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Training allgemein
Im Winterhalbjahr (November bis März) findet das Training im Glaspalast sowie in verschiedenen Sporthallen statt.
Im Sommerhalbjahr (April bis Oktober) wird im Floschenstadion trainiert.

Presse | Leichtathletik | 03.03.2015

Ich gebe alles und arbeite an mir

Der 19-jährige Gambier Wandifa Sanneh hat Asyl beantragt und hofft auf ein Startrecht für den VfL Sindelfingen

Von Saskia Drechsel

Über seinen Weg von Gambia nach Deutschland ist nur wenig bekannt. Fakt ist, dass Sanneh zurzeit im Asylbewerberheim Balingen wohnt und Antrag auf Asyl gestellt hat. Eine Betreuerin erfuhr von der Leidenschaft des Sportlers und kontaktierte Vereine im Umfeld. Der VfL Sindelfingen erklärte sich schnell bereit, den Asylbewerber bei sich aufzunehmen.

Nun fährt Sanneh dreimal in der Woche mit der Bahn von Balingen nach Tübingen, dort wird er von Mitgliedern des VfL-Sprintteams weiter in den Glaspalast mitgenommen. Drei weitere Male trainiert er in einem Stadion in Balingen ohne Trainer. „Für ihn ist das Training ein Ausbruch aus dem Alltag. Der Sport ist das, was er besonders gut kann und zumindest das kann er nun ausleben“, sagt VfL-Trainer Sebastian Marcard.

Wandifa Sanneh ist ehrgeizig, der junge Mann geht neben dem Training täglich zur Schule, spricht gut Englisch und ist gerade dabei Deutsch zu lernen. Vor zwei Wochen ist Wandifa 19 Jahre alt geworden, seine gesamte Familie hat er in Gambia zurückgelassen. „Der Sport ist für ihn ein Ausgleich und gibt ihm Halt und ein gewisses Selbstwertgefühl“, weiß Trainer Marcard.

Der VfL-Coach setzt sich für Wandifa Sanneh ein und freut sich, dass der Gambier so positiv in der Trainingsgruppe aufgenommen wurde. „Er passt super in unsere Gruppe und es macht viel Spaß mit ihm zu trainieren.“ Von John-Henry Tate, der ebenfalls afrikanische Wurzeln hat, wurde Sanneh mit Spikes und Turnschuhen ausgestattet. Und auch sonst sorgt man sich um den Asylbewerber aus dem fernen Westafrika. Einmal in der Woche bekommt er einen zusätzlichen Korb mit Essen von Sebastian Marcard. „Sanneh hat nicht viel Geld zur Verfügung, er hat bislang fast jeden Tag nur Reis gegessen.“ Außerdem durfte Sanneh vor Kurzem ein besseres Zimmer im Asylbewerberheim beziehen. „Er war in einem Durchgangszimmer untergebracht, da war es aber viel zu laut. Sanneh braucht Ruhe, er trainiert schließlich viel und lernt für die Schule“, sagt Marcard.

Auch Wandifa Sanneh, ein freundlicher junger Mann, der sich im Sindelfinger Glaspalast recht wohl zu fühlen scheint, gibt sich ehrgeizig. „Ich gebe im Training alles und arbeite an mir. Meine Ausdauer muss ich noch verbessern. Mein Ziel ist es irgendwann eine 46er-Zeit zu laufen“, sagt er in recht flüssigem Englisch.

Der Sindelfinger Trainer ist von den sportlichen Fähigkeiten des Gambiers begeistert, bei den süddeutschen Meisterschaften vor gut einem Monat zeigte Wandifa Sanneh, außer Konkurrenz, erstmals im Trikot des VfL sein Können. In der Karlsruher Messehalle ging er seinen 400-Meter-Lauf langsam an, Hallenrennen sind für das Mittelstrecken-Talent noch etwas ungewohnt, auf der Zielgeraden überzeugte er aber mit einem mehr als starken Finish. Mit seiner Zeit von 49,45 Sekunden hätte er es bei den deutschen Jugendmeisterschaften bis ins Finale geschafft. „Wandifa ist ein Wahnsinnstalent. Im Training rennt er alles in Grund und Boden. Er hat eine Schnellkraft wie der Teufel“, sagt Marcard. Die Bestleistung des Gambiers liegt bei 47,95 Sekunden, damit wäre er der aktuell schnellste U20-Athlet in Deutschland über die 400-Meter-Strecke. Da sich Sanneh schon seit vielen Monaten in Deutschland aufhält, hofft man, dass der Mittelstreckler spätestens im Sommer das Startrecht für den VfL bekommt.

Wie ein Damoklesschwert schwebt aber eine Abschiebung des 19-Jährigen über allen Zukunftsplanungen. „Rechtlich gesehen kann es jeden Tag passieren, dass die Polizei auftaucht und ihn nach EU-Recht abschiebt. Um dies zu verhindern, versuchen seine Lehrerin und ich alles zu unternehmen, dass er in Deutschland, bei uns, bleiben kann. Denn das ist sein großer Wunsch“, so Sebastian Marcard.

Presse | Leichtathletik | 27.02.2015

Gepachteter fünfter Platz ist endlich Geschichte

Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer vom VfL Sindelfingen holt mit Bronze ihre erste DM-Einzelmedaille bei den Aktiven

Ihr Trainer Werner Späth bezeichnet sie als "Wundertüte". Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer muss bei diesem Spitznamen lächeln. Logo, war er doch vor allem zuletzt äußerst positiv zu interpretieren. Denn die Wundertüte enthielt eine Bronzemedaille bei der deutschen Meisterschaft in der Halle. Der bisherige Karrierehöhepunkt für die 25-Jährige.

VON MICHAEL SCHWARTZ

"Bei den letzten drei DMs hatte ich den fünften Platz gepachtet, und ich wollte nicht schon wieder Fünfte werden", erzählt Sabrina Lindenmayer. "Platz drei war dann aber doch überraschend." Im Ziel wusste sie noch gar nicht, dass der Sprung direkt aufs Treppchen gelungen war. "Ich dachte, ich bin Vierte. Ist ja auch schön." Erst als Konkurrentin Carolin Dietrich ihr gratulierte, sickerte es langsam durch. "Ich hätte es aber nicht geglaubt, wenn es nicht auf der Anzeigentafel gestanden wäre", funkeln die Augen der Leichtathletin des VfL Sindelfingen, wenn sie an ihre erste nationale Einzelmedaille bei den Aktiven denkt.

Die Hallensaison war ein kleines Auf und Ab. Was in diesem Fall trotz Hürden nicht wörtlich, sondern bildlich gemeint ist. Mit einer Bestzeit beim Meeting im Glaspalast war es losgegangen. "Da dachte ich, so kann es weitergehen", peilte Sabrina Lindenmayer weitere Rekorde an. In Düsseldorf stürzte sie dann jedoch direkt am ersten Hindernis. Die Sprünge eins und zwei seien sowieso ihr Schwachpunkt. "Keine Ahnung warum es gerade da hängt. Aber wir trainieren gezielt daran, dass es sich ändert", sagt die studierte Sonderpädagogin. Verunsichert war sie aber dennoch ein wenig. Schließlich lag ihr letzter Sturz schon zwei Jahre zurück. Bei der deutschen Meisterschaft lief es aber auf den gesamten 60 Metern wie am Schnürchen. Die Stärke von Sabrina Lindenmayer ist es, dass sie hinten raus noch einmal zulegen kann. "Deshalb freue ich mich jetzt auch schon auf die Sommersaison, wenn da fünf Hürden mehr stehen", lacht sie.

Erst einmal hat sie momentan aber eine Woche Pause. Ganz ohne Sport. "Da bin ich auch mal froh drüber. Der Höhepunkt war jetzt, da ist die Luft ein bisschen raus", räumt die 25-Jährige ein. Danach beginnt jedoch schon wieder die Vorbereitung. Sechsmal die Woche schnürt sie dann wieder ihre Sprintschuhe. Selten kürzer als zwei Stunden pro Einheit. Meistens sogar zweieinhalb. "Es gibt auch Phasen, in denen man weniger Lust hat. Wenn man weiß, es steht etwas auf dem Plan, was man nicht so gerne macht." In der Regel seien das Tempoläufe. Da müsse sich die Lust erst im Laufe des Trainings einstellen. "Mir würde aber etwas fehlen, wenn es nicht da wäre", spielt der Hochleistungssport eine wichtige Rolle im Leben von Sabrina Lindenmayer.

Mit Partnerin Nadine Hildebrand ist im Training geteiltes Leid halbes Leid

Apropos fehlen: Momentan geht der flinken Klarinettespielerin auch ihre Trainingspartnerin etwas ab. "Wenn noch jemand da ist, dann ist geteiltes Leid wirklich halbes Leid", hofft sie, dass Nadine Hildebrand nach ihrer Knie-OP bald wieder fit ist. "Dann gibt es auch wieder jemanden, mit dem man in den Pausen reden und sich ein bisschen ablenken kann." Außerdem laufe man unbewusst ein bisschen schneller, wenn man einen Gegner hat.

Dass Sabrina Lindenmayer am Wettkampftag "immer nervös" ist - daran kann aber niemand etwas ändern. "Dieses Mal war ich sogar schon einen Tag vorher nervös, aber anscheinend war das ja ganz gut." Zu viel bewegen und durch die Stadt laufen wollte sie nicht. "Und beim Hinhocken hab' ich gefühlt, dass mir die Spannung fehlt." Also ging es morgens in den Wald für ein paar Sprünge und Steigerungsläufe. "Ich vertrage hohe Umfänge ganz gut", schmunzelt die Referendarin an der Böblinger Käthe-Kollwitz-Schule.

Ihr Verhältnis zu Trainer Werner Späth sei super. "Er hat ja schon einiges erlebt und viele Athleten betreut. Dieser Erfahrungsschatz bringt einen weiter", erinnert sich Sabrina Lindenmayer, warum sie sich für den VfL Sindelfingen entschied, als sie einst auf der Suche nach einem neuen Coach war. Seit Juli 2014 wohnt die gebürtige Ludwigshafenerin in Böblingen. Die Fahrtstrecke in den Glaspalast ist dadurch deutlich kürzer. Davor - aus Ludwigsburg und Reutlingen, wo sie an der PH studiert hat - waren es hin und zurück anderthalb Stunden. Inzwischen sind es 20 Minuten. Ob und wo ihre Bronzemedaille einen Ehrenplatz in der Wohnung findet, überlegt sie noch. "Momentan liegt sie im Schrank", grinst die Hürdensprinterin. Und wer weiß: Vielleicht enthält die Wundertüte in den nächsten Jahren ja noch viel mehr nationales Edelmetall.

Presse | Leichtathletik | 26.02.2015

Eine Mail sorgt für Klarheit

Der Sindelfinger Kugelstoßer Tobias Dahm ist in der kommenden Woche bei der EM dabei

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Die erlösende Nachricht kam per Mail vom Deutschen Leichtathletik Verband: Der Sindelfinger Kugelstoßer Tobias Dahm ist in der kommenden Woche bei der Hallen-Europameisterschaft in Prag dabei.

Seit Tobias Dahm Ende Januar beim Hallenwettkampf in Sassnitz die Qualifikationsnorm von 19,70 Metern für einen Start bei der Europameisterschaft um sechs Zentimeter überboten hatte, war er ein heißer Kandidat für die Titelkämpfe in der tschechischen Hauptstadt.

