Sponsoren

Diese Sponsoren unterstützen derzeit den VfL Sindelfingen

1001 spiele

Informationen zum Sponsorenpool

Kontakte

Geschäftsstelle
Barbara Erath · Schickhardtstr. 37/1 · 71116 Gärtringen
Telefon: 07034/27 02 49 - Fax: 07034/27 02 50
eMail Leichtathletik Geschäftsstelle
Speedy Leichtathletikschule für Schüler/innen bis 13 Jahre
Birgit Hamann
Telefon: 07031/68 67 27 - eMail Leichtathletik Speedy
Training allgemein
Im Winterhalbjahr (November bis März) findet das Training im Glaspalast sowie in verschiedenen Sporthallen statt.
Im Sommerhalbjahr (April bis Oktober) wird im Floschenstadion trainiert.

Presse | Hauptverein | 29.08.2015

Am Ball sind alle gleich

Der VfL Sindelfingen will die Flüchtlingsarbeit unterstützen / Der SZ/BZ-Redaktionsgast im Monat August: VfL-Sportmanager Harry Kibele

„Sport hilft bei der Integration“ titelte die SZ/BZ vor zwei Wochen zu einem Bericht über Flüchtlinge im Kreis Böblingen. So sieht man es auch beim VfL Sindelfingen. Der Verein macht Angebote, um die Flüchtlingsarbeit zu unterstützen.

Von Jürgen Haar und Steffen Müller

Schon im Februar setzte der VfL-Vorstand auf Initiative von Präsidentin Annette Bronder und Vorstandsfrau Sabine Mundle die Flüchtlingsfrage auf die Tagesordnung. „Der Verein will sich einbringen“, sagt Sportmanager Harry Kibele in einem Gespräch mit der SZ/BZ-Redaktion. Gegenüber dem Sozialamt der Stadt Sindelfingen und dem Arbeitskreis Asyl hat sich Sindelfingens größter Verein bereit erklärt, Sport- und Bewegungsangebote zu organisieren.

Der VfL und seine Abteilungen stehen in den Startlöchern, um auf verschiedene Art und Weise für Flüchtlinge, die nach Sindelfingen kommen, den Alltag zu erleichtern und für etwas Ablenkung zu sorgen. „Wir denken an Fußball für junge Männer oder an Schwimmunterricht für Kinder“, sagt Harry Kibele.

Der VfL würde dafür zunächst mit dem fest angestellten Personal arbeiten, „um einen Anfang zu machen“ (Kibele). Für diese Sportangebote, die hauptsächlich tagsüber stattfinden werden, wird es schwer sein, ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden. „Aber vielleicht gibt es den einen oder anderen Ruheständler, der uns hilft“, hofft der VfL-Sportmanager.

"Sport hat zwei Vorteile"

Überzeugt ist Harry Kibele davon, dass der Sport als Völker verbindendes Element die Menschen zusammenbringt. „Sport hat zwei Vorteile: Man muss keine Sprache können und man braucht keine besonderen Kenntnisse, um Sport zu treiben. Hinter einem Ball, der in die Mitte geworfen wird, springen alle Kinder her. Egal, ob der Vater Chefarzt oder Flüchtling ist. Am Ball sind alle gleich“, sagt der Sportlehrer.

Kibele nennt als Beispiel die VfL-Basketballer, in deren Reihen 16 Nationen Sport treiben. „Der Sport hat eine große Integrationskraft. Der VfL hat das in seiner Satzung verankert“, so der VfL-Sportmanager.

Interesse an Eschenried-Halle

Die Gesellschaft verändert sich, das ist eine der Herausforderungen für den größten Sindelfinger Verein. „Wir sind flexibel genug, darauf zu reagieren“, sagt Harry Kibele. Deshalb blickt man nach vorne und sucht Möglichkeiten, weitere Sportangebote anzubieten. Weil nach dem Umzug der Eschenried-Realschule in den Klostergarten (die SZ/BZ berichtete) eine Dreifeld-Turnhalle leer steht, meldete der VfL um Juli schriftlich seine Interesse bei der Stadt an.

„Wir hätten da einiges vor, auch in Bezug auf unsere Angebote für Flüchtlinge“, sagt Harry Kibele. Daneben gibt es Ideen für Ganztages-Sportangebote, Breiten- oder Reha-Sport. Dafür wäre die Eschenried-Halle ideal. Außerdem könnte man in der Halle auch die VfL-Kampfsportarten konzentrieren. „Wir könnten hier wie im Glaspalast einen Dojo aufbauen. Auch andere Sportarten, wie zum Beispiel die Turner, haben Bedarf“, denkt der VfL-Sportmanager in die Zukunft.

Allerdings lohnt es sich nur, über eine mittel- bis langfristige Lösung nachzudenken. Sollte die Stadt für den gesamten Schulkomplex in den nächsten zwei bis drei Jahren eine andere Nutzung anstreben, wäre das Thema erledigt. „Ab einem fünfjährigen Mietvertrag wäre eine Nutzung für uns interessant“, so Kibele im SZ/BZ-Gespräch.

Fußballer und Handballer ohne Halle

Die Stadt hat sich noch nicht erklärt, deshalb ist das Thema Zukunftsmusik. Aktuell muss sich der Verein aber doch mit dem Flüchtlings-Thema befassen. Die Fußballjugend des VfL absolviert normalerweise im Winter ihr Training in der Sporthalle der Gottlieb-Daimler-Schule. Die ist zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut und steht deshalb nicht mehr für den Trainingsbetrieb zur Verfügung.

Landratsamt und Stadtverwaltung haben den VfL-Jungkickern bislang noch keine Alternative offeriert, deshalb ist Jugendleiter Harry Schollenberger auf der Suche nach einem Ausweichquartier. Es gibt Möglichkeiten, „doch damit kämen zusätzliche Kosten auf die Fußballabteilung zu“, so Kibele.

Betroffen sind auch die Handballer, die als HSG Böblingen/Sindelfingen in der Böblinger Mildred-Scheel-Schule untergebracht sind. „Auch hier gibt es noch keine Aussage, wie die Handballer ausweichen können“, sagt der VfL-Sportmanager. Hier drängt die Zeit, denn nach den Sommerferien beginnt für die Handballjugend die Saisonvorbereitung.

Presse | Leichtathletik | 19.08.2015

Den Stab darf man niemals loslassen

Martina Schultze fühlt mit Kollegin Kira Grünberg

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Das Fliegen – seit jeher eine Faszination, doch ebenso hoch wie die Freude daran ist auch das Risiko. Stabhochspringer wollen und können im höher hinaus, das geht häufig gut. Zahlreich sind die Erfolge der Sindelfinger Stabhochspringerriege um Martina Schultze oder Florian Gaul. Es kann aber auch schief gehen. Die Österreicherin Kira Grünberg stürzte bei einem Trainingssprung in den Einstichkasten und muss nun mit einer Querschnittslähmung den Hals abwärts leben. Die Leichtathletikwelt ist betroffen, geschockt war auch Stabhochspringerin Martina Schultze, als sie von dieser Nachricht hörte.

Die 24-Jährige ist Stabhochspringerin mit Leib und Seele. Früh lernte sie mit dem Stab das Fliegen, immer höher wollte sie hinaus. Inzwischen ist die Leichtathletin des VfL Sindelfingen in der erweiterten deutschen Spitze angekommen. Ihre Bestleistung steht bei 4,50 Metern, international zum Einsatz kam sie in der Nachwuchsklasse, bei der Studenten-Universiade vor zwei Jahren in Kazan wurde es die Silbermedaille.

In diesem Jahr sollte es noch ein bisschen höher hinaus gehen für Schultze, die Form war so gut wie noch nie. Nach Problemen im Winter verlief die Vorbereitung auf die Sommersaison reibungslos. Die Saisonziele standen fest: „Ich wollte bei den deutschen Meisterschaften gut abschneiden, erfolgreich an der Universiade in Gwangju teilnehmen und höhentechnisch um die 4,55 Meter springen“, so die Athletin. 4,55 Meter, so hoch liegt auch die Qualifikationslatte für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften, die in Kürze in Peking beginnen. Doch dann kam alles anders als gedacht.

Nun versucht die Sindelfingerin etwas Abstand vom Stabhochspringen zu bekommen, ihre Saison brach sie schon vor den deutschen Meisterschaften ab. Lange jagte sie der Norm für Gwangju nach, die bei 4,40 Metern lag. Beim Springermeeting in Zweibrücken klappte es dann endlich. „Dann haben wir gleich die 4,55 Meter aufgelegt. Im Nachhinein weiß ich, der Schritt war zu groß, ich bin durchgelaufen und das hat sich festgesetzt, auch in den Wettkämpfen danach wurde ich immer unsicherer“, erzählt Schultze. Das Problem verfolgte sie bis zur Universiade. Auch im Finale von Gwangju lief Schultze durch, schied ohne gültigen Versuch aus. „Ich habe mich nicht wie sonst gefühlt, normalerweise bin ich in Wettkämpfen mental stark, ich habe mich aber von vielen kleinen Dingen verunsichern lassen.“

Den Grund für das Verweigern der Sprünge kennt nicht einmal Schultze so genau. Die Angst vor neuen, großen Höhen spielt mit. Neue, härtere Stäbe vergrößern die Unsicherheit. „Der Kopf sagt einem: Hab Respekt, alles in dir schreit, tu es nicht.“ Die deutschen Meisterschaften in Nürnberg sagte Schultze daraufhin ab, zu groß die Angst, dass das Durchlaufen Gewohnheit wird. Nun gilt es Abstand zu bekommen. „Weil ich in den letzten Jahren in Amerika und Deutschland Wettkämpfe gemacht habe, habe ich nie lange Pause gehabt. Auch die Umstellung war groß.“

Als ihrer Disziplinkollegin der tragische Unfall passierte, befand sich Schultze also schon in der Saisonpause. Ausgetauscht hat sie sich aber seitdem mit einigen Stabhochspringern. „Viele fühlen sich schlecht in den Wettkämpfen, weil sie springen und Kira nicht dabei ist“, erzählt Schultze, die die Österreicherin nicht persönlich kennt. „Ich habe sie aber in dieser Saison schon springen sehen. Während des Wettkampfs habe ich tatsächlich gedacht: „Die springt aber unkontrolliert“, erzählt Schultze. Laut der 24-jährigen Studentin kann es beim Stabhochspringen in zwei Fällen kritisch werden: „Wenn man den Stab loslässt, dann fällt man womöglich schräg in den Einstichkasten, deswegen bringen einem die Trainer gleich bei: niemals loslassen.“

Oder es wird gefährlich, „Wenn man auf der Latte drauf landet und es noch nicht mit den Beinen drüber geschafft hat, dann stürzt man kopfüber und bekommt die Beine nicht weg.“

Abhängig von Technik und körperlichen Voraussetzungen springt jeder Stabhochspringer tatsächlich unterschiedlich. „Mich haben schon viele gefragt, ob mich das jetzt beim Springen beeinflusst, aber ich springe ganz anders und halte das Risiko für gering. Mir ist insgesamt recht wenig passiert, ich bin höchstens mal vom Stab abgerutscht oder vorne auf der Matte gelandet.“

Presse | Leichtathletik | 11.08.2015

Böttinger verpasst die Goldmedaille

Deutsche Meisterschaft der U16-Jugend in Köln

Nachwuchs-Hammerwerfer Lars Böttinger vom VfL Sindelfingen war der einzige Teilnehmer aus dem Kreis Böblingen bei der deutschen Leichtathletik-Meisterschaft U16 an vergangenen Wochenende in Köln. Statt des erhofften Titels brachte er nur die Silbermedaille mit.

