Sponsoren

Diese Sponsoren unterstützen derzeit den VfL Sindelfingen.

Informationen zum Sponsorenpool

Kontakte

Geschäftsstelle
Barbara Erath · Schickhardtstr. 37/1 · 71116 Gärtringen
Telefon: 07034/27 02 49 - Fax: 07034/27 02 50
eMail Leichtathletik Geschäftsstelle
Speedy Leichtathletikschule für Schüler/innen bis 13 Jahre
Birgit Hamann
Telefon: 07031/68 67 27 - eMail Leichtathletik Speedy
Training allgemein
Im Winterhalbjahr (November bis März) findet das Training im Glaspalast sowie in verschiedenen Sporthallen statt.
Im Sommerhalbjahr (April bis Oktober) wird im Floschenstadion trainiert.

Presse | Badminton | 27.07.2015

Jugend: Reichlich internationale Erfahrungen für Shiva Dittmar

Shiva Dittmar ist zurzeit die fleißigste, aber auch erfolgreichste junge Badmintonspielerin des VfL Sindelfingen. Neben bis zu vier Trainingseinheiten pro Woche in Verbandskader, Verein und Schule besucht sie fast jedes Wochenende ein anderes Turnier und sammelt nun auch noch reichlich internationale Erfahrung – zuletzt beim Hexencup in Konstanz.

Auf baden-württembergischer Ebene spielt die Elfjährige im Einzel bereits ganz vorne mit. Auch im Mixed und im Doppel lief es zuletzt so gut, dass sie sich die Teilnahme an den im September anstehenden südostdeutschen Ranglistenturnieren verdient hat.

Beim internationalen Hexencup waren insgesamt 150 Spielerinnen und Spieler aus fünf Nationen am Start. In der U13-Einzelkonkurrenz verpasste Shiva Dittmar unter den dreizehn Starterinnen nur knapp das Siegerpodest und wurde Vierte. In ihren fünf Begegnungen war sie auf jeweils eine Vertreterin eines jeden Landes getroffen. Das Auftaktmatch gegen die Österreicherin Johanna Höfle (USBC Raiffeisen Wolfurt) gewann Dittmar noch souverän mit 21:7 und 21:4. Ähnlich deutlich unterlag sie im zweiten Spiel jedoch der späteren Siegerin, der extrem starken Französin Emelie Vercelot vom Club de Badminton Epinal. Dennoch war die Sindelfingerin fürs Viertelfinale qualifiziert, wo sie Gioia Scheiwiller vom BC Uzwil in einem spannenden Match bezwang. Gegen die starke Schweizerin machte die Sindelfingerin kaum Fehler und überzeugte mit sehr viel Spielwitz.

Die Halbfinalgegnerin Sarah Molodet kam aus Bayern vom TSV Neubiberg/Ottobrunn und ist bereits in der deutschen Rangliste etabliert, so dass die deutliche Niederlage kein wirklicher Beinbruch war. Im Spiel um Platz drei traf die Sindelfingerin auf die Italienerin Judith Mair vom ASV Mals, gegen die sie bereits auf dem Turnier im österreichischen Wolfurt verloren hatte. Diesmal fiel die Niederlage gegen die weitaus erfahrenere Südtiroler Meisterin bereits deutlich knapper aus.

Trotz des verpassten Podests war die Sindelfingerin guter Dinge: „Ich finde dieses Turnier einfach cool und freue mit bereits aufs nächste Jahr“. Freuen wird sie sich natürlich auch auf die anstehenden Sommerferien und den zweiwöchigen Familienurlaub. Anschließend stehen bereits die Vorbereitungen für die nächsten Turniere auf dem Trainingsplan und dann geht es wieder zwei Mal pro Woche zum Kadertraining und ins Trainingscamp – aber das macht ja auch in den Ferien viel Spaß.

Presse | Leichtathletik | 22.07.2015

Vom Ersatzmann zum Schlussläufer

Der 18-jährige Sindelfinger Denis Almas feiert bei der EM seine internationale Premiere

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Deniz Almas ist am Wochenende auch international durchgestartet. Der Sprinter des VfL Sindelfingen hat an seinen ersten Europameisterschaften teilgenommen, es war die Meisterschaftspremiere des 18-Jährigen im Nationaltrikot.

Nachdem der Athlet des VfL Sindelfingen am Freitag seinen 18. Geburtstag feierte, kam es für ihn am Sonntag gleich zum nächsten Höhepunkt. Almas war als Ersatzläufer für die deutsche Jugend-Staffel nominiert worden. Doch die beiden Einzelstarter, Lukas Hein und Kai Köllmann, hatten mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Am Samstagabend wurde entschieden: Deniz Almas wird Teil des deutschen Quartetts sein. Im Vorlauf machte er seine Sache gut. Die Übergabe von Alexander Deckert auf Almas klappte wie am Schnürchen, der Sindelfinger Schlussläufer sorgte für den Vorlauf-Sieg in 40,39 Sekunden. Damit zog das Quartett souverän ins Finale ein.

Dort mussten sich die Sprinter aufgrund eines Wechselfehlers aber mit Platz fünf begnügen. Die Staffelholz-Übergabe zwischen Fabian Netzlaff und Alexander Deckert lief nicht reibungslos, Deckert musste abbremsen und verlor an Schwung. Deniz Almas kam erneut als Schlussläufer zum Einsatz und konnte auf der Zielgeraden nur noch den fünften Platz absichern. Die Zeitmessanlage stoppte für die DLV-Staffel bei 40,68 Sekunden.

Presse | Leichtathletik | 06.07.2015

Der VfL besteht in der Hitzschlacht

Die Sportler des VfL Sindelfingen treten mit acht Medaillen in den Taschen die Heimreise von den süddeutschen Meisterschaften in Kaiserslautern an

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Bei der Hitzeschlacht in Kaiserslautern schlugen sich die Leichtathleten des VfL Sindelfingen beachtlich. Gleich acht Medaillen sahnten die Blau-Weißen bei den süddeutschen Meisterschaften der Aktiven und der Jugendlichen der Altersklasse U18 ab.

* * *

Die Laufbahn glühte an beiden Tagen förmlich, Sprinter verbrannten sich, in ihren Startblöcken sitzend, die Finger. In der Sonne bewegten sich die Sportler trotzdem freiwillig und erzielten erstaunlich gute Leistungen.

* * *

Die erste von vier Sindelfinger Goldmedaillen holte am Samstag Sabrina Lindenmayer. Die Hürdensprinterin konnte in dieser Saison noch nicht an ihre Bestzeit vom letzten Jahr anknüpfen. Die fehlende Spritzigkeit ist einer der Knackpunkte, woran das liegt, darüber kann Trainer Werner Späth auch nur rätseln. Auch mit ihrem Vorlauf am Samstagmittag war Lindenmayer nicht zufrieden. Für das 100-Meter-Hürdenfinale qualifizierte sie sich trotzdem nach ihrem Vorlaufsieg. Im Finale klappte alles dann schon deutlich besser. Lindenmayer schaffte eine Saisonbestleistung und war nach 13,45 Sekunden im Ziel. Da konnte keine Konkurrentin dagegen halten. Die Stuttgarterin Bianca Marten wurde recht deutlich auf Platz zwei verwiesen und die Sindelfinger Athletin holte sich zum wiederholten Mal den Titel bei süddeutschen Meisterschaften. „Das Finale war in Ordnung. Das war definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. „Jetzt will ich schauen, was noch geht. Nächste Woche starte ich in der Schweiz und dann kommen auch schon die Deutschen“, so Lindenmayer.

* * *

Drei weitere Meistertitel folgten am Sonntag. Im Kugelstoßen der Männer ging Tobias Dahm als haushoher Favorit in den Wettkampf. Er erzielte im dritten Versuch 19,67 Meter und war in Kaiserslautern nicht zu schlagen. Mit seiner Tagesbestweite schnappte er sich die Goldmedaille.

* * *

Auch Trainingskamerad Michael Salzer durfte sich die Goldmedaille umhängen lassen. Der Diskuswerfer ist nach einer langwierigen Rückenverletzung wieder zurück im Ring und ließ sein Wettkampfgerät am Sonntag auf 55,02 Meter fliegen. Damit sicherte er sich in einer knappen Entscheidung den Meistertitel.

* * *

Für den krönenden Abschluss der Titelkämpfe aus Sindelfinger Sicht waren Joachim Krauth, Patrick Oehler und Bastian Franz zuständig. Sie waren über die 3x1000-Meter-Strecke die schnellsten und nahmen der Konkurrenz aus Schorndorf fast sieben Sekunden ab.

* * *

Für weitere Medaillen wurde auf den Rundbahnen gesorgt. Im 1500-Meter-Rennen stürmte Anna-Karina Becker zur Bestleistung und zum Sieg. Recht langsam war das Rennen gestartet, auf den letzten Metern konnte auch Becker Gas geben und schaffte es auf den dritten Platz. Mit 4:41,74 Minuten durfte sie sich die Bronzemedaille umhängen lassen. „Ich bin ziemlich zufrieden, die Bestzeit hatte ich mir vorgenommen aber bei diesen Temperaturen ist das natürlich nicht einfach“, sagt Becker.

* * *

Silber ging über die 400-Meter-Hürdenstrecke an Yannik Frers. Gerade für die Langhürdenläufer waren die Bedingungen anspruchsvoll und so konnte sich Frers erst später über seine Vizemeisterschaft freuen, zu erschöpft war er im Ziel. In einem couragierten Lauf ging Frers nach zweihundert Metern in die Offensive und lief ein sauberes Rennen. An Quentin Seigel kam Frers nicht vorbei. Hinter dem Offenburger wurden für den Sindelfinger Langhürden-Spezialisten aber sehr gute 53,43 Sekunden gestoppt. „Damit ist Yannik wieder im Bereich seiner Bestzeit gelaufen, ein guter Lauf, die Form stimmt. In Nürnberg will er nun an die 53 Sekunden heranlaufen“, sagt Trainer Sebastian Marcard.

* * *

Lautstark jubelte Peter Esenwein nach seinem fünften Versuch im Speerwurfwettkampf der Männer. Der Sindelfinger Neuzugang ist in dieser Saison noch nicht so richtig in Erscheinung getreten. Er laborierte lange an Ellenbogenbeschwerden, nach der Pause fehlen dem Speerwurf-Routinier die Würfe. Deswegen hatte er es auch in Kaiserslautern nicht einfach. Als Siebter qualifizierte er sich für den Endkampf der besten Acht. Dann gelang ihm ein sauberer Wurf, der auf starke 71,82 Meter flog, pure Erleichterung bei Esenwein, der sich damit die Qualifikation für die deutschen Meisterschaften gesichert hat, die er schon im letzten Jahr knapp verpasste. „Die Würfe fehlen, aber so langsam geht es wieder und heute hab ich eine Idee davon bekommen, wie weit es gehen könnte“, sagt Esenwein.