Doch so recht daran glauben wollte der Sindelfinger nicht. Auch nicht nach seiner Silbermedaille in Karlsruhe am vergangenen Wochenende bei den deutschen Meisterschaften. „Ich bin mit erst sicher, wenn ich die Nominierung schwarz auf weiß habe“, so der Sindelfinger.

Seit Mittwoch kann er sich nun auf die EM vorbereiten. Bereits am kommenden Donnerstag wird Tobias Dahm in Prag bei der Qualifikation in den Ring steigen. „Das Erreichen des Endkampfes der besten Acht am Tag drauf wäre natürlich ein großer Traum für mich. Ich will aber auf jeden Fall die Nominierungsweite von 19,70 Metern bestätigen.“

Unterstützt wird Tobias Dahm in der tschechischen Hauptstadt von seinen Trainern Peter Salzer und Joachim Lange. „Auch meine Eltern haben sich Eintrittskarten gekauft“, so der Sindelfinger. Für ihn ist der Wettkampf in Prag die Premiere auf internationalem Parkett. Verrückt machen will sich der Zwei-Meter-Hüne deshalb aber nicht. „Das ist nichts anders als ein normaler Wettkampf. Ich versuche auf den Tag X hin topfit zu sein.“

Wann der Sindelfinger in die tschechische Hauptstadt fährt, ist noch offen. Aufklärung wird eine weitere Mail des Deutschen Leichtathletik Verbandes bringen. Doch die ging gestern in Tobias Dahms elektronischem Postfach noch nicht ein. Doch das ist die kleinste Sorge des VfL-Kugelstoßers. Wichtig ist, dass er in Prag überhaupt dabei ist. Das hat er seit Mittwoch schriftlich.

Presse | Leichtathletik | 24.02.2015

Lindenmayer kann ihr Glück kaum fassen

Trotz vieler Ausfälle holt der VfL Sindelfingen bei den deutschen Meisterschaften in Karlsruhe zwei Medaillen / Johannes Wiesner im Pech

Von Saskia Drechsel

Der Schluss der deutschen Meisterschaften der Leichtathleten war ein versöhnlicher. Am Ende sorgte Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer für eine überraschende Medaille in der Karlsruher Messehalle und beschönigte die Medaillenbilanz der Blau-Weißen erheblich. Nachdem viele Top-Athleten ausgefallen waren, übernahmen Lindenmayer und Kugelstoßer Tobias Dahm das Medaillengewinnen.

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Der VfL-Athlet war mit einem guten ersten Stoß in den Wettkampf eingestiegen. Nachdem er zuletzt mit der 19-Meter-Marke kämpfen musste, flog die Kugel nun deutlich darüber und landete bei 19,23 Metern. Hinter David Storl reihte sich Dahm damit auf Anhieb als Zweitplatzierter ein, so konnte es weitergehen. In Versuch Nummer zwei blieb der Kugelstoßer weiterhin locker und konnte sich steigern: 19,41 Meter wurden gemessen. Im dritten Durchgang dann klappte es noch besser. Tobias Dahm trat in den Ring und stieß seine Kugel mit einem lauten Schrei von sich. Beim Sindelfinger stets ein gutes Zeichen. Auch Dahms Mimik nach dem Versuch verriet: Er schien mit seinem Versuch zufrieden zu sein. Gemessen wurden starke 19,61 Meter. Damit blieb er unter seiner Hallenbestmarke, die er mit 19,76 Metern in Sassnitz aufgestellt hatte, konnte aber seiner Bestleistung und der Norm für die Hallen-EM (19,70 Meter) wieder näher kommen. Mit dem erfolgreichen Versuch fiel Druck vom 27-Jährigen ab, dessen großes Ziel die Hallen-EM in Prag und ein allererster Einsatz im Nationaltrikot ist.

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Vielleicht auch aus diesem Grund blieben die nächsten beiden Stöße des Top-Athleten durchwachsen. Nun war für den Sindelfinger Zittern angesagt. David Storl lag weit enteilt auf Platz eins, dahinter konnten dem Sindelfinger aber noch einige Kandidaten gefährlich werden und eine Medaille vor der Nase wegschnappen. Allen voran Christian Jagusch, der in der deutschen Bestenliste mit 19,87 Metern immer noch Platz zwei einnimmt. Gespannt schaute der Sindelfinger deswegen auf Jagusch’ sechsten und letzten Versuch, doch auch der war nicht weit genug. Nun wird sich der Kugelstoßer voll auf die EM-Vorbereitung konzentrieren.

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Was auf den vier Hallenrunden schief gelaufen war, wusste Patrick Oehler selbst nicht so recht. Aus taktischer Sicht leuchtete das Rennverhalten des Sindelfingers ein. Nach zwei Runden wurde ihm das Tempo zu langsam, er lief selbst an die Spitze und gab Gas, das restliche Feld folgte. Alles schien auf den entscheidenden Schlussspurt hinzudeuten, in dem Oehler durchaus schon seine Stärken zeigen konnte. Doch rund 100 Meter vor dem Ziel griffen die Konkurrenten in der Kurve an. Oehler wurde von Patrick Schönball eingeholte und war plötzlich geschlagen. Noch auf der Zielgeraden ließ er das restliche Feld vorbeiziehen und lief als Vorletzter seines Vorlaufs ins Ziel ein.

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Eine Panne gab es beim 60-Meter-Vorlauf von Johannes Wiesner. Der Sindelfinger startete auf Bahn sieben und hatte gleich zu Beginn Pech. Der Startblock rutschte bei seinem Start weg, der Sprinter lag von Anfang an hoffnungslos hinter dem Feld. Wütend riss sich der Athlet seine Startnummer von der Brust und hatte eine Menge Frust zu verdauen.

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Bronze zum Abschluss: Sabrina Lindenmayer erfüllte sich in einem der letzten Wettkämpfe der Meisterschaften ihren Traum von einer DM-Medaille. Nachdem Trainingskameradin Nadine Hildebrand in diesem Winter verletzungsbedingt fehlt, holte Lindenmayer die Kohlen aus dem Feuer. Schon der Start glückte, die ersten Hürden nahm die Sindelfingerin ohne Probleme und spürte stets Konkurrentin Carolin Dietrich neben sich. Cindy Roleder und Pamela Dutciewicz waren enteilt, zwischen den beiden lief der Kampf um die Bronzemedaille.

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Lindenmayer wusste um ihre Stärke auf den letzten Metern und riskierte beim Zieleinlauf alles. Die VfL-Athletin schmiss sich nach vorne, das Zielfoto zeigte: mit Erfolg. Knapp vor Carolin Dietrich hatte sich Lindenmayer die Bronzemedaille gesichert. So recht fassen konnte sie es aber auch noch nicht. „Caro hat zu mir gesagt, dass ich Bronze habe, ich habe es aber erst geglaubt, als ich das Zielfoto auf der Anzeigentafel gesehen habe“, sagt Lindenmayer. Sie schnappte sich damit ihre erste Medaille bei den Aktiven. Eine Medaille, die sie selbst nicht so recht auf der Rechnung hatte.

Info

Mehr zu den Sindelfinger Leichtathleten gibt es unter www.sifi-athletik.de im Internet.

Presse | Leichtathletik | 23.02.2015

Sabrina Lindenmayer ist eine echte Wundertüte

Zwei DM-Medaillen für den VfL Sindelfingen

VON HOLGER SCHMIDT

Kugelstoßer Tobias Dahm bestätigte seine Hallenbestleistung und EM-Qualifikationsnorm von 19,76 Meter auch bei den deutschen Hallenmeisterschaften. Mit 19,61 gab's für den Sindelfinger die Silbermedaille. Es blieb nicht das einzige Edelmetall für den VfL in der Karlsruher Messehalle. Am Sonntag legte Sabrina Lindenmayer als Dritte über 60 Meter Hürden nach.

David Storl (SC DHfK Leipzig) war erwartungsgemäß eine Klasse für sich. Nach Operation und Reha zeigte der Doppelweltmeister mit 21,26 Meter, dass auch die EM-Titelvergabe nur über ihn läuft. Dahinter bot Tobias Dahm einen ansprechenden Wettkampf und unterstrich seine gute Form wieder einmal rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt. 19,23, 19,42 und 19,61 seine Serie, der er im Finale drei ungültige Versuche folgen ließ. Vor allem der letzte knapp übergetretene hätte wahrscheinlich einen neuen Hausrekord für den Sindelfinger bedeutet. Christian Jagusch (SC Neubrandenburg) blieb mit 19,27 Bronze. Gar nicht erst dabei war der erkrankte zweite Sindelfinger Artur Hoppe.

Riesenpech hatte über 800 Meter Patrick Oehler. Mit der viertbesten Zeit angereist, war für den 25-Jährigen schon nach dem Vorlauf die Meisterschaft vorbei. 1:50,94 Minute und Platz fünf reichten nicht für das Finale am Sonntag. Sechs Hundertstel fehlten. Für Oehler ein kleines Déjà-vu-Erlebnis. Denn schon 2012 war für ihn ebenfalls in Karlsruhe trotz schnellster Vorleistung nach dem Vorlauf Endstation. Ebenso wie für die beiden blau-weißen 60-Meter-Sprinter John Henry Tate und Johannes Wiesner. 6,96 und 7,27 Sekunden reichten nicht für die nächste Runde.

Die Hallen-Europameisterin auf Platz vier verdrängt

Das machte Sabrina Lindenmayer über 60 Meter Hürden am Sonntag deutlich besser. Zwar war der Einzug ins Finale mit 8,34 Sekunden - zwei Hundertstel mehr hätten das vorzeitige Aus bedeutet - eine kleine Zitterpartie. Doch eine knappe Stunde später platzte bei der 25-Jährigen der Knoten. 8,18 bedeuteten eine Steigerung ihrer persönlichen Bestleistung um sechs Hundertstel und völlig überraschend die Bronzemedaille. Gold ging mit 7,99 an die EM-Dritte Cindy Roleder (LAZ Leipzig), Silber an Pamela Dutkiewicz (TV Wattenscheid), die mit 8,07 ebenfalls unter der Hallen-EM-Norm von 8,08 blieb. "Sabrina ist halt eine Wundertüte!", strahlte ihr Trainer Werner Späth, der - zusammen mit Titelverteidigern Nadine Hildebrand, die die Hallensaison nach einer Operation auslässt - das Rennen von der Tribüne aus verfolgte. "Total glücklich" zeigte sich auch die Athletin selbst. "Die letzten drei Wochen liefen nicht", sagte sie, nachdem sie bereits zum Saisonbeginn mit 8,24 Sekunden hatte aufhorchen lassen. "Da habe ich mit unter 8,20 geliebäugelt", fügte sie hinzu. Nun klappte es doch noch, und der Zeitpunkt hätte kaum besser sein können. Dabei verdrängte Sabrina Lindenmayer mit Carolin Dietrich (MTG Mannheim/8,21) die Hallen-Europameisterin von 2011 auf den vierten Platz.

Weiterer blau-weißer Hürdensprinter in Karlsruhe war bei den Männern Niklas Rippon. Der Deutsch-Amerikaner schlug sich als Dritter seines Vorlaufes mit 8,13 Sekunden achtbar. Gerade einmal zwölf Hundertstelsekunden fehlten zum Einzug in den Endlauf der besten acht.

