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Presse | Fußball (Frauen) | 06.11.2014

Frauen wollen ein volleres Floschenstadion

Zweitliga-Mannschaft des VfL Sindelfingen bekommt im Training Besuch von Regio TV - Fernseh-Beitrag soll Zuschauer anlocken

Wirksame Medienpräsenz, deutlich mehr Zuschauer und den einen oder anderen neuen Sponsor - das sind nur einige der Ziele der Sindelfinger Fußballerinnen. Vor dem Heimspiel am kommenden Sonntag gegen den 1. FFC 08 Niederkirchen schaute ein Team von Regio TV beim Zweitligisten im Training vorbei.

VON ANJA WICKERTSHEIM

In der Trainingseinheit vor dem Spiel gegen Niederkirchen gab es keine leisen Töne. "Zusammenarbeiten, Platz schaffen, das ist nicht das erste Mal, dass wir das ansprechen", tönen die lautstarken Ansagen von Teamchef Saban Uzun über den Sportplatz. In der 90-minütigen Einheit auf dem Platz beim Glaspalast sollen der Ballbesitz in Gleich- und Unterzahl sowie das Einstellen auf lange Bälle trainiert werden. Mit der Kamera dabei: Daniel Räuchle von Regio TV.

"Grundsätzlich geht es uns darum, mehr Zuschauer ins Stadion zu locken und finanziell konkurrenzfähig zu werden. Wir wollen wieder attraktiver für umliegende Vereine sein und wünschen uns mehr Kooperation. Die Vereine sollen wissen, dass ihre Spielerinnen bei uns gut aufgehoben sind", berichtet Abteilungsleiterin Heike Hofmann vom Spielfeldrand aus. Nicht nur der mittelfristige Plan, wieder in die erste Liga aufzusteigen, sondern auch Teamchef Saban Uzun und der sportliche Leiter Alexander Schick dienen als Motivationshebel für die Spielerinnen. "Ergebnisorientiert gesehen haben wir Punkte verschenkt und vier oder fünf Zähler zu wenig auf dem Konto. Trotzdem ist das Engagement der Mädchen top und sie sind deutlich besser als letzte Saison", lobt Alexander Schick.

Während diese unter Flutlicht um den Ball kämpfen, fängt Daniel Räuchle den Trainingsverlauf und die Gesamtatmosphäre mit der Kamera ein. Auch die bereitliegenden Ersatzbälle und der Dreiviertelmond am leicht wolkenverhangenen Himmel kommen in den Kasten. Zeitgleich fordert Saban Uzun gut vernehmbar: "Raus aus dem Loch. Wo soll der Ball hin?" In einem kurzen Break erinnert er die Mannschaft an das Wesentliche.

Laut Abteilungsleiterin Hofmann ist das gesamte Leben der Mädchen auf Fußball abgestimmt. Bei Anfahrtswegen von bis zu 80 Minuten nach Sindelfingen bleibt nur wenig Raum für Freizeit. Vier Mal die Woche Training und ein Spiel am Wochenende verlangen den Fußballerinnen so Einiges ab. Zur Verbesserung der Situation kooperiert der VfL Sindelfingen mit dem Schickhardt-Gymnasium in Stuttgart. Auch ein Anspruch auf Plätze im Internat am Olympiastützpunkt in der Landeshauptstadt fände Heike Hofmann hilfreich. "Den Jungs in der Leistungsklasse wird alles abgenommen. Wir brauchen zusätzlich zu unseren Stammsponsoren neue Förderer, damit wir Aufwandsentschädigungen, Trainingslager und zum Beispiel das Essen vor den Spielen bezahlen können."

Dass es beim VfL nach dem Abstieg aus der ersten Liga und den dadurch fehlenden Zuschüssen des DFB von rund 180000 Euro an Vielem fehlt, wird deutlich, als ein roter Ball fürs Training unter Flutlicht gebraucht wird. "Wir benötigen neue", ist die schlichte Antwort der Abteilungsleiterin. Auch Alexander Schick, der das Training begleitet, möchte ein neues Bewusstsein für Frauenfußball wecken. "Wir haben Toptalente, und aus der U17 kommt so Einiges raus. Im Moment ist es unser Ziel, 'ne gute Runde zu spielen. Mittelfristig aber wollen wir wieder in der ersten Bundesliga spielen."

Kick am Hochleistungssport treibt die Mädchen an

Für mehr Popularität und ein volleres Floschenstadion soll unter anderem der von Regio TV ausgestrahlte Bericht über die Trainingseinheit sorgen, der am Mittwoch zu sehen war und jederzeit im Internet auf http://www.regio-tv.de in der Mediathek abgerufen werden kann. Vielleicht sorgt dieser ja schon am kommenden Sonntag für ein paar mehr Zuschauer. "Momentan ist es nur der Kick am Hochleistungssport, der die Mädchen antreibt", resümiert Heike Hofmann.

Presse | Fußball (Frauen) | 08.09.2014

Endlich wieder ein Sieg für den VfL Sindelfingen

2. Frauen-Bundesliga: VfL Sindelfingen - ETSV Würzburg 4:2 (2:1)

VON SANDRA LANGGUTH

Wann hatte es eigentlich den letzten Sieg der Sindelfinger Fußballfrauen gegeben? Auf dem Zuschauerbalkon des Floschenstadions konnte sich gestern keiner mehr so recht daran erinnern, aber war ja auch egal. Viel wichtiger erschien das aktuelle 4:2 des Erstliga-Absteigers gegen den ETSV Würzburg. "Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen", schnaufte auch VfL-Teamchef Saban Uzun hinterher kräftig durch. Ein bisschen weniger spannend hätte er sich die Partie gewünscht, "aber heute will ich nur das Positive sehen", lobte er seine junge Truppe.

Und die machte ihre Sache nach dem verpatzten Saisonstart mit dem 1:7 im DFB-Pokal und dem 0:2 im ersten Punktspiel beim 1. FFC Frankfurt II richtig gut gegen körperlich robuste Würzburgerinnen, die in der ersten halben Stunde nicht so recht ins Spiel fanden. Das erste Ausrufezeichen setzte die 15-jährige Gina Rilling. Aus gut und gerne 30 Metern hielt sie einfach drauf und drosch den Ball unhaltbar in die Maschen. Im Gegenzug wäre fast der Ausgleich gefallen, als VfL-Torhüterin Janine Wesselsky zu weit aus ihrem Kasten herausgekommen war und umspielt wurde. Selin Münz kratzte den Ball gerade noch von der Linie.

Sindelfingen machte mit viel Ballbesitz und guten Aktionen weiter, auch wenn die Dreierkette in der Abwehr hin und wieder Lücken aufwies. So auch in der 27. Minute, als der Ball an der Latte landete. Bei der nächsten Aktion verletzte sich Würzburgs Karolina Teichmann so schwer, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste. "Bruch des Fußwurzelknochens" lautete nach dem Spiel die Diagnose. Dem Spielfluss tat das keinen Abbruch, beide Teams hatten Chancen, die erste machte Athanasia Moraitou zum 2:0 rein. Doch das Ding war noch nicht gelaufen, Tesa Mc Kibben verkürzte noch vor der Pause auf 1:2.

Auch im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer ein munteres Spielchen und durften ein weiteres Mal für Sindelfingen jubeln, als Sandra Borowski mit einer Bogenlampe zum 3:1 traf. Gerade einmal drei Minuten später schlug es schon wieder im Kasten der Gäste ein. Dieses Mal war Aline Böhringer nach einem Zuckerpass von Michelle Wörner erfolgreich. Aus dem Getümmel heraus fiel in der 71. Minute noch das 2:4 durch Jennifer Röding. Ob sich die Sindelfingerinnen doch noch die Butter vom Brot nehmen lassen sollten? Nein, sogar das fünfte Tor wäre möglich gewesen, wenn Aline Böhringer das tolle Zuspiel von Gina Rilling kurz vor dem Schlusspfiff nicht verstolpert hätte. "Meine Mannschaft hat das richtig gut gemacht. Im ersten Heimspiel gleich mit einem Sieg zu starten, ist ein gutes Gefühl", fand Uzun keinen Grund mehr für Kritik.

Mit diesem Dreier haben sich seine Spielerinnen am kommenden Wochenende zwei freie Tage verdient, ehe es am 21. September zum TSV Crailsheim geht.

VfL Sindelfingen:
Wesselsky, Münz, Blöchl, Vidovenyecz (66. Ballach), Wörner, Moraitou, Rilling, Grimm, Böhringer, Schmid (75. Brösamle), Knupfer (42. Borowski).
Tore: 1:0 (10.) Rilling, 2:0 (29.) Moraitou, 2:1 (37.) Mc Kibben, 3:1 (57.) Borowski, 4:1 (60.) Böhringer, 4:2 (71.) Röding.
Schiedsrichterin: Duske (Brühl).
Zuschauer: 100.

Presse | Fußball (Frauen) | 08.09.2014

Das ist ein gutes Gefühl

2. Frauen-Bundesliga: Verdientes 4:2 gegen Würzburg

Von Edip Zvizdiç

Die Fußballerinnen des VfL Sindelfingen können doch noch gewinnen. Nach über einem Jahr hat der Bundesliga-Absteiger im Zweitligaduell gegen den ETSV Würzburg einen 4:2 (2:1)-Sieg feiern dürfen.

„Uns allen ist ein Stein vom Herzen gefallen“, war VfL-Coach Saban Uzun nach der Partie gegen den ETSV Würzburg, die seine Elf verdient mit 4:2 gewonnen hatte, sichtlich erleichtert. „Das ist ein gutes Gefühl.“

Der VfL hatte sich dabei unbeeindruckt von den bisherigen Niederlagen präsentiert und gut ins Spiel gefunden. Schon nach zehn Minuten klingelte es das erste Mal im Würzburger Gehäuse. Die Jüngste im VfL-Verbund, Gina Rilling, nahm sich aus fast 30 Metern ein Herz und erzielte das wichtige und beruhigende 1:0 für den VfL. Die am ersten Spieltag in Frankfurt noch schmerzlich vermisste Athanasia Moraitou erhöhte nach knapp einer halben Stunde – ebenfalls aus der Distanz – auf 2:0.

Zwar kamen die Gäste noch vor der Pause durch einen Weitschuss der US-Amerikanerin Tesa Mc Kibben zum 1:2-Anschlusstreffer. Doch mit einem Doppelschlag in der 58. und 59. Minute war die Vorentscheidung zu Gunsten der Sindelfingerinnen gefallen. Zuerst traf die eingewechselte Sandra Borowski zum 3:1, ehe Aline Böhringer auf 4:1 stellte. Den Gästen gelang durch Jennifer Röding nur noch Ergebniskosmetik zum 4:2-Endstand. „Wir haben uns von den Dämpfern zuletzt nicht unterkriegen lassen“, zog Saban Uzun zufrieden Bilanz. Die Partie war spannend, etwas zu spannend. Ich hätte mir ein bisschen mehr Ruhe gewünscht.“

VfL Sindelfingen:
Wesselsky, Knupfer (42. Minute Borowski), Blöchl, Münz, Grimm, Rilling, Moraitou, Schmid (74. Minute Brösamle), Wörner, Böhringer, Vidovenyecz (66. Ballach).

Presse | Fußball (Frauen) | 01.09.2014

Zwei Unachtsamkeiten reichen aus - 0:2

2. Frauen-Bundesliga: VfL Sindelfingen verpatzt den Saisonstart - Sonderlob für Gina Rilling

VON SANDRA LANGGUTH

"Eigentlich ein typisches 0:0", hatte Trainer Saban Uzun in Frankfurt gesehen. Den Punkt hätte er auch gerne mitgenommen, doch seine Mannschaft ließ alle drei liegen. Die Zweitliga-Fußballfrauen des VfL Sindelfingen haben mit dem 0:2 beim 1.FFC Frankfurt II nach dem Pokaldebakel in Mainz (1:7) auch das erste Saisonspiel verloren.

Woran's lag? "Hach", wusste Uzun nicht so recht, wie er das Spielgeschehen beschreiben sollte. Im Grunde leistete sich seine junge Mannschaft in der Hessenmetropole nur zwei Unachtsamkeiten, doch die wurden von der Bundesliga-Reserve eiskalt ausgenutzt. In der 20. Minute hatte der VfL Sindelfingen Julia Matuschewski außer Acht gelassen, die sich einen langen Ball nach einer Ecke schnappte, zwei Sindelfinger Verteidigerinnen stehen ließ und zum 1:0 vollendete. Zwölf Minuten später ein ganz ähnliches Bild: Wieder kam ein langer Ball über die Viererkette geflogen, wieder schaffte es Julia Matuschewski, den Sindelfinger Abwehrverbund verdutzt zurückzulassen und auf 2:0 zu erhöhen.

Damit war das Spiel fast schon gelaufen. Die Frankfurterinnen investierten nicht mehr viel, die Sindelfingerinnen hielten zwar hinten dicht, vorne im Sturm wehte allerdings nur ein laues Lüftchen. Zu wenig, um die Niederlage gleich zum Saisonstart

Kapitänin Anja Selensky fehlt nach Gelb-Rot im ersten Heimspiel

noch abwenden zu können. Zu allem Überfluss handelte sich Kapitänin Anja Selensky kurz vor dem Abpfiff wegen wiederholten Foulspiels auch noch eine Gelb-Rote Karte ein und fehlt damit beim ersten Heimspiel der Saison am kommenden Sonntag gegen Würzburg. "Das ist bitter für uns, aber da müssen wir durch", so Uzun.

"Die Vorbereitung auf dieses Spiel ist nicht so ideal verlaufen", gab der VfL-Trainer zu. Denn während Anna Vidovenyecz und Athanasia Moraitou zu Beginn der Woche mit der Nationalmannschaft unterwegs waren, trainierten Selin Münz, Sandra Borowski, Bianca Brösamle, Janina Kern und Lena Sender bis Mittwoch mit der WFV-Auswahl. "Aber das soll keine Entschuldigung sein", so Uzun, der immerhin ein ganz anderes Auftreten seiner Mannschaft gesehen hat als zuletzt beim 1:7-Debakel in der ersten Runde des DFB-Pokals. "Die Mentalität war eine ganz andere, aber das alleine reicht nicht", fordert er daher hundertprozentigen Einsatz.

Immerhin mit U17-Spielerin Gina Rilling war er richtig zufrieden. "Mit Abstand die beste Spielerin auf dem Platz", lobte Uzun das Nachwuchstalent, das nun erst einmal in der Zweitliga-Mannschaft aushelfen soll.

VfL Sindelfingen:
Vuk, Blöchl, Wörner, Selensky, Grimm, Ballach (46. Sender), Rapp (46. Brösamle), Böhringer, Rilling, Schmid (50. Kern), Knupfer.
Tore: 1:0 (20.) Matuschewski, 2:0 (32.) Matuschewski.
Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot Selensky (VfL/87.) wiederholtes Foulspiel.
Schiedsrichterin: Kuchmann-Nowak (Martinroda).
Zuschauer: 150.

Presse | Fußball (Frauen) | 25.08.2014

Sindelfingen außer Rand und Band - 1:7

DFB-Pokal der Frauen

VON SANDRA LANGGUTH

Das hatte sich Saban Uzun anders vorgestellt. Ein guter Start in die neue Spielzeit stand für den Teamchef der Sindelfinger Zweitliga-Fußballerinnen ganz oben auf der Agenda, mit der 1:7-Klatsche bei Regionalligist TSV Schott Mainz in der ersten Runde des DFB-Pokals ist das am Samstagnachmittag gehörig danebengegangen. Woran das lag? "Ich bin sprachlos", konnte Uzun das Geschehen auch drei Stunden nach der Partie noch nicht richtig einordnen.

Dabei hatte das Spiel für die Fohlentruppe des VfL gar nicht schlecht angefangen. "Der Gegner hatte Respekt vor uns, stand sehr tief und wollte gar nichts von uns", so Uzun über die ersten zehn Minuten der Partie. Doch auch seine Mannschaft war nervös und leistete sich viele Ballverluste. In der 15. Minute die vermeintliche Erlösung: Ein Einwurf von Michelle Wörner landete bei Sandra Borowski, die unbeirrt auf die Mainzer Torhüterin zulief und diese mit einem Lupfer gekonnt austrickste. Der Favorit führte 1:0. Doch anstatt sich mehr Sicherheit beim Erstliga-Absteiger einstellte, wurde es immer unkontrollierter. Es dauerte keine zehn Minuten, bis Mainz den Ausgleich erzielte. "Wir haben so gravierende Fehler gemacht, dass die Mainzerinnen gar nicht anders konnten als zu treffen", wusste Saban Uzun nicht, wie ihm geschah. Erst traf Meike Weber nach einem eklatanten Abstimmungsfehler zwischen VfL-Neuzugang Nicole Vuk im Tor und der Abwehr zum 1:1, dann brachte Chiara Loos die Gastgeberinnen noch vor der Pause in Führung. "Wir haben in der Halbzeit überlegt, ob wir den Rauch reinlassen oder ruhig bleiben sollen", so Uzun, der sich für die ruhige Variante entschied. "Wir wollten natürlich nochmal was reißen." Doch nichts funktionierte mehr so, wie es in den Testspielen zuvor eingeübt und besprochen worden war. "Man hat das Gefühl, als hätte man in den vergangenen Wochen nichts gemacht", konnte Uzun nicht fassen, was er in der zweiten Halbzeit mitansehen musste. "Es war nicht so, dass Mainz uns überrollt hätte. Wir haben zu viele Geschenke gemacht, bei denen der Gegner gar nicht anders konnte als Dankeschön zu sagen." In der 63. Minute nahm das Unheil seinen Anfang, als Sarah Schmitt auf 3:1 erhöhte. "Dann war der Bann gebrochen", schwante Uzun nichts Gutes, ehe die vier weiteren Tore zum 7:1-Endstand fielen.

Der positive Start in die Saison, die am Sonntag beim 1. FFC Frankfurt II beginnt, ist damit gehörig in die Hose gegangen. Entsprechend gedrückt war die Stimmung auf der Rückfahrt nach Ruit, wo die Mannschaft ein Trainingscamp absolvierte. "Nach dem Abendessen werden wir nochmal zusammensitzen und über das Spiel sprechen", kündigte Uzun an. "So können wir nicht in Frankfurt auftreten, da muss sich einiges ändern." Dafür hat die Mannschaft allerdings nur noch eine Woche Zeit.

VfL Sindelfingen:
Vuk, Brösamle, Münz, Blöchl, Wörner, Selensky, Grimm (68. Kern), Sender (77. Rapp), Schmid, Borowski, Ballach (46. Moraitou).
Tore: 0:1 (15.) Borowski, 1:1 (22.) Weber, 2:1 (39.) Loos, 3:1 (61.) Schmitt, 4:1 (71.) Leber, 5:1 (74.) Leber, 6:1 (87.) Liebetanz, 7:1 (89.) Schmitt.
Schiedsrichterin: Appelmann (Alzey).
Zuschauer: 130.

Presse | Fußball (Frauen) | 15.08.2014

Martina Schmid gibt die Zügel aus der Hand

Rücktritt vom Amt der Frauen-Abteilungsleiterin beim VfL Sindelfingen - Stellvertreterin Heike Hofmann übernimmt kommissarisch

In den vergangenen Wochen ist es ruhiger geworden um die Fußballfrauen des VfL Sindelfingen. Klar, es ist Sommerpause. Mehr als Training und Testspiele stehen nicht an. Doch der Schein trügt. Hinter den Kulissen sind die Verantwortlichen mächtig am Rotieren, denn der Abteilung ist die Leiterin abhanden gekommen.

VON SANDRA LANGGUTH

Vor einer Woche trat Martina Schmid von ihrem Amt zurück. "Es ist einfach alles zu viel geworden", musste die Holzgerlingerin, zweifache Mutter und Betreiberin einer Pferdepension, ihrer Mehrfachbelastung Tribut zollen. "Mir ist der Schritt nicht leicht gefallen, aber der heimische Betrieb geht vor."

Mitte 2012 hatte Martina Schmid, zu diesem Zeitpunkt Schriftführerin, das Amt der Abteilungsleiterin kommissarisch von ihrem Vorgänger Rudi Orban übernommen, der aus gesundheitlichen Gründen recht spontan zurückgetreten war. Damals hatten die Fußballfrauen unter Cheftrainer Niko Koutroubis nach einer fulminanten Zweitliga-Saison den Aufstieg ins Oberhaus geschafft, was für die Holzgerlingerin eine Riesenherausforderung darstellte. So war gleich eine ihrer ersten Tätigkeiten, sich mit Spielerberatern an einen Tisch zu setzen und die Konditionen für mögliche Neuzugänge zu verhandeln. Wobei die Abteilung finanziell ohnehin nicht gerade auf Rosen gebettet war, wie sich im Laufe der folgenden Wochen herausstellen sollte. Zwar bekam die Abteilung vom Deutschen Fußball-Bund rund 180000 Euro für die Saison, doch das Geld wurde in mehreren Tranchen ausbezahlt und konnte die noch aus der Vergangenheit stammenden Verbindlichkeiten nicht decken. Daher musste der Hauptverein mit einer vorübergehenden Finanzspritze von 40000 Euro in die Bresche springen. Außerdem stellte Martina Schmid einigen Spielerinnen ihr Haus zur Verfügung, damit die jungen Frauen ein Dach über dem Kopf hatten. In den Folgemonaten musste Martina Schmid einige unpopuläre Entscheidungen treffen und bei vielen Dingen den Rotstift ansetzen.

Während sich das finanzielle Chaos langsam lichtete, befand sich die Mannschaft auf sportlicher Talfahrt. Am Ende der Saison war der VfL seine Verbindlichkeiten los, aber auch die Klassenzugehörigkeit. Als Vorletzter stand der Abstieg fest. Martina Schmid, inzwischen offiziell zur Abteilungsleiterin berufen, plante bereits für die 2. Liga, als durch den Rückzug des SC Bad Neuenahr ein Platz im Oberhaus frei wurde und der VfL doch in der 1. Bundesliga bleiben konnte. Mit den gesammelten Erfahrungen aus der ersten Saison sollte dieses Mal alles besser laufen. Doch inzwischen hatten viele Spielerinnen den Verein verlassen, die Mannschaft bestand zum Großteil aus aufgerücktem Personal aus der eigenen Jugend. Hinter den Kulissen begann es zu brodeln. Vergangenen Dezember, kurz vor dem Jahreswechsel, trennte sich die Abteilung nach sechs Jahren mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Niko Koutroubis.

Höhen und Tiefen währendder Amtszeit überstanden

Martina Schmid habe sich die Entscheidung nicht einfach gemacht, erzählte sie damals. Differenzen habe es schon seit Längerem gegeben, über künftige Konzepte, aber wohl auch auf persönlicher Ebene. Ein Nachfolger war indes schnell gefunden: der 26-jährige Saban Uzun, der zuvor die zweiten U17-Juniorinnen des Vereins betreut hatte, nachdem er als Jugendtrainer im Nachwuchsleistungszentrum des VfB Stuttgart tätig war. Dass er als Trainer-Duo mit Alexander Schick den erneuten Abstieg aus der 1. Liga nicht verhindern konnte, war den Verantwortlichen klar. Kopfzerbrechen bereiteten vielmehr die internen Probleme, die es in der Abteilung gab, denn Schriftführer Michael Handschuh hatte zum Putsch aufgerufen, wollte bei der Hauptversammlung im vergangenen April die Absetzung von Martina Schmid und deren Stellvertreterin Heike Hofmann erzwingen. Stattdessen wurde er von den anwesenden Mitgliedern selbst abberufen. "Wir haben im Vorfeld alles versucht, dieses Szenario abzuwenden", war die Holzgerlingerin sichtlich geschlaucht.

Nicht zuletzt diese Auseinandersetzung hatte ihre Spuren hinterlassen. Jetzt zog Martina Schmid die Reißleine. Für ihre Stellvertreterin Heike Hofmann bedeutet das nun, ihren Platz kommissarisch einzunehmen. Hilfe bekommt sie von Janine Heck, die während der zwei Erstliga-Spielzeiten als Geschäftsführerin angestellt war, der Abteilung als ehrenamtliche Helferin verbunden bleibt und nun das Amt der Kassiererin übernimmt. Schriftführerin ist jetzt Ute Kraft. "Damit haben wir alle relevanten Positionen besetzt", schnauft Heike Hofmann tief durch. "Wir bedauern diesen Schritt und bedanken uns für ihre Arbeit."

Der erste Einsatz steht den Fußballfrauen am 23. August bevor, wenn sie im DFB-Pokal zu Regionalligist TSV Schott Mainz müssen. Eine Woche später startet dann bereits der Betrieb der 2. Bundesliga mit dem Spiel beim 1. FFC Frankfurt II.

Presse | Fußball (Frauen) | 01.07.2014

Fünf Volltreffer zum klaren 8:2-Sieg von Selina Martens

B-Juniorinnen des VfL Sindelfingen sind WFV-Pokalsieger

Mit einem unerwartet klaren 8:2-Sieg gewannen die B-Juniorinnen des VfL Sindelfingen im heimischen Floschenstadion gegen Oberliga-Spitzenreiter TSV Crailsheim den WFV-Pokal.

Von Beginn an merkte man den VfL-Mädchen an, dass sie die Saison unbedingt mit einem Titel abschließen wollten. Den Führungstreffer markierte Lea Kronmüller, nachdem sie sich zuvor mustergültig durchgetankt hatte. Die einzige Unachtsamkeit bestrafte Melina Riek mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich. Vor der Pause schraubten aber Selin Münz per Kopf nach einem Eckball von Lena Sender und Selina Martens mit einem gefühlvollen Heber das Ergebnis auf 3:1. Nach der Pause wollten die Sindelfingerinnen schnell die Entscheidung herbeiführen. Das sollte auch gelingen, als Martens per Kopf auf 4:1 erhöhte. Crailsheim ließ sich nicht hängen und kam wiederum durch Riek auf 2:4 heran. Doch spätestens nach dem dritten Tor von Martens war der Widerstand des Oberliga-Spitzenreiters gebrochen. Die die Sindelfinger Bundesliga-Mädchen brannten nun ein wahres Offensiv-Feuerwerk ab. Selina Martens vollendete zwei sehenswerte Angriffe über Gina Rilling und Emilie Rapp mit ihren Treffern vier und fünf, ehe Elena Hildebrand mit ihrem ersten Tor im VfL-Trikot den umjubelten Schlusspunkt setzte.

Mit dieser beeindruckenden Vorstellung verabschiedete sich die U17 in die Sommerpause. Beginn der Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison ist Anfang August.

VfL Sindelfingen:
Frensch (65. Krämer), Münz, Schlipf, Herrmann, Rinderknecht, Sender, Stecinsky (60. Kraft), Rapp, Kronmüller (63. Hildebrand), Rilling, Martens.

Presse | Fußball (Frauen) | 10.06.2014

VfL Sindelfingen sagt Adieu zur ersten Liga - 0:7

1. Frauen-Bundesliga: Schlusslicht im letzten Spiel beim MSV Duisburg deutlich unterlegen - Zwei Neuzugänge stehen fest

VON SANDRA LANGGUTH

Zum Abschluss der Fußball-Bundesliga setzte es am Pfingstsonntag für die Frauen des VfL Sindelfingen noch einmal eine saftige 0:7-Niederlage beim MSV Duisburg. Damit war die Partie weitaus deutlicher ausgefallen als das Hinspiel, das der VfL zuhause mit 0:3 verloren hatte. "Es sieht sehr deutlich aus, aber am Ende waren wir alle über das Ergebnis gar nicht so enttäuscht, weil wir viel nach vorne gearbeitet haben, auch gute Chancen hatten und uns nicht einfach nur hinten rein gestellt haben", war der Sindelfinger Teamchef Saban Uzun trotz der Packung nicht unzufrieden.

Entgegen den Erwartungen des Sindelfinger Trainerteams waren die Spielerinnen des MSV Duisburg nicht die Spur nervös. Immerhin musste die Mannschaft unbedingt gewinnen, um am Ende noch den drittletzten Tabellenplatz klarzumachen, der den Klassenerhalt bedeutet. "Man hat gemerkt, dass Duisburg dieses Spiel unbedingt gewinnen wollte. Aber die Mannschaft hat das echt ruhig runtergespielt. Und der Führungstreffer in der 8. Minute hat den Gastgeberinnen zusätzliche Sicherheit gegeben", musste Uzun mitansehen, wie seine Mannschaft nach einer Ecke früh in Rückstand geriet. Die beiden weiteren Treffer zum 3:0 bis zur Halbzeitpause erzielte Duisburgs überragend aufspielende Sofia Nati, die auch im zweiten Durchgang einfach nicht zu stoppen war. "Wir haben unsere Spielerinnen vor ihr gewarnt. Trotzdem stand sie oft einfach viel zu frei", ärgerte sich Uzun. Dafür sah er aber nach dem Seitenwechsel auch von seinem Team einige gute Offensivaktionen. Wie schon beim 1:1 gegen Jena hatte sich beispielsweise Anja Selenksy den Ball erobert und zu Aline Böhringer durchgesteckt, die im Eins-gegen-eins allerdings an der Torhüterin scheiterte. Auch Michelle Wörner und Maximiliane Rall hatten gute Möglichkeiten. Die Tore erzielten allerdings die Gastgeberinnen. "Da waren die Räume dann doch zu groß, und dem Wetter mussten wir irgendwann auch Tribut zollen", zählte Uzun am Ende gar nicht mehr so genau mit.

Für ihn ist mit diesem Spiel eine halbe Saison in der ersten Liga zu Ende gegangen, nun steht ein Neuanfang in der zweiten Bundesliga Süd bevor. Zu den bereits am vergangenen Heimspieltag verabschiedeten Simone Holder, Kristina Schnüll, Natalie Hezel, Maximiliane Rall und Julia Schneider sind keine weiteren Spielerinnen hinzugekommen. Unsicher ist jedoch, ob Anja Selensky bleiben kann, und Michelle Wörner wird den Verein voraussichtlich im Februar verlassen. Bei Nicole Loipersberger werden weitere Untersuchungen zeigen müssen, ob sie nach ihrer chronischen Schambeinentzündung überhaupt weiter Leistungssport betreiben kann. Dafür kann Saban Uzun zwei Neuzugänge auf der Habenseite verbuchen. Von Verbandsligist SC Klinge Seckach wechselt Torhüterin Janine Wesselsky zum VfL. Und aus Eutingen kommt die Defensiv-Allrounderin Janina Kern. "Ich hätte gerne zum Abschluss schon den neuen Kader festgezurrt, aber das haben wir nicht geschafft. Ich stehe zudem noch mit zwei ausländischen Spielerinnen in Kontakt, die zu uns kommen würden, wenn sie in Tübingen einen Studienplatz bekommen. Aber das entscheidet sich erst noch", so Uzun, der sich nun in den Urlaub verabschiedet, ehe am 14. Juli bereits wieder die Vorbereitung auf die neue Saison beginnt.

VfL Sindelfingen:
Holder, Münz (59. Böhringer), Blöchl, Wörner, Vorbeck (72. Schmid), Selensky, Grimm, Schneider, Hezel, Rall, Moraitou (86. Stecinsky).
Tore: 1:0 (8.) Oster, 2:0 (29.) Nati, 3:0 (34.) Nati, 4:0 (65.) Nati, 5:0 (69.) Ramos Luis, 6:0 (71.) Nati, 7:0 (84.) Nati.
Schiedsrichterin: Verena Schultz (Wolfsburg).
Zuschauer: 1222.

Presse | Fußball (Frauen) | 10.06.2014

Abstieg mit 123 Gegentoren

Immerhin haben die Sindelfinger Fußballfrauen am letzten Spieltag noch einmal richtig schöne Bundesliga-Luft schnuppern dürfen: 1222 Zuschauer wollten das Spiel in Duisburg sehen. Für den VfL lief es jedoch so wie fast immer in dieser Saison. Gleich fünf Mal traf MSV-Stürmerin Sofia Nati, auch Laura José Ramos Luis und Jennifer Oster schenkten den Sindelfingerinnen eine ein. Zur Pause stand es 3:0, beim Schlusspfiff sogar 7:0 für Duisburg – und der VfL beendete als abgeschlagenes Schlusslicht eine wenig ruhmreiche Bundesliga-Saison mit einer erschütternden Bilanz. Gerade einmal zu zwei mageren Pünktchen hat es gereicht, in 22 Spielen schossen die Blau-Weißen insgesamt vier Tore, und Simone Holder, die aus beruflichen Gründen ab jetzt kürzer tritt, stand in der Schießbude der Liga: 123 Mal klingelte es im Sindelfinger Kasten.

Presse | Fußball (Frauen) | 10.06.2014

VfL Sindelfingen II holt den Pokal

Regionalliga-Frauen lassen beim 2:0 in Rommelshausen trotz Hitze nichts anbrennen

Diesen Triumph haben sich die Regionalliga-Fußballerinnen des VfL Sindelfingen nicht nehmen lassen: Wie schon in der Saison 2010/11 bleibt der Verbandspokal ein Jahr lang in der Obhut der Sindelfingerinnen, die das Finale mit 2:0 bei Verbandsligist SpVgg Rommelshausen für sich entschieden.

VON SANDRA LANGGUTH

Vor dem Spiel hatte VfL-Trainer Bernd Vollmer kein Hehl daraus gemacht, dass alles andere als ein Sieg seiner Mannschaft eine Riesenüberraschung wäre. Schon allein vom Papier her fuhren die Sindelfingerinnen als haushoher Favorit ins Remstal, spielen sie doch in der Punktrunde zwei Klassen höher als der Vierte der Verbandsliga. Doch die SpVgg hatte immerhin Oberliga-Meister TV Derendingen aus dem Wettbewerb gekegelt, so dass ein klein wenig Vorsicht nicht schaden konnte.

Bei "mörderischen Temperaturen" (Vollmer) konnten die Gastgeberinnen dem VfL allerdings nur rund zehn Minuten lang Paroli bieten. "Dann hätte die gegnerische Torhüterin Rot sehen müssen", ärgerte sich Bernd Vollmer darüber, dass das Foul an Julia Steger, die mit dem Ball auf das Rommelshauser Tor zumarschiert war, nicht geahndet wurde. Am Torerfolg der Sindelfingerinnen änderte das aber nichts, denn der VfL ging trotzdem in Führung. Die anschließende Ecke hatte Carina Enoch ausgeführt, die den Ball maßgeschneidert für Anna-Lena Vollmer aufgelegt hatte, die die Kugel nur noch einzunicken brauchte.

In der 19. Minute kamen denn auch die Gastgeberinnen zu einer - ihrer einzigen - gefährlichen Torgelegenheit. Doch der Schuss aus 30 Metern war die sichere Beute von Sindelfingens Torhüterin Simone Holder, die den Gastgeberinnen ein Dorn im Auge war. Rommelshausen bearbeitete die Gäste zwar läuferisch und kämpferisch nach Kräften, gefährlich wurde es allerdings nie. Auf der anderen Seite traf Lena Wrensch in der 31. Minute aus 30 Metern die Latte, vier Minuten später war es erneut Anna-Lena Vollmer, die mit einem Lupfer mitten ins Schwarze traf und den Sindelfingerinnen noch vor der Pause eine angenehme 2:0-Führung bescherte. Im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer einen Sommerkick. "Wir haben der Mannschaft gesagt, dass sie das ruhig über die Runden bringen soll", so Vollmer, der von beiden Teams nichts Zwingendes mehr zu notieren hatte. Nach dem Schlusspfiff war die Freude bei den Gästen, die vom eigenen Bundesligakader angefeuert worden waren, natürlich groß.

Wermutstropfen: Selina Schindler wechselt zum SV Hegnach

"Jetzt haben wir auf eine tolle Saison noch eins draufgesetzt", war Vollmer stolz auf Wimpel, Wanderpokal und Goldmedaille. Die Pokalshirts hatten die Spielerinnen natürlich schon vorbereitet und zogen sie beim anschließenden gemeinsamen Grillen mit der ersten Mannschaft im Floschenstadion auch nicht mehr aus.

In der kommenden Runde geht es dann in der Regionalliga weiter, allerdings ohne Selina Schindler, die zum SV Hegnach wechselt.

VfL Sindelfingen:
Holder, Dörner, Branco (62. Schindler), Wrensch, Wolf, Becker (76. Tomic), N. Müller (54. Lopes), Enoch, K. Müller (54. Hoffmann), Vollmer, Steger (69. Schröder).

Presse | Fußball (Frauen) | 02.06.2014

Gut angefangen und stark nachgelassen

VfL Sindelfingen unterliegt Bayer Leverkusen 0:6 - Abgänge verabschiedet

VON SANDRA LANGGUTH

Eine anständige Sommerbräune und drei Punkte holten sich die Bundesliga-Fußballerinnen von Bayer Leverkusen gestern im Sindelfinger Floschenstadion ab. Zwar hatten die jungen Spielerinnen des gastgebenden VfL im ersten Durchgang noch gut dagegengehalten, in der zweiten Halbzeit brachen jedoch alle Dämme. Am Ende stand eine hohe 0:6-Niederlage für den Absteiger zu Buche. "Verdient", wie auch VfL-Teamchef Saban Uzun befand, der "zwei Gesichter" seiner Mannschaft gesehen hatte.

Das erste Gesicht gefiel dem Sportwissenschaftler dabei weitaus besser, denn ähnlich wie in der Vorwoche gegen FF USV Jena hatten die Sindelfingerinnen eine kämpferische Einstellung aus der Kabine mitgebracht und ließen sich weder durch den Namen des Gegners noch durch dessen körperliche Robustheit aus dem Konzept bringen. Vor allem Maximiliane Rall hatte zu Beginn gute Chancen, doch weder sie noch Pia Schmid waren im Abschluss glücklich. Dafür machte es die Leverkusenerin Sharon Beck besser, als sie einen Rückpass der umtriebigen Turid Knaak zur 1:0-Führung über die Linie drückte (15.). Trotz des Gegentores war die Sindelfinger Sturm-und-Drang-Phase noch nicht beendet. Allerdings fehlte in den Zweikämpfen meist der Körpereinsatz, und so schnell der Ball erobert wurde, so schnell war er dann oft auch wieder weg. In diesen Momenten war am Ende wieder einmal VfL-Kapitänin Simone Holder zwischen den Pfosten gefragt. Etliche Paraden bekamen die Zuschauer von der großgewachsenen OP-Schwester zu sehen, die nach dem Spiel noch zur Nachtschicht eilte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff war sie allerdings machtlos, als Marisa Ewers einen von ihr abgewehrten Ball ins Netz köpfte. Im zweiten Durchgang ging es dann plötzlich Schlag auf Schlag, während mit jedem weiteren Leverkusener Treffer die Stimmung bei Sindelfingen in den Keller ging. "Da hat nicht mehr viel gepasst", war Uzun alles andere als zufrieden.

Ein Spiel wartet am Pfingstsonntag in Duisburg noch auf den VfL. Simone Holder, die künftig bei Verbandsligist SV Hegnach zwischen den Pfosten steht und dann vielleicht gegen die SV Böblingen spielt, sollte die den Klassenerhalt erreichen, Kristina Schnüll, Maximiliane Rall, Julia Schneider und Natalie Hezel, die vor dem Spiel verabschiedet wurden, laufen dann zum letzten Mal im Trikot des VfL Sindelfingen auf.

VfL Sindelfingen:
Holder (82. Schnüll), Münz, Blöchl, Wörner, Vorbeck, Selensky, Grimm, Julia Schneider, Hezel, Rall, Schmid (63. Borowski).
Tore: 0:1 (15.) Beck, 0:2 (44.) Ewers, 0:3 (66.) Simon (66.), 0:4 (69.) Weber, 0:5 (71.) Linden, 0:6 (81.) Schwab.
Schiedsrichterin: Franziska Haider (Roth).
Zuschauer: 130.

Presse | Fußball (Frauen) | 02.06.2014

Herbe Pleite im letzten Heimspiel

1. Frauen-Bundesliga: VfL Sindelfingen – Bayer Leverkusen 0:6 (0:2)

Von Christian Böhm

Nach dem Achtungserfolg beim 1:1 gegen Jena aus der Vorwoche mussten die Fußball-Bundesligafrauen des VfL Sindelfingen gestern im letzten Heimspiel der Eliteklasse gegen Bayer Leverkusen eine bittere 1:6-Heimniederlage hinnehmen.

„Ich habe heute bei meiner Mannschaft zwei verschiedene Gesichter gesehen. In den ersten Minuten hatten wir gute Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. Mit dem zweiten Durchgang kann ich absolut nicht zufrieden sein“, sagte VfL-Coach Saban Uzun nach dem Spiel.

Vor dem Duell gegen Leverkusen wurden beim VfL Sindelfingen zahlreiche Spielerinnen verabschiedet. Julia Schneider zieht es zum Erstliga-Aufsteiger SC Sand. Maximiliane Rall sagt dem VfL studienbedingt Adieu. Ebenfalls dem Studium widmet sich in Zukunft Natalie Hezel. Mannschaftskapitänin Simone Holder, die seit 2011 im Tor des VfL steht, kümmert sich zukünftig mehr um ihren Job und hängt die Fußballschuhe an den Nagel. Dies gilt auch für Kristina Schnüll.

Die Gäste aus dem Rheinland gingen bereits nach 15 Minuten mit 1:0 im Floschenstadion in Führung. Mit einem starken Antritt konnte sich Turid Knaak über die rechte Seite durchsetzen. Ihren Pass in den Rückraum verwertete Sharon Beck zum 0:1.

Der VfL Sindelfingen wurde zumeist dann gefährlich, wenn es mit einem langen Ball in die Spitze ging und Maximiliane Rall sich mit ihrer Dynamik auf den Weg in Richtung Gästetor machte.

Quasi mit dem Pausenpfiff erhöhten die Leverkusenerinnen auf 2:0. Mit einer Glanzparade konnte Holder noch einen strammen Schuss abwehren, doch Ewers köpfte unbedrängt und frei stehend ins leere VfL-Gehäuse. In der 67. Minute wurde das VfL-Bollwerk erneut aufgebrochen. Im Abstand von fünf Minuten erzielte Bayer 04 Leverkusen drei weitere Treffer durch Carolin Simon per Fernschuss (67.), Francesca Weber im Nachschuss (69.) und Isabelle Linden per Kopf (72.). Das halbe Dutzend machte Lisa Schwab in der 81. Minute voll und traf zum 0:6.

VfL Sindelfingen:
Holder (83. Minute Schnüll) Blöchl, Vorbeck, Schneider, Münz, Grimm, Hezel, Selensky, Wörner, Schmid (63. Minute Borowski), Rall.

Presse | Fußball (Frauen) | 26.05.2014

Zwei Minuten fehlen zum ersten Sieg - 1:1

Nach dem Abpfiff wusste Teamchef Saban Uzun nicht so recht, ob er froh oder traurig sein sollte. Bis zur 88. Minute hatte das Schlusslicht VfL Sindelfingen 1:0 gegen den Fünften FF USV Jena geführt, ehe den Thüringerinnen doch noch der Ausgleich gelang. Immerhin hat der VfL einen Punkt geholt, seinen zweiten in dieser Saison.

VON SANDRA LANGGUTH

"Glückwunsch an Sindelfingen", zollte Jena-Trainer Daniel Kraus den Gastgeberinnen hinterher Respekt. "Ein Sieg von uns wäre nicht verdient gewesen. Wenn man Fünfter ist und eher nach oben schauen will, muss man da eindeutig mehr draus machen", war er mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden. Sein Sindelfinger Kollege Saban Uzun dafür umso mehr, wenngleich er natürlich lieber drei Punkte als nur einen behalten hätte.

Und seine Mannschaft war ganz nah dran am ersten Sieg in dieser Saison. In den ersten Minuten der Partie konnte man den Klassenunterschied, der bald zwischen den beiden Mannschaften besteht, zwar erahnen, doch dann entwickelte sich ein munteres Spielchen, bei dem nicht wie sonst nur der Gegner Ball und Partie bestimmte. Auch die Sindelfingerinnen setzten Akzente. Und waren in Sachen Chancenverwertung auch absolut unschlagbar. Gleich die erste richtig ernstzunehmende wurde verwandelt. Nachdem Anja Selensky in der eigenen Hälfte den Ball erobert hatte, schickte sie diesen auf den weiten Weg zu Aline Böhringer, die sich zwischenzeitlich schon mal Richtung Jenaer Tor aufgemacht hatte. Für einen kurzen Moment schien der Ball zu lang zu sein, doch die 17-jährige Stuttgarterin gab Gas, hängte ihre Gegenspielerin ab und zielte ins linke untere Eck. Stenia Liane Michel kam nicht mehr dran - somit hatte der VfL Sindelfingen erstmals in dieser Saison eine Führung erzielt (15.). "Ich war ganz erschrocken, dass ich plötzlich allein vorne war", freute sich die Gymnasiastin über ihren Treffer. Das Tor gab auch dem Rest der Mannschaft Selbstvertrauen. Während die Handvoll Jena-Fans hinter ihrem Transparent mit der Aufschrift "Powerfrauen im Paradies" mächtig Krawall machte, war es nun vor allem Simone Holder im VfL-Tor, die beste Werbung für den Frauenfußball machte. An ihr gab es kein Vorbeikommen.

Auch im zweiten Durchgang fiel den Gästen nicht so richtig viel ein, um die gut eingestellte Abwehr der Sindelfingerinnen auszutricksen. Vielmehr ließ sich hier und da mal die eine oder andere in Strafraumnähe fallen, ein Elfmeter kann ja schließlich nie schaden. Doch die Schiedsrichterin ließ sich nicht hinters Licht führen. Ohnehin verpufften die sonst so gefährlichen Standards von Jena. Doch auch beim VfL passierte vorne nicht mehr so viel. Maximiliane Rall hatte überhaupt keinen guten Tag erwischt. Sie verlor nahezu jeden Ball. Dafür probierte es Aline Böhringer nochmal. Ihr platzierter Schuss landete allerdings direkt in den Händen der Torhüterin. Der Sieg schien für Sindelfingen schon zum Greifen nahe, als es kurz vor Abpfiff doch noch klingelte. Ein Querpass vor dem Tor landete vor den Füßen von Amber Hearns, die nur noch einzuschieben brauchte. "Die Mannschaft hat das super gemacht", war Uzun dennoch stolz auf sein Team, das noch zwei Spiele in der ersten Bundesliga vor sich hat. Kommenden Sonntag zuhause gegen Leverkusen und am Pfingstsonntag in Duisburg.

VfL Sindelfingen:
Holder, Münz, Blöchl, Rall (89. Brösamle), Vorbeck, Selensky, Moraitou, Julia Schneider, Hezel, Böhringer (83. Schmid), Grimm (69. Sender).
Tore: 1:0 (15.) Böhringer, 1:1 (88.) Hearn.
Schiedsrichterin: Christina Biehl (Schwollen).
Zuschauer: 104.

Presse | Fußball (Frauen) | 26.05.2014

Kurz vor Schluss platzt der Traum

Von unserem Redakteur Jürgen Wegner

Für die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Sindelfingen ging das Spiel gegen Jena genau fünf Minuten zu lange. Kurz vor dem Abpfiff platzte der Traum vom ersten Saisonsieg. Aline Böhringers Treffer zum 1:0 hatte ihn lange am Leben gehalten.

Trotzdem gingen im Sindelfinger Lager beim Schlusspfiff alle Hände zum Himmel. Der Punkt fühlte sich an wie ein Sieg. Kein Wunder – es hatte diese Saison vor diesem Sonntag für die junge Mannschaft auch erst den einen gegen Bayern München gegeben.

Vor allem Aline Böhringer strahlte. In der Hinrunde hatte sie noch keine Rolle im Sindelfinger Team gespielt. „Da ging nichts. Ich hatte große Probleme mit der Bandscheibe“, erklärte die junge Stürmerin. Dafür hatte sie jetzt ihren großen Moment. 16. Minute: Anja Selensky schnappt sich den Ball im Mittelfeld, passt durch die Schnittstelle, Aline Böhringer marschiert und verwandelt links unten. Prädikat: sehenswert.

Am 20. Spieltag war das erst der vierte Sindelfinger Treffer überhaupt bei bis dahin 109 Gegentoren. Entsprechend groß fiel der Jubel aus – und auf der Tribüne fieberte Abteilungsleiterin Martina Schmid mit: „Hoffentlich belohnen sich die Mädels diesmal.“

Es wäre in der Tat der Lohn für harte Arbeit gewesen. Besonders schön war das Sindelfinger Spiel nicht anzusehen, aber die Leidenschaft, mit der das Schlusslicht in die Zweikämpfe ging, hatte seinen besonderen Charme. Dann war da noch Simone Holder. Die Torhüterin vereitelte eine Chance des USV Jena nach der anderen. Und es gab auch noch die Riesenmöglichkeit zum 2:0, als sich Selin Münz mit einer Energieleistung durchsetzte und den Ball aus 25 Metern knapp über die Latte setzte.

Das wäre wohl der Sieg gewesen. Dass es am Ende nicht reichte, lag an der sehr agilen Sabine Treml, die auf Jenas rechter Seite für jede Menge Wirbel sorgte und in der 88. Minute Amber Hearn bediente. Diese ließ mit ihrem Treffer zum 1:1-Ausgleich den Sindelfinger Traum vom ersten Saisonsieg platzen. Weil es in der Nachspielzeit nicht noch dicker kam, waren im VfL-Lager hinterher trotzdem alle zufrieden. Und von den 104 Zuschauern gab es für beide Mannschaften freundlichen Beifall.

VfL Sindelfingen:
Holder, Münz, Blöchl, Rall (89. Minute Brösamle), Vorbeck, Selensky, Moraitou, Julia Schneider, Hezel, Böhringer (83.Minute Schmid), Grimm (69. Minute Sender)

FF USV Jena:
Michel, Brosius, Schiewe, Vanessa Müller, Löser (57. Minute Lagaris), Utes, Landeka, Julia Arnold, Percival, Hearn, Julien (53. Minute Treml).

Presse | Fußball (Frauen) | 12.05.2014

In München drei Punkte abgeliefert

1. Frauen-Bundesliga: VfL Sindelfingen handelt sich auch in Bayern mit 0:8 eine Niederlage ein

VON SANDRA LANGGUTH

Schon wieder sind die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Sindelfingen leer ausgegangen. Und das gerade beim FC Bayern München, gegen den in der Hinrunde beim 1:1 der einzige Punkt in dieser Saison gelungen war. Dieses Mal hatten die Münchnerinnen das Ergebnis eindeutig zu ihren Gunsten gestaltet und beim 8:0-Sieg auch noch ganz schön was fürs Torverhältnis geschafft.

VfL-Teamchef Saban Uzun hatte an der Niederlage hinterher nichts herumzukritteln, allerdings war er mit der Höhe absolut nicht einverstanden. "Mehr als die Hälfte der Tore hätte wirklich nicht sein müssen", schüttelte er den Kopf.

In der ersten Viertelstunde konnten die Sindelfingerinnen das Spiel im Grünwalder Stadion noch einigermaßen ausgeglichen gestalten und die Kombinationsfreude der körperlich weit überlegenen Münchnerinnen unterbinden. So musste für die Gastgeberinnen eine Standardsituation herhalten. Nach einem Freistoß von Raffaella Manieri war Nora Holstad am höchsten gestiegen und erzielte ihren zweiten Saisontreffer per Kopf zur 1:0-Führung. Waren die Sindelfingerinnen damit erstmals geschlagen, lief es für die Münchnerinnen von nun an wie am Schnürchen. Die Pässe kamen an ihrem Ziel an, und die Sindelfingerinnen waren oftmals einfach zu spät dran. So erhöhten die beiden US-Amerikanerinnen Sarah Hagen und Gina Lewandowski nach einer Ecke auf 3:0, ehe Lena Lotzen mit dem 4:0 die Halbzeitpause einläutete. Auch die Gäste hatten eine gute Möglichkeit, als Maximiliane Rall und Aline Böhringer zu zweit auf zwei FCB-Abwehrspielerinnen zuliefen. "Das müssen wir viel cleverer machen", winkte Uzun ab.

Vor allem bei den Standards zeigt sich die körperliche Überlegenheit

Im zweiten Durchgang ging es gerade so weiter, wie es in der ersten aufgehört hatte - Sindelfingen rannte, München traf. In der 50. Minute war es Vanessa Bürki, die aus 20Metern zum 5:0 abzog. Mit diesem Polster als Ruhekissen ließen es die Münchnerinnen ein bisschen langsamer angehen. So dauerte es bis zur 71. Minute, ehe Sarah Hagen aus kurzer Distanz mit ihrem zweiten Treffer des Tages das halbe Duzend vollmachte. Die eingewechselte Ivana Rudelic erhöhte in der 79. Minute auf 7:0, als sie im Strafraum völlig alleingelassen wurde und aus neun Metern einfach draufhielt. Während sich die Sindelfingerinnen durch Anja Selensky und Athanasia Moraitou mit ihren gefährlichen Schüssen aufs Tor Szenenapplaus verdienten, setzte Clara Schöne in der 89. Minute den Schlusspunkt unter eine am Ende doch einseitige Partie. Mit einem Flachschuss, der vom Innenposten hinter die Linie sprang, erzielte sie den 8:0-Endstand. "Wir haben gesehen, dass wir vor allem bei den Standards körperlich unterlegen waren. Wenn Spielerinnen wie Sarah Hagen zum Kopfball steigen, haben wir keine Chance. Es ist schade, dass das Team nicht mal für den hohen Aufwand belohnt wird", war Uzun enttäuscht. Die Sindelfingerinnen haben wegen des DFB-Pokalfinales nun eine Woche Pause, ehe die letzten Partien gegen Jena, Leverkusen und Duisburg anstehen.

Presse | Fußball (Frauen) | 12.05.2014

Der Spuk dauert noch 270 Minuten

1. Frauen-Bundesliga: FC Bayern München – VfL Sindelfingen 8:0 (4:0)
Von unserem Redakteur Steffen Müller

Die Sindelfinger Bundesliga-Fußballerinnen müssen noch drei Spieltage überstehen, dann ist eine deprimierende Saison zu Ende. Nach der 0:8-Schlappe beim FC Bayern München hat das Team von Trainer Saban Uzun nun erstmals eine dreistellige Minus-Tordifferenz aufzuweisen.

Die nackten Zahlen sind mehr als deutlich: kein Sieg, ein Unentschieden und satte 18 Niederlagen verbuchte das junge Sindelfinger Team bisher in dieser Saison – das Torverhältnis fällt mit 3:109 drastisch aus. Den einen Punkt holte der VfL in der Vorrunde ausgerechnet gegen die Bayern. Von einem Remis war der VfL am Sonntag allerdings meilenweit entfernt.

Dass dem VfL nach dem Nichtabstieg am Grünen Tisch eine harte Saison bevorstehen würde, war allen Beteiligten klar. So trostlos hätten sich aber nicht einmal die ärgsten Pessimisten die Runde vorgestellt. Beim Tabellenvierten aus München war die Mannschaft von Trainer Saban Uzun einmal mehr völlig chancenlos. Es dauerte diesmal 14 Minuten, bis die Münchener den Sindelfinger Abwehrriegel geknackt hatten. Nora Holstad Berge besorgte das 1:0 für den FCB, zehn Minuten später legte Sara Hagen zum 2:0 nach. Gina Lewandowski und Lena Lotzen besorgten den 4:0-Pausenstand.

Nach dem Wechsel legte Vanessa Bürki zum 5:0 für die Bayern nach. Sarah Hagen, Ivana Rudelic und Clara Schöne stellten schließlich den 8:0-Endstand aus Sicht der Gasgeberinnen her.

Der VfL muss jetzt noch drei Spiele in der 1. Bundesliga überstehen – zu Hause gegen den USV Jena und Bayer Leverkusen und zum Abschluss auswärts beim MSV Duisburg, ehe es in der kommenden Saison in Liga zwei einen Neuanfang geben kann.

VfL Sindelfingen: Holder, Münz, Blöchl, Wörner, Selensky, Grimm (46. Minute Hezel), Uhl, Böhringer, Moraitu, Schmid (39. Minute Rall), Borowski (80. Minute Ballach).

Presse | Fußball (Frauen) | 05.05.2014

Das nächste Lehrstück fürs Schlusslicht

1. Frauen-Bundesliga: VfL Sindelfingen unterliegt dem 1. FFC Frankfurt mit 0:8 - 101 Gegentore

VON SANDRA FUNK

Am Sonntag dürfte es für längere Zeit zum letzten Mal nur so vor deutschen Fußball-Nationalspielerinnen im Floschenstadion gewimmelt haben. Und da diese ihrer Favoritenrolle gerecht wurden, unterlagen die Gastgeberinnen des VfL Sindelfingen mit 0:8 erwartungsgemäß deutlich. Gegen den aktuellen Bundesliga-Tabellenführer 1. FFC Frankfurt hatte sich das Bundesliga-Schlusslicht zwar einiges vorgenommen, doch vor allem in der ersten Halbzeit war die Ehrfurcht vor dem Staraufgebot einfach zu groß. "Da haben wir überhaupt nicht das abgerufen, was wir können", war denn auch VfL-Teamchef Saban Uzun von den ersten 45 Minuten enttäuscht.

Die Frankfurterinnen unter ihrem Trainer Colin Bell wollten trotz der David-gegen-Goliath-Situation mit einer angemessenen Portion Respekt an die Sache herangehen und die Partie schnell zu ihren Gunsten entscheiden, was ihnen vollauf gelang. Bereits in der 7. Minute hatte Melanie Behringer den noch folgenden Torreigen mit ihrem Treffer nach einem Freistoß eröffnet. Gerade einmal zwei Minuten später erhöhte Celia Sasic per Kopfball zum 2:0 für Frankfurt. Und Sindelfingens Kapitänin Simone Holder war auch in der 20. Minute zwischen den Pfosten machtlos, als erneut Melanie Behringer aus dem Halbfeld heraus voll abzog und den Ball zum 3:0 in die Maschen hämmerte. So effektiv wie die Frankfurterinnen zu Werke gingen, so wenig konnten die Sindelfingerinnen dagegenhalten.

Eine vielbeinige Abwehr wollte Saban Uzun dem Pokalfinalisten entgegenstellen. Die sahen die knapp 550 Zuschauer denn auch, doch so viel sich die Gastgeberinnen auch mühten - Frankfurt fand doch immer ein Schlupfloch, durch das sie sich den Ball zusteckten und mit gehörigem Zug zum Tor auch oftmals zum Abschluss kamen. Wie die großgewachsene Kerstin Garefrekes, überragende Torschützin an diesem Tag, die in der 26. Minute im Getümmel am höchsten zum Kopfball stieg und zum 4:0 einnickte. Zehn Minuten später erzielte sie ihren zweiten Treffer in dieser Partie, nachdem Melanie Behringer den Ball vorlegte und sie nur noch reinrutschen musste. Kurz zuvor hatte Stefanie Grimm den Ball von der Linie gekratzt und so für Simone Holder gerettet, die in der falschen Ecke des Tores stand.

Die Sindelfingerinnen mühten sich sichtlich, doch gegen die sowohl spielerische als auch körperliche Übermacht konnten sie nichts ausrichten. Und selbst wenn der VfL mal in Ballbesitz war, schien es, als wussten die jungen Spielerinnen gar nicht so recht, was sie mit dem runden Leder anfangen sollten. In der Pause ermahnte Uzun seine Mannschaft, sich noch mehr reinzuhängen. "Da hatte ich schon mehr erwartet", hoffte er wenigstens im zweiten Durchgang auf Besserung. Doch der ging vor allem für Frankfurt super los, als Celia Sasic nach nicht einmal zehn Sekunden die Latte traf. Den einzigen Torschuss für Sindelfingen durfte Julia Schneider für sich verbuchen, doch ihr Freistoß war leichte Beute für Desiree Schumann im Frankfurter Tor.

In der 48. Minute war es erneut Kerstin Garefrekes, die nach Zuspiel von Dzsenifer Marozsan zum Jubeln die Hände nach oben reißen durfte. Celia Sasic erhöhte in der 50. Minute auf 7:0 für Frankfurt. Ihren ersten Schuss hatte Simone Holder noch pariert, beim zweiten war sie allerdings machtlos. Den Schlusspunkt mit ihrem vierten Tor an diesem Tag setzte Kerstin Garefrekes in der 71. Minute mit einem platzierten Schuss an die Lattenunterkante. Mit den drei Punkten und vor allem den Toren zeigte sich Colin Bell angesichts des engen Kampfes an der Tabellenspitze mit Turbine Potsdam zufrieden. Einziger Wermutstropfen war die Verletzung von Celia Sasic. Die war im Zweikampf auf den Fuß von Bianca Blöchl getreten und so unglücklich umgeknickt, dass sie mit schmerzverzerrtem Gesicht ausgewechselt werden musste. Kurz vor Schluss erwischte es auch noch eine Sindelfingerin: Paula Vorbeck hatte im Zweikampf einen Ellbogen in die Schläfe bekommen und klagte über Schwindel.

"Wir nehmen unsere Erfahrungen aus diesem Spiel mit und schauen weiter nach vorne", meinte Uzun, der wohl am besten gar nicht auf die Tabelle schauen sollte, denn dort stehen beim VfL Sindelfingen inzwischen 101 Gegentore.

Presse | Fußball (Frauen) | 05.05.2014

Ohne Chance gegen Star-Ensemble

Von Daniel Krauter

Der VfL Sindelfingen verlor gestern deutlich mit 0:8 gegen den 1. FFC Frankfurt. Dabei wusste der VfL gegen den siebenmaligen Deutschen Meister vor allem in der zweiten Hälfte durchaus zu gefallen.

Es dauerte bis zur siebten Minute, ehe die Frankfurter Schlachtenbummler unter den 545 Zuschauern im Sindelfinger Floschenstadion das erste Mal jubeln durften. Mit einem sehenswerten Freistoßtor aus 20 Metern in den Winkel eröffnete Melanie Behringer den Torreigen. Bereits zwei Minuten später schlug es das zweite Mal im Gehäuse von VfL-Torhüterin Simone Holder ein. Celia Sasic markierte das 0:2. „Das war natürlich ein denkbar schlechter Start für uns. Wir wollten einen frühen Rückstand unbedingt verhindern. Das ist uns leider nicht gelungen“, sagte Sindelfingens Trainer Saban Uzun.

Nach dem 0:2-Rückstand stand der VfL Sindelfingen besser und machte die Räume eng. Gegen die Schusskraft von Melanie Behringer war aber kein Kraut gewachsen. Frankfurts Nummer sieben hielt aus 25 Metern drauf. Simone Holder brachte zwar noch die Hände an den Ball, konnte das 0:3 in der 20. Minute aber nicht mehr verhindern. Kerstin Garefrekes sorgte mit ihren Treffern in der 28. und 36. Minute für den 0:5-Halbzeitstand. „Ich habe meiner Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dass sie die einfachen Ballverluste unbedingt vermeiden sollen. Gegen diese starke Mannschaft darf man sich keine Fehler erlauben, die werden sofort bitter bestraft“, so Saban Uzun.

Nach der Pause wurde der VfL mit dem 0:6 auf dem falschen Fuß erwischt. In der 48. Minute erzielte Frankfurts Spielführerin Kerstin Garefrekes ihren dritten Treffer nach schöner Vorarbeit von Celia Sasic. Drei Minuten später legte Sasic zum 7:0 für die Gäste nach. Man musste nun Schlimmeres für den VfL Sindelfingen befürchten. „Das wird heute zweistellig“, sagte ein VfL-Fan auf der Tribüne.

Torhüterin Simone Holder bewahrte ihr Team allerdings mit sehenswerten Paraden gegen Simone Laudehr, Kerstin Garefrekes, Melanie Behringer und Celia Sasic vor einem noch höheren Rückstand. „Simone hat klasse gehalten“, sagte Saban Uzun. Aber auch ihre Mitspielerinnen legten sich mächtig ins Zeug. „Sindelfingen hat nach dem 0:7-Rückstand gut verteidigt. Wir haben aber auch in einigen Phasen zu kompliziert gespielt“, sagte Frankfurts Trainer Colin Bell.

Der VfL Sindelfingen stand in der Defensive kompakt. Den Frankfurter Strafraum bekamen die Gastgeberinnen allerdings nicht zu Gesicht. So war Frankfurts Torhüterin Desiree Schumann die gesamten 90 Minuten über beschäftigungslos. In der 73. Minute sorgte Kerstin Garefrekes mit ihrem vierten Treffer für den 0:8-Endstand.

Das Abenteuer Fußball-Bundesliga ist für die Frauen des VfL Sindelfingen zu Ende. Durch die Niederlage gegen den Tabellenführer 1. FFC Frankfurt und den gleichzeitigen Heimsieg von Hoffenheim gegen die SGS Essen ist für das Team des VfL-Trainer-Duos Saban Uzun/Alexander Schick der Bundesliga-Abstieg besiegelt.

VfL Sindelfingen:
Holder, Münz, Blöchl, Selensky, Schneider, Wörner, Rall (ab 52. Minute Böhringer), Hezel (ab 73. Minute Uhl), Grimm, Schmid (ab 52. Minute Borowski), Vorbeck.

1. FFC Frankfurt:
Schumann, Behringer, Sasic (ab 75. Minute Wich), Marozsán, Laudehr, Garefrekes, Alushi, Crnogorcevic (ab 61. Minute Tanaka), Schmidt (ab 46. Minute Ando), Bartusiak, Kuznik.

Presse | Fußball (Frauen) | 01.05.2014

Schmid und Hofmann setzen sich durch

Bei der Hauptversammlung der Frauen-Abteilung im VfL Sindelfingen geht es dreieinhalb Stunden lang hoch her

Wenn 80 Prozent aller Stimmberechtigten zu einer Hauptversammlung kommen, obwohl gar keine Wahlen anstehen, ist was am Brodeln. Schriftführer Michael Handschuh hatte schon im Vorfeld Stimmung gegen die Vorsitzende Martina Schmid und Kassiererin Heike Hofmann gemacht. Am Ende wurde er selbst von der Versammlung abberufen.

VON SANDRA FUNK

Eigentlich sollte es eine ganz gewöhnliche Hauptversammlung mit Berichten und vor allem sportlichen Inhalten werden. "Wir haben im Vorfeld alles versucht, dieses Szenario abzuwenden", erklärte Martina Schmid, Abteilungsleiterin des Frauen- und Mädchen-Fußballs im VfL Sindelfingen. Doch Michael Handschuh aus Horb, Vater einer Jugendspielerin im Verein und seit Mai vergangenen Jahres Schriftführer der Abteilung, hatte diesem Vorhaben mit seinen Anträgen, die beiden Frauen nicht zu entlasten und sogar abzuwählen, einen Strich durch die Rechnung gemacht. So zeigte die Uhr bereits 23.58 an, als Hansdieter Kirchhoff die Versammlung in der ehemaligen Gaststätte des Floschenstadions nach rund dreieinhalb Stunden für beendet erklären konnte.

Handschuh wirft den beiden Frauen einen schlechten Stil vor. Er sei bei vielen Entscheidungen erst hinterher oder gar nicht informiert worden. Einen von ihm eingeforderten Finanzplan habe es ebenfalls nie gegeben. "Mir geht es um das Haushaltsrecht. Das haben nicht nur zwei Personen, sondern der ganze Ausschuss", so Handschuh, der den restlichen Mitstreitern zudem vorhielt, alles einfach nur abzunicken. Auch wie das Ende der Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Cheftrainer Niko Koutroubis und dessen Co Mustafa Cakal (inzwischen bei A-Ligist TSV Schönaich II) ablief, sei die Schuld von Martina Schmid. "Dass man sich von ihm getrennt hat, war ein demokratischer Beschluss. Aber man hätte es nicht soweit kommen lassen müssen, dass man sich am Ende vor dem Arbeitsgericht wiedersieht", echauffierte sich der Horber.

Das wiederum wollte Martina Schmid nicht auf sich sitzen lassen. In dem ganzen Jahr habe sie von dem Schriftführer gerade einmal drei Sitzungsprotokolle bekommen, und an besagtem Treffen, als es um die Zusammenarbeit mit Koutroubis ging, habe Handschuh einfach gefehlt. "Wer nicht kommt, ist natürlich auch nicht informiert", so die Abteilungsleiterin. Nachdem sämtliche Argumente ausgetauscht waren, sollte die Entlastung geheim über die Bühne gehen. "Mit jeweils 46 Ja-Stimmen sind Martina Schmid und Heike Hofmann entlastet", verkündete Oliver Wengert vom Hauptverein, während beiden Frauen sichtlich ein Stein vom Herzen fiel.

Nachdem dieser Antrag von Handschuh also keinen Erfolg hatte, zog er seinen weiteren - die beiden Frauen aus dem Vorstand abzuberufen - kurzfristig zurück. Doch auch die restlichen Vorstandsmitglieder Hansdieter Kirchhoff, Herbert Hug, Mladen Kvesic und Ute Kraft hatten reagiert und im Vorfeld gemeinsam mit Schmid und Hofmann ebenfalls einen Antrag auf Abberufung eingereicht. So wurde Michael Handschuh mit 39 Stimmen als Schriftführer abgesetzt und aus dem Vorstand beordert. "Jetzt muss endlich mal Ruhe einkehren. Uns wurde so viel Vertrauen geschenkt, das muss der Vorstand jetzt mal zurückbekommen", erklärte Simone Holder, Kapitänin der Bundesliga-Mannschaft. Deren sportliche Situation ging in der Sitzung ebenso ein wenig unter wie das neue Jugendkonzept, das der VfL mit dem frischen Trainergespann auf die Beine stellen will.

Hierzu hatte Lars Heiliger, sportlicher Leiter der Jugend, einige Neuigkeiten zu berichten. "Spielend Persönlichkeit bilden", lautet das Motto der Nachwuchsakademie, in deren Rahmen die Regionalliga-, die U17-Bundesliga- sowie die U17-Oberliga-Mannschaften umgebaut und mit homogenen Strukturen versehen werden sollen. Heiliger erwähnte zudem die Eliteschule des Sports, in der morgens vor der Schule sogar Spielerinnen aus Hoffenheim und Hoffeld bei ihm trainieren. Außerdem werde der Olympiastützpunkt Stuttgart bald Partner des Frauenfußballs, wodurch der VfL Zugriff auf die Infrastruktur bekommt. "So können wir jetzt Spielerinnen aus ganz Deutschland zu uns holen, denn im dortigen Internat bekommen wir Zimmer", erklärte Heiliger. Zudem will der VfL ein eigenes Teilzeitinternat in Zusammenarbeit mit der Männer-Abteilung auf den Weg bringen. "Nach der Schule gibt es Essen, Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe mit anschließendem Training." Ein Fahrdienst in Richtung Kooperationspartner FV Rottweil sei ebenfalls in Planung.

Auch Saban Uzun, seit Januar Teamchef der ersten Mannschaft, sprach über seine Zukunftspläne, lobte den Einsatz seiner Spielerinnen, die trotz vieler hoher Niederlagen mit Eifer im Training dabei seien und bat um Geduld. "Es gibt keine Garantie, dass wir in der nächsten Saison in der 2. Liga gleich oben mitspielen." Gleiches könnte man über die finanzielle Situation sagen, denn nach dem Abstieg muss der VfL auf die rund 180000 Euro Zuschuss des DFB verzichten. Immerhin steht aller Voraussicht nach im Anschluss an diese Saison ein Plus von rund 30000 Euro zu Buche. "Wir sind mit einigen Sponsoren im Gespräch und hoffen, dass wir noch weitere Kooperationen und Patenschaften für Spielerinnen an Land ziehen", erklärte Heike Hofmann. Martina Schmid zählte die Erfolge der Abteilung auf. "Wir wissen manchmal gar nicht so recht, was wir hier eigentlich geschafft haben. Wir sollten einfach mal stolz auf uns sein."

Ehrungen durften in dieser Marathonsitzung ebenfalls nicht fehlen. Für ihr zweites Jahr in der 1. Liga beim VfL durften sich Bianca Blöchl, Stefanie Grimm, Simone Holder, Nicole Loipersberger, Maxi Rall, Julia Schneider und Michelle Wörner ein kleines Präsent abholen, ebenso wie die Spielerinnen und Trainer der zweiten Mannschaft für ihren Aufstieg in die Regionalliga. Für 20 Jahre im Dienst des Frauenfußballs wurde Hansdieter Kirchhoff geehrt, für die Altpapier-Sammlungen Klaus Medwed, Roland Schmidt als Spieltags-Organisator und Rainer Steger für seinen Einsatz am Kiosk und als Busfahrer.

Presse | Fußball (Frauen) | 01.05.2014

Schriftführer muss den Hut nehmen

Bei der Mitgliederversammlung des VfL Sindelfingen kochten die Emotionen hoch

Von unserem Redaktionsmitglied Daniel Krauter

Bei der Mitgliederversammlung der Frauenfußballabteilung des VfL Sindelfingen ging es am Montagabend hoch her. Schriftführer Michael Handschuh stellte den Antrag, Abteilungsleiterin Martina Schmid und Stellvertreterin Heike Hofmann die Entlastung zu verweigern. