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Presse | Fußball (Frauen) | 23.02.2015

Standards brechen dem VfL das Genick

2. Fußball-Bundesliga Frauen: Sindelfingen unterliegt Frankfurt II 0:2

Zwei Tore, fünf Gelbe Karten, ein Vielfaches mehr an Fouls und drei Punkte für eine Gastmannschaft, die vor allem nach Standardsituationen stark war. Ansonsten hätten die Sindelfinger Zweitliga-Fußballerinnen dem Tabellenzweiten FFC Frankfurt II durchaus einen Punkt abknöpfen können.

VON SANDRA LANGGUTH

"Wie bei den Kickers am Samstag. Eine Mannschaft macht das Spiel, die andere gewinnt", meinte ein aufmerksamer Beobachter am Rande des Kunstrasens hinterm Glaspalast, wo es wie schon vergangenen Sonntag beim 5:2-Testspielsieg gegen Regionenligist Derendingen zog wie Hechtsuppe. Doch während die 90 Zuschauer bibberten und froren, boten die jungen Frauen auf dem Spielfeld einen heißen Tanz, bei dem es mitunter ganz schön ruppig zur Sache ging. Und bei dem die Sindelfingerinnen in weiten Teilen alles andere als schlecht aussahen. Zweikämpfe wurden angenommen, Räume eng gemacht und auch an das Thema Balleroberung konnte Teamchef Saban Uzun ein Häckchen machen. Allerdings gab es auch unnötige Ballverluste in der eigenen Hälfte, und wenn sich die Sindelfingerinnen mühsam durch schöne Spielzüge über mehrere Stationen gut in Position gebracht hatten, fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss. So wie bei Carina Spengler gleich zu Beginn der Partie oder bei Kapitänin Anja Selensky, die die Pille nach einem Freistoß daneben drosch. Auch Jasmin Ballach hatte aus der zweiten Reihe kein Glück vor dem Tor. Besser machten es die Gäste aus Frankfurt, die nach einer Ecke durch Jana Löber in Führung gingen. Viel zu frei stand die Frankfurterin im Strafraum, als ihr der Ball aus dem Getümmel heraus vor die Füße fiel und sie nur noch den Schlappen hinhalten musste. Eine tolle Aktion von Pia Schmid hätte noch vor der Pause den Ausgleich einleiten können, doch als sie vor dem Tor querlegte, war einfach niemand da.

Im zweiten Durchgang das gleiche Bild: Sindelfingen ackert, hat mehr vom Spiel, trifft halt nur das Tor nicht. Bis auf Pia Schmid, deren Treffer allerdings aus einer Abseitsposition heraus fiel. Auf der anderen Seite sorgte Bianca Brösamle für eine Schrecksekunde, als sie bei der Rückgabe auf Torhüterin Nicole Vuk beinahe ins eigene Tor traf. Die Sindelfingerinnen kämpften weiter, kamen mit Athanasia Moraitou, Lea Rädle und Anja Selensky zu guten Möglichkeiten, agierten in letzter Konsequenz aber zu harmlos. Und erneut in einer Phase, als der VfL am Drücker war, fiel ein Tor für die Gäste (82.). Wieder war es eine Standardsituation, wieder herrschte ein solches Durcheinander, dass Frankfurts Ebru Uzungüney nicht gerade zaubern musste, um den Ball über die Linie zu drücken.

Enttäuschte Gesichter bei den Gastgeberinnen. Doch Saban Uzun wollte sich nicht geschlagen geben, stellte um und ließ es seine Spielerinnen nun mit langen Bällen in die inzwischen dreiköpfige Sturmfront versuchen. Doch es half nichts. Frankfurt verwaltete das Ergebnis bis zum Ende und freute sich wie schon im Hinspiel über einen 2:0-Sieg.

Teamchef Saban Uzun: "Unter derWoche haben wir das noch trainiert"

"Unter der Woche haben wir noch Standards gegen uns trainiert", schüttelte Saban Uzun den Kopf. Auch wenn sich seine Mannschaft im Vergleich zum Hinspiel deutlich gesteigert hat, "spricht das Ergebnis nicht für uns. Uns fehlt einfach die letzte Durchschlagskraft. Und bei den Toren haben wir gepennt", sagte Uzun, der aber auch die verletzungsbedingten Auswechslungen von Jasmin Ballach und Kapitänin Anja Selenksy, die gleich mehrere Schläge aufs Bein bekommen hatte, für das Ergebnis verantwortlich machte. "Jetzt müssen wir nächste Woche dafür in Würzburg punkten", blickt Saban Uzun nach vorne.

VfL Sindelfingen: Vuk, Brösamle, Münz, Blöchl, Selensky (70. Borowski), Rädle, Moraitou (84. Rapp), Grimm, Spengler, Schmid, Ballach (46. Böhringer).
Tore: 0:1 (44.) Löber, 0:2 (83.) Uzungüney.
Schiedsrichterin: Annette Hanf (Stein).
Zuschauer: 90.

Presse | Fußball (Frauen) | 23.02.2015

Der VfL zeigt viele gute Ansätze

2. Bundesliga, Frauen: Sindelfingen – 1. FFC Frankfurt II 0:2

Von Edip Zvizdiç

Zwei Standardsituationen machten am Ende den Unterschied zwischen dem Tabellenzweiten aus Frankfurt und dem Tabellensiebten aus Sindelfingen. Bei zwei Eckbällen waren die VfL-Spielerinnen nicht auf der Hut, wodurch sich der Erstliga-Absteiger mit 0:2 geschlagen geben musste. Saban Uzun war trotz der sechsten Saisonniederlage nicht unzufrieden. „Wir haben gut gespielt, waren heute keine zwei Tore schlechter. Die Niederlage ist völlig unnötig.“

In der Tat bestimmte der VfL über weite Strecken das Geschehen. Zwar wirkte das Spiel der Gäste technisch reifer, aber mit großem Einsatz stemmten sich die Sindelfingerinnen dem Favoriten entgegen. Chancen blieben auf beiden Seiten Mangelware. So musste VfL-Torhüterin Nicole Vuk nur in der 24. Minute gegen Jana Loeber ihr ganzes Können aufbieten. Machtlos war Vuk unmittelbar vor dem Pausenpfiff. Ein Eckball der Frankfurterinnen landete in der 44. Minute erneut bei Jana Loeber, die aus zwei Metern keine Mühe hatte – 1:0 für die Gäste.

Nach dem Seitenwechsel intensivierte der VfL seine Angriffsbemühungen, jedoch fehlte es trotz ansehnlichem Spiel an der nötigen Durchschlagskraft in der Offensive. Die meiste Gefahr entfachte Sindelfingen bei ruhenden Bällen. Aber während Frankfurt ähnliche Situationen zu zwei Toren nutzen konnte, scheiterten die VfL-Spielerinnen in aussichtsreicher Position. So in der 59. und 77. Minute, als der FFC in zwei identischen Szenen jeweils drei Schüsse der Sindelfingerinnen aus dem Getümmel vor dem eigenen Tor blocken konnte. Des Weiteren wusste Frankfurts Torhüterin Cara Bösl in der 73. Minute einen 26-Meter-Freistoßhammer von Athanasia Moraitou zu entschärfen.

So kam letztlich, was kommen musste. In der 83. Minute machte Ebru Uzungüney nach einem neuerlichen Eckball mit dem 2:0 den Sack zu. Saban Uzun: „Aus dem Spiel heraus haben wir uns neutralisiert. Wir haben zwar verloren, aber die grundsätzliche Entwicklung meiner Mannschaft stimmt mich positiv.“

VfL Sindelfingen: Vuk, Brösamle, Blöchl, Münz, Grimm, Schmid, Spengler, Ballach (46. Minute Böhringer), Rädle, Selensky (70. Minute Borowski), Moraitou (83. Minute Rapp).

Presse | Fußball (Frauen) | 10.02.2015

Titelverteidiger scheidet schon in der Vorrunde aus

Frühes Aus für die Frauen des VfL Sindelfingen II bei der Verbandshallenmeisterschaft - Zweitliga-Mannschaft mit 4:2-Testspielsieg

Die Sindelfinger Fußballfrauen waren am Wochenende schwer im Einsatz. Während das Zweitliga-Team in Stuttgart-Wangen ein Testspiel gegen den FV Löchgau absolvierte, wollte die Regionalliga-Mannschaft in Wendlingen bei der Verbandshallenmeisterschaft ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen.