VON HOLGER SCHMIDT

62,69 Meter hatte der 15-Jährige im Vorfeld erzielt - eine Leistung, die locker für Gold gereicht hätte. Am Rhein allerdings waren es für den Schwaben über fünfeinhalb Meter weniger und gerade einmal zwei gültige Versuche, dessen besserer bei 56,96 Meter vermessen wurde.

Dabei musste Böttinger sogar zittern, dass der mit 56,81 Meter letztlich drittplatzierte Konstantin Moll (SV Schlau.Com Saar 05 Saarbrücken) am Ende nicht noch an ihm vorbeizog. Der klare Sieg ging an Oliver Tomann (SCC Berlin/58,60 Meter), dessen fünf gewertete Durchgänge allesamt von keinem der sechs anderen Teilnehmer übertroffen wurden.

Tobias Dahm nähert sich immer mehr der 20-Meter-Marke an

Beim Kugelstoß-Meeting in Böhmenkirch glänzte mit Tobias Dahm ein weiterer Sindelfinger. Auf 19,84 Meter und damit einen Zentimeter weiter als bei der deutschen Meisterschaft vor zwei Wochen beförderte er sein 7,26 Kilogramm schweres Sportgerät. Anfang August in Schifflange (Luxemburg) waren es sogar 19,93 Meter für den deutschen Vizemeister, der sich damit immer weiter der angestrebten 20-Meter-Marke nähert.

Presse | Leichtathletik | 11.08.2015

Mit viel Geduld und Leidensfähigkeit

Hürdensprinter Yannick Frers vom VfL Sindelfingen beendet dreijährige Durststrecke

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Wer Yannik Frers bei den deutschen Meisterschaften der Aktiven in Nürnberg gesehen hat, musste dem 21-Jährigen zweifellos Respekt zollen. Frers ist Hürdenläufer im Trikot des VfL Sindelfingen. Ein Langhürdenläufer, der es in den letzten Jahren alles andere als leicht hatte. Es war das Jahr 2011, das dem Sindelfinger wohl die Motivation gab durchzuhalten.

Damals fanden im August die deutschen Jugendmeisterschaften in Jena statt. Vor vier Jahren war Frers noch B-Jugendlicher. In der Bestenliste seiner Altersklasse war er unter den Top Zehn aufgeführt. Bei den Jugendmeisterschaften war das Finale das große Ziel, das der Leichtathlet souverän erreichte. Im Endlauf dann zeigte Frers das schnellste Rennen seiner noch jungen Karriere und verbesserte seine Bestzeit um fast eine halbe Sekunde auf 54,50 Sekunden. Der Jubel war riesig, als der Hürdenläufer als Zweiter ins Ziel einlief und sich die Silbermedaille umhängen lassen durfte. „Damals dachte ich, dass es jetzt weiter so nach oben geht“, sagt Frers.

Der deutsche Jugend-Vizemeister hatte in den folgenden Jahren mit ganz anderen Hindernissen als den Hürden zu kämpfen. Sein bisheriger Trainer Jürgen Schneider verließ den Verein in Richtung Saarland, zwar arbeitete das Duo weiter zusammen, doch beim Coaching aus der Ferne muss man Abstriche machen, lange Zeit musste der Sindelfinger alleine trainieren. Hinzu kamen Verletzungen, das Jahr 2012 verlief durchwachsen ebenso wie 2013.

Ende des Jahres stieß Trainer Sebastian Marcard mit seiner gesamten Gruppe zum Verein. Frers wechselte Ende 2013 in die Trainingsgruppe Marcards. Er stellte sein Training um, wollte unbedingt wieder Schritte nach vorne machen. „Wir haben dann mehr Fokus auf meine Schwäche, die Schnelligkeit, gesetzt. Die hat sich dann recht positiv entwickelt“, so Frers. Doch immer wieder wurde er von muskulären Problemen zurückgeworfen. Außerdem litt der Sindelfinger unter wachstumsbedingten Reaktionen an der Patellasehne am Knie, die ihn monatelang zu alternativem Training zwangen. Gemeinsam mit Trainer Marcard wurde entschieden, den Fokus für das Jahr 2014 auf einen lang gezogenen Aufbau über zwei Jahre hinweg zu setzen. „Ich musste erst wieder fit werden. Wir haben einige Dinge umstrukturiert und optimiert.“

Darunter nicht nur Trainingsumfänge und Pausen, sondern auch die Ernährung und die Regeneration. „Dass dann im Jahr 2014 nur eine kleine Verbesserung erfolgte war somit normal“, sagt Frers. Für das Jahr 2015 sollten die Zeichen auf Angriff stehen. Und der Plan ging auf. Die Saisonvorbereitung verlief problemlos, in den Hallenwettkämpfen zeichnete sich Frers’ gute Form ab, die wurde im Trainingslager auf Mallorca immer besser.

Das Saisonziel stand fest: „Meine Bestzeit verbessern in Richtung der 54 Sekunden oder darunter, und wenn möglich auch die Norm für die deutschen Meisterschaften der Aktiven laufen.“ Schon bei den deutschen Meisterschaften der Junioren kam der Durchbruch, Frers steigerte seine Bestzeit um fast zwei Sekunden auf 53,18 Sekunden. „Mit dieser Zeit hatte ich nicht gerechnet.“

Die Norm für die deutschen Meisterschaften in Nürnberg fiel, ein großer Traum ging in Erfüllung. Und auch in Nürnberg war Frers nicht aufzuhalten. Erst blieb er im Vorlauf erstmals unter der 53-Sekunden-Marke, qualifizierte sich für den Endlauf. Im Finale dann ein absoluter Gänsehaut-Moment: Im gut gefüllten Stadion gelang dem Sindelfinger der letzte Streich seiner so erfolgreichen Saison. Langsam ging er sein Rennen an, umso schneller war er in der zweiten Hälfte. Das Ergebnis: Wieder eine Bestzeit, inzwischen steht sie bei 52,78 Sekunden und außerdem ein überraschender fünfter Platz. „Die Saison war einfach der Hammer“, sagt Yannik Frers. Die nächste soll noch besser werden.

Presse | Leichtathletik | 28.07.2015

Erhoffte Silbermedaille mit Wermutstropfen

Kugelstoßer Tobias Dahm Zweiter bei der deutschen Meisterschaft - Fünf weitere Spitzenergebnisse für den VfL Sindelfingen

Eine Medaille und weitere fünf Platzierungen unter den besten acht holten die Leichtathleten des VfL Sindelfingen bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg. Im Kugelstoßen gab's die erhoffte Silbermedaille für Tobias Dahm, einige der anderen Spitzenergebnisse waren dagegen erfreuliche Überraschungen.

VON HOLGER SCHMIDT

Bester Kugelstoßer in Franken wurde erwartungsgemäß der Sachse David Storl (SC DHfK Leipzig). Mit 21,47 Metern und vier weiteren Versuchen über der 21-Meter-Marke drehte der Doppelweltmeister an der Spitze der Konkurrenz einsam seine Kreise. Doch genauso ungefährdet holte Tobias Dahm die Vizemeisterschaft. Schon seine 19,37 aus Durchgang eins konnte keiner der übrigen acht Teilnehmer mehr überbieten. Mit 19,83 legte der 28-Jährige im dritten Versuch sogar noch einen Zentimeter auf seine Saisonbestmarke drauf. Einziger Wermutstropfen: Die 20 wollte auch bei diesem Wettkampf nicht fallen.

Was Patrick Oehler nach 1:50,61 Minuten als 800-Meter-Vorlauf-Viertem knapp verwehrt blieb, schaffte über 400 Meter Hürden Yannik Frers. In persönlicher Bestzeit von 52,98 Sekunden zog der 21-Jährige zum ersten Mal in ein DM-Finale bei den Großen ein. Dort gelang ihm mit 52,78 Sekunden eine weitere Steigerung und der völlig unerwartete sechste Platz. Noch besser machte es Florian Gaul im Stabhochsprung. Nicht überragend war seine Höhe von 5,40 Meter, doch damit wurde er hinter dem überragenden Weltmeister Raphael Holzdeppe, der mit 5,94 einen neuen Meisterschaftsrekord aufstellte, und drei weiteren Mitbewerbern sehr guter Fünfter.

Freud und Leid hielten sich die Waage bei den VfL-Hürdensprintern. Während die eigentlich höher eingeschätzte Sabrina Lindenmayer nach durchwachsener Sommersaison bereits im Vorlauf scheiterte, gelang Vereinskamerad Niklas Rippon der Sprung unter die besten acht. Rang sieben in 14,30 Sekunden war der Lohn für einen couragierten DM-Auftritt, nachdem die Uhr in der Vorentscheidung sogar bei der persönlichen Bestleistung von 14,11 Sekunden stehen geblieben war. Ebenfalls Siebter wurde mit 56,77 Metern im Diskuswurf Michael Salzer.

Jeweils Neunte wurden die Sindelfinger 4x100-Meter-Staffel mit Deniz Almas, Romed Guischard, Patrick Saile und Alexander Schif in Saisonbestzeit von 40,95 Sekunden sowie Speerwurf-Routinier Peter Esenwein, der sein Sportgerät beim vermutlich letzten DM-Auftritt auf 69,81 Meter schleuderte. Für den gelungenen Abschluss sorgte traditionell das 4x400-Meter-Quartett. Alexander Schif, Patrick Saile, Yannik Frers und Patrick Oehler rannten ordentliche 3:16,62 Minuten und mussten als Sieger des ersten Zeitendlaufes nur fünf Mannschaften aus der zweiten Serie den Vortritt lassen. - Weitere Ergebnisse:

Männer, 200 Meter Vorlauf: Patrick Saile 21,96 Sekunden; 1500 Meter Vorlauf: Bastian Franz (beide VfL Sindelfingen) 3:56,23 Minuten; weibliche Jugend, 4x400 Meter Vorlauf: StG Schönbuch-Nord (Keller, Schwarz, Griebsch, Arbter) 4:08,95 Minuten.