Presse | Leichtathletik | 23.02.2015

Silber und Bronze für den VfL Sindelfingen

Kugelstoßer Tobias Dahm wird in Karlsruhe Deutscher Vizemeister, Sabrina Lindenmayer sprintet mit persönlicher Bestleistung über die Hürden auf Platz drei

Von Saskia Drechsel

72 Einzel-Medaillen wurden bei den deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in der Karlsruher Messehalle vergeben. Zwei davon gingen nach Sindelfingen. Kugelstoßer Tobias Dahm bewies Nervenstärke und holte sich Silber. Für die Experten war das nicht die ganz große Sensation. Überraschender kam dagegen die Bronzemedaille für Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer.

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In einer gut gefüllten Halle brachte die schnelle Bahn im Innenraum Top-Leistungen wie am Fließband. Die eigens für die Hallen-Leichtathletik-Events hergerichtete Messehalle glänzte mit besten Bedingungen und auch die Stimmung trug ihren Teil dazu bei, von den Tribünenrängen wurde den Sportlern mächtig eingeheizt.

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Spannend bis zum Schluss war der Wettkampf, der sich den Zuschauern am Freitagnachmittag bot: Im Kugelstoßen der Männer war der Kampf um die Medaillen offen – zumindest bei der Silber- und die Bronzemedaille. Denn die Goldene, das stand zumindest nach seinem ersten Stoß fest, gebührte Weltmeister David Storl. Der Neu-Leipziger hatte den Zuschauern die 21 Meter versprochen und hielt sich daran. Im letzten Durchgang stieß er 21,26 Meter weit, da war es Sindelfinger Tobias Dahm aber längst auch zum Jubeln zumute. Er hatte im dritten Versuch 19,61 Meter erzielt, an diese Weite war selbst Neubrandenburger Christian Jagusch nicht herangekommen. Der Sindelfinger Zwei-Meter-Mann durfte sich wie im Vorjahr die Silbermedaille umhängen lassen. Damals war er allerdings nur auf 19,18 Meter gekommen.

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„Mit meinem Platz bin ich auf jeden Fall zufrieden. Ich bin richtig gut in den Wettkampf eingestiegen, habe dann aber den Faden verloren, erst am Ende habe ich mich auf meine Stärken besonnen“, sagt Dahm, der allerdings am liebsten noch einmal die geforderte Weite für die Hallen-EM gestoßen hätte, um auf Nummer sicher zu gehen.

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Ein zweiter Sindelfinger Kandidat mit guten Aussichten auf eine Top-Platzierung konnte nach seinem Wettkampf das eben Geschehene selbst nicht so richtig erklären. Patrick Oehler war mit der zweitschnellsten Zeit auf der 800-Meter-Meldeliste angereist, gelaufen Ende Januar in Wien, geschlagen verlies er nach dem Vorlauf die Karlsruher Rundbahn. Mit einer Zeit von 1:50,94 Minuten verpasste Oehler um sechs Hunderstel-Sekunden das 800-Meter-Finale am Sonntag. „Mir ist das ein bisschen peinlich. Ich weiß nicht so recht, woran das lag. Eigentlich muss ich, auch wenn ich vorne das Tempo mache, eine Zeit unter 1:50 Minuten laufen können“, sagt Oehler.

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Die nächste aussichtsreiche Kandidatin in den Sindelfinger Reihen startete ebenfalls erst am Sonntag durch. Sabrina Lindenmayer stand in dieser Hallensaison erstmals nicht im Schatten ihrer verletzten Vereins- und Trainingskameradin Nadine Hildebrand und steigerte sich schon im Januar auf 8,24 Sekunden. Dann folgte eine längere Durststrecke, die es nun galt zu beenden. Im Vorlauf war sie 8,34 Sekunden schnell unterwegs, ihr gelang kein gutes Rennen, mit Ach und Krach qualifizierte sich die VfL-Athletin für das Finale.

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Wenig später dann der 60-Meter-Hürden- Endlauf. Sabrina Lindenmayer gelang vom Start weg ein tolles Rennen. Kurz vor dem Ziel war sie dann gleich auf mit der Mannheimerin Carolin Dietrich und schmiss sich nach vorne. Eine knappe Entscheidung. Hinter Cindy Roleder und Pamela Dutciewicz, das sah man auf dem Zielfoto deutlich, war Lindenmayer Dritte geworden. „Ich habe gehofft, dass das klappt, war aber schon am Samstag total nervös. Jetzt freue ich mich riesig“, sagt Lindenmayer. Sie erzielte mit ihrer Zeit von 8,18 Sekunden außerdem eine neue Bestleistung.

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Mit zwei Sindelfinger Vertretern wurden die 60-Meter-Sprints ausgetragen. Zuerst an der Reihe war John-Henry Tate. Er blieb im Rahmen seiner Möglichkeiten und lief im ersten Vorlauf nach 6,96 Sekunden ins Ziel. Mehr Pech hatte Johannes Wiesner, nach einem missglückten Start lief er hoffnungslos hinterher und gab schon vor dem Ziel auf.

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Einen Hürdenläufer schickten die Sindelfinger über die 60-Meter-Strecke mit Hindernissen ins Rennen. Niklas Rippon hielt die Fahne der Blau-Weißen hoch und trat im Vorlauf an. Der Hürdensprinter mit doppelter Staatsbürgerschaft, der US-Amerikanischen und der Deutschen, war 8,13 Sekunden schnell unterwegs.

Presse | Leichtathletik | 09.02.2015

Dahm stößt am weitesten

Süddeutsche Meisterschaften in der Karlsruher Messehalle

Tobias Dahm sorgte für den erwarteten Titel bei den süddeutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften. Dazu kamen für den VfL Sindelfingen zwei Bronzemedaillen und Silber durch Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer. Ebenfalls Vize wurde Luca Dieckmann im U18-Weitsprung.

VON HOLGER SCHMIDT

Die Titelkämpfe waren Generalprobe für die deutschen Hallenmeisterschaften an gleicher Stelle. In zwei Wochen muss Tobias Dahm vom VfL Sindelfingen in der Karlsruher Messehalle allerdings mehr bieten als 18,94 Meter, die zum Erfolg vor dem Badener Bodo Göder (SR Yburg Steinbach/18,58) und seinem Vereinskameraden Artur Hoppe (17,81) reichten. Denn bei den "Deutschen" steigt auch Weltmeister David Storl wieder in den Ring, der in Normalform eine Klasse für sich ist. Und auch vom Neubrandenburger Christian Jagusch, Vizemeister des Vorjahres, trennten Dahm zuletzt immer einige Zentimeter.

Für den Renninger Luca Dieckmann reichte es in der gleichen Disziplin der Jugendlichen U18 mit 13,89 Metern zu Rang sechs. Noch besser machte es der Mehrkämpfer im Weitsprung. Mit 6,79 Metern blieb er nur um sieben Zentimeter hinter seiner erst zwei Wochen alten persönlichen Bestleistung zurück und musste einzig Gianni Seeger (TSV Gomaringen/7,02) den Vortritt lassen.

Bronze gewann dazu im Stabhochsprung Leo Lohre. Mit 5,10 Metern schaffte der Leonberger im Trikot des VfL Sindelfingen exakt die gleiche Leistung wie bei den baden-württembergischen Titelkämpfen vor 14 Tagen. Zur Hallen-DM-Norm fehlten 25 Zentimeter. "Da war eigentlich noch Luft", haderte Lohre mit seinen knapp gerissenen Versuchen über 5,20.

Gleichfalls nicht ganz zufrieden war Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer (VfL Sindelfingen). Zwar rannte sie in 8,42 Sekunden zur Vizemeisterschaft hinter Jenna Pletsch (SV Saar 05 Saarbrücken/8,31), doch war sie in diesem Winter schon knapp zwei Zehntel schneller. "Das war gleich im ersten Rennen", wunderte sich Trainer Werner Späth, "eigentlich müsste sie ja von Wettkampf zu Wettkampf zulegen". Knapp geschlagen geben mussten sich auch die erfolgsverwöhnten blau-weißen 4x400-Meter-Männer im Vergleich mit dem einzigen weiteren Team aus Karlsruhe. Aber vielleicht lag's ein bisschen daran, dass Patrick Oehler, der für Alexander Schif, Yannik Frers und Christoph Ewinger vollenden wollte, sich erst vor ein paar Tagen beim Sportfest in Wien mit 1:48,76 Minuten an die zweite Stelle der deutschen Bestenliste über 800 Meter katapultiert hatte und ihm jetzt ein wenig die Kraft fehlte.

Nur knapp am Podest vorbei schrammte zum Abschluss der Wettbewerbe noch einmal Luca Dieckmann mit seinen Mitstreitern von der StG Eltingen/Renningen als Vierter über 4x200 Meter U18, einen Rang vor der StG Schönbuch-Nord mit Athleten aus Böblingen, Dagersheim und Holzgerlingen.

Presse | Leichtathletik | 09.02.2015

Der VfL springt fünfmal aufs Treppchen

Der Sindelfinger Kugelstoßer Tobias Dahm ist bei den süddeutschen Meisterschaften in der umgebauten Messehalle in Karlsruhe wieder einmal nicht zu schlagen

Von Saskia Drechsel

In einer tollen Leichtathletik-Arena, aber mit sehr wenig Zuschauerzuspruch sind die süddeutschen Meisterschaften der Leichtathleten am Wochenende über die Bühne gegangen. In der eigens für drei Leichtathletik-Events umgebauten Messehalle in Karlsruhe waren die besten Athleten Süddeutschlands am Samstag und Sonntag besonders schnell unterwegs. Es fielen zahlreiche Bestleistungen. Ob diese der schnellen Bahn zuzuschreiben sind, ist aber fraglich, schließlich sind die meisten Athleten schon topfit für die kommenden Saisonhöhepunkte: die deutschen Jugend- und die deutschen Aktivenmeisterschaften in den nächsten Wochen. Auch viele Sindelfinger Athleten starteten auf der blauen Karlsruher Bahn, dabei gewannen die VfL-Athleten fünf Medaillen.

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Besonders im Kugelstoßen der Männer trumpften die Blau-Weißen auf. Hier standen gleich fünf VfL-Athleten auf der Startliste, vollständig tauchten die starken Männer auf. Im Wettkampf setzte sich erwartungsgemäß Tobias Dahm durch, sein weitester Stoß flog 18,94 Meter weit. „Ich bin nicht zufrieden, ich habe gut eingestoßen, danach lief es nicht mehr�“, ärgert sich der Zwei-Meter-Mann. Die zweite Sindelfinger Medaille sicherte sich Artur Hoppe, seine 17,81 Meter waren Bronze wert. Auf Rang vier folgte ein zufriedener Simon Bayer, der in seinem ersten Jahr in der Aktivenklasse 16,96 Meter weit kam.

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Zum Medaillengarant mausert sich Leo Lohre, der im Stabhochsprung erneut zu Edelmetall flog. Das einzige Problem: Auch die Höhe bleibt gleich. Erneut kam Lohre nicht über 5,10 Meter hinaus, dabei hat der Sindelfinger ganz andere Ambitionen. Im Stabhochsprungwettkampf der Männer gewann Lohre die Bronzemedaille.