Presse | Leichtathletik | 30.06.2015

Gaul springt am höchsten von allen

Stabhochspringer Florian Gaul vom VfL Sindelfingen entschied den Wettbewerb beim Meeting in Ingolstadt für sich. 5,40 Meter überquerte außer ihm kein weiterer Teilnehmer. Die neue persönliche Bestleistung von 5,55 versuchte er anschließend noch dreimal vergeblich. Damit scheint der deutsche Hallen-Vizemeister des Jahres 2014 rechtzeitig vor der DM Ende Juli in Nürnberg in Form zu kommen. Bei seinem Erfolg in Ingolstadt profitierte Florian Gaul allerdings davon, dass der vielfache deutsche Meister Malte Mohr (TV Wattenscheid 01), mit 5,91 Metern Stadionrekordhalter, diesmal bereits an seiner Einstiegshöhe von 5,20 scheiterte.

Beim Schönebecker Sole Cup belegte Kugelstoßer Tobias Dahm mit 19,68 Metern Rang zwei hinter dem erneut überragenden Weltmeister David Storl (LAC Erdgas Chemnitz), der mit 21,94 die zweitbeste Leistung seiner Karriere überhaupt erzielte. Eine Punktlandung gab's für 100-Meter-Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer bei den Einlageläufen im Rahmen der U20-Juniorengala in Mannheim. Zweimal erzielte sie mit 13,68 Sekunden exakt die Zeit, die sie auch schon beim Gewinn der baden-württembergischen Meisterschaft Anfang Juni auf die Bahn gebracht hatte. Damit bleibt die 27-Jährige weiterhin Zwölfte der deutschen Rangliste und muss sich noch um einige Zehntelsekunden verbessern, wenn sie den fünften DM-Platz des Vorjahres am 25./26. Juli wiederholen will.

Presse | Leichtathletik | 17.06.2015

Gleich zweimal stehen die Gastgeber ganz oben auf dem Podest

Landesoffene Mannschafts-Teamwettkämpfe des Nachwuchses - U16-Jungs und U12-Mädels des VfL Sindelfingen erfolgreich

Gleich zweimal platzierten sich die Leichtathleten des gastgebenden VfL Sindelfingen ganz vorne bei den landesoffenen Mannschafts-Teamwettkämpfen des Nachwuchses im heimischen Floschenstadion. Erfolgreich waren bei bestem Leichtathletik-Wetter sowohl die blau-weißen U16-Jungs als auch die U12-Mädchen.

Bei den Jungs lagen die Sindelfinger Mark Bachner, Max Behrendt, Lars Böttinger, Adrian Brandmeier, Iago Carreiro Kirsche, Christian Dietrich, Julian Erath, Justus Gaude, Paul Kohler, Manuel Krebs und Thomas Nagel am Ende mit 9427 Punkten deutlich vor dem zweitplatzierten LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg (8885) und der StG Schönbuch-Nord (8476) mit Teilnehmern aus Böblingen, Dagersheim und Holzgerlingen. Eifrigster Punktesammler war Max Behrendt über 80 Meter Hürden, in der 4x100-Meter-Staffel, im Diskuswurf und vor allem im Weitsprung, wo er beachtliche 6,27 Meter in die Grube setzte.

Sehr viel knapper fiel der VfL-Sieg bei den U12-Mädchen aus. Melissa Blum, Julia Bohn, Senta Eissler, Lia Hage, Antonia und Katharina Jörg, Mirka Kempf, Chiara Kienle, Marie Müller, Lea Stefani sowie Rosa Toscano hatten mit 4497 nur wenige Zähler mehr auf dem Konto als Annika Bartelt, Julia Binder, Sonay Canbonara, Letitia Göcke, Sophie Kroll, Seraphina Schaber, Jule Schweikert und Kim Tietze von der Sportvereinigung Holzgerlingen (4461).

Vize wurden die Sindelfinger U12-Jungs (4056), ebenfalls knapp vor der SpVgg Holzgerlingen (4006), beide klar überflügelt vom LAV Stadtwerke Tübingen (4625). Bei den U16-Mädchen ging Platz eins an die StG Schorndorf-Winnenden, beste U14-Mädchen waren die des LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg und bei den gleichaltrigen Jungs war die LG Filstal mit großem Abstand Spitzenmannschaft.

Presse | Leichtathletik | 15.06.2015

Platz fünf für Simon Bayer

Sindelfinger bester Kreisvertreter bei der U23-DM

Der fünfte Rang des Sindelfinger Nachwuchs-Kugelstoßers Simon Bayer war das beste Resultat eines Leichtathleten aus dem Kreis Böblingen bei den Deutschen U23-Meisterschaften am Wochenende in Wetzlar.

Lange lag Bayer mit 17,06 Metern aus Durchgang zwei an sechster Stelle, konnte sich dann aber im sechsten Versuch auf 17,55 und um einen Platz verbessern. Fast genau einen Meter kürzer stieß Vereinskamerad Markus Reichle (16,61), der damit ebenfalls den Endkampf erreichte, aber Achter blieb. Ganz vorne lieferten sich Dennis Lewke (SC Neubrandenburg) und Bodo Göder (SR Yburg Steinbach) ein packendes Duell, das mit 19,22 Metern und nur einem winzigen Zentimeter Vorsprung der Ostdeutsche für sich entschied.

Nicht ins Finale zog ohne den verletzten Johannes Wiesner die Sindelfinger 4x100-Meter-Staffel ein, die mit Jan Schenk, Sebastian Neumann, Deniz Almas und Marvin Tischler in 41,86 Sekunden dennoch Saisonbestleistung lief. Hinter ihren Möglichkeiten zurück blieb im Diskuswurf der Mädchen Johanna Beyerle. 42,55 Meter reichten nur zum letzten Platz unter elf Teilnehmerinnen. Nicht über zwei Meter hinaus kam im Hochsprung Tassilo Hackert vom TSV Eltingen. Bereits bei 1,95 verzeichnete der 21-Jährige einen Fehlversuch, meisterte dann aber die zwei Meter im ersten Durchgang. Aber schon bei 2,04 Meter war Endstation. Acht Zentimeter fehlten zur persönlichen Bestleistung. Das bedeutete Platz sieben im 13-köpfigen Feld. Der Sieg ging mit WLV-Rekord von 2,25 Meter an David Nopper vom LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg. Am Sonntag erreichte der Sindelfinger Yannik Frers in einem von zwei Zeitendläufen über 400 Meter Hürden in 53,13 Sekunden die fünfte Zeit und wurde insgesamt Neunter. Die 4x400-Meter-Staffel fiel verletzungsbedingt aus.

Presse | Leichtathletik | 09.06.2015

Starke Jungs und schnelle Beine

Starke Jungs und schnelle Beine

Zwei gut besetzte Meetings standen am Wochenende auf dem Terminplan der Leichtathleten. Während in Leipzig die Werfer zum Einsatz kamen, waren es in Regensburg die Sprinter und die Springer, die durchstarteten.

In Regensburg zeigte das Sindelfinger Sprintteam um Trainer Sebastian Marcard sein Können. Deutlich unter der 11-Sekunden-Marke blieben Carsten Theurer und Romed Guischard. Die beiden hatten in ihren Vorläufen allerdings mit Gegenwind zu kämpfen und kamen nicht an die erhofften Zeiten heran. Guischard war 10,78 Sekunden schnell. Theurer kam nach 10,95 Sekunden ins Ziel. Sprinter John-Henry Tate musste aufgrund eines Krampfes austrudeln lassen. „Sie brauchen noch ein paar Wettkämpfe, dann fällt auch die Norm für die deutschen Meisterschaften in Nürnberg“, sagt Sebastian Marcard. Deniz Almas blieb mit 10,85 Sekunden unter seiner Bestleistung, schaffte es aber auf Platz sieben im Finale der männlichen Jugend U20.

Gleich drei Sindelfinger Athleten waren im 1500-Meter-Lauf am Start. Bastian Franz hatte schon am vergangenen Wochenende triumphiert, als er bei den baden-württembergischen Meisterschaften in Forst überraschend den Vizemeistertitel gewann. Auch in Regensburg war der Mittelstreckler der Blau-Weißen schnell unterwegs und zeigte, dass er wieder voll da ist auf den kürzeren Läufer-Distanzen. In einem flotten Rennen legte er sich mit dem Regensburger Felix Plinke an. Die beiden machten, dem Feld enteilt, den Sieg unter sich aus. Franz hatte knapp das Nachsehen, durfte über seine starke Zeit von 3:48.28 Minuten aber trotzdem jubeln. Schließlich hat er es schon in seinem zweiten Saisonrennen über diese Distanz geschafft, die Norm für die deutschen Meisterschaften zu knacken. Hinter Franz reihte sich Trainingskamerad Simon Dörflinger auf Rang sieben ein. Er lief 3:56,98 Minuten schnell. Elfter wurde Joachim Krauth mit 3:58,41 Minuten. 19. im 800-Meter-Feld der Frauen wurde Anna Karina Becker mit 2:15,77 Minuten.

In Leipzig beim 20. Werfertag trat der Sindelfinger Tobias Dahm an. Er kratzt noch immer an der 20-Meter-Marke, hat aber abgesehen davon schon einige sehr konstante Wettkämpfe gezeigt. Dahm und der Neubrandenburger Christian Jagusch machten den Wettbewerb unter sich aus. Der Sindelfinger entschied das Duell mit einem weiten Stoß auf 19,72 Meter für sich. Jagusch blieb mit 19,47 Metern der zweite Platz.

Auf Platz sechs landete Simon Bayer, erst in diesem Jahr der Jugendklasse entwachsen. Er erzielte gute 17,01 Meter und durfte sich erneut über einen 17-Meter-Stoß freuen. Dahinter wurde Markus Reichle mit 16,50 Metern Siebter.

Sechster Platz in Leipzig: der Sindelfinger Kugelstoßer Simon Bayer. Bild: Drechsel

Presse | Leichtathletik | 03.06.2015

Glücksgefühle für Johannes Wiesner

Der Sindelfinger Sprinter holt sich bei der baden-württembergischen Meisterschaft den Titel

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Stefan Nagel trainiert seit Jahren konzentriert an seiner Weitsprung-Technik und hat sich immer weiter nach vorne gearbeitet. Bei den baden-württembergischen Meisterschaften in Forst hatte Nagel mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen, löste diese Aufgabe aber bedeutend besser als seine Altersgenossen und siegte. „Es war nicht einfach, besonders der wechselnde Wind hat Probleme gemacht. Ich bin aber recht gut ans Brett gekommen“, sagt Nagel. Er verfehlte seine Bestleistung knapp.

* * *

Simon Bayer schaffte einen weiten Stoß über die 17-Meter-Marke und reihte sich direkt hinter Tobias Dahm ein. „Ich habe mein Training angepasst und an meinen Schwächen gearbeitet. Ich trainiere jetzt wettkampfnäher und habe heute richtig Druck auf die Kugel bekommen. Aber da geht noch einiges“, sagt Simon Bayer.

