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Training allgemein
Im Winterhalbjahr (November bis März) findet das Training im Glaspalast sowie in verschiedenen Sporthallen statt.
Im Sommerhalbjahr (April bis Oktober) wird im Floschenstadion trainiert.

Presse | Leichtathletik | 14.04.2014

Beim VfL kochen die Emotionen hoch

In Sindelfingen wird die Stadionfrage auf der Hauptversammlung hitzig diskutiert

Von Saskia Drechsel

Denn nach dem bisher erfolgreichsten Jahr in der Geschichte der Abteilung, fürchten der Vorstand und die übrigen Mitglieder nun um ihre wertvollste Ressource: ein Leichtathletik-Stadion, in dem trainiert werden kann, das aber auch dafür taugt, Wettkämpfe durchzuführen.

Der VfL Sindelfingen konnte in den letzten Jahren mit zahlreichen Top-Athleten auftrumpfen. Auch Jahr 2013 feierte die Abteilung große Erfolge, gerade Nadine Hildebrand sorgte für Feierlaune.

Die Jugend bereitet mit ihrem dritten Platz beim DJMM-Finale in Rhede viel Freude. Die Aussichten für die kommende Sommersaison sind ebenfalls vielversprechend.

Bei den deutschen Hallenmeisterschaften konnten gleich drei Medaillen gewonnen werden. Kugelstoßer Tobias Dahm hat sich an die deutsche Spitze vorgearbeitet und könnte ein Kandidat für die Europameisterschaften in Zürich sein.

Ebenso Nadine Hildebrand, die schon in der Hallensaison das Weltmeisterschaftsfinale im Hürdenlauf erreichte. Außerdem ist mit den Nachwuchskräften zu rechnen. Stabhochspringer Florian Gaul entwickelt sich kontinuierlich weiter, auch auf Michael Salzer darf man gespannt sein.

Nun ist beim VfL Sindelfingen die Sorge groß, dass das Stadion zur Erfolgsbremse wird. „Wir sorgen uns, dass das, was neu entstehen soll für einen Trainings- und Wettkampfbetrieb nicht geeignet sein wird“, sagt der Abteilungsleiter Markus Graßmann und spricht von einer Bedrohungssituation für seine Leichtathleten. „Wir müssen Angst haben, dass wir unsere wichtigste Ressource nicht mehr haben.“

Die Liste der Kritikpunkte ist lang, denn noch vor drei Jahren stimmte die Leichtathletikabteilung des VfL Sindelfingen dem Kompromiss das Floschenstadion abzureißen und ins Allmendstadion umzuziehen nur unter einer Voraussetzung zu: „Wir wollten eine Eins-zu-Eins-Umsetzung“, sagt Graßmann. „Jetzt sind wir aber in Sorge, dass wir nicht das bekommen, was verabredet war.“

Die geplante Tribüne im Allmendstadion soll 400 Plätze haben. „Gerade haben wir im Floschenstadion 800. Mit 400 Plätzen können wir nicht einmal Landesmeisterschaften austragen. Wir müssten uns dann von Freiluftveranstaltungen verabschieden“, erklärt der Abteilungsleiter.

Auch der angedachte Kraftraum ist deutlich zu klein geplant. Nur noch 50 Quadratmeter sollen künftig zur Verfügung stehen. „Mit so einem Kraftraum kann man keinen Leistungssport betreiben“, ruft Krafttrainer Helmut Valentin, der bereits jetzt im 105 Quadratmeter großen Kraftraum im Schichtbetrieb arbeiten muss, um ein Training zu ermöglichen.

„Ich verstehe nicht, warum so kleinkariert geplant wird. Wir können kein Stadion beziehen, das zu klein ist. Es muss 50 Jahre halten“, sagt auch Markus Graßmann. Gespräche zur Namensgebung des neuen Stadions vermisst Markus Graßmann völlig. „Das steht bei der Stadt gar nicht mehr auf der Agenda.“

Auch das Betreiberkonzept wird heftig kritisiert, nach dem Stand der VfL-Abteilungsleitung dürfen derzeit nicht einmal Topathleten wie Nadine Hildebrand an Vormittagen die neue Bahn im Allmendstadion nutzen.

„Wir wollen ein gemeinsames Betreibermodell, um beide Städte zusammenzuschweißen. Es kann nicht sein, dass eine Topathletin dort nicht rein darf“, sagt auch Horst Thome vom Vorstand des Hauptvereins.

Gerade von der Stadt vermisst man beim VfL Sindelfingen ein Gesamtkonzept, das für Klarheit sorgen soll. „Das Allmend ist nicht nur das Maichinger Stadion. Es ist nun das Stadion der Sindelfinger Leichtathleten und der Maichinger Fußballer“, sagt Thome.

Presse | Leichtathletik | 10.04.2014

Wir hören zu oft, was alles nicht geht

Von unserem Redakteur Jürgen Wegner

Markus Graßmann und Dieter Gauger sprechen mit einer Stimme. Der Abteilungsleiter der Sindelfinger Leichtathleten und sein Vorgänger und Alt-Stadtrat machen sich große Sorgen um die neue Sportstätte ihrer Athleten. Der Weg vom Floschenstadion ins Maichinger Allmendstadion liegt für sie voller Steine.

Die SZ/BZ hat sich mit den beiden über den heutigen Stand und die Zukunft der neuen Anlage unterhalten.

Die Laufanlagen im Allmendstadion sind fertig. Wie gefällt Ihnen Ihr neues Zuhause?

Markus Graßmann: „Es ist erfreulich, dass die Laufbahn drin ist. Wir haben als Abteilung an der Planung und dem Konzept aktiv mitgewirkt. Vor drei Jahren war noch von vier Rundbahnen die Rede, dann von fünf Bahnen, was ein absolutes Novum gewesen wäre. Nachdem unser Technischer Leiter Dieter Locher und Dieter Gauger das Gelände selbst vermessen haben, waren sechs Rundbahnen plötzlich kein Problem mehr.“

Wie ist die Qualität?

Dieter Gauger: „Hervorragend. Mehr kann man sich nicht wünschen.“

Trotzdem sind Sie nicht ganz glücklich.

Markus Graßmann: „Ich sage es so: Etliche unserer Mitglieder sind sogar frustriert.“

Warum?

Markus Graßmann: „Wir hatten den von der Stadt vorgeschlagenen Kompromiss mitgetragen, das Floschenstadion in Sindelfingen abzureißen und nach Maichingen umzuziehen. Es gab schwierige Diskussionen und harte Widerstände, vor allem mit und von unserem gemeinsamen Vorgänger Otto Welker, der sich mit Händen und Füßen wehrte. Es scheint fast so, als sollte er Recht behalten.“

Wo genau ist das Problem?

Markus Graßmann: „Da gibt es mehrere. Grundsätzlich haben wir die Sorge, dass hier kein vernünftiger Trainings- und Wettkampfbetrieb stattfinden kann. Beschlusslage war, dass die Infrastruktur des Floschenstadions in Maichingen eins zu eins umgesetzt wird. Vor ein paar Wochen haben wir Einsicht in das angedachte Flächenlayout bekommen. Im Allmend ist eine Tribünenanlage mit 400 Sitzplätzen geplant. Das ist die Größenordnung wie in Bad Boll, Rechberghausen oder Köngen, ohne den jeweiligen Leichtathletikabteilungen zu nahe treten zu wollen. Im Floschenstadion sind es 800 Sitzplätze, in Böblingen 1100.“

Warum ist das zu klein?

Markus Graßmann: „Wir sind ein Leistungssport- und Veranstalterverein, könnten aber nicht mal Landesmeisterschaften durchführen, geschweige denn deutsche Jugend- oder Juniorenmeisterschaften.“

Dieter Gauger: „Selbst bei Regionalmeisterschaften für Schüler oder Jugendliche würde das nicht reichen. Da kommen 300 bis 400 Kinder mit Trainern und Eltern. Wo sollen die hin, wenn es regnet? Wir haben immer gesagt, dass 500 Plätze die absolute Untergrenze sind, aber jetzt beginnt man plötzlich an allen Ecken zu sparen.“

Wo denn noch?

Markus Graßmann: „Der Kraftraum im Floschenstadion ist in vier Räumen auf 105 Quadratmetern verteilt. Und da ist es heute schon viel zu eng. Im neuen Stadion stehen 50 Quadratmeter im Plan. Das ist schlichtweg nicht praktikabel. Wir wollen nicht lamentieren, aber wir wollen unseren Beitrag für ein zukunftstaugliches Stadion leisten. Denn dieses muss sicher weitere 50 Jahre halten. Bei den Dimensionen spreche ich von ausreichend, nicht von großzügig.“

Dieter Gauger: „Außerdem haben wir schon des Öfteren darauf hingewiesen, dass Technikflächen wie die Werkstatt oder Großgeräte groß genug sein müssen. Da muss man mit mehr Augenmerk ran.“

Sind Sie mit den Sportflächen zufrieden?

Markus Graßmann: „Der vorgesehene Werferplatz ist größer als heute. Das ist sehr gut. Dann findet kein Wurftraining mehr im Stadion statt. Die Frage ist aber, wie man den Wurfplatz ans Stadion anbindet, da es einen nicht geringen Höhenunterschied gibt. Das soll keine Fundamentalkritik sein, aber darüber muss gesprochen werden.“

Es gibt also noch reichlich zu tun.

Markus Graßmann: „Sogar mehr als manche annehmen. Ein weiteres Thema, das uns am Herzen liegt, ist die Namensgebung des Stadions und am besten mit einem Namenssponsor.“

Warum ist ein neuer Name für das Allmendstadion wichtig?

Dieter Gauger: „Zum einen, weil das dann das neue Sindelfinger Stadion ist, das im Teilort Maichingen liegt. Und wenn man einen Sponsor ins Boot holt, könnte man über die Einnahmen die ebenfalls dringend notwendige Geräteausstattung finanzieren.“

Markus Graßmann: „Waldenbuch, Herrenberg, Pfullendorf oder Heidenheim – alle bekommen so etwas hin. Aber in der Sportstadt Sindelfingen heißt es, dass dieses Thema nicht auf der Agenda steht. So habe ich es wörtlich gehört. Eigentümer ist die Stadt Sindelfingen. Von ihr muss die Initiative kommen. Wir würden bei der Suche auch gerne mit Rat zur Seite stehen.“

Die EM steht vor der Tür und unsere Athleten trainieren auf dem Flickenteppich

Obwohl die Laufbahn fertig ist, trainieren die Leichtathleten immer noch komplett im Floschenstadion. Was sagen Sie dazu?

Markus Graßmann: „Das Betreiberkonzept ist das nächste, was uns umtreibt. Es ist einfach noch nicht klar, wer hier für was zuständig sein soll und wie die Nutzung geregelt wird. In der Rahmenplanung steht, dass dieser Punkt Mitte 2013 erledigt sein sollte. Es gibt verschiedene Modelle, die denkbar sind. Darüber wurde aber das letzte Mal vor über einem Jahr gesprochen. So lange das nicht geregelt ist, haben wir Probleme mit dem Trainingsbetrieb.“

Was bedeutet das?

Markus Graßmann: „Wir haben 2013 mit fünf deutschen Meistertiteln unser erfolgreichstes Jahr hingelegt. 2014 ging auch gut los. Im Sommer steht die EM in Zürich quasi vor der Haustür an. Aber unsere Athleten wie Nadine Hildebrand, Sabrina Lindenmayer und die anderen Läufer trainieren auf dem Flickenteppich im Floschenstadion, der immer schlimmer wird, obwohl es in Maichingen eine picobello Anlage gibt.“

Können das die Vereine nicht auf dem kleinen Dienstweg lösen?

Markus Graßmann: „Das ist ein weiterer zentraler Punkt: Es heißt immer nur, dass ein Bewirtschaftungsvertrag vorliegt. Das war uns bekannt. Dass wir aber bei der Nutzung der neuen Laufbahn außen vor sind, war uns neu. Wenn die Stadt jetzt sagt, dass die Vereine miteinander sprechen sollen, macht sie es sich zu einfach. Die Stadt ist Eigentümerin und gehört mit an den Tisch. Wir sind in Sorge, dass mit der neuen Anlage keine wirklich zukunftsfähige Lösung entsteht, und sind da nicht alleine. Wenn ich sehe, womit sich die VfL-Fußballer herumschlagen müssen, ist klar, dass wir alle miteinander größere Probleme zu lösen haben.“

Wie kann man noch die Kurve kriegen?

Markus Graßmann: „Wir wünschen uns eine lösungsorientiertere Mentalität bei der Stadt. In den letzten Monaten hören wir zu oft, was alles nicht geht und wer wofür nicht zuständig ist.“

Presse | Leichtathletik | 02.04.2014

Bergdolt läuft zu Bronze

Der Sindelfinger verbessert sich um sechs Sekunden

Von Saskia Drechsel

Trainer Harald Olbrich entschied, alle seine Schützlinge die 5000-Meter-Distanz laufen zu lassen. „Die Strecke ist zwar ziemlich hart, aber zu diesem Zeitpunkt in der Saisonvorbereitung geht das gerade noch. Wir machen sowieso zurzeit eher längere Sachen“, sagt der Mittel- und Langstreckentrainer des VfL Sindelfingen.

