie genug Zeit für ihr Training hat, hat ihr Chef ihr angeboten, in Gleitzeit zu arbeiten "Wenn wir eine zweite Einheit am Tag machen, komme ich nur vier Tage in der Woche und bleibe an den anderen dafür etwas länger." So kann sie sich Zeit für Trainingslager und Wettkämpfe freischaufeln.

Nicht nur ihr Chef unterstützt sie darin, auch ihre Kollegen haben Verständnis. "Hier sind alle sportlich, viele laufen Marathon." Als sie im Winter 7,91 Sekunden über 60 Meter Hürden sprintete, stand ein riesiger Blumenstrauß in ihrem Büro.

Die Entscheidung, Sport und Beruf parallel zu betreiben, war für Nadine Hildebrand eine einfache. "Ich brauche meinen Beruf zum Ausgleich", sagt sie. "Ich könnte mich nicht den ganzen Tag nur mit Training beschäftigen, ich muss auch was für meinen Kopf tun." So wälzt sie vormittags Gesetze, diktiert Klagen, hält Vorträge, vertritt Mandanten. Einige ihrer Klienten erkennen die WM-Siebte in der Halle. "Das passiert aber vor allem deshalb, weil mein Chef mich gerne so vorstellt", sagt Nadine Hildebrand. Eine Win-win-Situation also für beide.

Und auch ihre Mutter profitiert - wenigstens teilweise - von der Doppelbelastung der Hürdensprinterin. Die Athletin wohnt in einer eigenen Wohnung im Haus der Eltern. Gegessen wird gemeinsam. Allerdings ist in der Saisonvorbereitung strikte Diät angesagt. "Mein Vater grummelt dann immer ein wenig, aber meine Mutter findet es nicht schlecht, dass sie meine Diätpläne mitmachen kann", so Nadine Hildebrand mit einem Lachen. Praktisch für sie ist, dass ihre Mutter genau das kocht, was ihr Ernährungsberater vorgibt.

Dann schnappt sie sich auch schon ihre Sportklamotten und düst ins Training. Rasant biegt sie auf den Parkplatz des Sindelfinger Floschenstadions ein. Wer den Kraftraum sucht, kann in dem betagten Sportgebäude einfach seiner Nase folgen: Je näher man ihm ihm kommt, desto mehr müffelt es. Alles andere als muffig ist die Stimmung dort. Sabrina Lindenmayr wartet bereits auf ihre Trainingskollegin. Und wenn sie gerade aus verschiedenen Trainingslagern kommen, gibt es viel zu erzählen.

"Bei Helmut, unserem Kraftexperten, dürfen wir eher reden als bei den übrigen Einheiten mit unserem Trainer Werner Späth", sagt die Athletin. Helmut Walentin kommt aus dem Gewichtheben, weiß also, wovon er spricht. Nadine Hildebrand, setzt den eisernen Blick auf, den man von ihr im Hürdenrennen kennt. Auch wenn es im Moment nicht unbedingt danach aussieht: "Man muss Spaß dabei haben, sonst wird das nichts."

Damit es klappt mit einem Start bei der Europameisterschaft in Zürich vom 12. bis 18. August stehen Helmut Walentin und Werner Späth in engem Kontakt. Auch mit Bundestrainer Rüdiger Harksen hält man regelmäßig Rücksprache und bespricht die Trainingspläne. Die beiden kennen sich "seit gefühlt 140 Jahren" (Hildebrand). Im Trainingslager trainierte sie dafür zusammen mit Carolin Nytra beim Bundestrainer. "Dann hat Werner auch mal Ruhe vor mir und kann mit seiner Frau in den Urlaub fahren."

Trainer Werner Späth vertraut die deutsche Meisterin blind

Denn Werner Späth ist einer, der seine Freizeit in den Leichtathletik-Stätten dieser Welt verbringt und mit Herzblut bei der Sache ist. 1996 fuhr er mit Hürdensprinterin Birgit Hamann zu den Olympischen Spielen nach Atlanta, 2004 brachte er Stephanie Kampf über 400 Meter Hürden zu Olympia in Athen - und er ist nicht weniger ehrgeizig geworden. "Manchmal weiß ich gar nicht, wie ich das alles schaffen soll", sagt Nadine Hildebrand. "Dann müssen der Bundestrainer oder seine Frau ihn bremsen." Eigentlich wollte Werner Späth gegen Ende seiner Trainerkarriere nur noch Sabrina Lindenmayr, betreuen. Doch als Nadine Hildebrand 2011 an seine Tür klopfte, zögerte er nicht lange. Bis heute erledigt er alles ehrenamtlich für sie, ist weder bei Verband noch Verein angestellt und nimmt nicht einmal eine Erstattung der Fahrtkosten in Anspruch.

Auch an diesem Abend schaut er noch vorbei. "Achtung, er kommt", meldet er sich dann mit einem breiten Grinsen. Werner Späth schaut ganz genau hin, wenn seine Athletin trainiert. Und die vertraut ihm blind. "Am Anfang habe ich immer auf den Plan geschaut und gesehen, was er aufgeschrieben hat. Wenn er mir zuschaut und sieht, dass ich keinen so guten Tag habe, greift er sofort ein und reduziert das Training. Inzwischen haben wir vereinbart, dass ich nicht genau weiß, was wir machen. Das funktioniert super."