* * *

„Einfach top, dass ich so schnell war und besonders so früh in der Saison schon solche Zeiten laufe“, sagt Johannes Wiesner. Er siegte über die 100 Meter der Männer. Und der VfL-Sprinter weiß auch warum: Zum ersten Mal seit Langem ist er verletzungsfrei durch den Winter gekommen und konnte die Grundlage für eine erfolgreiche Wettkampfsaison legen. Mit einer Zeit von 10,60 Sekunden hatte er schon vor den Meisterschaften geliebäugelt. „Dabei fand ich meinen Lauf nicht einmal sonderlich gut. Der Start war wirklich mies“, grinst Wiesner. Er hat sich bewusst dafür entschieden bei den Meisterschaften zu starten. Viele seiner Sprinterkollegen sind an diesem Wochenende in Weinheim und nutzen dort die schnelle Bahn. „Hier ist es gemütlicher und ich konnte die anderen ein bisschen ärgern“, sagt Johannes Wiesner.

* * *

Leo Lohre kam im Stabhochsprung nicht über seine Einstiegshöhe von 4,80 Metern hinaus. „Er konnte jetzt zwei Wochen nicht richtig trainieren wegen seinem Heuschnupfen. Durch das Training bei Sebastian Marcard ist er eigentlich deutlich schneller geworden, heute ist er aber wieder in alte Muster zurückgefallen. Die Geschwindigkeit hat heute einfach nicht gepasst“, sagt Trainer Roland Weiler.

* * *

Überraschungsvizemeister über die 1500 Meter: Bastian Franz. In den letzten Jahren hatte er sich auf längere Laufstrecken konzentriert, jetzt ist er wieder zurück auf die Bahn und trumpfte in Forst auf. „Ich wusste, dass ich gut trainiert habe, aber ich hatte heute auch wirklich Glück. Für mich ist es optimal gelaufen“, sagt Franz. Die ersten 1000 Meter des Rennens verliefen sehr langsam, erst 500 Meter vor dem Ziel zog der Nordschwarzwälder Alexander Pütsch an. Franz lief zu dieser Zeit direkt dahinter an der zweiten Stelle und hatte damit die perfekte Ausgangsposition für ein Spurtrennen. „Ich hatte keine Probleme rauszukommen und konnte gleich durchstarten, Marcel hat mich natürlich noch überholt, aber sonst hat es super geklappt“, sagt Franz.

* * *

Beinahe unbemerkt blieb bei den baden-württembergischen in Forst das Hammerwerfen auf dem Nebenplatz. So war auch die Leistung von Antonios Kontos nur den Ergebnislisten zu entnehmen. Der Hammerwerfer des VfL Sindelfingen schaffte mit seinem Wettkampfgerät 48,10 Meter. Der Seniorensportler landete mit dieser Leistung auf dem zweiten Platz und freute sich über Silber. Umso größer war die Freude, weil es sich mit den Meisterschaften um Kontos´ letzten Einsatz bei den Aktiven handelte. Ab sofort will sich der VfL-Athlet auf den Seniorensport konzentrieren.

Presse | Leichtathletik | 27.05.2015

Der VfL Sindelfingen sahnt richtig ab

350 Nachwuchssportler traten beim Staffeltag des SV Nufringen in den Startblock / Zwei Dagersheimer knacken Norm für die württembergische Meisterschaft

Von unserem Mitarbeiter Hans-Jürgen Burgstahler

Auch bei der 34. Ausgabe des Nufringer Staffeltages im Waldstadion gelang es Andreas Surbeck und seinem Team wieder eine stimmungsvolle Veranstaltung auf die Beine zu stellen. „Mit rund 350 Teilnehmern sind wir in dem dicht gedrängten Wettkampfkalender sehr zufrieden“, sagt der Leichtathletik-Chef des SVN.

 

Schon die Altersklasse U12 war über 50 Meter flott unterwegs. In der Altersklasse W11 gewann Seraphina Schaber von der Spvgg Holzgerlingen in starken 7,64 Sekunden vor Senta Eissler vom VfL Sindelfingen in 8,04 Sekunden. Die wurde auch Zweite im Weitsprung mit 3,92 Metern.

Ihrer Vereinskollegin Lia Hage gelang in der Altersklasse W10 mit 3,54 Metern der Sprung auf den obersten Podestplatz. Nicht ganz so schnell waren die Jungs, hier reichten Daniel Kopp vom SV Nufringen 8,19 Sekunden zum Sieg, dicht gefolgt vom ersten VfL-Starter Arne Dümmler, der 8,26 Sekunden benötigte. Kopp war auch im Weitsprung mit 3,91 Metern nicht zu schlagen.

Seinem Vereinskameraden Timo Schnermann gelang beim U14-Jahrgang mit 10,73 Sekunden über 75 Meter und 4,43 Metern im Weitsprung ebenfalls ein Doppelsieg. Hier liefen die VfL-Athleten Carlos Toscano und Felix Krauss zeitgleich mit 11,33 Sekunden auf Rang drei. Krauss sprang mit 4,16 Metern im Weitsprung als Dritter ebenfalls noch aufs Treppchen. Toscano wurde Zweiter im Kugelstoßen, das wieder im Rahmen des kreisweiten Disziplin-Cups ausgetragen wurde. Mit 6,63 Metern musste er nur Toni Zimmermann von der Spvgg Renningen mit 7,25 Metern den Vortritt lassen.

Nur einen Podestplatz gab es für den VfL bei den M13. Benjamin Fischer lief die 75 Meter in 10,04 Sekunden, was Rang zwei einbrachte. Bei den gleichaltrigen Mädchen konnte Pia Kohler mit 10,52 Sekunden über 75 Metern und Rang zwei ihre starke Form untermauern.

Medaillenflut gab es für Sindelfingen in der Altersklasse W12. Über 75 Meter belegten Nika Cvetnic in 10,83 Sekunden und Darja Halawani in 11,15 Sekunden die ersten beiden Plätze. Im Weitsprung waren dies Janine Girmond mit 4,34 Metern und wiederum Darja Halawani mit 4,30 Metern.

Bei den Entscheidungen über 100 Meter mischten die Gastgeber kräftig mit, bei den W15 siegte Anna Sarnowski in 13,33 Sekunden. Der Sieg bei den U18 ging an Rebekka Kalmbach in 13,03 Sekunden. Svenja Dieken sorgte für einen weiteren Sieg der Nufringer. Sie siegte im Weitsprung mit 5,07 Metern. Auch bei der männlichen Jugend U18 blieben die Medaillen in diesen Disziplinen im Waldstadion. Johannes Kästner zeigte mit 11,95 Sekunden über 100 Meter und 6,06 Metern im Weitsprung eine starke Vorstellung.

Riesenstimmung herrscht in Nufringen, wenn der Staffelstab in den Mittelpunkt rückt. So war es auch dieses Mal. Die U10 des VfL ließ sich zu Höchstleistungen inspirieren. Tames Ripke, Silas Wahl, Nikita Specht und Ruben Berretta siegten über 4x50 m in 32,92 Sekunden und ohne Specht auch über 3x800 Meter in 8,59,37 Minuten. Nicht bis ganz nach oben reichte es für die U12 – hier kamen Philipp Eppard, Arne Dümmler, Christian Bohn und Lennart Specht in 31,60 Sekunden als zweite ins Ziel hinter Timo Häusel, Niklas Gruber, Mikko Frommer und Luca Novodomsky von der SV Böblingen, die 30,06 Sekunden benötigten.

Ebenfalls Rang zwei für die VfL-Mädchen. Senta Eissler, Marie Müller, Lia Hage und Antonia Jörg waren in 30,80 Sekunden sogar schneller als ihre Trainingskameraden. Umgekehrte Vorzeichen bei den 3x800 Metern. Hier liefen Philipp Eppard, Christian Bohn und Jannik Zügel nach 8:46,63 Minuten als Vierte ins Ziel, während Melissa Blum, Rosa Toscano und Lia Hage nach 9:21,36 Minuten Platz fünf erliefen.

Nur Medaillenplätze gab es bei den U14. Leider keine Verteidigung des Wanderpokals gab es für die Mädchen über 3x800 Meter, dennoch zeigten Jaqueline Hamann, Hanna Abu Marahiel und Pia Kohler eine überzeugende Leistung und kamen nach 7:58,12 Minuten als Zweite ins Ziel. Auch über 4x75 Meter wurde es Silber nach 40,96 Sekunden für Nika Cvetnic, Darja Halawani, Jaqueline Hamann und Pia Kohler.

Gold holten die Jungs. Benjamin Fischer, Valentin Specht, Paul Specht und Julian Seeger legten mit 39,57 Sekunden eine Klassezeit hin. Spannend wurde es bei den 3x800 Metern. Finn Roller und Valentin Specht brachten Paul Specht ins Rennen, der noch zwei Konkurrenten einholen konnte und nach 7:49,72 Minuten Silber sicherte.

Andernorts konnten sich einige Kreisathleten über ihre Qualifikationsnormen für die württembergischen Mehrkampfmeisterschaften freuen. In Bernhausen schaffte dies Luca Jakob vom TSV Dagersheim mit 4409 Punkten im Neunkampf souverän, bei den gleichaltrigen Mädchen W14 konnte sich seine Vereinskameradin Julia Pusskeiler mit 1906 Punkten im Vierkampf ebenso über die Norm freuen wie VfL-Athletin Susanne Ernst mit 1872 Punkten.

Sogar die Norm für die deutschen Meisterschaften im Block-Mehrkampf erreichte Max Behrendt. Der D-Kader-Athlet des VfL entschied in Büchenbronn die Schülerklasse U16 im Blockwurf für sich und erzielte dabei 2999 Punkte.

Presse | Leichtathletik | 20.05.2015

Der Rekordlauf des Deniz Almas

Die 15 Athleten des VfL Sindelfingen trumpfen bei den deutschen Jugend-Mannschaftsmeisterschaften groß auf

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Als Mannschaft nicht zu schlagen: Die Sindelfinger Leichtathleten landeten am Samstag bei den deutschen Jugend-Mannschaftsmeisterschaften in Ludwigsburg ganz vorne.

Mit 15 Startern boten die Blau-Weißen alle zur Verfügung stehenden Athleten auf. Dennoch reichte es nur zu einem Start in der zweiten Gruppe, der mit weniger zu bestreitenden Wettbewerben. Zwei Mehrkämpfer hatten kurzfristig abgesagt, damit konnten Stabhochsprung und Hürdenlauf nicht besetzt werden.

Doch ansonsten lief für die Sindelfinger alles rund. Sie traten gegen die Startgemeinschaft Eltingen/Renningen, die LG Filstal und die Unterländer LG an. Am Ende lag der VfL Sindelfingen mit mehr als 200 Punkten vor den Eltingern und Renningern.