Da der Platz in Löchgau unbespielbar war, hatte sich Sindelfingens Abteilungsleiterin Heike Hofmann hinters Telefon geklemmt und in Stuttgart-Wangen einen bespielbaren Platz ergattert. Dort zeigte die Mannschaft des Trainerduos Saban Uzun/Alexander Schick gegen den Regionalligisten Löchgau mit 4:2 (2:0) im ersten Vorbereitungsspiel eine gute Leistung. Frau des Tages auf dem Kunstrasenplatz war Pia Schmid, die alle vier Tore markierte. Die beiden Gegentore resultierten zum Ärgernis von Cheftrainer Uzun jeweils aus Standardsituationen. "Die Mannschaft hat ein bisschen gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Ich habe Licht und Schatten gesehen und wir haben noch viel Arbeit vor uns. Da wir im fußballerischen Bereich noch nicht intensiv trainiert haben, hat mich der Auftritt nicht überrascht", so Uzun, der dafür vor allem Pia Schmid lobte, aber auch Neuzugang Carina Spengler, die im Abwehrverbund die etatmäßige Innenverteidigerin Bianca Blöchl (Studium) ersetzte. "Carina hat es ordentlich gemacht und der Defensive Stabilität verliehen." Das nächste Testspiel ist kommenden Sonntag geplant, falls die Platzverhältnisse am Glaspalast es zulassen. Gegner ist um 14 Uhr der TV Derendingen.

Zwei Tore in fünf Partien sindin Wendlingen zu wenig

Für die zweite Mannschaft um Trainer Volker Schöck ging es in Wendlingen um die Titelverteidigung. Von Erfolg war dieses Unterfangen allerdings nicht gekrönt. "Ich war überhaupt nicht zufrieden", so Schöck über das Ausscheiden bereits in der Vorrunde. Während das erste Spiel gegen den SV Granheim mit einem 1:0-Sieg noch recht erfreulich ablief, kam der VfL gegen den FV Löchgau II nicht über ein 0:0 hinaus. "Ich glaube, die haben nicht einmal aufs Tor geschossen", so Schöck über den Gegner. Seine Mädels hingegen machten die eigenen Chancen selbst zunichte. "Da hat man sich vor dem Tor immer nochmal den Ball zugeschoben, keine wollte Verantwortung übernehmen", wurde Schöck nach der Partie erstmal ziemlich laut. Das fruchtete, gegen den SV Alberweiler, den späteren Turniersieger, zeigten die Sindelfingerinnen ihre stärkste Leistung. Nach dem 0:1-Rückstand ließ der VfL die Köpfe nicht hängen, sondern kämpfte sich wieder ran. Zumindest das 1:1 gelang nach dem Treffer von Julia Steger. "Da dachte ich - prima, jetzt läuft's", freute sich Volker Schöck auf das entscheidende Spiel gegen Obertürkheim, in dem es um den zweiten Platz in der Gruppe und den Einzug ins Halbfinale ging. "Aber dann sind wir wieder mutlos aufgetreten, sind viel zu wenig gelaufen", ärgerte sich der VfL-Trainer über die 0:1-Niederlage.

Und auch im letzten, inzwischen bedeutungslosen Spiel gegen den SV Heilbronn am Leinbach, war die Luft raus. "Immerhin hätten wir uns noch anständig aus dem Turnier verabschieden können. Aber wir waren einfach schlecht", so Schöck über die Nullnummer. "Für mich ist die Halle jetzt abgehakt und wir schauen nach vorne", hofft er, dass das Testspiel am Mittwoch um 19.30 Uhr bei der Männermannschaft der Filmakademie Ludwigsburg stattfindet. "Die sind immerhin deutscher Hochschulmeister geworden, ich erhoffe mir eine gute Laufeinheit für meine Mannschaft", sagt Schöck.

Presse | Fußball (Frauen) | 29.01.2015

Auf dem Platz ein gutes Gefühl

VfL Sindelfingen hat bald eigenen Fanklub

Schon zu Bundesligazeiten reisten Marc Eichberger, Samuel Schneider und Norman Leykam regelmäßig zu den Heimspielen der Fußball-Frauen des VfL Sindelfingen, um die Elf des Trainerteams Saban Uzun/Alexander Schick lautstark mit Gesängen und Trommeln zu unterstützen. Das Trio aus Filderstadt-Bernhausen ist begeistert vom Frauenfußball und plant die Gründung eines Fanklubs. Die VfL-Spielerinnen Carina Spengler, Stefanie Grimm und Kapitänin Anja Selensky gingen jüngst auf Tuchfühlung mit den Anhängern und sind von deren Planungen begeistert.

"Wir kennen die Jungs bereits von den letzten Heimspielen. Sie unterstützen uns seit einiger Zeit und geben uns auf dem Platz ein gutes Gefühl", erinnert sich Selensky. Die Verbindung zum Frauenfußball war allerdings eher dem Zufall überlassen. Janine Heck, ehemalige Geschäftsführerin des VfL Sindelfingen, traf das Trio hin und wieder in der gemeinsamen Stammkneipe. "Janine hat uns häufiger vom VfL Sindelfingen erzählt und uns für den Frauen-Fußball begeistert", erklärte Leykam. "Wir sind alle drei sehr fußballinteressiert und möchten uns für die Mädels weiter engagieren", so der Kaufmann für Groß- und Einzelhandel.

Eichberger, Schneider und Leykam haben sich zum Ziel gesetzt, einen VfL-Fanklub zu gründen. Sie möchten vor allem noch mehr Leute für den Frauenfußball in Sindelfingen gewinnen. Das Floschenstadion soll ein Ort des Begegnens werden. "So ein Fanklub ist eine tolle Geschichte, die wir von Vereinsseite unterstützen. Die Mädels sollen in Zukunft merken, dass sie im eigenen Wohnzimmer spielen", so Heike Hofmann, Abteilungsleiterin des VfL Sindelfingen.

Presse | Fußball (Frauen) | 08.12.2014

Die Überraschung war drin

2. Frauen-Bundesliga: 1. FC Köln – Sindelfingen 3:1 (0:1)

Von Peter Maier

Das konnte sich durchaus sehen lassen: Die Zweitliga-Fußballerinnen des VfL Sindelfingen haben beim in dieser Spielzeit überragenden 1. FC Köln nicht nur gut mitgehalten, sondern auch noch lange geführt. Erst acht Minuten vor Spielende machte die Torjägerin Lise Munk den 3:1-Sieg für die Rheinländer perfekt.

„Die Mädels sollen das Wochenende am Rhein inklusive des Spiels beim designierten Aufsteiger genießen.“ Wenn ein Trainer solche Worte wählt, dann ist klar: Die Rollen sind klar verteilt. So wirklich hat sich Saban Uzun wohl auch nichts ausgemalt für seinen VfL Sindelfingen – und dann wurde er doch eines Besseren belehrt.

Natürlich hatte Köln mehr Ballbesitz und versuchte das Spiel an sich zu reißen. Doch als Michelle Wörner in der 14. Minute bei einer Chance für den VfL Sindelfingen eiskalt zuschlug, entwickelte sich ein ganz anderes Spielchen, als man vorher erwarten konnte.

Die VfL-Führung hielt bis in die zweite Hälfte hinein. Und auch nach dem Ausgleich durch Yvonne Zielinski nach knapp einer Stunde, roch es lange nach einer faustdicken Überraschung. Erst in der 77. Minute bröckelte das Sindelfinger Abwehrbollwerk zum zweiten Mal. Yvonne Zielinski schnürte ihren Doppelpack. In der 82. Minute machte dann Lise Munk mit ihrem 16. Saisontreffer alles klar.

Der Herbstmeister 1. FC Köln bleibt damit weiter auf Serienjagd. Nach dem 3:1 steht die Mannschaft von Trainer Willi Breuer auch nach dem zehnten Spieltag mit der optimalen Punktzahl da und untermauerte ihre Titelambitionen.

VfL Sindelfingen:
Vuk, Brösamle, Münz, Blöchl, Selensky, Wörner (86. Minute Kern), Rapp, Moraitou, Grimm, Böhringer (80. Minute Vidovenyecz), Schmid

Presse | Fußball (Frauen) | 08.12.2014

Den Geißbock lange an den Hörnern gehabt - 1:3

2. Frauen-Bundesliga: VfL Sindelfingen unterliegt beim Tabellenführer 1. FC Köln, zeigt aber dennoch eine gute Leistung

VON SANDRA LANGGUTH

Sie wollten den Tabellenführer richtig ärgern, und das haben die Sindelfinger Zweitliga-Fußballerinnen auch geschafft. Beim 1. FC Köln lag die Truppe von Teamchef Saban Uzun bis zur 56. Minute mit 1:0 vorne, ehe dem Aufstiegsaspiranten Nummer eins der Ausgleich und in der letzten Viertelstunde des Spiels noch zwei weitere Treffer gelangen.

