Presse | Fußball (Männer) | 21.05.2012

Nach der Pause reißt der Faden

Von unserem Mitarbeiter Edip Zvizdiç

Nach den beiden Niederlagen gegen die Aufstiegskonkurrenten aus Bösingen und Nagold hatte der VfL Sindelfingen seinen Abwärtstrend durch den 4:3-Auswärtserfolg in Metzingen gestoppt und dabei Moral bewiesen. Entsprechend zuversichtlich ging der Tabellendritte das Spiel gegen den FC Rottenburg an und entfachte mit Anpfiff der Partie ein Offensivfeuerwerk, wie es die Zuschauer im Floschenstadion lange nicht gesehen hatten.

Im Minutentakt rollten die Angriffe auf das Tor des FC Rottenburg, Mathias Zuber vergab die ersten beiden Chancen. Noch näher dran war in der achten Minute Andreas Poser, der einen Freistoß an die Unterkante der Latte setzte, der Ball aber deutlich vor der Linie auftropfte.

Von Rottenburg war bis dahin gar nichts zu sehen. Erst eine Unachtsamkeit von Heiko Schmidt brachte die Gäste in der 13. Minute ins Spiel. Seinen zu kurzen Rückpass erkämpfte Fabian Grammer, der jedoch am hervorragend reagierenden VfL-Schlussmann David Kocyba scheiterte.

Sindelfingen spielte abgeklärt - und vor allem sauber. Jan Zajfert und Mathias Zuber beackerten die linke Seite und initiierten etliche gute Möglichkeiten. In der 28. Minute scheiterte Daniel Kniesel nach einer butterweichen Flanke von Mathias Zuber. Eine Minute später zog Jan Zajfert maßgenau auf Oliver Glotzmann, der jedoch statt selbst zu schießen auf Daniel Kniesel ablegte, doch der VfL-Kapitän wurde im letzten Moment abgeblockt. Wenig Glück hatte Daniel Kniesel auch in der 36. Minute. Eine Kombination über das starke Mittelfeldduo Oliver Glotzmann und Soner Özay landete nach Kniesels Schuss in den Armen von Rottenburgs Torwart Philipp Steck.

„Wenn sich das mal nicht rächt", schwante Ralf Kübler beim Gang in die Kabine ob der vergebenen Chancen Böses. Sindelfingens Co-Trainer sollte Recht behalten. Der VfL verlor seine Linie nach einem Zusammenprall von Mathias Zuber und Rottenburgs Torwart Philipp Steck. Letzterer musste mehrere Minuten behandelt werden, konnte schließlich aber weiterspielen und sah von seinem Strafraum aus einen blitzsauberen Angriff seiner Vorderleute. Die kombinierten sich mit drei Doppelpässen durch die Sindelfinger Abwehrreihe und gingen in der 52. Minute durch Fabian Grammer mit 1:0 in Führung.

Sindelfingen zeigte aber die richtige Reaktion und schnupperte bereits im Gegenzug am Ausgleich. Über Florian Baur und Oliver Glotzmann gelangte der Ball zu Andreas Poser, der aus der Drehung aber am auf der Linie stehenden Bernd Kopp hängen blieb. Der Rottenburger Abwehrchef rettete hinten - und legte vorne noch das 2:0 für die Gäste nach. Nach 66 Minuten senkte sich seine Kopfball-Bogenlampe über David Kocyba hinweg ins Tor.

Thomas Dietsche reagierte und beorderte Denis Gonsior in die Partie. Der lange verletzte Routinier übernahm Verantwortung und brachte den VfL für einen kurzen Moment zurück ins Spiel. Aus 28 Metern zirkelte Denis Gonsior in der 75. Minute einen Freistoß sehenswert in den Torwinkel.

Allerdings hatten die Hausherren ihr Pulver längst verschossen. Der Anschlusstreffer war nicht mehr als ein letztes Aufbäumen, welches der FC Rottenburg kurz vor dem Schlusspfiff endgültig beendete. Der eingewechselte Cihan Canpolat kochte Heiko Schmidt ab und bediente Marco Calderaro mustergültig, welcher den 3:1-Endstand markierte.

Thomas Dietsche war sichtlich angeschlagen nach der unerwarteten Niederlage, fasste aber treffend zusammen: „Ich habe selten ein Team gesehen, das so viele Chancen herausgespielt hat wie wir heute. Das war eine fast perfekte erste Halbzeit. Leider haben wir es verpasst, Tore zu erzielen."

VfL Sindelfingen:
Kocyba, Baur, Schuster, Schmidt, Zajfert, Sezayi Bayrak (62. Minute Gonsior), Zuber, Glotzmann (75. Minute Samet Öztürk), Özay, Kniesel, Poser.

Presse | Fußball (Männer) | 20.05.2012

Gegen Rottenburg die Relegation vermasselt

Landesliga, Staffel III: VfL Sindelfingen verliert daheim 1:3 (0:0)

Eine Lehrstunde in Sachen Effizienz bekam der VfL Sindelfingen bei seiner 1:3-Heimniederlage in der Fußball-Landesliga, Staffel III, gegen den FC Rottenburg geboten. Während die Gäste aus wenigen Möglichkeiten drei Treffer machten, ließen die Hausherren über ein halbes Dutzend Gelegenheiten ungenutzt.

Womit die Sindelfinger die Chance verpassten, den VfL Nagold (0:0 in Bösingen) in der Tabelle zu überflügeln. Im Rennen um den Relegationsplatz scheint damit zwei Spieltage vor Schluss eine Vorentscheidung gefallen, denn die um zwei Punkte führenden Nagold spielen noch daheim gegen Rottweil und in Dornstetten.

"Das ist einfach nur bitter", rang Trainer Thomas Dietsche nach dem Schlusspfiff um Fassung, während seine Spieler mit hängenden Köpfen vom Spielfeld schlichen. "Die Rottenburger schießen dreimal auf unser Tor, während wir mehr als zehn klare Möglichkeiten haben. Nur wir machen die Tore nicht. Eine total unverdiente Niederlage."