Die Blau-Weißen überzeugten mit zahlreichen starken Einzelleistungen. Allen voran die Sprintleistung von Deniz Almas. Der Sindelfinger war in seinem zweiten Saisonrennen über die 100-Meter-Strecke unterwegs. Schon bei den Kreismeisterschaften in Sindelfingen hatte er mit einer flotten Zeit geglänzt, dass aber noch solch eine Steigerung möglich war, hätte selbst Trainer Peter Wiesner nicht geglaubt.

Almas pulverisierte seine Bestzeit und rannte in Ludwigsburg 10,74 Sekunden schnell, nicht einmal von einer Rückenwind-Unterstützung hatte er profitiert. „Das war eine herausragende Leistung. So früh hätte ich das nicht von ihm erwartet. Eine ganz starke Bestleistung“, sagt Trainer Peter Wiesner.

Auch Marvin Tischler lies sich nicht lumpen und steuerte mit seinen 11,17 Sekunden wichtige Punkte zum Sieg bei. Im Anschluss zeigte er gemeinsam mit Luis Haidt einen starken 400-Meter-Lauf. „Die beiden haben sich voll reingehauen und waren danach richtig platt“, so Wiesner. Tischler war 51,54, Haidt 51,69 Sekunden schnell.

Über die 800-Meter-Strecke liefen Julian Müller und Konrad Schönberger zu neuen Bestzeiten. Müller siegt mit 2:00,01 Minuten, dahinter lief Schönberger 2:04,51 Minuten schnell.

Auch im Staffelrennen siegten die Sindelfinger überlegen in 43,47 Sekunden in der Besetzung Almas, Haidt, Tischler und Lukas Wiesner. Im Hochsprung-Wettkampf überquerte Aleksandar Gacic 1,76 Meter und blieb unter seinen Möglichkeiten. Im Weitsprung kamen Simon Brachmann auf 5,49 und Luke Roy auf 5,39 Meter.

Einen Sieg gab es im Kugelstoßen und im Diskuswerfen durch den angeschlagenen Lukas Wiesner. Trotz Schulterproblemen stieß er 13,13 Meter und warf die 1,75 Kilogramm schwere Scheibe auf 38,11 Meter. „Die Jungs haben alles gegeben. Wir sind als geschlossene Mannschaft aufgetreten und haben viel Spaß gehabt“, sagt Peter Wiesner.

Presse | Leichtathletik | 25.03.2015

Die ganz besondere Talent-Sichtung

Beim Speedy Cup im Sindelfinger Glaspalast zeigten die Grundschüler, wie schnell sie sind / Die Johannes-Widmann-Schule sichert sich den Gesamtsieg

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Die schnellsten Schüler Sindelfingens sind ein quirliger Haufen. Sie rennen im Glaspalast herum, turnen auf der Hochsprungmatte und wollen kaum still sitzen. Doch das müssen sie zum Glück auch nicht allzu lange. Beim Speedy-Cup 2015 sind alle gefordert.

In zwei Disziplinen messen sich die Grundschüler. Zuerst müssen die jungen Sportler als Einzelkämpfer alles geben. In der Sindelfinger Leichtathletikhalle ist alles für den großen Wettkampf aufgebaut. Die Zeitmessanlage steht im Ziel bereit. Fünfzig Meter davor stehen neun Startblöcke in Reih und Glied.

Der Speedy-Cup beginnt mit einem stimmungsvollen Einmarsch der neun Schulen, jede hat ein eigenes Schild gebastelt, viele Schüler tragen das Mannschaftstrikot ihrer Schule und sind mächtig aufgeregt, als es angeführt vom Jugendblasorchester Sindelfingen in den Glaspalast geht. Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer gibt, gemeinsam mit Eberhard Elsässer, Inhaber der Firma Elektro Elsässer, Martin Lenz, Filialdirektor Sindelfingen der Vereinigten Volksbank, und Dr. Joachim Schmidt, Vorsitzender der Bürgerstiftung Sindelfingen, den Startschuss zur Veranstaltung.

Doch bevor sich die Grundschüler messen dürfen, steht ein Aufwärmprogramm an. Trainer und Athleten des VfL Sindelfingen übernehmen jeweils eine Schule. Pro Sindelfinger Grundschule sind zehn Kinder mit dabei. Aus den Klassenstufen eins bis vier jeweils das schnellste Mädchen und der schnellste Junge, dazu zwei Ersatzläufer des Jahrgangs 2007. Das macht 72 Schüler, die gewertet werden, und insgesamt 90 junge Sportlerinnen und Sportler.

Olympiateilnehmerin Birgit Hamann hat gemeinsam mit Ruth Rudisile schon im Vorfeld ganze Arbeit geleistet. Sie haben alle neun Sindelfinger Grundschulen besucht und zur Talentschau rund 2000 Grundschüler auf ihre Schnelligkeit getestet. Zu diesem Zweck wurden die Sprintzeiten über die Dreißig-Meter-Strecke gemessen. „Jeder, der sich also für den Speedy-Cup qualifiziert hat, kann mächtig stolz auf sich sein. Deswegen gab es heute auch keine Verlierer, denn jeder Teilnehmer ist ja schon Schnellster seiner Schule“, sagt Hamann.

Nach dem Aufwärmen stand ein kleines Startblocktraining auf dem Programm. Schließlich sind die wenigsten Grundschüler bis jetzt in den Kontakt mit Startblöcken gekommen. Viel Wissen kann hier Sabrina Lindenmayer weitergeben. Sie zeigte den Nachwuchssportlern der Grundschule im Eichholz die richtige Technik, die sie selbst schon zum Erfolg geführt hat. Lindenmayer schaffte es erst vor wenigen Wochen bei den deutschen Hallenmeisterschaften auf den Bronzerang im Hürdenlauf.

Dann werden auch die lebhaftesten Schüler still, denn jetzt geht es los mit den Einzelrennen. Es beginnen die Jüngsten: die Erstklässler der neun Grundschulen. Den Sieg trägt Aaron Dosoo davon, als Vierter kommt Levent Özturk ins Ziel. Er besucht die 1b der Sommerhofen-Schule. „Das hat echt Spaß gemacht gegen die anderen zu rennen. Ich habe das nicht trainiert und mache nur Schulsport“, sagt der schnelle Erstklässler.

Für die schnellste Zeit des Tages bei den Mädchen sorgt Florina Mazhiqi von der Grundschule Gartenstraße. Bei 8,34 Sekunden blieb die Zeitmessanlage stehen.

Der schnellste Junge des Speedy-Cups ist Lennart Specht von der Johannes-Widmann-Schule Maichingen, er war nach 8,11 Sekunden im Ziel.

Die Sieger jeder Altersklasse bekommen nun einen großen Pokal, die drei Erstplatzierten außerdem einen Gutschein für die Firma Elektro Elsässer. Besonders laut wird beim Sprintsieg von Eucheria Lenson gejubelt. Die Achtjährige von der Goldbergschule hat gleich ihre ganze Familie im Schlepptau und strahlt vom Siegerpodest herunter. „Schnell laufen macht richtig Spaß, da kann man seine Wut rauslassen. Ich bin bei Speedy und habe schon gelernt aus dem Startblock zu laufen und ich mache noch Gymnastik“, sagt Eucheria Lenson.

Weiter geht es mit dem Staffellauf. Hier treten die Sportler schulenweise über 8x40 Meter an. Nach dem Startschuss hallen laute Anfeuerungsrufe durch den Glaspalast. Schon ist der Startläufer der Grundschule Hinterweil bei der Stange angekommen, sprintet einmal herum und läuft so schnell er kann zu seinen Mitschülern.

Dann wird das Staffelholz übergeben und die Nächste ist an der Reihe. Sind alle acht Schüler wieder im Ziel, wird gestoppt. Den ersten Lauf hat die Grundschule Gartenstraße gewonnen. Weiter geht es mit dem Rennen Nummer zwei. Hier hat die Johannes-Widmann-Schule Maichingen deutlich die Nase vorne.

Anschließend wird es noch einmal spannend: Die Ergebnisse werden ausgewertet, die Schulsieger ermittelt. Einzelergebnisse und das Staffelrennen zählen hier zusammen.

Am Ende steht fest: Die Johannes-Widmann-Schule sichert sich in diesem Jahr im Alleingang den Gesamtsieg und erhält den 150-Euro-Gutschein der Vereinigten Volksbank für Sportgeräte. 2014 musste sie das Siegerpodest noch mit der Grundschule Darmsheim teilen.

„Das war heute eine tolle Veranstaltung. Wir werden immer besser, alles ist glatt gelaufen und das ein oder andere Talent habe ich auch gesehen“, sagt Birgit Hamann. Dieter Gauger, Ehren-Abteilungsleiter des VfL Sindelfingen, freut sich schon auf einige talentierte Neuzugänge in den Reihen der Blau-Weißen. „Ich hoffe, wir haben heute einige Kinder für die Leichtathletik begeistern können. Die Schnelligkeit ist die wichtigste Voraussetzung in einer Disziplin gut zu werden und ich habe heute viele schnelle Kinder gesehen.“

Presse | Leichtathletik | 09.03.2015

Der Paukenschlag von Tobias Dahm

Der Sindelfinger Kugelstoßer belegt bei seiner Europameisterschafts-Premiere in Prag im Finale den achten Platz

Von Saskia Drechsel

Damit hatte der 27-Jährige selbst nicht so wirklich gerechnet. Doch im Vorkampf der Männer lief am Donnerstagabend tatsächlich alles nach Plan. Bei den deutschen Meisterschaften war Tobias Dahm auf einem guten zweiten Platz gelandet, doch der Sindelfinger haderte mit sich und seinem letzten Versuch. Den Vizemeistertitel gewann er mit 19,61 Metern, doch in seinen letzten Durchgang hatte er alles gelegt. Die Kugel flog so weit wie noch nie unter dem Hallendach, doch Dahm konnte sich nicht im Ring halten, fiel über den Balken, sein Versuch wurde ungültig gewertet.

Und so gab er vor den Europameisterschaften das klare Ziel aus. „Ich will so einen Stoß, wie den letzten bei den Deutschen schaffen und halten.“ Im Vorkampf der Kugelstoßer in Prag traf Dahm auf 31 Athleten. Doch der Sindelfinger ließ sich von der Konkurrenz nicht einschüchtern und setzte gleich im ersten Durchgang ein Ausrufezeichen.

Wie schon so oft war der Kugelstoßer in dem ersten Durchgang eines Wettkampfes hoch konzentriert. Auf seinen Versuch folgte ein langer Schrei, denn auch der Athlet merkte: Das war ein weiter Stoß. Gemessen wurden schließlich 19,97 Meter. Damit hatte Tobias Dahm nicht nur eine neue Bestleistung erzielt, nach dem ersten Durchgang lag er außerdem auf Platz sechs in der Gesamtwertung. Nach langem Warten dann der zweite Versuch, Dahm hatte die 20 Meter vor Augen, wollte es endlich über die magische Marke schaffen und setzte erneut einen starken Stoß. Doch wie in Karlsruhe verlor er auch in Prag das Gleichgewicht, berührte den Boden außerhalb des Rings und machte so seinen Stoß ungültig.