Die alte Bowlingbahn im Glaspalast für Sprungtraining umfunktioniert

Nach der Krafteinheit stehen noch Sprünge auf dem Programm. Die absolvieren sie draußen auf der Bahn und auch drinnen, da allerdings auf keiner herkömmlichen Bahn. "Das Ding hier ist uralt und nicht mehr in Benutzung", sagt Werner Späth über die Bowlingbahn, die von den Leichtathleten umfunktioniert wurde. "Wir machen unsere Sprünge darauf, weil der Belag weicher ist als der harte Steinboden. Jetzt wird hier endlich renoviert, das ist höchste Zeit."

Zeit für den letzten Outfit-Wechsel. Um 20 Uhr, nach knapp drei Stunden Training. geht's in die New York City Dance School in Stuttgart. Nadine Hildebrand ist regelmäßig dort. Eigentlich wollte sie mit dem Steppen beginnen, "das ist gut für die Koordination". Doch als der Kurs voll war, ließ sie sich zum Jazz Dance überreden - und blieb dabei. "Besonders montags, nach dem Krafttraining, ist das super, weil wir uns am Anfang dehnen", erzählt sie. "Die Stabilisationsübungen sind für mich zwar nicht so fordernd, aber dennoch ein guter Ausgleich." Die Musik läuft, die Tänzerinnen formatieren sich - und Nadine Hildebrand wird für die letzten zwei Stunden ihres Tages zur Jazz-Tänzerin. Um dann müde ins Bett zu fallen und ausgeschlafen für ihren nächsten Verwandlungstag zu sein.

Presse | Leichtathletik | 20.05.2014

Yannik Frers zündet den Turbo

Die Sportler des VfL Sindelfingen geben im Freien ihre Visitenkarten ab / Die Läufer drücken aufs Tempo

Von Saskia Drechsel

Jetzt wird es ernst bei den Sindelfinger Leichtathleten: Die Freiluftsaison ist in vollem Gange, bei zahlreichen Wettkämpfen waren am Wochenende VfL-Athleten am Start: in Halle, Pliezhausen oder Tübingen.

Beim Jump an Sound Tübingen waren die Stabhochspringer an der Reihe. Nach ihrem erfolgreichen Einsatz bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften griffen Fabian Schulze und Florian Gaul erneut zum Stab. Mit mäßigem Erfolg. Gaul schied ohne gültigen Versuch aus, Schulze konnte lediglich 4,85 Meter überqueren. Erfolgreicher startete die Wettkampfsaison für Joana Kraft. Sie hatte in der Halle 4,46 Meter überqueren können, im Tübingen reichte es zum Saisonauftakt für gute 4,25 Meter. Victoria von Eynatten scheiterte drei Mal an ihrer Anfangshöhe von 4,05 Metern.

In Halle an der Saale finden Mitte Mai die Halplus Werfertage statt. Deutschlands gesammelte Wurfelite geht hier an den Start. Da durfte im Kugelstoßwettbewerb auch der deutsche Vizemeister Tobias Dahm nicht fehlen. Der Sindelfinger schaffte es als bester Deutscher auf Platz sechs, stieß seine Kugel aber lediglich 18,52 Meter weit. Ein Arbeitsunfall macht ihm zu schaffen, bei dem er sich eine Platzwunde am Zeigefinger der Stoßhand zugezogen hatte. Im Diskuswurf der Männer ging Michael Salzer im B-Finale an den Start und zeigte eine konstante Serie, allerdings ohne Ausrutscher. Sein weitester Wurf wurde mit 58,75 Metern gemessen, das bedeutete Platz fünf hinter dem Magdeburger David Wrobel.

Die Kugel von Markus Reichle flog im U23-Wettbewerb 15,40 Meter weit, das reichte für Platz sieben. Um eine Haaresbreite scheiterte Simon Bayer im Kugelstoßen der U20 an der 18-Meter-Marke. 17,99 Meter wurden für den 18-Jährigen gemessen, der undankbarer Vierter wurde. Trainingskamerad Eric Bundschuh blieb ohne gültigen Versuch. Dafür klappte es bei Bundschuh im Diskuswurf. Vier Würfe landeten jenseits der 53 Meter. Damit wurde Bundschuh Vierter mit 53,55 Metern.

Auch das Läufermeeting in Pliezhausen hat Tradition. Deutschlands Top-Athleten auf den Sprint- und Laufdistanzen treffen sich hier zum Saisonauftakt. Oftmals werden unübliche, sogenannte krumme Strecken gelaufen. Laut jubeln durften die VfL-Sprinterinnen. Sabrina Lindenmayer, Ida Mayer, Tamara Seer und Nadine Hildebrand zeigten im ersten Lauf eine blitzsaubere Vorstellung.

Die Wechsel liefen wie am Schnürchen und das Staffelholz wurde entsprechend schnell von Nadine Hildebrand ins Ziel getragen. 45,44 Sekunden wurden für die Staffelmädels gestoppt, damit konnte das Quartett die eigene Bestzeit von den letztjährigen deutschen Meisterschaften deutlich toppen. Auch im zweiten Lauf, mit Janina Dums statt Tamara Seer, kamen ordentliche 45,73 Sekunden heraus. „Das hat sich richtig gut angefühlt. Bei den deutschen Meisterschaften wollen wir schließlich in einen guten Lauf kommen“, sagt Sabrina Lindenmayer.