Vom FC Rottenburg, als torgefährlichste Mannschaft der Rückrunde angereist, war im ersten Durchgang kaum etwas zu sehen. Nur einmal roch es nach einem Treffer, und der wurde auch noch von Heiko Schmidt eingeleitet. Doch Fabian Grammer nahm das Geschenk freistehend nicht an, besser gesagt Torhüter David Kocyba bügelte den Fehler seines Vordermannes glänzend aus. "Abgesehen davon war die erste Hälfte fast perfekt", sah Dietsche, wie seine Mannschaft ein ums andere Mal das Rottenburger Gehäuse unter Beschuss nahm. Doch so glänzend die Angriffe vorgetragen wurden, so schwach war der Abschluss. Mathias Zuber und Andreas Poser hätten nach fünf Minuten bereits die Sindelfinger Nerven beruhigen können. Dann kam Pech dazu, als Poser einen Freistoß vehement ans Lattenkreuz nagelte. Kniesel schoss drüber, Oliver Glotzmann und Kniesel wurden im Fünfmeterraum abgeblockt, ehe Bernd Kopp einen Kniesel-Schuss von der Linie kratzte. Der Nachschuss von Soner Özay war eine Beute des guten FC-Keepers Philipp Steck. Und auch die letzte Möglichkeit vor der Pause von Kniesel verfehlte das Ziel. Es war zum Haareraufen. "Ich habe selten ein Landesligaspiel mit so vielen Möglichkeiten gesehen", schüttelte auch Dietsche den Kopf.

Doch es sollte noch schlimmer kommen. Sieben Minuten waren nach dem Wechsel wieder gespielt, als die Gäste ihren zweiten vernünftigen Angriff über Marco Calderaro starteten. Der legte den Ball quer auf Fabian Grammer - 0:1. Ein Treffer wie ein Stich ins Herz, vorbei war die Dominanz der Hausherren. "Diese Mentalität muss bei uns raus", haderte Dietsche. "Nach einem Rückschlag stecken wir den Kopf in den Sand." Dabei hätte der VfL das Blatt noch locker wenden können, doch weder Zuber noch Poser nutzten ihre Chancen. Zudem rettete Alexander Henn gegen Poser auf der Linie, den Nachschuss von Jan Zajfert schnappte sich Steck. Es fehlte dem VfL, der zusehends mutloser agierte, aber auch an Ideen. Da passte der zweite Gegentreffer (66.) ins Bild, denn Bernd Kopp durfte erneut reichlich unbedrängt einen Freistoß von Ender Akkus einköpfen. Der eingewechselte Dennis Gonsior hämmerte zwar noch einen Freistoß genau in den Winkel (80.), doch Calderaro (88.) machte mit einem Schlenzer zum 1:3 den Sack endgültig zu. "Die Mannschaft tut mir leid", war Dietsche am Ende genauso geknickt wie seine Spieler.

VfL Sindelfingen:
Kocyba, Zajfert, Schmidt, Özay, Baur, Poser, Bayrak (62. Gonsior), Zuber, Kniesel, Glotzmann (79. Öztürk), Schuster.
Tore: 0:1 (52.) Grammer, 0:2 (66.) Kopp, 1:2 (80.) Gonsior, 1:3 (88.) Calderaro.
Schiedsrichter: Specker (Heilbronn).
Zuschauer: 100.

Presse | Fußball (Männer) | 14.05.2012

Den schon sicheren Sieg fast noch verschenkt

Landesliga, Staffel III: VfL Sindelfingen schafft bei TuS Metzingen nach 3:0-Führung und 3:3-Ausgleich einen wichtigen 4:3-Erfolg

Der VfL Sindelfingen hätte am Samstag bei der TuS Metzingen beinahe einen sicher geglaubten Sieg verspielt. Die Mannschaft von Trainer Thomas Dietsche führte nach 20 Minuten bereits 3:0, agierte danach zu nachlässig, kassierte das 3:3 und gewann am Ende gerade noch mit 4:3.

"Es war völlig unnötig, das Spiel so aus der Hand zu geben", ärgerte sich Dietsche nach dem Schlusspfiff. Die Partie in Metzingen dürfte ihn eine Menge Nerven gekostet haben.

Dabei deutete zu Beginn alles auf einen entspannten Nachmittag hin: Von der ersten Minute an war die kompakt stehende VfL-Elf hellwach, aggressiv und blitzschnell im Spiel nach vorne. Die Gastgeber waren mit den Gedanken noch in der Kabine, als Mathias Zuber vom linken Flügel auf den herbeigeeilten Andreas Poser querlegte, dem der Ball vom Fuß sprang. Doch hinter ihm lauerte Oliver Glotzmann, der lässig zur 1:0-Führung einschob.

Die Sindelfinger legten los wie die Feuerwehr und attackierten den Gegner frühzeitig. Nur vier Zeigerumdrehungen später flankte Zuber erneut auf Glotzmann, der den Ball direkt nahm und das Tor nur knapp verfehlte. In der 9. Minute brachte Jan-Cezar Zajfert einen Freistoß gefährlich in den Strafraum, wo sich Kapitän Daniel Kniesel von seinem Gegenspieler löste und das verdiente 2:0 erzielte. Nach einer knappen Viertelstunde lief der leicht bedrängte Poser allein auf TuS-Keeper Hoffmann zu, schob den Ball aber am langen Pfosten vorbei.

Wieder nur wenige Minuten später die nächste schöne Kombination der Gäste: Glotzmann spielte aus dem Mittelfeld gefühlvoll auf Zuber, der leitete weiter auf Poser - 3:0. Die Metzinger erlebten eine Lehrstunde und lagen nach 20 Minuten schier aussichtslos zurück.

"Dann haben wir gezeigt, dass wir noch immer nicht clever und erfahren genug sind, um einen so klaren Vorsprung zu verteidigen", sagte Thomas Dietsche. Seine Elf war sich ihrer Sache zu sicher und agierte zu nachlässig. In der 22. Minute verkürzte der freistehende Stephan Rothweiler nach Querpass von Benjamin Plangger auf 1:3. So ging es in die Pause. Mit dem Wiederanpfiff begann die Leidenszeit des Trainers, der sich schier die Kehle aus dem Hals schrie. "Von der 46. Minute an habe ich laufend ins Spielfeld gebrüllt", so Dietsche, dessen Mannschaft dem Gegner zu viel Platz ließ. "Wir standen zu weit weg, die Gegentore waren bezeichnend." Zwei Minuten nach der Pause fälschte Zajfert eine Hereingabe ins eigene Tor ab - nur noch 3:2. Eine knappe Viertelstunde später verlor Poser den Ball in der Vorwärtsbewegung und leitete damit den Ausgleich ein. Marco-Ralf Berenyi schnappte sich das Leder und wuchtete es aus gut 20 Metern ins Netz. Untermalt von Musik aus dem bunten Zirkuszelt in der Nähe nebenan hatte der VfL das Kunststück fertiggebracht, einen Drei-Tore-Vorsprung leichtfertig zu verspielen.