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Erfolgreich testete Sabrina Lindenmayer am Samstag ihre Sprintform. Das Hürdenass des VfL Sindelfingen arbeitet sich über Vorlauf und Zwischenlauf bis ins 60-Meter-Finale vor. Im sechsten und letzten Vorlauf siegte sie mit 7,70 Sekunden, im Zwischenlauf wurde sie Zweite und steigerte sich auf 7,65 Sekunden, im Finale lief sie in der gleichen Zeit auf einen guten vierten Rang. Deborah Hufschmidt schied im Halbfinale mit 7,79 Sekunden aus.

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Auch bei den Männern schaffte es ein Sindelfinger ins Finale. Johannes Wiesner zündete schon im Vorlauf den Turbo und schlug sogar den Kornwestheimer Alex Wilson mit 6,92 Sekunden. Im Halbfinale steigerte er sich neben dem schnellen Alex Schaf auf 6,85 Sekunden und im Endlauf konnte Wiesner seine Zeit bestätigen. In 6,86 Sekunden wurde der Junior Siebter in der Männerklasse und stellte eine neue Bestleistung auf. Ebenfalls im 60-Meter-Halbfinale standen John-Henry Tate (6,95 Sekunden), Carsten Theurer (6,99 Sekunden) und Deniz Almas (7,05 Sekunden). „Ich bin heute voll zufrieden. Die ganze letzte Woche war ich krank, dafür ging es schon recht gut�“, sagt Almas, der noch der Jugendklasse angehört.

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An einer Medaille schrammte im 400-Meter-Lauf Alexander Schif vorbei. Er wurde in 49,66 Sekunden Vierter, Mehrkämpfer Christoph Ewinger lief auf Platz neun. Außer Wertung startete Wandifah Sanneh. Der Asylbewerber aus Gambia hat sich dem Sindelfinger Team angeschlossen und zeigte über die zwei Hallenrunden sein Können. Wandifah ging sehr verhalten an, erst auf der Zielgeraden zeigte er einen starken Spurt. 49,45 Sekunden wurden für ihn gestoppt, die drittschnellste Zeit eines Starters im süddeutschen Vereinstrikot.

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Die einzige Einzel-Medaille am Sonntag sicherte sich Sabrina Lindenmayer. Die Hürdensprinterin qualifizierte sich ohne Schwierigkeiten für den A-Endlauf, im Finale musste sie sich nur Jenna Pletsch aus Saarbrücken geschlagen geben. In 8,42 Sekunden wurde Lindenmayer Vizemeisterin.

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Einziger Sindelfinger Teilnehmer in der U 18 war Alexander Gacic, der im 60-Meter-Hürdenfinale mit 8,37 Sekunden auf einen guten fünften Platz lief.

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Abschließend holte die 4x400-Meter-Staffel des VfL Sindelfingen in der Besetzung Yannik Frers, Patrick Oehler, Alexander Schif und Christoph Ewinger in 3:19:45 Minuten Silber.

Presse | Leichtathletik | 29.01.2015

Statt Hürdenlauf ist Aquawalking angesagt

Nadine Hildebrand vom VfL Sindelfingen hat sich einer Knie-OP unterzogen und hofft, im Sommer wieder fit zu sein

Zur Zeit fühlt sich Nadine Hildebrand einfach nicht komplett. Ihr fehlt etwas. Der Sport. Denn ihren Job als Anwältin kann die 27-Jährige zur Not auch an Krücken bewältigen. Über ein Hindernis nach dem anderen zu fliegen ist seit der Knie-OP Anfang Januar für die Hürdenläuferin des VfL Sindelfingen aber erstmal nicht drin.

VON SANDRA LANGGUTH

"Das mit dem Rumsitzen ist echt nicht so mein Ding", gibt die amtierende deutsche Hallenmeisterin über 60 Meter Hürden offen zu. Doch die Entscheidung, den Knorpelschaden am rechten Knie operativ beheben zu lassen, musste genau jetzt getroffen werden. "Lieber verpasse ich jetzt die Hallensaison und bin nächstes Jahr wieder fit, als es später zu machen und am Ende noch die Olympischen Spiele zu gefährden", erklärt Nadine Hildebrand, die ihren letzten Wettkampf im September in Brüssel absolvierte. Danach hatte sie nach einer langen und anstrengenden Saison erstmal zwei Wochen komplette Sportpause eingelegt, ehe nach leichtem Lauf- und Stabitraining Mitte Oktober die Vorbereitung auf die Halleinsaison losging. Dann stand das Trainingslager des Deutschen Leichtathletikverbandes im November an. "Davor hat es schon hin und wieder weh getan, dann war's wieder gut. Und dort kam es dann wieder", sagt die 27-Jährige. Wieder heimgekehrt, ließ die Sindelfinger Athletin nachschauen. Es wurde eine Arthroskopie gemacht. "Ich habe das dann lang und breit mit Arzt, Physio und meinem Trainer Werner Späth besprochen. Irgendwann hätte man es eh machen müssen, auch wenn ich natürlich gerne meinen DM-Titel verteidigt hätte und mir auch für die EM in Polen einiges ausgerechnet habe", sagt die Anwältin, die seit September 2013 in einer Kanzlei für Transport-, Logistik- und Versicherungsrecht zuständig ist.

Sabrina Lindenmayer drückt dieDaumen für eine schnelle Rückkehr

In der Winghofer-Klinik in Rottenburg legte sie sich unters Messer. "Ne Dreiviertelstunde hat das schon gedauert", erzählt die 27-Jährige auch von der Vollnarkose. "Da musste ich hinterher erstmal noch im Krankenhaus abliegen", sagt sie lachend. Seither geht Nadine Hildebrand an Krücken, darf das Bein nur leicht belasten. Dass die komplette Hallensaison gelaufen sein wird, war ihr natürlich schon vorher klar. Wie es aber für die Zeit danach aussieht, wie schnell sie wieder fit sein oder mit dem Training beginnen kann, steht komplett in den Sternen. "Das heilt bei jedem anders. Deshalb haben wir auch keinen Plan gemacht, denn man wird nur unzufrieden, wenn man ihn nicht einhalten kann." Noch ein, zwei Wochen wird die Hürdenläuferin an Krücken gehen, ehe sie erstmal ihren Alltag ohne meistern will. "Ich möchte ja auch die Operation nicht gleich wieder zunichte machen", zwingt sie sich selbst zur Geduld. "Ich bin ja schon ein sehr aktiver Mensch." Und deshalb hält sie es auch nicht ganz ohne Bewegung aus. Immerhin darf sie ins Schwimmbad. "Aquajogging kann man das eigentlich nicht nennen, was ich da mache, es ist eher Walking. Aber für die Schwellung ist das ganz gut", erzählt die 27-Jährige schmunzelnd. Dennoch hat sie an ihrem rechten Bein "massig an Masse verloren", wie sie es selbst beschreibt. "Aber ich weiß auch, wenn ich es geschafft habe, die Muskeln und die Kraft vorher aufzubauen, dann schaffe ich das auch nochmal", will sie sich auf keinen Fall hängen lassen. "Sonst hätte ich ja auch gleich aufgeben können."

Dass Training im Sommer möglich ist, davon ist Nadine Hildebrand überzeugt. An Wettkämpfe denkt sie aber noch nicht. "Klar, wenn ich starten kann, mache ich auch mit. Die Frage ist nur, wie gut man dabei aussieht", sagt die Sprinterin lachend. Mit einer Zeit von 14 Sekunden über die Hürden zu fliegen, bringe ihr allerdings auch nichts. Im Moment hat die 27-Jährige nun erstmal die Leistungen verfolgt, die ihre Trainingspartnerin Sabrina Lindenmayer im Glaspalast gezeigt hat. "Die ist schon arm dran gerade, muss jetzt ganz alleine trainieren, da wir ja nur zu zweit sind beim VfL. Aber sie macht das wirklich gut", lobt Nadine Hildebrand ihre Trainingspartnerin.

Nun hoffen beide, dass die Gesundung schnell vorangeht, damit das Duo wieder vereint ist und Nadine Hildebrand sich wieder komplett fühlen kann.

Presse | Leichtathletik | 24.01.2015

Heiße Eisen beim Heimauftritt

Baden-Württembergische Meisterschaften im Sindelfinger Glaspalast

Für erste Spannung wird der Kugelstoßwettkampf der männlichen Jugend sorgen. Hier tritt Eric Bundschuh in den Ring und gehört zu den Favoriten auf den Landesmeistertitel.

Ein zweiter starker Mann kommt am Samstag um 15 Uhr zum Einsatz. Tobias Dahm konnte zuletzt in Sassnitz die EM-Norm übertreffen, das nächste Ziel ist die 20-Meter-Marke. Vielleicht ist diese Schallmauer ja mit der Unterstützung der Sindelfinger Fans zu überwinden. Auch Trainingskamerad Artur Hoppe ist gemeldet.

Ebenfalls an Tag eins wird sich Stabhochspringerin Martina Schultze zeigen. Die letzte Saison verlief für sie recht erfolgreich, daran möchte die Sindelfingerin anknüpfen. Bei den Männern möchte Leo Lohre am Sonntag seine Saisonbestleistung von fünf Metern steigern. Florian Gaul hofft, nachdem er zuletzt unter Rückenproblemen zu leiden hatte, auf schmerzfreies Springen.

Auch im Sindelfinger Sprinterlager freut man sich auf die Landesmeisterschaften. Los geht es für die schnellen Männer am Samstag um 13.20 Uhr. Mit dabei sind unter anderen Johannes Wiesner, Carsten Theurer, Romed Guischard und John-Henry Tate, der am vergangenen Wochenende den schnellsten Saisonstart über die 60 Meter hinlegte. Über die 200-Meter-Strecke haben Manuel Ilg und Patrick Saile eine Medaille im Blick. Über die 400-Meter-Strecke ist Manuel Ilg sogar mit der schnellsten Zeit gemeldet.

Bei so vielen starken Sprintern hofft man in Sindelfingen natürlich auch auf die entsprechende Staffelleistung. Ob schnell auch im Team klappt, kann man am Samstag-nachmittag beurteilen. Dann wechseln die 4x200- und anschließend am Sonntagnachmittag die 4x400-Meter-Staffeln.

Nach einem intensiven Trainingslager in Portugal darf man auf die Form von Patrick Oehler gespannt sein, der einen 800-Meter-Start wagt. Auch Jonas Kolzau wird hier starten. Nach ihrer starken Zeit vom Sindelfinger Hallenmeeting steht Sabrina Lindenmayer auch auf der Meldeliste der Landesmeisterschaften ganz vorne. Die Sindelfingerin will sich am Sonntag im Glaspalast weiter steigern und liebäugelt mit einer Zeit von unter 8,20 Sekunden über die 60-Meter-Hürden-Strecke. Auch im Staffelrennen wird sie mit dabei sein, trotz einiger Ausfälle wird die 4x200-Meter-Frauenstaffel starten. Janina Dums und Deborah Hufschmidt werden ebenfalls eingesetzt werden.

In der Jugendklasse liegt das Sprint-Feld eng beieinander, in den Endlauf über die 60 Meter will es Deniz Almas schaffen. Zu gerne würde er die Sieben-Sekunden unterbieten. Außerdem wird Almas über die 200-Meter-Strecke starten. In der Altersklasse U20 soll ebenfalls eine Sprintstaffel an den Start gehen. Nachdem sich Marvin Tischler beim Hallenmeeting am Oberschenkel verletzt hat, ist fraglich in welcher Besetzung.