Ein Top-Ergebnis lieferte Johannes Bergdolt bei den Meisterschaften ab. Er war über die 5000-Meter-Strecke so schnell wie noch nie unterwegs und konnte in seinem ersten Jahr in der Juniorenklasse bereits seinen ersten Erfolg feiern. Mit schnellen 14:57 Minuten belegte er den Bronzerang. „Er hat ein geiles Rennen geliefert und seine Bestzeit um sechs Sekunden verbessert“, ist Olbrich begeistert. Außerdem konnte Bergdolt mit seiner Leistung schon beim Saisonauftakt die Norm für die diesjährigen deutschen Juniorenmeisterschaften unterbieten. Und das, obwohl sich der 19-Jährige eigentlich auf der 3000-Meter-Distanz am wohlsten fühlt.

In den Jugendklassen absolvierten alle Sindelfinger ihren ersten Einsatz über die ungewohnt lange Distanz. In der A-Jugend trat Tobias Kocholl an, bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften noch über die 800 Meter unterwegs. Er war 16:20 Minuten schnell und belegte einen guten vierten Platz.

In der B-Jugend gingen gleich drei Sindelfinger an den Start. Mitchell Baily war mit seinen 17:09 Minuten der schnellste Läufer der Blau-Weißen. Bei den Meisterschaften belegte er Platz sieben. Zehnter wurde Joschua Sperrle, der 17:22 Minuten benötigte. Konrad Schönberg lief in 18:02 Minuten ins Ziel. Harald Olbrich gab sich sehr zufrieden mit seinen Athleten, die allesamt gute Leistungen zeigen konnten. „Sie haben sich gut geschlagen, die Ausdauer stimmt.“

Nun geht es für die Sindelfinger Läufertruppe bald ins Trainingslager nach Milano Marittima. Dort wird über Ostern zwei Wochen lang hart trainiert, um die Grundlagen für einen erfolgreichen Wettkampf-Sommer zu legen.

Presse | Leichtathletik | 10.03.2014

Die letzte Hürde trübt starken WM-Auftritt

Die Sindelfingerin Nadine Hildebrand läuft bei der Hallen-Weltmeisterschaft im polnischen Sopot auf den siebten Platz über die 60 Meter Hürden

Von Saskia Drechsel

Schon am vergangenen Mittwoch machte sich Nadine Hildebrand auf den Weg zur Hallen-WM. Mit dabei war Trainer Werner Späth, der mit dem Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbands reisen durfte.

Ihre Ziele hatte die Hürdensprinterin schon im Vorfeld verlauten lassen. Einen Platz im Finale wollte sie haben, eine schnelle Zeit sollte in Sopot ebenfalls herausspringen. Schließlich hat die Sindelfingerin schon vor den Weltmeisterschaften viele starke Wettkampfleistungen gezeigt. Zeiten unter der Acht-Sekunden-Marke scheinen für die 26-Jährige in dieser Saison kein Problem zu sein.

Sogar die Weltjahresbestleistung hatte Hildebrand mit ihrer neuen Zeit von 7,91 Sekunden einige Wochen inne. Im Kampf gegen die besten Hürdensprinterinnen der Welt war die Ausgangsposition der deutschen Hallenmeisterin von Leipzig also nicht die schlechteste.

Am Freitagabend stand dann der Vorlauf über die 60-Meter-Hürden-Strecke an und Nadine Hildebrand tat das, was ihr in der laufenden Saison schon so oft gelungen war: Sie ließ sich von der Atmosphäre der großen Meisterschaften nicht einschüchtern und rannte mit einer schnellen Zeit ins Ziel. Bei 7,98 Sekunden blieb die Uhr stehen.

Als Zweitplatzierte des zweiten Vorlaufs musste sie sich nur der Italienerin Marzia Caravelli geschlagen geben. Das erste Ziel der Hallen-WM konnte Nadine Hildebrand also schon im Vorlauf abhaken: Eine schnelle Zeit war sie gelaufen, die Acht-Sekunden-Marke hatte sie unterboten. Der Zwischenlauf am Samstag konnte kommen. Im zweiten von zwei Halbfinals ging es für die Sindelfingerin dann gegen die schnellsten Hürdensprinterinnen der Welt. Doch Hildebrand behauptete sich erneut. Sie zeigte einen sicheren Lauf, nach dem Zieleinlauf folgte der gespannte Blick auf die Anzeigetafel und anschließend die Bestätigung: Die Sindelfingerin hatte sich mit ihrem dritten Platz sicher für das Finale qualifiziert und ihr großes Saisonziel erreicht.

Ihr Ergebnis von 7,96 Sekunden spricht für sich und zeigt die große Sicherheit und Konstanz, mit der die Sindelfinger Athletin in dieser Saison ihre Leistung bringt. Am Samstagabend hatte Hildebrand schließlich ihren dritten Einsatz bei den Hallen-Weltmeisterschaften. Gemeinsam mit der deutschen Vizemeisterin Cindy Roleder ging es im Endlauf darum, eine gute Platzierung herauszulaufen.

Auf den Startschuss regierte Nadine Hildebrand schnell, gut liefen auch die ersten Meter. Bis zur letzten Hürde lag die Sindelfingerin auf einer guten Position und zeigte ein tolles Rennen. Dann passierte das Unglück: An der letzten Hürde scheiterte die 26-Jährige. Die Sindelfingerin blieb am Hindernis hängen und konnte sich gerade so noch ins Ziel retten, ohne zu stürzen.

Mit einer Zeit von 8,02 Sekunden belegte sie Platz sieben, überraschende Siegerin wurde die US-Amerikanerin Nia Ali in 7,80 Sekunden. Eine tolle Platzierung, ein Platz in der Weltspitze im Hürdenlauf, mit der Hildebrand noch vor wenigen Monaten niemals gerechnet hätte. Doch die Sindelfingerin weiß, da wäre mehr drin gewesen.

„Einerseits ist es super, dass ich im Finale war. Das wollte ich unbedingt. Aber es ist dennoch bitter: Ich habe vorher so konstant Zeiten unter acht Sekunden angeboten und dann geht dieser eine Lauf, und da auch noch die letzte Hürde, in die Hose. Das war ein blöder Fehler“, ärgert sich Hildebrand über ihren Strauchler kurz vor der Ziellinie, der entscheidende Zeit gekostet hatte und letztlich Platz sieben bedeutete.

„Ich bin gut rausgekommen. Mein Start war sehr gut. Aber ich vermute, dass ich dann viel zu dicht an die letzte Hürde gelaufen bin und mit Schwung und Nachziehbein und allem, was ich hatte, voll hängen geblieben bin.“ Dennoch hatte die Athletin Glück im Unglück. Zu Fall brachte sie die letzte Hürde nicht, über die Ziellinie kam sie unbeschadet und ihre Ziele hat Nadine Hildebrand bei den Hallenweltmeisterschaften auch so erreicht.

Einzug in das Weltmeisterschafts-Finale, Zeiten unter acht Sekunden, nicht Letzte werden, das hatte sich die Sindelfingerin vorgenommen. Und so blickt Hildebrand auch positiv nach vorne. „Die Form ist da und die nehme ich mit nach draußen. Darauf lässt sich aufbauen“, so Nadine Hildebrand.

Presse | Leichtathletik | 07.03.2014

Gruppenzwang hat manchmal auch seine gute Seiten

Hürdensprinterin Nadine Hildebrand vom VfL Sindelfingen startet an diesem Wochenende bei der Hallen-Weltmeisterschaft im polnischen Sopot

Wer die Sportseiten der vergangenen Wochen aufmerksam durchblättert, dem wird eine junge Frau besonders häufig ins Auge springen: Nadine Hildebrand vom VfL Sindelfingen. 26 Jahre alt, 1,58 Meter groß und ihres Zeichens die derzeit schnellste Hürdensprinterin Deutschlands.

Von Michael Schwartz

Baden-württembergische Meisterin, süddeutsche Titelträgerin, nationale Championesse, persönliche Rekorde und Weltjahresbestzeit - die Erfolge von Nadine Hildebrand sind beeindruckend. Trotzdem ist sie auf dem Boden geblieben. Sammelt noch alle Zeitungsartikel über sich. "Ich freu' mich jedes Mal drüber", sagt sie und fügt grinsend hinzu. "Aber wenn es nicht läuft, dann les' ich es lieber auch nicht. Ich weiß ja selbst, wenn ich schlecht war."

Zur Leichtathletik kam die damals Achtjährige auf einem Pfad, den wohl viele Kinder beschreiten. "Meine ältere Schwester hat das auch gemacht. Und alles, was die große Schwester gemacht hat, war toll." Nadine Hildebrand überlegt kurz. "Und wahrscheinlich haben mich meine Eltern der Einfachheit halber auch mitgeschleppt." Damals war der Sport noch Beschäftigungstherapie. Rumtoben. Blödsinn machen. Einmal in der Woche durch die Halle rasen und ähnliches. Erst mit zwölf kam die aktuelle deutsche Meisterin mit ihrer heutigen Spezialität in Berührung. "In der Kindergruppe sind alle über die Hürden rüber, aber ich hab' mich nicht so richtig getraut. Das war so hoch und ich so winzig. Wenn ich es nicht getan hätte, wäre ich aber der Loser gewesen", erinnert sich die Feuerbacherin. Gruppenzwang hat manchmal wohl doch seine guten Seiten.

Langsam wurde der Hürdensprint zu ihrer besten Disziplin. "Es war schnell klar, dass ich nicht werfen kann. Beim Springen war ich zwar auch ganz gut, aber eben nicht so gut", erzählt Nadine Hildebrand. Im Alter von 15 Jahren hat sie sich dann festgelegt, trainierte fortan bei Sven Rees. Wichtig seien ein guter Start und die richtige Technik. "Es muss alles zusammenpassen. Man darf sich keine Fehler erlauben, sonst ist man ganz schnell hinten." Anspruchsvoller sei das. Nicht so langweilig. Und die Strecke komme einem nicht ganz so lang vor, wenn man dabei Hürden überspringen muss.

Der erste große Erfolg auf überregionaler Ebene war die süddeutsche Meisterschaft. Das Höchste, was man in diesem Alter erreichen kann. "Als Schülerin war das cool und ich dachte nur ,Wow'. Ich hab' dreimal die Woche trainiert, und dann war ich auch noch die Schnellste", sagt Nadine Hildebrand. Apropos Schülerin: Unterricht und Sport haben bei ihr immer gut unter einen Hut gepasst. Eine weitere Hürde, die sie locker übersprang. Auch dank ihres Schulleiters am Karls-Gymnasium. Dessen Tochter war selbst Leichtathletin. Also durfte Nadine Hildebrand auch mal früher gehen, wenn sie an einem Wettkampf oder Lehrgang teilnahm. Natürlich nur, wenn die Noten stimmten und keine Klausur anstand. Und wenn sie ausführlich Bericht erstattete, wie es denn gelaufen ist.

Nach dem Abi im achtjährigen Zug begann das Studentenleben. "Mir war in der Schule schon klar, dass ich Jura studieren wollte." Gesagt, getan. Im Nachrückverfahren wurde sie in Tübingen angenommen. Drei Wochen vor dem ersten Staatsexamen sprintete sie sogar noch bei der Europameisterschaft mit. Auch die Hürde zweites Staatsexamen nahm sie nach ihrem Referendariat mit Bravour, arbeitet seit September 2013 halbtags in einer Stuttgarter Kanzlei.

Nach der Arbeit setzt sie sich ins Auto und fährt Richtung Sindelfingen, wo sie von Werner Späth trainiert wird. Über ihn kam sie zum VfL, schließlich war sie sowieso jeden Tag dort, und sie fühlt sich im Verein gut aufgehoben. Sechs bis acht Einheiten pro Woche kommen zusammen. Durchschnittlich zweieinhalb Stunden pro Tag. Einlaufen, Dehnen, Koordinationsübungen, Steigerungsläufe, Hürden übergehen. Erst dann wird es richtig schnell.

2009 dachte sie wegen einer Verletzung ans Karriereende

Vergeht einem da nicht irgendwann die Lust? "Ich weiß ja, was ich erreichen kann, wenn ich es mache", antwortet die 26-Jährige. "Wenn der Erfolg da ist, dann bleibt man auch dabei." Okay, die Tempoläufe machen ihr dann doch keinen Spaß, wie sie mit einem Augenzwinkern einräumt. "Aber ich muss mich nicht überwinden, jeden Tag Hürden zu laufen." Wobei: Einmal hat Nadine Hildebrand doch mit dem Gedanken gespielt, das alles hinzuwerfen. Das war 2009. Sie war davor zwar schon öfter verletzt, aber so schlimm hatte es sie noch nie erwischt. Nachdem ein Faserriss falsch behandelt worden war, entzündete sich der Muskel. Die Sportlerin konnte kaum schmerzfrei gehen. "Ich hab' mich gefragt, ob mir mein Körper sagen will, dass ich dafür nicht geschaffen bin", schildert die Feuerbacherin ihre damalige Gemütslage. Und dann meinte auch noch der Arzt: "Du machst jetzt sechs Wochen Pause oder kannst in sechs Monaten für immer Pause machen."