Doch trotz der - einkalkulierten - Niederlage, war Saban Uzun mit seiner Mannschaft höchst zufrieden. "Vor allem im ersten Durchgang haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht, sind das hohe Tempo problemlos mitgegangen, haben gut verschoben und die Räume besetzt", war der Teamchef voll des Lobes. Folgerichtig gingen die Gäste aus Sindelfingen in der 13. Minute in Führung. Kapitänin Anja Selensky hatte im Mittelfeld den Ball erobert, spielte ihn zu Aline Böhringer, die ihn wiederum zu Michelle Wörner flankte. Wörner behielt die Nerven und schob den Ball an der Kölner Torhüterin Stina Lykke Petersen vorbei ins Tor. 1:0 für den Underdog aus dem Schwabenländle. Auch im weiteren Verlauf sahen die Zuschauer ein Spiel auf hohem Niveau, in dem den Kölnerinnen zunächst allerdings wenig einfiel. "In der ersten Halbzeit hatten sie viel Ballbesitz, aber keine einzige Torchance. Viele lange Bälle sind einfach nur ins Seitenaus geflogen", registrierte Uzun mit Genugtuung, wie die Nervosität rund um die Kölner Bank immer größer wurde. Die Sindelfingerinnen hätten sogar noch nachlegen können, als Emilie Rapp, die von Beginn an im Sturm spielte, alleine auf die Reise geschickt wurde. Doch ehe sie sich zum Schuss bereit machte, wurde sie von einer Kölner Verteidigerin abgedrängt. "Wenn sie da ein bisschen früher zum Abschluss kommt, steht es vielleicht 2:0", machte Uzun der jungen Spielerin aber keinen Vorwurf. Auch nicht nach dem Seitenwechsel, als den Kölnerinnen in der 56. Minute der Ausgleich gelang. "Die haben nach der Pause zweimal gewechselt und so Einfluss auf das Spiel genommen." Einfach nachzuziehen war für Uzun an diesem Tag nicht drin. "Wir sind mit 14 Spielerinnen angereist. Von den drei Auswechselspielerinnen ist eine Torhüterin, und Anna Vidovenyecz hat noch recht viel Trainingsrückstand", erläuterte der Teamchef die Personalmisere. Mehr als zwei Wechsel waren also gar nicht drin.

Nur beim 2:1 der Kölnerinnen in der 76. Minute sah die Sindelfinger Hintermannschaft nicht so gut aus. Yvonne Zielinski hat mit ihrer individuellen Klasse gleich drei Spielerinnen stehen lassen und ungehindert das 2:1 markiert. "Das darf uns natürlich nicht passieren", so Uzun. Beim 3:1 wiederum war der VfL machtlos. "Köln hat da richtige Ochsen vorne drin, die sind 1,80 Meter groß", wunderte es den VfL-Teamchef nicht, dass Lise Overgaard Munk nach einem Freistoß alle überragte und den Ball in die Maschen einnickte.

Personalsorgen sollen vor dem letzten Heimspiel kleiner werden

"Wir können dennoch sehr viel Positives aus diesem Spiel ziehen. Wir sind ja nicht mit dem Druck angereist, hier gewinnen zu müssen. Wir wollten frech und mutig aufspielen und die Leistung der letzten beiden Spiele erneut abrufen. Das ist uns gelungen", hofft Uzun, dass sich das Lazarett bis zum letzten Heimspiel dieses Jahres am kommenden Sonntag um 11 Uhr gegen Alemannia Aachen wieder lichtet.

VfL Sindelfingen:
Vuk, Brösamle, Münz, Blöchl, Selensky, Wörner (86. Kern), Rapp, Moraitou, Grimm, Böhringer (80. Vidovenyecz), Schmid.
Tore: 0:1 (13.) Wörner, 1:1 (56.) Zielinski, 2:1 (76.) Zielinski, 3:1 (81.) Overgaard Munk.
Schiedsrichterin: Fabienne Michel (Gau-Odernheim).
Zuschauer: 305.

Presse | Fußball (Frauen) | 06.11.2014

Frauen wollen ein volleres Floschenstadion

Zweitliga-Mannschaft des VfL Sindelfingen bekommt im Training Besuch von Regio TV - Fernseh-Beitrag soll Zuschauer anlocken

Wirksame Medienpräsenz, deutlich mehr Zuschauer und den einen oder anderen neuen Sponsor - das sind nur einige der Ziele der Sindelfinger Fußballerinnen. Vor dem Heimspiel am kommenden Sonntag gegen den 1. FFC 08 Niederkirchen schaute ein Team von Regio TV beim Zweitligisten im Training vorbei.

VON ANJA WICKERTSHEIM

In der Trainingseinheit vor dem Spiel gegen Niederkirchen gab es keine leisen Töne. "Zusammenarbeiten, Platz schaffen, das ist nicht das erste Mal, dass wir das ansprechen", tönen die lautstarken Ansagen von Teamchef Saban Uzun über den Sportplatz. In der 90-minütigen Einheit auf dem Platz beim Glaspalast sollen der Ballbesitz in Gleich- und Unterzahl sowie das Einstellen auf lange Bälle trainiert werden. Mit der Kamera dabei: Daniel Räuchle von Regio TV.

"Grundsätzlich geht es uns darum, mehr Zuschauer ins Stadion zu locken und finanziell konkurrenzfähig zu werden. Wir wollen wieder attraktiver für umliegende Vereine sein und wünschen uns mehr Kooperation. Die Vereine sollen wissen, dass ihre Spielerinnen bei uns gut aufgehoben sind", berichtet Abteilungsleiterin Heike Hofmann vom Spielfeldrand aus. Nicht nur der mittelfristige Plan, wieder in die erste Liga aufzusteigen, sondern auch Teamchef Saban Uzun und der sportliche Leiter Alexander Schick dienen als Motivationshebel für die Spielerinnen. "Ergebnisorientiert gesehen haben wir Punkte verschenkt und vier oder fünf Zähler zu wenig auf dem Konto. Trotzdem ist das Engagement der Mädchen top und sie sind deutlich besser als letzte Saison", lobt Alexander Schick.

Während diese unter Flutlicht um den Ball kämpfen, fängt Daniel Räuchle den Trainingsverlauf und die Gesamtatmosphäre mit der Kamera ein. Auch die bereitliegenden Ersatzbälle und der Dreiviertelmond am leicht wolkenverhangenen Himmel kommen in den Kasten. Zeitgleich fordert Saban Uzun gut vernehmbar: "Raus aus dem Loch. Wo soll der Ball hin?" In einem kurzen Break erinnert er die Mannschaft an das Wesentliche.

Laut Abteilungsleiterin Hofmann ist das gesamte Leben der Mädchen auf Fußball abgestimmt. Bei Anfahrtswegen von bis zu 80 Minuten nach Sindelfingen bleibt nur wenig Raum für Freizeit. Vier Mal die Woche Training und ein Spiel am Wochenende verlangen den Fußballerinnen so Einiges ab. Zur Verbesserung der Situation kooperiert der VfL Sindelfingen mit dem Schickhardt-Gymnasium in Stuttgart. Auch ein Anspruch auf Plätze im Internat am Olympiastützpunkt in der Landeshauptstadt fände Heike Hofmann hilfreich. "Den Jungs in der Leistungsklasse wird alles abgenommen. Wir brauchen zusätzlich zu unseren Stammsponsoren neue Förderer, damit wir Aufwandsentschädigungen, Trainingslager und zum Beispiel das Essen vor den Spielen bezahlen können."

Dass es beim VfL nach dem Abstieg aus der ersten Liga und den dadurch fehlenden Zuschüssen des DFB von rund 180000 Euro an Vielem fehlt, wird deutlich, als ein roter Ball fürs Training unter Flutlicht gebraucht wird. "Wir benötigen neue", ist die schlichte Antwort der Abteilungsleiterin. Auch Alexander Schick, der das Training begleitet, möchte ein neues Bewusstsein für Frauenfußball wecken. "Wir haben Toptalente, und aus der U17 kommt so Einiges raus. Im Moment ist es unser Ziel, 'ne gute Runde zu spielen. Mittelfristig aber wollen wir wieder in der ersten Bundesliga spielen."

Kick am Hochleistungssport treibt die Mädchen an

Für mehr Popularität und ein volleres Floschenstadion soll unter anderem der von Regio TV ausgestrahlte Bericht über die Trainingseinheit sorgen, der am Mittwoch zu sehen war und jederzeit im Internet auf http://www.regio-tv.de in der Mediathek abgerufen werden kann. Vielleicht sorgt dieser ja schon am kommenden Sonntag für ein paar mehr Zuschauer. "Momentan ist es nur der Kick am Hochleistungssport, der die Mädchen antreibt", resümiert Heike Hofmann.

Presse | Fußball (Frauen) | 08.09.2014

Endlich wieder ein Sieg für den VfL Sindelfingen

2. Frauen-Bundesliga: VfL Sindelfingen - ETSV Würzburg 4:2 (2:1)

VON SANDRA LANGGUTH

Wann hatte es eigentlich den letzten Sieg der Sindelfinger Fußballfrauen gegeben? Auf dem Zuschauerbalkon des Floschenstadions konnte sich gestern keiner mehr so recht daran erinnern, aber war ja auch egal. Viel wichtiger erschien das aktuelle 4:2 des Erstliga-Absteigers gegen den ETSV Würzburg. "Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen", schnaufte auch VfL-Teamchef Saban Uzun hinterher kräftig durch. Ein bisschen weniger spannend hätte er sich die Partie gewünscht, "aber heute will ich nur das Positive sehen", lobte er seine junge Truppe.