Daniel Kniesel sorgt mit seinem zweiten Tor zum 4:3 für die Erlösung

Das Spiel stand auf der Kippe, als sich der VfL doch noch einmal aufraffte. Poser ließ seine zahlreichen Ballverluste in der 76. Minute durch einen Querpass auf Kniesel vergessen, der zum 4:3 einschob. Die letzten 15 Minuten wurden zur Zitterpartie. Als Schiedsrichterin Ülfet Car das Spiel abpfiff, atmete Dietsche erleichtert auf. "Die drei Punkte sind das Wichtigste. Meine Mannschaft hat eine Riesenreaktion gezeigt. Deswegen ist der Sieg am Ende auch verdient."

Alles andere wäre möglicherweise auch das vorzeitige Aus im Rennen um den Relegationsplatz gewesen. Das geht am kommenden Wochenende in die nächste Runde, nachdem sich die Hoffnungen auf einen Ausrutscher des einen Punkt besseren VfL Nagold (3:0 gegen Gärtringen) nicht erfüllten. Dann kommt der FC Rottenburg ins Floschenstadion, während die Nagolder beim voraussichtlichen Meister VfB Bösingen vor der nächsten hohen Hürde stehen.

VfL Sindelfingen:
Kocyba, Zajfert, Schmidt, Özay, Baur, Poser (86. Borazan), Bayrak (67. Esteves), Zuber (89. Pretsch), Kniesel, Glotzmann, Schuster.
Tore: 0:1 (1.) Glotzmann, 0:2 (9.) Kniesel, 0:3 (19.) Poser, 1:3 (22.) Rothweiler, 2:3 (47./Eigentor) Zajfert, 3:3 (62.) Berenyi, 3:4 (76.) Kniesel.
Schiedsrichterin: Car (Kirchheim).
Zuschauer: 90.

Presse | Fußball (Männer) | 14.05.2012

Doppelpack von Daniel Kniesel

Landesliga 3: TuS Metzingen - VfL Sindelfingen 3:4 (1:3) / Berg- und Talfahrt für die Dietsche-Elf

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Sindelfingen erwischte einen Traumstart und ging bereits mit dem ersten Angriff in Führung. Sezayi Bayrak spielte einen tiefen Ball auf die linke Seite, Mathias Zuber passte den Ball direkt nach innen und Oliver Glotzmann hämmerte die Kugel mit rechts in den linken oberen Winkel - 1:0 (1. Minute). Der VfL setzte nach und wurde belohnt. Einen Freistoß von Jan Zaifert von der rechten Seite schob Daniel Kniesel über die Linie zum 2:0 (10. Minute).

Doch es kam noch besser für Sindelfingen: Oliver Glotzmann setzte sich in der 20. Minute rechts durch, sein Diagonalpass erreichte Mathias Zuber, der Andreas Poser in die Gasse schickte.

Der VfL-Torjäger ließ sich diese Chance nicht entgehen und traf zum 3:0 - sein 23. Saisontreffer im 27. Spiel.

Danach gönnte sich der VfL eine Pause, die Schockstarre der Metzinger ließ nach. Zunächst erzielten sie einen irregulären Treffer. David Kocyba wurde der Ball aus der Hand geschlagen, aber eine Minute später war es nach Ecke für den VfL so weit. Nach einer Ecke kassierte Sindelfingen das 1:3 durch Benjamin Plangger. Vier Minuten später klärte Heiko Schmidt nach einer Flanke mit dem Kopf vor Plangger.

Nach der Pause kam Metzingen aggressiv aus der Kabine. Schon nach 47 Minuten kamen die Hausherren zum 2:3 - unter Sindelfinger Mithilfe. Carlo Liotti flankte von der rechten Abwehrseite, der Ball kam zentral vors Tor. Dort stand Jan Zajfert und lenkte den Ball mit dem linken Fuß ins eigene Tor. Das Spiel war wieder offen. In der 61. Minute kamen die Metzinger sogar zum Ausgleich. Marco Berenyi traf mit einem satten Linksschuss aus 18 Metern zum 3:3. Der Sindelfinger Vorsprung war dahin.

Metzingen wurde immer stärker und drückte den VfL komplett zurück. Aber das gab auch Platz für Konter. Einige kritische Situationen überstand der VfL mit Glück und Geschick, ehe dann der entscheidende Gegenstoß gelang. Schnell wurde das Spielfeld überbrückt. Mathias Zuber zog von links nach innen, spielte den hinterlaufenden Poser an, der scharf nach innen gab, dort staubte Daniel Kniesel zum 4:3 ab (76. Minute). Metzingen gab auch danach nicht auf, aber am Ende reichte es für Sindelfingen.

Entsprechend gemischt war der Kommentar von Trainer Thomas Dietsche: „Wir haben hier 20 Minuten lang fast perfekt gespielt, dann aber nachgelassen. So etwas wird eben bestraft. Uns fehlt einfach noch die Konsequenz und die Routine ein solches Spiel souverän zu gewinnen. Nach den drei Gegentreffern war das eine tolle Reaktion."

Der VfL Sindelfingen meldet sich im Kampf um Relegationsplatz zwei zurück. Am Samstag gegen Rottenburg ist allerdings auch ein Sieg Pflicht. „Im Saisonendspurt zählt jeder Punkt", so Thomas Dietsche, der nach dem Spiel in Metzingen auf einen TV-Krimi verzichtete. Der Nachmittag war schon aufregend genug.

VfL Sindelfingen:
Kocyba, Baur, Schuster, Schmidt, Zajfert, Glotzmann, Özay, Kniesel, Bayrak (67. Minute Esteves), Zuber (89. Minute Pretsch), Poser (85. Minute Borazan).