Ende des Jahres überredeten sie Freunde und Familie, nach auskurierter Verletzung doch nochmal bei einem Wettkampf mitzusprinten. "Das hat Spaß gemacht, und die Gedanken ans Aufhören waren weg", schildert Nadine Hildebrand das Ende dieses schweren Kapitels nüchtern.

Momentan befindet sich die Hürdensprinterin in Topform und freut sich auf die Weltmeisterschaft in Sopot. Mal schauen, ob danach ein weiterer Zeitungsartikel ihre Sammlung schmückt.

Presse | Leichtathletik | 05.03.2014

Ich will auf jeden Fall ins Finale

Saskia Drechsel

Nadine Hildebrand hat in dieser Hallensaison Top-Leistungen gebracht. Bestleistungen wie am Fließband, der Gewinn des deutschen Meistertitels, sogar die Weltjahresbestzeit hatte die Sindelfinger Hürdensprinterin einige Wochen inne. Am Wochenende steht der Höhepunkt der Leichtathletik-Hallensaison an: Die Hallenweltmeisterschaften im polnischen Sopot.

Die SZBZ hat mit der 26-Jährigen über ihre überragende Saison, die Finalchancen bei der WM und das Training unter Werner Späth gesprochen.

Sie hatten sich für die Hallensaison vorgenommen, die Acht-Sekunden-Marke zu knacken. Jetzt liegt Ihre Bestleistung bei 7,91 Sekunden. Nur eine Hunderstel-Sekunde langsamer waren Sie bei den deutschen Meisterschaften in Leipzig. Warum sind Sie zurzeit so schnell unterwegs?

Nadine Hildebrand: „Ich hätte selbst nie gedacht, dass ich in diesem Winter so schnell laufe. Ich hatte mir für die Halle eine neue Bestzeit vorgestellt und wäre damit glücklich gewesen. Ich glaube, mein Vorteil ist es, dass ich verletzungsfrei durch den Winter gekommen bin und vom letzten Jahr ein anderes Ausgangsniveau mitgebracht habe.“

Sie trainieren nun schon zweieinhalb Jahre unter Werner Späth. Wie wirkt sich das aus?

Nadine Hildebrand: „Ich profitiere ungemein von seiner früheren Arbeit als Sprinttrainer. Meine Sprintzeiten sind deutlich besser geworden. Er kennt sich unglaublich aus. Außerdem ist Werner in Wettkämpfen sehr gelassen, weil er schon so oft dabei war. Das überträgt sich auf mich.“

Auch Ihre Trainingseinheiten haben sich sicherlich verändert.

Nadine Hildbrand: „Ich mache auf jeden Fall mehr Umfänge. Natürlich habe ich auch nicht verlernt, was ich mir schon angeeignet habe, ich konnte ja schon davor Hürdenlaufen. Aber ich glaube, der Wechsel zu Werner war genau der richtige Reiz für mich.“

Vor einem Jahr lief es bei Ihnen noch nicht so rund. Woran lag das?

Nadine Hildbrand: „Ich und Werner, wir haben zum einen etwas gebraucht, um uns aufeinander einzustellen. Außerdem habe ich Verletzungsprobleme mitgebracht und konnte teilweise überhaupt nicht nach Plan trainieren. Aber in diesem Jahr hat man ja gemerkt: Wenn ich verletzungfrei trainiere, geht der Plan auf und wir ziehen nun rechtzeitig die Notbremse bevor etwas ganz schlimm wird.“

Mit Sabrina Lindenmayer haben Sie eine starke Trainingskameradin, die immerhin Fünfte bei den deutschen Meisterschaften geworden ist, ein Vorteil?

Nadine Hildebrand: „Alleine würde das Training nur halb so viel Spaß machen. Ich bin eher der Typ, der unter Konkurrenz besser läuft, auch im Training.“
Nun stehen die Hallenweltmeisterschaften vor der Tür, wie sieht ihr Plan aus?
Nadine Hildebrand: „Am Mittwoch bin ich nach Sopot geflogen, viel trainiert habe ich in den Tagen davor sowieso nicht mehr. Ich habe mich eher ausgeruht und auf den Wettkampf konzentriert. Morgen geht es mit dem Vorlauf los. Der Zwischenlauf und der Endlauf wären beide am Samstag.“

Ihr Trainer Werner Späth ist in Sopot ebenfalls dabei, obwohl eigentlich nur Bundestrainer mitreisen, warum das?

Nadine Hildebrand: „Mir zuliebe hat der Deutsche Leichtathletik-Verband Werner mitgeschickt. Die zweite deutsche Starterin Cindy Roleder hat immer beim Männer-Bundestrainer trainiert und der ist ja sowieso dabei. Deswegen habe ich die Möglichkeit bekommen, meinen Heimtrainer mitzunehmen. Das ist eine tolle Anerkennung von Werners Arbeit.“

Morgen steht der Vorlauf über die 60 Meter Hürden an. Was nehmen Sie sich vor?

Nadine Hildebrand: „Ich will auf jeden Fall ins Finale. Aber dafür muss ich erstmal den Vor- und Zwischenlauf gut überstehen. Für den Endlauf werde ich wohl unter acht Sekunden laufen müssen, das ist realistisch.“

Was trauen Sie sich konkret zu?

Nadine Hildebrand: „Bei den Deutschen Meisterschaften bin ich ja auch nochmal eine 7,92 gelaufen und ich glaube, daran kann ich anknüpfen. Wenn ich das Finale erreiche und eine Zeit um meine Bestleistung laufe, bin ich zufrieden. Außerdem will ich nicht Letzte werden. Das ist das Ziel. Mehr zu erwarten wäre vermessen. Es werden wirklich starke Athletinnen mitlaufen.“

Presse | Leichtathletik | 01.03.2014

Große Vorbilder für junge Talente

Ein Patenschaftsprojekt soll beim VfL Sindelfingen in Zukunft Früchte tragen / Motivation und wertvolle Erfahrungen

Von Saskia Drechsel

Vorbilder sind wichtig. Gerade im Leistungssport, gerade in der Leichtathletik. Mit dieser Erkenntnis hat der VfL-Sprinttrainer Sebastian Marcard ein Patenschaftsprojekt ins Leben gerufen, das Früchte tragen soll.

Die Idee kam auf einer langen Autofahrt, zurück von einem erfolgreichen Wettkampf. Eva Baur und ihr langjähriger Trainer Sebastian Marcard unterhielten sich über die Anfänge Baurs Leichtathletikkarriere und die Motivation, die jeder Sportler braucht, um erfolgreich Leichtathletik betreiben zu können. Für Eva Baur liegt einer dieser Momente, in dem sie Motivation für viele anstrengende Trainingsstunden fand, Jahre zurück. Damals, als junge Mehrkämpferin durfte sie erstmals mit ins Trainingslager der Großen. Sebastian Marcard, der zu dieser Zeit den erfolgreichen Weitspringer Peter Rapp betreute, wollte die Nachwuchsathletin fördern und gab ihr die Gelegenheit zu einigen Trainingseinheiten mit den bis dato unerreichbaren Vorbildern.

Heute ist aus Eva Baur selbst ein Vorbild geworden. 2012 holte sie bei den Juniorinnen den deutschen Meistertitel über die 200 Meter, etliche baden-württembergische Meistertitel konnte sie schon gewinnen. Die Leistungskurve der 22-Jährigen zeigt dabei stets nach oben. Doch ebenso zahlreich wie die Erfolge waren die Rückschläge, die Baur erleiden musste. Verletzungen, Zwangspausen, das Ranarbeiten hin zur alten Form. Ihre Erfahrungen will die Sindelfinger Sprinterin nun an den Nachwuchs weitergeben. Für die VfL-Mehrkämpferin Sophia Traub aus Darmsheim übernahm sie deswegen die Patenschaft. Schon viele E-Mails gingen zwischen den beiden Vereinskameradinnen hin und her, denn Sophia Traub will viel wissen.

Gerade plagt sie sich mit Knieschmerzen herum und musste eine Weile mit dem Training pausieren. Eine harte Zeit, denn Traub ist bei ihrem Hobby mit viel Spaß bei der Sache. Die Neuntklässlerin trainiert für gewöhnlich drei bis vier Mal in der Woche unter Nachwuchstrainerin Aleksandra Gacic. Bereits seit sieben Jahren betreibt sie Leichtathletik und wechselte direkt vom Kinderturnen in die Leichtathletikschule Speedy. Am besten gefallen ihr dabei abwechslungsreiche Trainingseinheiten. „Wenn wir in einem Training Hochsprung und danach noch Weitsprung machen, ist das toll und macht richtig Spaß“, sagt die 14-Jährige. Auf weniger Anklang stößt bei ihr das Ausdauertraining. Traubs Lieblingsdisziplinen sind der Sprint und der Hürdenlauf. Und hier erkennt Sportpatin Eva Baur die erste Gemeinsamkeit mit ihrem Schützling. Die 22-Jährige absolvierte selbst über lange Jahre erfolgreich Mehrkämpfe, ehe sie sich auf den Hürdenlauf und vor zwei Jahren völlig auf den Sprint konzentrierte.

Ihren ersten erfolgreichen Mehrkampf hat Sophia Traub schon hinter sich. Bei den württembergischen Meisterschaften in Heidenheim konnte sie in der Altersklasse W14 mit 3275 Punkten im Siebenkampf den sechsten Platz belegen. Ein großer Erfolg für die damalige F-Kader-Athletin. Doch hinter jedem Erfolg steckt eine Menge Arbeit und Zeit. Und auch Sophia Traub hat es oft nicht einfach. Sie muss ihren Sport mit der Schule vereinbaren. Nach dem Nachmittagsunterricht steht häufig noch eine Trainingseinheit an. Und statt am Wochenende für eine Klassenarbeit lernen zu können, bringt das Nachwuchstalent auf Wettkämpfen gute Leistungen. Eva Baur kennt dieses Problem nur zu gut: Neben ihrer leistungssportlichen Karriere hat sie ihre Ausbildung zu meistern. „Ich will Sophia mitgeben, dass Organisation alles ist. Wenn einem der Sport wichtig ist, bekommt man alles hin. Aber man muss Prioritäten setzen“, sagt Baur. Auch in Sachen Verletzung hat die 22-Jährige einige Tipps parat. „Dran bleiben ist ganz wichtig. Auch wenn es nicht läuft, muss man weitermachen und fleißig sein“, weiß Eva Baur, die nach jeder Verletzung stärker geworden und dem Ziel damit ein Stück schneller näher gekommen ist.

Das hat sich auch Sophia Traub zu Herzen genommen „Sport ist für mich ein toller Ausgleich und zurzeit klappt es sehr gut mit der Schule“, sagt die 14-Jährige. In der Freiluftsaison will Traub, dann der W15 angehörend, aber richtig Gas geben.

Presse | Leichtathletik | 24.02.2014

Blau-weiße Trümpfe stechen in Leipzig

Nadine Hildebrand holt Gold bei der Hallen-DM, Silber für Tobias Dahm und Florian Gaul

Von Holger Schmidt

Die Sindelfinger Trümpfe stachen am ersten Tag der deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in Leipzig. Nadine Hildebrand holte die erwartete Goldmedaille über 60 Meter Hürden, Tobias Dahm wie schon im vergangenen Sommer in Ulm die Vizemeisterschaft im Kugelstoßen.

Zweimal war Nadine Hildebrand schon deutsche Hallenmeisterin, 2009 und 2013 lief sie in jeweils 8,07 Sekunden zum Titel über 60 Meter Hürden. Mit einer solchen Zeit wollte sich die Sindelfingerin am Samstagabend nicht begnügen. Nach einem explosiven Start nahm die Kleinste im Feld die fünf Hürden elegant und stürmte nach 7,92 Sekunden ins Ziel. Eine Weltklassezeit, nur eine Hundertstel entfernt von ihrer Bestleistung. "Das gibt Sicherheit auch für die Hallen-WM. Ich weiß: Egal wer neben mir steht, ich kann es genauso gut wie sie", sagte Hildebrand.

Sie musste auch eine Top-Zeit anbieten. Denn auf der zweiten Streckenhälfte arbeitete sich Neu-Siebenkämpferin Cindy Roleder (LAZ Leipzig) Zentimeter um Zentimeter an die Sindelfingerin heran und wurde mit 7,95 Sekunden belohnt. Nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen konnte Nadine Hildebrands Trainingskameradin Sabrina Lindenmayer. Zwar stellte sie mit 8,28 Sekunden exakt ihre Bestzeit ein, doch das reichte hinter zwei weiteren Kontrahentinnen nur zum fünften Rang.

