Presse | Leichtathletik | 18.05.2012

Heiß auf Halle und Lust auf London

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Am Samstag startet Marco Schmidt in die Olympiasaison. Beim Wettkampf in Halle betritt der 28-jährige Athlet des VfL Sindelfingen endlich wieder den Kugelstoßring. Mehr als acht Monate ist es her, dass der Kugelstoßer bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Daegu das Finale knapp verpasste.

Seitdem ist viel passiert: Im Herbst startete Marco Schmidt mit großen Zielen in das Vorbereitungstraining für die Hallensaison 2012. Nach langen, erfolgreichen Jahren unter Peter Salzer wagte Schmidt einen Trainerwechsel und wollte die Olympiasaison mit Trainerin Sabrina Werrstein angehen.

Bei der 31-Jährigen, die 2009 aus Berlin nach Stuttgart kam, absolvierte Marco Schmidt schon seit Längerem einzelne Einheiten. Nun hieß es für Sabrina Werrstein, früher selbst erfolgreiche Speerwerferin, neue Trainingsreize zu setzen.

Doch eine Verletzung machte der ehrgeizigen Saisonplanung von Marco Schmidt einen Strich durch die Rechnung. Im Trainingslager in Kienbaum kam der Sindelfinger Athlet im Januar unglücklich auf dem Abstoßbalken auf. Sein Knie hielt der Belastung nicht stand. Mit einem teilweisen Knorpelabriss musste Schmidt unter das Messer. Die Hallensaison war gelaufen.

Nach der unumgänglichen Operation folgte ein langer und mühsamer Aufbau. Zwar stand der Sportler schon 14 Tage nach dem Eingriff wieder im Kugelstoßring, doch sein Knie durfte er nur nach und nach weiter beugen. Das Training war lange Zeit lediglich eingeschränkt möglich. „Die Zeit nach der Verletzung war furchtbar, das wünscht man nicht einmal seinem größten Feind", blickt Schmidt zurück.

Auch beim Kugelstoßen musste der Athlet ganz von vorne anfangen. „Wenn man bei den ersten Stößen nur mit 16 oder 17 Metern anfängt, kommt man sich vor, wie die letzte Null", sagt Marco Schmidt.

Jetzt ist die Verletzung ausgeheilt und vergessen. Kugelstoßen kann der 28-Jährige wieder ohne Probleme oder Einschränkungen. „Von meinem Knie spüre ich überhaupt nichts. Gerade bin ich vollständig schmerzfrei", freut sich Schmidt.

An seiner Stoßtechnik und der Schnelligkeit muss der VfL-Athlet nun noch arbeiten. Die Trainingsfortschritte des Zwei-Meter-Mannes können sich aber sehen lassen: Über den Winter hat der Sportler hart an seinen Kraftwerten gearbeitet. Die sind deswegen deutlich höher als im letzten Jahr. „Auch meine Körperspannung habe ich verbessert, weil ich viele Stabilisationsübungen gemacht habe", weiß Marco Schmidt, der deutlich athletischer geworden ist.

Neben vielen guten Trainingseinheiten und zwei erfolgreichen Trainingslagern in Kienbaum, und zuletzt über Ostern in Portugal, gab es für den 28-Jährigen aber auch einige Tiefs zu überwinden. So waren die Trainingsbedingungen vor den Osterfeiertagen alles andere als optimal. Schließlich musste der Athlet des VfL Sindelfingen aufgrund von Bauarbeiten in der Molly-Schauffele-Halle seine Trainingsstätte wechseln. Doch der Sportspeicher, eine alten Fabrikhalle in Bad Cannstatt, hat sich inzwischen als guter Ersatz herausgestellt. Zuletzt absolvierte der Athlet auch an neuer Wirkungsstätte viele gute Kugelstoßeinheiten.

Jetzt ist Marco Schmidt heiß auf den ersten Wettkampf der Olympiasaison. In Halle wird er am Samstag in einem hochkarätigen Feld antreten. Neben Weltmeister David Storl sind mit Ralf Bartels, Candy Bauer und dem Sindelfinger Artur Hoppe weitere nationale Konkurrenten am Start. Dazu kommen mit Tomasz Majewski und Justin Rodhe zwei 21-Meter-Stoßer. Nach langer Wettkampfpause brennt Schmidt darauf, wieder ins Geschehen eingreifen zu können. „Ich freue mich, dass ich nach Monaten endlich wieder mitmachen kann."

Doch ohne die Wettkampfpraxis der Hallensaison fehlt dem Sindelfinger Kugelstoßer auch wertvolle Routine. Deswegen ist Marco Schmidt selbst am gespanntesten auf sein Ergebnis bei den Halleschen Werfertagen. „Ich will schnell im Ring sein und lange hinter der Kugel bleiben. Ich habe gut, viel und ehrgeizig trainiert, mehr kann ich nicht machen", sagt der Kugelstoßer.

Für sein Comeback in Halle hat sich der Athlet des VfL Sindelfingen bewusst keine Weite vorgenommen: „Ich will einen guten Wettkampf machen, Spaß haben und mit mir zufrieden sein", so Marco Schmidt.

Der nächste Wettkampf steht für den Olympiakandidaten schon in der nächsten Woche in Gotha an. Und möglichst bald sollen dann auch die 20 Meter fallen. „Natürlich will ich so schnell wie möglich die 20-Meter-Marke knacken", sagt Schmidt. Man darf also gespannt sein, wie weit die Kugel bei Marco Schmidt, nach der langen Wettkampfabstinenz, fliegen wird.

Presse | Leichtathletik | 15.05.2012

Romed Guischard auf Rekordjagd

Der Sindelfinger Sprinter knackt in Mannheim die 11-Sekunden-Grenze über 100 Meter

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Beim Meeting in Mannheim schickte Trainer Bastian Marcard seine Sprinter an den Start. Die zeigten einen guten Einstieg.