Presse | Fußball (Männer) | 10.05.2012

Großer Bahnhof für Seider

Bei den Sindelfinger Landesliga-Fußballern ist Siegfried Seider Mädchen für alles. Der Spielleiter packt überall dort an, wo er gebraucht wird.

Doch der mittlerweile 70-Jährige engagiert sich schon seit Jahrzehnten auch als Schiedsrichter. Für 1000 Spiele wurde er beim Jahresfest der Schiedsrichtergruppe Böblingen mit der Goldenen Pfeife ausgezeichnet. Seider wurde über viele Jahre im Aktivenbereich der Kreisligen eingesetzt und leitet auch heute noch Spiele im Juniorenbereich. Dafür gab es jetzt, vor dem Sindelfinger Heimspiel gegen den VfL Nagold, von Kurt-Heinz-Kuhbier (rechts), Obmann der Schiedsrichtergruppe Böblingen, einen großen Blumenstrauß. VfL-Abteilungsleiter Ralf Brenner (links) bedankte sich bei Siegfried Seider mit einem Geschenkkorb.

Presse | Fußball (Männer) | 07.05.2012

Der VfL gibt den Sieg aus der Hand

VfL Sindelfingen - VfL Nagold 2:2 (0:0)

Von unserem Mitarbeiter Edip Zvizdiç

Sindelfingens Torhüter David Kocyba war untröstlich. Beim 2:2 gegen den VfL Nagold hatte er schon beim ersten Gegentor nicht gut ausgesehen. Das zweite ging dann ganz klar auf seine Kappe. Durch das Remis mischen die Blau-Weißen zwar weiterhin im Titelrennen mit, verpassten aber einen so genannten „Big Point".

Der VfL-Torhüter starrte noch 30 Minuten nach dem Spiel ins Leere und sprach kaum ein Wort. Und sein Trainer analysierte lieber das Spiel an sich: „Wir sind ein bisschen traurig. Aber auch glücklich." Nein, Thomas Dietsche war nicht verwirrt. Der Trainer des VfL Sindelfingen hatte schlicht und einfach die 90 Minuten gegen den Tabellennachbarn treffend zusammengefasst. „Traurig, dass wir nicht schon vorher alles klar gemacht haben", erklärte Thomas Dietsche. „Und glücklich, weil wir in der Schlussphase nicht noch das mögliche 2:3 kassiert haben."

Man muss es dem VfL Sindelfingen hoch anrechnen, dass er nach zuletzt zwei bitteren Niederlagen, aufgrund derer man die Tabellenführung eingebüßt hatte, gegen Nagold trotz personeller Probleme ein durchaus ansehnliches Spiel ablieferte. Ohne Kapitän Daniel Kniesel spielte Sindelfingen munter drauflos und erspielte sich in der Anfangsphase der Partie einige richtig gute Torchancen. Die beste vergab Andreas Poser, der eine Flanke von Sezayi Bayrak aus kurzer Distanz über das Tor köpfte.

Auch danach blieb die Dietsche-Elf am Drücker. In der 27. Minute verfehlte Mathias Zuber mit einer scharfen Hereingabe von der linken Seite sowohl Andreas Poser als auch Oliver Glotzmann. Sechs Minuten später war Zuber selbst der Adressat, wusste aber die tolle Vorlage von Mahmut Yorulmaz nicht zu nutzen und scheiterte aus spitzem Winkel. Kurz vor dem Seitenwechsel jubelten sie Sindelfinger etwas zu früh. Erneut war der starke Mathias Zuber Ausgangspunkt. Seinen Freistoß verlängerte Soner Özay auf Heiko Schmidt, der den Ball ins Tor stocherte. Schiedsrichter Björn Vielberth (Reutlingen) verweigerte dem Treffer aufgrund einer Abseitsstellung des Sindelfinger Abwehrchefs aber die Anerkennung - eine ganz knappe Entscheidung.

Nach dem Seitenwechsel wurde der VfL für das Anrennen in der 47. Minute belohnt. Einen hohen Ball von Kevin Schuster köpfte Andreas Poser über den etwas zu weit vor dem Tor postierten Stefan Lohrer - 1:0. Der Treffer wirkte aber auf die Gäste wie ein Weckruf. Die Nagolder wagten sich immer öfter in die Sindelfinger Spielhälfte vor und glichen in der 62. Minute mit ihrer ersten echten Torchance zum 1:1 aus. Ein Eckball segelte durch den Strafraum genau auf Markus Glemser, der den zögernden David Kocyba per Kopf zum 1:1 überwand.

Dem VfL schien das Spiel zu entgleiten, doch unter Mithilfe vom Nagolder Schlussmann ging Sindelfingen in der 67. Minute wieder in Führung. Stefan Lohrer irrte nach einem Freistoß von Jan Zajfert durch seinen Strafraum und blieb gegen Heiko Schmidt nur zweiter Sieger. Dessen Kopfball-Bogenlampe senkte sich zum 2:1 ins Tor.

Dann wurde Kocyba vollends zur entscheidenden Figur des Spiels. Erst rettete er dreimal gegen die eingewechselten Marc Alle und Fahrettin Özdemir, dann griff er in der 77. Minute daneben. Den harmlosen Kopfball von Markus Glemser bekam der Sindelfinger Torwart nicht zu fassen, kratzte ihn dann gerade so von der Linie, war aber letztlich gegen den Nachschuss von Daniel Schachtschneider machtlos.

„Wir haben es verpasst, in der ersten Halbzeit die Tore zu machen", ärgerte sich Thomas Dietsche. „Von Nagold kam da gar nichts, das hätten wir nutzen müssen. Es ist noch nichts entschieden. Der Kampf um den Aufstieg bleibt spannend."

VfL Sindelfingen:
Kocyba, Baur, Schuster, Schmidt, Zajfert, Yorulmaz (44. Minute Lubig), Zuber (81. Minute Miftar), Glotzmann, Özay, Sezayi Bayrak (68. Minute Toprak), Poser.