Über die drei Hallen-Kilometer geht am Sonntag Joshua Sperrle an den Start. An den 60-Meter-Hürden versuchen sich die beiden Mehrkämpfer Niklas Burkhardt und Nico Hamann. Hamann wird außerdem im Stabhochsprung antreten. Bei der weiblichen U20 halten im Sprintbereich Romy Rudisile und Sina Schatz die Fahnen des VfL Sindelfingen hoch. Im Kugelstoßen geht Johanna Beyerle an den Start.

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Presse | Leichtathletik | 21.01.2015

Vier Sindelfinger laufen zur Silbermedaille

Am Sonntag zeigte der Nachwuchs bei den baden-württembergischen Meisterschaften im Sindelfinger Glaspalast, was er drauf hat

Von Hans-Jürgen Burgstrahler

Den Anfang für den VfL Sindelfingen machte Sina Schatz. Konnten die 8,63 Sekunden über 60 Meter ihren Trainer Peter Wiesner noch nicht überzeugen, so war er von ihrem Ergebnis über 400 Meter sehr angetan. „Mit rund 65 Sekunden wäre ich bei ihrem ersten 400-Meter-Lauf zufrieden gewesen. Rang vier in 62,23 Sekunden ist super“, so Peter Wiesner.

Den ersten Podestplatz für die Gastgeber gab es im Rahmen eines Teils der württembergischen U16-Meisterschaften, die auf der Rundbahn ausgetragen werden. Der zweite Rang in der 4x100-Meter-Staffel nach 49,05 Sekunden war der Lohn für eine solide Leistung von Christian Dietrich, Max Behrendt, Maximilian Frohnmüller und Lars Böttinger. Max Behrendt krönte seinen erfolgreichen Tag mit dem Sieg im Fünfer-Sprunglauf mit 17,61 Metern gleich im ersten Versuch.

Mark Bachner hatte vor seinem Lauf über 800 Meter gehörig Respekt. „Die haben im ersten Zeitlauf ein Wahnsinnstempo angeschlagen“, meinte der M14-Teilnehmer. In seinem Lauf drückte er daher von Anfang an auf die Tube, wurde spät noch von ein paar Konkurrenten eingeholt, konnte aber trotz Rang zwölf mit seiner persönlichen Bestzeit von 2,30,50 Minuten zufrieden sein. Nicht zufrieden war dagegen Leonie Schliessus, die in der Altersklasse W15 nach 2,48,34 Minuten auf Rang 14 einlief.

Die 4x100-Meter-Staffel der VfL-Mädchen lief nach 54,83 Sekunden als 13. ins Ziel in der Besetzung Susanne Ernst, Kim Bödi, Toni Dietz und Ina Steinmetz.

Kim Bödi trat noch über die 800 Meter der Altersklasse W14 an. Nach einer Rempelei am Start kämpfte sie sich wieder ins Vorderfeld zurück und konnte in persönlicher Bestzeit von 2,30,35 Minuten den dritten Platz sichern.

Der am meisten beschäftigte VfL-Athlet des Tages war der neu in die U18 aufgestiegene Aleksandar Gacic. Zunächst überwand er im Hochsprung 1,80 Meter, was Rang vier bedeutete. „Er hat seine Bestleistung um einen Zentimeter gesteigert, aber auch 1,85 Meter wären möglich gewesen“, so seine Mutter und Trainerin Aleksandra Gacic. Kurz darauf qualifizierte er sich in 8,51 Sekunden auch für den Endlauf über 60-Meter-Hürden, in welchem er in 8,57 Sekunden Sechster wurde.

Zuletzt startete er für die 4x200-Meter-Staffel des VfL, zusammen mit Julian Müller, Lukas Müller und Florian Dick kam er auf den neunten Rang. „Die Zeit von 1,39,75 Minuten ist im Rahmen. Letztes Jahr sind die Jungs noch 4x100 Meter gelaufen. Jetzt mussten sie lernen, dass die Wechsel bei den 4x200 Metern etwas anders funktionieren“, sagt Trainer Manuel Retzbach.

Zum Schluss gab es eine erfreuliche Überraschung über die 300 Meter der Altersklasse M15. „Justus ist noch nicht so lange in der Leichtathletik, ich wollte einfach mal seine Sprintausdauer testen“, so Trainerin Aleksandra Gacic. Dieser Test endete für Justus Gaude auf dem Bronzeplatz mit starken 41,72 Sekunden, Neunter wurde sein Vereinskamerad Maximilian Frohnmüller, der 43,66 Sekunden benötigte.

Stark auch die Leistung von Johannes Kästner vom SV Nufringen. Er wurde in der Altersklasse M18 Dritter über 400 Meter in 53,05 Sekunden. Mark Schittenhelm von der Spvgg Holzgerlingen Zweiter über 800 Meter in 2,04,18 Minuten. Luca Diekmann von der Spvgg Renningen durfte zwei Bronzemedaillen nach Hause nehmen, über 60 Meter Hürden in 8,28 Sekunden und im Weitsprung mit 6,59 Metern.

Nach dem Beitritt der SV Böblingen zur Startgemeinschaft Schönbuch-Nord waren die Titelkämpfe die erste echte Bewährungsprobe. Insgesamt stellten sich vier Staffeln der Konkurrenz. Die 4x200-Meter-Staffel der U18-Mädchen wurden in 1:53,06 Minuten in der Besetzung Hylinski, Meißle, Dieterle, Weisbarth Elfte.

Platz vier sicherten sich Alwazawi, Radi, Kerk, Jakob über 4x100 Meter. Bis kurz vor Schluss waren sie in den Medaillenrängen. Auf den letzten Metern zog aber noch die LG Filstal vorbei. So wurde es in guten 50,85 Sekunden der vierte Platz.

Gleich zwei Mädchenstaffeln waren über die 4x100 Meter der U16 am Start. Unglücklicherweise waren beide im selben Lauf, wobei sich hier die erste Staffel in der Besetzung Gruber, Rudolf, Pusskeiler, Tacke mit 54,67 Sekunden den Sieg in dem Lauf sicherte. Die zweite Staffel in der Besetzung Lindner, Weippert, Ertel, Plümer verlor etwas Zeit durch einen Wechselfehler, lief das Rennen aber noch in 58,53 Sekunden zu Ende. Hier zeigte sich vor allem Denise Lindner als Startläuferin in hervorragender Verfassung.

Presse | Leichtathletik | 14.01.2015

Tobias Dahm: 20 Meter sind das Ziel

Der Sindelfinger startet mit 19,36 Metern beim Kugelstoß-Meeting in Gammertingen in die neue Saison

Von Saskia Drechsel

Im Männerwettkampf bekam es Tobias Dahm mit dem rumänischen Meister Andrej Gag zu tun. Im ersten Versuch kam Dahm auf 18,82 Meter und ging mit seiner Weite in Führung. Bereits im zweiten Durchgang durfte der Sindelfinger dann über einen 19-Meter-Stoß jubeln.

Sein 7,26-Kilogramm schweres Wettkampfgerät flog auf 19,19 Meter. In einem recht konstanten Wettkampf steigerte sich der 27-Jährige Versuch um Versuch, der sechste flog dann am weitesten. Mit 19,36 Metern trug sich Dahm in die Ergebnisliste ein.

Auch bei Andrej Gag war der letzte Versuch der beste. Auf 19,94 Meter ließ der rumänische Titelträger die Kugel fliegen und entschied den Wettkampf in Gammertingen damit deutlich für sich. Den zweiten Platz belegte Tobias Dahm mit seinen 19,36 Metern.

Auf Platz fünf folgte Dahms Vereinskamerad Markus Reichle mit 15,20 Metern. Auch Michael Salzer trat in Gammertingen im Kugelstoßen an. Zuletzt hatte sich der Diskuswerfer eher auf den Bobsport konzentriert. Bei der Kugelstoß-Gala kam er mit 16,39 Metern zu einem recht beachtlichen Ergebnis. In der Jugendklasse U20 trat Eric Bundschuh ebenfalls im Trikot des VfL Sindelfingen an. Er stieß seine 6-Kilogramm-Kugel im dritten Versuch auf 16,79 und wurde Vierter.

Insgesamt gab sich Dahm sehr zufrieden mit seiner Wettkampfleistung, trotz der Niederlage gegen Gag. „Ich bin dennoch zufrieden mit meinem Auftakt, da wird schon noch einiges kommen“, sagt der VfL-Kugelstoßer.

Schließlich lief beim stimmungsvollen Meeting in Gammertingen noch nicht alles rund für den Athleten. Mit Problemen an der Patellasehne im Knie und Schmerzen im Nacken trat Tobias Dahm an, auch technisch war noch nicht alles perfekt: „Das rechte Bein lief gut, beim linken hat noch nicht alles geklappt“, sagt der VfL-Kugelstoßer.

Nun arbeitet der Sindelfinger weiter daran, sein großes Ziel in diesem Jahr zu erreichen. Nachdem er 2013 und auch in der vergangenen Saison jeweils denkbar knapp an der 20-Meter-Marke vorbeigeschrammt war, soll es nun klappen mit dem Stoß in neue Kugelstoßer-Sphären.

Und das möglichst schon in der Hallensaison, denn nach einer intensiven Vorbereitung ist Dahm topfit, auch mit einem Start bei den Hallen-Europameisterschaften in Prag liebäugelt er.

Den letzten Schliff für eine erfolgreiche Hallensaison verpasst sich der Zwei-Meter-Mann gerade in Kienbaum (Brandenburg). In einem weiteren Vorbereitungstrainingslager steht einiges auf dem Trainingsplan, gerade im Sprintbereich gibt es viel zu tun. „Ich will meine technischen Fehler beheben und arbeite an meiner Schnelligkeit“, sagt Dahm.

Denn in einer halben Woche steht schon der nächste Wettkampf auf dem Terminplan. In Sasnitz auf der Ostseeinsel Rügen steigt Dahm am kommenden Samstag erneut in den Ring.

Der VfL-Athlet kennt schließlich sein Geheimrezept für große Weiten. „Ich brauche einfach viele Stöße im Wettkampf, dann kommt auch die Weite.“ Die 19,36 Meter von Gammertingen waren für den Sindelfinger schon mal ein guter Anfang.

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Mehr Informationen zu der Leichtathletik-Abteilung des VfL Sindelfingen gibt es auch unter www.sifi-athletik.de im Internet.

Presse | Leichtathletik | 02.01.2015

Der Routinier ist motiviert wie eh und je

Speerwerfer Peter Esenwein sucht beim VfL Sindelfingen neue Herausforderungen / Der Olympiateilnehmer von 2004 will in diesem Jahr die 70-Meter-Marke knacken

Von Saskia Drechsel

Er kann es einfach nicht lassen: Fast 30 Leichtathletik-Jahre hat Peter Esenwein als Aktiver schon auf dem Buckel, doch der 47–Jährige wirft seinen Speer motiviert wie eh und je. Seit 1990 war er für das LAZ Salamander Kornwestheim Ludwigsburg am Start, nun hat sich der erfahrene Speerwerfer für einen Vereinswechsel entschieden. Ab der kommenden Saison wird Esenwein im blau-weißen Trikot starten und freut sich auf die große Wettkampf-Mannschaft des VfL Sindelfingen.