Bei den Männern stellte Romed Guischard seine starke Form unter Beweis. Am letzten Wochenende in Pliezhausen hatte es sich angedeutet, dass der Sprinter in blau-weiß schon jetzt in der Lage ist, die 11 Sekunden über 100 Meter klar zu unterbieten. In Mannheim gelang Guischard dieses Kunststück gleich zweimal. Im Vorlauf stellte der Sindelfinger mit 10,90 Sekunden gar eine neue Bestleistung auf, im Endlauf wurden 10,92 Sekunden gestoppt. Auch über 200 Meter verbesserte Romed Guischard seine Bestmarke auf 22,26 Sekunden.

Benjamin Bartel kam über 100 Meter nach guten 11,08 Sekunden ins Ziel und blieb nur knapp über seiner Bestleistung. Bartels 22,57 Sekunden über 200 Meter bedeuteten dann eine neue Bestmarke.

Auch bei den Frauen gab es aus Sindelfinger Sicht Erfolge zu feiern. Sophia Hablitzel zeigte nach langer Wettkampf-Abstinenz eine solide Leistung über 100 Meter, trotz Startproblemen lief sie 12,65 Sekunden. Eva Baur zeigte mit 12,10 Sekunden ihren besten Saisoneinstieg überhaupt und qualifizierte sich für die deutschen Juniorenmeisterschaften in Kandel. Beim 200-Meter-Rennen gab es im Mannheimer Stadion dann einige Verwirrung. Kurioserweise ließ man die Sprinterinnen bei 190 Metern starten und bemerkte das Missgeschick erst im Ziel.

Nach einer halben Stunde Pause mussten Baur und Hablitzel erneut antreten. Nach 25,35 Sekunden und 25,81 Sekunden stoppte die Uhr. „Die Pause zwischen den Läufen war zu kurz. Dementsprechend waren die Zeiten dann natürlich nicht mehr so gut. Da wird sicherlich schon in den nächsten Rennen deutlich mehr gehen", sagt Sebastian Marcard.

Michael Salzer war in Wiesbaden erfolgreich. Der VfL-Diskuswerfer schleuderte sein Wettkampfgerät nur zwei Wochen nach dem Vereinsrekordwurf in Bad Boll erneut über die 58-Meter-Marke. In einem Wettbewerb mit Weltmeister Robert Harting platzierte sich Salzer mit 58,41 Metern auf dem siebten Rang.

Auch in Nufringen ging es abseits der Schülerwettkämpfe heiß her. Die Kugelstoßer des VfL Sindelfingen waren angereist und zeigten weite Stöße. Bis zum sechsten und letzten Versuch lag Tobias Dahm in Front. Dem 24-Jährigen gelang es im vierten Durchgang eine neue persönliche Bestleistung aufzustellen. Mit starken 18,95 Metern scheiterte er nur denkbar knapp an der 19-Meter-Marke. Doch Artur Hoppe wollte sich den Sieg nicht vom Trainingskollegen unter der Nase wegschnappen lassen. Im sechsten Versuch wuchtete er sein 7,26 Kilogramm schweres Wettkampfgerät auf 19,10 Meter und sicherte sich trotz Ellenbogenproblemen den ersten Platz vor Dahm. Der A-Jugendliche Markus Reichle kam auf 17,04 Meter. Über 100-Meter-Hürden gab Andreas Dengler nach langer Wettkampfpause sein Comeback. In 14,59 Sekunden siegte er vor Mehrkämpfer Manuel Retzbach.

Auch die 4x400-Meter-Staffeln des VfL Sindelfingen traten in Nufringen an den Start. In der Männerklasse brachten Fabian Slezak, Tobias Finkbeiner, Manuel Ilg und Hannes Scharpf das Staffelholz nach 3:19,62 Minuten ins Ziel.

Presse | Leichtathletik | 11.05.2012

Lars Riedels Rat für VfL-Ass Marco Schmidt

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Schon am Nachmittag waren die beiden Olympiasieger, Diskuswerfer Lars Riedel und Kanute Andreas Dittmer, sowie Olympia-Hoffnung Marco Schmidt in einem original roten London-Bus durch den Kreis getourt. In Weil der Stadt, Holzgerlingen, Sindelfingen und Gärtringen gaben die drei Sportler fleißig Autogramme.

In der gut gefüllten Kongresshalle wurden dann unter großem Applaus der Doppel-Olympiasieger im Vielseitigkeitsreiten Hinrich Romeike, die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag Dagmar Freitag, der Kanu-Olympiasieger Andreas Dittmer, Diskuswurf-Olympionik Lars Riedel, der Vorsitzende der Kreissparkasse Böblingen Carsten Claus und der Lokalmatador, Kugelstoßer Marco Schmidt, begrüßt.

Unter der Moderation von ZDF-Sportreporterin Katrin Müller-Hohenstein berichteten die Sportler über ihre Olympia-Erfahrungen, das Leben als Leistungssportler und die Perspektiven nach Ende einer Sportkarriere.

Insbesondere die Verknüpfung von Sport und Beruf ist für Hochleistungssportler nicht einfach. Andreas Dittmer kennt beide Seiten. Er profitierte als Spitzensportler vom Engagement der Kreissparkasse, die ihm einen Ausbildungsplatz gab. Nun nach seiner aktiven Karriere befasst er sich im Auftrag der Kreissparkasse selbst mit Spitzensportlern. „Ausbildung und Sport sind gleichzeitig möglich. Man darf auch während der Sportkarriere den Beruf nicht vernachlässigen", sagt der ehemalige Kanute.

In dieselbe Kerbe schlägt Dagmar Freitag. Die Sportausschuss-Vorsitzende des Deutschen Bundestages weist auf die zahlreichen Stellen für hoffnungsvolle Athleten in der Bundeswehr oder Bundespolizei hin. „Letztlich entscheidet aber der Athlet nach seinen Vorstellung. Wichtig ist einfach, dass man weiß: Es gibt auch eine Zeit nach dem Sport", erklärt Freitag.