Presse | Fußball (Männer) | 06.05.2012

Zweimalige Führung reicht nicht zum Sieg

Fußball-Landesliga, Staffel III: VfL Sindelfingen bleibt nach dem 2:2 hinter Nagold auf Platz drei - Tore durch Poser und Schmidt

Nach zwei Niederlagen gelang dem VfL Sindelfingen in der Fußball-Landesliga, Staffel III, mit dem 2:2 gegen Aufstiegskonkurrent VfL Nagold wieder ein Punktgewinn, er verpasste aber durch das Unentschieden den Sprung auf Platz zwei.

Zwei Mal gingen die Sindelfinger in Führung, zwei Mal glich der VfL Nagold aus. "Wir kommen nach dem 1:1 super zurück, erzielen das 2:1, kassieren aber den Ausgleich nach einer harmlosen Situation", haderte Sindelfingens Trainer Thomas Dietsche, "die Mannschaft belohnt sich zurzeit einfach nicht."

Das galt vor allem für die erste Halbzeit, in der Sindelfingen engagiert zur Sache ging und die tonangebende Mannschaft war. Die Vorgabe von Thomas Dietsche, hinten kompakt zu stehen und schnell nach vorne zu spielen, wollte das Team umsetzen - fast zwangsläufig hatten die Gastgeber die erste Torchance nach knapp zehn Minuten, als Nagolds Torwart Stefan Lohrer beim Rauslaufen einen weiten Pass des starken Florian Baur unterlief, der Querpass von Andreas Poser aber keinen Abnehmer fand. Kurz darauf setzte Poser wieder nach einer Baur-Flanke einen Kopfball über das Tor. Die dritte Möglichkeit in der Anfangsviertelstunde hatte Heiko Schmidt nach einem Eckball per Kopf, aber auch er konnte den Ball nicht im Tor unterbringen.

Der VfL Nagold kam danach besser ins Spiel, aber zu keinen ernsthaften Torchancen. Ein 25-Meter Schuss von Kapitän Marco Quiskamo knapp am rechten Pfosten vorbei war bis zur Pause alles. Die große Gelegenheit zur Führung für die Gastgeber bot sich dafür in der 29. Minute: Mahmut Yorulmaz erkämpfte sich den Ball und bediente Mathias Zuber per Steilpass, der aber aus spitzem Winkel am Torwart scheiterte. "In der ersten Hälfte hatten wir glasklare Chancen", haderte Dietsche. Pech für Sindelfingen: Kurz vor der Halbzeit verletzte sich Yorulmaz ohne Fremdeinwirkung und fällt für den Rest der Saison mit einem Muskelfaserriss aus. Der für ihn eingewechselte Paul Lubig hatte mit einem Linksschuss ins kurze Eck die letzte Möglichkeit vor der Pause.

Kurz nach Wiederbeginn fiel endlich die verdiente Führung für die Gastgeber: Andreas Poser kam nach einer weiten Flanke frei zum Kopfball und ließ Stefan Lohrer keine Chance. Weil die Nagolder danach zielstrebiger nach vorne spielten, entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Nach einem Foul von Florian Baur an Daniel Schachtschneider in Höhe der Strafraumgrenze musste Sindelfingens Torwart David Kocyba beim Freistoß von Nils Schuon erstmals eingreifen. In der 62. Minute hieß es 1:1, als Markus Glemser am Fünfmeterraum zum Kopfball kam. Der VfL Sindelfingen zeigte sich davon aber unbeeindruckt und reagierte prompt: Jan-Cezar Zajfert schlug einen Freistoß in den Strafraum, wo Heiko Schmidt mit dem Kopf zur Stelle war und per Bogenlampe zum 2:1 traf.

In der Folge entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel. Der Tabellenzweite Nagold drängte vehement nach vorne und kam zu guten Möglichkeiten. Nach einer Flanke von Daniel Schachtschneider rettete Florian Baur vor Simon Pabst, drei Minuten später erwischte Marc Alle nach Flanke von Pabst den Ball freistehend vor Kocyba nicht richtig. Der erneute Ausgleich fiel in der 77. Minute: Nach einer Flanke von Marc Böttinger setzte Markus Glemser zu einem eher harmlosen Kopfball an, David Kocyba konnte den Ball auf der Linie nicht festhalten, Nils Schuon staubte ab - 2:2. Es folgte die stärkste Phase der Gäste, in der Kocyba bei zwei Schüssen gegen Simon Pabst rettete und damit seinen Fehler beim 2:2 wieder ausbügelte.

Starke Nagolder in der Schlussphase näher am Siegtor als Sindelfingen

"Nagold hat die letzten zehn Minuten gedrückt", räumte Thomas Dietsche ein, "somit müssen wir mit dem 2:2 zufrieden sein." Auch die letzte Chance besaßen die Gäste, als Daniel Schachtschneider einen Flankenball von Julian Sieber über das Tor köpfte. "Spielerisch war das ganz in Ordnung, aber im Abschluss ist momentan der Wurm drin", so Dietsche.

Dennoch bleibt seine Mannschaft im Rennen um den Relegationsplatz bei einer sich langsam entspannenden Personalsituation. Denis Gonsior saß gegen Nagold nach seinem Rippenbruch wieder auf der Bank, zum kommenden Auswärtsspiel in Metzingen kehrt auch Kapitän Daniel Kniesel zurück ins Team.

VfL Sindelfingen:
Kocyba, Zajfert, Schmidt, Özay, Poser, Baur, Bayrak (69. Toprak), Zuber, Glotzmann, Schuster, Yorulmaz (44. Lubig).
Tore: 1:0 (47.) Poser, 1:1 (62.) Glemser, 2:1 (67.) Schmidt, 2:2 (77.) Schuon).
Schiedsrichter: Vielberth (Reutlingen).
Zuschauer: 150.

Presse | Fußball (Männer) | 03.05.2012

„Fehler sind doch ein Teil des Spiels“

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

So schnell kann es gehen. Vor zwei Wochen grüßten die Landesliga-Fußballer des VfL Sindelfingen noch von der Tabellenspitze. Mittlerweile ist das Team auf Platz drei abgerutscht. Trainer Thomas Dietsche hisst deshalb aber noch lange nicht die rote Fahne: „Wir müssen jetzt plötzlich nicht alles anders machen."

Die SZ/BZ sprach mit dem Sindelfinger Trainer über die neue Situation.

In dieser Saison gab es noch keine zwei Niederlagen am Stück. Wie gehen Sie damit um?