Auf dem lag nach dem Vorkampf auch Kugelstoßer Tobias Dahm. Vorne zog Weltmeister David Storl (LAC Erdgas Chemnitz) einsam seine Kreise. Nur die von seinem Trainer Sven Lang geforderten 21,30 Meter schaffte der Olympia-Zweite mit 21,22 nicht ganz. Viel spannender war dagegen die Frage, wer mit Silber und Bronze nach Hause fahren würde. Lange lag der mit 18,86 Meter Bestleistung stoßende Stuttgarter Tobias Hepperle auf Platz zwei. Doch im vierten Versuch brachte sich mit 18,88 Tobias Dahm nach vorne. Nach einer weiteren Steigerung auf 19,18 in Durchgang fünf brannte für den Sindelfinger nichts mehr an, denn kein weiterer Mitstreiter konnte mehr die 19-Meter-Marke überbieten.

Im Stabhochsprung der Frauen zerplatzten insgeheim gehegte Medaillenträume für die vor zwei Wochen beim heimischen Hallenmeeting so fulminant auftrumpfende Joana Kraft schon recht früh. Mit 4,16 Metern blieb sie 30 Zentimeter hinter ihrer eigenen Vorgabe zurück. Damit wurde sie im von Favoritin Silke Spiegelburg (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit 4,61 gewonnenen Wettbewerb nur Neunte. Zwei Plätze weiter vorn reihte sich mit 4,26 Vereinskameradin Victoria von Eynatten ein.

Stabhochspringer Florian Gaulnutzt die Gunst der Stunde

Durften die Erfolge von Nadine Hildebrand und Tobias Dahm fest eingeplant werden, so gelang Stabhochspringer Florian Gaul am Sonntag eine kleine Sensation. Der Sindelfinger nutzte das verletzungsbedingte Fehlen von Weltmeister Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) und dem Silbermedaillengewinner von Olympia, Björn Otto (Köln), optimal und sicherte sich hinter Malte Mohr (TV Wattenscheid 01), der 5,84 Meter überquerte, die Vizemeisterschaft. Dass Gaul dabei mit 5,50 gleich einen neuen Hausrekord aufstellte, machte die Freude komplett.

Nur knapp am Podest vorbei rannte über 400 Meter Manuel Ilg. Bereits im Vorlauf gab"s für ihn mit 48,27 Sekunden eine Saisonbestleistung, im Finale zeigte die Uhr sogar 48,08. Nur drei Kontrahenten waren im Leipziger Hallenrund flotter unterwegs. Ebenfalls im Endlauf stand über 800 Meter Patrick Oehler. Seine Vorlaufzeit von 1:49,95 Minuten ließ eigentlich mehr erwarten, doch am Ende blieb ihm in 1:53,47 nur der siebte und letzte Platz.

Presse | Leichtathletik | 24.02.2014

Dreimal Edelmetall für den VfL Sindelfingen

Nadine Hildebrand sprintet bei den deutschen Meisterschaften in Leipzig zum Titel, Kugelstoßer Tobias Dahm und Stabhochspringer Florian Gaul holen Silber

Von Saskia Drechsel

Mit der überraschenden Ausbeute von drei Medaillen sind die Leichtathleten des VfL Sindelfingen von den deutschen Hallenmeisterschaften zurückgekehrt. Nadine Hildebrand, Tobias Dahm und Florian Gaul sorgten für das erhoffte Edelmetall in der Leipziger Arena.

Bei ihrem ersten Auftritt musste Nadine Hildebrand noch nicht gegen die ganz schnelle Konkurrenz antreten. Mit 8,10 Sekunden qualifizierte sie sich überlegen für das Finale, fand aber noch viel, was es zu verbessern gäbe. „Ich habe mir vorgenommen bei allem Druck locker zu laufen, bin am Ende aber wohl etwas zu spannungslos gewesen.“ Im Finale stand Hildebrand dann ihrer schärfsten nationalen Konkurrentin Cindy Roleder gegenüber. Die Leipzigerin konnte bei den Meisterschaften von ihrem Heimspiel profitieren und auf die Unterstützung der Leipziger Fans bauen.


Dennoch schoss Nadine Hildebrand beim 60-Meter-Hürden-Finale als Erste aus dem Startblock. Auch Cindy Roleder drückte mächtig aufs Tempo und kam der Sindelfingerin näher. Beim Zieleinlauf lagen die beiden fast gleichauf, nur wenige Zentimeter entschieden über die Medaillenverteilung. Wieder hatte Nadine Hildebrand die Nase vorne und jubelte über Gold. Bereits zum dritten Mal ist die VfL-Sportlerin deutsche Hallenmeisterin geworden, so schnell war sie dabei aber noch nie unterwegs: Bei 7,92 Sekunden blieb die Uhr stehen, die zweitbeste 60-Meter-Hürden-Zeit in der Karriere der Sindelfingerin.

Hinter ihr lief Cindy Roleder in 7,95 Sekunden zur Bestleistung und knackte die Norm für die Hallen-WM. „Ich hätte nicht gedacht, dass Cindy so nah rankommt. Mit meinem Rennen bin ich super zufrieden, es ist meine zweitschnellste Zeit überhaupt und den Titel wollte ich unbedingt verteidigen“, sagt Nadine Hildebrand, für die es am Wochenende gleich weiter zum nächsten großen Wettkampf geht. Das Hallen-ISTAF in Berlin steht an und dann geht es auch schon zur Hallen-WM nach Sopot.

Stabhochspringer Florian Gaul überraschte mit seiner Silbermedaille nicht nur die Sindelfinger Anhänger. Schon bei 5,30 Metern begann das Zittern: Erst im dritten Versuch meisterte Gaul die Höhe - und das ziemlich knapp. Dann ging es weiter mit 5,40 Metern. Eine Höhe, die der VfL-Athlet in diesem Winter erst einmal übersprungen hatte, im zweiten Durchgang kein Problem. Für Jubel sorgte Gaul mit seinem ersten Versuch über 5,50 Meter. Ohne Probleme überflog er die Höhe, die gleichzeitig eine neue Bestleistung bedeutete. Das machte ihm kein weiterer Springer nach. Die anderen versuchten sich gleich an 5,60 Metern und scheiterten einer nach dem anderen. Nur Malte Mohr übersprang die Höhe. Auch Florian Gaul konnte sie nicht bezwingen, mit der zweitbesten Leistung des Tages holte er sich dennoch Silber und das mit einer Vorbereitung, die alles andere als optimal verlief. „Ich hatte diese Woche starke Rückenprobleme, noch gestern dachte ich, dass ich nicht starten kann.“ Über Silber wunderte sich selbst Florian Gaul: „Ich hätte nie gedacht, dass es für eine Silbermedaille reicht, heute hatte ich Glück und einen guten Sprung über die 5,50 Meter.“


Tobias Dahm hatte keine gute Laune: Stinksauer stiefelte der Sindelfinger davon, dabei hatte er mit seinem Silbermedaillen-Gewinn alle Erwartungen erfüllt - die eigenen aber wohl am wenigsten. Es war ein spannender Kugelstoßwettkampf, abgesehen von der Vergabe der Goldmedaille, denn die hatte David Storl schon nach seinem ersten Stoß über 20,18 Meter sicher. Dahinter kämpften die Athleten um die weiteren Medaillen und Tobias Dahm war am Verzweifeln. Technisch wollte nichts zusammenpassen: 19,50 Meter wollte der Zwei-Meter-Mann auf jeden Fall übertreffen, auch mit den 20 Metern hatte er geliebäugelt. Mit 17,91 Metern aber startete er in den Wettkampf. Danach wollte die Kugel einfach nicht weiter fliegen. Nach drei Versuchen lag Dahm nicht einmal auf einem Medaillenplatz, Hendrik Müller und der Stuttgarter Tobias Hepperle hatten weiter gestoßen. Der fünfte Durchgang sorgte dann für Erleichterung. Dahm beförderte sein 7,26 Kilogramm schweres Wettkampfgerät auf 19,18 Meter, lag endlich auf Silberkurs, an die erhofften Weiten kam er dennoch nicht mehr heran. „Die Platzierung ist ok, aber meine Leistung war mies“, so der kurze Kommentar.

Weitere vier Endkampfplatzierungen gingen auf das Konto der Sindelfinger Athleten. Trotz Verletzungsproblemen überquerte Victoria von Eynatten 4,26 Meter und wurde Siebte. Sabrina Lindenmayer belegte im Hürdenfinale Platz fünf und lief bereits zum vierten Mal 8,28 Sekunden schnell. Im Finale stand auch 800-Meter-Ass Patrick Oehler, der mit 1:53,47 Minuten Siebter wurde und 400-Meter-Läufer Manuel Ilg. Er sprintete in 48,08 Sekunden auf Platz vier.

Presse | Leichtathletik | 10.02.2014

Erfolgreiche VfL-Athleten beim Sindelfinger Hallenmeeting

Die Stabhochspringerin des VfL Sindelfingen erzielt beim Stadtwerke Sindelfingen Hallenmeeting eine neue Bestleistung

Von Saskia Drechsel

Peinliche Pannen und grenzenloser Jubel: Beides lag eng zusammen beim Stadtwerke Sindelfingen Hallenmeeting, das am Samstag im Glaspalast ausgetragen wurde.

Am späten Nachmittag ging es bei den Leichtathleten plötzlich Schlag auf Schlag. Zuerst stand das Finale über die 60-Meter-Strecke an. Der schnellste Läufer aus über 50 Teilnehmern im Männerwettbewerb wurde gesucht. Auch Lokalmatador Johannes Wiesner war im Endlauf mit dabei. Allerdings startete er etwas übermotiviert und verursachte prompt einen Fehlstart. Der VfL-Leichtathlet musste schon vor dem regulären Startschuss seine Sachen packen. Der Stuttgarter Alex Schaf rannte als Erster ins Ziel, hatte in der Ergebnisauswertung aber das Nachsehen. Seine Zeit und die des zweitplatzierten Felix Göltel konnten nicht ermittelt werden. Großes Pech für Schaf, der um die Erfüllung der Weltmeisterschaftsnorm kämpfte. Die Sindelfinger um Wettkampfkoordinator Dieter Locher entschieden sich, die Männer erneut antreten zu lassen.

Und wieder ging es nach dem Startschuss rund. Diesmal mit dem Sindelfinger Johannes Wiesner, der es aus Angst um einen erneuten Fehlstart diesmal etwas ruhiger angehen ließ. Alex Schaf enteilte wie gewohnt dem Feld und lief sich einen großen Vorsprung auf die restliche Konkurrenz heraus. Im Ziel blieben die Uhren dann auch für ihn stehen und zwar bei 6,59 Sekunden. Hallen-WM-Norm für den Stuttgarter, der sich über seinen Erfolg lautstark freute. Johannes Wiesner wurde in 6,94 Sekunden Fünfter, hatte aber schon im Vorlauf Grund zur Freude gehabt. Da lief er nämlich zu einer neuen Bestzeit von 6,90 Sekunden, das wäre sogar die Qualifikation für die deutschen Aktivenmeisterschaften gewesen, allerdings ganze zwei Wochen zu spät.

Auch für Sabrina Lindenmayer gab es Grund zum Jubeln. Die deutsche Studentenmeisterin bot der Top-Läuferin aus der Schweiz Lisa Urech schon im Vorlauf die Stirn. Über die 60-Meter-Hürden-Strecke liefen beide nebeneinander ins Ziel. Lindenmayer war mit 8,28 Sekunden einen Tick schneller. Im Endlauf kamen dann lediglich zwei Läuferinnen des Feldes ins Ziel, darunter die Siegerin Sabrina Lindenmayer. Vier andere scheiterten an den ersten Hürden und mussten das Rennen abbrechen, was für viel Diskussionsstoff sorgte. Anschließend sah man sich die Hürdenabstände noch einmal genau an und musste feststellen: Die Hürden waren nicht an der korrekten Markierung aufgestellt worden, sondern in erheblichem Abstand weiter hinten. Für Sabrina Lindenmayer kein Problem: „Ich habe das gar nicht gemerkt, sondern habe mich nur ein wenig gewundert, warum ich zwischen den Hürden etwas langsamer bin“, sagte die Sindelfingerin, die die falsche Hürdenstrecke nur unwesentlich langsamer als den Vorlauf absolvierte.

Den Wiederholungslauf konnte Lindenmayer dann erneut in 8,30 Sekunden für sich entscheiden. „Mit dem Vorlauf war ich zufrieden, beim letzten Lauf war mein Start schlecht. Mich ärgert es nur, dass ich immer fast dieselbe Zeit laufe. Bei den Deutschen will ich schneller sein“, hat sich die Hürdensprinterin vorgenommen.