Dennoch wünscht sich Kanu-Olympiasieger Andreas Dittmer gerade für junge, talentierte Sportler eine größere Zahl an Firmen, die den künftigen Olympia-Teilnehmern unter die Arme greifen. „Ich finde, dass sich mehr Unternehmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sein sollten."

Bei Hinrich Romeike gehen Beruf und Sport jeden Tag ineinander über. Der Reiter steht täglich bis 19 Uhr in seiner Zahnarztpraxis. Nach Feierabend geht es sofort weiter in den Reitstall. „Das funktioniert aber auch nur, weil meine Familie mitzieht. Im Sommer findet bei uns das Leben quasi auf dem Reitplatz statt."

Für Marco Schmidt steht die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele gerade im Vordergrund. Der 28-Jährige arbeitet für eine Krankenkasse, setzt derzeit seinen Fokus aber voll auf den Sport. Die Förderung der Kreissparkasse bietet ihm, neben besseren Regenerations-Möglichkeiten, auch die Gelegenheit in mehreren Trainingslagern intensiv an seiner Form zu arbeiten.

„Bei uns ist die Förderung nicht mit einer Forderung verbunden", hebt Carsten Claus von der Böblinger Kreissparkasse hervor. Auch wenn er, wie viele andere auch, Kugelstoßer Marco Schmidt natürlich gerne in London im Ring sehen würde.

„Ich spüre diese Erwartungshaltung von allen Seiten", gibt die Olympia-Hoffnung des VfL Sindelfingen zu. „Aber als Sportler muss man damit umgehen können. Ich sehe das als eine Herausforderung, an der man wächst", sagt Marco Schmidt.

Auch Diskuswerfer Lars Riedel hat sich der Herausforderung Hochleistungssport gestellt. Der Diskuswerfer erinnert sich gern an die Olympischen Spiele 1996. In Atlanta blieb ihm nur ein Wurf, um im Finale weiter um die Medaillen kämpfen zu können. „Wenn ich es nicht geschafft hätte, hätte die Presse mich abgeschlachtet, das wäre eine Katastrophe geworden", erinnert er sich an den großen Erfolgsdruck. Doch Riedel gelang der große Wurf, der zum Olympiasieg reichte. „Da ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen", so der Sportler.

Seine größten Olympia-Momente verbindet Hinrich Romeike dagegen mit der Einsamkeit. In Peking, vor seinem entscheidenden Ritt, der über Sieg oder Niederlage entscheiden sollte: „Man hat vier wirklich harte Jahre hinter sich und kann in einem Augenblick alles kaputt machen. In diesem Moment fühlt man sich ganz allein", sagt der Vielseitigkeitsreiter. Auf dem Treppchen war der Olympiasieger ebenfalls allein mit sich und der deutschen Hymne.

Auch Andreas Dittmer kann sich an große Momente in seiner sportlichen Laufbahn erinnern. „Der Leistungssport hat mich als Person sehr verändert. Mir wurden Werte, wie Teamgeist und Fairness vermittelt und durch den Sport habe ich Erinnerungen, die man nicht kaufen kann", sagt der ehemalige Athlet. Auch den Höhepunkt seiner Karriere, der Olympiasieg kann dem Kanuten keiner mehr nehmen. „Olympiasieger ist man schließlich sein ganzes Leben", meint Dittmer. Denn auch, wenn er unglaublich viel Zeit und Energie investiert hat, um ganz nach oben zu kommen, für Andreas Dittmer hat es sich gelohnt.

Auch Lars Riedel blickt gerne auf seine Zeit als Leistungssportler zurück. „Mir hat es einen Riesenspaß gemacht nach dem idealen Wurf zu suchen, und ihn beim Wettkampf in Zürich beinahe zu finden", sagt der Diskuswerfer. Dem Sindelfinger Marco Schmidt wünscht er deswegen gute Ergebnisse bei den, für die Olympiaqualifikation wichtigen, Wettkämpfen. „Und wenn du bei den Olympischen Spielen in London bist, dann genieße es da. Denn dafür hast du so hart gearbeitet."

Presse | Leichtathletik | 03.05.2012

Bei Markus Reichle platzt der Knoten

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Am Dienstag trat Artur Hoppe in seiner einstigen Spezialdisziplin, dem Diskuswerfen, an und erzielte 54,86 Meter. Tobias Dahm konnte sich im Kugelstoßen deutlich steigern. Beim Einlage-Wettkampf in Bad Boll zeigte er eine starke Serie. Im sechsten Versuch landete seine Kugel bei 18,49 Metern.

Im Kugelstoßen der Altersklasse der unter 20-Jährigen glänzte am Samstag Markus Reichle. Im ersten Versuch scheiterte er mit 16,98 Metern zwar knapp an der 17-Meter-Marke, im zweiten Durchgang übertraf er sie dafür um so deutlicher. Der 18-Jährige ließ seine Kugel 18,35 Meter weit fliegen und erzielte eine neue persönliche Bestleistung.

„Natürlich bin ich zufrieden, aber es war lange nicht optimal und ich denke, dass es in den nächsten Wettkämpfen auf alle Fälle weiter gehen wird", ist sich Reichle sicher. Nach einer Beinverletzung hatte er in den letzten Wochen kürzer treten müssen, seit dem Trainingslager in Kienbaum ist Markus Reichle wieder einsatzfähig. „Wir haben im Training ein bisschen was verändert und das scheint ganz gut anzuschlagen", sieht er schon erste Erfolge. Am Feiertag stand für ihn in Bad Boll der nächste Wettkampf auf dem Programm. Diesmal scheiterte Reichle knapp an den 17 Metern und musste sich mit 16,96 Metern zufrieden geben.

Im Diskuswurf der Männer trat der Neu-Sindelfinger Michael Salzer an. Nachdem er im März in Schwäbisch Gmünd schon eine gute Leistung gezeigt hatte, ließ er nun den Diskus auf 55,04 Meter fliegen und siegte vor David Wrobel. „Es hätte besser laufen können, aber in Bad Boll geht es gleich weiter", blickte Salzer nach seinem Wettkampf am Wochenende nach vorne.