Presse | Leichtathletik | 22.07.2015

Vom Ersatzmann zum Schlussläufer

Der 18-jährige Sindelfinger Denis Almas feiert bei der EM seine internationale Premiere

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Deniz Almas ist am Wochenende auch international durchgestartet. Der Sprinter des VfL Sindelfingen hat an seinen ersten Europameisterschaften teilgenommen, es war die Meisterschaftspremiere des 18-Jährigen im Nationaltrikot.

Nachdem der Athlet des VfL Sindelfingen am Freitag seinen 18. Geburtstag feierte, kam es für ihn am Sonntag gleich zum nächsten Höhepunkt. Almas war als Ersatzläufer für die deutsche Jugend-Staffel nominiert worden. Doch die beiden Einzelstarter, Lukas Hein und Kai Köllmann, hatten mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Am Samstagabend wurde entschieden: Deniz Almas wird Teil des deutschen Quartetts sein. Im Vorlauf machte er seine Sache gut. Die Übergabe von Alexander Deckert auf Almas klappte wie am Schnürchen, der Sindelfinger Schlussläufer sorgte für den Vorlauf-Sieg in 40,39 Sekunden. Damit zog das Quartett souverän ins Finale ein.

Dort mussten sich die Sprinter aufgrund eines Wechselfehlers aber mit Platz fünf begnügen. Die Staffelholz-Übergabe zwischen Fabian Netzlaff und Alexander Deckert lief nicht reibungslos, Deckert musste abbremsen und verlor an Schwung. Deniz Almas kam erneut als Schlussläufer zum Einsatz und konnte auf der Zielgeraden nur noch den fünften Platz absichern. Die Zeitmessanlage stoppte für die DLV-Staffel bei 40,68 Sekunden.

Presse | Leichtathletik | 06.07.2015

Der VfL besteht in der Hitzschlacht

Die Sportler des VfL Sindelfingen treten mit acht Medaillen in den Taschen die Heimreise von den süddeutschen Meisterschaften in Kaiserslautern an

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Bei der Hitzeschlacht in Kaiserslautern schlugen sich die Leichtathleten des VfL Sindelfingen beachtlich. Gleich acht Medaillen sahnten die Blau-Weißen bei den süddeutschen Meisterschaften der Aktiven und der Jugendlichen der Altersklasse U18 ab.

* * *

Die Laufbahn glühte an beiden Tagen förmlich, Sprinter verbrannten sich, in ihren Startblöcken sitzend, die Finger. In der Sonne bewegten sich die Sportler trotzdem freiwillig und erzielten erstaunlich gute Leistungen.

* * *

Die erste von vier Sindelfinger Goldmedaillen holte am Samstag Sabrina Lindenmayer. Die Hürdensprinterin konnte in dieser Saison noch nicht an ihre Bestzeit vom letzten Jahr anknüpfen. Die fehlende Spritzigkeit ist einer der Knackpunkte, woran das liegt, darüber kann Trainer Werner Späth auch nur rätseln. Auch mit ihrem Vorlauf am Samstagmittag war Lindenmayer nicht zufrieden. Für das 100-Meter-Hürdenfinale qualifizierte sie sich trotzdem nach ihrem Vorlaufsieg. Im Finale klappte alles dann schon deutlich besser. Lindenmayer schaffte eine Saisonbestleistung und war nach 13,45 Sekunden im Ziel. Da konnte keine Konkurrentin dagegen halten. Die Stuttgarterin Bianca Marten wurde recht deutlich auf Platz zwei verwiesen und die Sindelfinger Athletin holte sich zum wiederholten Mal den Titel bei süddeutschen Meisterschaften. „Das Finale war in Ordnung. Das war definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. „Jetzt will ich schauen, was noch geht. Nächste Woche starte ich in der Schweiz und dann kommen auch schon die Deutschen“, so Lindenmayer.

* * *

Drei weitere Meistertitel folgten am Sonntag. Im Kugelstoßen der Männer ging Tobias Dahm als haushoher Favorit in den Wettkampf. Er erzielte im dritten Versuch 19,67 Meter und war in Kaiserslautern nicht zu schlagen. Mit seiner Tagesbestweite schnappte er sich die Goldmedaille.

* * *

Auch Trainingskamerad Michael Salzer durfte sich die Goldmedaille umhängen lassen. Der Diskuswerfer ist nach einer langwierigen Rückenverletzung wieder zurück im Ring und ließ sein Wettkampfgerät am Sonntag auf 55,02 Meter fliegen. Damit sicherte er sich in einer knappen Entscheidung den Meistertitel.

* * *

Für den krönenden Abschluss der Titelkämpfe aus Sindelfinger Sicht waren Joachim Krauth, Patrick Oehler und Bastian Franz zuständig. Sie waren über die 3x1000-Meter-Strecke die schnellsten und nahmen der Konkurrenz aus Schorndorf fast sieben Sekunden ab.

* * *

Für weitere Medaillen wurde auf den Rundbahnen gesorgt. Im 1500-Meter-Rennen stürmte Anna-Karina Becker zur Bestleistung und zum Sieg. Recht langsam war das Rennen gestartet, auf den letzten Metern konnte auch Becker Gas geben und schaffte es auf den dritten Platz. Mit 4:41,74 Minuten durfte sie sich die Bronzemedaille umhängen lassen. „Ich bin ziemlich zufrieden, die Bestzeit hatte ich mir vorgenommen aber bei diesen Temperaturen ist das natürlich nicht einfach“, sagt Becker.

* * *

Silber ging über die 400-Meter-Hürdenstrecke an Yannik Frers. Gerade für die Langhürdenläufer waren die Bedingungen anspruchsvoll und so konnte sich Frers erst später über seine Vizemeisterschaft freuen, zu erschöpft war er im Ziel. In einem couragierten Lauf ging Frers nach zweihundert Metern in die Offensive und lief ein sauberes Rennen. An Quentin Seigel kam Frers nicht vorbei. Hinter dem Offenburger wurden für den Sindelfinger Langhürden-Spezialisten aber sehr gute 53,43 Sekunden gestoppt. „Damit ist Yannik wieder im Bereich seiner Bestzeit gelaufen, ein guter Lauf, die Form stimmt. In Nürnberg will er nun an die 53 Sekunden heranlaufen“, sagt Trainer Sebastian Marcard.

* * *

Lautstark jubelte Peter Esenwein nach seinem fünften Versuch im Speerwurfwettkampf der Männer. Der Sindelfinger Neuzugang ist in dieser Saison noch nicht so richtig in Erscheinung getreten. Er laborierte lange an Ellenbogenbeschwerden, nach der Pause fehlen dem Speerwurf-Routinier die Würfe. Deswegen hatte er es auch in Kaiserslautern nicht einfach. Als Siebter qualifizierte er sich für den Endkampf der besten Acht. Dann gelang ihm ein sauberer Wurf, der auf starke 71,82 Meter flog, pure Erleichterung bei Esenwein, der sich damit die Qualifikation für die deutschen Meisterschaften gesichert hat, die er schon im letzten Jahr knapp verpasste. „Die Würfe fehlen, aber so langsam geht es wieder und heute hab ich eine Idee davon bekommen, wie weit es gehen könnte“, sagt Esenwein.

Presse | Leichtathletik | 30.06.2015

Gaul springt am höchsten von allen

Stabhochspringer Florian Gaul vom VfL Sindelfingen entschied den Wettbewerb beim Meeting in Ingolstadt für sich. 5,40 Meter überquerte außer ihm kein weiterer Teilnehmer. Die neue persönliche Bestleistung von 5,55 versuchte er anschließend noch dreimal vergeblich. Damit scheint der deutsche Hallen-Vizemeister des Jahres 2014 rechtzeitig vor der DM Ende Juli in Nürnberg in Form zu kommen. Bei seinem Erfolg in Ingolstadt profitierte Florian Gaul allerdings davon, dass der vielfache deutsche Meister Malte Mohr (TV Wattenscheid 01), mit 5,91 Metern Stadionrekordhalter, diesmal bereits an seiner Einstiegshöhe von 5,20 scheiterte.

Beim Schönebecker Sole Cup belegte Kugelstoßer Tobias Dahm mit 19,68 Metern Rang zwei hinter dem erneut überragenden Weltmeister David Storl (LAC Erdgas Chemnitz), der mit 21,94 die zweitbeste Leistung seiner Karriere überhaupt erzielte. Eine Punktlandung gab's für 100-Meter-Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer bei den Einlageläufen im Rahmen der U20-Juniorengala in Mannheim. Zweimal erzielte sie mit 13,68 Sekunden exakt die Zeit, die sie auch schon beim Gewinn der baden-württembergischen Meisterschaft Anfang Juni auf die Bahn gebracht hatte. Damit bleibt die 27-Jährige weiterhin Zwölfte der deutschen Rangliste und muss sich noch um einige Zehntelsekunden verbessern, wenn sie den fünften DM-Platz des Vorjahres am 25./26. Juli wiederholen will.

Presse | Leichtathletik | 17.06.2015

Gleich zweimal stehen die Gastgeber ganz oben auf dem Podest

Landesoffene Mannschafts-Teamwettkämpfe des Nachwuchses - U16-Jungs und U12-Mädels des VfL Sindelfingen erfolgreich

Gleich zweimal platzierten sich die Leichtathleten des gastgebenden VfL Sindelfingen ganz vorne bei den landesoffenen Mannschafts-Teamwettkämpfen des Nachwuchses im heimischen Floschenstadion. Erfolgreich waren bei bestem Leichtathletik-Wetter sowohl die blau-weißen U16-Jungs als auch die U12-Mädchen.

Bei den Jungs lagen die Sindelfinger Mark Bachner, Max Behrendt, Lars Böttinger, Adrian Brandmeier, Iago Carreiro Kirsche, Christian Dietrich, Julian Erath, Justus Gaude, Paul Kohler, Manuel Krebs und Thomas Nagel am Ende mit 9427 Punkten deutlich vor dem zweitplatzierten LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg (8885) und der StG Schönbuch-Nord (8476) mit Teilnehmern aus Böblingen, Dagersheim und Holzgerlingen. Eifrigster Punktesammler war Max Behrendt über 80 Meter Hürden, in der 4x100-Meter-Staffel, im Diskuswurf und vor allem im Weitsprung, wo er beachtliche 6,27 Meter in die Grube setzte.

Sehr viel knapper fiel der VfL-Sieg bei den U12-Mädchen aus. Melissa Blum, Julia Bohn, Senta Eissler, Lia Hage, Antonia und Katharina Jörg, Mirka Kempf, Chiara Kienle, Marie Müller, Lea Stefani sowie Rosa Toscano hatten mit 4497 nur wenige Zähler mehr auf dem Konto als Annika Bartelt, Julia Binder, Sonay Canbonara, Letitia Göcke, Sophie Kroll, Seraphina Schaber, Jule Schweikert und Kim Tietze von der Sportvereinigung Holzgerlingen (4461).

