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Training allgemein
Im Winterhalbjahr (November bis März) findet das Training im Glaspalast sowie in verschiedenen Sporthallen statt.
Im Sommerhalbjahr (April bis Oktober) wird im Floschenstadion trainiert.

Presse | Leichtathletik | 29.01.2015

Statt Hürdenlauf ist Aquawalking angesagt

Nadine Hildebrand vom VfL Sindelfingen hat sich einer Knie-OP unterzogen und hofft, im Sommer wieder fit zu sein

Zur Zeit fühlt sich Nadine Hildebrand einfach nicht komplett. Ihr fehlt etwas. Der Sport. Denn ihren Job als Anwältin kann die 27-Jährige zur Not auch an Krücken bewältigen. Über ein Hindernis nach dem anderen zu fliegen ist seit der Knie-OP Anfang Januar für die Hürdenläuferin des VfL Sindelfingen aber erstmal nicht drin.

VON SANDRA LANGGUTH

"Das mit dem Rumsitzen ist echt nicht so mein Ding", gibt die amtierende deutsche Hallenmeisterin über 60 Meter Hürden offen zu. Doch die Entscheidung, den Knorpelschaden am rechten Knie operativ beheben zu lassen, musste genau jetzt getroffen werden. "Lieber verpasse ich jetzt die Hallensaison und bin nächstes Jahr wieder fit, als es später zu machen und am Ende noch die Olympischen Spiele zu gefährden", erklärt Nadine Hildebrand, die ihren letzten Wettkampf im September in Brüssel absolvierte. Danach hatte sie nach einer langen und anstrengenden Saison erstmal zwei Wochen komplette Sportpause eingelegt, ehe nach leichtem Lauf- und Stabitraining Mitte Oktober die Vorbereitung auf die Halleinsaison losging. Dann stand das Trainingslager des Deutschen Leichtathletikverbandes im November an. "Davor hat es schon hin und wieder weh getan, dann war's wieder gut. Und dort kam es dann wieder", sagt die 27-Jährige. Wieder heimgekehrt, ließ die Sindelfinger Athletin nachschauen. Es wurde eine Arthroskopie gemacht. "Ich habe das dann lang und breit mit Arzt, Physio und meinem Trainer Werner Späth besprochen. Irgendwann hätte man es eh machen müssen, auch wenn ich natürlich gerne meinen DM-Titel verteidigt hätte und mir auch für die EM in Polen einiges ausgerechnet habe", sagt die Anwältin, die seit September 2013 in einer Kanzlei für Transport-, Logistik- und Versicherungsrecht zuständig ist.

Sabrina Lindenmayer drückt dieDaumen für eine schnelle Rückkehr

In der Winghofer-Klinik in Rottenburg legte sie sich unters Messer. "Ne Dreiviertelstunde hat das schon gedauert", erzählt die 27-Jährige auch von der Vollnarkose. "Da musste ich hinterher erstmal noch im Krankenhaus abliegen", sagt sie lachend. Seither geht Nadine Hildebrand an Krücken, darf das Bein nur leicht belasten. Dass die komplette Hallensaison gelaufen sein wird, war ihr natürlich schon vorher klar. Wie es aber für die Zeit danach aussieht, wie schnell sie wieder fit sein oder mit dem Training beginnen kann, steht komplett in den Sternen. "Das heilt bei jedem anders. Deshalb haben wir auch keinen Plan gemacht, denn man wird nur unzufrieden, wenn man ihn nicht einhalten kann." Noch ein, zwei Wochen wird die Hürdenläuferin an Krücken gehen, ehe sie erstmal ihren Alltag ohne meistern will. "Ich möchte ja auch die Operation nicht gleich wieder zunichte machen", zwingt sie sich selbst zur Geduld. "Ich bin ja schon ein sehr aktiver Mensch." Und deshalb hält sie es auch nicht ganz ohne Bewegung aus. Immerhin darf sie ins Schwimmbad. "Aquajogging kann man das eigentlich nicht nennen, was ich da mache, es ist eher Walking. Aber für die Schwellung ist das ganz gut", erzählt die 27-Jährige schmunzelnd. Dennoch hat sie an ihrem rechten Bein "massig an Masse verloren", wie sie es selbst beschreibt. "Aber ich weiß auch, wenn ich es geschafft habe, die Muskeln und die Kraft vorher aufzubauen, dann schaffe ich das auch nochmal", will sie sich auf keinen Fall hängen lassen. "Sonst hätte ich ja auch gleich aufgeben können."

Dass Training im Sommer möglich ist, davon ist Nadine Hildebrand überzeugt. An Wettkämpfe denkt sie aber noch nicht. "Klar, wenn ich starten kann, mache ich auch mit. Die Frage ist nur, wie gut man dabei aussieht", sagt die Sprinterin lachend. Mit einer Zeit von 14 Sekunden über die Hürden zu fliegen, bringe ihr allerdings auch nichts. Im Moment hat die 27-Jährige nun erstmal die Leistungen verfolgt, die ihre Trainingspartnerin Sabrina Lindenmayer im Glaspalast gezeigt hat. "Die ist schon arm dran gerade, muss jetzt ganz alleine trainieren, da wir ja nur zu zweit sind beim VfL. Aber sie macht das wirklich gut", lobt Nadine Hildebrand ihre Trainingspartnerin.

Nun hoffen beide, dass die Gesundung schnell vorangeht, damit das Duo wieder vereint ist und Nadine Hildebrand sich wieder komplett fühlen kann.

Presse | Leichtathletik | 24.01.2015

Heiße Eisen beim Heimauftritt

Baden-Württembergische Meisterschaften im Sindelfinger Glaspalast

Für erste Spannung wird der Kugelstoßwettkampf der männlichen Jugend sorgen. Hier tritt Eric Bundschuh in den Ring und gehört zu den Favoriten auf den Landesmeistertitel.

Ein zweiter starker Mann kommt am Samstag um 15 Uhr zum Einsatz. Tobias Dahm konnte zuletzt in Sassnitz die EM-Norm übertreffen, das nächste Ziel ist die 20-Meter-Marke. Vielleicht ist diese Schallmauer ja mit der Unterstützung der Sindelfinger Fans zu überwinden. Auch Trainingskamerad Artur Hoppe ist gemeldet.

Ebenfalls an Tag eins wird sich Stabhochspringerin Martina Schultze zeigen. Die letzte Saison verlief für sie recht erfolgreich, daran möchte die Sindelfingerin anknüpfen. Bei den Männern möchte Leo Lohre am Sonntag seine Saisonbestleistung von fünf Metern steigern. Florian Gaul hofft, nachdem er zuletzt unter Rückenproblemen zu leiden hatte, auf schmerzfreies Springen.

Auch im Sindelfinger Sprinterlager freut man sich auf die Landesmeisterschaften. Los geht es für die schnellen Männer am Samstag um 13.20 Uhr. Mit dabei sind unter anderen Johannes Wiesner, Carsten Theurer, Romed Guischard und John-Henry Tate, der am vergangenen Wochenende den schnellsten Saisonstart über die 60 Meter hinlegte. Über die 200-Meter-Strecke haben Manuel Ilg und Patrick Saile eine Medaille im Blick. Über die 400-Meter-Strecke ist Manuel Ilg sogar mit der schnellsten Zeit gemeldet.

Bei so vielen starken Sprintern hofft man in Sindelfingen natürlich auch auf die entsprechende Staffelleistung. Ob schnell auch im Team klappt, kann man am Samstag-nachmittag beurteilen. Dann wechseln die 4x200- und anschließend am Sonntagnachmittag die 4x400-Meter-Staffeln.

Nach einem intensiven Trainingslager in Portugal darf man auf die Form von Patrick Oehler gespannt sein, der einen 800-Meter-Start wagt. Auch Jonas Kolzau wird hier starten. Nach ihrer starken Zeit vom Sindelfinger Hallenmeeting steht Sabrina Lindenmayer auch auf der Meldeliste der Landesmeisterschaften ganz vorne. Die Sindelfingerin will sich am Sonntag im Glaspalast weiter steigern und liebäugelt mit einer Zeit von unter 8,20 Sekunden über die 60-Meter-Hürden-Strecke. Auch im Staffelrennen wird sie mit dabei sein, trotz einiger Ausfälle wird die 4x200-Meter-Frauenstaffel starten. Janina Dums und Deborah Hufschmidt werden ebenfalls eingesetzt werden.

In der Jugendklasse liegt das Sprint-Feld eng beieinander, in den Endlauf über die 60 Meter will es Deniz Almas schaffen. Zu gerne würde er die Sieben-Sekunden unterbieten. Außerdem wird Almas über die 200-Meter-Strecke starten. In der Altersklasse U20 soll ebenfalls eine Sprintstaffel an den Start gehen. Nachdem sich Marvin Tischler beim Hallenmeeting am Oberschenkel verletzt hat, ist fraglich in welcher Besetzung.

Über die drei Hallen-Kilometer geht am Sonntag Joshua Sperrle an den Start. An den 60-Meter-Hürden versuchen sich die beiden Mehrkämpfer Niklas Burkhardt und Nico Hamann. Hamann wird außerdem im Stabhochsprung antreten. Bei der weiblichen U20 halten im Sprintbereich Romy Rudisile und Sina Schatz die Fahnen des VfL Sindelfingen hoch. Im Kugelstoßen geht Johanna Beyerle an den Start.

Info:

Mehr unter www.sifi-athletik.de im Internet.

Presse | Leichtathletik | 21.01.2015

Vier Sindelfinger laufen zur Silbermedaille

Am Sonntag zeigte der Nachwuchs bei den baden-württembergischen Meisterschaften im Sindelfinger Glaspalast, was er drauf hat

Von Hans-Jürgen Burgstrahler

Den Anfang für den VfL Sindelfingen machte Sina Schatz. Konnten die 8,63 Sekunden über 60 Meter ihren Trainer Peter Wiesner noch nicht überzeugen, so war er von ihrem Ergebnis über 400 Meter sehr angetan. „Mit rund 65 Sekunden wäre ich bei ihrem ersten 400-Meter-Lauf zufrieden gewesen. Rang vier in 62,23 Sekunden ist super“, so Peter Wiesner.

Den ersten Podestplatz für die Gastgeber gab es im Rahmen eines Teils der württembergischen U16-Meisterschaften, die auf der Rundbahn ausgetragen werden. Der zweite Rang in der 4x100-Meter-Staffel nach 49,05 Sekunden war der Lohn für eine solide Leistung von Christian Dietrich, Max Behrendt, Maximilian Frohnmüller und Lars Böttinger. Max Behrendt krönte seinen erfolgreichen Tag mit dem Sieg im Fünfer-Sprunglauf mit 17,61 Metern gleich im ersten Versuch.

Mark Bachner hatte vor seinem Lauf über 800 Meter gehörig Respekt. „Die haben im ersten Zeitlauf ein Wahnsinnstempo angeschlagen“, meinte der M14-Teilnehmer. In seinem Lauf drückte er daher von Anfang an auf die Tube, wurde spät noch von ein paar Konkurrenten eingeholt, konnte aber trotz Rang zwölf mit seiner persönlichen Bestzeit von 2,30,50 Minuten zufrieden sein. Nicht zufrieden war dagegen Leonie Schliessus, die in der Altersklasse W15 nach 2,48,34 Minuten auf Rang 14 einlief.

Die 4x100-Meter-Staffel der VfL-Mädchen lief nach 54,83 Sekunden als 13. ins Ziel in der Besetzung Susanne Ernst, Kim Bödi, Toni Dietz und Ina Steinmetz.