Inzwischen hatten noch zwei weitere Konkurrenten weiter gestoßen und den Sindelfinger mit ihrem Ergebnis überboten. Dahm war auf den achten Platz abgerutscht. Dann begann eine Dreiviertelstunde des Zitterns und Wartens. Dahm wollte unbedingt ins Finale, es waren aber viele starke Stoßer mit ihrem dritten Versuch erst noch an der Reihe. „Die letzten 45 Minuten waren sehr anspannend. Es hätten noch einige weiter stoßen können“, so Dahm.

Der 27-Jährige musste zusehen, konnte nicht mehr in den Wettkampf eingreifen und bemerkte: Einer nach dem anderen der Konkurrenten schied aus, keiner kam an die scheinbar in Stein gemeißelte Weite Dahms heran. Beim weiten Stoß des Bulgaren Georgi Ivanov sahen schon viele die Finalchance des Sindelfingers schwinden, doch es wurden zwei Zentimeter zu wenig gemessen.

Als Letzter trat der Tscheche Tomá Stanek in den Ring. „Ich habe nicht hingeschaut bei seinem Versuch“, gesteht Dahm. Doch auch der letzte Versuch Staneks wurde ungültig gegeben. „Das war gut für mich“, konnte es VfL-Athlet Dahm noch gar nicht richtig glauben. „Ich bin zufrieden. Ich war als 22. oder 23. gemeldet. Jetzt bin ich als Achter im Finale“, sagt Dahm, der seinen Konkurrenten mehr zugetraut hätte, etliche schieden ohne einen gültigen oder guten Versuch aus. „Beim Einstoßen hat man schon gesehen, dass man als Drehstoßer weit stoßen kann. Aber man muss den Versuch auch halten.“

Dahm selbst hatte im Wettkampf keine Probleme mit den Gegebenheiten. „Ich fand den Ring ganz gut. Man musste das linke Bein sauber setzen, sonst war es relativ glatt.“ Auch für das Finale am Folgetag hatte Dahm schon ein klares Ziel: „Wer 19,97 Meter stehen hat, der will 20 Meter stoßen.“ Doch am Freitagabend musste Dahm dem spannenden Wettkampf am Vortag Tribut zollen. Sein Ziel, die 20-Meter-Marke zu knacken, erreichte der 27-Jährige nicht. Dahm gelang dennoch ein guter Abschluss. Seine Tagesbestweite erzielte er erneut im ersten Versuch. Bei 19,58 Metern landete die 7,26-Kilogramm-Kugel. Es folgten weitere drei Stöße über die 19-Meter-Marke, doch der Sindelfinger konnte sich nicht weiter steigern.

Während David Storl mit 21,23 Metern seinen ersten Hallen-Europameistertitel feierte, war Dahm mit seinem achten Platz zufrieden. Auch wenn sich der Top-Athlet etwas mehr erhofft hatte. „Leider lief es heute nicht so, wie ich es gern gehabt hätte. Aber das ist auch für mich ein bisschen nachvollziehbar nach den 45 Minuten Anspannung, ob ich nun weiter bin oder nicht“, sagt Dahm.

Nun steht für ihn erst einmal eine kleine Trainingspause an, dann geht es weiter mit der Vorbereitung für die Freiluftsaison. „Ich will im Aufbau für den Sommer voll ran klotzen, dass endlich diese 20 Meter fallen“, so der EM-Achte von Prag.

Presse | Leichtathletik | 09.03.2015

Mit einem Urschrei auf den achten Platz

Kugelstoßer Tobias Dahm vom VfL Sindelfingen schafft es bei der Hallen-EM ins Finale

VON HOLGER SCHMIDT

Damit war im Vorfeld wirklich nicht zu rechnen. Kugelstoßer Tobias Dahm vom VfL Sindelfingen belegte bei der Leichtathletik-Hallen-EM in der tschechischen Hauptstadt Prag den achten Platz. Der Sieg ging mit 21,23 Metern an seinen wieder einmal unangefochtenen Kollegen David Storl aus Leipzig.

Mit 19,58 war Tobias Dahm zwar der einzige der acht Finalisten, der nicht die 20 Meter übertraf. Doch allein schon der Finaleinzug war ein toller Erfolg für den Schwaben. Und vor allem die Art und Weise, wie der 27-Jährige dies bewerkstelligte. Gleich im ersten Versuch flog seine Kugel von einem mächtigen Urschrei beflügelt so weit wie noch nie. Mit 19,97 Metern übertraf er seine eigene Hallenbestleistung um über 30 Zentimeter und blieb sogar um einen Zentimeter über seiner schon zweimal erzielten Marke im Freien. "Beim Einstoßen hat man schon gesehen, dass man als Drehstoßer weit stoßen kann. Aber man muss den Versuch auch halten. Ich fand den Ring ganz gut", analysierte Dahm. Und fügte hinzu: "Man musste das linke Bein sauber setzen, sonst ist es relativ glatt." Er ließ einen ungültigen und einen 19,50-Meter-Stoß folgen und rangierte an achter Position. Beim Rest des Wettkampfes hieß es warten. "Ich habe manchmal gar nicht hingeschaut", verriet er hinterher. "Die letzten 45 Minuten waren sehr anspannend." Doch reihenweise scheiterten die Großen der Zunft. Sechs Athleten blieben sogar ganz ohne gültige Weite. Und nach weit über zwei Stunden war klar: Tobias Dahm schaffte die Qualifikation für den Endkampf und gehört zu den acht besten Athleten seiner Disziplin in diesem Jahr unter dem europäischen Hallendach.

Doch am Freitagabend, an dem es eigentlich endlich über 20 Meter gehen sollte, war irgendwie die Luft raus. Zwar hatte auch David Storl einige Anlaufschwierigkeiten, doch der zweifache Weltmeister konnte sich von unter 21 Metern erst auf 21,12 und dann im letzten Durchgang auf die Goldweite steigern. Nicht so Tobias Dahm. 19,58 aus Versuch eins bedeuteten diesmal das Ende der Fahnenstange: "Das Finale lief nicht so wie erhofft. Ich habe von rechts keinen Druck bekommen. Mein rechtes Bein wollte nicht so, wie ich wollte. Das war das Problem."

Dass es im Finale nicht so lief wie erhofft, ist kein Grund zur Traurigkeit

Für ihn dennoch kein Grund zur Traurigkeit. Das Positive überwog eindeutig bei seiner ersten Hallen-EM-Teilnahme. "Ich war als 22. oder 23. gemeldet - jetzt war ich als Achter im Finale", meinte er. Und blickte auch gleich nach vorne: "Wer 19,97 Meter stehen hat, der will jetzt 20 Meter stoßen." Nachdem es in Prag noch nicht ganz geklappt hat, soll die magische Marke im Sommer fallen. Die weiteren Hallen-EM-Medaillen hinter David Storl holten Titelverteidiger Asmir Kolasinac aus Serbien mit 20,90 und der tschechische Lokalmatador Ladislav Prasil mit 20,66 Metern.

Presse | Leichtathletik | 03.03.2015

Ich gebe alles und arbeite an mir

Der 19-jährige Gambier Wandifa Sanneh hat Asyl beantragt und hofft auf ein Startrecht für den VfL Sindelfingen

Von Saskia Drechsel

Über seinen Weg von Gambia nach Deutschland ist nur wenig bekannt. Fakt ist, dass Sanneh zurzeit im Asylbewerberheim Balingen wohnt und Antrag auf Asyl gestellt hat. Eine Betreuerin erfuhr von der Leidenschaft des Sportlers und kontaktierte Vereine im Umfeld. Der VfL Sindelfingen erklärte sich schnell bereit, den Asylbewerber bei sich aufzunehmen.

Nun fährt Sanneh dreimal in der Woche mit der Bahn von Balingen nach Tübingen, dort wird er von Mitgliedern des VfL-Sprintteams weiter in den Glaspalast mitgenommen. Drei weitere Male trainiert er in einem Stadion in Balingen ohne Trainer. „Für ihn ist das Training ein Ausbruch aus dem Alltag. Der Sport ist das, was er besonders gut kann und zumindest das kann er nun ausleben“, sagt VfL-Trainer Sebastian Marcard.

Wandifa Sanneh ist ehrgeizig, der junge Mann geht neben dem Training täglich zur Schule, spricht gut Englisch und ist gerade dabei Deutsch zu lernen. Vor zwei Wochen ist Wandifa 19 Jahre alt geworden, seine gesamte Familie hat er in Gambia zurückgelassen. „Der Sport ist für ihn ein Ausgleich und gibt ihm Halt und ein gewisses Selbstwertgefühl“, weiß Trainer Marcard.

Der VfL-Coach setzt sich für Wandifa Sanneh ein und freut sich, dass der Gambier so positiv in der Trainingsgruppe aufgenommen wurde. „Er passt super in unsere Gruppe und es macht viel Spaß mit ihm zu trainieren.“ Von John-Henry Tate, der ebenfalls afrikanische Wurzeln hat, wurde Sanneh mit Spikes und Turnschuhen ausgestattet. Und auch sonst sorgt man sich um den Asylbewerber aus dem fernen Westafrika. Einmal in der Woche bekommt er einen zusätzlichen Korb mit Essen von Sebastian Marcard. „Sanneh hat nicht viel Geld zur Verfügung, er hat bislang fast jeden Tag nur Reis gegessen.“ Außerdem durfte Sanneh vor Kurzem ein besseres Zimmer im Asylbewerberheim beziehen. „Er war in einem Durchgangszimmer untergebracht, da war es aber viel zu laut. Sanneh braucht Ruhe, er trainiert schließlich viel und lernt für die Schule“, sagt Marcard.

Auch Wandifa Sanneh, ein freundlicher junger Mann, der sich im Sindelfinger Glaspalast recht wohl zu fühlen scheint, gibt sich ehrgeizig. „Ich gebe im Training alles und arbeite an mir. Meine Ausdauer muss ich noch verbessern. Mein Ziel ist es irgendwann eine 46er-Zeit zu laufen“, sagt er in recht flüssigem Englisch.

Der Sindelfinger Trainer ist von den sportlichen Fähigkeiten des Gambiers begeistert, bei den süddeutschen Meisterschaften vor gut einem Monat zeigte Wandifa Sanneh, außer Konkurrenz, erstmals im Trikot des VfL sein Können. In der Karlsruher Messehalle ging er seinen 400-Meter-Lauf langsam an, Hallenrennen sind für das Mittelstrecken-Talent noch etwas ungewohnt, auf der Zielgeraden überzeugte er aber mit einem mehr als starken Finish. Mit seiner Zeit von 49,45 Sekunden hätte er es bei den deutschen Jugendmeisterschaften bis ins Finale geschafft. „Wandifa ist ein Wahnsinnstalent. Im Training rennt er alles in Grund und Boden. Er hat eine Schnellkraft wie der Teufel“, sagt Marcard. Die Bestleistung des Gambiers liegt bei 47,95 Sekunden, damit wäre er der aktuell schnellste U20-Athlet in Deutschland über die 400-Meter-Strecke. Da sich Sanneh schon seit vielen Monaten in Deutschland aufhält, hofft man, dass der Mittelstreckler spätestens im Sommer das Startrecht für den VfL bekommt.