Vize wurden die Sindelfinger U12-Jungs (4056), ebenfalls knapp vor der SpVgg Holzgerlingen (4006), beide klar überflügelt vom LAV Stadtwerke Tübingen (4625). Bei den U16-Mädchen ging Platz eins an die StG Schorndorf-Winnenden, beste U14-Mädchen waren die des LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg und bei den gleichaltrigen Jungs war die LG Filstal mit großem Abstand Spitzenmannschaft.

Presse | Leichtathletik | 15.06.2015

Platz fünf für Simon Bayer

Sindelfinger bester Kreisvertreter bei der U23-DM

Der fünfte Rang des Sindelfinger Nachwuchs-Kugelstoßers Simon Bayer war das beste Resultat eines Leichtathleten aus dem Kreis Böblingen bei den Deutschen U23-Meisterschaften am Wochenende in Wetzlar.

Lange lag Bayer mit 17,06 Metern aus Durchgang zwei an sechster Stelle, konnte sich dann aber im sechsten Versuch auf 17,55 und um einen Platz verbessern. Fast genau einen Meter kürzer stieß Vereinskamerad Markus Reichle (16,61), der damit ebenfalls den Endkampf erreichte, aber Achter blieb. Ganz vorne lieferten sich Dennis Lewke (SC Neubrandenburg) und Bodo Göder (SR Yburg Steinbach) ein packendes Duell, das mit 19,22 Metern und nur einem winzigen Zentimeter Vorsprung der Ostdeutsche für sich entschied.

Nicht ins Finale zog ohne den verletzten Johannes Wiesner die Sindelfinger 4x100-Meter-Staffel ein, die mit Jan Schenk, Sebastian Neumann, Deniz Almas und Marvin Tischler in 41,86 Sekunden dennoch Saisonbestleistung lief. Hinter ihren Möglichkeiten zurück blieb im Diskuswurf der Mädchen Johanna Beyerle. 42,55 Meter reichten nur zum letzten Platz unter elf Teilnehmerinnen. Nicht über zwei Meter hinaus kam im Hochsprung Tassilo Hackert vom TSV Eltingen. Bereits bei 1,95 verzeichnete der 21-Jährige einen Fehlversuch, meisterte dann aber die zwei Meter im ersten Durchgang. Aber schon bei 2,04 Meter war Endstation. Acht Zentimeter fehlten zur persönlichen Bestleistung. Das bedeutete Platz sieben im 13-köpfigen Feld. Der Sieg ging mit WLV-Rekord von 2,25 Meter an David Nopper vom LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg. Am Sonntag erreichte der Sindelfinger Yannik Frers in einem von zwei Zeitendläufen über 400 Meter Hürden in 53,13 Sekunden die fünfte Zeit und wurde insgesamt Neunter. Die 4x400-Meter-Staffel fiel verletzungsbedingt aus.

Presse | Leichtathletik | 09.06.2015

Starke Jungs und schnelle Beine

Starke Jungs und schnelle Beine

Zwei gut besetzte Meetings standen am Wochenende auf dem Terminplan der Leichtathleten. Während in Leipzig die Werfer zum Einsatz kamen, waren es in Regensburg die Sprinter und die Springer, die durchstarteten.

In Regensburg zeigte das Sindelfinger Sprintteam um Trainer Sebastian Marcard sein Können. Deutlich unter der 11-Sekunden-Marke blieben Carsten Theurer und Romed Guischard. Die beiden hatten in ihren Vorläufen allerdings mit Gegenwind zu kämpfen und kamen nicht an die erhofften Zeiten heran. Guischard war 10,78 Sekunden schnell. Theurer kam nach 10,95 Sekunden ins Ziel. Sprinter John-Henry Tate musste aufgrund eines Krampfes austrudeln lassen. „Sie brauchen noch ein paar Wettkämpfe, dann fällt auch die Norm für die deutschen Meisterschaften in Nürnberg“, sagt Sebastian Marcard. Deniz Almas blieb mit 10,85 Sekunden unter seiner Bestleistung, schaffte es aber auf Platz sieben im Finale der männlichen Jugend U20.

Gleich drei Sindelfinger Athleten waren im 1500-Meter-Lauf am Start. Bastian Franz hatte schon am vergangenen Wochenende triumphiert, als er bei den baden-württembergischen Meisterschaften in Forst überraschend den Vizemeistertitel gewann. Auch in Regensburg war der Mittelstreckler der Blau-Weißen schnell unterwegs und zeigte, dass er wieder voll da ist auf den kürzeren Läufer-Distanzen. In einem flotten Rennen legte er sich mit dem Regensburger Felix Plinke an. Die beiden machten, dem Feld enteilt, den Sieg unter sich aus. Franz hatte knapp das Nachsehen, durfte über seine starke Zeit von 3:48.28 Minuten aber trotzdem jubeln. Schließlich hat er es schon in seinem zweiten Saisonrennen über diese Distanz geschafft, die Norm für die deutschen Meisterschaften zu knacken. Hinter Franz reihte sich Trainingskamerad Simon Dörflinger auf Rang sieben ein. Er lief 3:56,98 Minuten schnell. Elfter wurde Joachim Krauth mit 3:58,41 Minuten. 19. im 800-Meter-Feld der Frauen wurde Anna Karina Becker mit 2:15,77 Minuten.

In Leipzig beim 20. Werfertag trat der Sindelfinger Tobias Dahm an. Er kratzt noch immer an der 20-Meter-Marke, hat aber abgesehen davon schon einige sehr konstante Wettkämpfe gezeigt. Dahm und der Neubrandenburger Christian Jagusch machten den Wettbewerb unter sich aus. Der Sindelfinger entschied das Duell mit einem weiten Stoß auf 19,72 Meter für sich. Jagusch blieb mit 19,47 Metern der zweite Platz.

Auf Platz sechs landete Simon Bayer, erst in diesem Jahr der Jugendklasse entwachsen. Er erzielte gute 17,01 Meter und durfte sich erneut über einen 17-Meter-Stoß freuen. Dahinter wurde Markus Reichle mit 16,50 Metern Siebter.

Sechster Platz in Leipzig: der Sindelfinger Kugelstoßer Simon Bayer. Bild: Drechsel

Presse | Leichtathletik | 03.06.2015

Glücksgefühle für Johannes Wiesner

Der Sindelfinger Sprinter holt sich bei der baden-württembergischen Meisterschaft den Titel

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Stefan Nagel trainiert seit Jahren konzentriert an seiner Weitsprung-Technik und hat sich immer weiter nach vorne gearbeitet. Bei den baden-württembergischen Meisterschaften in Forst hatte Nagel mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen, löste diese Aufgabe aber bedeutend besser als seine Altersgenossen und siegte. „Es war nicht einfach, besonders der wechselnde Wind hat Probleme gemacht. Ich bin aber recht gut ans Brett gekommen“, sagt Nagel. Er verfehlte seine Bestleistung knapp.

* * *

Simon Bayer schaffte einen weiten Stoß über die 17-Meter-Marke und reihte sich direkt hinter Tobias Dahm ein. „Ich habe mein Training angepasst und an meinen Schwächen gearbeitet. Ich trainiere jetzt wettkampfnäher und habe heute richtig Druck auf die Kugel bekommen. Aber da geht noch einiges“, sagt Simon Bayer.

* * *

„Einfach top, dass ich so schnell war und besonders so früh in der Saison schon solche Zeiten laufe“, sagt Johannes Wiesner. Er siegte über die 100 Meter der Männer. Und der VfL-Sprinter weiß auch warum: Zum ersten Mal seit Langem ist er verletzungsfrei durch den Winter gekommen und konnte die Grundlage für eine erfolgreiche Wettkampfsaison legen. Mit einer Zeit von 10,60 Sekunden hatte er schon vor den Meisterschaften geliebäugelt. „Dabei fand ich meinen Lauf nicht einmal sonderlich gut. Der Start war wirklich mies“, grinst Wiesner. Er hat sich bewusst dafür entschieden bei den Meisterschaften zu starten. Viele seiner Sprinterkollegen sind an diesem Wochenende in Weinheim und nutzen dort die schnelle Bahn. „Hier ist es gemütlicher und ich konnte die anderen ein bisschen ärgern“, sagt Johannes Wiesner.

* * *

Leo Lohre kam im Stabhochsprung nicht über seine Einstiegshöhe von 4,80 Metern hinaus. „Er konnte jetzt zwei Wochen nicht richtig trainieren wegen seinem Heuschnupfen. Durch das Training bei Sebastian Marcard ist er eigentlich deutlich schneller geworden, heute ist er aber wieder in alte Muster zurückgefallen. Die Geschwindigkeit hat heute einfach nicht gepasst“, sagt Trainer Roland Weiler.

* * *

Überraschungsvizemeister über die 1500 Meter: Bastian Franz. In den letzten Jahren hatte er sich auf längere Laufstrecken konzentriert, jetzt ist er wieder zurück auf die Bahn und trumpfte in Forst auf. „Ich wusste, dass ich gut trainiert habe, aber ich hatte heute auch wirklich Glück. Für mich ist es optimal gelaufen“, sagt Franz. Die ersten 1000 Meter des Rennens verliefen sehr langsam, erst 500 Meter vor dem Ziel zog der Nordschwarzwälder Alexander Pütsch an. Franz lief zu dieser Zeit direkt dahinter an der zweiten Stelle und hatte damit die perfekte Ausgangsposition für ein Spurtrennen. „Ich hatte keine Probleme rauszukommen und konnte gleich durchstarten, Marcel hat mich natürlich noch überholt, aber sonst hat es super geklappt“, sagt Franz.

* * *

Beinahe unbemerkt blieb bei den baden-württembergischen in Forst das Hammerwerfen auf dem Nebenplatz. So war auch die Leistung von Antonios Kontos nur den Ergebnislisten zu entnehmen. Der Hammerwerfer des VfL Sindelfingen schaffte mit seinem Wettkampfgerät 48,10 Meter. Der Seniorensportler landete mit dieser Leistung auf dem zweiten Platz und freute sich über Silber. Umso größer war die Freude, weil es sich mit den Meisterschaften um Kontos´ letzten Einsatz bei den Aktiven handelte. Ab sofort will sich der VfL-Athlet auf den Seniorensport konzentrieren.

Presse | Leichtathletik | 27.05.2015

Der VfL Sindelfingen sahnt richtig ab

350 Nachwuchssportler traten beim Staffeltag des SV Nufringen in den Startblock / Zwei Dagersheimer knacken Norm für die württembergische Meisterschaft

Von unserem Mitarbeiter Hans-Jürgen Burgstahler

Auch bei der 34. Ausgabe des Nufringer Staffeltages im Waldstadion gelang es Andreas Surbeck und seinem Team wieder eine stimmungsvolle Veranstaltung auf die Beine zu stellen. „Mit rund 350 Teilnehmern sind wir in dem dicht gedrängten Wettkampfkalender sehr zufrieden“, sagt der Leichtathletik-Chef des SVN.