Und die machte ihre Sache nach dem verpatzten Saisonstart mit dem 1:7 im DFB-Pokal und dem 0:2 im ersten Punktspiel beim 1. FFC Frankfurt II richtig gut gegen körperlich robuste Würzburgerinnen, die in der ersten halben Stunde nicht so recht ins Spiel fanden. Das erste Ausrufezeichen setzte die 15-jährige Gina Rilling. Aus gut und gerne 30 Metern hielt sie einfach drauf und drosch den Ball unhaltbar in die Maschen. Im Gegenzug wäre fast der Ausgleich gefallen, als VfL-Torhüterin Janine Wesselsky zu weit aus ihrem Kasten herausgekommen war und umspielt wurde. Selin Münz kratzte den Ball gerade noch von der Linie.

Sindelfingen machte mit viel Ballbesitz und guten Aktionen weiter, auch wenn die Dreierkette in der Abwehr hin und wieder Lücken aufwies. So auch in der 27. Minute, als der Ball an der Latte landete. Bei der nächsten Aktion verletzte sich Würzburgs Karolina Teichmann so schwer, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste. "Bruch des Fußwurzelknochens" lautete nach dem Spiel die Diagnose. Dem Spielfluss tat das keinen Abbruch, beide Teams hatten Chancen, die erste machte Athanasia Moraitou zum 2:0 rein. Doch das Ding war noch nicht gelaufen, Tesa Mc Kibben verkürzte noch vor der Pause auf 1:2.

Auch im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer ein munteres Spielchen und durften ein weiteres Mal für Sindelfingen jubeln, als Sandra Borowski mit einer Bogenlampe zum 3:1 traf. Gerade einmal drei Minuten später schlug es schon wieder im Kasten der Gäste ein. Dieses Mal war Aline Böhringer nach einem Zuckerpass von Michelle Wörner erfolgreich. Aus dem Getümmel heraus fiel in der 71. Minute noch das 2:4 durch Jennifer Röding. Ob sich die Sindelfingerinnen doch noch die Butter vom Brot nehmen lassen sollten? Nein, sogar das fünfte Tor wäre möglich gewesen, wenn Aline Böhringer das tolle Zuspiel von Gina Rilling kurz vor dem Schlusspfiff nicht verstolpert hätte. "Meine Mannschaft hat das richtig gut gemacht. Im ersten Heimspiel gleich mit einem Sieg zu starten, ist ein gutes Gefühl", fand Uzun keinen Grund mehr für Kritik.

Mit diesem Dreier haben sich seine Spielerinnen am kommenden Wochenende zwei freie Tage verdient, ehe es am 21. September zum TSV Crailsheim geht.

VfL Sindelfingen:
Wesselsky, Münz, Blöchl, Vidovenyecz (66. Ballach), Wörner, Moraitou, Rilling, Grimm, Böhringer, Schmid (75. Brösamle), Knupfer (42. Borowski).
Tore: 1:0 (10.) Rilling, 2:0 (29.) Moraitou, 2:1 (37.) Mc Kibben, 3:1 (57.) Borowski, 4:1 (60.) Böhringer, 4:2 (71.) Röding.
Schiedsrichterin: Duske (Brühl).
Zuschauer: 100.

Presse | Fußball (Frauen) | 08.09.2014

Das ist ein gutes Gefühl

2. Frauen-Bundesliga: Verdientes 4:2 gegen Würzburg

Von Edip Zvizdiç

Die Fußballerinnen des VfL Sindelfingen können doch noch gewinnen. Nach über einem Jahr hat der Bundesliga-Absteiger im Zweitligaduell gegen den ETSV Würzburg einen 4:2 (2:1)-Sieg feiern dürfen.

„Uns allen ist ein Stein vom Herzen gefallen“, war VfL-Coach Saban Uzun nach der Partie gegen den ETSV Würzburg, die seine Elf verdient mit 4:2 gewonnen hatte, sichtlich erleichtert. „Das ist ein gutes Gefühl.“

Der VfL hatte sich dabei unbeeindruckt von den bisherigen Niederlagen präsentiert und gut ins Spiel gefunden. Schon nach zehn Minuten klingelte es das erste Mal im Würzburger Gehäuse. Die Jüngste im VfL-Verbund, Gina Rilling, nahm sich aus fast 30 Metern ein Herz und erzielte das wichtige und beruhigende 1:0 für den VfL. Die am ersten Spieltag in Frankfurt noch schmerzlich vermisste Athanasia Moraitou erhöhte nach knapp einer halben Stunde – ebenfalls aus der Distanz – auf 2:0.

Zwar kamen die Gäste noch vor der Pause durch einen Weitschuss der US-Amerikanerin Tesa Mc Kibben zum 1:2-Anschlusstreffer. Doch mit einem Doppelschlag in der 58. und 59. Minute war die Vorentscheidung zu Gunsten der Sindelfingerinnen gefallen. Zuerst traf die eingewechselte Sandra Borowski zum 3:1, ehe Aline Böhringer auf 4:1 stellte. Den Gästen gelang durch Jennifer Röding nur noch Ergebniskosmetik zum 4:2-Endstand. „Wir haben uns von den Dämpfern zuletzt nicht unterkriegen lassen“, zog Saban Uzun zufrieden Bilanz. Die Partie war spannend, etwas zu spannend. Ich hätte mir ein bisschen mehr Ruhe gewünscht.“

VfL Sindelfingen:
Wesselsky, Knupfer (42. Minute Borowski), Blöchl, Münz, Grimm, Rilling, Moraitou, Schmid (74. Minute Brösamle), Wörner, Böhringer, Vidovenyecz (66. Ballach).

Presse | Fußball (Frauen) | 01.09.2014

Zwei Unachtsamkeiten reichen aus - 0:2

2. Frauen-Bundesliga: VfL Sindelfingen verpatzt den Saisonstart - Sonderlob für Gina Rilling

VON SANDRA LANGGUTH

"Eigentlich ein typisches 0:0", hatte Trainer Saban Uzun in Frankfurt gesehen. Den Punkt hätte er auch gerne mitgenommen, doch seine Mannschaft ließ alle drei liegen. Die Zweitliga-Fußballfrauen des VfL Sindelfingen haben mit dem 0:2 beim 1.FFC Frankfurt II nach dem Pokaldebakel in Mainz (1:7) auch das erste Saisonspiel verloren.

Woran's lag? "Hach", wusste Uzun nicht so recht, wie er das Spielgeschehen beschreiben sollte. Im Grunde leistete sich seine junge Mannschaft in der Hessenmetropole nur zwei Unachtsamkeiten, doch die wurden von der Bundesliga-Reserve eiskalt ausgenutzt. In der 20. Minute hatte der VfL Sindelfingen Julia Matuschewski außer Acht gelassen, die sich einen langen Ball nach einer Ecke schnappte, zwei Sindelfinger Verteidigerinnen stehen ließ und zum 1:0 vollendete. Zwölf Minuten später ein ganz ähnliches Bild: Wieder kam ein langer Ball über die Viererkette geflogen, wieder schaffte es Julia Matuschewski, den Sindelfinger Abwehrverbund verdutzt zurückzulassen und auf 2:0 zu erhöhen.

Damit war das Spiel fast schon gelaufen. Die Frankfurterinnen investierten nicht mehr viel, die Sindelfingerinnen hielten zwar hinten dicht, vorne im Sturm wehte allerdings nur ein laues Lüftchen. Zu wenig, um die Niederlage gleich zum Saisonstart

Kapitänin Anja Selensky fehlt nach Gelb-Rot im ersten Heimspiel

noch abwenden zu können. Zu allem Überfluss handelte sich Kapitänin Anja Selensky kurz vor dem Abpfiff wegen wiederholten Foulspiels auch noch eine Gelb-Rote Karte ein und fehlt damit beim ersten Heimspiel der Saison am kommenden Sonntag gegen Würzburg. "Das ist bitter für uns, aber da müssen wir durch", so Uzun.

"Die Vorbereitung auf dieses Spiel ist nicht so ideal verlaufen", gab der VfL-Trainer zu. Denn während Anna Vidovenyecz und Athanasia Moraitou zu Beginn der Woche mit der Nationalmannschaft unterwegs waren, trainierten Selin Münz, Sandra Borowski, Bianca Brösamle, Janina Kern und Lena Sender bis Mittwoch mit der WFV-Auswahl. "Aber das soll keine Entschuldigung sein", so Uzun, der immerhin ein ganz anderes Auftreten seiner Mannschaft gesehen hat als zuletzt beim 1:7-Debakel in der ersten Runde des DFB-Pokals. "Die Mentalität war eine ganz andere, aber das alleine reicht nicht", fordert er daher hundertprozentigen Einsatz.

Immerhin mit U17-Spielerin Gina Rilling war er richtig zufrieden. "Mit Abstand die beste Spielerin auf dem Platz", lobte Uzun das Nachwuchstalent, das nun erst einmal in der Zweitliga-Mannschaft aushelfen soll.

VfL Sindelfingen:
Vuk, Blöchl, Wörner, Selensky, Grimm, Ballach (46. Sender), Rapp (46. Brösamle), Böhringer, Rilling, Schmid (50. Kern), Knupfer.
Tore: 1:0 (20.) Matuschewski, 2:0 (32.) Matuschewski.
Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot Selensky (VfL/87.) wiederholtes Foulspiel.
Schiedsrichterin: Kuchmann-Nowak (Martinroda).
Zuschauer: 150.