Beim Einlagewettkampf in Bad Boll platzte dann der Knoten. Im fünften Durchgang schleuderte er den Diskus auf 58,56 Meter. Auch der sechste Versuch landete jenseits der 58 Meter. „Ich wollte zumindest 57 Meter werfen und konnte mich in den Wettkampf reinsteigern. In den letzten beiden Versuchen über 58 Meter zu werfen, das tat richtig gut. Auch für den Kopf", sagt der Diskuswerfer.

Nachdem Salzer in den letzten Wochen in Kienbaum und Warendorf gut trainieren konnte und deutlich mehr Würfe unter freiem Himmel gemacht hat, sieht er nun deutliche Fortschritte: „Meine Beine werden auch von Tag zu Tag schneller und spritziger. Aber technisch war der Wettkampf noch nicht perfekt. Mein rechtes Bein muss schneller drehen und links muss noch schneller setzen", weiß der Athlet des VfL Sindelfingen.

Mit seiner Leistung hat Michael Salzer den Vereinsrekord des VfL Sindelfingen deutlich verbessert. Und nach langer Zeit konnte der 20-Jährige auch eine neue persönliche Bestmarke erzielen. Am Wochenende in Bad Kreuznach wartet schon der nächste Wettkampf auf den Sindelfinger.

Bei der männlichen Jugend U18 ging VfL-Mehrkämpfer Lukas Wiesner in Nürtingen an den Start. Im Kugelstoßen erzielte er 13,43 Meter und holte sich damit die Bronzemedaille hinter Marc Salzer und Simon Bayer. Im Diskuswurf schleuderte er sein Wettkampfgerät auf 39,53 Meter, konnte seine Mitstreiter erneut nicht bezwingen und wurde Dritter.

Presse | Leichtathletik | 29.04.2012

Großes Ziel ist ein Start bei den Olympischen Spielen

Hauptversammlung des VfL Sindelfingen - Internationale Auftritte waren im vergangenen Jahr die Höhepunkte

Vor rund 50 Mitgliedern und Freunden ließ am Freitagabend der Vorstand der Leichtathletikabteilung des VfL Sindelfingen das Jahr 2011 Revue passieren. Sportliche Höhepunkte waren die WM-Teilnahme von Kugelstoßer Marco Schmidt sowie die U23-EM-Bronzemedaille von 1500-Meter-Nachwuchsläufer Alexander Schwab.

Außerdem hoben Abteilungsleiter Markus Graßmann und seine Mitstreiter die Universiade-Teilnahme von Dreispringer Matthias Uhrig hervor. Ebenfalls sehen lassen konnten sich die guten Ergebnisse im Jugend- und Schülerbereich auf baden-württembergischer und sogar deutscher Ebene. Die altbewährten Leistungsträger und zahlreiche Neuzugänge lassen 2012 auf ähnliche Spitzenleistungen hoffen. Keine Frage, dass die Teilnahme von einem oder zwei VfL-Leichtathleten bei den Olympischen Spielen in London das erklärte Saisonziel ist.

Bestens aufgestellt ist die Abteilung zudem als Veranstalter mit einer deutschen Jugendhallenmeisterschaft im eigenen Glaspalast. Unter dem Strich ein tolles Gesamtengagement, das sich auch im Ergebnis der von Kassier Jörg Niethammer präsentierten Zahlen widerspiegelte. Zwar ging der Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahr etwas zurück, doch Einnahmen und Ausgaben hielten sich mit je 170 000 Euro bei einem kleinen Überschuss fast die Waage. "Wir geben nur aus, was wir auch einnehmen", meinte Niethammer mit kritischem Seitenblick auf manch andere Sportarten.

Keine Frage war die einstimmige Entlastung von Kassier und Vorstand durch Horst Thomé. Das VfL-Vorstandsmitglied berichtete zudem über die geplanten Aktionen zum 150-jährigen VfL-Jubiläum vom 13. bis 15. Juli, sprach sich für die unbedingte Erhaltung des Glaspalastes als Sportveranstaltungsstätte aus und beklagte zusammen mit Markus Graßmann den "bescheidenen Informationsfluss" von Seiten der Stadtverwaltung in punkto Floschenstadion beziehungsweise Ersatz(neu)bau nach dessen geplantem Abriss.

Nicht zuletzt hatte Thomé eine ganze Reihe von Ehrungen des Hauptvereins mitgebracht. Die Verdienstnadel in Bronze ging an Dr. Iannis Sialis, Karlo Petri, Bernhard Grißmer und Steffen Sattelmaier, die gleiche Auszeichnung in Silber an Gabriele Manz. Leistungsmedaillen in Bronze erhielten Joachim Krauth und Nils Sörensen sowie die Jugendlichen Johannes Bergdolt, Hannes Grolig, Luis Haidt, Bastian Mayer, Lukas Mayer, Sebastian Neumann und Togan Tasgin. Eine Urkunde für den württembergischen Staffelrekord über 4 x 400 Meter gab`s dazu für Leon Bühler und Yannik Frers. 25 Jahre Mitglied und dafür mit der Ehrennadel in Silber belohnt wurden Barbara Erath, Sonja Frehland, Stefanie Gold und Gabriele Kerl.

Über Ehrungen des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes durften sich Hans Niethammer und Markus Graßmann (beide Silber) sowie Karlheinz Ludwig, Harald Olbrich und Charlotte Jooß (alle Gold) freuen, Auszeichnungen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes bekamen Birgit Hamann und Rolf Homann (beide Silber) sowie Heinz Kaffanke, Werner Spieß und Werner Eisenhardt (alle Gold).