 

Schon die Altersklasse U12 war über 50 Meter flott unterwegs. In der Altersklasse W11 gewann Seraphina Schaber von der Spvgg Holzgerlingen in starken 7,64 Sekunden vor Senta Eissler vom VfL Sindelfingen in 8,04 Sekunden. Die wurde auch Zweite im Weitsprung mit 3,92 Metern.

Ihrer Vereinskollegin Lia Hage gelang in der Altersklasse W10 mit 3,54 Metern der Sprung auf den obersten Podestplatz. Nicht ganz so schnell waren die Jungs, hier reichten Daniel Kopp vom SV Nufringen 8,19 Sekunden zum Sieg, dicht gefolgt vom ersten VfL-Starter Arne Dümmler, der 8,26 Sekunden benötigte. Kopp war auch im Weitsprung mit 3,91 Metern nicht zu schlagen.

Seinem Vereinskameraden Timo Schnermann gelang beim U14-Jahrgang mit 10,73 Sekunden über 75 Meter und 4,43 Metern im Weitsprung ebenfalls ein Doppelsieg. Hier liefen die VfL-Athleten Carlos Toscano und Felix Krauss zeitgleich mit 11,33 Sekunden auf Rang drei. Krauss sprang mit 4,16 Metern im Weitsprung als Dritter ebenfalls noch aufs Treppchen. Toscano wurde Zweiter im Kugelstoßen, das wieder im Rahmen des kreisweiten Disziplin-Cups ausgetragen wurde. Mit 6,63 Metern musste er nur Toni Zimmermann von der Spvgg Renningen mit 7,25 Metern den Vortritt lassen.

Nur einen Podestplatz gab es für den VfL bei den M13. Benjamin Fischer lief die 75 Meter in 10,04 Sekunden, was Rang zwei einbrachte. Bei den gleichaltrigen Mädchen konnte Pia Kohler mit 10,52 Sekunden über 75 Metern und Rang zwei ihre starke Form untermauern.

Medaillenflut gab es für Sindelfingen in der Altersklasse W12. Über 75 Meter belegten Nika Cvetnic in 10,83 Sekunden und Darja Halawani in 11,15 Sekunden die ersten beiden Plätze. Im Weitsprung waren dies Janine Girmond mit 4,34 Metern und wiederum Darja Halawani mit 4,30 Metern.

Bei den Entscheidungen über 100 Meter mischten die Gastgeber kräftig mit, bei den W15 siegte Anna Sarnowski in 13,33 Sekunden. Der Sieg bei den U18 ging an Rebekka Kalmbach in 13,03 Sekunden. Svenja Dieken sorgte für einen weiteren Sieg der Nufringer. Sie siegte im Weitsprung mit 5,07 Metern. Auch bei der männlichen Jugend U18 blieben die Medaillen in diesen Disziplinen im Waldstadion. Johannes Kästner zeigte mit 11,95 Sekunden über 100 Meter und 6,06 Metern im Weitsprung eine starke Vorstellung.

Riesenstimmung herrscht in Nufringen, wenn der Staffelstab in den Mittelpunkt rückt. So war es auch dieses Mal. Die U10 des VfL ließ sich zu Höchstleistungen inspirieren. Tames Ripke, Silas Wahl, Nikita Specht und Ruben Berretta siegten über 4x50 m in 32,92 Sekunden und ohne Specht auch über 3x800 Meter in 8,59,37 Minuten. Nicht bis ganz nach oben reichte es für die U12 – hier kamen Philipp Eppard, Arne Dümmler, Christian Bohn und Lennart Specht in 31,60 Sekunden als zweite ins Ziel hinter Timo Häusel, Niklas Gruber, Mikko Frommer und Luca Novodomsky von der SV Böblingen, die 30,06 Sekunden benötigten.

Ebenfalls Rang zwei für die VfL-Mädchen. Senta Eissler, Marie Müller, Lia Hage und Antonia Jörg waren in 30,80 Sekunden sogar schneller als ihre Trainingskameraden. Umgekehrte Vorzeichen bei den 3x800 Metern. Hier liefen Philipp Eppard, Christian Bohn und Jannik Zügel nach 8:46,63 Minuten als Vierte ins Ziel, während Melissa Blum, Rosa Toscano und Lia Hage nach 9:21,36 Minuten Platz fünf erliefen.

Nur Medaillenplätze gab es bei den U14. Leider keine Verteidigung des Wanderpokals gab es für die Mädchen über 3x800 Meter, dennoch zeigten Jaqueline Hamann, Hanna Abu Marahiel und Pia Kohler eine überzeugende Leistung und kamen nach 7:58,12 Minuten als Zweite ins Ziel. Auch über 4x75 Meter wurde es Silber nach 40,96 Sekunden für Nika Cvetnic, Darja Halawani, Jaqueline Hamann und Pia Kohler.

Gold holten die Jungs. Benjamin Fischer, Valentin Specht, Paul Specht und Julian Seeger legten mit 39,57 Sekunden eine Klassezeit hin. Spannend wurde es bei den 3x800 Metern. Finn Roller und Valentin Specht brachten Paul Specht ins Rennen, der noch zwei Konkurrenten einholen konnte und nach 7:49,72 Minuten Silber sicherte.

Andernorts konnten sich einige Kreisathleten über ihre Qualifikationsnormen für die württembergischen Mehrkampfmeisterschaften freuen. In Bernhausen schaffte dies Luca Jakob vom TSV Dagersheim mit 4409 Punkten im Neunkampf souverän, bei den gleichaltrigen Mädchen W14 konnte sich seine Vereinskameradin Julia Pusskeiler mit 1906 Punkten im Vierkampf ebenso über die Norm freuen wie VfL-Athletin Susanne Ernst mit 1872 Punkten.

Sogar die Norm für die deutschen Meisterschaften im Block-Mehrkampf erreichte Max Behrendt. Der D-Kader-Athlet des VfL entschied in Büchenbronn die Schülerklasse U16 im Blockwurf für sich und erzielte dabei 2999 Punkte.

Presse | Leichtathletik | 20.05.2015

Der Rekordlauf des Deniz Almas

Die 15 Athleten des VfL Sindelfingen trumpfen bei den deutschen Jugend-Mannschaftsmeisterschaften groß auf

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Als Mannschaft nicht zu schlagen: Die Sindelfinger Leichtathleten landeten am Samstag bei den deutschen Jugend-Mannschaftsmeisterschaften in Ludwigsburg ganz vorne.

Mit 15 Startern boten die Blau-Weißen alle zur Verfügung stehenden Athleten auf. Dennoch reichte es nur zu einem Start in der zweiten Gruppe, der mit weniger zu bestreitenden Wettbewerben. Zwei Mehrkämpfer hatten kurzfristig abgesagt, damit konnten Stabhochsprung und Hürdenlauf nicht besetzt werden.

Doch ansonsten lief für die Sindelfinger alles rund. Sie traten gegen die Startgemeinschaft Eltingen/Renningen, die LG Filstal und die Unterländer LG an. Am Ende lag der VfL Sindelfingen mit mehr als 200 Punkten vor den Eltingern und Renningern.

Die Blau-Weißen überzeugten mit zahlreichen starken Einzelleistungen. Allen voran die Sprintleistung von Deniz Almas. Der Sindelfinger war in seinem zweiten Saisonrennen über die 100-Meter-Strecke unterwegs. Schon bei den Kreismeisterschaften in Sindelfingen hatte er mit einer flotten Zeit geglänzt, dass aber noch solch eine Steigerung möglich war, hätte selbst Trainer Peter Wiesner nicht geglaubt.

Almas pulverisierte seine Bestzeit und rannte in Ludwigsburg 10,74 Sekunden schnell, nicht einmal von einer Rückenwind-Unterstützung hatte er profitiert. „Das war eine herausragende Leistung. So früh hätte ich das nicht von ihm erwartet. Eine ganz starke Bestleistung“, sagt Trainer Peter Wiesner.

Auch Marvin Tischler lies sich nicht lumpen und steuerte mit seinen 11,17 Sekunden wichtige Punkte zum Sieg bei. Im Anschluss zeigte er gemeinsam mit Luis Haidt einen starken 400-Meter-Lauf. „Die beiden haben sich voll reingehauen und waren danach richtig platt“, so Wiesner. Tischler war 51,54, Haidt 51,69 Sekunden schnell.

Über die 800-Meter-Strecke liefen Julian Müller und Konrad Schönberger zu neuen Bestzeiten. Müller siegt mit 2:00,01 Minuten, dahinter lief Schönberger 2:04,51 Minuten schnell.

Auch im Staffelrennen siegten die Sindelfinger überlegen in 43,47 Sekunden in der Besetzung Almas, Haidt, Tischler und Lukas Wiesner. Im Hochsprung-Wettkampf überquerte Aleksandar Gacic 1,76 Meter und blieb unter seinen Möglichkeiten. Im Weitsprung kamen Simon Brachmann auf 5,49 und Luke Roy auf 5,39 Meter.

Einen Sieg gab es im Kugelstoßen und im Diskuswerfen durch den angeschlagenen Lukas Wiesner. Trotz Schulterproblemen stieß er 13,13 Meter und warf die 1,75 Kilogramm schwere Scheibe auf 38,11 Meter. „Die Jungs haben alles gegeben. Wir sind als geschlossene Mannschaft aufgetreten und haben viel Spaß gehabt“, sagt Peter Wiesner.

Presse | Leichtathletik | 25.03.2015

Die ganz besondere Talent-Sichtung

Beim Speedy Cup im Sindelfinger Glaspalast zeigten die Grundschüler, wie schnell sie sind / Die Johannes-Widmann-Schule sichert sich den Gesamtsieg

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Die schnellsten Schüler Sindelfingens sind ein quirliger Haufen. Sie rennen im Glaspalast herum, turnen auf der Hochsprungmatte und wollen kaum still sitzen. Doch das müssen sie zum Glück auch nicht allzu lange. Beim Speedy-Cup 2015 sind alle gefordert.

In zwei Disziplinen messen sich die Grundschüler. Zuerst müssen die jungen Sportler als Einzelkämpfer alles geben. In der Sindelfinger Leichtathletikhalle ist alles für den großen Wettkampf aufgebaut. Die Zeitmessanlage steht im Ziel bereit. Fünfzig Meter davor stehen neun Startblöcke in Reih und Glied.

Der Speedy-Cup beginnt mit einem stimmungsvollen Einmarsch der neun Schulen, jede hat ein eigenes Schild gebastelt, viele Schüler tragen das Mannschaftstrikot ihrer Schule und sind mächtig aufgeregt, als es angeführt vom Jugendblasorchester Sindelfingen in den Glaspalast geht. Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer gibt, gemeinsam mit Eberhard Elsässer, Inhaber der Firma Elektro Elsässer, Martin Lenz, Filialdirektor Sindelfingen der Vereinigten Volksbank, und Dr. Joachim Schmidt, Vorsitzender der Bürgerstiftung Sindelfingen, den Startschuss zur Veranstaltung.