Presse | Fußball (Frauen) | 25.08.2014

Sindelfingen außer Rand und Band - 1:7

DFB-Pokal der Frauen

VON SANDRA LANGGUTH

Das hatte sich Saban Uzun anders vorgestellt. Ein guter Start in die neue Spielzeit stand für den Teamchef der Sindelfinger Zweitliga-Fußballerinnen ganz oben auf der Agenda, mit der 1:7-Klatsche bei Regionalligist TSV Schott Mainz in der ersten Runde des DFB-Pokals ist das am Samstagnachmittag gehörig danebengegangen. Woran das lag? "Ich bin sprachlos", konnte Uzun das Geschehen auch drei Stunden nach der Partie noch nicht richtig einordnen.

Dabei hatte das Spiel für die Fohlentruppe des VfL gar nicht schlecht angefangen. "Der Gegner hatte Respekt vor uns, stand sehr tief und wollte gar nichts von uns", so Uzun über die ersten zehn Minuten der Partie. Doch auch seine Mannschaft war nervös und leistete sich viele Ballverluste. In der 15. Minute die vermeintliche Erlösung: Ein Einwurf von Michelle Wörner landete bei Sandra Borowski, die unbeirrt auf die Mainzer Torhüterin zulief und diese mit einem Lupfer gekonnt austrickste. Der Favorit führte 1:0. Doch anstatt sich mehr Sicherheit beim Erstliga-Absteiger einstellte, wurde es immer unkontrollierter. Es dauerte keine zehn Minuten, bis Mainz den Ausgleich erzielte. "Wir haben so gravierende Fehler gemacht, dass die Mainzerinnen gar nicht anders konnten als zu treffen", wusste Saban Uzun nicht, wie ihm geschah. Erst traf Meike Weber nach einem eklatanten Abstimmungsfehler zwischen VfL-Neuzugang Nicole Vuk im Tor und der Abwehr zum 1:1, dann brachte Chiara Loos die Gastgeberinnen noch vor der Pause in Führung. "Wir haben in der Halbzeit überlegt, ob wir den Rauch reinlassen oder ruhig bleiben sollen", so Uzun, der sich für die ruhige Variante entschied. "Wir wollten natürlich nochmal was reißen." Doch nichts funktionierte mehr so, wie es in den Testspielen zuvor eingeübt und besprochen worden war. "Man hat das Gefühl, als hätte man in den vergangenen Wochen nichts gemacht", konnte Uzun nicht fassen, was er in der zweiten Halbzeit mitansehen musste. "Es war nicht so, dass Mainz uns überrollt hätte. Wir haben zu viele Geschenke gemacht, bei denen der Gegner gar nicht anders konnte als Dankeschön zu sagen." In der 63. Minute nahm das Unheil seinen Anfang, als Sarah Schmitt auf 3:1 erhöhte. "Dann war der Bann gebrochen", schwante Uzun nichts Gutes, ehe die vier weiteren Tore zum 7:1-Endstand fielen.

Der positive Start in die Saison, die am Sonntag beim 1. FFC Frankfurt II beginnt, ist damit gehörig in die Hose gegangen. Entsprechend gedrückt war die Stimmung auf der Rückfahrt nach Ruit, wo die Mannschaft ein Trainingscamp absolvierte. "Nach dem Abendessen werden wir nochmal zusammensitzen und über das Spiel sprechen", kündigte Uzun an. "So können wir nicht in Frankfurt auftreten, da muss sich einiges ändern." Dafür hat die Mannschaft allerdings nur noch eine Woche Zeit.

VfL Sindelfingen:
Vuk, Brösamle, Münz, Blöchl, Wörner, Selensky, Grimm (68. Kern), Sender (77. Rapp), Schmid, Borowski, Ballach (46. Moraitou).
Tore: 0:1 (15.) Borowski, 1:1 (22.) Weber, 2:1 (39.) Loos, 3:1 (61.) Schmitt, 4:1 (71.) Leber, 5:1 (74.) Leber, 6:1 (87.) Liebetanz, 7:1 (89.) Schmitt.
Schiedsrichterin: Appelmann (Alzey).
Zuschauer: 130.

Presse | Fußball (Frauen) | 15.08.2014

Martina Schmid gibt die Zügel aus der Hand

Rücktritt vom Amt der Frauen-Abteilungsleiterin beim VfL Sindelfingen - Stellvertreterin Heike Hofmann übernimmt kommissarisch

In den vergangenen Wochen ist es ruhiger geworden um die Fußballfrauen des VfL Sindelfingen. Klar, es ist Sommerpause. Mehr als Training und Testspiele stehen nicht an. Doch der Schein trügt. Hinter den Kulissen sind die Verantwortlichen mächtig am Rotieren, denn der Abteilung ist die Leiterin abhanden gekommen.

VON SANDRA LANGGUTH

Vor einer Woche trat Martina Schmid von ihrem Amt zurück. "Es ist einfach alles zu viel geworden", musste die Holzgerlingerin, zweifache Mutter und Betreiberin einer Pferdepension, ihrer Mehrfachbelastung Tribut zollen. "Mir ist der Schritt nicht leicht gefallen, aber der heimische Betrieb geht vor."

Mitte 2012 hatte Martina Schmid, zu diesem Zeitpunkt Schriftführerin, das Amt der Abteilungsleiterin kommissarisch von ihrem Vorgänger Rudi Orban übernommen, der aus gesundheitlichen Gründen recht spontan zurückgetreten war. Damals hatten die Fußballfrauen unter Cheftrainer Niko Koutroubis nach einer fulminanten Zweitliga-Saison den Aufstieg ins Oberhaus geschafft, was für die Holzgerlingerin eine Riesenherausforderung darstellte. So war gleich eine ihrer ersten Tätigkeiten, sich mit Spielerberatern an einen Tisch zu setzen und die Konditionen für mögliche Neuzugänge zu verhandeln. Wobei die Abteilung finanziell ohnehin nicht gerade auf Rosen gebettet war, wie sich im Laufe der folgenden Wochen herausstellen sollte. Zwar bekam die Abteilung vom Deutschen Fußball-Bund rund 180000 Euro für die Saison, doch das Geld wurde in mehreren Tranchen ausbezahlt und konnte die noch aus der Vergangenheit stammenden Verbindlichkeiten nicht decken. Daher musste der Hauptverein mit einer vorübergehenden Finanzspritze von 40000 Euro in die Bresche springen. Außerdem stellte Martina Schmid einigen Spielerinnen ihr Haus zur Verfügung, damit die jungen Frauen ein Dach über dem Kopf hatten. In den Folgemonaten musste Martina Schmid einige unpopuläre Entscheidungen treffen und bei vielen Dingen den Rotstift ansetzen.

Während sich das finanzielle Chaos langsam lichtete, befand sich die Mannschaft auf sportlicher Talfahrt. Am Ende der Saison war der VfL seine Verbindlichkeiten los, aber auch die Klassenzugehörigkeit. Als Vorletzter stand der Abstieg fest. Martina Schmid, inzwischen offiziell zur Abteilungsleiterin berufen, plante bereits für die 2. Liga, als durch den Rückzug des SC Bad Neuenahr ein Platz im Oberhaus frei wurde und der VfL doch in der 1. Bundesliga bleiben konnte. Mit den gesammelten Erfahrungen aus der ersten Saison sollte dieses Mal alles besser laufen. Doch inzwischen hatten viele Spielerinnen den Verein verlassen, die Mannschaft bestand zum Großteil aus aufgerücktem Personal aus der eigenen Jugend. Hinter den Kulissen begann es zu brodeln. Vergangenen Dezember, kurz vor dem Jahreswechsel, trennte sich die Abteilung nach sechs Jahren mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Niko Koutroubis.

Höhen und Tiefen währendder Amtszeit überstanden

Martina Schmid habe sich die Entscheidung nicht einfach gemacht, erzählte sie damals. Differenzen habe es schon seit Längerem gegeben, über künftige Konzepte, aber wohl auch auf persönlicher Ebene. Ein Nachfolger war indes schnell gefunden: der 26-jährige Saban Uzun, der zuvor die zweiten U17-Juniorinnen des Vereins betreut hatte, nachdem er als Jugendtrainer im Nachwuchsleistungszentrum des VfB Stuttgart tätig war. Dass er als Trainer-Duo mit Alexander Schick den erneuten Abstieg aus der 1. Liga nicht verhindern konnte, war den Verantwortlichen klar. Kopfzerbrechen bereiteten vielmehr die internen Probleme, die es in der Abteilung gab, denn Schriftführer Michael Handschuh hatte zum Putsch aufgerufen, wollte bei der Hauptversammlung im vergangenen April die Absetzung von Martina Schmid und deren Stellvertreterin Heike Hofmann erzwingen. Stattdessen wurde er von den anwesenden Mitgliedern selbst abberufen. "Wir haben im Vorfeld alles versucht, dieses Szenario abzuwenden", war die Holzgerlingerin sichtlich geschlaucht.