Kim Bödi trat noch über die 800 Meter der Altersklasse W14 an. Nach einer Rempelei am Start kämpfte sie sich wieder ins Vorderfeld zurück und konnte in persönlicher Bestzeit von 2,30,35 Minuten den dritten Platz sichern.

Der am meisten beschäftigte VfL-Athlet des Tages war der neu in die U18 aufgestiegene Aleksandar Gacic. Zunächst überwand er im Hochsprung 1,80 Meter, was Rang vier bedeutete. „Er hat seine Bestleistung um einen Zentimeter gesteigert, aber auch 1,85 Meter wären möglich gewesen“, so seine Mutter und Trainerin Aleksandra Gacic. Kurz darauf qualifizierte er sich in 8,51 Sekunden auch für den Endlauf über 60-Meter-Hürden, in welchem er in 8,57 Sekunden Sechster wurde.

Zuletzt startete er für die 4x200-Meter-Staffel des VfL, zusammen mit Julian Müller, Lukas Müller und Florian Dick kam er auf den neunten Rang. „Die Zeit von 1,39,75 Minuten ist im Rahmen. Letztes Jahr sind die Jungs noch 4x100 Meter gelaufen. Jetzt mussten sie lernen, dass die Wechsel bei den 4x200 Metern etwas anders funktionieren“, sagt Trainer Manuel Retzbach.

Zum Schluss gab es eine erfreuliche Überraschung über die 300 Meter der Altersklasse M15. „Justus ist noch nicht so lange in der Leichtathletik, ich wollte einfach mal seine Sprintausdauer testen“, so Trainerin Aleksandra Gacic. Dieser Test endete für Justus Gaude auf dem Bronzeplatz mit starken 41,72 Sekunden, Neunter wurde sein Vereinskamerad Maximilian Frohnmüller, der 43,66 Sekunden benötigte.

Stark auch die Leistung von Johannes Kästner vom SV Nufringen. Er wurde in der Altersklasse M18 Dritter über 400 Meter in 53,05 Sekunden. Mark Schittenhelm von der Spvgg Holzgerlingen Zweiter über 800 Meter in 2,04,18 Minuten. Luca Diekmann von der Spvgg Renningen durfte zwei Bronzemedaillen nach Hause nehmen, über 60 Meter Hürden in 8,28 Sekunden und im Weitsprung mit 6,59 Metern.

Nach dem Beitritt der SV Böblingen zur Startgemeinschaft Schönbuch-Nord waren die Titelkämpfe die erste echte Bewährungsprobe. Insgesamt stellten sich vier Staffeln der Konkurrenz. Die 4x200-Meter-Staffel der U18-Mädchen wurden in 1:53,06 Minuten in der Besetzung Hylinski, Meißle, Dieterle, Weisbarth Elfte.

Platz vier sicherten sich Alwazawi, Radi, Kerk, Jakob über 4x100 Meter. Bis kurz vor Schluss waren sie in den Medaillenrängen. Auf den letzten Metern zog aber noch die LG Filstal vorbei. So wurde es in guten 50,85 Sekunden der vierte Platz.

Gleich zwei Mädchenstaffeln waren über die 4x100 Meter der U16 am Start. Unglücklicherweise waren beide im selben Lauf, wobei sich hier die erste Staffel in der Besetzung Gruber, Rudolf, Pusskeiler, Tacke mit 54,67 Sekunden den Sieg in dem Lauf sicherte. Die zweite Staffel in der Besetzung Lindner, Weippert, Ertel, Plümer verlor etwas Zeit durch einen Wechselfehler, lief das Rennen aber noch in 58,53 Sekunden zu Ende. Hier zeigte sich vor allem Denise Lindner als Startläuferin in hervorragender Verfassung.

Presse | Leichtathletik | 14.01.2015

Tobias Dahm: 20 Meter sind das Ziel

Der Sindelfinger startet mit 19,36 Metern beim Kugelstoß-Meeting in Gammertingen in die neue Saison

Von Saskia Drechsel

Im Männerwettkampf bekam es Tobias Dahm mit dem rumänischen Meister Andrej Gag zu tun. Im ersten Versuch kam Dahm auf 18,82 Meter und ging mit seiner Weite in Führung. Bereits im zweiten Durchgang durfte der Sindelfinger dann über einen 19-Meter-Stoß jubeln.

Sein 7,26-Kilogramm schweres Wettkampfgerät flog auf 19,19 Meter. In einem recht konstanten Wettkampf steigerte sich der 27-Jährige Versuch um Versuch, der sechste flog dann am weitesten. Mit 19,36 Metern trug sich Dahm in die Ergebnisliste ein.

Auch bei Andrej Gag war der letzte Versuch der beste. Auf 19,94 Meter ließ der rumänische Titelträger die Kugel fliegen und entschied den Wettkampf in Gammertingen damit deutlich für sich. Den zweiten Platz belegte Tobias Dahm mit seinen 19,36 Metern.

Auf Platz fünf folgte Dahms Vereinskamerad Markus Reichle mit 15,20 Metern. Auch Michael Salzer trat in Gammertingen im Kugelstoßen an. Zuletzt hatte sich der Diskuswerfer eher auf den Bobsport konzentriert. Bei der Kugelstoß-Gala kam er mit 16,39 Metern zu einem recht beachtlichen Ergebnis. In der Jugendklasse U20 trat Eric Bundschuh ebenfalls im Trikot des VfL Sindelfingen an. Er stieß seine 6-Kilogramm-Kugel im dritten Versuch auf 16,79 und wurde Vierter.

Insgesamt gab sich Dahm sehr zufrieden mit seiner Wettkampfleistung, trotz der Niederlage gegen Gag. „Ich bin dennoch zufrieden mit meinem Auftakt, da wird schon noch einiges kommen“, sagt der VfL-Kugelstoßer.

Schließlich lief beim stimmungsvollen Meeting in Gammertingen noch nicht alles rund für den Athleten. Mit Problemen an der Patellasehne im Knie und Schmerzen im Nacken trat Tobias Dahm an, auch technisch war noch nicht alles perfekt: „Das rechte Bein lief gut, beim linken hat noch nicht alles geklappt“, sagt der VfL-Kugelstoßer.

Nun arbeitet der Sindelfinger weiter daran, sein großes Ziel in diesem Jahr zu erreichen. Nachdem er 2013 und auch in der vergangenen Saison jeweils denkbar knapp an der 20-Meter-Marke vorbeigeschrammt war, soll es nun klappen mit dem Stoß in neue Kugelstoßer-Sphären.

Und das möglichst schon in der Hallensaison, denn nach einer intensiven Vorbereitung ist Dahm topfit, auch mit einem Start bei den Hallen-Europameisterschaften in Prag liebäugelt er.

Den letzten Schliff für eine erfolgreiche Hallensaison verpasst sich der Zwei-Meter-Mann gerade in Kienbaum (Brandenburg). In einem weiteren Vorbereitungstrainingslager steht einiges auf dem Trainingsplan, gerade im Sprintbereich gibt es viel zu tun. „Ich will meine technischen Fehler beheben und arbeite an meiner Schnelligkeit“, sagt Dahm.

Denn in einer halben Woche steht schon der nächste Wettkampf auf dem Terminplan. In Sasnitz auf der Ostseeinsel Rügen steigt Dahm am kommenden Samstag erneut in den Ring.

Der VfL-Athlet kennt schließlich sein Geheimrezept für große Weiten. „Ich brauche einfach viele Stöße im Wettkampf, dann kommt auch die Weite.“ Die 19,36 Meter von Gammertingen waren für den Sindelfinger schon mal ein guter Anfang.

Info

Mehr Informationen zu der Leichtathletik-Abteilung des VfL Sindelfingen gibt es auch unter www.sifi-athletik.de im Internet.

Presse | Leichtathletik | 02.01.2015

Der Routinier ist motiviert wie eh und je

Speerwerfer Peter Esenwein sucht beim VfL Sindelfingen neue Herausforderungen / Der Olympiateilnehmer von 2004 will in diesem Jahr die 70-Meter-Marke knacken

Von Saskia Drechsel

Er kann es einfach nicht lassen: Fast 30 Leichtathletik-Jahre hat Peter Esenwein als Aktiver schon auf dem Buckel, doch der 47–Jährige wirft seinen Speer motiviert wie eh und je. Seit 1990 war er für das LAZ Salamander Kornwestheim Ludwigsburg am Start, nun hat sich der erfahrene Speerwerfer für einen Vereinswechsel entschieden. Ab der kommenden Saison wird Esenwein im blau-weißen Trikot starten und freut sich auf die große Wettkampf-Mannschaft des VfL Sindelfingen.

Da staunten die Sindelfinger Vereinsmitglieder nicht schlecht, als im Dezember auf der Jahresabschlussfeier der namhafte Speerwerfer als Neuzugang präsentiert wurde. Mit starken Speerweiten hat sich Peter Esenwein in Baden-Württemberg einen Namen gemacht, auch international ist der Olympiateilnehmer von 2004 geachtet. Seine Bestleistung liegt bei starken 87,20 Metern, auch einige internationale Einsätze hat Esenwein hinter sich.

Der ehemalige Zehnkämpfer hat im Schüleralter mit der Leichtathletik begonnen, sich aber erst mit 23 Jahren auf das Speerwerfen konzentriert. Dementsprechend spät schaffte er es zu Spitzenweiten. 1997 flog der reguläre Speer erstmals über die 80-Meter-Marke und das deutlich weiter als gedacht. „Beim Saisonauftakt in Riederich habe ich mich damals richtig gut gefühlt. Und dann ist der erste Versuch gleich auf 85,60 Meter geflogen. Damit habe ich mich quasi in die Weltklasse hineinkatapultiert“, erzählt Esenwein. Jahre später kam es dann zu internationalen Einsätzen.

Besonders gerne berichtet Esenwein vom Jahr 2004, als er sich mit 36 Jahren erst auf den zweiten Platz im Europacup in Bydgoszcz warf und damit das Olympiaticket löste. Auch an tolle Europameisterschaften 2006 in Göteborg erinnert er sich gerne zurück. „Da habe ich mich nach einer schweren Schulteroperation national zwei Mal durchgesetzt und es bis ins EM-Finale geschafft.“ Hier reihte sich Esenwein hinter namhaften Speerwerfern auf Platz sechs ein. Ein weiteres Highlight: Das Weltfinale im ehemaligen Stuttgarter Leichtathletikstadion, hier erzielte der Speerwerfer die zweitbeste Weite seiner Karriere und wurde hinter Andreas Thorkildsen und Tero Pitkämäki Dritter.

Mit den Jahren hat sich Peter Esenwein zu einem wahren Dauerbrenner auf den Speerwurfanlagen des Landes entwickelt, nur drei oder vier deutsche Meisterschaften hat er in den letzten dreißig Jahren verpasst, Verletzungen bremsten ihn.

Auch das letzte war wieder so ein verflixtes Jahr. Peter Esenwein hatte im Aufbautraining geschuftet, war im Frühjahr topfit. In der Woche vor dem ersten geplanten Wettkampf passierte dann das Unglück: Er zog sich beim Sprinttraining eine Zerrung im Beuger zu, die ersten Wettkämpfe waren gestrichen. Nach einigen Wochen forcierte der Speerwerfer das Training wieder, doch erneut bremste ihn die Zerrung aus. Weil der linke Oberschenkel, das Stemmbein des Speerwerfers lädiert war, blieben Wettkämpfe weiter unmöglich. „Ich war gut drauf, die Verletzung war dann richtig blöd. Ich konnte weder werfen noch sprinten“, erzählt Esenwein.