Im Stabhochsprungwettkampf der Frauen zog Joana Kraft die Zuschauer in den Bann. Sie sprang sich wie in einen Rausch und überquerte eine lang ersehnte neue Bestmarke. Vier Jahre ist es nun her, seit Kraft den deutschen Jugendhallenrekord aufgestellt hat. Damals noch im Metzinger Trikot übersprang sie 4,45 Meter – und erreichte seitdem nie wieder solch luftige Höhen. Am Samstag war das endlich wieder anders: Schon bei überquerten 4,31 Metern jubelte Kraft, dann ließ sie 4,41 Meter auflegen und scheiterte zwei Mal deutlich. Alles deutete auch auf einen dritten Fehlversuch hin, doch im letzten Anlauf flog die VfL-Athletin scheinbar mühelos über die Höhe. Dann wagte Joana Kraft den nächsten Schritt. Sie wollte eine neue Bestleistung und nahm sich einen Angriff auf die 4,46 Meter vor.

Und schon im zweiten Versuch war es soweit: Kraft schraubte sich in die Luft, überquerte die Latte und brach, kaum war sie auf der Matte gelandet; in Jubelschreie aus. „Das war wirklich mal an der Zeit, endlich wieder ein Fortschritt, heute hatte ich ein tolles Gefühl“, freute sich die Sindelfingerin. Bei 4,51 Metern versagten nach den vielen Sprüngen allerdings die Kräfte. Schließlich hatte die Stabhochspringerin auch schon am Freitag in Zweibrücken einen Wettkampf absolviert. Mit ihren 4,46 Metern belegt Joana Kraft nun Platz drei der deutschen Bestenliste.

Goldmedaillen holten sich auch Johannes Bergdolt über 1500 Meter der Männer in 4:05,25 Minuten, Tamara Seer über die 200-Meter-Strecke in 24,50 Sekunden und über die 60-Meter-Strecke in 7,58 Sekunden oder Kugelstoßer Tobias Dahm. Er kam 18,90 Meter weit und wird sich nun weiter auf die deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig vorbereiten. Mit 5,20 Metern siegte Florian Gaul im Stabhochsprung, fühlte sich aber nach dem vorherigen Wettkampf in Zweibrücken (5,21 Meter) nicht mehr ganz frisch. Der Eltinger Tassilo Hackert steigerte sich im Hochsprung bis auf 2,09 Meter und holte ebenfalls Gold.

Presse | Leichtathletik | 05.02.2014

Der Traum von den fünf Ringen

Der 17-jährige Eric Bundschuh verstärkt die Gilde der Sindelfinger Kugelstoßer / Starkes Debüt in der Karlsruher Europahalle

Von Saskia Drechsel

Bei den baden-württembergischen Meisterschaften trat Bundschuh in den Kugelstoßring - und ließ seinen Gegnern keine Chance. Schon der zweite Stoß flog auf 18,25 Meter. Mit allen seinen Stößen hätte der Athlet in der Altersklasse U18 siegen können. Bei den süddeutschen Meisterschaften setzte er seine Erfolgsserie fort und siegte mit persönlicher Bestleistung. Am Ende standen 18,33 Meter für ihn zu Buche.

Eine starke Weite für einen 17-Jährigen, doch so recht zufrieden wollte Eric Bundschuh nicht sein. Er peilt größere Ziele an. Schließlich nimmt er in dieser Saison die Jugend-Olympiade in China ins Visier. Doch um dort starten zu dürfen, muss der Kugelstoßer noch viele Top-Leistungen erbringen. „Ich muss in den nächsten Wettkämpfen zwei Mal über 19 Meter stoßen“, weiß Bundschuh. Nur dann nämlich kann er sich für die European Youth Olympic Trials in Aserbaidschan qualifizieren. Die finden im Juni statt und stellen eine Art Endausscheidung dar. Die besten neun Athleten des Wettkampfes dürfen dann an der Jugend-Olympiade teilnehmen.

Da Deutschland aber nur einen Kugelstoßer mit nach China nehmen darf, muss Eric Bundschuh außerdem alle nationalen Konkurrenten ausstechen. Gerade der Neubrandenburger Merten Howe kann dem Sindelfinger in die Quere kommen. Beide führen die deutsche U18-Bestenliste an, allerdings hat Howe mit 19,60 Metern bereits eine starke Weite erzielen können. „Die Jugend-Olympiade ist natürlich mein großes Ziel und es wäre schön, wenn ich es schaffe, aber die Konkurrenz ist stark“, weiß auch Eric Bundschuh.

Der 17-Jährige trainiert hart für große Weiten. Fünf bis sieben Einheiten in der Woche kommen zusammen, kein einfaches Pensum für einen Schüler, doch Bundschuh hat viel Spaß an seinem Sport. Und das schon seit vielen Jahren. Mit acht Jahren kam er zur Leichtathletik. Zuerst spielte er gleichzeitig noch Fußball, dann verschrieb er sich ganz der Individualsportart.

Zuerst konzentrierte sich der Athlet auf den Mehrkampf, dann verletzte sich Bundschuh und landete so beim Wurf. Seitdem steigert er sich kontinuierlich, ob mit der Kugel oder dem Diskus. Als Schüler war er Mitglied im F-Kader des baden-württembergischen Leichtathletikverbands, in diesem Jahr hat er es bis in den D/C-Kader Deutschlands geschafft.

2013 konnte Eric Bundschuh die süddeutschen Meisterschaften gewinnen, bei den deutschen Jugendmeisterschaften hatte er aber kein Glück. „Da hat dann irgendwie nichts mehr so richtig zusammengepasst“, sagt der 17-Jährige.

Schon seit einiger Zeit trainiert der VfL-Athlet auch regelmäßig am Olympiastützpunkt Stuttgart unter Landestrainer Peter Salzer. Jeden Samstag reist Eric Bundschuh von Sigmaringen in die Landeshauptstadt, um an seiner Technik zu feilen und die sieht immer besser aus. „Im Training klappt alles gerade richtig gut. Ich bin sehr fit und habe nur ein bisschen Knochenhautprobleme“, sagt der Schüler.

In der Saisonvorbereitung konnte er seine Kraftwerte deutlich steigern, im Mittelpunkt stand aber das Techniktraining. Mit dem Fokus auf das Kugelstoßen, gerade wegen der zu erfüllenden Norm für die Jugend-Olympiade. „Mein rechtes Bein muss schneller sein und ich muss meinen Block halten“, weiß er um seine Schwachstellen. Doch Eric Bundschuh ist neben seinem Talent im Kugelstoßen auch ein starker Diskuswerfer, deswegen freut er sich umso mehr auf die anstehenden deutschen Winterwurfmeisterschaften, die im Februar im Sindelfinger Floschenstadion stattfinden werden.

Presse | Leichtathletik | 27.01.2014

Die Technik stört den frühen Jubel

Süddeutsche Hallenmeisterschaften in Karlsruhe - Nadine Hildebrand stellt Rekord auf

Hürdensprinterin Nadine Hildebrand vom VfL Sindelfingen sorgte auch bei den süddeutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in Karlsruhe für einen Höhepunkt. In 7,98 Sekunden blieb sie über 60 Meter Hürden bereits im Vorlauf erstmals unter acht Sekunden.

Von Holger Schmidt

Sie markierte damit zugleich einen neuen Rekord für den Bereich des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes (WLV).

Nur zwei Hundertstel fehlten zur europäischen Jahresbestleistung. Im Finale bestätigte sie dieses Ergebnis mit exakt acht Sekunden und gewann vor ihrer Trainingskollegin Sabrina Lindenmayer (8,36 Sekunden). Dass bei der 26-jährigen frischgebackenen süddeutschen Hallenmeisterin im Zieleinlauf kein Jubel aufkam, hatte mit der Technik zu tun. Denn die Uhr spielte der Sindelfingerin gleich zweimal einen Streich, zeigte im Vorlauf 8,14 und im Finale 8,15 Sekunden an. "Die richtigen Ergebnisse habe ich erst später erfahren", erklärte sie ihre verständliche Zurückhaltung.

Dennoch sieht sie, ebenso wie Trainer Werner Späth, sogar noch Potential für weitere Verbesserungen. "Ich bin sehr froh, dass ich die sieben vor dem Komma geschafft habe", betonte Nadine Hildebrand, "am Ziel bin ich aber noch nicht." Weiter geht`s bereits am kommenden Sonntag beim Hallen-Meeting an gleicher Stelle, bei dem sie erstmals auf internationale Konkurrenz trifft.

Ein weiterer von insgesamt sieben Sindelfinger Erfolgen bei diesen Titelkämpfen gelang Stabhochspringerin Joana Kraft, die sich mit 4,20 Metern aufgrund eines Fehlversuchs weniger gegen die höhengleiche Anna Felzmann (LAZ Zweibrücken) durchsetzte. Genau anders herum lief es bei Hochspringer Tassilo Hackert vom TSV Eltingen. Er bewältigte wie zwei andere Mitstreiter 2,04 Meter, musste sich aber hinter diesen mit dem fünften Rang begnügen. Ganz vorne landete hingegen erwartungsgemäß die 4 x 400-Meter-Staffel des VfL Sindelfingen (Jonas Kolzau, Patrick Saile, Romed Guischard, Patrick Oehler) in 3:25,23 Minuten. Silber gab`s zudem für Tamara Seer, die die Runde in 24,46 Sekunden zurücklegte.

Florian Gaul wird souveräner Hallenmeister im Stabhochsprung

Bereits am Samstag setzte Nadine Hildebrand in der Europahalle ein erstes Ausrufezeichen. Über 60 Meter flach steigerte sie sich um eine Zehntelsekunde auf 7,29 Sekunden, und blieb damit auch ohne Hürden nur fünf Hundertstel über der Hallen-WM-Norm. Im Kugelstoßen der Männer ging der Titel wiederum an Vereinskamerad Tobias Dahm. In Abwesenheit von Mitfavorit Marco Schmidt (SR Yburg Steinbach) hätte der deutsche Vizemeister mit jedem seiner fünf gültigen Stöße den Wettbewerb gewonnen und kam in einer konstanten Serie auf den Spitzenwert von 18,96 Meter. Souveräner Süddeutscher Hallenmeister im Stabhochsprung wurde mit 5,35 Metern, die er als einziger Teilnehmer überquerte, Florian Gaul.

Mit Silber wurden die 22,62 Sekunden des Sindelfinger U18-Jugendlichen Deniz Almas über 200 Meter belohnt. Nachwuchshochspringer Hannes Grolig kam mit 4,20 Metern auf den Bronzerang. Bester Kugelstoßer U18 war mit Eric Bundschuh, der 18,33 Meter und damit eineinhalb mehr als die Konkurrenz erzielte, ebenfalls ein Sindelfinger.

Presse | Leichtathletik | 27.01.2014

Elf Medaillen für den VfL Sindelfingen

Bei den süddeutschen Meisterschaften in Karlsruhe setzten die Blau-Weißen einige Glanzlichter / Nadine Hildebrand gleich in zwei Wettbewerben so schnell wie

Von Saskia Drechsel

Neue Bestleistungen, starke Auftritte, aber auch Verletzungen. Beim VfL Sindelfingen war an diesem Wochenende alles mit dabei. Von den süddeutschen Meisterschaften kehrten die Blau-Weißen mit elf Medaillen im Gepäck aus Karlsruhe zurück.

Zu einem verlässlichen Medaillensammler ist dabei Kugelstoßer Tobias Dahm geworden. Schon in der Vorwoche bei den baden-württembergischen Meisterschaften triumphierte er gegen seinen früheren Vereinskameraden Marco Schmidt und siegte mit einem Stoß über 19 Meter. Ganz so weit wollte es eine Woche später dann nicht mehr gehen, dennoch stand Tobias Dahm wieder ganz oben auf dem Podest.

Mit seinen fünf gültigen Stößen bot der Sindelfinger eine gute Serie an, kein Versuch flog weniger als 18,70 Meter weit. Nur der ganz große Ausrutscher nach oben fehlte. Der Kugelstoßer holte sich mit 18,96 Metern aus dem vierten Versuch den Meistertitel, hätte aber auch mit jedem anderen gültigen Versuch gesiegt. „Der Titel war das Ziel, das habe ich erreicht. Aber der Wettkampf war leider anders als erwartet, technisch passt es noch nicht zusammen“, sagt Dahm, der noch an sich arbeiten will. „In dieser Woche waren meine Beine gut und das mit dem Oberkörper hat nicht geklappt, in der letzten Woche war es genau anders herum. Jetzt muss ich beides vereinen, dann wird es hoffentlich“. Zweiter wurde der erst 20-jährige Bodo Göder, der ehemalige Sindelfinger Marco Schmidt erwischte, wie schon bei den Landesmeisterschaften, keinen guten Tag, für ihn reichte es mit 18,37 Metern auf den vierten Platz. Sechster wurde VfL-Athlet Markus Reichle mit 15,34 Metern.