Thomas Dietsche: „Man kann nicht davon ausgehen, dass man in der Landesliga alle Spiele ohne Niederlage übersteht, auch zwei Schlappen am Stück sind mal drin. Natürlich schmerzt jede Niederlage, die in Rottweil besonders, weil die Jungs bei hohen Temperaturen aufopferungsvoll gekämpft haben und sich dann quasi selbst um den verdienten Lohn gebracht haben. Aber das gehört zum Lernprozess dazu. Ich musste eine unruhige Nacht drüber schlafen, aber schon am Sonntagmorgen war ich wieder kämpferisch."

In Rottweil haben individuelle Fehler den VfL auf die Verliererstraße gebracht. Ist man da als Trainer machtlos?

Thomas Dietsche: „Nein, Fehler sind doch ein Teil des Spiels, schauen Sie sich die Spiele bis in die höchsten Ligen an. Man muss eben immer wieder daran arbeiten, dass die Fehler weniger werden, versuchen sie durch Training, durch ständiges Üben und Arbeiten mit jungen Spielern abzustellen oder zumindest zu minimieren. Insofern ist man in der Situation an sich machtlos - aber nicht über einen längeren Zeitraum hinweg."

Am Samstag kommt der VfL Nagold ins Floschenstadion. Was muss dann anders laufen als zuletzt?

Thomas Dietsche: „Wir müssen wegen zwei Niederlagen nicht plötzlich alles anders machen. Die Mannschaft ist insgesamt auf einem guten Weg, wenngleich wir gerade eine schwierige Phase durchlaufen. Wenn man von 25 Spielen 18 gewinnt, hat man als Mannschaft über die Saison hinweg vieles richtig gemacht. Durch die personell angespannte Lage müssen wir noch enger zusammen rücken, kompakter und laufbereiter spielen. Mannschaftliche Geschlossenheit ist das alles Entscheidende, wenig zulassen nach hinten und nach vorn wieder treffen. Wir werden auch aus diesen zwei Niederlagen lernen und gestärkt heraus kommen - davon bin ich überzeugt. Zuletzt hatten wir in der Vorrunde drei Partien ohne Sieg und danach sechs Erfolge in Serie."

Wir haben leider den Sack nicht zu gemacht

Haben Sie angesichts der vielen verletzten Spieler überhaupt die Chance, dem einen oder anderen eine Denkpause zu geben?

Thomas Dietsche: „Es gibt gar keinen Grund jemandem eine Denkpause zu geben. Wir waren bis letzten Samstag völlig überraschend Tabellenführer mit der wohl jüngsten Mannschaft der ganzen Landesliga, der Altersschnitt des Kaders liegt unter 23 Jahren. Wir hatten Bösingen am Rande der Niederlage - haben aber leider den Sack nicht zu gemacht. Ich sehe Woche für Woche, dass die Mannschaft sich in Training und Spiel rein hängt und alles gibt. Klar wäre es toll, wenn wir im Moment mehr Alternativen hätten, um auch die hohen Belastungen zu verteilen und natürlich ist Konkurrenzkampf auf Dauer gut und wichtig. Aber wir müssen jetzt da durch und wie gesagt, ich bin fest davon überzeugt, dass wir das Blatt wieder zum Guten wenden."

Wer kehrt am Samstag gegen Nagold zurück in den Kader?

Thomas Dietsche: „Mathias Zuber steht sicher wieder zur Verfügung. Andre Esteves müsste seine Grippe auskuriert haben und, wenn es ganz gut läuft, kann Denis Gonsior zumindest mit auf die Bank. Da müssen wir die Nachuntersuchung seiner gebrochenen Rippe abwarten."

Eine weitere Niederlage darf sich Ihre Mannschaft im Titelrennen nicht erlauben. Ist die Mannschaft diesem Druck gewachsen?

Thomas Dietsche: „Natürlich ist sie dem gewachsen. Wer Wettkampfsport betreibt, der will doch diesen Druck, will sich messen und beweisen und wenn man oben mit- spielt ist das auch noch positiver Druck. Sonst könnten wir auch auf der Wiese kicken oder joggen gehen. Wer beim VfL in der Landesliga spielt, steht in jedem Spiel unter einem gewissen Druck. Wir wollen so weit oben wie möglich stehen und jeder will gerade gegen Sindelfingen gewinnen. Wir hatten in dieser Saison viele enge Spiele, haben fünf Mal einen Rückstand gedreht und sind insgesamt sehr oft als Sieger vom Platz gegangen. Wir arbeiten Woche für Woche daran, dass wir uns alle verbessern, inklusive Trainerteam. In der letzten Saison wurden wir am Ende Fünfter und konnten gegen die vier Teams vor uns nur einmal gewinnen. Nun sind wir unter den ersten drei, haben aber gegen die beiden Top-Konkurrenten Nagold und Bösingen noch keine Punkte geholt. Folgerichtig sind wir Dritter. Am Samstag gegen Nagold haben wir die Chance, diese Bilanz zu verbessern."

Die VfL-Frauen haben den Aufstieg schon geschafft. Was läuft da anders?

Thomas Dietsche: „Als Allererstes möchte ich da meinen Glückwunsch an Niko Koutroubis, sein Trainerteam und die ganz Mannschaft richten. Das ist wirklich ganz große Klasse und nicht hoch genug zu bewerten, dass die Frauen das, unter schwierigen Trainingsbedingungen, geschafft haben. Die anderen Rahmenbedingungen sind sicher etwas besser im Frauenbereich. Der VfL ist die Adresse für den Frauenfußball im gesamten Einzugsgebiet. Junge, sehr gute Spielerinnen kommen nach Sindelfingen, wenn sie sich auf höchstem Niveau weiter entwickeln wollen. Dazu haben die Damen umfangreiches Trainerteam und wenn man sieht mit welcher Akribie, Detailarbeit und mit welch hohem zeitlichen und persönlichem Einsatz sich speziell Niko Koutroubis einbringt, dann ist der Erfolg die logische Konsequenz."

Ziehen Sie mit Ihrem Team nach?

Thomas Dietsche: „Wir sind alle extrem ehrgeizig, wollen das Maximum erreichen - aber wir sind bisher sehr gut damit gefahren uns auf das nächste Spiel zu konzentrieren. Unser Ziel ist, das Spiel gegen den VfL Nagold zu gewinnen. Alles andere ist weit weg und werden wir dann am 2. Juni in der Abschlusstabelle ablesen können."