Presse | Leichtathletik | 14.04.2012

Nur dabei - das wäre viel zu wenig

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Mittendrin statt nur dabei. Reichlich abgedroschen, dieser TV-Slogan. Auf Dieter Gauger passt er aber wie angegossen. Der 74-Jährige sitzt im Café mitten in Sindelfingen und erzählt seine Geschichte. Sie ist lang, sehr lang. Dazu hat sie unzählige Facetten. Gemeinderat und Abteilungsleiter der Sindelfinger Leichtathleten sind nur die beiden herausragendsten lokalen Positionen, die Dieter Gauger in seiner Vita vorzuweisen hat. „Wie das zusammenging, weiß ich heute gar nicht mehr", sagt er und lacht. „Diese zeitliche Belastung war schon verrückt."

Trotzdem waren ihm Mandat und Amt so wichtig, dass er solch einen Gedanken gar nicht erst weiterspinnen wollte. Mit dem Verein, dem Gauger noch heute verbunden ist und sich immer wieder aktiv unter die anderen Ehrenamtlichen mischt, hat der Vater eines Sohnes, Ralf, sportliche Höhenflüge nicht nur miterlebt. Er hat sie mitgestaltet, war über Jahrzehnte mittendrin.

Ob beim Internationalen Hallenmeeting (IHS) im Glaspalast oder anderen nationalen wie internationalen Wettkämpfen - darunter seit 1977 stolze 24 Deutsche Meisterschaften der Jugend und Aktiven - hat Dieter Gauger sich an vorderster Linie eingeschaltet. Warum? „Der Sport hat mich von meiner Jugend an geprägt und fasziniert", sagt er heute. Mitten im Schwarzwald war das. Im beschaulichen Bad Liebenzell hat der pensionierte Realschullehrer, der trotz ursprünglicher Lehre als Großhandelskaufmann sein ganzes Arbeitsleben als Lehrer für Sport und Technik an der zweiten Sindelfinger Realschule auf dem Goldberg verbrachte, die Leidenschaft zur Bewegung für sich entdeckt.

Zunächst hat er wie die meisten seiner Kameraden natürlich gekickt. War später auch Fußballtrainer. Doch irgendwie fand Gauger auf Dauer mehr Gefallen an der Leichtathletik. Er wollte hoch hinaus und schaffte es: Als württembergischer Meister im Hochsprung war Dieter Gauger mitten unter den Besten seiner Disziplin in Deutschland. Es folgte eine Karriere als Trainer, in der - man ahnt es - Gauger es mit seinem Schützling Andreas Surbeck bei Europameisterschaften mitten in die kontinentale Elite schaffte. „Wenn meine Frau nicht schon damals so mitgezogen hätte, wahrscheinlich wäre das nicht möglich gewesen", bedankt er sich bei Gattin Gerlind.

Denn Trainer, das war für Gauger nicht genug. Er übernahm in der Abteilung mehr und mehr Verantwortung, bis er 1990 zum Abteilungsleiter gewählt wurde. Dieses Amt hatte er in der Folge 15 Jahre inne. Unter seiner Regie richtete der VfL beispielsweise die Weltmeisterschaften der Senioren aus. Tagaus tagein war der langjährige Freie Wähler-Gemeinderat bemüht, seinen Verein, zu dem er schon gestoßen war, bevor er sich nach dem Studium in Sindelfingen niedergelassen hatte, mindestens deutschlandweit zu gewissen Ehren kommen zu lassen: „Über die Erfolge freust du dich ja auch."

Stefan Holz oder Tobias Unger durfte Gauger dabei genauso bejubeln wie Olympionikin Birgit Hamann und viele, viele andere Athleten, die von Meisterschaften hochdekoriert nach Sindelfingen zurückkamen. Immer war er mittendrin und hautnah dabei. „Das hat mir alles enorm Spaß gemacht. Die Leichtathletik ist mir so sehr ans Herz gewachsen, dass es in meiner Freizeit phasenweise nichts sonst gab."

Gauger runzelt nur etwas die Stirn, als er die Erinnerungen vor seinem geistigen Auge vorbeiziehen lässt: „Das war schon auch mal stressig." Unumwunden gibt er zu, dass die Sparte unter seiner Leitung sehr vom Sprint dominiert wurde und andere Disziplinen manchmal im Schatten standen: „Ich habe diese Tendenz von meinem Vorgänger Otto Welker mit unseren guten Trainern weiter ausgebaut. Im Sprint waren wir sicher verstärkt tätig."

Dazu war Dieter Gauger erneut mittendrin, als die Abteilung mit der Gründung der Speedy-Leichtathletikschule von Birgit Hamann nach Olympia in Atlanta ganz neue Wege beschritt: „Da hatte ich Sorge, extra Beiträge zu erheben. Doch das Ergebnis zeigt, dass die Schule heute hervorragend läuft." Deswegen konnte Gauger irgendwann kürzertreten, den Stab der Abteilung an Markus Grassmann übergeben und seinen Ruhestand genießen - freilich ohne Kontakt zum Geschehen zu verlieren.

Ob als Trainer bei den Speedys, Aufbauhelfer mit einer Rentnertruppe im Glaspalast, Gauger fällt „immer etwas ein", was er tun kann. Mittendrin macht ihm einfach mehr Spaß als nur dabei.

Presse | Leichtathletik | 04.04.2012

Olympia-Feinschliff in der Fabrikhalle

Kugelstoßer Marco Schmidt muss mit seinen Sindelfinger Werferkollegen aus der Stuttgarter Molly-Schauffele-Halle ausziehen

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Die Werfer des VfL Sindelfingen haben ungewöhnliche Trainingseinheiten hinter sich. Die starken Männer packten beim Umzug von der Molly-Schauffele-Halle in eine alte Fabrikhalle an. Dort bereiten sie sich auf die Sommersaison vor - und Marco Schmidt hat bei nicht gerade optimalen Voraussetzungen sogar Olympia in London im Visier.

Seit Sonntag können Marco Schmidt, Artur Hoppe, Michael Salzer, Tobias Dahm und Markus Reichle ihre alte Trainingsstätte, die Molly-Schauffele-Halle, nicht mehr nutzen. Die Sportstätte des Olympiastützpunktes Stuttgart wird wegen Umbauarbeiten geschlossen. Erst in voraussichtlich 15 Monaten können die VfL-Athleten - sollte sich nichts verzögern - wieder an gewohnter Stelle trainieren.

Der Olympiastützpunkt Stuttgart hat mitHilfe der Stadt den Sportspeicher für die lange Übergangszeit organisiert. In einer alten Fabrikhalle nahe des Canstatter Wasens bereiten sich die Sindelfinger Werfer um den Olympiakandidaten Marco Schmidt auf die Sommersaison 2012 vor, die in den Olympischen Spielen in London ihren Höhepunkt findet.

Dabei gibt es eine kunterbunte Nachbarschaft. Im Keller haben sich die BMX-Fahrer eine Trainingsstrecke gebaut, nebenan ist ein großer Raum mit zwei Beachvolleyball-Feldern. In der Halle selbst soll es neben einem umfangreichen Kraftraum auch diverse Kugelstoßanlagen geben. Auch in Zukunft wird der Kraftraum neben den Werfern auch von BMX-Fahrern, Volleyballern, Sprintern sowie Springern des Olympiastützpunktes genutzt.

Dabei haben sich die schweren Krafttrainingsgeräte nicht von alleine aus der Molly-Schauffele-Halle in den Sportspeicher bewegt. Für die Sindelfinger und ihre Teamkollegen stand in der letzten Woche ein großer Arbeitseinsatz an. Am Dienstag und Mittwoch wurden Geräte zerlegt, Wurfgeräte geschleppt, Kraftmaschinen gewuchtet und alles in den Sportspeicher transportiert. „Der Umzug war schlecht organisiert. Zu 90 Prozent hat nur das Wurfteam Stuttgart geholfen", ist Kugelstoßer Artur Hoppe, Dritter der deutschen Hallenmeisterschaften, mit dem Ablauf der Aktion unzufrieden.

Zumindest der größte Schmutz des vormals dreckigen Hallenbodens ist beseitigt, und die Werfer können sich wieder ans Trainieren machen. Die ersten Krafttrainingseinheiten gingen in der alten Fabrikhalle schon über die Bühne.

Dennoch gibt es viel zu tun in der neuen Heimat des Wurfteams. „Man muss noch viel Arbeit, Zeit und Geld investieren, damit wir im Sportspeicher richtig trainieren können", sagt VfL-Athlet Artur Hoppe. Licht und Heizung sind noch nicht voll funktionsfähig, die Halle muss weiter gereinigt und vom Sand befreit werden. Außerdem sind die Kugelstoßanlagen noch nicht aufgebaut, geschweige denn befestigt. Es gibt auch noch keine Netze, die die Wucht eines Kugelstoßes oder eines Diskuswurfes auffangen könnten. Am Freitag sorgten Peter Salzer, Tobias Dahm und Michael Salzer für die erste provisorische Anlage. Das bereits vorhandene Netz für Golfbälle soll die 7,26-Kilogramm schweren Kugeln auffangen. Bald wollen die Leichtathleten eine Plane an der Decke befestigen, um die Trainingssituation zu verbessern.

Zurzeit hat insbesondere Kugelstoßer Marco Schmidt unter den schlechten Bedingungen zu leiden. Das Training ist für ihn nur unter Einschränkungen möglich. „Die ganze Situation ist für eine Olympia-Vorbereitung überhaupt nicht gut", stellt der 28-Jährige klar und fühlt sich von den Verantwortlichen allein gelassen.

Immerhin: Anders als die Sportler anderer Disziplinen haben die Kugelstoßer auch im Sommer ein Dach über dem Kopf, sollte das Wetter ein Training im Freien unmöglich machen. Und mit dem Stadion Festwiese ganz in der Nähe, sind auch die Wege zwischen Kraftraum, Wurfanlagen und Sportstätte nicht zu groß. „An sich ist der Sportspeicher eine gute Sache, wenn man etwas daraus macht", sagt Artur Hoppe.

Presse | Leichtathletik | 28.03.2012

Glaspalast wird zur großen Spielwiese

Von unserem Mitarbeiter Hans-Jürgen Burgstahler

Rund 500 Kinder von vier bis zwölf Jahren haben bei der Knaxiade-Talentsichtung des VfL Sindelfingen den Glaspalast zur riesigen Spielwiese gemacht.

Im Innenraum testeten die Kinder an vier Stationen ihre sportlichen Fähigkeiten. Beim Stand-Hochsprung, Zonen-Weitsprung, Hindernissprint und Medizinball-Weitwurf galt es möglichst viele Punkte für die Gesamtabrechnung zu sammeln. Spielerisch wurden hier die motorischen Kernelemente der Leichtathletik abgefragt.

„Die Idee für eine Talentsichtung entstand auf dem Flug zu den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta", sagt Birgit Hamann, die Leiterin der Leichtathletik-Schule Speedy, „und durch die Zusammenarbeit mit den VfL-Leichtathleten und der Kreissparkasse Böblingen wurde das Konzept der Knaxiade geboren." So fanden sich auch einige VfL-Vorstandsmitglieder, Trainer und Athleten unter den Helfern. Abteilungsleiter Markus Graßmann zeigte sich sehr erfreut über den großen Andrang: „ Es ist immer schön, wenn so viele Kinder kommen."

Er durfte am Anfang der Veranstaltung auch ein paar seiner Athleten vorstellen, welche durchaus olympia-ambitioniert in die Saison gehen. Ließ man beim Zonen-Weitsprung seine Punkte eintragen, so geschah dies durch Matthias Uhrig, den Deutschen Vizemeister im Dreisprung. Stieß man den Medizinball, so wurde er zurückgereicht von den Kugelstoßern Tobias Dahm und Marco Schmidt, dem Dritten der DM.

„Wir hatten einen reibungslosen Ablauf und kaum Schlangen vor den einzelnen Stationen, was auch am guten Rahmenprogramm lag", sagte Birgit Hamann. Neben den bepunkteten Stationen gab es weitere Angebote, neben Porträtzeichnen und Kinderschminken auch noch sportliche Herausforderungen wie ein Hütchenparcour und eine Sprintbahn. Hier zeigten Trainerin Aleksandra Gacic und ihrer B-Schüler-Leistungsgruppe, selbst erst zwölf Jahre alt, den Kleineren, wie man einen Startblock einstellt und aus ihm heraus beschleunigt.

Die Veranstaltung endete um 16 Uhr, doch damit ist sie zumindest für die drei Punktbesten eines jeden Jahrganges noch nicht vorbei. Diese werden von der Kreissparkasse Böblingen zu einer Siegerehrung eingeladen. Auch für Birgit Hamann beginnt jetzt erst die eigentliche Talentsichtung. „Die Geeignetsten werden zu einem Schnuppertraining eingeladen. Auf diese Art kam zum Beispiel bereits bei der ersten Knaxiade 1996 Stephan Stoll zu uns, heute einer der besten deutschen 400 Meter-Hürdenläufer."

Die Knaxiade bildet bei der Kreissparkasse Böblingen den Auftakt zum Olympiajahr 2012.

Presse | Leichtathletik | 09.03.2012

Doppelter Höhenflug in Virginia

Sindelfinger Stabhochspringerinnen Victoria von Eynatten und Martina Schultze beim Sportstipendium in den USA

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Victoria von Eynatten, WM-Silbermedaillengewinnerin der Altersklasse U20, hat sich schon gut eingelebt. Die 20-Jährige musste nicht viel am gewohnten Training verändern. Trainingsumfang und -ablauf sind im Vergleich zu den Einheiten am Olympiastützpunkt Stuttgart unter Landestrainer Ivan Macura-Böhm ähnlich.

„Dazu kommt aber eine Einheit in der Turnhalle, was sehr gut für mich ist und natürlich sind die Technikeinheiten anders", sagt die Stabhochspringerin, die im regelmäßigen Austausch mit Macura-Böhm steht und Videos ihrer Sprünge nach Stuttgart schickt. Auch die Bedingungen vor Ort sind erstklassig. Die Virginia Tech verfügt über eine hervorragende Leichtathletikhalle, Wohnungen und Universität sind zentral gelegen und die Betreuung der Athleten klappt reibungslos.

Martina Schultze, Goldmedaillengewinnerin der U20-Europameisterschaften von Novi Sad, fühlt sich ebenfalls wohl in Amerika. Die 21-Jährige ist begeistert von den technischen Möglichkeiten in Virginia: „Jeder Sprung wird von einer Videokamera aufgenommen und man kann sich ihn dann auf einem Bildschirm direkt neben der Anlage anschauen", sagt Schultze.

Außerdem laufen die Springerinnen auf einem Steg an. „Dadurch kommt man sich immer total schnell vor", so die Sindelfinger Athletin. Besonders ihre Beintechnik konnte sie zuletzt, mithilfe von Trainer Bob Phillips, verbessern.

Auch im Anlauf ist Martina Schultze sicherer geworden, bringen ihr doch sechzehn statt der gewohnten vierzehn Schritte deutlich mehr Geschwindigkeit.

Derzeit ist in den USA die Wettkampfsaison in vollem Gange. Martina Schultze konnte mit einer guten Leistung von übersprungenen 4,21 Metern in die Saison einsteigen. Erst vor knapp zwei Wochen steigerte sich die 21-Jährige auf 4,31 Meter und belegte den zweiten Platz in den, für die Universitäten so wichtigen, ACC-Championships. Damit hat sie sich gleichzeitig für die NCAA´s, die nationalen Hochschulmeisterschaften in den USA qualifiziert. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung, denn ich wollte bei diesem Wettkampf unbedingt gut springen", sagt die Sportlerin. Nun will sich Martina Schultze weiter steigern, ehe sie im Sommer in die deutsche Heimat zurückkehrt. Victoria von Eynatten zeigte schon ab dem ersten Wettkampf bemerkenswerte Leistungen. Gerade in Amerika angekommen, erzielte sie eine Höhe von 4,31 Metern. „Dass ich gleich beim ersten Wettkampf die 4,30-Marke knacke, hätte ich selbst nicht erwartet", sagt die 20-Jährige. „Aber ich bin sehr motiviert und wollte meinem Team zeigen, dass es sich gelohnt hat, mich aufzunehmen", so von Eynatten.

Doch es ging noch höher hinaus: Vor wenigen Wochen übersprang sie gar 4,37 Meter und stellte damit eine neue Bestleistung sowie den neuen Vereinsrekord des VfL Sindelfingen auf. „Es macht richtig Spaß hier zu springen, am Besten gefällt mir, dass hier sehr viel Wert auf Teamgeist gelegt wird und man für seine Uni und sein Team den Sieg holen möchte."

Vor zwei Wochen ist der Stabhochspringerin dies in Boston bei den ACC Championships gelungen. Mit 4,31 Metern gewann sie vor Teamkameradin Martina Schultze die Goldmedaille.

Auf deutschem Boden noch von Knieschmerzen geplagt, kann die 20-Jährige in Amerika nun schmerzfrei springen. „Als wäre nie was gewesen, ich habe gar keine Probleme mehr. Ein Glück", freut sich der VfL-Neuzugang.

Die Stabhochspringerin bereitet sich schon auf ihren nächsten Einsatz, die NCAA Championships, die in zwei Wochen in Idaho stattfinden, vor. „Ich fühle mich super und bin schon heiß auf den Wettkampf", meint Victoria von Eynatten, schließlich hat sie sich viel vorgenommen: Sie peilt den „all-american-status", eine hohe Auszeichnung für die besten Sportler einer Sportart, an.

Presse | Leichtathletik | 28.02.2012

Ein Überflieger auf der Überholspur

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Schon zur Eröffnung der Hallensaison zeigte sich Neumann in Top-Form: Bei den baden-württembergischen Meisterschaften in Karlsruhe wurde er über 60 Meter im Endlauf nur durch einen Fehlstart gestoppt. Im 200-Meter-Finale war der 16-Jährige dann nicht aufzuhalten und holte sich mit einer starken Zeit von 22,88 Sekunden souverän die Goldmedaille. Bei den süddeutschen Meisterschaften im Sindelfinger Glaspalast war Sebastian Neumann mit seinem dritten Platz über 200 Meter ebenfalls erfolgreich, verbesserte er doch seine Bestmarke erneut auf 22,83 Sekunden.

Auch vor den deutschen Meisterschaften im heimischen Glaspalast stimmte eigentlich alles. Im Training präsentierte sich der Athlet des VfL Sindelfingen topfit, Trainer Peter Wiesner traute seinem Schützling sogar eine neue Bestzeit zu. Einzig die Bahnverteilung war es, die Neumann einen Strich durch die Rechnung machte. „Bahn eins war wirklich nicht ideal, dabei wäre ich fit genug gewesen, um eine richtig gute Zeit zu laufen", sagt der Sprinter.

Auf der Innenbahn hatte es der 16-Jährige allerdings schwer. Sebastian Neumann kam am Anfang gut ins Rennen, zeigte einen starken Antritt und lief eine schnelle Frequenz. „In der zweiten Kurve bin ich mit meinen langen Schritten dann aber ins Stolpern gekommen und hinten raus habe ich nicht genug Druck gegeben", weiß der VfL-Athlet.

Doch auf die zurückliegende Hallensaison kann er stolz sein. Der Sprinter wurde von keinen größeren Verletzungssorgen geplagt, auch wenn zuletzt der Rücken wegen des Ischias-Nervs ein wenig schmerzte. Im letzten Jahr war dem nicht so. Früh verhinderte der Rücken weiteres Training und Wettkämpfe, die komplette Hallensaison musste Neumann sausen lassen. Erst im Sommer konnte der Nufringer im Trikot des VfL Sindelfingen mit zwei baden-württembergischen Vizemeistertiteln über 100 und 200 Meter sein Können unter Beweis stellen. Was folgte, war eine nachweislich gute Vorbereitung auf die Wettkämpfe im diesjährigen Winter. „Wir haben immer gut trainiert und ich war topfit für den Höhepunkt deutsche Meisterschaften", sagt Sebastian Neumann.

Deswegen fällt auch sein Fazit der Hallensaison 2012 durchweg positiv aus. „Ich bin überrascht und glücklich. Gerade über 200 Meter lief es richtig gut und auch über die Platzierungen kann ich mich nicht beklagen", so Neumann mit einem Schmunzeln. Nur das i-Tüpfelchen, eine weitere Bestleistung bei den deutschen Meisterschaften in der eigenen Halle, fehlte. Doch Sebastian Neumann trauert seinem Auftritt nicht hinterher, sondern schaut nach vorne: „Ich habe schließlich noch zwei Jahre in der Jugendklasse".

Seine sportliche Karriere begonnen hat Sebastian Neumann allerdings mit dem Fußballspielen. Beim FC Gärtringen entdeckte er bald seine herausragende Schnelligkeit und begann beim SV Nufringen mit der Leichtathletik. „Später musste ich mich dann entscheiden und weil mir die Leichtathletik viel mehr Spaß gemacht hat, habe ich damit weiter gemacht", sagt der 16-Jährige.

Für sein Hobby investiert der Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums in Böblingen, der im nächsten Jahr Abitur schreibt, seine gesamte Freizeit, für andere Aktivitäten bleibt kaum Zeit. „Unter der Woche bin ich nur am hin- und herpendeln zwischen Schule, Training und Zuhause. Am Wochenende mache ich etwas mit meinen Freunden, wobei das in der Zeit, wo fast jedes Wochenende ein Wettkampf stattfindet, auch oft schwierig ist", so Neumann.

Doch den Spaß, den er an seiner Sportart hat, macht alles wieder wett. „Leichtathletik ist vielseitig und nie langweilig", weiß der Schüler. Und die Sprint-Disziplinen haben es dem Nufringer sowieso angetan. „Das ist einfach Action und es gibt einem so viel Adrenalin. Während des Laufs muss man an sein Limit und drüber hinaus gehen, das ist einfach der Hammer", erklärt Sebastian Neumann begeistert.

Diese Erlebnisse sind es, die ihm die Kraft für viele Trainingseinheiten geben. Am anstrengendsten findet der 16-Jährige dabei die Tempoläufe. „Aber eigentlich macht mir alles Spaß, und gerade in so einer Trainingsgruppe ist das Training wirklich lustig und motivierend." Inzwischen kann Neumann gar nicht mehr ohne Training und Wettkämpfe. „Es ist für mich wie eine Droge, aber eine sehr positive natürlich. Mich motivieren meine Erfolge und meine Ziele", sagt der Athlet des VfL Sindelfingen. Und ist sich auch bewusst, dass er, um noch besser zu werden, in den nächsten Wochen und Monaten hart trainieren muss.

Nach den deutschen Jugendmeisterschaften hat Sebastian Neumann erst mal eine Woche mit dem Training ausgesetzt, um sich von seinen Wettkämpfen zu erholen, nun beginnt er das Aufbautraining für die Freiluftsaison. Besonders im Kraftbereich möchte sich Neumann noch deutlich verbessern. Denn im Sommer will es der Sprinter wissen: „Bei den baden-württembergischen Meisterschaften will ich auf jeden Fall aufs Podest. Über 200 Meter sollte das klappen." Über beide Sprintstrecken peilt er eine neue Bestzeit an. „Draußen zählt es", mit diesen Worten schließt Sebastian Neumann mit seiner erfolgreichen Hallensaison ab.