Gleich zwei Mal Gold gab es für Hürdensprinterin Nadine Hildebrand. Sie war schon am Samstag so schnell wie noch nie über die 60 Meter unterwegs. Um eine ganze Zehntel Sekunde steigerte sie ihre Bestleistung von der Vorwoche. In Vor- und Zwischenlauf siegte sie jeweils überlegen und qualifizierte sich direkt für das Finale. Dort ließ sie ihren Gegnerinnen nicht den Hauch einer Chance. Hildebrand stürmte in 7,29 Sekunden ins Ziel und hat damit zwar noch nicht die DLV-, trotzdem aber die IAAF-Norm für die Hallenweltmeisterschaften erfüllt.

Auch am Sonntag war Hildebrand in Rekord-Laune. Sie hatte sich schon vor einer Woche an selber Stelle die WM-Qualifikation über die 60-Meter-Hürden gesichert, nun konnte sie noch eins drauf setzen. Schon im Vorlauf durchbrach die VfL-Athletin die 8-Sekunden-Schallmauer. Bei überragenden 7,98 Sekunden blieb die Uhr stehen. So schnell war die Hürdensprinterin noch nie unterwegs. Im Finale holte sich Nadine Hildebrand dann mit unwesentlich langsameren 8,00 Sekunden den Sieg. In ihrem Sog startete auch Trainingskameradin Sabrina Lindenmayer durch. Sie gewann Silber in 8,36 Sekunden.

Im 60-Meter-Rennen ohne Hürden schlug sich Tamara Seer nicht schlecht. Sie war wie ihre Vereinskameradin durch Vor- und Zwischenlauf marschiert, hatte aber im knappen Zieleinlauf das Nachsehen. Ihre 7,62 Sekunden reichten für Platz fünf. Dafür durfte sie sich für ihre Leistung über die 200-Meter-Strecke eine Medaille umhängen lassen. Seer musste sich am Sonntag der Mannheimerin Nadine Gonska geschlagen geben und gewann in 24,46 Sekunden Silber.

Drei Sindelfinger erreichten bei den Männern den Zwischenlauf über die 60-Meter-Strecke. Johannes Wiesner trat nach kurzer Verletzungspause wieder in den Startblock und verpasste das Finale knapp. Mit 6,97 Sekunden schied er frühzeitig aus, eine Hundertstel Sekunde schneller, und der Endlauf wäre dem 19-Jährigen sicher gewesen. Romed Guischard wurde in seinem Zwischenlauf mit 7,02 Sekunden Sechster, Carsten Theurer schied mit 7,10 Sekunden aus. „Romed und Carsten sind im Rahmen ihrer Möglichkeiten geblieben. Den Sprung ins Finale haben sie aber leider verpasst“, ist Trainer Sebastian Marcard dennoch zufrieden.

Die letzte Sprinterin im Bunde, Eva Baur, musste wie schon letzte Woche auf einen Start verzichten. Sie hat sich eine schmerzhafte Bauchmuskelzerrung zugezogen und war zum Zuschauen verdammt.

Über die 400-Meter-Strecke zeigte Manuel Ilg einen starken Vorlauf und lief 48,40 Sekunden. Er verzichtete aber auf das Finale. VfL-Athlet Alexander Schif war schnell unterwegs, wurde dann aber ausgebremst: Ein hinter ihm laufender Sprinter ließ Schif stolpern, aus der Traum von einer Medaille im Finale. Einzig Jonas Kolzau trat im Endlauf über die zwei Hallenrunden an und wurde in 50,72 Sekunden Sechster. Ebenfalls Sechster wurde Johannes Bergdolt über 3000 Meter in 8:33,68 Minuten.

Seinen Salto-Nullo vom letzten Wochenende machte Florian Gaul wieder wett. Er flog am Samstag über gute 5,35 Meter, ließ seine Gegner hinter sich und holte sich den süddeutschen Meistertitel. „Florian ist gut drauf. Da werden wir in den nächsten Wochen noch Einiges sehen“, sagt VfL-Abteilungsleiter Markus Graßmann.

U18-Sprinter Deniz Almas hat zurzeit einen guten Lauf. Nach drei Medaillen bei den Landesmeisterschaften konnte er auch am Wochenende Silber über die Hallenrunde holen. Almas lief ein starkes Finale und war so schnell unterwegs, dass er im Ziel stürzte und sich eine Handgelenksprellung zuzog. Für seine 22,62 Sekunden gab es Silber. Trotz Verletzung trat er auch über die 60-Meter-Strecke an, hatte aber weniger Glück. Der Sprinter lief sich bis ins Finale, wo ihm der undankbare vierte Platz in 7,17 Sekunden blieb. Erneut in die Medaillenränge sprang sich auch Hannes Grolig. Zwar konnte er an diesem Wochenende nur 4,20 Meter überqueren, für Bronze reichte es dennoch.

Auch Vereinskameradin Joana Kraft überquerte im Stabhochsprung-Wettkampf der Frauen 4,20 Meter. Diese Höhe reichte ihr zum Sieg. Im Kugelstoßen der U18 dominierte Neu-Sindelfinger Eric Bundschuh nach Belieben. Er wuchtete seine Kugel auf eine neue persönliche Bestleistung von 18,33 Metern und siegte mit eineinhalb Metern Vorsprung. Auf seinen ersten Stoß über die angepeilte 19-Meter-Marke wartet er allerdings noch immer. Mit einer Goldmedaille schlossen die Sindelfinger die süddeutschen Meisterschaften ab. Jonas Kolzau, Patrick Saile, Romed Guischard und Patrick Oehler siegten über 4x400 Meter in 3:25,23 Minuten.

Presse | Leichtathletik | 20.01.2014

Nadine Hildebrand sprintet nach Sopot

VfL Sindelfingen holt bei den Landesmeisterschaften in Karlsruhe sieben Titel und etliche weitere Medaillen

Die Sindelfingerin Nadine Hildebrand sorgte für einen der Höhepunkte bei den baden-württembergischen Leichtathletik- Hallenmeisterschaften in Karlsruhe. Bereits im Vorlauf über 60 Meter Hürden am Sonntag erreichte sie mit 8,05 Sekunden exakt die Norm für die Hallen-WM vom 7. bis 9. März im polnischen Sopot.

Von Holger Schmidt

Im Finale setzte die 26-jährige, von Erfolgscoach Werner Späth trainierte Athletin dann sogar noch einen drauf, und stellte mit 8,00 Sekunden ihre persönliche Bestzeit ein. Und auch die Vizemeisterschaft blieb bei den Blau-Weißen: Silber ging in 8,37 Sekunden an Hildebrands Trainingskollegin Sabrina Lindenmayer. "Ich habe zwar gemerkt, dass heute etwas geht, aber von der Zeit bin ich dann doch etwas überrascht", freute sich Nadine Hildebrand, die am kommenden Wochenende bei den süddeutschen Hallenmeisterschaften an gleicher Stelle gerne die Sieben vor dem Komma hätte.

Neben diesem Paukenschlag räumte der VfL Sindelfingen auch sonst in der Europahalle mit sechs weiteren Erfolgen und zahlreichen Medaillen kräftig ab. Beste über 200 Meter war in 24,34 Sekunden Tamara Seer, die am Tag zuvor als Vierte über 60 Meter das Podest noch knapp verpasst hatte. Den erwarteten Platz ganz oben erliefen sich in 3:20,61 Minuten über 4x400 Meter Fabian Sterzing, Alexander Schif, Patrick Oehler und Manuel Ilg. Oehler wurde in 1:51,27 Minute zudem Vizemeister über 800 Meter. Über die gleiche Distanz bei den Jugendlichen U20 kam Tobias Kocholl in 1:57,58 auf den Bronzerang. Zwei weitere Plaketten durfte Almas Deniz als zweitbester U18-Sprinter über 200 Meter (22,76 Sekunden) und als 4x200-Meter-Dritter bei den älteren Jungs U20 gemeinsam mit Sebastian Neumann, Leon Bühler und Lukas Mayer mit nach Hause nehmen, nachdem er am Samstag bereits in 7,13 Sekunden Bronze über 60 Meter U18 errang.

Einer der wenigen Ausfälle war dagegen die Titelverteidigung von Stabhochspringer Florian Gaul. Der Vorjahressieger scheiterte dreimal an seiner Anfangshöhe von fünf Metern. Die meisterte dafür Leo Lohre, Leonberger im Trikot des LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg, und wurde mit Gold belohnt. Bronze gab`s für Hochspringer Tassilo Hackert vom TSV Eltingen für 2,04 Meter. Julia Hähnel vom TSV Dagersheim belegte über 800 Meter U20 in 2:26,95 Minuten Rang fünf, U18er Luca Dieckmann von der SpVgg Renningen kam über 60 Meter Hürden in 8,50 Sekunden als Vierter ins Ziel und sprang mit 6,34 Metern im Weitsprung au den fünfen Platz.

Tobias Dahm vor ehemaligem Vereinskollegen Marco Schmidt

Die Landestitelkämpfe aus Sindelfinger Sicht erfolgreich eröffnet hatte am Samstag Kugelstoßer Tobias Dahm. Der deutsche Vizemeister steigerte sich auf 19,03 Meter und behielt im Duell mit seinem ehemaligen Vereinskameraden Marco Schmidt (SR Yburg Steinbach/18,83 Meter) die Oberhand. Stabhochsprung-Neuzugang Joana Kraft, die als Jugendliche in der Halle schon 4,35 Meter überquerte, kam über 4,10 und setzte sich damit knapp gegen die ehemalige Turnerin Marie-Sophie Hindermann (LAV Stadtwerke Tübingen/4,00) durch. Zwei weitere Bronzemedaillen für den VfL steuerten über 60 Meter flach in persönlicher Bestzeit von 7,39 Sekunden Nadine Hildebrand und die 4x200-Meter-Männer (1:32,59 Minute) bei. Silber gab`s außerdem über 400 Meter in 48,61 Sekunden für Manuel Ilg sowie U18-Stabhochspringer Hannes Grolig, der 4,30 Meter bewältigte.

Die Meisterschaft bei den U20-Jugendlichen sicherten sich Kugelstoßer Simon Bayer mit 17,67 Meter und 60-Meter-Sprinter Sebastian Neumann in glatten sieben Sekunden. Bester U18-Kugelstoßer war mit sehr guten 18,25 und damit genau 1,75 Meter Vorsprung auf die Konkurrenz der Neu-Sindelfinger Eric Bundschuh. Nur knapp an einer Medaille vorbei schrammten als jeweils Vierte Alexander Schif über 400 Meter der Männer in 50,66 Sekunden und Tobias Kocholl über 1500 Meter bei den U20 in 4:06,57 Minuten sowie Manuel Ilg in 22,13 Sekunden über 200 Meter.

Presse | Leichtathletik | 15.01.2014

Sindelfingerin will zur Hallen-WM

Die Sindelfinger Hürdensprinterin Nadine Hildebrand will frühzeitig die Qualifikation für die Hallen-Weltmeisterschaft im polnischen Sopot knacken

Von Saskia Drechsel

Nadine Hildebrand kann auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken. Im Herbst 2012 wechselte die 26-Jährige von der LAZ Salamander Ludwigsburg zum VfL Sindelfingen.

Bei den Blau-Weißen setzte sie ihre Zusammenarbeit mit Erfolgstrainer Werner Späth fort und startete voll durch: Bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe schnappte sie sich den deutschen Meistertitel. Im Sommer knackte sie nach kleinen Anlaufschwierigkeiten beim Wettkampf in Mannheim ihre persönliche Bestleistung ganze zwei Mal.

Auch die Norm für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau war kein Problem für die Hürdensprinterin. Nach 12,85 Sekunden stürmte sie ins Ziel und stellte gleichzeitig einen neuen Vereins- und württembergischen Rekord auf. In Ulm holte sich Nadine Hildebrand dann mit einer überzeugenden Vorstellung ihren zweiten deutschen Meistertitel der Saison. Mit viel Selbstbewusstsein reiste die 26-Jährige nach Moskau und schaffte es bei den Weltmeisterschaften mit großem Einsatz bis ins Halbfinale.

Für die kurz bevorstehende Leichtathletiksaison sind ähnliche Höhepunkte eingeplant. Die deutschen Hallenmeisterschaften werden in Leipzig ausgetragen. Im März finden die Hallenweltmeisterschaften im polnischen Sopot statt. Im Sommer folgt auf die deutschen Meisterschaften in Ulm die Leichtathletik-Europameisterschaft in Zürich. Und Nadine Hildebrand will sich bei allen Wettkämpfen in Topform präsentieren.

Dafür hat sie in den letzten Monaten viel gearbeitet und den Grundstein gelegt, glücklicherweise weitestgehend verletzungsfrei. „Ich bin gut durch den Winter gekommen und fühle mich fit“, sagt die Leichtathletin. Gemeinsam mit Trainer Werner Späth wurde verstärkt an den Schwächen gearbeitet. „Schon lange versuche ich meinen Start zu verbessern, daran haben wir intensiv gearbeitet. Aber es liegen eben Welten zwischen einem guten Versuch im Training und einem Start, der im Wettkampf auch klappt.“

Zum ersten Mal in den Startblock will sich Nadine Hildebrand dabei schon in dieser Woche setzen. Die baden-württembergischen Meisterschaften stehen auf dem Terminplan und werden in der Karlsruher Europahalle ausgetragen. Die VfL-Athletin hat geplant gleich mehrmals zu starten.

Sie steigt nicht nur über die 60-Meter-Hürden-Strecke in die Hallensaison ein, sondern will auch über 60 Meter gegen die baden-württembergische Konkurrenz antreten. Und zumindest für die 60 Meter ohne Hürden hat sich Hildebrand eine neue Bestzeit zum Ziel gesetzt. „Meine Bestzeit liegt bei 7,41 Sekunden. Ich hätte gerne eine Drei hinter dem Komma.“

Für die Hürdenstrecke will sich die 26-Jährige indes nicht unter Druck setzen. „Erfahrungsgemäß brauche ich einige Wettkämpfe, bis ich wirklich drin bin. Bei den ersten Läufen geht immer einer in die Hose, ein Wettkampf ist eben anders wie ein Training“, weiß Nadine Hildebrand aus eigener Erfahrung zu berichten. Deswegen will sie die Landesmeisterschaften nutzen, um Wettkampferfahrung zu sammeln.

Dann stehen aber bald weitere Wettkämpfe an. Zum einen die süddeutschen Meisterschaften, die ebenfalls in Karlsruhe ausgetragen werden, zum anderen das Sindelfinger Stadtwerke Hallenmeeting. Und spätestens dann will die Hürdensprinterin richtig schnell unterwegs sein. Denn im Hinterkopf hat Hildebrand stets die Hallenweltmeisterschaften in Sopot. 8,05 Sekunden schnell muss man über die 60 Meter-Hürden unterwegs sein, um sich dafür zu qualifizieren. Im letzten Jahr betrug die Saisonbestleistung von Nadine Hildebrand 8,07 Sekunden. Ihre absolute Bestmarke steht aber bei 8,00 Sekunden.

„Natürlich will ich mich für die Hallen-WM qualifizieren“, hat sich die Athletin zum Ziel gesetzt. Die Norm soll dabei möglichst schon vor den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig fallen, denn zu den nationalen Meisterschaften will die Sindelfingerin ohne Druck reisen. Um sich ihren dritten Titel in Folge zu sichern.

Presse | Leichtathletik | 17.12.2013

Zwei junge Sprinter für den VfL Sindelfingen

Die beiden 16-jährigen Naci Mehmedovski und Leonard Stahl feierten im Glaspalast ihre Premiere im blau-weißen Trikot

Von Saskia Drechsel

Beide absolvierten nicht nur den Dreikampf in der Altersklasse U16, sondern traten mit der Staffel über 4x200 Meter an.

Vom LAZ Salamander Kornwestheim Ludwigsburg wechselte Naci Mehmedovski schon im Juli in die Trainingsgruppe von Peter Wiesner. Nach einer Woche Probetraining war der 16-Jährige begeistert. „Das Training hier, verglichen mit dem in Ludwigsburg, das sind Welten“, sagt der Sprinter. Naci Mehmedovski will sich im Sindelfinger Trikot deutlich weiterentwickeln und hat sich für die Hallensaison Einiges vorgenommen. Die Qualifikationsnorm für die süddeutschen Meisterschaften über die 60-Meter-Strecke soll möglichst bald geknackt werden.

Denn der Neu-Sindelfinger ist ein ehrgeiziger Sportler: Zur Leichtathletik kam er nach einer erfolgreichen Teilnahme beim Sparkassen-Cup in Ludwigsburg. „Ich bin Erster geworden und habe einen riesigen Pokal gewonnen, das war ein tolles Erlebnis und gleich danach habe ich mit der Leichtathletik angefangen“, erzählt Mehmedovski.

Auch mit der Staffel erhofft sich der Leichtathlet gute Leistungen. Das Sindelfinger Jugend-Quartett will die Norm für die deutschen Meisterschaften unterbieten. Ein Auftritt vor heimischer Kulisse wäre schließlich das absolute Highlight für die jungen Athleten. Denn 2014 werden die deutschen Jugendhallenmeisterschaften im Sindelfinger Glaspalast ausgetragen. Und trotz einer Disqualifikation am Samstag aufgrund von mehreren Wechselfehlern bleiben die Staffelläufer optimistisch: Die Einzelleistungen stimmen, nun muss nur noch an den Wechseln gefeilt werden.

Mit einem schnellen 200-Meter-Spurt überzeugte auch Naci Mehmedovski auf Position vier. „Die Staffel ist Naci heute wirklich gut gelaufen, nur im Dreikampf war er noch etwas verkrampft“, sagt Trainer Peter Wiesner und freut sich über die Verstärkung für seine U18-Staffel. „Im Training muss er aber noch an sich arbeiten und mehr mitdenken“, sieht Wiesner Potenzial.

Aus Weil der Stadt stieß Leonard Stahl vor gut einem Monat zur VfL-Trainingsgruppe. Der 16-Jährige hatte nach einer leistungsstarken Trainingsgruppe gesucht und war bei der Gruppe von Peter Wiesner fündig geworden.

„Das Training in Weil der Stadt war wirklich unprofessionell und mir zu langweilig, da habe ich mich bei Freunden informiert, wo regelmäßig trainiert wird“, erzählt Leonard Stahl. Denn nur ein- bis zweimal in der Woche Leichtathletik zu betreiben, das war dem Schüler viel zu wenig.

In Sindelfingen fühlt sich Leonard Stahl nun mehr als wohl. Auch wenn das häufige Training seine schmerzhafte Wirkung zeigt. Der Sprinter hat sein Pensum inzwischen auf fünf Einheiten in der Woche hoch geschraubt und das spürt er zumeist bei jedem Schritt. „Ich habe überall Schmerzen und muss mich erst an die Trainingszeiten gewöhnen“, klagt der 16-Jährige über den unausweichlichen Muskelkater, der zu jedem Vorbereitungstraining dazugehört.

Auch in Sachen Wettkampfpraxis hat Stahl noch viel nachzuholen: In Weil der Stadt standen höchstens kleinere Einsätze bei Vereinsmeisterschaften oder ähnlichen Veranstaltungen an. Nun hat der Sprinter auf die große Bühne des Sindelfinger Glaspalasts gewechselt.

„Das war mein erster richtiger Wettkampf und schon etwas ganz anderes“, sagt Leonard Stahl. Mit den starken Leistungen vom Samstag kann er deswegen mehr als zufrieden sein. Sein blitzschneller Antritt über die 60 Meter ließ nicht nur die Vereinskameraden staunen. Für die Staffel gab der Leichtathlet auch über die Hallenrunde alles und war danach fix und fertig. „Eigentlich dachte ich, eine Runde schaffe ich locker, aber dann war es viel anstrengender, als ich gedacht habe. Nächstes Mal läuft hoffentlich alles besser.“

Seinen Trainer Peter Wiesner hat der schnelle Neuzugang auf jeden Fall schon mal überzeugt, er hält viel von seinem Schützling: „Leonard ist ein Rohdiamant. Er hat koordinative Defizite und im Training ist noch vieles neu für ihn, aber das kann er sich erarbeiten. Ich erwarte dann noch einmal einen richtigen Leistungssprung von ihm.“

Leonard Stahl selbst will ebenfalls mit großem Ehrgeiz an sich arbeiten. „Ich lerne viel von den anderen und kann mir gerade bei Johannes Wiesner Einiges abschauen. Schnell zu werden, das ist mein Ziel.

Presse | Leichtathletik | 10.12.2013

Vom Rankbach an die Schwippe

Die Schwestern Johanna und Louisa Beyerle wechseln von der Spvgg Renningen zum VfL Sindelfingen und verstärken dort das erfolgreiche Wurfteam

Von Saskia Drechsel

Die Schwestern wohnen in Weil der Stadt und sind in der letzten Saison für die Spvgg Renningen an den Start gegangen, nun heißt die nächste Station Sindelfingen. Aus guten Gründen.

Schließlich sind die Beyerles Mitglieder des schlagkräftigen Wurfteams Stuttgart. Unter dem hauptamtlichen Trainer Peter Salzer konnten schon viele Athleten, die am Olympiastützpunkt Stuttgart trainieren, große Erfolge feiern. In letzter Zeit waren es zumeist Sindelfinger, die auftrumpfen konnten. Allen voran Tobias Dahm, der deutsche Vizemeister im Kugelstoßen, sowie Michael Salzer, deutscher Juniorenmeister im Diskuswurf. Nun wird das Sindelfinger Wurfteam mit Johanna und Louisa Beyerle verstärkt.

Derzeit befinden sich die beiden Schwestern im intensiven Vorbereitungstraining und Louisa Beyerle freut sich, endlich wieder einen Speer in die Hand nehmen zu können. Lange Monate musste sich die 18-Jährige mit einer Sehnenreizung im Ellenbogen herumplagen und auf die komplette Sommersaison verzichten.

„Jetzt kann ich wieder anfangen mit Bällen zu werfen und mich langsam rantasten“, sagt die Schülerin, die ihr Speertraining unter Rene Struensee absolviert. Im Frühjahr will sie dann hauptsächlich im Speerwurf, aber auch im Diskuswurf angreifen. „In meinem letzten Jugendjahr will ich alles geben und schauen was geht. Ich hoffe einfach, dass der Arm hält“, sagt die Dritte der WLV-Bestenliste im Diskuswurf.

Johanna Beyerle kann sich gerade über große Fortschritte im Training freuen. Die 16-Jährige hat sich im letzten Jahr auf den Diskuswurf spezialisiert und seitdem läuft es rund. Erstmals wird in dieser Vorbereitung verstärkt auf den Kraftaufbau Wert gelegt, gerade hier hat die Neu-Sindelfingerin noch viel Potenzial.

„Meine Muskulatur ist im Vergleich zu den anderen Werferinnen in meiner Altersklasse noch nicht wirklich aufgebaut, jetzt geht es bei mir erst richtig los mit dem Kraftaufbau“, weiß die C-Kader-Athletin. Wegen der Entfernung ihrer Weisheitszähne musste Johanna Beyerle zwar verspätet in die Saisonvorbereitung starten, doch die 16-Jährige liegt voll im Plan.

Mit vielen Wurfeinheiten schleift sie, gemeinsam mit Trainer Peter Salzer, gerade hoch konzentriert an der Wurftechnik. Gerade bei der Stabilität im Rumpfbereich gibt es noch viel herauszuholen. „Beim Abwurf bin ich oft nicht aufrecht, sondern knicke weg. Außerdem muss in den Diskusring voll ausnutzen und auf meiner Achse bleiben“, sagt Beyerle, die im nationalen Vergleich besonders von ihrer Größe profitiert. Seit September hat die Diskuswerferin im Training große Fortschritte gemacht. „Ich sehe gerade, dass ich vorankomme. Wenn man beim Training gleich ein Ergebnis sieht, stimmt das wirklich zufrieden.“

Vier bis fünf Mal pro Woche absolviert Johanna Beyerle ihre Trainingseinheiten - mit einem festen Ziel vor Augen. Mitte Februar stehen in Sindelfingen die deutschen Jugendhallenmeisterschaften mit Winterwurf an. Vor heimischer Kulisse hat sich die 16-Jährige in ihrem zweiten Jugendjahr viel vorgenommen. Schon in der letzten Saison konnte sie einen starken fünften Platz feiern, nun soll es noch weiter nach vorne gehen. „Das wird ein ganz großes Highlight. Ich will vorne mitmischen und glaube, dass ich ganz gute Chancen habe.“

Spätestens in der Freiluftsaison will die Leichtathletin dann auch eine neue Bestleistung aufstellen. Die Aktuelle steht seit den Metzinger Werfertag Anfang der letzten Saison bei 41,98 Metern. Von der Jugendolympiade, die 2014 ansteht, wagt Johanna Beyerle allerdings nur zu träumen. „Klar liebäugelt man damit, aber das ist ein weit entferntes Ziel und es gibt in Deutschland so viele gute Diskuswerferinnen“, weiß die Athletin, die sich in diesem Jahr besonders über ihre Nominierung für das C-Kader gefreut hat. Deswegen stehen erst einmal die deutschen Jugendmeisterschaften als Saisonhöhepunkt auf dem Terminplan.

Erstmals im Sindelfinger Trikot wird man Johanna Beyerle wohl bei den baden-württembergischen Jugendmeisterschaften beim Kugelstoßen sehen. Mit dabei auf jeden Fall auch Schwester Louisa - zumindest zur moralischen Unterstützung. „Ich bin wirklich froh, dass Louisa immer dabei ist. Wir unterstützen uns gegenseitig im Training, sie versteht mich, wenn es nicht so läuft und ich geknickt bin und kann mich toll motivieren“, weiß Johanna Beyerle ihre Schwester als Trainingspartnerin zu schätzen.

Presse | Leichtathletik | 14.11.2013

Dicker Scheck für Sindelfinger Leichathleten

VfL: 14.250 Euro zur Martinsgans

Einen dicken Scheck für Sindelfingens Abteilungsleiter Markus Graßmann

Von Saskia Drechsel

Die Leistungen der erfolgreichsten Athleten des Jahres wurden in kurzen Bild- und Videosequenzen, eigens von Werner Späth erstellt, präsentiert. Dabei zeigten auch ältere Fotos der Athleten die teils extremen Entwicklungen. Auch an viele Gänsehautmomente der vergangenen Saison wurde mit Kurz-Videos erinnert. Unvergessen die beiden blitzschnellen Läufe von Nadine Hildebrand in Mannheim und der anschließende lautstarke Jubel über die Bestzeit und WM-Qualifikation. Oder Lisa Steinkamps mehr als erfolgreiche Saison mit einem deutschen Meistertitel in der Halle und der Bronzemedaille im Weitsprung bei den deutschen Meisterschaften in Ulm.

Auch im Gespräch mit Bernd Koschka, Mitglied des Teams Leistungssport beim VfL Sindelfingen, hatten die Leichtathleten interessante Anekdoten aus ihrem Sportlerleben zu berichten. Sabrina Lindenmayer, über die 100-Meter-Hürden-Distanz zuhause, erinnert sich gerne an ihr absolutes Highlight der Saison: Dem international top-besetzten Meeting in Birmingham. „Die Stimmung in der Halle war einfach unglaublich, besonders als Mo Farah gelaufen ist“, so die Vierte der deutschen Meisterschaften.

Geehrt wurden auch Johannes Bergdolt für seine beiden Bronzemedaillen drinnen und draußen über die 1500 Meter, der deutsche Juniorenmeister Florian Gaul, der im Nationaltrikot außerdem bei der U23-Europameisterschaft teilgenommen hatte. Michael Salzer, ebenfalls deutscher Juniorenmeister und Sechster bei der U23-EM, Vereinskollege Matthias Uhrig, deutscher Meister im Dreisprung bei den Aktiven in der Halle und Patrick Oehler, der bei den Meisterschaften in Ulm überraschend Sechster wurde, wurden ebenfalls geehrt. Auch den Trainern Peter Wiesner, Peter Salzer, Werner Späth, Helmut Walentin, Roland Vossler und Harald Olbrich wurde für ihr großes Engagement gedankt.

Von einem anderen Top-Athleten musste man sich beim VfL Sindelfingen allerdings verabschieden. Marco Schmidt, seit 2006 Vereinsmitglied, wird künftig nicht mehr für die Blau-Weißen an den Start gehen. „Marco hat sich bei uns toll entwickelt, hat viele Titel geholt und war oft im Nationaltrikot im Einsatz“, sagt Markus Graßmann. In einem Brief bedankte sich der Kugelstoßer für die langjährige Unterstützung und die tolle Zeit in Sindelfingen.

Auf der anderen Seite wird sich eine erfolgreiche Athletin in der kommenden Saison das Sindelfinger Trikot überstreifen. Mit Joana Kraft kommt eine Stabhochspringerin vom TuS Metzingen, die erst in diesem Jahr den vierten Platz bei den Junioren-Europameisterschaften belegen konnte.

Ein interessanter Programmpunkt war die Gesprächsrunde mit Hauptsponsor Eberhard Elsässer sowie Daniel Wengenroth von der Kreissparkasse Böblingen und Dr. Karl-Peter Hoffmann von den Stadtwerken Sindelfingen. „Besonders die starken Männer haben mich beeindruckt. Ich finde es toll, dass es um Eigengewächse geht und die Ideologie stimmt“, sagt Eberhard Elsässer. Große Vorfreude herrscht bei den Sindelfinger Stadtwerken, Hauptsponsor des gleichnamigen Hallenmeetings, das im Januar im Glaspalast stattfinden wird. Schließlich haben sich in den Sprungdisziplinen schon viele Hochkaräter angekündigt.

Auch für einen Einweihungswettkampf des Allmendstadions, das wohl 2014 fertig sein wird, kündigten die VfL-Sponsoren ihre Unterstützung an. Auf die hoffen die Sindelfinger Leichtathleten auch bei der nächsten Großveranstaltung. Die deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften werden aller Voraussicht nach im Februar in Sindelfingen ausgetragen werden.

Der emotionale Abschluss des Martinsgansessen war die Verabschiedung von Andreas Dengler. Der Hürdensprinter konnte in seiner langen Karriere viele Erfolge feiern, hatte aber auch einige Rückschläge einzustecken. Eines blieb dem Vorzeigeathleten allerdings verwehrt: „Mein ganz großes Ziel war es, einmal für Deutschland zu starten. Das hat leider nie geklappt. Aber ich denke, ich kann voll zufrieden sein.“

 

Presse | Leichtathletik | 23.10.2013

VfL-Sprinterin Eva Baur im B-Kader

Die 22-jährige Sindelfingerin wird für ihre Leistungssteigerungen über 100 und 200 Meter vom Deutschen Leichtathletik Verband belohnt

Von Saskia Drechsel

Gemeinsam mit vier anderen Sprinterinnen gehört die Athletin des VfL Sindelfingen nun dem B-Kader an. Für die 22-jährige Sindelfingerin etwas ganz Besonderes. Denn wer sich Eva Baurs Werdegang genauer anschaut gerät ins Staunen.

Mit ihren 22 Jahren ist sie nämlich zum allerersten Mal für einen DLV-Kader nominiert, einige Talente geraten schon mit 15 Jahren in den Fokus des Leichtathletik-Verbands, in der Regel dürfen sie aber spätestens in der Jugend die Förderung genießen.

Doch Eva Baur hat schon immer den etwas anderen Weg genommen. Lange Jahre setzte sie alles auf den Mehrkampf, mit wachsendem Erfolg. Nachdem sie als Schülerin selbst landesweit keine Medaille sammeln konnte, trumpfte die Sportlerin als A-Jugendliche endlich bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften als Medaillengewinnerin auf.

Schon damals war ihr großer Traum eine Teilnahme bei internationalen Meisterschaften. Gemeinsam mit Trainer Sebastian Marcard, der sie im Jahr 2008 unter seine Fittiche genommen hatte, beschloss Baur, trotz der Mehrkampferfolge auf den Sprint mit und ohne Hürden umzusatteln. „Eva war im Mehrkampf deutsche Spitze, ohne den Sprung zu einer internationalen Meisterschaft schaffen zu können, da hatten wir die Idee, wir probieren es mit ihrer stärksten Disziplin", erklärt Sebastian Marcard.

Und diese späte Entscheidung scheint die richtige gewesen zu sein, denn fortan war Eva Baur von Jahr zu Jahr schneller unterwegs. 2012 fiel dann die Entscheidung gegen die Hürden „Evas große Stärke ist ihre Schrittlänge, Schwächen hat sie bei der Beschleunigung und dem Frequenztreten, was man besonders für den Hürdenlauf braucht, deswegen haben wir uns entschieden die Hürden einfach wegzulassen", sagt Sebastian Marcard.

Und der Erfolg gab dem Sindelfinger Duo Recht: Eva Baur war auch von Verletzungen nicht zu stoppen und verbesserte sich stetig. Dabei profitiert sie immer noch von ihrer Zeit als Mehrkämpferin. „Eva ist koordinativ und technisch sehr gut und hatte durch den Mehrkampf einen vielseitigen Aufbau. Dafür, dass sie erst seit zwei Jahren eine richtige Sprinterin ist, hat sie sich schnell entwickelt", sagt Sebastian Marcard, der weiß, wie untypisch der Weg seines Schützlings ist.

„Die meisten entdecken im F-Kader, also in der Schülerklasse, dass sie schnell sind. Dass heißt, sie haben jetzt schon zehn Jahre Sprinttraining in den Knochen." Eine hohe Belastung, der nur Wenige standhalten: „Das wird psychisch langweilig und stupide und weil der Körper neue Reize braucht, um schneller zu werden, steigert man das Krafttraining, ist irgendwann frustriert und dann verletzt."

Anders Eva Baur: Lange Jahre hatte die Leichtathletin Mühe mit den Altersgenossinnen mitzuhalten, mit einem langsamen aber stetigen koordinativen und körperlichen Aufbau, viele Jahre über die ganze Palette leichtathletischer Disziplinen, wurde die heute 22-Jährige dann immer stärker. „Eva hat stets für den Erfolg arbeiten müssen, sie hat nie groß Geschenke oder die Unterstützung des DLV bekommen". Und auch im Training gibt es noch viele Möglichkeiten, die noch nicht ausgeschöpft wurden. „Tempoläufe haben wir fast noch nie gemacht, auch Zugwiderstandsläufe sind für Eva neu", sagt Marcard, der seine Athletin längst nicht am Leistungslimit sieht.

Dennoch ist der Sindelfinger Trainer Jahr für Jahr aufs Neue überrascht von den Fähigkeiten seiner Athletin. „Sie hat Geduld und die Fähigkeit Leistung zu bringen, wenn es gilt. Außerdem diese seltene Lockerheit sich schnell zu bewegen. In der Regel ist mit 17 die eigentliche Talententwicklung beendet, wenn alle sich jetzt noch so schnell weiterentwickeln würden wie Eva, würde es viele Verena Sailers geben", sagt Marcard und freut sich über den Rohdiamant Eva Baur. „Ich habe sie Jahr für Jahr weiter geschliffen und dabei auch selber viel gelernt."

Und auch in der nächsten Saison will Eva Baur noch schneller unterwegs sein. Die B-Kader-Athletin darf sich auf Lehrgänge und Trainingslager mit den DLV-Sprinterinnen freuen und hat die Möglichkeit sich des Öfteren mit der direkten nationalen Konkurrenz zu messen. „Entscheidend ist, dass Eva den Respekt vor den großen Namen ablegt. Sie hat jetzt den selben Status wie alle anderen", sagt der VfL-Trainer, der sich erhofft von seinen Kollegen auch fachlich zu profitieren.

Dabei peilt das Sindelfinger Duo keine spezielle Zeit an, die Eva Baur unbedingt unterbieten muss. Vielmehr ist ein Leichtathletik-Großereignis in den Fokus gerückt: die Europameisterschaften in Zürich. Schließlich liegt für Eva Baur ein Staffelplatz bei den deutschen Frauen nun in Reichweite.

Presse | Leichtathletik | 01.10.2013

Filmdreh über Sindelfinger Leichtathleten

Reinhard Michelchen, Johannes Wiesner und Jacqueline Hamann als Filmstars

Von Hans-Jürgen Burgstahler

Der Württembergische Landessportbund und die Leichtathletikabteilung des VfL Sindelfingen trafen sich im Floschenstadion in Sindelfingen für ein Filmprojekt. Die Hauptdarsteller waren dabei die Athleten der Leichtathletikabteilung des VfL Sindelfingen.

Der Sport und das Ehrenamt in württembergischen Sportvereinen sind gut - für das gesamte Gesellschaftsbild. Um dieser Tatsache mehr Ausdruck zu verleihen, hat der WLSB gemeinsam mit dem Team von Mathias Braun und Andreas Lüdke und den Leichtathleten des VfL Sindelfingen einen Film gedreht.

Die Idee, die hinter diesem außergewöhnlichen Projekt steckt, ist es, den Vereinssport in seiner wichtigen Funktion für die Gesellschaft und das soziale Miteinander in ansprechenden Bildern darzustellen und damit den vielen Ehrenamtlichen, die sich in den Sportvereinen engagieren, den Rücken zu stärken sowie weitere Menschen für Ehrenamtsarbeit zu motivieren.

Kamera läuft, Klappe die Erste: Die drei Sprinter Reinhard Michelchen, Johannes Wiesner und Jacqueline Hamann vom VfL Sindelfingen nehmen ihre Position in den Startblöcken ein. Nach dem Startschuss rennen die Athleten los. Auf der Bühne sitzen die jubelnden Fans, Freunde, Familien und Trainer. Sie feuern die Sprinter an. Im Film wird es sich später anhören, als ob die Drei bei der Weltmeisterschaft in einem ausverkauften Stadion teilnehmen.

Beim zweiten Drehort an diesem Tag in der Vereinsgaststätte auf der Tennisanlage des VfL Sindelfingen finden sich die Athleten wieder zusammen und werden von ihren Zuschauern kräftig beglückwünscht.

Um bestmögliche Aufnahmen für den Film zu bekommen, wurde aus verschiedenen Perspektiven gefilmt und mit dem Auto neben den Sprintern hergefahren, um sie bei ihrem Spurt zu filmen.

Alle drei sind in ihrer Sportart und Altersklasse herausragende Athleten: Reinhard Michelchen ist mehrmaliger Senioren-Europameister, Johannes Wiesner mehrmaliger baden-württembergischer Meister und Deutscher Jugend-Vizemeister, Jacqueline Hamann kann sich Kreismeisterin der Schülerinnen U12 nennen, zudem ist sie für den Filmdreh das erste Mal die 100 Meter gesprintet.

Die Geschäftsführerin der Leichtathleten, Barbara Erath, ist von dem Projekt begeistert: „Das ist doch eine tolle Sache und gleichzeitig auch eine gute Werbung für uns".