Nicht zuletzt diese Auseinandersetzung hatte ihre Spuren hinterlassen. Jetzt zog Martina Schmid die Reißleine. Für ihre Stellvertreterin Heike Hofmann bedeutet das nun, ihren Platz kommissarisch einzunehmen. Hilfe bekommt sie von Janine Heck, die während der zwei Erstliga-Spielzeiten als Geschäftsführerin angestellt war, der Abteilung als ehrenamtliche Helferin verbunden bleibt und nun das Amt der Kassiererin übernimmt. Schriftführerin ist jetzt Ute Kraft. "Damit haben wir alle relevanten Positionen besetzt", schnauft Heike Hofmann tief durch. "Wir bedauern diesen Schritt und bedanken uns für ihre Arbeit."

Der erste Einsatz steht den Fußballfrauen am 23. August bevor, wenn sie im DFB-Pokal zu Regionalligist TSV Schott Mainz müssen. Eine Woche später startet dann bereits der Betrieb der 2. Bundesliga mit dem Spiel beim 1. FFC Frankfurt II.

Presse | Fußball (Frauen) | 01.07.2014

Fünf Volltreffer zum klaren 8:2-Sieg von Selina Martens

B-Juniorinnen des VfL Sindelfingen sind WFV-Pokalsieger

Mit einem unerwartet klaren 8:2-Sieg gewannen die B-Juniorinnen des VfL Sindelfingen im heimischen Floschenstadion gegen Oberliga-Spitzenreiter TSV Crailsheim den WFV-Pokal.

Von Beginn an merkte man den VfL-Mädchen an, dass sie die Saison unbedingt mit einem Titel abschließen wollten. Den Führungstreffer markierte Lea Kronmüller, nachdem sie sich zuvor mustergültig durchgetankt hatte. Die einzige Unachtsamkeit bestrafte Melina Riek mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich. Vor der Pause schraubten aber Selin Münz per Kopf nach einem Eckball von Lena Sender und Selina Martens mit einem gefühlvollen Heber das Ergebnis auf 3:1. Nach der Pause wollten die Sindelfingerinnen schnell die Entscheidung herbeiführen. Das sollte auch gelingen, als Martens per Kopf auf 4:1 erhöhte. Crailsheim ließ sich nicht hängen und kam wiederum durch Riek auf 2:4 heran. Doch spätestens nach dem dritten Tor von Martens war der Widerstand des Oberliga-Spitzenreiters gebrochen. Die die Sindelfinger Bundesliga-Mädchen brannten nun ein wahres Offensiv-Feuerwerk ab. Selina Martens vollendete zwei sehenswerte Angriffe über Gina Rilling und Emilie Rapp mit ihren Treffern vier und fünf, ehe Elena Hildebrand mit ihrem ersten Tor im VfL-Trikot den umjubelten Schlusspunkt setzte.

Mit dieser beeindruckenden Vorstellung verabschiedete sich die U17 in die Sommerpause. Beginn der Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison ist Anfang August.

VfL Sindelfingen:
Frensch (65. Krämer), Münz, Schlipf, Herrmann, Rinderknecht, Sender, Stecinsky (60. Kraft), Rapp, Kronmüller (63. Hildebrand), Rilling, Martens.

Presse | Fußball (Frauen) | 10.06.2014

VfL Sindelfingen sagt Adieu zur ersten Liga - 0:7

1. Frauen-Bundesliga: Schlusslicht im letzten Spiel beim MSV Duisburg deutlich unterlegen - Zwei Neuzugänge stehen fest

VON SANDRA LANGGUTH

Zum Abschluss der Fußball-Bundesliga setzte es am Pfingstsonntag für die Frauen des VfL Sindelfingen noch einmal eine saftige 0:7-Niederlage beim MSV Duisburg. Damit war die Partie weitaus deutlicher ausgefallen als das Hinspiel, das der VfL zuhause mit 0:3 verloren hatte. "Es sieht sehr deutlich aus, aber am Ende waren wir alle über das Ergebnis gar nicht so enttäuscht, weil wir viel nach vorne gearbeitet haben, auch gute Chancen hatten und uns nicht einfach nur hinten rein gestellt haben", war der Sindelfinger Teamchef Saban Uzun trotz der Packung nicht unzufrieden.

Entgegen den Erwartungen des Sindelfinger Trainerteams waren die Spielerinnen des MSV Duisburg nicht die Spur nervös. Immerhin musste die Mannschaft unbedingt gewinnen, um am Ende noch den drittletzten Tabellenplatz klarzumachen, der den Klassenerhalt bedeutet. "Man hat gemerkt, dass Duisburg dieses Spiel unbedingt gewinnen wollte. Aber die Mannschaft hat das echt ruhig runtergespielt. Und der Führungstreffer in der 8. Minute hat den Gastgeberinnen zusätzliche Sicherheit gegeben", musste Uzun mitansehen, wie seine Mannschaft nach einer Ecke früh in Rückstand geriet. Die beiden weiteren Treffer zum 3:0 bis zur Halbzeitpause erzielte Duisburgs überragend aufspielende Sofia Nati, die auch im zweiten Durchgang einfach nicht zu stoppen war. "Wir haben unsere Spielerinnen vor ihr gewarnt. Trotzdem stand sie oft einfach viel zu frei", ärgerte sich Uzun. Dafür sah er aber nach dem Seitenwechsel auch von seinem Team einige gute Offensivaktionen. Wie schon beim 1:1 gegen Jena hatte sich beispielsweise Anja Selenksy den Ball erobert und zu Aline Böhringer durchgesteckt, die im Eins-gegen-eins allerdings an der Torhüterin scheiterte. Auch Michelle Wörner und Maximiliane Rall hatten gute Möglichkeiten. Die Tore erzielten allerdings die Gastgeberinnen. "Da waren die Räume dann doch zu groß, und dem Wetter mussten wir irgendwann auch Tribut zollen", zählte Uzun am Ende gar nicht mehr so genau mit.

Für ihn ist mit diesem Spiel eine halbe Saison in der ersten Liga zu Ende gegangen, nun steht ein Neuanfang in der zweiten Bundesliga Süd bevor. Zu den bereits am vergangenen Heimspieltag verabschiedeten Simone Holder, Kristina Schnüll, Natalie Hezel, Maximiliane Rall und Julia Schneider sind keine weiteren Spielerinnen hinzugekommen. Unsicher ist jedoch, ob Anja Selensky bleiben kann, und Michelle Wörner wird den Verein voraussichtlich im Februar verlassen. Bei Nicole Loipersberger werden weitere Untersuchungen zeigen müssen, ob sie nach ihrer chronischen Schambeinentzündung überhaupt weiter Leistungssport betreiben kann. Dafür kann Saban Uzun zwei Neuzugänge auf der Habenseite verbuchen. Von Verbandsligist SC Klinge Seckach wechselt Torhüterin Janine Wesselsky zum VfL. Und aus Eutingen kommt die Defensiv-Allrounderin Janina Kern. "Ich hätte gerne zum Abschluss schon den neuen Kader festgezurrt, aber das haben wir nicht geschafft. Ich stehe zudem noch mit zwei ausländischen Spielerinnen in Kontakt, die zu uns kommen würden, wenn sie in Tübingen einen Studienplatz bekommen. Aber das entscheidet sich erst noch", so Uzun, der sich nun in den Urlaub verabschiedet, ehe am 14. Juli bereits wieder die Vorbereitung auf die neue Saison beginnt.

VfL Sindelfingen:
Holder, Münz (59. Böhringer), Blöchl, Wörner, Vorbeck (72. Schmid), Selensky, Grimm, Schneider, Hezel, Rall, Moraitou (86. Stecinsky).
Tore: 1:0 (8.) Oster, 2:0 (29.) Nati, 3:0 (34.) Nati, 4:0 (65.) Nati, 5:0 (69.) Ramos Luis, 6:0 (71.) Nati, 7:0 (84.) Nati.
Schiedsrichterin: Verena Schultz (Wolfsburg).
Zuschauer: 1222.

Presse | Fußball (Frauen) | 10.06.2014

Abstieg mit 123 Gegentoren

Immerhin haben die Sindelfinger Fußballfrauen am letzten Spieltag noch einmal richtig schöne Bundesliga-Luft schnuppern dürfen: 1222 Zuschauer wollten das Spiel in Duisburg sehen. Für den VfL lief es jedoch so wie fast immer in dieser Saison. Gleich fünf Mal traf MSV-Stürmerin Sofia Nati, auch Laura José Ramos Luis und Jennifer Oster schenkten den Sindelfingerinnen eine ein. Zur Pause stand es 3:0, beim Schlusspfiff sogar 7:0 für Duisburg – und der VfL beendete als abgeschlagenes Schlusslicht eine wenig ruhmreiche Bundesliga-Saison mit einer erschütternden Bilanz. Gerade einmal zu zwei mageren Pünktchen hat es gereicht, in 22 Spielen schossen die Blau-Weißen insgesamt vier Tore, und Simone Holder, die aus beruflichen Gründen ab jetzt kürzer tritt, stand in der Schießbude der Liga: 123 Mal klingelte es im Sindelfinger Kasten.