Die deutschen Meisterschaften im Ulmer Donaustadion wollte er trotzdem nicht verpassen und kämpfte um die Qualifikationsweite. Bei den süddeutschen Meisterschaften in Regensburg im Juli wollte der Sportler die letzte Gelegenheit nutzen und ging getaped an den Start. Als es im Männerwettbewerb mit der gewünschten Weite nicht klappte, versuchte er sich bei den Frauen außer Wertung. „Eigentlich war es Schwachsinn, gleich zwei Wettkämpfe zu machen, aber ich wollte es unbedingt versuchen“, sagt Esenwein. Es blieb sein einziger Wettbewerb im letzten Jahr.

Nun ist Peter Esenwein aber wieder wohlauf und absolviert, wie in jedem Jahr, eine intensive Vorbereitung auf die Freiluftsaison. Fünf bis sechs Einheiten pro Woche sind fest eingeplant, gerade steckt der Speerwerfer mitten in der Kraftphase, ans Werfen denkt er in den letzten Wochen weniger. „Im Winter werfe ich die Speere eher nicht, bei Kälte macht das wenig Sinn. Und dann ist man umso motivierter für den Sommer“, so Peter Esenwein.

In Sachen Motivation macht dem Speerwurf-Oldie sowieso niemand etwas vor. Er ist fit und beschwerdefrei und hat seine Ziele fest im Blick. Denn auch in diesem Jahr soll der Speer weit über die Rasenflächen des Landes segeln. Esenwein, der zurzeit in Rechberghausen lebt, hat in der Freiluftsaison 2013 vierundsiebzig Meter weit geworfen, die Siebzig-Meter-Marke will er auch in diesem Jahr definitiv knacken. „Mindestens will ich die Norm für die deutschen Meisterschaften in Nürnberg werfen, ich sehe ja, was ich im Training leisten kann“, sagt der Neu-Sindelfinger. Denn trotz vieler Jahre als Speerwerfer, vom Alter merkt Esenwein noch nicht viel. „Die Kraftleistungen halten sich gut, nur die Sprintleistungen werden natürlich etwas schwächer. Es ist aber überraschend, wie lange man sich halten kann“, sagt der 47-Jährige. Und so denkt Peter Esenwein noch lange nicht ans Aufhören. „Ich habe einfach zu viel Spaß dabei, es ist toll Wettkämpfe zu bestreiten, aber es ist klar: Mein Anspruch muss sein, mindestens bei den deutschen Meisterschaften zu werfen.“

Auch dieser Leistungsanspruch hat ihn zum VfL Sindelfingen geführt. „Ich brauche einfach dieses Leistungssportumfeld und will bei deutschen Meisterschaften nicht alleine am Frühstückstisch sitzen. Außerdem fühlt man sich doch besser aufgehoben, wenn bei Wettkämpfen Vereinskameraden auf der Tribüne sitzen und anfeuern“, sagt Peter Esenwein, der sich nebenbei als Athletiktrainer um den Handball-Nachwuchs von Frisch auf Göppingen kümmert. Er selbst hat keinen Trainer, sondern coacht sich seit vielen Jahren selbst. „Ich habe ein gutes Gespür für den Wurf selber und arbeite viel mit Videoaufnahmen“, sagt Esenwein, der auch ganz genau seinen Schwachpunkt kennt. „Ich muss meinen Stemmschritt kürzer und aktiver setzen und mit stabilerem Stemmbein werfen. Dieses Problem habe ich eigentlich schon immer. In manchen Jahren klappt es besser, in manchen weniger gut.“

Peter Esenwein ist ein Athlet, der in den vielen Jahren seiner Speerwurfkarriere schon so einige Höhen und Tiefen erlebt hat. Geblieben ist dem Sindelfinger Neuzugang aber die Faszination für seinen Sport. „Es ist einfach diese Komplexität, die das Speerwerfen so einzigartig macht. Und wenn man den Speer richtig gut trifft, ist das ein tolles Gefühl, erzählt Esenwein. Und genau deswegen wird der Neu-Sindelfinger auch in diesem Jahr immer wieder zum Speer greifen.

Presse | Leichtathletik | 08.12.2014

Erfolgreiche Sportler präsentiert und Neuzugänge vorgestellt

Rückblick und Vorausschau prägten den Jahresabschluss der Leichtathletikabteilung des VfL Sindelfingen. Erfolge wie EM-Teilnahme von Hürdensprinterin Nadine Hildebrand präsentierten Abteilungsleiter Markus Graßmann und sein Team Mitgliedern, Freunden und Gästen.

Neben Nadine Hildebrand, 2014 deutsche Meisterin unter dem Hallendach und im Freien, die mit 12,71 Sekunden zudem einen neuen württembergischen Rekord über 100 Meter Hürden markierte, glänzten weitere Athleten mit DM-Medaillen. Allen voran Kugelstoßer Tobias Dahm mit Silber drinnen und Bronze draußen. Dazu kamen Florian Gaul und Martina Schultze mit Stabhoch-Edelmetall in den gleichen Farben. Im Nachwuchsbereich überzeugte U18-Diskuswerfer Eric Bundschuh mit Bronze bei den deutschen Jugendmeisterschaften. Ebenfalls Dritte wurden die blau-weißen Staffelfrauen über 4 x 100 Meter in der Besetzung Eva Baur, Sabrina Lindenmayer, Ida Mayer und Tamara Seer. Nicht zu vergessen die Sindelfinger Senioren, von denen insbesondere Reinhard Michelchen einmal mehr auch international fast ein halbes Dutzend Mal auf dem Siegertreppchen stand und damit den Namen des Vereins hinaus in die ganze Welt trug.

Einigen wenigen Abgängen wie Victoria von Eynatten (Stabhoch) oder der ehemalige deutsche Vizemeister im Dreisprung, Matthias Uhrig, stehen auch in diesem Jahr eine stattliche Anzahl von Neuzugängen gegenüber. So der Leonberger Leo Lohre, der bislang das Trikot des LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg trug. "Ich möchte meine Bestleistung von 5,41 Meter angreifen", verriet der 24-jährige Stabhochspringer. Vom gleichen Verein kommt der fast doppelt so alte Speerwerfer Peter Esenwein. Mit 87,20 Meter Landesrekordhalter, will der Oldie auch im reiferen Alter im kommenden Jahr noch einmal den Sprung zu den nationalen Titelkämpfen der Aktiven schaffen. Die dafür notwendigen 71,50 Meter und mehr sind auch das Ziel von Disziplinkollege Matthias Treff, bisher Hallesche Leichtathletikfreunde. Die Sindelfinger Sprintfraktion möchten mit guten Leistungen Deborah Hufschmidt (bisher TSG Weinheim) und John Henry Tate (VfB Stuttgart) verstärken, im Zehnkampf visiert Jan Schenk (TuS Metzingen) die 7000-Punkte-Marke an. Der Willkommensgruß von Markus Graßmann und seinen Mitstreitern richtete sich aber auch an die Athletinnen und Athleten, die mit weniger Ambitionen nur einfach viel Spaß am gemeinsamen Sporttreiben und an der Geselligkeit haben. Die wurde auch am Samstagabend noch einige Stunden lang ausgiebig gepflegt.

Presse | Leichtathletik | 26.11.2014

Die Wohngemeinschaft der starken Männer

Der VfL Sindelfingen hat mit den beiden Neuzugängen Maik Merle und Jan Schenk nun eine schlagkräftige Mehrkämpfer-Truppe zusammen

Von Saskia Drechsel

Gemeinsam wird trainiert, gegenseitig unterstützt man sich bei Wettkämpfen. Das große Ziel eine Zehnkampf-Mannschaft bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften zu stellen verfehlten die VfL-Athleten aber im Sommer diesen Jahres. Zu viele verletzungsbedingte Ausfälle waren zu verkraften. Nun hat sich bei den blau-weißen Königen der Athleten einiges getan. Zwei starke Neuzugänge haben das Team verstärkt, in die kommende Wettkampfsaison startet Sindelfingen mit einer großen Mehrkampftruppe.

Maik Merle und Jan Schenk sind zu den Zehnkämpfern um Trainer Jan Gans gestoßen, der langzeitverletzte Manuel Retzbach ist wieder fit. Nachwuchs-Athlet Leon Bühler rückt in die Männerklasse beziehungsweise Juniorenklasse auf und Christoph Ewinger und Johannes Carl stecken ebenfalls mitten in der Vorbereitung auf die kommende Wettkampfsaison. In den Startlöchern stehen außerdem die beiden Nachwuchsathleten Nico Hamann und Niklas Burkhardt.

„Wir haben gerade das stärkste Zehnkampfteam seit Langem und durch unsere beiden Neuzugänge ist unsere Mannschaft qualitativ noch einmal kräftig gewachsen“, sagt Trainer Jan Gans. Mit Jan Schenk gewinnt der VfL Sindelfingen einen Mehrkämpfer aus Metzingen dazu, der bislang eine Bestleistung von 7067 Punkten aufgestellt hat und im Jahr 2011 für die deutsche Jugend-Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften in Lille am Start war.

Seitdem kam Schenk nicht mehr an seine Bestmarke heran und hatte mit einigen Verletzungen zu kämpfen. Zuletzt absolvierte er im vergangenen Jahr einen Zehnkampf. Nun will Jan Schenk einen Neuanfang starten. Gemeinsam mit Sebastian Neumann und Simon Bayer hat er eine Wohngemeinschaft in Stuttgart gegründet, gemeinsam geht es fast täglich zum Training. „Durch den Wechsel habe ich neue Motivation nochmal anzugreifen, in einem neuen Umfeld und einer Gruppe mit vielen erfolgreichen Athleten“, sagt Schenk.

Die VfL-Mannschaft und auch der Glaspalast sollen dazu beitragen, dass der 20-Jährige im kommenden Jahr wieder erfolgreich ist. „Die Möglichkeit den Winter über im Glaspalast zu trainieren ist für mich neu, da ich bis jetzt in Metzingen keine Halle mit Bahn zur Verfügung hatte. Ebenso hoffe ich auf neue Trainingsreize durch meine neuen Trainer und die Trainingsgruppe.“

Zurzeit legen die Mehrkämpfer der Blau-Weißen die Grundlagen für starke Wettkämpfe. „Jan ist gut ins Training eingestiegen und baut auf seine gute körperliche Verfassung auf“, sagt Trainer Jan Gans über den Neuzugang.

Der will 2015 endlich seine fast vier Jahre alte Bestleistung verbessern und liebäugelt mit einer Medaille in der Juniorenklasse bei den nationalen Mehrkampfmeisterschaften. „Am Wichtigsten ist es mir aber, verletzungsfrei durch die Saison zu kommen und wieder voll trainieren zu können. Ohne Verletzungen kommt der Erfolg alleine“, sagt Schenk. Auch Maik Merle kann die Mannschaft verstärken und hat noch reichlich Entwicklungspotenzial. Der 21-Jährige hat erst vor vier Jahren mit der Leichtathletik begonnen und konnte sich seitdem im Zehnkampf auf 6300 Punkte steigern.

Der Sportstudent lernt seit dem letzten Jahr an der Universität Stuttgart und absolvierte deswegen zwei Trainingseinheiten pro Woche unter den Fittichen von Ralph Grolig in Sindelfingen. Nun hat der ehemalige Athlet der LG Steinlach einen kompletten Wechsel gewagt. „Ich konnte kaum noch bei meinem Heimatverein trainieren, und habe mich deswegen jetzt komplett für den VfL Sindelfingen entschieden“, sagt Merle.