Die Sindelfinger Männerstaffel mit Benjamin Bartel, Romed Guischard, Patrick Saile und Fabian Sterzing war mit 41,44 Sekunden ebenfalls schnell unterwegs. Einen starken Saisoneinstieg zeigte Guischard auch über die 80-Meter-Strecke. Er blieb mit seinen 8,89 Sekunden nur knapp hinter Hürden-Ass Gregor Traber. Über 600 Meter erkämpfte sich Jonas Kolzau in seinem Lauf mit 1:21,34 Minuten Rang vier. „Ich habe schon gestern einen Wettkampf gemacht und kann heute sehr zufrieden sein“, sagt er. Im spannenden A-Endlauf der Männer über 1000 Meter fiel es Patrick Oehler schwer sich durchzusetzen. Ihm blieb Rang zehn mit 2:23,13 Minuten.

Yannik Frers strahlte nach seinen beiden Läufen über die 300-Meter-Hürden. Im ersten Anlauf war der Sindelfinger noch verhalten unterwegs, im zweiten zündete er den Turbo. 38,5 Sekunden wurden für ihn gemessen. „Das Gefühl beim Laufen war richtig geil, ich bin jetzt richtig gespannt, was nächste Woche bei den baden-württembergischen Meisterschaften geht.“

Den dritten Platz über die 80-Meter-Strecke sicherte sich die nach einer Verletzung wieder erstarkte Ida Mayer in 10,07 Sekunden, Janina Dums wurde mit 10,37 Sekunden Neunte. Zur Bestzeit über die ungewohnte 150-Meter-Strecke sprintete Tamara Seer. Sie war 39,34 Sekunden schnell und belegte Rang drei. „Es geht wieder aufwärts. Im Trainingslager haben wir hart gearbeitet und jetzt komme ich so langsam wieder in Form“, sagt Seer.

Presse | Leichtathletik | 07.05.2014

Rekord-Teilnahme trotz Regenwetter

Sportfest der Spvgg Renningen im Rankbachstadion / Sindelfinger Nachwuchs in guter Frühform
Von unserem Mitarbeiter Hans-Jürgen Burgstahler

Beim traditionellen Sportfest am 1. Mai im Renninger Rankbach-Stadion hatte Petrus wenig Einsehen mit dem Leichtathletik-Nachwuchs. Dennoch zeigte sich ein Lächeln bei Organisatorin Margit Hartmann von der Spvgg Renningen. „Wir haben Rekord-Meldezahlen, vor allem im Jugendbereich. Zudem können wir aufgrund der neuen Anlage erstmals auch Stabhochsprung anbieten.“

Diese Möglichkeit wurde auch von den jungen VfL-Athleten ausgiebig genutzt, am höchsten schwang sich der 16-jährige Hannes Grolig, der vier Meter meisterte. Bei den U14-Mädchen ging es eher ums Lernen, hier sprang Jaqueline Hamann 2,10 Meter, Nina Genger und Nastassja Schiebl jeweils zwei Meter. Leon Tacke hatte offenbar gut gefrühstückt, denn bereits vor dem Mittag gewann der M15-Starter des VfL seine beiden Wurfdisziplinen. Mit 11,73 Metern im Kugelstoßen und 43,50 Metern im Speerwurf verbesserte er seine persönlichen Bestleistungen. Noch weiter kam U20-Starter Stefan Nagel, der für einen Weitspringer respektable 44,97 Meter warf. Gute Leistungen gab es auch bei den U16-Sprintern, Julian Müller benötigte für die 100 Meter als Zweiter 12,49 Sekunden, Aleksandar Gacic 12,53 Sekunden und Florian Dick 12,75 Sekunden.

Während Gacic bei strömendem Regen mit dem rutschigen Anlauf seine Probleme hatte und den Hochsprung zwar gewann, aber mit 1,59 Metern nicht zufrieden war, freute sich Julian Müller über die Bedingungen: „Über 800 Meter ist das für mich ideal, ich mag es nicht so warm.“ sagte der M15-Athlet. Er lief zum Sieg. Im jüngeren U16-Jahrgang war Maximilian Frohnmüller schnellster Sindelfinger in 2,32,37 Minuten, über 100 Meter musste er seinem Kollegen Iago Carreiro-Kirsche in 13,61 Sekunden den Vortritt lassen.

Einziges Mädchen bei den U16 für den VfL war Ina Steinmetz, die ihr Debüt über 100 Meter in 14,75 Sekunden gab. Den M15 war es zum Schluss vorbehalten, sich über die 300 Meter zu versuchen. Hier war Johannes Kästner vom SV Nufringen in 38,39 Sekunden nicht zu bezwingen. Gute Ergebnisse auch bei den U14, für Spitzenplatzierungen bei den W12 sorgte Pia Kohler als Siegerin über 75 Meter in 11,14 Sekunden sowie über 800 Meter in 2,46,58 Minuten, wo sie sich im Schlussspurt noch auf den zweiten Rang vorschob. Bei den gleichaltrigen Jungs konnte Paul Specht in 2,42,34 Minuten diese Distanz gewinnen, auch im Hochsprung war er mit 1,25 Minuten erfolgreich. Ganz eng wurde es über 75 Meter, hier musste er sich in 11,40 Sekunden den 11,38 Sekunden von Fabian Maisch vom TSV Eltingen geschlagen geben, Dritter wurde Valentin Specht in 11,42 Sekunden. Die restlichen beiden Siege bei den M12 holte Axel Walz vom TSV Dagersheim im Weitsprung mit 4,22 Meter und im Ballwurf mit 40 Meter. Bei den M13 konnte Mark Bachner den Hochsprung mit 1,25 Meter für sich entscheiden.

Bei den U12 gab es eine Dreikampf-Wertung, bestehend aus 50 Meter, Weitsprung und Ballwurf. Nach einer starken Vorstellung konnte bei den M11 Carlos Toscano Rang zwei für den VfL mit 1019 Punkten belegen. Einen Sieg für die SV Böblingen erzielte Emilia Schmierer im Weitsprung der W15 mit 4,81 Meter und auch die Gastgeber der Spvgg Renningen wollten einige erste Plätze bei sich behalten. So gewann Luca Diekmann das Kugelstoßen der U18 mit 13,36 Metern. Bei den M14 gab es jeweils Doppelsiege durch Kevin Pina Wilhelm im Weitsprung mit 5,02 Meter und Kugelstoßen mit 11,13 Meter sowie Henrik Hermann im Hochsprung mit 1,57 Meter sowie Speerwurf mit 31,76 Metern.

Presse | Leichtathletik | 06.05.2014

Perfekter Start für Reichle

Von Saskia Drechsel

Die Sindelfinger Leichtathleten haben das lange Wochenende genutzt. Die ersten Athleten haben den Saisoneinstieg gewagt und dabei zahlreiche Bestleistungen erzielt. In Bad Boll und Mannheim wurde gejubelt.

Die Werfer-Asse des VfL Sindelfingen sind schon am Donnerstag gut in die Saison gestartet. Sie nutzten den Feiertag, um in Bad Boll nach einer intensiven Vorbereitung auf die Sommersaison wieder Wettkampfluft zu schnuppern. Im Kugelstoßen heimsten gleich drei VfL Athleten den Sieg ein. Tobias Dahm bei den Männern, Simon Bayer in der Altersklasse U20 und Eric Bundschuh in der U18. Nach zwei anstrengenden Trainingslagern in Folge konnte Tobias Dahm mit seiner Leistung nahtlos an seine erfolgreiche Hallensaison anschließen.

In Bad Boll scheiterte der Zwei-Meter-Mann zwar knapp an der 19-Meter-Marke, wuchtete seine Kugel aber dennoch in einem starken ersten Versuch auf 18,95 Meter. Ein guter Anfang für den deutschen Vizemeister, dessen Freiluft-Bestleistung bei 19,96 Metern liegt. Auch Markus Reichle absolvierte einen erfolgreichen Wettkampf. Der Junior stellte eine neue persönliche Bestleistung auf – und das zum Saisoneinstieg. Reichle stieß im letzten Durchgang 16,59 Meter weit. „Das war die beste Serie, die ich je hatte“, sagt der Sindelfinger. Auch Simon Bayer stieß so weit wie noch nie. Der 18-Jährige konnte seine Sechs-Kilogramm-Kugel auf 17,92 Meter befördern. Im nächsten Wettkampf sollen die 18 Meter her. Bei den unter 18-Jährigen triumphierte Eric Bundschuh. Biss er sich in der Hallensaison an einer Weite über 18,50 Metern noch die Zähne aus, gelang ihm das nun schon zu Saisonbeginn. Mit seinen 18,53 Metern aus dem letzten Versuch stellte Bundschuh ebenfalls eine neue Bestleistung auf.

Bei der weiblichen Jugend trat einzig Johanna Beyerle in blau-weiß an. In der Altersklasse U18 konnte sie ebenfalls eine neue Bestleistung aufstellen und warf 44,65 Meter weit. Am Sonntag in Metzingen stand der zweite Wettkampf an. Michael Salzer kam im Diskuswurf auf 59,26 Meter und kratzt damit an der 60-Meter-Marke. Johanna Beyerle setzte ihre Erfolgsgeschichte vom Donnerstag fort. Sie siegte im Diskuswurf der U18 mit 46,03 Metern und stellte erneut eine neue Bestmarke auf. Schwester Luisa holte bei der U20 Gold mit 36,45 Metern. Die männliche U18 im Diskuswurf dominierte Eric Bundschuh. Er schleuderte sein Wettkampfgerät auf 56,24 Meter.

Gelaufen und gesprintet wurde am Sonntag in Mannheim. Über die 100-Meter-Strecke startete Tamara Seer mit 12,28 Sekunden und einem dritten Platz in die Saison. Über 200 Meter reichten 25,05 Sekunden ebenfalls für Bronze. Die Mittelstreckenläufer aus Sindelfingen absolvierten gut eine Woche nach dem Trainingslager ein Aufbaurennen und starteten allesamt mit Bestleistungen in die Bahnsaison. Tobias Kocholl hakte in seinem ersten Saisonrennen über die 800 Meter sogar gleich die Norm für die deutschen Jugendmeisterschaften ab. Kocholl siegte in der U20 mit 1:55,73 Minuten und steigerte sich im Vergleich zu letztem Jahr deutlich.

In der Altersklasse U18 waren Konrad Schöneberger und Joshua Sperrle über die 800 Meter 2:07,72 und 2:09,33 Minuten schnell. Einen überlegenen Sieg sicherte sich Johannes Bergdolt über die 3000-Meter-Strecke. Auch die starke Zeit von 8:28,50 Minuten kann sich sehen lassen.

Presse | Leichtathletik | 25.04.2014

Top-Athletin nutzt Hildebrands Windschatten

Sabrina Lindenmayer profitiert beim VfL Sindelfingen vom Training mit der WM-Starterin und ist längst eine feste Größe im deutschen Hürdensprint

Von Saskia Drechsel

Sie zählt zu den besten deutschen Hürdensprinterinnen, gewann in der vergangenen Hallensaison mehrere Medaillen und darf sich seit Februar deutsche Hochschulmeisterin nennen. Sabrina Lindenmayer ist beim VfL Sindelfingen zu einer Top-Athletin gereift, steht aber oft im Schatten ihrer noch stärkeren Mitstreiterin Nadine Hildebrand. Keine einfache Rolle.

Schon im Sommer zeigte die 24-Jährige bei den deutschen Meisterschaften in Ulm eine starke Leistung, in der Hallensaison zeigte sie bei ihren Wettkämpfen große Konstanz und hat sich an Deutschlands erweiterter Spitze im Hürdensprint etabliert. Im Schatten ihrer erfolgreichen Trainingskameradin Nadine Hildebrand lief Sabrina Lindenmayer zwar stets hinterher, aber das immer noch schneller als die gesamte andere Konkurrenz. Bei den baden-württembergischen Meisterschaften, den süddeutschen Meisterschaften und dem Sindelfinger Hallenmeeting standen beide VfL-Athletinnen deswegen gemeinsam auf dem Podium und machten Sindelfinger Doppelsiege perfekt.

Auch im Training profitieren beide Hürdensprinterinnen stark voneinander, denn beinahe jede der zahlreichen Einheiten absolvieren die Athletinnen gemeinsam. Ob im Kraftraum, auf der Rundbahn oder auf dem Rasen das Hürdenduo ist gemeinsam unterwegs und treibt sich gegenseitig zu Top-Leistungen. Von denen nicht zuletzt die Weltmeisterschafts-Siebte Hildebrand enorm profitiert. „Ich brauche diese Konkurrenzsituation auch im Training, dann bringe ich bessere Leistungen“, sagt sie.

Bei Sabrina Lindenmayer ist das ähnlich: „Natürlich profitiere ich sehr von Nadine. Besonders bei gemeinsamen Hürdeneinheiten aus dem Block spornt es einen doch immer mehr an. Man möchte dann natürlich nicht schlecht aussehen. “

So hat sich Lindenmayer, wohl auch dank der motivierenden Trainingsbedingungen, in letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Vor knapp sieben Jahren kam sie vom TV Engen zum VfL Sindelfingen und war schon da als talentierte Nachwuchskraft bekannt. Von Anfang an trainierte sie unter Werner Späth. Damals war auch Ina Baumann noch aktiv, gemeinsam bildeten sie ein starkes Duo. Doch dann beendete Baumann ihre erfolgreiche aber kurze Sportlerkarriere und Sabrina Lindenmayer hatte es als Einzelkämpferin schwer.

„Es war natürlich teilweise schwierig, alleine zu trainieren. Gerade Tempolaufeinheiten fallen zu zweit dann doch deutlich leichter“, erklärt die Hürdensprinterin. Umso mehr freute sich Lindenmayer, als sie erfuhr, wer in ihre Trainingsgruppe wechseln wollte. „Da Nadine und ich uns ja bereits von Trainingseinheiten kannten, habe ich mich auf die zahlreichen kommenden gemeinsamen Trainingseinheiten gefreut“, sagt Sabrina Lindenmayer zum Entschluss von Nadine Hildebrand, zukünftig unter Werner Späth zu trainieren.

Seitdem ist die Sindelfingerin zu einer festen Größe im deutschen Hürdensprint gewachsen. 2012 zog sie bei den deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid überraschend ins Finale ein und wurde Achte. Auch die deutschen Meisterschaften 2013 verliefen erfolgreich: Hatte sie bei den vorangegangenen Wettkämpfen häufig unter schlechten Bedingungen zu leiden, so platzte bei den deutschen Meisterschaften in Ulm der Knoten. Im Finale stürmte die 24-Jährige mit einer neuen Bestzeit ins Ziel und wurde überraschend Fünfte.

Auch in der zurückliegenden Hallensaison landete Lindenmayer bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig auf dem fünften Rang. Ganz zufrieden, war sie aber nicht. „Natürlich habe ich mir mehr erhofft. Ich war als Vierte gemeldet, da war jetzt nicht das Ziel Fünfte zu werden.“ Auf schnellere Zeiten hatte die VfL-Athletin ebenfalls gehofft.

„Ich habe zwar meine Bestzeit zum Vorjahr verbessert, da sich im Training aber immer wieder mal abgezeichnet hat, dass eine bessere Zeit drin sein müsste, bin ich nicht völlig zufrieden. Aber ich habe diese Hallensaison zeigen können, dass ich ziemlich konstant auf einem guten Niveau laufen kann.“

In der Freiluftsaison sollen nun auch die Ergebnisse stimmen und dafür schuftet Lindenmayer gerade im Kraftraum, bei Läufen oder im Hürdentraining. „Im Krafttraining quälen wir uns momentan mit häufigeren Wiederholungen und weniger Gewicht“, sagt die Studentin der pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, die sich zurzeit mitten im Examensstress befindet. Mindestens 13,40 Sekunden will sie in diesem Sommer über die 100-Meter-Hürden schnell sein. „Verbessern möchte ich besonders meine Beschleunigung an die erste Hürde, das war in der Hallensaison immer meine Schwachstelle.“

Presse | Leichtathletik | 14.04.2014

Beim VfL kochen die Emotionen hoch

In Sindelfingen wird die Stadionfrage auf der Hauptversammlung hitzig diskutiert

Von Saskia Drechsel

Denn nach dem bisher erfolgreichsten Jahr in der Geschichte der Abteilung, fürchten der Vorstand und die übrigen Mitglieder nun um ihre wertvollste Ressource: ein Leichtathletik-Stadion, in dem trainiert werden kann, das aber auch dafür taugt, Wettkämpfe durchzuführen.

Der VfL Sindelfingen konnte in den letzten Jahren mit zahlreichen Top-Athleten auftrumpfen. Auch Jahr 2013 feierte die Abteilung große Erfolge, gerade Nadine Hildebrand sorgte für Feierlaune.

Die Jugend bereitet mit ihrem dritten Platz beim DJMM-Finale in Rhede viel Freude. Die Aussichten für die kommende Sommersaison sind ebenfalls vielversprechend.

Bei den deutschen Hallenmeisterschaften konnten gleich drei Medaillen gewonnen werden. Kugelstoßer Tobias Dahm hat sich an die deutsche Spitze vorgearbeitet und könnte ein Kandidat für die Europameisterschaften in Zürich sein.

Ebenso Nadine Hildebrand, die schon in der Hallensaison das Weltmeisterschaftsfinale im Hürdenlauf erreichte. Außerdem ist mit den Nachwuchskräften zu rechnen. Stabhochspringer Florian Gaul entwickelt sich kontinuierlich weiter, auch auf Michael Salzer darf man gespannt sein.

Nun ist beim VfL Sindelfingen die Sorge groß, dass das Stadion zur Erfolgsbremse wird. „Wir sorgen uns, dass das, was neu entstehen soll für einen Trainings- und Wettkampfbetrieb nicht geeignet sein wird“, sagt der Abteilungsleiter Markus Graßmann und spricht von einer Bedrohungssituation für seine Leichtathleten. „Wir müssen Angst haben, dass wir unsere wichtigste Ressource nicht mehr haben.“

Die Liste der Kritikpunkte ist lang, denn noch vor drei Jahren stimmte die Leichtathletikabteilung des VfL Sindelfingen dem Kompromiss das Floschenstadion abzureißen und ins Allmendstadion umzuziehen nur unter einer Voraussetzung zu: „Wir wollten eine Eins-zu-Eins-Umsetzung“, sagt Graßmann. „Jetzt sind wir aber in Sorge, dass wir nicht das bekommen, was verabredet war.“

Die geplante Tribüne im Allmendstadion soll 400 Plätze haben. „Gerade haben wir im Floschenstadion 800. Mit 400 Plätzen können wir nicht einmal Landesmeisterschaften austragen. Wir müssten uns dann von Freiluftveranstaltungen verabschieden“, erklärt der Abteilungsleiter.

Auch der angedachte Kraftraum ist deutlich zu klein geplant. Nur noch 50 Quadratmeter sollen künftig zur Verfügung stehen. „Mit so einem Kraftraum kann man keinen Leistungssport betreiben“, ruft Krafttrainer Helmut Valentin, der bereits jetzt im 105 Quadratmeter großen Kraftraum im Schichtbetrieb arbeiten muss, um ein Training zu ermöglichen.

„Ich verstehe nicht, warum so kleinkariert geplant wird. Wir können kein Stadion beziehen, das zu klein ist. Es muss 50 Jahre halten“, sagt auch Markus Graßmann. Gespräche zur Namensgebung des neuen Stadions vermisst Markus Graßmann völlig. „Das steht bei der Stadt gar nicht mehr auf der Agenda.“

Auch das Betreiberkonzept wird heftig kritisiert, nach dem Stand der VfL-Abteilungsleitung dürfen derzeit nicht einmal Topathleten wie Nadine Hildebrand an Vormittagen die neue Bahn im Allmendstadion nutzen.

„Wir wollen ein gemeinsames Betreibermodell, um beide Städte zusammenzuschweißen. Es kann nicht sein, dass eine Topathletin dort nicht rein darf“, sagt auch Horst Thome vom Vorstand des Hauptvereins.

Gerade von der Stadt vermisst man beim VfL Sindelfingen ein Gesamtkonzept, das für Klarheit sorgen soll. „Das Allmend ist nicht nur das Maichinger Stadion. Es ist nun das Stadion der Sindelfinger Leichtathleten und der Maichinger Fußballer“, sagt Thome.

Presse | Leichtathletik | 10.04.2014

Wir hören zu oft, was alles nicht geht

Von unserem Redakteur Jürgen Wegner

Markus Graßmann und Dieter Gauger sprechen mit einer Stimme. Der Abteilungsleiter der Sindelfinger Leichtathleten und sein Vorgänger und Alt-Stadtrat machen sich große Sorgen um die neue Sportstätte ihrer Athleten. Der Weg vom Floschenstadion ins Maichinger Allmendstadion liegt für sie voller Steine.

Die SZ/BZ hat sich mit den beiden über den heutigen Stand und die Zukunft der neuen Anlage unterhalten.

Die Laufanlagen im Allmendstadion sind fertig. Wie gefällt Ihnen Ihr neues Zuhause?

Markus Graßmann: „Es ist erfreulich, dass die Laufbahn drin ist. Wir haben als Abteilung an der Planung und dem Konzept aktiv mitgewirkt. Vor drei Jahren war noch von vier Rundbahnen die Rede, dann von fünf Bahnen, was ein absolutes Novum gewesen wäre. Nachdem unser Technischer Leiter Dieter Locher und Dieter Gauger das Gelände selbst vermessen haben, waren sechs Rundbahnen plötzlich kein Problem mehr.“

Wie ist die Qualität?

Dieter Gauger: „Hervorragend. Mehr kann man sich nicht wünschen.“

Trotzdem sind Sie nicht ganz glücklich.

Markus Graßmann: „Ich sage es so: Etliche unserer Mitglieder sind sogar frustriert.“

Warum?

Markus Graßmann: „Wir hatten den von der Stadt vorgeschlagenen Kompromiss mitgetragen, das Floschenstadion in Sindelfingen abzureißen und nach Maichingen umzuziehen. Es gab schwierige Diskussionen und harte Widerstände, vor allem mit und von unserem gemeinsamen Vorgänger Otto Welker, der sich mit Händen und Füßen wehrte. Es scheint fast so, als sollte er Recht behalten.“

Wo genau ist das Problem?

Markus Graßmann: „Da gibt es mehrere. Grundsätzlich haben wir die Sorge, dass hier kein vernünftiger Trainings- und Wettkampfbetrieb stattfinden kann. Beschlusslage war, dass die Infrastruktur des Floschenstadions in Maichingen eins zu eins umgesetzt wird. Vor ein paar Wochen haben wir Einsicht in das angedachte Flächenlayout bekommen. Im Allmend ist eine Tribünenanlage mit 400 Sitzplätzen geplant. Das ist die Größenordnung wie in Bad Boll, Rechberghausen oder Köngen, ohne den jeweiligen Leichtathletikabteilungen zu nahe treten zu wollen. Im Floschenstadion sind es 800 Sitzplätze, in Böblingen 1100.“

Warum ist das zu klein?

Markus Graßmann: „Wir sind ein Leistungssport- und Veranstalterverein, könnten aber nicht mal Landesmeisterschaften durchführen, geschweige denn deutsche Jugend- oder Juniorenmeisterschaften.“

Dieter Gauger: „Selbst bei Regionalmeisterschaften für Schüler oder Jugendliche würde das nicht reichen. Da kommen 300 bis 400 Kinder mit Trainern und Eltern. Wo sollen die hin, wenn es regnet? Wir haben immer gesagt, dass 500 Plätze die absolute Untergrenze sind, aber jetzt beginnt man plötzlich an allen Ecken zu sparen.“

Wo denn noch?

Markus Graßmann: „Der Kraftraum im Floschenstadion ist in vier Räumen auf 105 Quadratmetern verteilt. Und da ist es heute schon viel zu eng. Im neuen Stadion stehen 50 Quadratmeter im Plan. Das ist schlichtweg nicht praktikabel. Wir wollen nicht lamentieren, aber wir wollen unseren Beitrag für ein zukunftstaugliches Stadion leisten. Denn dieses muss sicher weitere 50 Jahre halten. Bei den Dimensionen spreche ich von ausreichend, nicht von großzügig.“

Dieter Gauger: „Außerdem haben wir schon des Öfteren darauf hingewiesen, dass Technikflächen wie die Werkstatt oder Großgeräte groß genug sein müssen. Da muss man mit mehr Augenmerk ran.“

Sind Sie mit den Sportflächen zufrieden?

Markus Graßmann: „Der vorgesehene Werferplatz ist größer als heute. Das ist sehr gut. Dann findet kein Wurftraining mehr im Stadion statt. Die Frage ist aber, wie man den Wurfplatz ans Stadion anbindet, da es einen nicht geringen Höhenunterschied gibt. Das soll keine Fundamentalkritik sein, aber darüber muss gesprochen werden.“

Es gibt also noch reichlich zu tun.

Markus Graßmann: „Sogar mehr als manche annehmen. Ein weiteres Thema, das uns am Herzen liegt, ist die Namensgebung des Stadions und am besten mit einem Namenssponsor.“

Warum ist ein neuer Name für das Allmendstadion wichtig?

Dieter Gauger: „Zum einen, weil das dann das neue Sindelfinger Stadion ist, das im Teilort Maichingen liegt. Und wenn man einen Sponsor ins Boot holt, könnte man über die Einnahmen die ebenfalls dringend notwendige Geräteausstattung finanzieren.“

Markus Graßmann: „Waldenbuch, Herrenberg, Pfullendorf oder Heidenheim – alle bekommen so etwas hin. Aber in der Sportstadt Sindelfingen heißt es, dass dieses Thema nicht auf der Agenda steht. So habe ich es wörtlich gehört. Eigentümer ist die Stadt Sindelfingen. Von ihr muss die Initiative kommen. Wir würden bei der Suche auch gerne mit Rat zur Seite stehen.“

Die EM steht vor der Tür und unsere Athleten trainieren auf dem Flickenteppich

Obwohl die Laufbahn fertig ist, trainieren die Leichtathleten immer noch komplett im Floschenstadion. Was sagen Sie dazu?

Markus Graßmann: „Das Betreiberkonzept ist das nächste, was uns umtreibt. Es ist einfach noch nicht klar, wer hier für was zuständig sein soll und wie die Nutzung geregelt wird. In der Rahmenplanung steht, dass dieser Punkt Mitte 2013 erledigt sein sollte. Es gibt verschiedene Modelle, die denkbar sind. Darüber wurde aber das letzte Mal vor über einem Jahr gesprochen. So lange das nicht geregelt ist, haben wir Probleme mit dem Trainingsbetrieb.“

Was bedeutet das?

Markus Graßmann: „Wir haben 2013 mit fünf deutschen Meistertiteln unser erfolgreichstes Jahr hingelegt. 2014 ging auch gut los. Im Sommer steht die EM in Zürich quasi vor der Haustür an. Aber unsere Athleten wie Nadine Hildebrand, Sabrina Lindenmayer und die anderen Läufer trainieren auf dem Flickenteppich im Floschenstadion, der immer schlimmer wird, obwohl es in Maichingen eine picobello Anlage gibt.“

Können das die Vereine nicht auf dem kleinen Dienstweg lösen?

Markus Graßmann: „Das ist ein weiterer zentraler Punkt: Es heißt immer nur, dass ein Bewirtschaftungsvertrag vorliegt. Das war uns bekannt. Dass wir aber bei der Nutzung der neuen Laufbahn außen vor sind, war uns neu. Wenn die Stadt jetzt sagt, dass die Vereine miteinander sprechen sollen, macht sie es sich zu einfach. Die Stadt ist Eigentümerin und gehört mit an den Tisch. Wir sind in Sorge, dass mit der neuen Anlage keine wirklich zukunftsfähige Lösung entsteht, und sind da nicht alleine. Wenn ich sehe, womit sich die VfL-Fußballer herumschlagen müssen, ist klar, dass wir alle miteinander größere Probleme zu lösen haben.“

Wie kann man noch die Kurve kriegen?

Markus Graßmann: „Wir wünschen uns eine lösungsorientiertere Mentalität bei der Stadt. In den letzten Monaten hören wir zu oft, was alles nicht geht und wer wofür nicht zuständig ist.“

Presse | Leichtathletik | 02.04.2014

Bergdolt läuft zu Bronze

Der Sindelfinger verbessert sich um sechs Sekunden

Von Saskia Drechsel

Trainer Harald Olbrich entschied, alle seine Schützlinge die 5000-Meter-Distanz laufen zu lassen. „Die Strecke ist zwar ziemlich hart, aber zu diesem Zeitpunkt in der Saisonvorbereitung geht das gerade noch. Wir machen sowieso zurzeit eher längere Sachen“, sagt der Mittel- und Langstreckentrainer des VfL Sindelfingen.

Ein Top-Ergebnis lieferte Johannes Bergdolt bei den Meisterschaften ab. Er war über die 5000-Meter-Strecke so schnell wie noch nie unterwegs und konnte in seinem ersten Jahr in der Juniorenklasse bereits seinen ersten Erfolg feiern. Mit schnellen 14:57 Minuten belegte er den Bronzerang. „Er hat ein geiles Rennen geliefert und seine Bestzeit um sechs Sekunden verbessert“, ist Olbrich begeistert. Außerdem konnte Bergdolt mit seiner Leistung schon beim Saisonauftakt die Norm für die diesjährigen deutschen Juniorenmeisterschaften unterbieten. Und das, obwohl sich der 19-Jährige eigentlich auf der 3000-Meter-Distanz am wohlsten fühlt.

In den Jugendklassen absolvierten alle Sindelfinger ihren ersten Einsatz über die ungewohnt lange Distanz. In der A-Jugend trat Tobias Kocholl an, bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften noch über die 800 Meter unterwegs. Er war 16:20 Minuten schnell und belegte einen guten vierten Platz.

In der B-Jugend gingen gleich drei Sindelfinger an den Start. Mitchell Baily war mit seinen 17:09 Minuten der schnellste Läufer der Blau-Weißen. Bei den Meisterschaften belegte er Platz sieben. Zehnter wurde Joschua Sperrle, der 17:22 Minuten benötigte. Konrad Schönberg lief in 18:02 Minuten ins Ziel. Harald Olbrich gab sich sehr zufrieden mit seinen Athleten, die allesamt gute Leistungen zeigen konnten. „Sie haben sich gut geschlagen, die Ausdauer stimmt.“

Nun geht es für die Sindelfinger Läufertruppe bald ins Trainingslager nach Milano Marittima. Dort wird über Ostern zwei Wochen lang hart trainiert, um die Grundlagen für einen erfolgreichen Wettkampf-Sommer zu legen.