Presse | Fußball (Männer) | 30.04.2012

Der VfL knickt im Gegenwind ein

FV Rottweil - VfL Sindelfingen 3:1 (0:0) / Personeller Notstand bei der Dietsche-Elf

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Sieben Ausfälle kann auch Fußball-Landesligist VfL Sindelfingen nicht verkraften. Beim FV Rottweil setzte es mit 1:3 die zweite Niederlage in Folge. Trainer Thomas Dietsche: „Die Mannschaft hat bei schwierigsten Bedingungen gut gekämpft, allerdings hat uns die letzte Entschlossenheit gefehlt."

Der VfL-Coach musste in Rottweil auf Daniel Kniesel, Mathias Zuber, Daniel Zöller, Denis Gonsior, Samet Öztürk, Alexander Gans, Samet Durak verzichten. Mahmut Yorulmaz konnte nur mit Schmerztablette spielen. Dieses personelle Handicap sah man dem Sindelfinger Spiel zunächst aber nicht an.

Der VfL begann sehr kompakt. Aus Ballgewinnen wurden von Beginn an Chancen erarbeitet. In der achten Minute scheiterte Florian Baur aus spitzem Winkel am Rottweiler Torhüter Sebastian Kellner. Der faustete den Ball mit Glanzparade über die Latte. Den folgenden Eckball von Paul Lubig setzte Andreas Poser knapp am langen Pfosten vorbei.

Mit dem Wind im Rücken erspielte sich Sindelfingen auch in der Folgezeit die ein oder andere Möglichkeit. Rottweil kam dagegen nur einmal, in der 34. Minute, vor das von David Kocyba gehütete VfL-Tor, doch der Ball ging fünf Meter vorbei. Thomas Dietsche: „In der ersten Halbzeit hätten wir in Führung gehen müssen." Auch der zweite Abschnitt begann mit einer VfL-Chance: Andreas Poser scheiterte frei stehend aus spitzem Winkel an Sebastian Kellner.

Dann wendete sich das Blatt. Nach der dritten Ecke der Gastgeber in Folge stimmte die Zuordnung bei Sindelfingen nicht. Hannes Friedrich köpfte zum 1:0 ein. In der 56. Minute verhinderte Kocyba gegen Stefan Schanz das 0:2.

Aber der VfL wehrte sich bei brütender Hitze und wurde in der 64. Minute belohnt. Oliver Glotzmann setzte sich am rechten Strafraumeck gegen zwei Rottweiler durch, passte von der Grundlinie nach innen. Soner Özay verwandelte aus sieben Metern direkt ins rechte obere Tordreieck. Der VfL setzte nach, wurde aber, trotz der hohen Temperaturen, kalt erwischt. Ein langer Abschlag von Sebastian Kellner, Jan Zajfert verschätzte sich, der Ball sprang einmal auf. Sascha Mauch traf ihn volley und der Ball schlug in der kurzen Ecke ein. Da sah David Kocyba nicht gut aus.

Sindelfingen versuchte noch einmal dagegenzuhalten. Aber nach und nach schwanden die Kräfte. In der 80. Minute verhinderte Kocyba mit einem Reflex gegen Stefan Schanz das 1:3.

In der zweiten Minute der Nachspielzeit war der Sindelfinger Schlussmann dann aber erneut geschlagen, bezeichnenderweise vom eigenen Mitspieler. Der eingewechselte Yannik Scheidel lief auf der rechten Abwehrseite durch und passte den Ball scharf nach innen: Jan Zajfert lenkte ihn ins eigene Tor. Das Spiel war verloren.

Thomas Dietsche: „In der ersten Hälfte fehlte die letzte Entschlossenheit zum Tor und in der zweiten Halbzeit führten individuelle Fehler zu zwei Gegentoren. So kann man nicht punkten."

Dennoch wollte der VfL-Coach nicht den Stab über seine Truppe brechen: „Das 1:3 ist für den Moment enttäuschend. Aber das sollte uns nicht umwerfen. Trotz der vielen Ausfälle haben wir eine sehr gute erste Hälfte gezeigt. Am Ende fehlten bei großer Hitze beim ein oder anderen die letzten Körner - was aber nicht verwundern kann."

Am kommenden Samstag trifft Sindelfingen im Spitzenspiel auf den VfL Nagold. „Da wartet die nächste Herausforderung auf uns. Wir sollten das Gute aus der Rottweiler Niederlage mitnehmen, aus den Fehlern lernen und dann erholt und hoch motiviert punkten."

VfL Sindelfingen:
Kocyba, Pretsch, Schuster, Schmidt, Zajfert, Glotzmann, Baur, Özay, Yorulmaz (57. Minute Bayrak), Lubig (80. Minute Schumann), Poser.

Presse | Fußball (Männer) | 29.04.2012

Zu viele Fehler in der zweiten Hälfte - 1:3

Landesliga, Staffel III: VfL Sindelfingen steckt in Rottweil die zweite Niederlage in Folge ein

Der von Personalsorgen geplagte VfL Sindelfingen musste in der Fußball-Landesliga, Staffel III, beim FV 08 Rottweil eine schmerzliche 1:3-Niederlage hinnehmen. Die Mannschaft von Trainer Thomas Dietsche kämpfte sich nach einem 0:1-Rückstand zurück in die Partie, erlaubte sich in der zweiten Hälfte aber zu viele Fehler.

"Wir haben uns die Niederlage selbst zuzuschreiben. Sie ist besonders bitter, weil wir 45 Minuten lang die bessere Mannschaft waren", sagte Thomas Dietsche mit Blick auf die erste Hälfte. "Wir hatten uns vorgenommen, nichts zuzulassen und kompakt zu stehen", so Dietsche. Tatsächlich ließ der VfL zunächst nichts anbrennen. Im Spiel nach vorne fehlte es den Gästen allerdings an Kreativität und Passgenauigkeit. Die meisten Bälle in die Spitze fanden den Mitspieler nicht. Und wenn es mal zu einer Chance kam, wurde sie nicht genutzt. So zum Beispiel kurz vor der Pause, als Andreas Poser versuchte, den Rottweiler Torwart Sebastian Kellner zu umkurven. Er zog zwar am Keeper vorbei, verfehlte das Tor allerdings deutlich. "Wir spielen die Chancen nicht zu Ende, und die entscheidenden Bälle kommen nicht an. Das ist der einzige Vorwurf, den ich meiner Mannschaft machen kann", erklärte Dietsche.

Schon nach zehn Minuten hatte Florian Baur das 1:0 auf dem Fuß. Seinen strammen Rechtsschuss klärte Rottweils Keeper zur Ecke. In der 30. Minute vergab Paul Lubig die Chance zur Führung, nachdem FV-Keeper Kellner einen Rückpass in die Hand genommen hatte. Den indirekten Freistoß aus knapp 15 Metern wuchtete Lubig aber über das Tor. Ansonsten war wenig los. Die hohen Temperaturen wirkten sich nicht gerade positiv auf die Spielgeschwindigkeit aus. "In der ersten Hälfte war`s ein Sommerkick", stellte Rottweils Trainer Ralf Volkwein fest. "Die Mannschaften haben sich wenig bewegt. Erst nach der Halbzeit kam mehr Feuer ins Spiel."

Kurz nach Wiederanpfiff vergab erneut Poser in aussichtsreicher Position. Fünf Minuten später sorgte ein Eckball für Verwirrung in der Sindelfinger Abwehr, Hannes Friedrich machte sich die Unsicherheit der VfL-Verteidigung zunutze und traf per Kopf zum 1:0 für die Gastgeber. "Ein irregulärer Treffer", meinte Thomas Dietsche. "Diesen Eckball hätte es nicht geben dürfen." Anschließend gerieten die Sindelfinger mehr und mehr in Bedrängnis, die besseren Chancen hatte fortan der FV 08 Rottweil. In der 58. Minute scheiterte der freigespielte Stefan Schanz an VfL-Keeper David Kocyba, der seinen Schussversuch mit dem Fuß parierte.

Doch der Tabellenzweite kämpfte sich zurück: Nach einer guten Stunde setzte sich Oliver Glotzmann gegen seinen Gegenspieler durch und spielte flach in die Mitte, wo Soner Özay bereit stand und den Ausgleich erzielte. "Super, wie die Mannschaft nach dem Gegentor zurückkam", so Thomas Dietsche. Doch die Sindelfinger Druckphase hielt nicht lange an. In der 72. Minute erwischte Sascha Mauch den Ball nach einem langen Zuspiel perfekt und versenkte ihn zum 2:1 im Netz, wobei VfL-Torhüter Kocyba keine gute Figur machte. Die Fehler in der Sindelfinger Verteidigung häuften sich danach wieder. Zweimal rettete Kocyba in höchster Not, kurz vor Schluss hatte Mathias Kammerer Pech: Aus gut 16 Metern traf er nur die Latte. In der Nachspielzeit schob Sindelfingens Jan-Cezar Zajfert den Ball nach einer Hereingabe ins eigene Tor - 1:3. Die bittere Niederlage war damit besiegelt. Dass sich der VfL ohne Gonsior, Öztürk, Gans, Zöller, Zuber und Kapitän Kniesel in einer personellen Notsituation befindet, war während der 90 Minuten deutlich zu spüren. "Ich hatte kaum Alternativen", klagte Thomas Dietsche, der nur zweimal wechselte. Vor dem Heimspiel gegen Mitkonkurrent VfL Nagold am kommenden Samstag dürfte sich die Situation jedoch kaum bessern. Die Tabellenführung gerät nach der zweiten Niederlage in Folge jedenfalls in immer weitere Ferne.

VfL Sindelfingen:
Kocyba, Pretsch, Zajfert, Schmidt, Özay, Baur, Poser, Lubig (83. Schumann), Glotzmann, Schuster, Yorulmaz (58. Bayrak).
Tore: 1:0 (52.) Friedrich, 1:1 (64.) Özay, 2:1 (72.) Mauch, 3:1 (90.+2 Eigentor) Zajfert.
Zuschauer: 100.
Schiedsrichter: Fuchs (Tübingen).

Fußballschule FAIRPLAY

15 Jahre FAIR PLAY Fußballschule im VfL Sindelfingen

FußballCamps-Termine 2012

  • Pfingsten XL: Dienstag - Freitag, 29. Mai - 01. Juni
    • zum nächsten Fußballcamp in den Pfingstferien vom 29.05. - 01.06. auf dem Rasen am Glaspalast sind noch Plätze frei!
      Weitere Info erhalten Sie unter www.fussballschule-sindelfingen.de
  • Sommer XXL: Montag - Freitag, 03. - 07. September, mit dem Bus zum VfB (Stadion + Trainingsbesuch)
  • Herbst: Montag - Mittwoch, 29. - 31. Oktober
  • Winter: Donnerstag- Samstag, 27. - 29. Dezember. (Aenderungen vorbehalten)

- Ostern, Herbst & Winter: Sporthalle Stadtmitte, Böblingerstr. 24, 71065 Sindelfingen
- Pfingsten & Sommer: Plätze am Glaspalast, Rudolph-Harbig-Str. 6, 71063 Sindelfingen.

 

Die Fußballerherzen schlagen in diesen Tagen höher: Neben der Deutschen Meisterschaft, der ChampionsLeague, dem DFB Pokal Finale und der anstehenden Europameisterschaft wartet auf die alle Fair Play Kicker und Freunde der VfL Fußballschule Fair Play ein tolles Sommerprogramm.
Zum 15. Geburtstag Fair Play laden wir alle Spieler, Eltern und Freunde der Fußballschule zum Mitspielen ein. Und zwar am Sonntag, 24. Juni von 10 bis 18 Uhr im Sindelfinger Sommerhofenpark. Wir spielen ein Straßenfußballturnier mit zwei echten Soccercourts (Turniere für Spieler ab 5 bis 55 Jahren). Jeder, der mitspielt, gewinnt. Meldet Euch rechtzeitig an. Außerdem gibt es eine Hüpfburg, Torwandschießen, Schussmessung, Dampfbahnfahren und Modellflugzeugpräsentationen...

VfL Fußballschule FAIRPLAY
VfL Fußballschule FAIRPLAY-Termine