Presse | Fußball (Frauen) | 10.06.2014

VfL Sindelfingen II holt den Pokal

Regionalliga-Frauen lassen beim 2:0 in Rommelshausen trotz Hitze nichts anbrennen

Diesen Triumph haben sich die Regionalliga-Fußballerinnen des VfL Sindelfingen nicht nehmen lassen: Wie schon in der Saison 2010/11 bleibt der Verbandspokal ein Jahr lang in der Obhut der Sindelfingerinnen, die das Finale mit 2:0 bei Verbandsligist SpVgg Rommelshausen für sich entschieden.

VON SANDRA LANGGUTH

Vor dem Spiel hatte VfL-Trainer Bernd Vollmer kein Hehl daraus gemacht, dass alles andere als ein Sieg seiner Mannschaft eine Riesenüberraschung wäre. Schon allein vom Papier her fuhren die Sindelfingerinnen als haushoher Favorit ins Remstal, spielen sie doch in der Punktrunde zwei Klassen höher als der Vierte der Verbandsliga. Doch die SpVgg hatte immerhin Oberliga-Meister TV Derendingen aus dem Wettbewerb gekegelt, so dass ein klein wenig Vorsicht nicht schaden konnte.

Bei "mörderischen Temperaturen" (Vollmer) konnten die Gastgeberinnen dem VfL allerdings nur rund zehn Minuten lang Paroli bieten. "Dann hätte die gegnerische Torhüterin Rot sehen müssen", ärgerte sich Bernd Vollmer darüber, dass das Foul an Julia Steger, die mit dem Ball auf das Rommelshauser Tor zumarschiert war, nicht geahndet wurde. Am Torerfolg der Sindelfingerinnen änderte das aber nichts, denn der VfL ging trotzdem in Führung. Die anschließende Ecke hatte Carina Enoch ausgeführt, die den Ball maßgeschneidert für Anna-Lena Vollmer aufgelegt hatte, die die Kugel nur noch einzunicken brauchte.

In der 19. Minute kamen denn auch die Gastgeberinnen zu einer - ihrer einzigen - gefährlichen Torgelegenheit. Doch der Schuss aus 30 Metern war die sichere Beute von Sindelfingens Torhüterin Simone Holder, die den Gastgeberinnen ein Dorn im Auge war. Rommelshausen bearbeitete die Gäste zwar läuferisch und kämpferisch nach Kräften, gefährlich wurde es allerdings nie. Auf der anderen Seite traf Lena Wrensch in der 31. Minute aus 30 Metern die Latte, vier Minuten später war es erneut Anna-Lena Vollmer, die mit einem Lupfer mitten ins Schwarze traf und den Sindelfingerinnen noch vor der Pause eine angenehme 2:0-Führung bescherte. Im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer einen Sommerkick. "Wir haben der Mannschaft gesagt, dass sie das ruhig über die Runden bringen soll", so Vollmer, der von beiden Teams nichts Zwingendes mehr zu notieren hatte. Nach dem Schlusspfiff war die Freude bei den Gästen, die vom eigenen Bundesligakader angefeuert worden waren, natürlich groß.

Wermutstropfen: Selina Schindler wechselt zum SV Hegnach

"Jetzt haben wir auf eine tolle Saison noch eins draufgesetzt", war Vollmer stolz auf Wimpel, Wanderpokal und Goldmedaille. Die Pokalshirts hatten die Spielerinnen natürlich schon vorbereitet und zogen sie beim anschließenden gemeinsamen Grillen mit der ersten Mannschaft im Floschenstadion auch nicht mehr aus.

In der kommenden Runde geht es dann in der Regionalliga weiter, allerdings ohne Selina Schindler, die zum SV Hegnach wechselt.

VfL Sindelfingen:
Holder, Dörner, Branco (62. Schindler), Wrensch, Wolf, Becker (76. Tomic), N. Müller (54. Lopes), Enoch, K. Müller (54. Hoffmann), Vollmer, Steger (69. Schröder).

Presse | Fußball (Frauen) | 02.06.2014

Gut angefangen und stark nachgelassen

VfL Sindelfingen unterliegt Bayer Leverkusen 0:6 - Abgänge verabschiedet

VON SANDRA LANGGUTH

Eine anständige Sommerbräune und drei Punkte holten sich die Bundesliga-Fußballerinnen von Bayer Leverkusen gestern im Sindelfinger Floschenstadion ab. Zwar hatten die jungen Spielerinnen des gastgebenden VfL im ersten Durchgang noch gut dagegengehalten, in der zweiten Halbzeit brachen jedoch alle Dämme. Am Ende stand eine hohe 0:6-Niederlage für den Absteiger zu Buche. "Verdient", wie auch VfL-Teamchef Saban Uzun befand, der "zwei Gesichter" seiner Mannschaft gesehen hatte.

Das erste Gesicht gefiel dem Sportwissenschaftler dabei weitaus besser, denn ähnlich wie in der Vorwoche gegen FF USV Jena hatten die Sindelfingerinnen eine kämpferische Einstellung aus der Kabine mitgebracht und ließen sich weder durch den Namen des Gegners noch durch dessen körperliche Robustheit aus dem Konzept bringen. Vor allem Maximiliane Rall hatte zu Beginn gute Chancen, doch weder sie noch Pia Schmid waren im Abschluss glücklich. Dafür machte es die Leverkusenerin Sharon Beck besser, als sie einen Rückpass der umtriebigen Turid Knaak zur 1:0-Führung über die Linie drückte (15.). Trotz des Gegentores war die Sindelfinger Sturm-und-Drang-Phase noch nicht beendet. Allerdings fehlte in den Zweikämpfen meist der Körpereinsatz, und so schnell der Ball erobert wurde, so schnell war er dann oft auch wieder weg. In diesen Momenten war am Ende wieder einmal VfL-Kapitänin Simone Holder zwischen den Pfosten gefragt. Etliche Paraden bekamen die Zuschauer von der großgewachsenen OP-Schwester zu sehen, die nach dem Spiel noch zur Nachtschicht eilte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff war sie allerdings machtlos, als Marisa Ewers einen von ihr abgewehrten Ball ins Netz köpfte. Im zweiten Durchgang ging es dann plötzlich Schlag auf Schlag, während mit jedem weiteren Leverkusener Treffer die Stimmung bei Sindelfingen in den Keller ging. "Da hat nicht mehr viel gepasst", war Uzun alles andere als zufrieden.

Ein Spiel wartet am Pfingstsonntag in Duisburg noch auf den VfL. Simone Holder, die künftig bei Verbandsligist SV Hegnach zwischen den Pfosten steht und dann vielleicht gegen die SV Böblingen spielt, sollte die den Klassenerhalt erreichen, Kristina Schnüll, Maximiliane Rall, Julia Schneider und Natalie Hezel, die vor dem Spiel verabschiedet wurden, laufen dann zum letzten Mal im Trikot des VfL Sindelfingen auf.

VfL Sindelfingen:
Holder (82. Schnüll), Münz, Blöchl, Wörner, Vorbeck, Selensky, Grimm, Julia Schneider, Hezel, Rall, Schmid (63. Borowski).
Tore: 0:1 (15.) Beck, 0:2 (44.) Ewers, 0:3 (66.) Simon (66.), 0:4 (69.) Weber, 0:5 (71.) Linden, 0:6 (81.) Schwab.
Schiedsrichterin: Franziska Haider (Roth).
Zuschauer: 130.

Presse | Fußball (Frauen) | 02.06.2014

Herbe Pleite im letzten Heimspiel

1. Frauen-Bundesliga: VfL Sindelfingen – Bayer Leverkusen 0:6 (0:2)

Von Christian Böhm

Nach dem Achtungserfolg beim 1:1 gegen Jena aus der Vorwoche mussten die Fußball-Bundesligafrauen des VfL Sindelfingen gestern im letzten Heimspiel der Eliteklasse gegen Bayer Leverkusen eine bittere 1:6-Heimniederlage hinnehmen.

„Ich habe heute bei meiner Mannschaft zwei verschiedene Gesichter gesehen. In den ersten Minuten hatten wir gute Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. Mit dem zweiten Durchgang kann ich absolut nicht zufrieden sein“, sagte VfL-Coach Saban Uzun nach dem Spiel.

Vor dem Duell gegen Leverkusen wurden beim VfL Sindelfingen zahlreiche Spielerinnen verabschiedet. Julia Schneider zieht es zum Erstliga-Aufsteiger SC Sand. Maximiliane Rall sagt dem VfL studienbedingt Adieu. Ebenfalls dem Studium widmet sich in Zukunft Natalie Hezel. Mannschaftskapitänin Simone Holder, die seit 2011 im Tor des VfL steht, kümmert sich zukünftig mehr um ihren Job und hängt die Fußballschuhe an den Nagel. Dies gilt auch für Kristina Schnüll.