In der vergangenen Saison hatte der Zehnkämpfer kein Glück. Er kämpfte mit einer Nervenreizung im Oberschenkel und absolvierte hauptsächlich Wettkämpfe in den Wurfdisziplinen. Im kommenden Jahr will er aber angreifen. „Am wichtigsten ist es mir, verletzungsfrei zu bleiben. Außerdem will ich bei den deutschen Meisterschaften antreten.“

Auch Manuel Retzbach, seit mehr als einem Jahrzehnt beim VfL Sindelfingen als Athlet aktiv, freut sich über die neuen Teamkollegen und einen Aufschwung, der schon im Training zu spüren ist. „Durch die größere Mannschaft steigt die Qualität. Die Konkurrenz im eigenen Team motiviert jeden Einzelnen in jedem Training das Maximum rauszuholen.“

Trainer Jan Gans ist vom Zusammenhalt seiner Gruppe begeistert. Gemeinsam wird trainiert, auch wenn die Trainer für die einzelnen Disziplinen sehr unterschiedlich sind. Peter Wieser übernimmt das Sprinttraining, Roland Weiler den Stabhochsprung. Die Hürden werden unter Anleitung von Hans Niethammer überquert, das Krafttraining von Helmut Walentin begleitet. Für die Wurf- und Sprungdisziplinen ist Gans selbst zuständig.

„Bei allen Einheiten pushen sich die Jungs gegenseitig. Wir haben vier Sportstudenten in unserem Team und alle profitieren voneinander.“ In der Hallensaison werden die VfL-Athleten lediglich Einzel-Wettkämpfe absolvieren. Spätestens im Frühjahr aber geht die Mehrkampfsaison los, mit einem Höhepunkt: Für die deutschen Mehrkampfmeisterschaften Mitte August will sich jeder der VfL-Athleten qualifizieren. Und neben dem eigenen Wettkampf wollen die Sindelfinger auch im Team überzeugen. Schließlich werden die Leistungen der drei besten Athleten eines Vereins in der Mannschaftswertung zusammengerechnet. Und von einer Medaille mit dem Team träumt jedes Mitglied der gestärkten Sindelfinger Mehrkampftruppe.

Presse | Leichtathletik | 12.11.2014

Der Abschluss einer erfolgreichen Saison

Die Freunde der Sindelfinger Leichtathletik spenden dem VfL 12 500 Euro / Rundes Jubiläum im kommenden Jahr bei der nächsten Martinsgans

Von Saskia Drechsel

Auch bei den Freunden herrschte gute Stimmung, gleich vier neue Mitglieder sind in diesem Jahr zu den Förderern der Leichtathletik gestoßen. Darunter Sindelfinger Athleten, die auch nach vielen Jahren ihrem Sport treu geblieben sind. „Da ist viel Liebe zur Leichtathletik, die nicht erloschen ist“, sagt einer der Gründer der Freunde der Sindelfinger Leichtathletik (FSL), Ernst Gießler. Im kommenden Jahr haben die Freunde der Sindelfinger Leichtathletik dann einen ganz besonderen Grund zum Feiern.

„Im nächsten Jahr werden wir ein Vierteljahrhundert alt, dann werden wir zum 25. Mal einen Spendenscheck übergeben. Wenn man alles zusammenzählt, konnten die Freunde den Leichtathleten dann etwa eine Viertelmillionen zukommen lassen“, sagt Ernst Gießler.

Ein ganz besonderer Programmpunkt beim Martins-Gans-Brunch war ein Rückblick auf die 4x400-Meter-Staffel-Historie des VfL Sindelfingen. Viele ehemalige Erfolgsgaranten der erfolgreichen Viertelmeiler-Staffel waren dem Ruf der Freunde um Herbert Bohr gefolgt und ließen Erinnerungen aufleben. Jörg Vaihinger, Bronzemedaillengewinner mit der deutschen 4x400-Meter-Staffel bei den Olympischen Spielen in Seoul, denkt gerne an erfolgreiche Rennen im blau-weißen Trikot zurück. „Es war immer eine Ehre das Sindelfinger Trikot zu tragen und gerade vor deutschen Meisterschaften zu den schnellsten Vier im Verein zu gehören.“

Auch Stefan Schnabel stand bei vielen deutschen Meisterschaften für den VfL Sindelfingen auf der Rundbahn und gewann mit der Staffel die ein oder andere Medaille. „Unsere Staffel, das war schon etwas ganz Besonderes. Wir waren immer schneller, wie die Summe aller Einzelzeiten, das Team hat uns getragen.“

Fehlen durfte natürlich auch nicht die Ehrung der erfolgreichsten Sindelfinger Athleten dieser Saison. Einen Überraschungscoup bei den deutschen Hallenmeisterschaften landete Florian Gaul, der zu Silber sprang. „Im nächsten Jahr will ich unbedingt die 5,60 Meter springen. Bis jetzt bin ich ganz zuversichtlich“, sagt Gaul.

Auch Martina Schultze konnte mit dem Stab auftrumpfen. Im Ulmer Donaustadion gewann sie die Bronzemedaille bei den deutschen Meisterschaften. Tobias Dahm biss sich in diesem Jahr an der 20-Meter-Marke die Zähne aus, brachte aber trotzdem zwei Medaillen von deutschen Meisterschaften nach Sindelfingen. „Wir arbeiten daran, dass die 20 Meter in der Halle fallen“, sagt Dahm.

Erfolgreichste Sindelfinger Athletin des Jahres ist Nadine Hildebrand. Sie stürmte zu zwei deutschen Meistertiteln und in das Finale der Europameisterschaften in Zürich. „Die Saison war super, aber in den Spitzen nicht ganz so gut, wie es geplant war“, sagt Nadine Hildebrand, die im Finale im Letzigrundstadion gerne etwas schneller unterwegs gewesen wäre.

In der Runde der VfL-Leichtathleten wurden am Sonntag außerdem drei Neuzugänge begrüßt. Stabhochspringer Leo Lohre, der den Konkurrenzkampf der vereinsinternen Stabhochspringerriege anheizen wird. Sprinter John-Henry Tate, der die 4x100-Meter-Staffel verstärken kann.

Und Deborah Hufschmidt, Fünfte der deutschen Meisterschaften 2013 über die 100-Meter-Strecke, die nach einer Verletzung nun wieder voll im Training steht.

„Wir freuen uns über die Neuzugänge und sind gespannt, ob bis Ende November noch jemand den Weg zum VfL Sindelfingen findet“, sagt Abteilungsleiter Markus Graßmann.

Presse | Leichtathletik | 29.10.2014

Der Mehrkämpfer übernimmt Verantwortung

Der 23-jährige Manuel Retzbach ist beim VfL Sindelfingen als Sportler und als Trainer voll gefordert / Sein Motto: „Wer Spaß hat, hat auch Erfolg“

Von Saskia Drechsel

Die Saisonvorbereitung der Leichtathleten des VfL Sindelfingen läuft zurzeit auf Hochtouren. Da sind Athleten und Trainer gefordert. Gleichzeitig mit dem Beginn der anstrengenden Zeit im Herbst hat das VfL-Trainerteam Zuwachs bekommen: Manuel Retzbach ist ein neues Gesicht in der Riege der Sindelfinger Übungsleiter, doch bei den Blau-Weißen bestens bekannt.

Der Mehrkämpfer brachte in den letzten Jahren beinahe jeden Abend im Floschenstadion oder Glaspalast zu, ob beim Hürdensprint, beim Weitsprung oder Stabhochsprung. Nun wechselt er teilweise auf die Trainerseite, wo Retzbachs Aufgaben ähnlich vielfältig erscheinen. Der 23-Jährige hat die komplette Altersklasse U18 übernommen, etwa zehn talentierte Athleten und Athletinnen, die im kommenden Jahr erstmals in der Jugendklasse starten. Dazu kommt noch die Betreuung bei der Jugendklasse, U18 und U20 in den Bereichen Mehrkampf und Sprung und die Aufgabe, die U-18-Staffel männlich zu koordinieren.

Manuel Retzbach bleibt also auch in der Trainerrolle ein echter Mehrkämpfer mit vielen verschiedenen Aufgaben. Der Neu-Trainer selbst freut sich auf die neuen Herausforderungen und kann reichlich Erfahrung in seine Tätigkeit einbringen. Vor drei Jahren begann er ein freiwilliges Soziales Jahr bei der Spvgg Holzgerlingen. Dort übernahm er ein Jahr lang das komplette Training vieler Altersklassen im Turnen und in der Leichtathletik. „Das hat mir viel Spaß gemacht, auch deswegen wollte ich wieder anfangen“, sagt Retzbach.

Inzwischen studiert er bereits im fünften Semester Sportwissenschaften. Den C-Trainer hat der 23-Jährige ebenfalls inne. Durch eine langwierige Verletzung im Vorjahr konnte Retzbach nur einen Zehnkampf absolvieren, hielt sich aber in der Zwischenzeit nicht von der Leichtathletik fern, sondern übte sich als Coach. „Ich habe die Jugend bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften betreut, auch im Zehnkampf-Team coachen wir uns eigentlich immer gegenseitig“, sagt Manuel Retzbach, der durch sein Sportstudium auch im Bereich der Trainingsplanung viel dazugelernt hat.

Nicht zuletzt profitiert der Mehrkämpfer auch von seinen vielen Jahren als Athlet. Mit sieben Jahren begann er beim VfL mit der Leichtathletik. Schon seit sechzehn Jahren ist er damit auf der Rundbahn aktiv und hat schon von vielen Trainern gelernt. Insgesamt waren es dreizehn an der Zahl. „Ich habe vor allem viele motivierende Sprüche mitgenommen und natürlich den Spaß am Sport. Auch wenn ich wegen meiner körperlichen Entwicklung lange nicht mit den anderen mithalten konnte, habe ich trotzdem gemerkt, dass ich vorankomme“, sagt Manuel Retzbach. Das will er weitergeben. „Wer Spaß hat, hat auch Erfolg. Ich will, dass alle wissen, sie trainieren nicht für mich, der Spaß soll nicht zu kurz kommen.“ Deswegen war der Sportstudent sofort Feuer und Flamme als von Vereinsseite angefragt wurde, ob er die U-18-Klasse übernehmen könne. „Ich habe sofort ja gesagt. Ich will weitergeben, was ich selbst erfahren habe.“

Auch selbst findet Retzbach noch genug Zeit für das eigene Training. In bis zu sechs Einheiten pro Woche bereitet er sich auf die Mehrkämpfe in der kommenden Saison vor und hat sich nach zwei Jahren, geprägt von Verletzungen, viel vorgenommen. „Ich will schon lange die 7000 Punkte knacken.“

Bei der Zielsetzung für seine Athleten ist Retzbach da etwas zurückhaltender. Mit der Staffel der männlichen U18 peilt er die Qualifikation für die süddeutschen Meisterschaften an, ansonsten hofft er eine Fünfkampf-Mannschaft stellen zu können. „Die meisten machen am liebsten Weitsprung oder sprinten. Aber ich sehe bei allen das Talent für den Mehrkampf.“

Für den VfL ist Manuel Retzbach eine Idealbesetzung, er ist im Verein groß geworden, ist eng mit den meisten Trainern vernetzt und bringt viel Erfahrung und Fachwissen für die neue Aufgabe mit.

Gerade in Zeiten des Trainermangels ist man froh über Trainernachwuchs „Es ist wirklich super, dass sich Manuel nicht nur als aktiver Athlet, sondern auch als Trainer für unseren Verein engagiert. Damit wird ein neues Kapitel in der jahrzehntelangen Sindelfinger Trainergeschichte aufgeschlagen“, sagt Abteilungsleiter Markus Graßmann.

Presse | Leichtathletik | 15.08.2014

Da haben wohl die Körner gefehlt

Sindelfingens Leichtathletik-Chef Markus Graßmann glaubt, dass sich Hürdensprinterin Nadine Hildebrand insgeheim mehr als EM-Platz sechs erhofft hatte

Von Saskia Drechsel

Die SZ/BZ hat sich mit Markus Graßmann nach der Veranstaltung über das spannende Hürdenfinale, das unterhaltsame Sindelfinger Reiseprogramm und seine persönlichen Wettkampferlebnisse in Zürich unterhalten.

Wie bewerten Sie Nadine Hildebrands Leistung?

Markus Graßmann (Bild: Drechsel/A): „Nach ihren eigenen Erwartungen war der Endkampf das Ziel und das hat sie auch geschafft. Außerdem hat sie in einem Interview gesagt, dass zwischen Platz drei und Platz acht alles möglich ist. Ich würde sagen, mit ihrem sechsten Platz hat sie es genau in die Mitte geschafft. Ich denke aber, dass sie sich insgeheim ein besseres Ergebnis erhofft hatte. Aber so ist das eben im Sport, man kann nicht jedes Mal eine neue Bestleistung erzielen.“

Im Vorlauf war Hildebrand 12,78 Sekunden schnell, im Finale wurden 13,01 Sekunden gestoppt. Woran hat es gefehlt?

Markus Graßmann: „Das kann man nur schwer sagen. Der Vorlauf war stark. Im Finale hatte sie auch einen guten Start, war über die ersten Hürden gut dabei, dann haben ihr aber hintenraus wohl die Körner gefehlt, aber das passiert. Das hat man gerade bei den Sprintern gesehen, an die alle so hohe Erwartungen hatten und die dann reihenweise ausgeschieden sind. Bei der Leistung von Cindy Roleder, die Bronzemedaille gewonnen hat, muss man sagen: Hut ab.“

Habe das Rennen mit dem Fernglas verfolgt

Wie haben Sie denn das Finale erlebt?

Markus Graßmann: „Ich bin gemeinsam mit vielen Sindelfingern in der Kurve, im Zielbereich, nahe dem Diskuswurf gesessen und habe das Hürdenrennen mit dem Fernglas verfolgt. Nach den ersten Hürden habe ich schon gedacht: Das wird heute was, sie kam wirklich gut aus dem Block. Dann hat sich Nadine allerdings einholen lassen.“

Umstritten sind in Zürich die Wettkampforganisation und die Kampfrichterentscheidungen, was gab es da zu bemängeln?

Markus Graßmann: „Die Organisation war teilweise katastrophal. Das kann unser Dieter Locher besser. Beim Speerwurf der Zehnkämpfer war nicht einmal eine Anzeigetafel da. Außerdem war das Netz im Diskuswurf viel zu niedrig, das war richtig gefährlich.“

Neben dem Hürdenlauf gab es am Mittwoch noch weitere Highlights in Zürich. Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Markus Graßmann: „Vor allem der Zehnkampf mit Arthur Abele war toll. Aber auch das Rahmenprogramm, das Herbert Bohr organisiert hat, war super gemacht. Wir hatten einen netten Nachmittag mit reichlich Prominenz. Unsere Truppe hatte viel Spaß. Nur das Wetter hätte besser sein können.“

Mit Arthur Abele hat ein ehemaliger Sindelfinger Athlet als bester Zehnkämpfer den fünften Platz belegt, fiebert man da noch mit?

Markus Graßmman: „Natürlich, wir haben uns immer toll mit ihm und seiner Familie verstanden. Arthur hat einen grandiosen Wettkampf gezeigt und wenn bei der Stabhochsprungentscheidung das Wetter nicht so schlecht gewesen wäre, wer weiß, welcher Platz es dann geworden wäre. Auch auf den 1500 Metern hat er richtig gekämpft. Im Wurfbereich hat er außerdem deutlich zugelegt. Das hat er vielleicht aus seiner Zeit beim VfL Sindelfingen. Toll, dass er sich so rankämpfen konnte, in seiner Zeit beim VfL war er immer verletzt, aber hinterher ist man immer schlauer. Das gilt übrigens auch für Tobias Dahm. Er hätte beim Kugelstoßen in Zürich am Dienstag gut mitmischen können.

Presse | Leichtathletik | 14.08.2014

Medaillenträume geplatzt von Nadine Hildebrand

Platz sechs im EM-Finale über 100 Meter Hürden

Der Traum von einer Medaille bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Zürich ist für Hürdensprinterin Nadine Hildebrand geplatzt. Im Endlauf am späten Mittwochabend reichten 13,01 Sekunden nur zu Platz sechs, die Enttäuschung darüber war der Sindelfingerin deutlich anzumerken. "Die Flugphase vor der Hürde war zu lange, dadurch kam ich nicht recht in Touren, nachdem der Anfang des Rennens noch ganz okay war", meinte sie geknickt.

Gold ging an Tiffany Porter (Großbritannien) in 12,76 Sekunden, die damit ihren ersten internationalen Titel gewann. Silber sicherte sich die hoch eingeschätzte Französin Cindy Billaud (12,79). Die beiden Favoritinnen leisteten sich damit keinen Fehler. Auf Platz drei sprintete Cindy Roleder (12,82), die ihre Chance beim Schopf packte. Die Leipzigerin hatte im Vorfeld auf Gegenwind gehofft. Den Wunsch bekam sie erfüllt, und diesen möglichen Vorteil spielte sie zu ihren Gunsten aus.

Im Vorlauf am Dienstag hatte die deutsche Meisterin Nadine Hildebrand noch Vorlauf gezeigt, dass sie im Letzigrund-Stadion zurecht zu den Medaillenkandidatinnen gehörte. Die Sindelfingerin hinterließ bei ihrem Sieg in 12,78 Sekunden einen hervorragenden Eindruck.

Im Halbfinale zitterte sie dann aber bereits, nachdem sie an den ersten Hürden Probleme hatte und an Schwung verlor. Am Ende blieb der Sindelfingerin in 12,92 Sekunden nur der vierte Platz, der für sie aber als eine von zwei Zeitschnellsten doch fürs Finale reichte, wo sie aber noch einmal neun Hundertstelsekunden langsamer war. Ihre 12,78 Sekunden aus dem Vorlauf hätten im Finale sogar zu Silber gereicht.

Presse | Leichtathletik | 13.08.2014

Nadine Hildebrand zittert sich ins Hürden-Finale der EM

Die Deutsche Meisterin Nadine Hildebrand vom VfL Sindelfingen hat sich gestern Abend im EM-Halbfinale in Zürich über 100 Meter Hürden ins Finale gezittert, das heute um 21.34 Uhr ausgetragen wird. Sie hatte an den ersten Hürden Probleme und verlor so an Schwung. Am Ende blieb der Sindelfingerin in 12,92 Sekunden nur der vierte Platz. Sie musste um ihr Weiterkommen zittern, zog dann aber als eine von zwei Zeitschnellsten doch in das Finale ein. "Der Lauf war nix. Ich hätte gerne nicht so gezittert. Das Ziel war schon, unter die ersten drei zu laufen. Jetzt ging es aber nicht anders. Der Start war eigentlich gut. Ich bin dann aber direkt an der ersten und zweiten Hürde hängen geblieben. Dann fehlt von Anfang an Speed, den man einfach nicht mehr holen kann. Meinen schlechten Lauf bei der EM habe ich jetzt aber weg, es können nur noch gute kommen", ist die junge Anwältin schon wieder optimistisch.

Presse | Leichtathletik | 11.08.2014

Bronze für Bundschuh, Bayer nur Vierter

Licht und Schatten für VfL Sindelfingen bei deutschen U18- und U20-Jugendmeisterschaft

VON HOLGER SCHMIDT

Nichts wurde es mit der erhofften Revanche für Simon Bayer bei den deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid. Statt mit Edelmetall nach Hause zu fahren, musste der Nachwuchs-Kugelstoßer vom VfL Sindelfingen als Vierter mit Blech vorlieb nehmen. Die Medaille holte dafür sein jüngerer Vereinskamerad Eric Bundschuh. Er kam im Diskus U18 auf den Bronzeplatz.

Im Kugelstoßen U20 zeigten die beiden U20-WM-Teilnehmer Patrick Müller (SC Neubrandenburg) und Henning Prüfer (SC Potsdam) einmal mehr, dass sie die derzeit national Führenden ihrer Altersklasse sind und ganz zurecht im Nationaltrikot antreten durften. Müller kratzte mit 19,94 an den 20 Metern, Prüfer kam mit 19,31 Metern ungefährdet zur Vizemeisterschaft. Eine Überraschung gelang hingegen Valentin Döbler (LG Stadtwerke München). Er steigerte seinen Hausrekord um einen halben Meter auf 18,66 und stieß den mit 18,60 Meter lange auf Bronzekurs liegenden Simon Bayer im letzten Durchgang noch vom Siegertreppchen. Dessen Konter von 18,53 Metern änderte am Gesamtklassement nichts mehr.

Licht und Schatten verzeichnete Bayers noch in der U18 startender Vereinskamerad Eric Bundschuh. Sehr erfreulich war sein Auftritt mit dem Diskus am Samstagvormittag. Im weitesten Versuch einer guten Serie landete das Wurfgerät erst bei 54,72 Metern. Das bedeutete hinter den übermächtigen Clemens Prüfer (SC Potsdam/62,73) und Merten Howe (SC Neubrandenburg/59,88) Platz drei. Nicht nach Wunsch verlief dagegen der Kugelstoßwettbewerb am Freitag. Mit 17,64 Metern blieb Bundschuh fast zwei Meter hinter seiner erst kürzlich erzielten Bestweite zurück und kam statt als möglicher Bronzemedaillengewinner nur als Fünfter in die Wertung.

Insgesamt eher bescheideneBilanz für den VfL Sindelfingen

Über 100 Meter U18 war für Deniz Almas bereits im Zwischenlauf Endstation. 11,02 Sekunden reichten zwar zum dritten Rang. Doch in den anderen beiden Läufen waren - wenn auch mit etwas zu starker Windunterstützung - fast alle Teilnehmer deutlich schneller. Weit von den Medaillen entfernt lag auch Johanna Beyerle als Elfte im Diskuswurf. Mit 39,34 fehlten über sechs Meter zur persönlichen Bestleistung und 5,84 Meter zu Bronze. Platz eins ging mit 48,70 Meter erwartungsgemäß an Lara Kempka vom SC Neubrandenburg. Die gemeldete und chancenreiche 4x100-Meter-Staffel der U20-Jungs verzichtete nach dem verletzungsbedingten Ausfall ihres Besten Sebastian Neumann auf einen Start im Lohrheidestadion, so dass die Sindelfinger Gesamtbilanz bei diesen Titelkämpfen doch eher bescheiden ausfiel.

Presse | Leichtathletik | 06.08.2014

Keiner ist schneller als Johannes Wiesner

U23-Meisterschaft

Die Leichtathleten aus dem Kreis Böblingen blieben bei den süddeutschen Meisterschaften der Junioren U23, Schüler und Schülerinnen in der Erfolgsspur. Allen voran Johannes Wiesner vom VfL Sindelfingen, der sich den Titel über 100 Meter U23 sicherte.