Doch bevor sich die Grundschüler messen dürfen, steht ein Aufwärmprogramm an. Trainer und Athleten des VfL Sindelfingen übernehmen jeweils eine Schule. Pro Sindelfinger Grundschule sind zehn Kinder mit dabei. Aus den Klassenstufen eins bis vier jeweils das schnellste Mädchen und der schnellste Junge, dazu zwei Ersatzläufer des Jahrgangs 2007. Das macht 72 Schüler, die gewertet werden, und insgesamt 90 junge Sportlerinnen und Sportler.

Olympiateilnehmerin Birgit Hamann hat gemeinsam mit Ruth Rudisile schon im Vorfeld ganze Arbeit geleistet. Sie haben alle neun Sindelfinger Grundschulen besucht und zur Talentschau rund 2000 Grundschüler auf ihre Schnelligkeit getestet. Zu diesem Zweck wurden die Sprintzeiten über die Dreißig-Meter-Strecke gemessen. „Jeder, der sich also für den Speedy-Cup qualifiziert hat, kann mächtig stolz auf sich sein. Deswegen gab es heute auch keine Verlierer, denn jeder Teilnehmer ist ja schon Schnellster seiner Schule“, sagt Hamann.

Nach dem Aufwärmen stand ein kleines Startblocktraining auf dem Programm. Schließlich sind die wenigsten Grundschüler bis jetzt in den Kontakt mit Startblöcken gekommen. Viel Wissen kann hier Sabrina Lindenmayer weitergeben. Sie zeigte den Nachwuchssportlern der Grundschule im Eichholz die richtige Technik, die sie selbst schon zum Erfolg geführt hat. Lindenmayer schaffte es erst vor wenigen Wochen bei den deutschen Hallenmeisterschaften auf den Bronzerang im Hürdenlauf.

Dann werden auch die lebhaftesten Schüler still, denn jetzt geht es los mit den Einzelrennen. Es beginnen die Jüngsten: die Erstklässler der neun Grundschulen. Den Sieg trägt Aaron Dosoo davon, als Vierter kommt Levent Özturk ins Ziel. Er besucht die 1b der Sommerhofen-Schule. „Das hat echt Spaß gemacht gegen die anderen zu rennen. Ich habe das nicht trainiert und mache nur Schulsport“, sagt der schnelle Erstklässler.

Für die schnellste Zeit des Tages bei den Mädchen sorgt Florina Mazhiqi von der Grundschule Gartenstraße. Bei 8,34 Sekunden blieb die Zeitmessanlage stehen.

Der schnellste Junge des Speedy-Cups ist Lennart Specht von der Johannes-Widmann-Schule Maichingen, er war nach 8,11 Sekunden im Ziel.

Die Sieger jeder Altersklasse bekommen nun einen großen Pokal, die drei Erstplatzierten außerdem einen Gutschein für die Firma Elektro Elsässer. Besonders laut wird beim Sprintsieg von Eucheria Lenson gejubelt. Die Achtjährige von der Goldbergschule hat gleich ihre ganze Familie im Schlepptau und strahlt vom Siegerpodest herunter. „Schnell laufen macht richtig Spaß, da kann man seine Wut rauslassen. Ich bin bei Speedy und habe schon gelernt aus dem Startblock zu laufen und ich mache noch Gymnastik“, sagt Eucheria Lenson.

Weiter geht es mit dem Staffellauf. Hier treten die Sportler schulenweise über 8x40 Meter an. Nach dem Startschuss hallen laute Anfeuerungsrufe durch den Glaspalast. Schon ist der Startläufer der Grundschule Hinterweil bei der Stange angekommen, sprintet einmal herum und läuft so schnell er kann zu seinen Mitschülern.

Dann wird das Staffelholz übergeben und die Nächste ist an der Reihe. Sind alle acht Schüler wieder im Ziel, wird gestoppt. Den ersten Lauf hat die Grundschule Gartenstraße gewonnen. Weiter geht es mit dem Rennen Nummer zwei. Hier hat die Johannes-Widmann-Schule Maichingen deutlich die Nase vorne.

Anschließend wird es noch einmal spannend: Die Ergebnisse werden ausgewertet, die Schulsieger ermittelt. Einzelergebnisse und das Staffelrennen zählen hier zusammen.

Am Ende steht fest: Die Johannes-Widmann-Schule sichert sich in diesem Jahr im Alleingang den Gesamtsieg und erhält den 150-Euro-Gutschein der Vereinigten Volksbank für Sportgeräte. 2014 musste sie das Siegerpodest noch mit der Grundschule Darmsheim teilen.

„Das war heute eine tolle Veranstaltung. Wir werden immer besser, alles ist glatt gelaufen und das ein oder andere Talent habe ich auch gesehen“, sagt Birgit Hamann. Dieter Gauger, Ehren-Abteilungsleiter des VfL Sindelfingen, freut sich schon auf einige talentierte Neuzugänge in den Reihen der Blau-Weißen. „Ich hoffe, wir haben heute einige Kinder für die Leichtathletik begeistern können. Die Schnelligkeit ist die wichtigste Voraussetzung in einer Disziplin gut zu werden und ich habe heute viele schnelle Kinder gesehen.“

Presse | Leichtathletik | 09.03.2015

Der Paukenschlag von Tobias Dahm

Der Sindelfinger Kugelstoßer belegt bei seiner Europameisterschafts-Premiere in Prag im Finale den achten Platz

Von Saskia Drechsel

Damit hatte der 27-Jährige selbst nicht so wirklich gerechnet. Doch im Vorkampf der Männer lief am Donnerstagabend tatsächlich alles nach Plan. Bei den deutschen Meisterschaften war Tobias Dahm auf einem guten zweiten Platz gelandet, doch der Sindelfinger haderte mit sich und seinem letzten Versuch. Den Vizemeistertitel gewann er mit 19,61 Metern, doch in seinen letzten Durchgang hatte er alles gelegt. Die Kugel flog so weit wie noch nie unter dem Hallendach, doch Dahm konnte sich nicht im Ring halten, fiel über den Balken, sein Versuch wurde ungültig gewertet.

Und so gab er vor den Europameisterschaften das klare Ziel aus. „Ich will so einen Stoß, wie den letzten bei den Deutschen schaffen und halten.“ Im Vorkampf der Kugelstoßer in Prag traf Dahm auf 31 Athleten. Doch der Sindelfinger ließ sich von der Konkurrenz nicht einschüchtern und setzte gleich im ersten Durchgang ein Ausrufezeichen.

Wie schon so oft war der Kugelstoßer in dem ersten Durchgang eines Wettkampfes hoch konzentriert. Auf seinen Versuch folgte ein langer Schrei, denn auch der Athlet merkte: Das war ein weiter Stoß. Gemessen wurden schließlich 19,97 Meter. Damit hatte Tobias Dahm nicht nur eine neue Bestleistung erzielt, nach dem ersten Durchgang lag er außerdem auf Platz sechs in der Gesamtwertung. Nach langem Warten dann der zweite Versuch, Dahm hatte die 20 Meter vor Augen, wollte es endlich über die magische Marke schaffen und setzte erneut einen starken Stoß. Doch wie in Karlsruhe verlor er auch in Prag das Gleichgewicht, berührte den Boden außerhalb des Rings und machte so seinen Stoß ungültig.

Inzwischen hatten noch zwei weitere Konkurrenten weiter gestoßen und den Sindelfinger mit ihrem Ergebnis überboten. Dahm war auf den achten Platz abgerutscht. Dann begann eine Dreiviertelstunde des Zitterns und Wartens. Dahm wollte unbedingt ins Finale, es waren aber viele starke Stoßer mit ihrem dritten Versuch erst noch an der Reihe. „Die letzten 45 Minuten waren sehr anspannend. Es hätten noch einige weiter stoßen können“, so Dahm.

Der 27-Jährige musste zusehen, konnte nicht mehr in den Wettkampf eingreifen und bemerkte: Einer nach dem anderen der Konkurrenten schied aus, keiner kam an die scheinbar in Stein gemeißelte Weite Dahms heran. Beim weiten Stoß des Bulgaren Georgi Ivanov sahen schon viele die Finalchance des Sindelfingers schwinden, doch es wurden zwei Zentimeter zu wenig gemessen.

Als Letzter trat der Tscheche Tomá Stanek in den Ring. „Ich habe nicht hingeschaut bei seinem Versuch“, gesteht Dahm. Doch auch der letzte Versuch Staneks wurde ungültig gegeben. „Das war gut für mich“, konnte es VfL-Athlet Dahm noch gar nicht richtig glauben. „Ich bin zufrieden. Ich war als 22. oder 23. gemeldet. Jetzt bin ich als Achter im Finale“, sagt Dahm, der seinen Konkurrenten mehr zugetraut hätte, etliche schieden ohne einen gültigen oder guten Versuch aus. „Beim Einstoßen hat man schon gesehen, dass man als Drehstoßer weit stoßen kann. Aber man muss den Versuch auch halten.“

Dahm selbst hatte im Wettkampf keine Probleme mit den Gegebenheiten. „Ich fand den Ring ganz gut. Man musste das linke Bein sauber setzen, sonst war es relativ glatt.“ Auch für das Finale am Folgetag hatte Dahm schon ein klares Ziel: „Wer 19,97 Meter stehen hat, der will 20 Meter stoßen.“ Doch am Freitagabend musste Dahm dem spannenden Wettkampf am Vortag Tribut zollen. Sein Ziel, die 20-Meter-Marke zu knacken, erreichte der 27-Jährige nicht. Dahm gelang dennoch ein guter Abschluss. Seine Tagesbestweite erzielte er erneut im ersten Versuch. Bei 19,58 Metern landete die 7,26-Kilogramm-Kugel. Es folgten weitere drei Stöße über die 19-Meter-Marke, doch der Sindelfinger konnte sich nicht weiter steigern.

Während David Storl mit 21,23 Metern seinen ersten Hallen-Europameistertitel feierte, war Dahm mit seinem achten Platz zufrieden. Auch wenn sich der Top-Athlet etwas mehr erhofft hatte. „Leider lief es heute nicht so, wie ich es gern gehabt hätte. Aber das ist auch für mich ein bisschen nachvollziehbar nach den 45 Minuten Anspannung, ob ich nun weiter bin oder nicht“, sagt Dahm.

Nun steht für ihn erst einmal eine kleine Trainingspause an, dann geht es weiter mit der Vorbereitung für die Freiluftsaison. „Ich will im Aufbau für den Sommer voll ran klotzen, dass endlich diese 20 Meter fallen“, so der EM-Achte von Prag.

Presse | Leichtathletik | 09.03.2015

Mit einem Urschrei auf den achten Platz

Kugelstoßer Tobias Dahm vom VfL Sindelfingen schafft es bei der Hallen-EM ins Finale

VON HOLGER SCHMIDT

Damit war im Vorfeld wirklich nicht zu rechnen. Kugelstoßer Tobias Dahm vom VfL Sindelfingen belegte bei der Leichtathletik-Hallen-EM in der tschechischen Hauptstadt Prag den achten Platz. Der Sieg ging mit 21,23 Metern an seinen wieder einmal unangefochtenen Kollegen David Storl aus Leipzig.

Mit 19,58 war Tobias Dahm zwar der einzige der acht Finalisten, der nicht die 20 Meter übertraf. Doch allein schon der Finaleinzug war ein toller Erfolg für den Schwaben. Und vor allem die Art und Weise, wie der 27-Jährige dies bewerkstelligte. Gleich im ersten Versuch flog seine Kugel von einem mächtigen Urschrei beflügelt so weit wie noch nie. Mit 19,97 Metern übertraf er seine eigene Hallenbestleistung um über 30 Zentimeter und blieb sogar um einen Zentimeter über seiner schon zweimal erzielten Marke im Freien. "Beim Einstoßen hat man schon gesehen, dass man als Drehstoßer weit stoßen kann. Aber man muss den Versuch auch halten. Ich fand den Ring ganz gut", analysierte Dahm. Und fügte hinzu: "Man musste das linke Bein sauber setzen, sonst ist es relativ glatt." Er ließ einen ungültigen und einen 19,50-Meter-Stoß folgen und rangierte an achter Position. Beim Rest des Wettkampfes hieß es warten. "Ich habe manchmal gar nicht hingeschaut", verriet er hinterher. "Die letzten 45 Minuten waren sehr anspannend." Doch reihenweise scheiterten die Großen der Zunft. Sechs Athleten blieben sogar ganz ohne gültige Weite. Und nach weit über zwei Stunden war klar: Tobias Dahm schaffte die Qualifikation für den Endkampf und gehört zu den acht besten Athleten seiner Disziplin in diesem Jahr unter dem europäischen Hallendach.

Doch am Freitagabend, an dem es eigentlich endlich über 20 Meter gehen sollte, war irgendwie die Luft raus. Zwar hatte auch David Storl einige Anlaufschwierigkeiten, doch der zweifache Weltmeister konnte sich von unter 21 Metern erst auf 21,12 und dann im letzten Durchgang auf die Goldweite steigern. Nicht so Tobias Dahm. 19,58 aus Versuch eins bedeuteten diesmal das Ende der Fahnenstange: "Das Finale lief nicht so wie erhofft. Ich habe von rechts keinen Druck bekommen. Mein rechtes Bein wollte nicht so, wie ich wollte. Das war das Problem."

Dass es im Finale nicht so lief wie erhofft, ist kein Grund zur Traurigkeit

Für ihn dennoch kein Grund zur Traurigkeit. Das Positive überwog eindeutig bei seiner ersten Hallen-EM-Teilnahme. "Ich war als 22. oder 23. gemeldet - jetzt war ich als Achter im Finale", meinte er. Und blickte auch gleich nach vorne: "Wer 19,97 Meter stehen hat, der will jetzt 20 Meter stoßen." Nachdem es in Prag noch nicht ganz geklappt hat, soll die magische Marke im Sommer fallen. Die weiteren Hallen-EM-Medaillen hinter David Storl holten Titelverteidiger Asmir Kolasinac aus Serbien mit 20,90 und der tschechische Lokalmatador Ladislav Prasil mit 20,66 Metern.

Presse | Leichtathletik | 03.03.2015

Ich gebe alles und arbeite an mir

Der 19-jährige Gambier Wandifa Sanneh hat Asyl beantragt und hofft auf ein Startrecht für den VfL Sindelfingen

Von Saskia Drechsel

Über seinen Weg von Gambia nach Deutschland ist nur wenig bekannt. Fakt ist, dass Sanneh zurzeit im Asylbewerberheim Balingen wohnt und Antrag auf Asyl gestellt hat. Eine Betreuerin erfuhr von der Leidenschaft des Sportlers und kontaktierte Vereine im Umfeld. Der VfL Sindelfingen erklärte sich schnell bereit, den Asylbewerber bei sich aufzunehmen.

Nun fährt Sanneh dreimal in der Woche mit der Bahn von Balingen nach Tübingen, dort wird er von Mitgliedern des VfL-Sprintteams weiter in den Glaspalast mitgenommen. Drei weitere Male trainiert er in einem Stadion in Balingen ohne Trainer. „Für ihn ist das Training ein Ausbruch aus dem Alltag. Der Sport ist das, was er besonders gut kann und zumindest das kann er nun ausleben“, sagt VfL-Trainer Sebastian Marcard.

Wandifa Sanneh ist ehrgeizig, der junge Mann geht neben dem Training täglich zur Schule, spricht gut Englisch und ist gerade dabei Deutsch zu lernen. Vor zwei Wochen ist Wandifa 19 Jahre alt geworden, seine gesamte Familie hat er in Gambia zurückgelassen. „Der Sport ist für ihn ein Ausgleich und gibt ihm Halt und ein gewisses Selbstwertgefühl“, weiß Trainer Marcard.

Der VfL-Coach setzt sich für Wandifa Sanneh ein und freut sich, dass der Gambier so positiv in der Trainingsgruppe aufgenommen wurde. „Er passt super in unsere Gruppe und es macht viel Spaß mit ihm zu trainieren.“ Von John-Henry Tate, der ebenfalls afrikanische Wurzeln hat, wurde Sanneh mit Spikes und Turnschuhen ausgestattet. Und auch sonst sorgt man sich um den Asylbewerber aus dem fernen Westafrika. Einmal in der Woche bekommt er einen zusätzlichen Korb mit Essen von Sebastian Marcard. „Sanneh hat nicht viel Geld zur Verfügung, er hat bislang fast jeden Tag nur Reis gegessen.“ Außerdem durfte Sanneh vor Kurzem ein besseres Zimmer im Asylbewerberheim beziehen. „Er war in einem Durchgangszimmer untergebracht, da war es aber viel zu laut. Sanneh braucht Ruhe, er trainiert schließlich viel und lernt für die Schule“, sagt Marcard.

Auch Wandifa Sanneh, ein freundlicher junger Mann, der sich im Sindelfinger Glaspalast recht wohl zu fühlen scheint, gibt sich ehrgeizig. „Ich gebe im Training alles und arbeite an mir. Meine Ausdauer muss ich noch verbessern. Mein Ziel ist es irgendwann eine 46er-Zeit zu laufen“, sagt er in recht flüssigem Englisch.

Der Sindelfinger Trainer ist von den sportlichen Fähigkeiten des Gambiers begeistert, bei den süddeutschen Meisterschaften vor gut einem Monat zeigte Wandifa Sanneh, außer Konkurrenz, erstmals im Trikot des VfL sein Können. In der Karlsruher Messehalle ging er seinen 400-Meter-Lauf langsam an, Hallenrennen sind für das Mittelstrecken-Talent noch etwas ungewohnt, auf der Zielgeraden überzeugte er aber mit einem mehr als starken Finish. Mit seiner Zeit von 49,45 Sekunden hätte er es bei den deutschen Jugendmeisterschaften bis ins Finale geschafft. „Wandifa ist ein Wahnsinnstalent. Im Training rennt er alles in Grund und Boden. Er hat eine Schnellkraft wie der Teufel“, sagt Marcard. Die Bestleistung des Gambiers liegt bei 47,95 Sekunden, damit wäre er der aktuell schnellste U20-Athlet in Deutschland über die 400-Meter-Strecke. Da sich Sanneh schon seit vielen Monaten in Deutschland aufhält, hofft man, dass der Mittelstreckler spätestens im Sommer das Startrecht für den VfL bekommt.

Wie ein Damoklesschwert schwebt aber eine Abschiebung des 19-Jährigen über allen Zukunftsplanungen. „Rechtlich gesehen kann es jeden Tag passieren, dass die Polizei auftaucht und ihn nach EU-Recht abschiebt. Um dies zu verhindern, versuchen seine Lehrerin und ich alles zu unternehmen, dass er in Deutschland, bei uns, bleiben kann. Denn das ist sein großer Wunsch“, so Sebastian Marcard.

Presse | Leichtathletik | 27.02.2015

Gepachteter fünfter Platz ist endlich Geschichte

Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer vom VfL Sindelfingen holt mit Bronze ihre erste DM-Einzelmedaille bei den Aktiven

Ihr Trainer Werner Späth bezeichnet sie als "Wundertüte". Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer muss bei diesem Spitznamen lächeln. Logo, war er doch vor allem zuletzt äußerst positiv zu interpretieren. Denn die Wundertüte enthielt eine Bronzemedaille bei der deutschen Meisterschaft in der Halle. Der bisherige Karrierehöhepunkt für die 25-Jährige.

VON MICHAEL SCHWARTZ

"Bei den letzten drei DMs hatte ich den fünften Platz gepachtet, und ich wollte nicht schon wieder Fünfte werden", erzählt Sabrina Lindenmayer. "Platz drei war dann aber doch überraschend." Im Ziel wusste sie noch gar nicht, dass der Sprung direkt aufs Treppchen gelungen war. "Ich dachte, ich bin Vierte. Ist ja auch schön." Erst als Konkurrentin Carolin Dietrich ihr gratulierte, sickerte es langsam durch. "Ich hätte es aber nicht geglaubt, wenn es nicht auf der Anzeigentafel gestanden wäre", funkeln die Augen der Leichtathletin des VfL Sindelfingen, wenn sie an ihre erste nationale Einzelmedaille bei den Aktiven denkt.

Die Hallensaison war ein kleines Auf und Ab. Was in diesem Fall trotz Hürden nicht wörtlich, sondern bildlich gemeint ist. Mit einer Bestzeit beim Meeting im Glaspalast war es losgegangen. "Da dachte ich, so kann es weitergehen", peilte Sabrina Lindenmayer weitere Rekorde an. In Düsseldorf stürzte sie dann jedoch direkt am ersten Hindernis. Die Sprünge eins und zwei seien sowieso ihr Schwachpunkt. "Keine Ahnung warum es gerade da hängt. Aber wir trainieren gezielt daran, dass es sich ändert", sagt die studierte Sonderpädagogin. Verunsichert war sie aber dennoch ein wenig. Schließlich lag ihr letzter Sturz schon zwei Jahre zurück. Bei der deutschen Meisterschaft lief es aber auf den gesamten 60 Metern wie am Schnürchen. Die Stärke von Sabrina Lindenmayer ist es, dass sie hinten raus noch einmal zulegen kann. "Deshalb freue ich mich jetzt auch schon auf die Sommersaison, wenn da fünf Hürden mehr stehen", lacht sie.