Wie ein Damoklesschwert schwebt aber eine Abschiebung des 19-Jährigen über allen Zukunftsplanungen. „Rechtlich gesehen kann es jeden Tag passieren, dass die Polizei auftaucht und ihn nach EU-Recht abschiebt. Um dies zu verhindern, versuchen seine Lehrerin und ich alles zu unternehmen, dass er in Deutschland, bei uns, bleiben kann. Denn das ist sein großer Wunsch“, so Sebastian Marcard.

Presse | Leichtathletik | 27.02.2015

Gepachteter fünfter Platz ist endlich Geschichte

Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer vom VfL Sindelfingen holt mit Bronze ihre erste DM-Einzelmedaille bei den Aktiven

Ihr Trainer Werner Späth bezeichnet sie als "Wundertüte". Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer muss bei diesem Spitznamen lächeln. Logo, war er doch vor allem zuletzt äußerst positiv zu interpretieren. Denn die Wundertüte enthielt eine Bronzemedaille bei der deutschen Meisterschaft in der Halle. Der bisherige Karrierehöhepunkt für die 25-Jährige.

VON MICHAEL SCHWARTZ

"Bei den letzten drei DMs hatte ich den fünften Platz gepachtet, und ich wollte nicht schon wieder Fünfte werden", erzählt Sabrina Lindenmayer. "Platz drei war dann aber doch überraschend." Im Ziel wusste sie noch gar nicht, dass der Sprung direkt aufs Treppchen gelungen war. "Ich dachte, ich bin Vierte. Ist ja auch schön." Erst als Konkurrentin Carolin Dietrich ihr gratulierte, sickerte es langsam durch. "Ich hätte es aber nicht geglaubt, wenn es nicht auf der Anzeigentafel gestanden wäre", funkeln die Augen der Leichtathletin des VfL Sindelfingen, wenn sie an ihre erste nationale Einzelmedaille bei den Aktiven denkt.

Die Hallensaison war ein kleines Auf und Ab. Was in diesem Fall trotz Hürden nicht wörtlich, sondern bildlich gemeint ist. Mit einer Bestzeit beim Meeting im Glaspalast war es losgegangen. "Da dachte ich, so kann es weitergehen", peilte Sabrina Lindenmayer weitere Rekorde an. In Düsseldorf stürzte sie dann jedoch direkt am ersten Hindernis. Die Sprünge eins und zwei seien sowieso ihr Schwachpunkt. "Keine Ahnung warum es gerade da hängt. Aber wir trainieren gezielt daran, dass es sich ändert", sagt die studierte Sonderpädagogin. Verunsichert war sie aber dennoch ein wenig. Schließlich lag ihr letzter Sturz schon zwei Jahre zurück. Bei der deutschen Meisterschaft lief es aber auf den gesamten 60 Metern wie am Schnürchen. Die Stärke von Sabrina Lindenmayer ist es, dass sie hinten raus noch einmal zulegen kann. "Deshalb freue ich mich jetzt auch schon auf die Sommersaison, wenn da fünf Hürden mehr stehen", lacht sie.

Erst einmal hat sie momentan aber eine Woche Pause. Ganz ohne Sport. "Da bin ich auch mal froh drüber. Der Höhepunkt war jetzt, da ist die Luft ein bisschen raus", räumt die 25-Jährige ein. Danach beginnt jedoch schon wieder die Vorbereitung. Sechsmal die Woche schnürt sie dann wieder ihre Sprintschuhe. Selten kürzer als zwei Stunden pro Einheit. Meistens sogar zweieinhalb. "Es gibt auch Phasen, in denen man weniger Lust hat. Wenn man weiß, es steht etwas auf dem Plan, was man nicht so gerne macht." In der Regel seien das Tempoläufe. Da müsse sich die Lust erst im Laufe des Trainings einstellen. "Mir würde aber etwas fehlen, wenn es nicht da wäre", spielt der Hochleistungssport eine wichtige Rolle im Leben von Sabrina Lindenmayer.

Mit Partnerin Nadine Hildebrand ist im Training geteiltes Leid halbes Leid

Apropos fehlen: Momentan geht der flinken Klarinettespielerin auch ihre Trainingspartnerin etwas ab. "Wenn noch jemand da ist, dann ist geteiltes Leid wirklich halbes Leid", hofft sie, dass Nadine Hildebrand nach ihrer Knie-OP bald wieder fit ist. "Dann gibt es auch wieder jemanden, mit dem man in den Pausen reden und sich ein bisschen ablenken kann." Außerdem laufe man unbewusst ein bisschen schneller, wenn man einen Gegner hat.

Dass Sabrina Lindenmayer am Wettkampftag "immer nervös" ist - daran kann aber niemand etwas ändern. "Dieses Mal war ich sogar schon einen Tag vorher nervös, aber anscheinend war das ja ganz gut." Zu viel bewegen und durch die Stadt laufen wollte sie nicht. "Und beim Hinhocken hab' ich gefühlt, dass mir die Spannung fehlt." Also ging es morgens in den Wald für ein paar Sprünge und Steigerungsläufe. "Ich vertrage hohe Umfänge ganz gut", schmunzelt die Referendarin an der Böblinger Käthe-Kollwitz-Schule.

Ihr Verhältnis zu Trainer Werner Späth sei super. "Er hat ja schon einiges erlebt und viele Athleten betreut. Dieser Erfahrungsschatz bringt einen weiter", erinnert sich Sabrina Lindenmayer, warum sie sich für den VfL Sindelfingen entschied, als sie einst auf der Suche nach einem neuen Coach war. Seit Juli 2014 wohnt die gebürtige Ludwigshafenerin in Böblingen. Die Fahrtstrecke in den Glaspalast ist dadurch deutlich kürzer. Davor - aus Ludwigsburg und Reutlingen, wo sie an der PH studiert hat - waren es hin und zurück anderthalb Stunden. Inzwischen sind es 20 Minuten. Ob und wo ihre Bronzemedaille einen Ehrenplatz in der Wohnung findet, überlegt sie noch. "Momentan liegt sie im Schrank", grinst die Hürdensprinterin. Und wer weiß: Vielleicht enthält die Wundertüte in den nächsten Jahren ja noch viel mehr nationales Edelmetall.

Presse | Leichtathletik | 26.02.2015

Eine Mail sorgt für Klarheit

Der Sindelfinger Kugelstoßer Tobias Dahm ist in der kommenden Woche bei der EM dabei

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Die erlösende Nachricht kam per Mail vom Deutschen Leichtathletik Verband: Der Sindelfinger Kugelstoßer Tobias Dahm ist in der kommenden Woche bei der Hallen-Europameisterschaft in Prag dabei.

Seit Tobias Dahm Ende Januar beim Hallenwettkampf in Sassnitz die Qualifikationsnorm von 19,70 Metern für einen Start bei der Europameisterschaft um sechs Zentimeter überboten hatte, war er ein heißer Kandidat für die Titelkämpfe in der tschechischen Hauptstadt.

Doch so recht daran glauben wollte der Sindelfinger nicht. Auch nicht nach seiner Silbermedaille in Karlsruhe am vergangenen Wochenende bei den deutschen Meisterschaften. „Ich bin mit erst sicher, wenn ich die Nominierung schwarz auf weiß habe“, so der Sindelfinger.

Seit Mittwoch kann er sich nun auf die EM vorbereiten. Bereits am kommenden Donnerstag wird Tobias Dahm in Prag bei der Qualifikation in den Ring steigen. „Das Erreichen des Endkampfes der besten Acht am Tag drauf wäre natürlich ein großer Traum für mich. Ich will aber auf jeden Fall die Nominierungsweite von 19,70 Metern bestätigen.“

Unterstützt wird Tobias Dahm in der tschechischen Hauptstadt von seinen Trainern Peter Salzer und Joachim Lange. „Auch meine Eltern haben sich Eintrittskarten gekauft“, so der Sindelfinger. Für ihn ist der Wettkampf in Prag die Premiere auf internationalem Parkett. Verrückt machen will sich der Zwei-Meter-Hüne deshalb aber nicht. „Das ist nichts anders als ein normaler Wettkampf. Ich versuche auf den Tag X hin topfit zu sein.“

Wann der Sindelfinger in die tschechische Hauptstadt fährt, ist noch offen. Aufklärung wird eine weitere Mail des Deutschen Leichtathletik Verbandes bringen. Doch die ging gestern in Tobias Dahms elektronischem Postfach noch nicht ein. Doch das ist die kleinste Sorge des VfL-Kugelstoßers. Wichtig ist, dass er in Prag überhaupt dabei ist. Das hat er seit Mittwoch schriftlich.

Presse | Leichtathletik | 24.02.2015

Lindenmayer kann ihr Glück kaum fassen

Trotz vieler Ausfälle holt der VfL Sindelfingen bei den deutschen Meisterschaften in Karlsruhe zwei Medaillen / Johannes Wiesner im Pech

Von Saskia Drechsel

Der Schluss der deutschen Meisterschaften der Leichtathleten war ein versöhnlicher. Am Ende sorgte Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer für eine überraschende Medaille in der Karlsruher Messehalle und beschönigte die Medaillenbilanz der Blau-Weißen erheblich. Nachdem viele Top-Athleten ausgefallen waren, übernahmen Lindenmayer und Kugelstoßer Tobias Dahm das Medaillengewinnen.

* * *

Der VfL-Athlet war mit einem guten ersten Stoß in den Wettkampf eingestiegen. Nachdem er zuletzt mit der 19-Meter-Marke kämpfen musste, flog die Kugel nun deutlich darüber und landete bei 19,23 Metern. Hinter David Storl reihte sich Dahm damit auf Anhieb als Zweitplatzierter ein, so konnte es weitergehen. In Versuch Nummer zwei blieb der Kugelstoßer weiterhin locker und konnte sich steigern: 19,41 Meter wurden gemessen. Im dritten Durchgang dann klappte es noch besser. Tobias Dahm trat in den Ring und stieß seine Kugel mit einem lauten Schrei von sich. Beim Sindelfinger stets ein gutes Zeichen. Auch Dahms Mimik nach dem Versuch verriet: Er schien mit seinem Versuch zufrieden zu sein. Gemessen wurden starke 19,61 Meter. Damit blieb er unter seiner Hallenbestmarke, die er mit 19,76 Metern in Sassnitz aufgestellt hatte, konnte aber seiner Bestleistung und der Norm für die Hallen-EM (19,70 Meter) wieder näher kommen. Mit dem erfolgreichen Versuch fiel Druck vom 27-Jährigen ab, dessen großes Ziel die Hallen-EM in Prag und ein allererster Einsatz im Nationaltrikot ist.