Da staunten die Sindelfinger Vereinsmitglieder nicht schlecht, als im Dezember auf der Jahresabschlussfeier der namhafte Speerwerfer als Neuzugang präsentiert wurde. Mit starken Speerweiten hat sich Peter Esenwein in Baden-Württemberg einen Namen gemacht, auch international ist der Olympiateilnehmer von 2004 geachtet. Seine Bestleistung liegt bei starken 87,20 Metern, auch einige internationale Einsätze hat Esenwein hinter sich.

Der ehemalige Zehnkämpfer hat im Schüleralter mit der Leichtathletik begonnen, sich aber erst mit 23 Jahren auf das Speerwerfen konzentriert. Dementsprechend spät schaffte er es zu Spitzenweiten. 1997 flog der reguläre Speer erstmals über die 80-Meter-Marke und das deutlich weiter als gedacht. „Beim Saisonauftakt in Riederich habe ich mich damals richtig gut gefühlt. Und dann ist der erste Versuch gleich auf 85,60 Meter geflogen. Damit habe ich mich quasi in die Weltklasse hineinkatapultiert“, erzählt Esenwein. Jahre später kam es dann zu internationalen Einsätzen.

Besonders gerne berichtet Esenwein vom Jahr 2004, als er sich mit 36 Jahren erst auf den zweiten Platz im Europacup in Bydgoszcz warf und damit das Olympiaticket löste. Auch an tolle Europameisterschaften 2006 in Göteborg erinnert er sich gerne zurück. „Da habe ich mich nach einer schweren Schulteroperation national zwei Mal durchgesetzt und es bis ins EM-Finale geschafft.“ Hier reihte sich Esenwein hinter namhaften Speerwerfern auf Platz sechs ein. Ein weiteres Highlight: Das Weltfinale im ehemaligen Stuttgarter Leichtathletikstadion, hier erzielte der Speerwerfer die zweitbeste Weite seiner Karriere und wurde hinter Andreas Thorkildsen und Tero Pitkämäki Dritter.

Mit den Jahren hat sich Peter Esenwein zu einem wahren Dauerbrenner auf den Speerwurfanlagen des Landes entwickelt, nur drei oder vier deutsche Meisterschaften hat er in den letzten dreißig Jahren verpasst, Verletzungen bremsten ihn.

Auch das letzte war wieder so ein verflixtes Jahr. Peter Esenwein hatte im Aufbautraining geschuftet, war im Frühjahr topfit. In der Woche vor dem ersten geplanten Wettkampf passierte dann das Unglück: Er zog sich beim Sprinttraining eine Zerrung im Beuger zu, die ersten Wettkämpfe waren gestrichen. Nach einigen Wochen forcierte der Speerwerfer das Training wieder, doch erneut bremste ihn die Zerrung aus. Weil der linke Oberschenkel, das Stemmbein des Speerwerfers lädiert war, blieben Wettkämpfe weiter unmöglich. „Ich war gut drauf, die Verletzung war dann richtig blöd. Ich konnte weder werfen noch sprinten“, erzählt Esenwein.

Die deutschen Meisterschaften im Ulmer Donaustadion wollte er trotzdem nicht verpassen und kämpfte um die Qualifikationsweite. Bei den süddeutschen Meisterschaften in Regensburg im Juli wollte der Sportler die letzte Gelegenheit nutzen und ging getaped an den Start. Als es im Männerwettbewerb mit der gewünschten Weite nicht klappte, versuchte er sich bei den Frauen außer Wertung. „Eigentlich war es Schwachsinn, gleich zwei Wettkämpfe zu machen, aber ich wollte es unbedingt versuchen“, sagt Esenwein. Es blieb sein einziger Wettbewerb im letzten Jahr.

Nun ist Peter Esenwein aber wieder wohlauf und absolviert, wie in jedem Jahr, eine intensive Vorbereitung auf die Freiluftsaison. Fünf bis sechs Einheiten pro Woche sind fest eingeplant, gerade steckt der Speerwerfer mitten in der Kraftphase, ans Werfen denkt er in den letzten Wochen weniger. „Im Winter werfe ich die Speere eher nicht, bei Kälte macht das wenig Sinn. Und dann ist man umso motivierter für den Sommer“, so Peter Esenwein.

In Sachen Motivation macht dem Speerwurf-Oldie sowieso niemand etwas vor. Er ist fit und beschwerdefrei und hat seine Ziele fest im Blick. Denn auch in diesem Jahr soll der Speer weit über die Rasenflächen des Landes segeln. Esenwein, der zurzeit in Rechberghausen lebt, hat in der Freiluftsaison 2013 vierundsiebzig Meter weit geworfen, die Siebzig-Meter-Marke will er auch in diesem Jahr definitiv knacken. „Mindestens will ich die Norm für die deutschen Meisterschaften in Nürnberg werfen, ich sehe ja, was ich im Training leisten kann“, sagt der Neu-Sindelfinger. Denn trotz vieler Jahre als Speerwerfer, vom Alter merkt Esenwein noch nicht viel. „Die Kraftleistungen halten sich gut, nur die Sprintleistungen werden natürlich etwas schwächer. Es ist aber überraschend, wie lange man sich halten kann“, sagt der 47-Jährige. Und so denkt Peter Esenwein noch lange nicht ans Aufhören. „Ich habe einfach zu viel Spaß dabei, es ist toll Wettkämpfe zu bestreiten, aber es ist klar: Mein Anspruch muss sein, mindestens bei den deutschen Meisterschaften zu werfen.“

Auch dieser Leistungsanspruch hat ihn zum VfL Sindelfingen geführt. „Ich brauche einfach dieses Leistungssportumfeld und will bei deutschen Meisterschaften nicht alleine am Frühstückstisch sitzen. Außerdem fühlt man sich doch besser aufgehoben, wenn bei Wettkämpfen Vereinskameraden auf der Tribüne sitzen und anfeuern“, sagt Peter Esenwein, der sich nebenbei als Athletiktrainer um den Handball-Nachwuchs von Frisch auf Göppingen kümmert. Er selbst hat keinen Trainer, sondern coacht sich seit vielen Jahren selbst. „Ich habe ein gutes Gespür für den Wurf selber und arbeite viel mit Videoaufnahmen“, sagt Esenwein, der auch ganz genau seinen Schwachpunkt kennt. „Ich muss meinen Stemmschritt kürzer und aktiver setzen und mit stabilerem Stemmbein werfen. Dieses Problem habe ich eigentlich schon immer. In manchen Jahren klappt es besser, in manchen weniger gut.“

Peter Esenwein ist ein Athlet, der in den vielen Jahren seiner Speerwurfkarriere schon so einige Höhen und Tiefen erlebt hat. Geblieben ist dem Sindelfinger Neuzugang aber die Faszination für seinen Sport. „Es ist einfach diese Komplexität, die das Speerwerfen so einzigartig macht. Und wenn man den Speer richtig gut trifft, ist das ein tolles Gefühl, erzählt Esenwein. Und genau deswegen wird der Neu-Sindelfinger auch in diesem Jahr immer wieder zum Speer greifen.

Presse | Leichtathletik | 08.12.2014

Erfolgreiche Sportler präsentiert und Neuzugänge vorgestellt

Rückblick und Vorausschau prägten den Jahresabschluss der Leichtathletikabteilung des VfL Sindelfingen. Erfolge wie EM-Teilnahme von Hürdensprinterin Nadine Hildebrand präsentierten Abteilungsleiter Markus Graßmann und sein Team Mitgliedern, Freunden und Gästen.

Neben Nadine Hildebrand, 2014 deutsche Meisterin unter dem Hallendach und im Freien, die mit 12,71 Sekunden zudem einen neuen württembergischen Rekord über 100 Meter Hürden markierte, glänzten weitere Athleten mit DM-Medaillen. Allen voran Kugelstoßer Tobias Dahm mit Silber drinnen und Bronze draußen. Dazu kamen Florian Gaul und Martina Schultze mit Stabhoch-Edelmetall in den gleichen Farben. Im Nachwuchsbereich überzeugte U18-Diskuswerfer Eric Bundschuh mit Bronze bei den deutschen Jugendmeisterschaften. Ebenfalls Dritte wurden die blau-weißen Staffelfrauen über 4 x 100 Meter in der Besetzung Eva Baur, Sabrina Lindenmayer, Ida Mayer und Tamara Seer. Nicht zu vergessen die Sindelfinger Senioren, von denen insbesondere Reinhard Michelchen einmal mehr auch international fast ein halbes Dutzend Mal auf dem Siegertreppchen stand und damit den Namen des Vereins hinaus in die ganze Welt trug.

Einigen wenigen Abgängen wie Victoria von Eynatten (Stabhoch) oder der ehemalige deutsche Vizemeister im Dreisprung, Matthias Uhrig, stehen auch in diesem Jahr eine stattliche Anzahl von Neuzugängen gegenüber. So der Leonberger Leo Lohre, der bislang das Trikot des LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg trug. "Ich möchte meine Bestleistung von 5,41 Meter angreifen", verriet der 24-jährige Stabhochspringer. Vom gleichen Verein kommt der fast doppelt so alte Speerwerfer Peter Esenwein. Mit 87,20 Meter Landesrekordhalter, will der Oldie auch im reiferen Alter im kommenden Jahr noch einmal den Sprung zu den nationalen Titelkämpfen der Aktiven schaffen. Die dafür notwendigen 71,50 Meter und mehr sind auch das Ziel von Disziplinkollege Matthias Treff, bisher Hallesche Leichtathletikfreunde. Die Sindelfinger Sprintfraktion möchten mit guten Leistungen Deborah Hufschmidt (bisher TSG Weinheim) und John Henry Tate (VfB Stuttgart) verstärken, im Zehnkampf visiert Jan Schenk (TuS Metzingen) die 7000-Punkte-Marke an. Der Willkommensgruß von Markus Graßmann und seinen Mitstreitern richtete sich aber auch an die Athletinnen und Athleten, die mit weniger Ambitionen nur einfach viel Spaß am gemeinsamen Sporttreiben und an der Geselligkeit haben. Die wurde auch am Samstagabend noch einige Stunden lang ausgiebig gepflegt.

Presse | Leichtathletik | 26.11.2014

Die Wohngemeinschaft der starken Männer

Der VfL Sindelfingen hat mit den beiden Neuzugängen Maik Merle und Jan Schenk nun eine schlagkräftige Mehrkämpfer-Truppe zusammen

Von Saskia Drechsel

Gemeinsam wird trainiert, gegenseitig unterstützt man sich bei Wettkämpfen. Das große Ziel eine Zehnkampf-Mannschaft bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften zu stellen verfehlten die VfL-Athleten aber im Sommer diesen Jahres. Zu viele verletzungsbedingte Ausfälle waren zu verkraften. Nun hat sich bei den blau-weißen Königen der Athleten einiges getan. Zwei starke Neuzugänge haben das Team verstärkt, in die kommende Wettkampfsaison startet Sindelfingen mit einer großen Mehrkampftruppe.

Maik Merle und Jan Schenk sind zu den Zehnkämpfern um Trainer Jan Gans gestoßen, der langzeitverletzte Manuel Retzbach ist wieder fit. Nachwuchs-Athlet Leon Bühler rückt in die Männerklasse beziehungsweise Juniorenklasse auf und Christoph Ewinger und Johannes Carl stecken ebenfalls mitten in der Vorbereitung auf die kommende Wettkampfsaison. In den Startlöchern stehen außerdem die beiden Nachwuchsathleten Nico Hamann und Niklas Burkhardt.

„Wir haben gerade das stärkste Zehnkampfteam seit Langem und durch unsere beiden Neuzugänge ist unsere Mannschaft qualitativ noch einmal kräftig gewachsen“, sagt Trainer Jan Gans. Mit Jan Schenk gewinnt der VfL Sindelfingen einen Mehrkämpfer aus Metzingen dazu, der bislang eine Bestleistung von 7067 Punkten aufgestellt hat und im Jahr 2011 für die deutsche Jugend-Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften in Lille am Start war.

Seitdem kam Schenk nicht mehr an seine Bestmarke heran und hatte mit einigen Verletzungen zu kämpfen. Zuletzt absolvierte er im vergangenen Jahr einen Zehnkampf. Nun will Jan Schenk einen Neuanfang starten. Gemeinsam mit Sebastian Neumann und Simon Bayer hat er eine Wohngemeinschaft in Stuttgart gegründet, gemeinsam geht es fast täglich zum Training. „Durch den Wechsel habe ich neue Motivation nochmal anzugreifen, in einem neuen Umfeld und einer Gruppe mit vielen erfolgreichen Athleten“, sagt Schenk.

Die VfL-Mannschaft und auch der Glaspalast sollen dazu beitragen, dass der 20-Jährige im kommenden Jahr wieder erfolgreich ist. „Die Möglichkeit den Winter über im Glaspalast zu trainieren ist für mich neu, da ich bis jetzt in Metzingen keine Halle mit Bahn zur Verfügung hatte. Ebenso hoffe ich auf neue Trainingsreize durch meine neuen Trainer und die Trainingsgruppe.“

Zurzeit legen die Mehrkämpfer der Blau-Weißen die Grundlagen für starke Wettkämpfe. „Jan ist gut ins Training eingestiegen und baut auf seine gute körperliche Verfassung auf“, sagt Trainer Jan Gans über den Neuzugang.

Der will 2015 endlich seine fast vier Jahre alte Bestleistung verbessern und liebäugelt mit einer Medaille in der Juniorenklasse bei den nationalen Mehrkampfmeisterschaften. „Am Wichtigsten ist es mir aber, verletzungsfrei durch die Saison zu kommen und wieder voll trainieren zu können. Ohne Verletzungen kommt der Erfolg alleine“, sagt Schenk. Auch Maik Merle kann die Mannschaft verstärken und hat noch reichlich Entwicklungspotenzial. Der 21-Jährige hat erst vor vier Jahren mit der Leichtathletik begonnen und konnte sich seitdem im Zehnkampf auf 6300 Punkte steigern.

Der Sportstudent lernt seit dem letzten Jahr an der Universität Stuttgart und absolvierte deswegen zwei Trainingseinheiten pro Woche unter den Fittichen von Ralph Grolig in Sindelfingen. Nun hat der ehemalige Athlet der LG Steinlach einen kompletten Wechsel gewagt. „Ich konnte kaum noch bei meinem Heimatverein trainieren, und habe mich deswegen jetzt komplett für den VfL Sindelfingen entschieden“, sagt Merle.

In der vergangenen Saison hatte der Zehnkämpfer kein Glück. Er kämpfte mit einer Nervenreizung im Oberschenkel und absolvierte hauptsächlich Wettkämpfe in den Wurfdisziplinen. Im kommenden Jahr will er aber angreifen. „Am wichtigsten ist es mir, verletzungsfrei zu bleiben. Außerdem will ich bei den deutschen Meisterschaften antreten.“

Auch Manuel Retzbach, seit mehr als einem Jahrzehnt beim VfL Sindelfingen als Athlet aktiv, freut sich über die neuen Teamkollegen und einen Aufschwung, der schon im Training zu spüren ist. „Durch die größere Mannschaft steigt die Qualität. Die Konkurrenz im eigenen Team motiviert jeden Einzelnen in jedem Training das Maximum rauszuholen.“

Trainer Jan Gans ist vom Zusammenhalt seiner Gruppe begeistert. Gemeinsam wird trainiert, auch wenn die Trainer für die einzelnen Disziplinen sehr unterschiedlich sind. Peter Wieser übernimmt das Sprinttraining, Roland Weiler den Stabhochsprung. Die Hürden werden unter Anleitung von Hans Niethammer überquert, das Krafttraining von Helmut Walentin begleitet. Für die Wurf- und Sprungdisziplinen ist Gans selbst zuständig.

„Bei allen Einheiten pushen sich die Jungs gegenseitig. Wir haben vier Sportstudenten in unserem Team und alle profitieren voneinander.“ In der Hallensaison werden die VfL-Athleten lediglich Einzel-Wettkämpfe absolvieren. Spätestens im Frühjahr aber geht die Mehrkampfsaison los, mit einem Höhepunkt: Für die deutschen Mehrkampfmeisterschaften Mitte August will sich jeder der VfL-Athleten qualifizieren. Und neben dem eigenen Wettkampf wollen die Sindelfinger auch im Team überzeugen. Schließlich werden die Leistungen der drei besten Athleten eines Vereins in der Mannschaftswertung zusammengerechnet. Und von einer Medaille mit dem Team träumt jedes Mitglied der gestärkten Sindelfinger Mehrkampftruppe.

Presse | Leichtathletik | 12.11.2014

Der Abschluss einer erfolgreichen Saison

Die Freunde der Sindelfinger Leichtathletik spenden dem VfL 12 500 Euro / Rundes Jubiläum im kommenden Jahr bei der nächsten Martinsgans

Von Saskia Drechsel

Auch bei den Freunden herrschte gute Stimmung, gleich vier neue Mitglieder sind in diesem Jahr zu den Förderern der Leichtathletik gestoßen. Darunter Sindelfinger Athleten, die auch nach vielen Jahren ihrem Sport treu geblieben sind. „Da ist viel Liebe zur Leichtathletik, die nicht erloschen ist“, sagt einer der Gründer der Freunde der Sindelfinger Leichtathletik (FSL), Ernst Gießler. Im kommenden Jahr haben die Freunde der Sindelfinger Leichtathletik dann einen ganz besonderen Grund zum Feiern.

„Im nächsten Jahr werden wir ein Vierteljahrhundert alt, dann werden wir zum 25. Mal einen Spendenscheck übergeben. Wenn man alles zusammenzählt, konnten die Freunde den Leichtathleten dann etwa eine Viertelmillionen zukommen lassen“, sagt Ernst Gießler.

Ein ganz besonderer Programmpunkt beim Martins-Gans-Brunch war ein Rückblick auf die 4x400-Meter-Staffel-Historie des VfL Sindelfingen. Viele ehemalige Erfolgsgaranten der erfolgreichen Viertelmeiler-Staffel waren dem Ruf der Freunde um Herbert Bohr gefolgt und ließen Erinnerungen aufleben. Jörg Vaihinger, Bronzemedaillengewinner mit der deutschen 4x400-Meter-Staffel bei den Olympischen Spielen in Seoul, denkt gerne an erfolgreiche Rennen im blau-weißen Trikot zurück. „Es war immer eine Ehre das Sindelfinger Trikot zu tragen und gerade vor deutschen Meisterschaften zu den schnellsten Vier im Verein zu gehören.“

Auch Stefan Schnabel stand bei vielen deutschen Meisterschaften für den VfL Sindelfingen auf der Rundbahn und gewann mit der Staffel die ein oder andere Medaille. „Unsere Staffel, das war schon etwas ganz Besonderes. Wir waren immer schneller, wie die Summe aller Einzelzeiten, das Team hat uns getragen.“

Fehlen durfte natürlich auch nicht die Ehrung der erfolgreichsten Sindelfinger Athleten dieser Saison. Einen Überraschungscoup bei den deutschen Hallenmeisterschaften landete Florian Gaul, der zu Silber sprang. „Im nächsten Jahr will ich unbedingt die 5,60 Meter springen. Bis jetzt bin ich ganz zuversichtlich“, sagt Gaul.

Auch Martina Schultze konnte mit dem Stab auftrumpfen. Im Ulmer Donaustadion gewann sie die Bronzemedaille bei den deutschen Meisterschaften. Tobias Dahm biss sich in diesem Jahr an der 20-Meter-Marke die Zähne aus, brachte aber trotzdem zwei Medaillen von deutschen Meisterschaften nach Sindelfingen. „Wir arbeiten daran, dass die 20 Meter in der Halle fallen“, sagt Dahm.

Erfolgreichste Sindelfinger Athletin des Jahres ist Nadine Hildebrand. Sie stürmte zu zwei deutschen Meistertiteln und in das Finale der Europameisterschaften in Zürich. „Die Saison war super, aber in den Spitzen nicht ganz so gut, wie es geplant war“, sagt Nadine Hildebrand, die im Finale im Letzigrundstadion gerne etwas schneller unterwegs gewesen wäre.

In der Runde der VfL-Leichtathleten wurden am Sonntag außerdem drei Neuzugänge begrüßt. Stabhochspringer Leo Lohre, der den Konkurrenzkampf der vereinsinternen Stabhochspringerriege anheizen wird. Sprinter John-Henry Tate, der die 4x100-Meter-Staffel verstärken kann.

Und Deborah Hufschmidt, Fünfte der deutschen Meisterschaften 2013 über die 100-Meter-Strecke, die nach einer Verletzung nun wieder voll im Training steht.

„Wir freuen uns über die Neuzugänge und sind gespannt, ob bis Ende November noch jemand den Weg zum VfL Sindelfingen findet“, sagt Abteilungsleiter Markus Graßmann.

Presse | Leichtathletik | 29.10.2014

Der Mehrkämpfer übernimmt Verantwortung

Der 23-jährige Manuel Retzbach ist beim VfL Sindelfingen als Sportler und als Trainer voll gefordert / Sein Motto: „Wer Spaß hat, hat auch Erfolg“

Von Saskia Drechsel

Die Saisonvorbereitung der Leichtathleten des VfL Sindelfingen läuft zurzeit auf Hochtouren. Da sind Athleten und Trainer gefordert. Gleichzeitig mit dem Beginn der anstrengenden Zeit im Herbst hat das VfL-Trainerteam Zuwachs bekommen: Manuel Retzbach ist ein neues Gesicht in der Riege der Sindelfinger Übungsleiter, doch bei den Blau-Weißen bestens bekannt.

Der Mehrkämpfer brachte in den letzten Jahren beinahe jeden Abend im Floschenstadion oder Glaspalast zu, ob beim Hürdensprint, beim Weitsprung oder Stabhochsprung. Nun wechselt er teilweise auf die Trainerseite, wo Retzbachs Aufgaben ähnlich vielfältig erscheinen. Der 23-Jährige hat die komplette Altersklasse U18 übernommen, etwa zehn talentierte Athleten und Athletinnen, die im kommenden Jahr erstmals in der Jugendklasse starten. Dazu kommt noch die Betreuung bei der Jugendklasse, U18 und U20 in den Bereichen Mehrkampf und Sprung und die Aufgabe, die U-18-Staffel männlich zu koordinieren.

Manuel Retzbach bleibt also auch in der Trainerrolle ein echter Mehrkämpfer mit vielen verschiedenen Aufgaben. Der Neu-Trainer selbst freut sich auf die neuen Herausforderungen und kann reichlich Erfahrung in seine Tätigkeit einbringen. Vor drei Jahren begann er ein freiwilliges Soziales Jahr bei der Spvgg Holzgerlingen. Dort übernahm er ein Jahr lang das komplette Training vieler Altersklassen im Turnen und in der Leichtathletik. „Das hat mir viel Spaß gemacht, auch deswegen wollte ich wieder anfangen“, sagt Retzbach.

Inzwischen studiert er bereits im fünften Semester Sportwissenschaften. Den C-Trainer hat der 23-Jährige ebenfalls inne. Durch eine langwierige Verletzung im Vorjahr konnte Retzbach nur einen Zehnkampf absolvieren, hielt sich aber in der Zwischenzeit nicht von der Leichtathletik fern, sondern übte sich als Coach. „Ich habe die Jugend bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften betreut, auch im Zehnkampf-Team coachen wir uns eigentlich immer gegenseitig“, sagt Manuel Retzbach, der durch sein Sportstudium auch im Bereich der Trainingsplanung viel dazugelernt hat.

Nicht zuletzt profitiert der Mehrkämpfer auch von seinen vielen Jahren als Athlet. Mit sieben Jahren begann er beim VfL mit der Leichtathletik. Schon seit sechzehn Jahren ist er damit auf der Rundbahn aktiv und hat schon von vielen Trainern gelernt. Insgesamt waren es dreizehn an der Zahl. „Ich habe vor allem viele motivierende Sprüche mitgenommen und natürlich den Spaß am Sport. Auch wenn ich wegen meiner körperlichen Entwicklung lange nicht mit den anderen mithalten konnte, habe ich trotzdem gemerkt, dass ich vorankomme“, sagt Manuel Retzbach. Das will er weitergeben. „Wer Spaß hat, hat auch Erfolg. Ich will, dass alle wissen, sie trainieren nicht für mich, der Spaß soll nicht zu kurz kommen.“ Deswegen war der Sportstudent sofort Feuer und Flamme als von Vereinsseite angefragt wurde, ob er die U-18-Klasse übernehmen könne. „Ich habe sofort ja gesagt. Ich will weitergeben, was ich selbst erfahren habe.“

Auch selbst findet Retzbach noch genug Zeit für das eigene Training. In bis zu sechs Einheiten pro Woche bereitet er sich auf die Mehrkämpfe in der kommenden Saison vor und hat sich nach zwei Jahren, geprägt von Verletzungen, viel vorgenommen. „Ich will schon lange die 7000 Punkte knacken.“

Bei der Zielsetzung für seine Athleten ist Retzbach da etwas zurückhaltender. Mit der Staffel der männlichen U18 peilt er die Qualifikation für die süddeutschen Meisterschaften an, ansonsten hofft er eine Fünfkampf-Mannschaft stellen zu können. „Die meisten machen am liebsten Weitsprung oder sprinten. Aber ich sehe bei allen das Talent für den Mehrkampf.“

Für den VfL ist Manuel Retzbach eine Idealbesetzung, er ist im Verein groß geworden, ist eng mit den meisten Trainern vernetzt und bringt viel Erfahrung und Fachwissen für die neue Aufgabe mit.

Gerade in Zeiten des Trainermangels ist man froh über Trainernachwuchs „Es ist wirklich super, dass sich Manuel nicht nur als aktiver Athlet, sondern auch als Trainer für unseren Verein engagiert. Damit wird ein neues Kapitel in der jahrzehntelangen Sindelfinger Trainergeschichte aufgeschlagen“, sagt Abteilungsleiter Markus Graßmann.

Presse | Leichtathletik | 15.08.2014

Da haben wohl die Körner gefehlt

Sindelfingens Leichtathletik-Chef Markus Graßmann glaubt, dass sich Hürdensprinterin Nadine Hildebrand insgeheim mehr als EM-Platz sechs erhofft hatte

Von Saskia Drechsel

Die SZ/BZ hat sich mit Markus Graßmann nach der Veranstaltung über das spannende Hürdenfinale, das unterhaltsame Sindelfinger Reiseprogramm und seine persönlichen Wettkampferlebnisse in Zürich unterhalten.

Wie bewerten Sie Nadine Hildebrands Leistung?

Markus Graßmann (Bild: Drechsel/A): „Nach ihren eigenen Erwartungen war der Endkampf das Ziel und das hat sie auch geschafft. Außerdem hat sie in einem Interview gesagt, dass zwischen Platz drei und Platz acht alles möglich ist. Ich würde sagen, mit ihrem sechsten Platz hat sie es genau in die Mitte geschafft. Ich denke aber, dass sie sich insgeheim ein besseres Ergebnis erhofft hatte. Aber so ist das eben im Sport, man kann nicht jedes Mal eine neue Bestleistung erzielen.“

Im Vorlauf war Hildebrand 12,78 Sekunden schnell, im Finale wurden 13,01 Sekunden gestoppt. Woran hat es gefehlt?

Markus Graßmann: „Das kann man nur schwer sagen. Der Vorlauf war stark. Im Finale hatte sie auch einen guten Start, war über die ersten Hürden gut dabei, dann haben ihr aber hintenraus wohl die Körner gefehlt, aber das passiert. Das hat man gerade bei den Sprintern gesehen, an die alle so hohe Erwartungen hatten und die dann reihenweise ausgeschieden sind. Bei der Leistung von Cindy Roleder, die Bronzemedaille gewonnen hat, muss man sagen: Hut ab.“

Habe das Rennen mit dem Fernglas verfolgt

Wie haben Sie denn das Finale erlebt?

Markus Graßmann: „Ich bin gemeinsam mit vielen Sindelfingern in der Kurve, im Zielbereich, nahe dem Diskuswurf gesessen und habe das Hürdenrennen mit dem Fernglas verfolgt. Nach den ersten Hürden habe ich schon gedacht: Das wird heute was, sie kam wirklich gut aus dem Block. Dann hat sich Nadine allerdings einholen lassen.“

Umstritten sind in Zürich die Wettkampforganisation und die Kampfrichterentscheidungen, was gab es da zu bemängeln?

Markus Graßmann: „Die Organisation war teilweise katastrophal. Das kann unser Dieter Locher besser. Beim Speerwurf der Zehnkämpfer war nicht einmal eine Anzeigetafel da. Außerdem war das Netz im Diskuswurf viel zu niedrig, das war richtig gefährlich.“

Neben dem Hürdenlauf gab es am Mittwoch noch weitere Highlights in Zürich. Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Markus Graßmann: „Vor allem der Zehnkampf mit Arthur Abele war toll. Aber auch das Rahmenprogramm, das Herbert Bohr organisiert hat, war super gemacht. Wir hatten einen netten Nachmittag mit reichlich Prominenz. Unsere Truppe hatte viel Spaß. Nur das Wetter hätte besser sein können.“

Mit Arthur Abele hat ein ehemaliger Sindelfinger Athlet als bester Zehnkämpfer den fünften Platz belegt, fiebert man da noch mit?

Markus Graßmman: „Natürlich, wir haben uns immer toll mit ihm und seiner Familie verstanden. Arthur hat einen grandiosen Wettkampf gezeigt und wenn bei der Stabhochsprungentscheidung das Wetter nicht so schlecht gewesen wäre, wer weiß, welcher Platz es dann geworden wäre. Auch auf den 1500 Metern hat er richtig gekämpft. Im Wurfbereich hat er außerdem deutlich zugelegt. Das hat er vielleicht aus seiner Zeit beim VfL Sindelfingen. Toll, dass er sich so rankämpfen konnte, in seiner Zeit beim VfL war er immer verletzt, aber hinterher ist man immer schlauer. Das gilt übrigens auch für Tobias Dahm. Er hätte beim Kugelstoßen in Zürich am Dienstag gut mitmischen können.

Presse | Leichtathletik | 14.08.2014

Medaillenträume geplatzt von Nadine Hildebrand

Platz sechs im EM-Finale über 100 Meter Hürden

Der Traum von einer Medaille bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Zürich ist für Hürdensprinterin Nadine Hildebrand geplatzt. Im Endlauf am späten Mittwochabend reichten 13,01 Sekunden nur zu Platz sechs, die Enttäuschung darüber war der Sindelfingerin deutlich anzumerken. "Die Flugphase vor der Hürde war zu lange, dadurch kam ich nicht recht in Touren, nachdem der Anfang des Rennens noch ganz okay war", meinte sie geknickt.

Gold ging an Tiffany Porter (Großbritannien) in 12,76 Sekunden, die damit ihren ersten internationalen Titel gewann. Silber sicherte sich die hoch eingeschätzte Französin Cindy Billaud (12,79). Die beiden Favoritinnen leisteten sich damit keinen Fehler. Auf Platz drei sprintete Cindy Roleder (12,82), die ihre Chance beim Schopf packte. Die Leipzigerin hatte im Vorfeld auf Gegenwind gehofft. Den Wunsch bekam sie erfüllt, und diesen möglichen Vorteil spielte sie zu ihren Gunsten aus.

Im Vorlauf am Dienstag hatte die deutsche Meisterin Nadine Hildebrand noch Vorlauf gezeigt, dass sie im Letzigrund-Stadion zurecht zu den Medaillenkandidatinnen gehörte. Die Sindelfingerin hinterließ bei ihrem Sieg in 12,78 Sekunden einen hervorragenden Eindruck.

Im Halbfinale zitterte sie dann aber bereits, nachdem sie an den ersten Hürden Probleme hatte und an Schwung verlor. Am Ende blieb der Sindelfingerin in 12,92 Sekunden nur der vierte Platz, der für sie aber als eine von zwei Zeitschnellsten doch fürs Finale reichte, wo sie aber noch einmal neun Hundertstelsekunden langsamer war. Ihre 12,78 Sekunden aus dem Vorlauf hätten im Finale sogar zu Silber gereicht.

Presse | Leichtathletik | 13.08.2014

Nadine Hildebrand zittert sich ins Hürden-Finale der EM

Die Deutsche Meisterin Nadine Hildebrand vom VfL Sindelfingen hat sich gestern Abend im EM-Halbfinale in Zürich über 100 Meter Hürden ins Finale gezittert, das heute um 21.34 Uhr ausgetragen wird. Sie hatte an den ersten Hürden Probleme und verlor so an Schwung. Am Ende blieb der Sindelfingerin in 12,92 Sekunden nur der vierte Platz. Sie musste um ihr Weiterkommen zittern, zog dann aber als eine von zwei Zeitschnellsten doch in das Finale ein. "Der Lauf war nix. Ich hätte gerne nicht so gezittert. Das Ziel war schon, unter die ersten drei zu laufen. Jetzt ging es aber nicht anders. Der Start war eigentlich gut. Ich bin dann aber direkt an der ersten und zweiten Hürde hängen geblieben. Dann fehlt von Anfang an Speed, den man einfach nicht mehr holen kann. Meinen schlechten Lauf bei der EM habe ich jetzt aber weg, es können nur noch gute kommen", ist die junge Anwältin schon wieder optimistisch.

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