Mit je 10,84 Sekunden liefen Wiesner und Tobias Schneider (LG Stadtwerke München) im Finale zwar exakt die gleiche Zeit, doch die Zielfotografie sah hauchdünn den Sindelfinger vorne. Im Zwischenlauf rannte Wiesner sogar 10,75, lag damit aber trotzdem eine Hundertstelsekunde hinter Schneiders Tagesbestzeit. Vize im Hochsprung der gleichen Altersklasse wurde Tassilo Hackert vom TSV Eltingen. Nach überquerten 1,99 Meter ließ der 20-Jährige 2,02 aus und stieg erst bei 2,05 wieder ein. Doch diese Höhe riss er dreimal und musste sich mit Silber begnügen. Eine weitere Silbermedaille gab's für Yannik Frers (VfL Sindelfingen) über 400 Meter Hürden. Mit 54,95 Sekunden fehlte auch ihm nur eine Zehntelsekunde nach ganz oben aufs Siegerpodest. Über 800 Meter sicherte sich Vereinskamerad Jonas Kolzau in 1:55,76 Minute Bronze und verwies seinen Trainingskollegen Tobias Kocholl (1:56,15) auf den vierten Platz. Eine weitere Bronzeplakette für den VfL Sindelfingen holte Simon Bayer mit 15,64 Meter im Kugelstoßen.

Bei den jüngeren Schülern M15 glänzte über 800 Meter einmal mehr Mark Schittenhelm von der SpVgg Holzgerlingen. 2:03,45 Minuten bescherten ihm die süddeutsche Vizemeisterschaft. Nur knapp an der Medaille vorbei schrammte als Vierter über 3000 Meter in 9:51,80 Minuten Velten Schneider von der SpVgg Renningen. Über 80 Meter Hürden lief Aleksandar Gacic (VfL Sindelfingen) in 11,42 Sekunden auf den Bronzerang. Von den jüngeren M14ern kam Klubkamerad Max Behrendt über 100 Meter in 11,79 Sekunden zu Silber und im Weitsprung mit 6,16 Meter zu Gold. Bei den Mädchen blieb Edelmetall für den Nachwuchs aus dem Kreis aus. Am dichtesten dran war Ida Mayer (VfL Sindelfingen) in 12,05 Sekunden als Vierte über 100 Meter und in 24,83 Sekunden als Fünfte über die doppelt so lange Distanz.

Presse | Leichtathletik | 28.07.2014

Nach dem Rekord geht der Blick in Richtung Zürich

Hürdensprinterin Nadine Hildebrand will nach ihrer erfolgreichen Titelverteidigung bei der deutschen Meisterschaft in Ulm auch bei der EM aufs Podest

Einmal Gold und dreimal Bronze - viel Grund zur Freude hatten die Leichtathleten des VfL Sindelfingen bei den deutschen Meisterschaften in Ulm. Und auch der Ex-Sindelfinger Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) darf mit Bronze über 5000 Meter in der Erfolgsbilanz des Kreises Böblingen nicht fehlen.

VON HOLGER SCHMIDT

Über 100 Meter Hürden der Frauen machten am Samstagnachmittag eigentlich fast alle Finalteilnehmerinnen alles richtig. Die fünf Ersten sprinteten persönliche Bestzeiten, vier blieben unter der Europameisterschaftsnorm von 13 Sekunden, und ganz vorne stellte Siegerin Nadine Hildebrand vom VfL Sindelfingen mit 12,71 Sekunden sogar den Meisterschaftsrekord ein. "Es lief hammermäßig", jubelte der Schützling von Trainer Werner Späth, die bereits im Vorlauf mit 12,76 bei ebenfalls starkem, aber zulässigem Rückenwind um vier Hundertstel unter der alten persönlichen Bestmarke geblieben war. Im hochklassigen Endlauf standen ihr Cindy Roleder (LAZ Leipzig/12,80) und Franziska Hofmann (LAC Erdgas Chemnitz/12,87) auf dem Silber- und Bronzeplatz kaum nach. Hinter Pamela Dutkiewicz (TV Wattenscheid 09/12,95) durfte aber auch Vereinskameradin Sabrina Lindenmayer strahlen. Mit 13,27 Sekunden lief sie ebenfalls so schnell wie noch nie über die zehn Hürden. Nadine Hildebrand, alte und neue deutsche Meisterin, aber blickt voraus in Richtung EM. "In Zürich will ich auf jeden Fall das Finale erreichen, sonst wäre ich schon enttäuscht", stapelt sie eher tief. Denn ihre Zeit von Ulm wurde bisher europaweit von gerade einmal zwei Konkurrentinnen unterboten.

Bereits am Freitagabend kämpfte Tobias Dahm auf dem Ulmer Münsterplatz vor 4000 begeisterten Zuschauern um eine Medaille im Kugelstoßen. Gold holte wie erwartet mit Meisterschaftsrekord von 21,87 Metern souverän Weltmeister David Storl (LAC Erdgas Chemnitz). Das enge Duell um Platz zwei entschied jedoch nicht wie im Vorjahr Tobias Dahm für sich, sondern Christian Jagusch (SC Neubrandenburg). Dem 22-Jährigen fehlte mit 19,73 nur ein winziger Zentimeter zur persönlichen Bestleistung. Tobias Dahm, der vor wenigen Tagen mit 19,96 beim Meeting in Biberach glänzte, musste sich diesmal mit 19,62 und Bronze zufriedengeben. Die Chance, vielleicht doch noch auf den EM-Zug nach Zürich aufzuspringen, scheint damit endgültig vergeben.

Eine positive Überraschung aus VfL-Sicht gelang hingegen Stabhochspringerin Martina Schultze. Nachdem drei Spitzenspringerinnen der vergangenen Jahre verletzungsbedingt fehlten und eine weitere einen "Salto Nullo" hinlegte, gehörte sie plötzlich zu den Medaillenhoffnungen. Im dritten Anlauf überquerte 4,30 Meter reichten dann zu Bronze, auch Silber und Gold waren mit 4,40 (Carolin Hingst/TG Nieder-Ingelheim) und 4,50 (Lisa Ryzih/ABC Ludwigshafen) gar nicht so weit entfernt. Der weitere dritte Platz der 4x100-Meter-Frauen durfte angesichts der zweitbesten Vorleistung hingegen erwartet werden. Die Favoritinnen von der MTG Mannheim um Ex-Europameisterin Verena Sailer waren mit 43,90 Sekunden erwartungsgemäß nicht zu schlagen. Dahinter mussten sich Sabrina Lindenmayer, Ida Mayer, Tamara Seer und Eva Baur, die in 45,13 exakt ihre eigene Saisonbestmarke einstellten, nur dem LT DSHS Köln (44,92) geschlagen geben. Es war die erste Sindelfinger Frauenstaffelmedaille seit zehn Jahren, als es in Braunschweig Silber gab. Ebenfalls gut schlugen sich die Männer Benjamin Bartel, Romed Guischard, Patrick Saile und Carsten Theurer. Sie waren mit 41,04 Sekunden zwar drei Zehntel langsamer als vor einem Jahr an gleicher Stelle, dafür als Fünfte einen Rang weiter vorne. Als Sechster reihte sich mit 5,30 Metern Stabhochspringer Florian Gaul ein. Ärgerlich, dass er die Höhe erst im dritten Versuch meisterte. Denn ohne Fehler hätte es dafür Bronze gegeben. Diese Plakette sicherte sich Philipp Pflieger. Im taktischen 5000-Meter-Rennen entschied allein der Endspurt. Überraschend musste sich Titelverteidiger Arne Gabius (LAV Stadtwerke Tübingen) nach 13:44,21 Minuten dem acht Jahre jüngeren Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen/13:43,45) geschlagen geben. Philipp Pflieger lief in 13:54,45 im Niemandsland zwischen Spitzenduo und übrigem Feld ungefährdet auf Platz drei.

Die 4x400Meter-Staffel der StG Schönbuch-Nord belegt Rang 21

Über 4x400 Meter der weiblichen Jugend kamen die Dagersheimerinnen und Holzgerlingerinnen Julia Binder, Domino Arbter, Helena Schittenhelm und Anna Feucht für die StG Schönbuch-Nord auf 4:11,37 Minuten und belegten damit Platz 21 unter 24 teilnehmenden Teams. In der gleichen Disziplin der Männer rannten Fabian Sterzing, Manuel Ilg, Alexander Schif und Patrick Oehler vom VfL Sindelfingen am frühen Sonntagabend zum Abschluss der nationalen Titelkämpfe in 3:14,99 Minuten als Sechste über die Ziellinie ihrer vier gemeinsamen Runden im Ulmer Donaustadion.

Weitere Sindelfinger Ergebnisse, 800 Meter Männer: 8. Patrick Oehler 1:51,16 Minuten; Dreisprung Männer: 8. Matthias Uhrig 15,51 Meter.

Presse | Leichtathletik | 28.07.2014

Nadine Hildebrand ist nicht zu stoppen

Deutsche Meisterschaften im Ulmer Donaustadion / Die Athleten des VfL Sindelfingen holen vier Medaillen / Hürdensprinterin holt Gold in neuer Bestzeit

Von Saskia Drechsel

Ein wahres Spektakel waren die deutschen Leichtathletikmeisterschaften, die am Wochenende in Ulm stattfanden. Großen Unterhaltungswert boten vor allem die schnellen Kurz- und Hürdensprints auf der Zielgeraden. Bestzeiten wurden reihenweise pulverisiert. Mittendrin: die Leichtathleten des VfL Sindelfingen. Drei Medaillen konnten im Ulmer Donaustadion errungen werden, eine wurde schon am Freitag auf dem Münsterplatz verteilt.

Es war der Tag von Nadine Hildebrand. Zwei Mal trat die 26-jährige Sindelfingerin am Samstag in die Startblöcke, zwei Mal erreichte sie das Ziel in neuer Bestzeit. Die Hürdensprinterin des VfL nutzte die idealen Windverhältnisse und die schnelle Bahn im Donaustadion für zwei Rekord-Läufe. Schon im Vorlauf stürzte Hildebrand jubelnd ins Ziel. Mit der Leipzigerin Cindy Roleder hatte sie sich ein spannendes Duell geliefert, das beide Athletinnen zu schnellen Zeiten anspornte. Bei 12,76 Sekunden blieb die Uhr auf der Anzeigetafel stehen, so schnell war Hildebrand noch nie gelaufen, entsprechend lautstark fiel der Jubel aus.

Dass die Sindelfingerin im Vorlauf aber noch nicht alle Körner verschossen hatte, zeigte sich im Finale. Im Duell mit Franziska Hofmann und Cindy Roleder bekamen die Zuschauer ein enges Rennen zu sehen. Erneut war Hildebrand nicht zu schlagen. Die ersten fünf Athletinnen waren mit einer neuen Bestzeit ins Ziel gekommen. Allen voran Nadine Hildebrand, die ihre Bestmarke erneut pulverisierte und bei 12,71 Sekunden angekommen ist. Erfolgreich verteidigte die Sindelfingerin ihren deutschen Meistertitel und stellte sogar den Meisterschaftsrekord ein. „Das war Wahnsinn. Wer möchte nicht bei den Deutschen Bestleistung laufen. Den Start habe ich aber nicht wirklich gut getroffen�“, sagt Hildebrand. Nun steht für sie die Vorbereitung auf die Europameisterschaften in Zürich an. Am 13. August ist es soweit.

Für die Medaillen-Überraschung sorgte am Samstag Martina Schultze. Die Stabhochspringerin nutzte die Gunst der Stunde und schnappte sich Bronze, nachdem drei deutsche Top-Springerinnen verletzungsbedingt ihren Start absagen mussten und sich Katharina Bauer einen Patzer bei 4,30 Meter leistete. Bei 4,10 Metern stieg die Sindelfingerin in den Wettkampf ein und überquerte die Höhe problemlos. Dann versuchte sie sich nach längerer Wartepause an den 4,30 Metern. Das ging zwei Mal schief, im dritten Versuch passte dann aber alles zusammen und Schultze konnte als eine von vier Springerinnen die Höhe überqueren. 4,40 Meter waren aber zu hoch für Schultze, hier riss sie drei Mal, Bronze war ihr dennoch sicher. „Ich hatte die Bronzemedaille immer im Auge, ich wusste ja, dass hier Viele fehlen werden�“, sagt Schultze. „Es wäre toll gewesen, die Norm für die Europameisterschaften von 4,50 Metern zu springen, dann wäre ich dabei gewesen. Aber mental bin ich total platt�“, sagt Schultze.

Die erste Bronzemedaille für den VfL Sindelfingen wurde schon am Freitag erkämpft. Tobias Dahm schlug im Kugelstoßen zu. Erstmals wurde auf dem Ulmer Münsterplatz ein Kugelstoßring aufgebaut und Tribünen errichtet. Gestoßen wurde auf Rollrasen, über 4000 Menschen feuerten die Sportler an. Tobias Dahm blieb allerdings unter seinen Möglichkeiten. Fest hatte er sich vorgenommen die 20-Meter-Marke anzugreifen und sich ein EM-Ticket zu sichern. Am Ende blieb dem Sindelfinger der dritte Platz. Sein weitester Stoß wurde mit 19,62 Metern gemessen.

Für Medaille Nummer vier sorgte das Staffelquartett des VfL Sindelfingen am Samstag mit den Erfolgen vom Vortag im Rücken starteten Sabrina Lindenmayer, Ida Mayer, Tamara Seer und Eva Baur über 4 x 100 Meter. Die Staffelläufe wurden in Zeit-endläufen ausgetragen. Erst wenige Minuten vor dem Rennen war klar, in welcher Aufstellung die VfL-Athletinnen starten würden. Nadine Hildebrand fiel aufgrund leichter Muskelprobleme nach dem anstrengenden Hürden-Finale aus. Startläuferin Sabrina Lindemayer war schnell unterwegs und übergab an Ida Mayer. Die wechselte auf Tamara Seer, die letzte Station war Eva Baur. Noch nie hatten die beiden Sindelfingerinnen ihren Wechsel geprobt, in Ulm klappte er nicht ganz reibungslos, aber er klappte. Eva Baur stürmte an Position drei ins Ziel, das Staffelquartett stellte die eigene Bestleistung ein und gewann Bronze mit 45,13 Sekunden. Schlussläuferin Eva Baur freut sich über Edelmetall: „Unser Ziel war eine Medaille. Wir haben die Chance gehabt und genutzt.

Presse | Leichtathletik | 18.07.2014

Ein Medaillen-Satz für Michelchen

Senioren: Sieben Podestplätze für Sindelfinger Starter bei der deutschen Meisterschaft

Von Saskia Drechsel

Gleich zwei Mal durfte Sabine Grissmer in Erfurt ran. Im Diskuswerfen der W45 stellte sie eine neue Saisonbestleistung auf und zeigte eine starke Serie, der weiteste Wurf landete bei 30,97 Metern. Das bedeutete Platz sechs in einem engen Feld. Im Hammerwurf schaffte es Grissmer dann auf das Treppchen.

In einem spannenden Wettkampf musste sie lange zittern, ein weiter dritter Versuch landete nur wenige Zentimeter außerhalb des Sektors. Im vierten Durchgang gelang ein ähnlich weiter Wurf, der auf starke 38,61 Meter flog. Das bedeutete Platz drei und Bronze für Sabine Grissmer.

Ebenfalls den Bronzerang erkämpfte sich Dieter Köhl im Hochsprung der M60. Nach zehn Wochen Trainingspause schaffte es der Hochspringer über die 1,61 Meter.

Ganz oben aufs Treppchen warf sich Gina DeFacendis mit dem Speer. Die Sindelfingerin dominierte in der Altersklasse W55 ihren Wettkampf und siegte mit über drei Metern Vorsprung. Ihr weitester Versuch landete bei 31,54 Metern. Die nächste Bronzemedaille ging an Renate Ansel im Hammerwurf der W40. Ihr Wettkampfgerät landete bei ordentlichen 39,60 Metern.

Ein anspruchsvolles Programm hatte sich Rahel Dengler vorgenommen. Sie trat über alle Sprintdisziplinen an und schaffte es jeweils unter die schnellsten Acht der W45. Im 100-Meter-Vorlauf stellte sie eine neue persönliche Bestleistung auf, auch im Endlauf war sie 13,95 Sekunden schnell und wurde Achte.

Über die 200 Meter gab es im Vorlauf eine Bestleistung (28,67 Sekunden), im Endlauf Platz fünf mit 29,30 Sekunden. Im 400-Meter-Lauf lag Dengler bis kurz vor dem Ziel auf Medaillenkurs, musste sich dann aber mit Platz sechs und 66,32 Sekunden zufrieden geben.

Auch Ernst Litau hatte einen vollen Terminplan. Im 100-Meter-Lauf der M50 wurde er mit 12,45 Sekunden Siebter und stellte seine Bestleistung ein, über die 200 Meter war er 25,99 Sekunden schnell, verpasste aber sein Finale. Auf das 400-Meter-Rennen verzichtete Litau dann, um im Staffellauf, gemeinsam mit Reinhard Michelchen, Kurt Kaschke und Bernhard Grissmer, antreten zu können.

„Mir war klar, dass wir eine Medaille nur zusammen im Staffellauf erreichen können. Als Schnellster der Staffel habe ich mir vorgenommen, alles zu geben. Ich habe versucht, Kurt am Anfang des Wechselraums den Staffelstab abzunehmen und ihn Reinhard am Ende des Wechselraums zu übergeben. Und ohne Training haben unsere Wechsel sogar gepasst“, freut sich Litau über die überraschende Bronzemedaille in 51,89 Sekunden.

Mit einem kompletten Medaillensatz durfte Reinhard Michelchen zurück nach Sindelfingen reisen. Vor der Bronzemedaille mit der Staffel gab es Silber über die 200 Meter in 26,07 Sekunden. Über die 400 Meter klappte es mit der zweiten Sindelfinger Goldmedaille. Michelchen war 59,50 Sekunden schnell und durfte über den deutschen Meistertitel jubeln.

Presse | Leichtathletik | 16.07.2014

Fabian Sterzing lässt sich nicht stoppen

Der Sindelfinger Mittelstreckenläufer trumpft bei der Meisterschaft der Sportregion auf der Stuttgarter Festwiese groß auf

Von Saskia Drechsel

Die jüngeren Jahrgänge waren bei den Meisterschaften erfolgreich zur Stelle. Gleich zwei Sindelfinger standen nach dem 100-Meter-Finale der M14 auf dem Treppchen. Zweiter wurde mit einer Zeit von 12,57 Sekunden Christian Dietrich. Zeitgleich und nur wenige Zentimeter nach Dietrich warf sich Lars Böttinger ins Ziel. Er durfte sich Bronze umhängen lassen.

Überlegen zur Goldmedaille sprang Max Behrendt in die Sandgrube. Im Weitsprung war er nicht zu schlagen, flog über die 6-Meter-Marke und gewann mit 6,03 Metern den Regionalmeistertitel. Trainingskamerad Christian Dietrich wurde mit 4,79 Metern Sechster.

Mit seinem zweiten Platz im Kugelstoßen erweiterte Lars Böttinger seinen Medaillensatz um die Silbermedaille. Er stieß sein vier Kilogramm schweres Wettkampfgerät auf 11,78 Meter. Im Hammerwurf komplettierte er seine Sammlung mit dem Titel und Gold. 31,34 Meter weit flog Böttingers Diskus. Bei der männlichen U18 trat Böttinger im Hammerwurf an und schleuderte das fünf Kilogramm schwere Gerät auf 38,89 Meter. Den zweiten Platz im Speerwurf belegte Adrian Brandmeier mit 35,55 Metern.

In der Jugend M15 ging der Regionalmeistertitel im Hürdenlauf an Aleksandar Gacic, der nach 80 Metern in 11,51 Sekunden das Ziel erreichte. Der Konkurrenz davon lief die 4x100-Meter-Staffel der männlichen U16 in der Besetzung Christian Dietrich, Max Berendt, Aleksandar Gacic und Lars Böttinger. Das VfL-Quartett siegte in 47,30 Sekunden.

Auch die männliche U18 war auf der Festwiese erfolgreich. Zweiter über die halbe Stadionrunde wurde Luis Haidt, der 23,03 Sekunden lief. Auf den Bronzerang kam Joshua Sperrle im 800-Meter-Lauf. Sperrle war 2:09,15 Minuten schnell. Dahinter kam Konrad Schönberger nach 2:14,05 Minuten ins Ziel, dicht gefolgt von Daniel Genger (2:14,24 min). Mehrkämpfer Niklas Burkhardt belegte über die 110-Meter-Hürden-Strecke Platz zwei in 16,66 Sekunden. Im Hochsprung wurde er mit 1,65 Metern Vierter. Leon Bühler war über die Hürden 15,72 Sekunden schnell, im Stabhochsprung übersprang Steffen Mögel die 4 Meter.

Silber in der Altersklasse U20 gab es im Diskuswurf für Lukas Wiesner mit 40,07 Metern. Überlegener Sieger im Speerwurf war Mehrkämpfer Leon Bühler, dem ein Wurf auf 56,20 Meter gelang.

Bei den Männern belegten Moritz Berger (11,11 Sekunden) und Alexander Schif (11,35 Sekunden) über 100 Meter die Plätze vier und fünf. Patrick Saile siegte im 200-Meter-Lauf der Männer mit 22,29 Sekunden, Bronze ging an Alexander Schif (23,43 Sekunden).

Bei den 400 Metern waren Fabian Sterzing und Patrick Oehler ganz vorne. Sterzing lief mit 48,57 Sekunden zum Regionalmeistertitel und zu einer neuen Bestleistung, Oehler war 49,18 Sekunden schnell. Undankbarer Vierter wurde Junior Yannik Frers (50,72 Sekunden). Das Hammerwurffinale der Männer entschied Jens Böttinger für sich. Er kam auf 43,41 Meter. Silber ging an Fabian Hummert (31,72 Meter). Im Speerwurf der Männer war Markus Reichle ganz vorne, der eigentlich im Kugelstoßen zu Hause ist. Am Sonntag warf er den Speer auf 53,02 Meter. Fünfter wurde Fabian Hummert (43,72 Meter).

Bronze im Hürdenlauf der W15 ging an Sophia Traub. Die Sindelfingerin war 13,27 Sekunden schnell. Platz acht im 100-Meter-Finale belegte an Sina Schatz (13,46 Sekunden. Über die 200 Meter wurde es mit 27,42 Sekunden der vierte Platz. Silber über die halbe Stadionrunde gab es für Romy Rudi-sile mit 26,29 Sekunden.

In den Wurfdisziplinen der weiblichen U18 räumte Johanna Beyerle ab. Sie wurde Zweite im Kugelstoßen mit 12,39 Metern. Im Diskuswurf siegte sie mit 44,69 Metern, im Hammerwurf landete das Wettkampfgerät bei 39,79 Metern. Die Medaillensammlung komplett machte ein dritter Platz im Speerwurf mit 34,13 Metern. Auch ihre Schwester Luisa ließ sich bei der Altersklasse U20 nicht lumpen. Gold im Kugelstoßen mit 8,97 Metern, der zweite Titel im Diskuswurf mit 36,39 Metern, Dritte im Hammerwurf mit 26,04 Metern. Im Speerwurf wurde sie mit 31,39 Metern Vierte.

Der Finalsieg über die 100 Meter der Frauen ging an Ida Mayer. Sie war 12,08 Sekunden schnell. Im 200-Meter-Lauf musste Mayer Tamara Seer den Vortritt lassen. Seer gewann mit 24,53 Sekunden Gold, Mayer in einer knappen Entscheidung mit 24,54 Sekunden Silber. Auch über die 400 Meter war Seer nicht zu schlagen und siegte mit 55,44 Sekunden. Bronze ging an Anna Becker mit 59,31 Sekunden. Auch Seniorin Renate Ansel räumte ab. Sie gewann Bronze im Kugelstoßen mit glatten neun Metern. Der Titel im Diskuswurf der Frauen ging mit guten 33,89 Metern an die Sindelfingerin. Ihre zweite Goldmedaille durfte sich Ansel nach einem erfolgreichen Hammerwurf-Wettkampf und erzielten 38,14 Metern umhängen lassen.

Presse | Leichtathletik | 11.07.2014

Dem großen Jubel folgt die Enttäuschung

Der Sindelfinger Kugelstoßer Simon Bayer sieht sich um seine Teilnahme an der U20-Weltmeisterschaft im amerikanischen Eugene betrogen

Von Saskia Drechsel

Vor nicht ganz einem Monat stieß sich der Athlet des VfL Sindelfingen in den Kreis der WM-Kandidaten. Lange hatte der Drehstoßtechniker auf diesen gelungenen Versuch gewartet, in Leipzig konnte er sein großes Talent zeigen. Seine Kugel flog über 18,50 Meter, die geforderte Qualifikationsnorm für die Weltmeisterschaften und noch gut einen Meter weiter.

Seitdem steht die Bestmarke von Simon Bayer bei starken 19,72 Metern. Die Leistung des Kugelstoßers kam scheinbar aus dem Nichts, ist aber Resultat vieler harter Trainingsstunden. „Ich treffe die Kugel einfach das erste Mal und weiß jetzt, wie ich weit stoßen kann“, erklärt sich Bayer das starke Resultat. In den nächsten Wettkämpfen bestätigte er seine Top-Leistung, übertraf noch mehrere Mal die WM-Norm und die 19-Meter-Marke und stabilisierte sich auf dem neuen Niveau.

Eine gute Bewerbung für einen Startplatz bei der Leichtathletik-WM, wären da nicht zwei weitere deutsche Kugelstoßer, die Simon Bayer vor der Nase hat. Patrick Müller vom SC Neubrandenburg konnte in diesem Jahr schon die 20-Meter-Marke deutlich knacken. Henning Prüfer vom SC Potsdam hat eine um 17 Zentimeter bessere Bestleistung im direkten Vergleich mit Bayer vorzuweisen.

Doch allein die Bestweiten sollten keinen Ausschlag für einen WM-Startplatz geben, so war zumindest Simon Bayer informiert worden. Die Junioren-Gala in Mannheim sollte die Entscheidung bringen, wer zur Weltmeisterschaft fährt und wer zu Hause bleiben muss. Und so stand für den Sindelfinger Bayer die Marschroute fest: Nachdem die Norm geschafft war, wollte er viele Wettkämpfe auf konstantem Niveau zeigen und dann in Mannheim zuschlagen und den zweiten Platz holen.

„Mein Ziel war, Henning Prüfer zu schlagen. Natürlich war ich aufgeregt, da es ja immer hieß, Mannheim zählt“, sagt Bayer. Doch davon ließ er sich am Samstag nicht verrückt machen. Auch mit den schlechten Bedingungen kam der VfL-Athlet zurecht. Nach starkem Regen war der Kugelstoßring rutschig, gerade für einen Drehstoßtechniker ein zusätzliches Erschwernis. Erst gegen Ende war der Ring abgetrocknet und ließ weite Stöße zu.

Im letzten Durchgang schaffte Bayer dann auch seinen weitesten Stoß. Auf 19,44 Meter flog die Sechs-Kilogramm-Kugel. Das bedeutete Platz zwei, Prüfer war um fast einen Meter geschlagen, Simon Bayer jubelte. Die WM-Teilnahme schien sicher. „Ich hätte sogar Patrick Müller an diesem Tag schlagen können, denn beide sind gerade nicht in Form“, sagt Bayer.

Nach seinem Triumph von Mannheim kam am Anfang dieser Woche dann die böse Überraschung: Trotz der Niederlage wird Henning Prüfer zu den Weltmeisterschaften fahren, Simon Bayer ist lediglich als Ersatzmann nominiert, falls sich ein Kugelstoßer verletzt, wird der Sindelfinger nachfliegen.

Eine Entscheidung, die Simon Bayer nicht verstehen kann, schließlich galt die Junioren-Gala in Mannheim in den letzten Jahren immer als maßgeblich für die Startplatzverteilung bei internationalen Meisterschaften.

„Wenn Mannheim so an Bedeutung verloren hat, brauchen sie so eine Junioren-Gala gar nicht machen. In den Nominierungsrichtlinien steht, dass sich die Nominierungsentscheidung in den Einzeldisziplinen an den besten Leistungen orientiert. Das ist so nicht eindeutig. Orientiert ist ein schwammiger Ausdruck, der wahrscheinlich bewusst gewählt wurde, damit man Freiheiten hat“, sagt der Sindelfinger.

So entschied sich der Kugelstoß Bundestrainer Gerald Bergmann für seinen ehemaligen Schützling Hennig Prüfer, aufgrund dessen weiteren Saisonbestmarke. Simon Bayer wurde über die Entscheidung nicht benachrichtigt und erfuhr seine Nicht-Nominierung erst über das Online-Portal leichtathletik.de. „Ich habe keine persönliche Nachricht bekommen. So was geht nicht und ist inakzeptabel, so kann mit Athleten nicht umgegangen werden“, ärgert sich Simon Bayer, der indes kein Einzelfall ist.

Auch der Tübinger David Nopper, ebenfalls ein Athlet des württembergischen Leichtathletikverbandes, landete am Wochenende in Mannheim im Hochsprung auf Platz zwei, und darf trotz der geknackten Weltmeisterschafts-Norm und dem Sieg gegen Konkurrent Falk Wendrich nicht mit nach Eugene.

Trotzdem ist die Bundestrainer-Entscheidung bei den Startplätzen im Kugelstoßen doppelt bitter: Der nominierte Hennig Prüfer wird in Eugene nämlich nicht nur im Kugelstoßen antreten, auch im Diskuswurf ist er gesetzt, zu den Weltmeisterschaften wäre der Potsdamer also sowieso gefahren. „In meinem Fall handelt es sich um eine Platzwegnahme durch einen Doppelstarter“, weiß Bayer, der sich um eine große Chance betrogen fühlt.

„Diese internationale Erfahrung, die man bei Weltmeisterschaften macht, kann oft ausschlaggebend für spätere Hochleistungen im Erwachsenenbereich sein. Es gibt viele Athleten, die wegen so was ihre Karriere beendet haben. Und somit ist diese Entscheidung das Gegenteil von Fairness und Förderung der Jugend.“

Aufgeben kommt für den Sindelfinger nun trotzdem nicht infrage. Während seine Altersgenossen nach Eugene reisen, will sich Bayer auf die deutschen Jugendmeisterschaften vorbereiten.

„Mein Ziel ist ganz klar gesetzt: Deutscher Jugendmeister im Kugelstoßen in Wattenscheid. Auch in den nächsten Wochen werde ich meine Form weiter bestätigen und vielleicht klappt es ja mit den 20 Metern auch noch.“

Presse | Leichtathletik | 09.07.2014

Das Pech an der vorletzten Hürde

Die Talente des VfL Sindelfingen starteten am vergangenen Wochenende in Mönchengladbach, Pliezhausen und Dagersheim

Von Hans-Jürgen Burgstahler

Im Block Wurf M14 trat der Schützling von Aleksandra Gacic an. Max Behrendt startete mit 11,95 Metern im Kugelstoßen, lief anschließend 13,02 Sekunden über 80- Meter-Hürden. „Das ist persönliche Bestzeit, aber da er an der vorletzten Hürde fast stürzte, wäre er noch deutlich schneller gewesen“, so Aleksandra Gacic.

Nach 5,83 Metern im Weitsprung und 12,24 Sekunden über 100 Meter wurden die Witterungsbedingungen schlechter, sein Diskus-Wettkampf musste mehrfach unterbrochen werden, letztendlich warf er aus dem Stand 30,53 Meter. In Summe erzielte er 2709 Punkte und erreichte damit den fünften Platz.

Tags zuvor war Aleksandra Gacic bei den württembergischen Mehrkampfmeisterschaften in Pliezhausen im Einsatz. Dort trat ihr Sohn Aleksandar in der Altersklasse M15 im Vierkampf an. Noch geschwächt von einer Erkältung und mit Rückenschmerzen gelang ihm eine Steigerung seiner Qualifikationsleistung.

Nach 1,68 Metern im Hochsprung, 5,18 Metern im Weitsprung, 12,38 Sekunden über 100 Meter und persönlicher Bestleistung von 9,38 Metern im Kugelstoßen standen am Ende 2076 Punkte und Platz elf zu Buche.

Einen sonnigen Sonntag verbrachten die U14-Schüler bei den regionalen Meisterschaften in Dagersheim. Etwas getrübt hingegen die Stimmung von Speedy-Leiterin Birgit Hamann: „Meine Tochter Jaqueline hat sich eine Oberschenkelzerrung zugezogen, mal sehen, ob sie wenigstens werfen kann.“ Sie konnte, der Speer flog auf gute 24,38 Meter und der Diskus auf 18,41 Meter, was in der Altersklasse W12 jeweils zum zweiten Platz reichte. In ihrer Spezialdisziplin 60-Meter-Hürden wurde sie von Vereinskameradin Nina Genger gut vertreten, sie wurde Dritte in 11,66 Sekunden.

Auch bei den gleichaltrigen Jungs gab es einen zweiten Platz im Speerwurf, hier erreichte Valentin Specht 26,65 Meter. Mit seinen Staffelpartnern Julian Seeger, Mark Bachner und Finn Roller durfte er sich noch über eine weitere Medaille freuen. Ihre 42,17 Sekunden über die 4x75 Meter reichten für Rang drei.

Ebenfalls Bronze gewann Kim Bödi, sie warf den Schlagball bei den W13 40 Meter weit. Einen Sahnetag erwischte ihre Trainingspartnerin Susanne Ernst. Zunächst konnte sie sich über 60-Meter-Hürden auf 10,76 Sekunden steigern und den Bronzerang erzielen. Im Weitsprung ging es dank einer deutlichen Verbesserung ihrer bisherigen Bestleistung noch einen Rang nach oben. Trainerin Anna Wiesner: „Damit hat sie die Norm für das WLV-Talentsportfest im Herbst.“

Über 800 Meter hatte Mark Bachner die Norm bereits erfüllt, bei den schwülen Bedingungen ließ er es bei 2,35,44 Minuten bewenden und sicherte sich klar Rang zwei.

Fast zum Ende der Veranstaltung gab es dann den ersten Sieg für den VfL-Nachwuchs. Pia Kohler setzte sich über 800 Meter der W12 sofort an die Spitze, baute den Vorsprung kontinuierlich aus und lief schließlich nach 2:41,34 Minuten als Erste durchs Ziel.