Die Gäste aus dem Rheinland gingen bereits nach 15 Minuten mit 1:0 im Floschenstadion in Führung. Mit einem starken Antritt konnte sich Turid Knaak über die rechte Seite durchsetzen. Ihren Pass in den Rückraum verwertete Sharon Beck zum 0:1.

Der VfL Sindelfingen wurde zumeist dann gefährlich, wenn es mit einem langen Ball in die Spitze ging und Maximiliane Rall sich mit ihrer Dynamik auf den Weg in Richtung Gästetor machte.

Quasi mit dem Pausenpfiff erhöhten die Leverkusenerinnen auf 2:0. Mit einer Glanzparade konnte Holder noch einen strammen Schuss abwehren, doch Ewers köpfte unbedrängt und frei stehend ins leere VfL-Gehäuse. In der 67. Minute wurde das VfL-Bollwerk erneut aufgebrochen. Im Abstand von fünf Minuten erzielte Bayer 04 Leverkusen drei weitere Treffer durch Carolin Simon per Fernschuss (67.), Francesca Weber im Nachschuss (69.) und Isabelle Linden per Kopf (72.). Das halbe Dutzend machte Lisa Schwab in der 81. Minute voll und traf zum 0:6.

VfL Sindelfingen:
Holder (83. Minute Schnüll) Blöchl, Vorbeck, Schneider, Münz, Grimm, Hezel, Selensky, Wörner, Schmid (63. Minute Borowski), Rall.

Presse | Fußball (Frauen) | 26.05.2014

Zwei Minuten fehlen zum ersten Sieg - 1:1

Nach dem Abpfiff wusste Teamchef Saban Uzun nicht so recht, ob er froh oder traurig sein sollte. Bis zur 88. Minute hatte das Schlusslicht VfL Sindelfingen 1:0 gegen den Fünften FF USV Jena geführt, ehe den Thüringerinnen doch noch der Ausgleich gelang. Immerhin hat der VfL einen Punkt geholt, seinen zweiten in dieser Saison.

VON SANDRA LANGGUTH

"Glückwunsch an Sindelfingen", zollte Jena-Trainer Daniel Kraus den Gastgeberinnen hinterher Respekt. "Ein Sieg von uns wäre nicht verdient gewesen. Wenn man Fünfter ist und eher nach oben schauen will, muss man da eindeutig mehr draus machen", war er mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden. Sein Sindelfinger Kollege Saban Uzun dafür umso mehr, wenngleich er natürlich lieber drei Punkte als nur einen behalten hätte.

Und seine Mannschaft war ganz nah dran am ersten Sieg in dieser Saison. In den ersten Minuten der Partie konnte man den Klassenunterschied, der bald zwischen den beiden Mannschaften besteht, zwar erahnen, doch dann entwickelte sich ein munteres Spielchen, bei dem nicht wie sonst nur der Gegner Ball und Partie bestimmte. Auch die Sindelfingerinnen setzten Akzente. Und waren in Sachen Chancenverwertung auch absolut unschlagbar. Gleich die erste richtig ernstzunehmende wurde verwandelt. Nachdem Anja Selensky in der eigenen Hälfte den Ball erobert hatte, schickte sie diesen auf den weiten Weg zu Aline Böhringer, die sich zwischenzeitlich schon mal Richtung Jenaer Tor aufgemacht hatte. Für einen kurzen Moment schien der Ball zu lang zu sein, doch die 17-jährige Stuttgarterin gab Gas, hängte ihre Gegenspielerin ab und zielte ins linke untere Eck. Stenia Liane Michel kam nicht mehr dran - somit hatte der VfL Sindelfingen erstmals in dieser Saison eine Führung erzielt (15.). "Ich war ganz erschrocken, dass ich plötzlich allein vorne war", freute sich die Gymnasiastin über ihren Treffer. Das Tor gab auch dem Rest der Mannschaft Selbstvertrauen. Während die Handvoll Jena-Fans hinter ihrem Transparent mit der Aufschrift "Powerfrauen im Paradies" mächtig Krawall machte, war es nun vor allem Simone Holder im VfL-Tor, die beste Werbung für den Frauenfußball machte. An ihr gab es kein Vorbeikommen.

Auch im zweiten Durchgang fiel den Gästen nicht so richtig viel ein, um die gut eingestellte Abwehr der Sindelfingerinnen auszutricksen. Vielmehr ließ sich hier und da mal die eine oder andere in Strafraumnähe fallen, ein Elfmeter kann ja schließlich nie schaden. Doch die Schiedsrichterin ließ sich nicht hinters Licht führen. Ohnehin verpufften die sonst so gefährlichen Standards von Jena. Doch auch beim VfL passierte vorne nicht mehr so viel. Maximiliane Rall hatte überhaupt keinen guten Tag erwischt. Sie verlor nahezu jeden Ball. Dafür probierte es Aline Böhringer nochmal. Ihr platzierter Schuss landete allerdings direkt in den Händen der Torhüterin. Der Sieg schien für Sindelfingen schon zum Greifen nahe, als es kurz vor Abpfiff doch noch klingelte. Ein Querpass vor dem Tor landete vor den Füßen von Amber Hearns, die nur noch einzuschieben brauchte. "Die Mannschaft hat das super gemacht", war Uzun dennoch stolz auf sein Team, das noch zwei Spiele in der ersten Bundesliga vor sich hat. Kommenden Sonntag zuhause gegen Leverkusen und am Pfingstsonntag in Duisburg.

VfL Sindelfingen:
Holder, Münz, Blöchl, Rall (89. Brösamle), Vorbeck, Selensky, Moraitou, Julia Schneider, Hezel, Böhringer (83. Schmid), Grimm (69. Sender).
Tore: 1:0 (15.) Böhringer, 1:1 (88.) Hearn.
Schiedsrichterin: Christina Biehl (Schwollen).
Zuschauer: 104.

Presse | Fußball (Frauen) | 26.05.2014

Kurz vor Schluss platzt der Traum

Von unserem Redakteur Jürgen Wegner

Für die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Sindelfingen ging das Spiel gegen Jena genau fünf Minuten zu lange. Kurz vor dem Abpfiff platzte der Traum vom ersten Saisonsieg. Aline Böhringers Treffer zum 1:0 hatte ihn lange am Leben gehalten.

Trotzdem gingen im Sindelfinger Lager beim Schlusspfiff alle Hände zum Himmel. Der Punkt fühlte sich an wie ein Sieg. Kein Wunder – es hatte diese Saison vor diesem Sonntag für die junge Mannschaft auch erst den einen gegen Bayern München gegeben.

Vor allem Aline Böhringer strahlte. In der Hinrunde hatte sie noch keine Rolle im Sindelfinger Team gespielt. „Da ging nichts. Ich hatte große Probleme mit der Bandscheibe“, erklärte die junge Stürmerin. Dafür hatte sie jetzt ihren großen Moment. 16. Minute: Anja Selensky schnappt sich den Ball im Mittelfeld, passt durch die Schnittstelle, Aline Böhringer marschiert und verwandelt links unten. Prädikat: sehenswert.

Am 20. Spieltag war das erst der vierte Sindelfinger Treffer überhaupt bei bis dahin 109 Gegentoren. Entsprechend groß fiel der Jubel aus – und auf der Tribüne fieberte Abteilungsleiterin Martina Schmid mit: „Hoffentlich belohnen sich die Mädels diesmal.“

Es wäre in der Tat der Lohn für harte Arbeit gewesen. Besonders schön war das Sindelfinger Spiel nicht anzusehen, aber die Leidenschaft, mit der das Schlusslicht in die Zweikämpfe ging, hatte seinen besonderen Charme. Dann war da noch Simone Holder. Die Torhüterin vereitelte eine Chance des USV Jena nach der anderen. Und es gab auch noch die Riesenmöglichkeit zum 2:0, als sich Selin Münz mit einer Energieleistung durchsetzte und den Ball aus 25 Metern knapp über die Latte setzte.

Das wäre wohl der Sieg gewesen. Dass es am Ende nicht reichte, lag an der sehr agilen Sabine Treml, die auf Jenas rechter Seite für jede Menge Wirbel sorgte und in der 88. Minute Amber Hearn bediente. Diese ließ mit ihrem Treffer zum 1:1-Ausgleich den Sindelfinger Traum vom ersten Saisonsieg platzen. Weil es in der Nachspielzeit nicht noch dicker kam, waren im VfL-Lager hinterher trotzdem alle zufrieden. Und von den 104 Zuschauern gab es für beide Mannschaften freundlichen Beifall.

VfL Sindelfingen:
Holder, Münz, Blöchl, Rall (89. Minute Brösamle), Vorbeck, Selensky, Moraitou, Julia Schneider, Hezel, Böhringer (83.Minute Schmid), Grimm (69. Minute Sender)

FF USV Jena:
Michel, Brosius, Schiewe, Vanessa Müller, Löser (57. Minute Lagaris), Utes, Landeka, Julia Arnold, Percival, Hearn, Julien (53. Minute Treml).