* * *

Vielleicht auch aus diesem Grund blieben die nächsten beiden Stöße des Top-Athleten durchwachsen. Nun war für den Sindelfinger Zittern angesagt. David Storl lag weit enteilt auf Platz eins, dahinter konnten dem Sindelfinger aber noch einige Kandidaten gefährlich werden und eine Medaille vor der Nase wegschnappen. Allen voran Christian Jagusch, der in der deutschen Bestenliste mit 19,87 Metern immer noch Platz zwei einnimmt. Gespannt schaute der Sindelfinger deswegen auf Jagusch’ sechsten und letzten Versuch, doch auch der war nicht weit genug. Nun wird sich der Kugelstoßer voll auf die EM-Vorbereitung konzentrieren.

* * *

Was auf den vier Hallenrunden schief gelaufen war, wusste Patrick Oehler selbst nicht so recht. Aus taktischer Sicht leuchtete das Rennverhalten des Sindelfingers ein. Nach zwei Runden wurde ihm das Tempo zu langsam, er lief selbst an die Spitze und gab Gas, das restliche Feld folgte. Alles schien auf den entscheidenden Schlussspurt hinzudeuten, in dem Oehler durchaus schon seine Stärken zeigen konnte. Doch rund 100 Meter vor dem Ziel griffen die Konkurrenten in der Kurve an. Oehler wurde von Patrick Schönball eingeholte und war plötzlich geschlagen. Noch auf der Zielgeraden ließ er das restliche Feld vorbeiziehen und lief als Vorletzter seines Vorlaufs ins Ziel ein.

* * *

Eine Panne gab es beim 60-Meter-Vorlauf von Johannes Wiesner. Der Sindelfinger startete auf Bahn sieben und hatte gleich zu Beginn Pech. Der Startblock rutschte bei seinem Start weg, der Sprinter lag von Anfang an hoffnungslos hinter dem Feld. Wütend riss sich der Athlet seine Startnummer von der Brust und hatte eine Menge Frust zu verdauen.

* * *

Bronze zum Abschluss: Sabrina Lindenmayer erfüllte sich in einem der letzten Wettkämpfe der Meisterschaften ihren Traum von einer DM-Medaille. Nachdem Trainingskameradin Nadine Hildebrand in diesem Winter verletzungsbedingt fehlt, holte Lindenmayer die Kohlen aus dem Feuer. Schon der Start glückte, die ersten Hürden nahm die Sindelfingerin ohne Probleme und spürte stets Konkurrentin Carolin Dietrich neben sich. Cindy Roleder und Pamela Dutciewicz waren enteilt, zwischen den beiden lief der Kampf um die Bronzemedaille.

* * *

Lindenmayer wusste um ihre Stärke auf den letzten Metern und riskierte beim Zieleinlauf alles. Die VfL-Athletin schmiss sich nach vorne, das Zielfoto zeigte: mit Erfolg. Knapp vor Carolin Dietrich hatte sich Lindenmayer die Bronzemedaille gesichert. So recht fassen konnte sie es aber auch noch nicht. „Caro hat zu mir gesagt, dass ich Bronze habe, ich habe es aber erst geglaubt, als ich das Zielfoto auf der Anzeigentafel gesehen habe“, sagt Lindenmayer. Sie schnappte sich damit ihre erste Medaille bei den Aktiven. Eine Medaille, die sie selbst nicht so recht auf der Rechnung hatte.

Info

Mehr zu den Sindelfinger Leichtathleten gibt es unter www.sifi-athletik.de im Internet.

Presse | Leichtathletik | 23.02.2015

Sabrina Lindenmayer ist eine echte Wundertüte

Zwei DM-Medaillen für den VfL Sindelfingen

VON HOLGER SCHMIDT

Kugelstoßer Tobias Dahm bestätigte seine Hallenbestleistung und EM-Qualifikationsnorm von 19,76 Meter auch bei den deutschen Hallenmeisterschaften. Mit 19,61 gab's für den Sindelfinger die Silbermedaille. Es blieb nicht das einzige Edelmetall für den VfL in der Karlsruher Messehalle. Am Sonntag legte Sabrina Lindenmayer als Dritte über 60 Meter Hürden nach.

David Storl (SC DHfK Leipzig) war erwartungsgemäß eine Klasse für sich. Nach Operation und Reha zeigte der Doppelweltmeister mit 21,26 Meter, dass auch die EM-Titelvergabe nur über ihn läuft. Dahinter bot Tobias Dahm einen ansprechenden Wettkampf und unterstrich seine gute Form wieder einmal rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt. 19,23, 19,42 und 19,61 seine Serie, der er im Finale drei ungültige Versuche folgen ließ. Vor allem der letzte knapp übergetretene hätte wahrscheinlich einen neuen Hausrekord für den Sindelfinger bedeutet. Christian Jagusch (SC Neubrandenburg) blieb mit 19,27 Bronze. Gar nicht erst dabei war der erkrankte zweite Sindelfinger Artur Hoppe.

Riesenpech hatte über 800 Meter Patrick Oehler. Mit der viertbesten Zeit angereist, war für den 25-Jährigen schon nach dem Vorlauf die Meisterschaft vorbei. 1:50,94 Minute und Platz fünf reichten nicht für das Finale am Sonntag. Sechs Hundertstel fehlten. Für Oehler ein kleines Déjà-vu-Erlebnis. Denn schon 2012 war für ihn ebenfalls in Karlsruhe trotz schnellster Vorleistung nach dem Vorlauf Endstation. Ebenso wie für die beiden blau-weißen 60-Meter-Sprinter John Henry Tate und Johannes Wiesner. 6,96 und 7,27 Sekunden reichten nicht für die nächste Runde.

Die Hallen-Europameisterin auf Platz vier verdrängt

Das machte Sabrina Lindenmayer über 60 Meter Hürden am Sonntag deutlich besser. Zwar war der Einzug ins Finale mit 8,34 Sekunden - zwei Hundertstel mehr hätten das vorzeitige Aus bedeutet - eine kleine Zitterpartie. Doch eine knappe Stunde später platzte bei der 25-Jährigen der Knoten. 8,18 bedeuteten eine Steigerung ihrer persönlichen Bestleistung um sechs Hundertstel und völlig überraschend die Bronzemedaille. Gold ging mit 7,99 an die EM-Dritte Cindy Roleder (LAZ Leipzig), Silber an Pamela Dutkiewicz (TV Wattenscheid), die mit 8,07 ebenfalls unter der Hallen-EM-Norm von 8,08 blieb. "Sabrina ist halt eine Wundertüte!", strahlte ihr Trainer Werner Späth, der - zusammen mit Titelverteidigern Nadine Hildebrand, die die Hallensaison nach einer Operation auslässt - das Rennen von der Tribüne aus verfolgte. "Total glücklich" zeigte sich auch die Athletin selbst. "Die letzten drei Wochen liefen nicht", sagte sie, nachdem sie bereits zum Saisonbeginn mit 8,24 Sekunden hatte aufhorchen lassen. "Da habe ich mit unter 8,20 geliebäugelt", fügte sie hinzu. Nun klappte es doch noch, und der Zeitpunkt hätte kaum besser sein können. Dabei verdrängte Sabrina Lindenmayer mit Carolin Dietrich (MTG Mannheim/8,21) die Hallen-Europameisterin von 2011 auf den vierten Platz.

Weiterer blau-weißer Hürdensprinter in Karlsruhe war bei den Männern Niklas Rippon. Der Deutsch-Amerikaner schlug sich als Dritter seines Vorlaufes mit 8,13 Sekunden achtbar. Gerade einmal zwölf Hundertstelsekunden fehlten zum Einzug in den Endlauf der besten acht.

Presse | Leichtathletik | 23.02.2015

Silber und Bronze für den VfL Sindelfingen

Kugelstoßer Tobias Dahm wird in Karlsruhe Deutscher Vizemeister, Sabrina Lindenmayer sprintet mit persönlicher Bestleistung über die Hürden auf Platz drei

Von Saskia Drechsel

72 Einzel-Medaillen wurden bei den deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in der Karlsruher Messehalle vergeben. Zwei davon gingen nach Sindelfingen. Kugelstoßer Tobias Dahm bewies Nervenstärke und holte sich Silber. Für die Experten war das nicht die ganz große Sensation. Überraschender kam dagegen die Bronzemedaille für Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer.

* * *

In einer gut gefüllten Halle brachte die schnelle Bahn im Innenraum Top-Leistungen wie am Fließband. Die eigens für die Hallen-Leichtathletik-Events hergerichtete Messehalle glänzte mit besten Bedingungen und auch die Stimmung trug ihren Teil dazu bei, von den Tribünenrängen wurde den Sportlern mächtig eingeheizt.

* * *

Spannend bis zum Schluss war der Wettkampf, der sich den Zuschauern am Freitagnachmittag bot: Im Kugelstoßen der Männer war der Kampf um die Medaillen offen – zumindest bei der Silber- und die Bronzemedaille. Denn die Goldene, das stand zumindest nach seinem ersten Stoß fest, gebührte Weltmeister David Storl. Der Neu-Leipziger hatte den Zuschauern die 21 Meter versprochen und hielt sich daran. Im letzten Durchgang stieß er 21,26 Meter weit, da war es Sindelfinger Tobias Dahm aber längst auch zum Jubeln zumute. Er hatte im dritten Versuch 19,61 Meter erzielt, an diese Weite war selbst Neubrandenburger Christian Jagusch nicht herangekommen. Der Sindelfinger Zwei-Meter-Mann durfte sich wie im Vorjahr die Silbermedaille umhängen lassen. Damals war er allerdings nur auf 19,18 Meter gekommen.

* * *

„Mit meinem Platz bin ich auf jeden Fall zufrieden. Ich bin richtig gut in den Wettkampf eingestiegen, habe dann aber den Faden verloren, erst am Ende habe ich mich auf meine Stärken besonnen“, sagt Dahm, der allerdings am liebsten noch einmal die geforderte Weite für die Hallen-EM gestoßen hätte, um auf Nummer sicher zu gehen.

* * *

Ein zweiter Sindelfinger Kandidat mit guten Aussichten auf eine Top-Platzierung konnte nach seinem Wettkampf das eben Geschehene selbst nicht so richtig erklären. Patrick Oehler war mit der zweitschnellsten Zeit auf der 800-Meter-Meldeliste angereist, gelaufen Ende Januar in Wien, geschlagen verlies er nach dem Vorlauf die Karlsruher Rundbahn. Mit einer Zeit von 1:50,94 Minuten verpasste Oehler um sechs Hunderstel-Sekunden das 800-Meter-Finale am Sonntag. „Mir ist das ein bisschen peinlich. Ich weiß nicht so recht, woran das lag. Eigentlich muss ich, auch wenn ich vorne das Tempo mache, eine Zeit unter 1:50 Minuten laufen können“, sagt Oehler.

* * *

Die nächste aussichtsreiche Kandidatin in den Sindelfinger Reihen startete ebenfalls erst am Sonntag durch. Sabrina Lindenmayer stand in dieser Hallensaison erstmals nicht im Schatten ihrer verletzten Vereins- und Trainingskameradin Nadine Hildebrand und steigerte sich schon im Januar auf 8,24 Sekunden. Dann folgte eine längere Durststrecke, die es nun galt zu beenden. Im Vorlauf war sie 8,34 Sekunden schnell unterwegs, ihr gelang kein gutes Rennen, mit Ach und Krach qualifizierte sich die VfL-Athletin für das Finale.

* * *

Wenig später dann der 60-Meter-Hürden- Endlauf. Sabrina Lindenmayer gelang vom Start weg ein tolles Rennen. Kurz vor dem Ziel war sie dann gleich auf mit der Mannheimerin Carolin Dietrich und schmiss sich nach vorne. Eine knappe Entscheidung. Hinter Cindy Roleder und Pamela Dutciewicz, das sah man auf dem Zielfoto deutlich, war Lindenmayer Dritte geworden. „Ich habe gehofft, dass das klappt, war aber schon am Samstag total nervös. Jetzt freue ich mich riesig“, sagt Lindenmayer. Sie erzielte mit ihrer Zeit von 8,18 Sekunden außerdem eine neue Bestleistung.

* * *

Mit zwei Sindelfinger Vertretern wurden die 60-Meter-Sprints ausgetragen. Zuerst an der Reihe war John-Henry Tate. Er blieb im Rahmen seiner Möglichkeiten und lief im ersten Vorlauf nach 6,96 Sekunden ins Ziel. Mehr Pech hatte Johannes Wiesner, nach einem missglückten Start lief er hoffnungslos hinterher und gab schon vor dem Ziel auf.

* * *

Einen Hürdenläufer schickten die Sindelfinger über die 60-Meter-Strecke mit Hindernissen ins Rennen. Niklas Rippon hielt die Fahne der Blau-Weißen hoch und trat im Vorlauf an. Der Hürdensprinter mit doppelter Staatsbürgerschaft, der US-Amerikanischen und der Deutschen, war 8,13 Sekunden schnell unterwegs.

Presse | Leichtathletik | 09.02.2015

Dahm stößt am weitesten

Süddeutsche Meisterschaften in der Karlsruher Messehalle

Tobias Dahm sorgte für den erwarteten Titel bei den süddeutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften. Dazu kamen für den VfL Sindelfingen zwei Bronzemedaillen und Silber durch Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer. Ebenfalls Vize wurde Luca Dieckmann im U18-Weitsprung.

VON HOLGER SCHMIDT

Die Titelkämpfe waren Generalprobe für die deutschen Hallenmeisterschaften an gleicher Stelle. In zwei Wochen muss Tobias Dahm vom VfL Sindelfingen in der Karlsruher Messehalle allerdings mehr bieten als 18,94 Meter, die zum Erfolg vor dem Badener Bodo Göder (SR Yburg Steinbach/18,58) und seinem Vereinskameraden Artur Hoppe (17,81) reichten. Denn bei den "Deutschen" steigt auch Weltmeister David Storl wieder in den Ring, der in Normalform eine Klasse für sich ist. Und auch vom Neubrandenburger Christian Jagusch, Vizemeister des Vorjahres, trennten Dahm zuletzt immer einige Zentimeter.

Für den Renninger Luca Dieckmann reichte es in der gleichen Disziplin der Jugendlichen U18 mit 13,89 Metern zu Rang sechs. Noch besser machte es der Mehrkämpfer im Weitsprung. Mit 6,79 Metern blieb er nur um sieben Zentimeter hinter seiner erst zwei Wochen alten persönlichen Bestleistung zurück und musste einzig Gianni Seeger (TSV Gomaringen/7,02) den Vortritt lassen.

Bronze gewann dazu im Stabhochsprung Leo Lohre. Mit 5,10 Metern schaffte der Leonberger im Trikot des VfL Sindelfingen exakt die gleiche Leistung wie bei den baden-württembergischen Titelkämpfen vor 14 Tagen. Zur Hallen-DM-Norm fehlten 25 Zentimeter. "Da war eigentlich noch Luft", haderte Lohre mit seinen knapp gerissenen Versuchen über 5,20.

Gleichfalls nicht ganz zufrieden war Hürdensprinterin Sabrina Lindenmayer (VfL Sindelfingen). Zwar rannte sie in 8,42 Sekunden zur Vizemeisterschaft hinter Jenna Pletsch (SV Saar 05 Saarbrücken/8,31), doch war sie in diesem Winter schon knapp zwei Zehntel schneller. "Das war gleich im ersten Rennen", wunderte sich Trainer Werner Späth, "eigentlich müsste sie ja von Wettkampf zu Wettkampf zulegen". Knapp geschlagen geben mussten sich auch die erfolgsverwöhnten blau-weißen 4x400-Meter-Männer im Vergleich mit dem einzigen weiteren Team aus Karlsruhe. Aber vielleicht lag's ein bisschen daran, dass Patrick Oehler, der für Alexander Schif, Yannik Frers und Christoph Ewinger vollenden wollte, sich erst vor ein paar Tagen beim Sportfest in Wien mit 1:48,76 Minuten an die zweite Stelle der deutschen Bestenliste über 800 Meter katapultiert hatte und ihm jetzt ein wenig die Kraft fehlte.

Nur knapp am Podest vorbei schrammte zum Abschluss der Wettbewerbe noch einmal Luca Dieckmann mit seinen Mitstreitern von der StG Eltingen/Renningen als Vierter über 4x200 Meter U18, einen Rang vor der StG Schönbuch-Nord mit Athleten aus Böblingen, Dagersheim und Holzgerlingen.

Presse | Leichtathletik | 09.02.2015

Der VfL springt fünfmal aufs Treppchen

Der Sindelfinger Kugelstoßer Tobias Dahm ist bei den süddeutschen Meisterschaften in der umgebauten Messehalle in Karlsruhe wieder einmal nicht zu schlagen

Von Saskia Drechsel

In einer tollen Leichtathletik-Arena, aber mit sehr wenig Zuschauerzuspruch sind die süddeutschen Meisterschaften der Leichtathleten am Wochenende über die Bühne gegangen. In der eigens für drei Leichtathletik-Events umgebauten Messehalle in Karlsruhe waren die besten Athleten Süddeutschlands am Samstag und Sonntag besonders schnell unterwegs. Es fielen zahlreiche Bestleistungen. Ob diese der schnellen Bahn zuzuschreiben sind, ist aber fraglich, schließlich sind die meisten Athleten schon topfit für die kommenden Saisonhöhepunkte: die deutschen Jugend- und die deutschen Aktivenmeisterschaften in den nächsten Wochen. Auch viele Sindelfinger Athleten starteten auf der blauen Karlsruher Bahn, dabei gewannen die VfL-Athleten fünf Medaillen.

* * *

Besonders im Kugelstoßen der Männer trumpften die Blau-Weißen auf. Hier standen gleich fünf VfL-Athleten auf der Startliste, vollständig tauchten die starken Männer auf. Im Wettkampf setzte sich erwartungsgemäß Tobias Dahm durch, sein weitester Stoß flog 18,94 Meter weit. „Ich bin nicht zufrieden, ich habe gut eingestoßen, danach lief es nicht mehr�“, ärgert sich der Zwei-Meter-Mann. Die zweite Sindelfinger Medaille sicherte sich Artur Hoppe, seine 17,81 Meter waren Bronze wert. Auf Rang vier folgte ein zufriedener Simon Bayer, der in seinem ersten Jahr in der Aktivenklasse 16,96 Meter weit kam.

* * *

Zum Medaillengarant mausert sich Leo Lohre, der im Stabhochsprung erneut zu Edelmetall flog. Das einzige Problem: Auch die Höhe bleibt gleich. Erneut kam Lohre nicht über 5,10 Meter hinaus, dabei hat der Sindelfinger ganz andere Ambitionen. Im Stabhochsprungwettkampf der Männer gewann Lohre die Bronzemedaille.

* * *

Erfolgreich testete Sabrina Lindenmayer am Samstag ihre Sprintform. Das Hürdenass des VfL Sindelfingen arbeitet sich über Vorlauf und Zwischenlauf bis ins 60-Meter-Finale vor. Im sechsten und letzten Vorlauf siegte sie mit 7,70 Sekunden, im Zwischenlauf wurde sie Zweite und steigerte sich auf 7,65 Sekunden, im Finale lief sie in der gleichen Zeit auf einen guten vierten Rang. Deborah Hufschmidt schied im Halbfinale mit 7,79 Sekunden aus.

* * *

Auch bei den Männern schaffte es ein Sindelfinger ins Finale. Johannes Wiesner zündete schon im Vorlauf den Turbo und schlug sogar den Kornwestheimer Alex Wilson mit 6,92 Sekunden. Im Halbfinale steigerte er sich neben dem schnellen Alex Schaf auf 6,85 Sekunden und im Endlauf konnte Wiesner seine Zeit bestätigen. In 6,86 Sekunden wurde der Junior Siebter in der Männerklasse und stellte eine neue Bestleistung auf. Ebenfalls im 60-Meter-Halbfinale standen John-Henry Tate (6,95 Sekunden), Carsten Theurer (6,99 Sekunden) und Deniz Almas (7,05 Sekunden). „Ich bin heute voll zufrieden. Die ganze letzte Woche war ich krank, dafür ging es schon recht gut�“, sagt Almas, der noch der Jugendklasse angehört.

* * *

An einer Medaille schrammte im 400-Meter-Lauf Alexander Schif vorbei. Er wurde in 49,66 Sekunden Vierter, Mehrkämpfer Christoph Ewinger lief auf Platz neun. Außer Wertung startete Wandifah Sanneh. Der Asylbewerber aus Gambia hat sich dem Sindelfinger Team angeschlossen und zeigte über die zwei Hallenrunden sein Können. Wandifah ging sehr verhalten an, erst auf der Zielgeraden zeigte er einen starken Spurt. 49,45 Sekunden wurden für ihn gestoppt, die drittschnellste Zeit eines Starters im süddeutschen Vereinstrikot.

* * *

Die einzige Einzel-Medaille am Sonntag sicherte sich Sabrina Lindenmayer. Die Hürdensprinterin qualifizierte sich ohne Schwierigkeiten für den A-Endlauf, im Finale musste sie sich nur Jenna Pletsch aus Saarbrücken geschlagen geben. In 8,42 Sekunden wurde Lindenmayer Vizemeisterin.

* * *

Einziger Sindelfinger Teilnehmer in der U 18 war Alexander Gacic, der im 60-Meter-Hürdenfinale mit 8,37 Sekunden auf einen guten fünften Platz lief.

* * *

Abschließend holte die 4x400-Meter-Staffel des VfL Sindelfingen in der Besetzung Yannik Frers, Patrick Oehler, Alexander Schif und Christoph Ewinger in 3:19:45 Minuten Silber.