Erst einmal hat sie momentan aber eine Woche Pause. Ganz ohne Sport. "Da bin ich auch mal froh drüber. Der Höhepunkt war jetzt, da ist die Luft ein bisschen raus", räumt die 25-Jährige ein. Danach beginnt jedoch schon wieder die Vorbereitung. Sechsmal die Woche schnürt sie dann wieder ihre Sprintschuhe. Selten kürzer als zwei Stunden pro Einheit. Meistens sogar zweieinhalb. "Es gibt auch Phasen, in denen man weniger Lust hat. Wenn man weiß, es steht etwas auf dem Plan, was man nicht so gerne macht." In der Regel seien das Tempoläufe. Da müsse sich die Lust erst im Laufe des Trainings einstellen. "Mir würde aber etwas fehlen, wenn es nicht da wäre", spielt der Hochleistungssport eine wichtige Rolle im Leben von Sabrina Lindenmayer.

Mit Partnerin Nadine Hildebrand ist im Training geteiltes Leid halbes Leid

Apropos fehlen: Momentan geht der flinken Klarinettespielerin auch ihre Trainingspartnerin etwas ab. "Wenn noch jemand da ist, dann ist geteiltes Leid wirklich halbes Leid", hofft sie, dass Nadine Hildebrand nach ihrer Knie-OP bald wieder fit ist. "Dann gibt es auch wieder jemanden, mit dem man in den Pausen reden und sich ein bisschen ablenken kann." Außerdem laufe man unbewusst ein bisschen schneller, wenn man einen Gegner hat.

Dass Sabrina Lindenmayer am Wettkampftag "immer nervös" ist - daran kann aber niemand etwas ändern. "Dieses Mal war ich sogar schon einen Tag vorher nervös, aber anscheinend war das ja ganz gut." Zu viel bewegen und durch die Stadt laufen wollte sie nicht. "Und beim Hinhocken hab' ich gefühlt, dass mir die Spannung fehlt." Also ging es morgens in den Wald für ein paar Sprünge und Steigerungsläufe. "Ich vertrage hohe Umfänge ganz gut", schmunzelt die Referendarin an der Böblinger Käthe-Kollwitz-Schule.

Ihr Verhältnis zu Trainer Werner Späth sei super. "Er hat ja schon einiges erlebt und viele Athleten betreut. Dieser Erfahrungsschatz bringt einen weiter", erinnert sich Sabrina Lindenmayer, warum sie sich für den VfL Sindelfingen entschied, als sie einst auf der Suche nach einem neuen Coach war. Seit Juli 2014 wohnt die gebürtige Ludwigshafenerin in Böblingen. Die Fahrtstrecke in den Glaspalast ist dadurch deutlich kürzer. Davor - aus Ludwigsburg und Reutlingen, wo sie an der PH studiert hat - waren es hin und zurück anderthalb Stunden. Inzwischen sind es 20 Minuten. Ob und wo ihre Bronzemedaille einen Ehrenplatz in der Wohnung findet, überlegt sie noch. "Momentan liegt sie im Schrank", grinst die Hürdensprinterin. Und wer weiß: Vielleicht enthält die Wundertüte in den nächsten Jahren ja noch viel mehr nationales Edelmetall.

Presse | Leichtathletik | 26.02.2015

Eine Mail sorgt für Klarheit

Der Sindelfinger Kugelstoßer Tobias Dahm ist in der kommenden Woche bei der EM dabei

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Die erlösende Nachricht kam per Mail vom Deutschen Leichtathletik Verband: Der Sindelfinger Kugelstoßer Tobias Dahm ist in der kommenden Woche bei der Hallen-Europameisterschaft in Prag dabei.

Seit Tobias Dahm Ende Januar beim Hallenwettkampf in Sassnitz die Qualifikationsnorm von 19,70 Metern für einen Start bei der Europameisterschaft um sechs Zentimeter überboten hatte, war er ein heißer Kandidat für die Titelkämpfe in der tschechischen Hauptstadt.

Doch so recht daran glauben wollte der Sindelfinger nicht. Auch nicht nach seiner Silbermedaille in Karlsruhe am vergangenen Wochenende bei den deutschen Meisterschaften. „Ich bin mit erst sicher, wenn ich die Nominierung schwarz auf weiß habe“, so der Sindelfinger.

Seit Mittwoch kann er sich nun auf die EM vorbereiten. Bereits am kommenden Donnerstag wird Tobias Dahm in Prag bei der Qualifikation in den Ring steigen. „Das Erreichen des Endkampfes der besten Acht am Tag drauf wäre natürlich ein großer Traum für mich. Ich will aber auf jeden Fall die Nominierungsweite von 19,70 Metern bestätigen.“

Unterstützt wird Tobias Dahm in der tschechischen Hauptstadt von seinen Trainern Peter Salzer und Joachim Lange. „Auch meine Eltern haben sich Eintrittskarten gekauft“, so der Sindelfinger. Für ihn ist der Wettkampf in Prag die Premiere auf internationalem Parkett. Verrückt machen will sich der Zwei-Meter-Hüne deshalb aber nicht. „Das ist nichts anders als ein normaler Wettkampf. Ich versuche auf den Tag X hin topfit zu sein.“

Wann der Sindelfinger in die tschechische Hauptstadt fährt, ist noch offen. Aufklärung wird eine weitere Mail des Deutschen Leichtathletik Verbandes bringen. Doch die ging gestern in Tobias Dahms elektronischem Postfach noch nicht ein. Doch das ist die kleinste Sorge des VfL-Kugelstoßers. Wichtig ist, dass er in Prag überhaupt dabei ist. Das hat er seit Mittwoch schriftlich.

Presse | Leichtathletik | 24.02.2015

Lindenmayer kann ihr Glück kaum fassen

Trotz vieler Ausfälle holt der VfL Sindelfingen bei den deutschen Meisterschaften in Karlsruhe zwei Medaillen / Johannes Wiesner im Pech

Von Saskia Drechsel

Der Schluss der deutschen Meisterschaften der Leichtathleten war ein versöhnlicher. Am Ende sorgte Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer für eine überraschende Medaille in der Karlsruher Messehalle und beschönigte die Medaillenbilanz der Blau-Weißen erheblich. Nachdem viele Top-Athleten ausgefallen waren, übernahmen Lindenmayer und Kugelstoßer Tobias Dahm das Medaillengewinnen.

* * *

Der VfL-Athlet war mit einem guten ersten Stoß in den Wettkampf eingestiegen. Nachdem er zuletzt mit der 19-Meter-Marke kämpfen musste, flog die Kugel nun deutlich darüber und landete bei 19,23 Metern. Hinter David Storl reihte sich Dahm damit auf Anhieb als Zweitplatzierter ein, so konnte es weitergehen. In Versuch Nummer zwei blieb der Kugelstoßer weiterhin locker und konnte sich steigern: 19,41 Meter wurden gemessen. Im dritten Durchgang dann klappte es noch besser. Tobias Dahm trat in den Ring und stieß seine Kugel mit einem lauten Schrei von sich. Beim Sindelfinger stets ein gutes Zeichen. Auch Dahms Mimik nach dem Versuch verriet: Er schien mit seinem Versuch zufrieden zu sein. Gemessen wurden starke 19,61 Meter. Damit blieb er unter seiner Hallenbestmarke, die er mit 19,76 Metern in Sassnitz aufgestellt hatte, konnte aber seiner Bestleistung und der Norm für die Hallen-EM (19,70 Meter) wieder näher kommen. Mit dem erfolgreichen Versuch fiel Druck vom 27-Jährigen ab, dessen großes Ziel die Hallen-EM in Prag und ein allererster Einsatz im Nationaltrikot ist.

* * *

Vielleicht auch aus diesem Grund blieben die nächsten beiden Stöße des Top-Athleten durchwachsen. Nun war für den Sindelfinger Zittern angesagt. David Storl lag weit enteilt auf Platz eins, dahinter konnten dem Sindelfinger aber noch einige Kandidaten gefährlich werden und eine Medaille vor der Nase wegschnappen. Allen voran Christian Jagusch, der in der deutschen Bestenliste mit 19,87 Metern immer noch Platz zwei einnimmt. Gespannt schaute der Sindelfinger deswegen auf Jagusch’ sechsten und letzten Versuch, doch auch der war nicht weit genug. Nun wird sich der Kugelstoßer voll auf die EM-Vorbereitung konzentrieren.

* * *

Was auf den vier Hallenrunden schief gelaufen war, wusste Patrick Oehler selbst nicht so recht. Aus taktischer Sicht leuchtete das Rennverhalten des Sindelfingers ein. Nach zwei Runden wurde ihm das Tempo zu langsam, er lief selbst an die Spitze und gab Gas, das restliche Feld folgte. Alles schien auf den entscheidenden Schlussspurt hinzudeuten, in dem Oehler durchaus schon seine Stärken zeigen konnte. Doch rund 100 Meter vor dem Ziel griffen die Konkurrenten in der Kurve an. Oehler wurde von Patrick Schönball eingeholte und war plötzlich geschlagen. Noch auf der Zielgeraden ließ er das restliche Feld vorbeiziehen und lief als Vorletzter seines Vorlaufs ins Ziel ein.

* * *

Eine Panne gab es beim 60-Meter-Vorlauf von Johannes Wiesner. Der Sindelfinger startete auf Bahn sieben und hatte gleich zu Beginn Pech. Der Startblock rutschte bei seinem Start weg, der Sprinter lag von Anfang an hoffnungslos hinter dem Feld. Wütend riss sich der Athlet seine Startnummer von der Brust und hatte eine Menge Frust zu verdauen.

* * *

Bronze zum Abschluss: Sabrina Lindenmayer erfüllte sich in einem der letzten Wettkämpfe der Meisterschaften ihren Traum von einer DM-Medaille. Nachdem Trainingskameradin Nadine Hildebrand in diesem Winter verletzungsbedingt fehlt, holte Lindenmayer die Kohlen aus dem Feuer. Schon der Start glückte, die ersten Hürden nahm die Sindelfingerin ohne Probleme und spürte stets Konkurrentin Carolin Dietrich neben sich. Cindy Roleder und Pamela Dutciewicz waren enteilt, zwischen den beiden lief der Kampf um die Bronzemedaille.

* * *

Lindenmayer wusste um ihre Stärke auf den letzten Metern und riskierte beim Zieleinlauf alles. Die VfL-Athletin schmiss sich nach vorne, das Zielfoto zeigte: mit Erfolg. Knapp vor Carolin Dietrich hatte sich Lindenmayer die Bronzemedaille gesichert. So recht fassen konnte sie es aber auch noch nicht. „Caro hat zu mir gesagt, dass ich Bronze habe, ich habe es aber erst geglaubt, als ich das Zielfoto auf der Anzeigentafel gesehen habe“, sagt Lindenmayer. Sie schnappte sich damit ihre erste Medaille bei den Aktiven. Eine Medaille, die sie selbst nicht so recht auf der Rechnung hatte.

Info

Mehr zu den Sindelfinger Leichtathleten gibt es unter www.sifi-athletik.de im Internet.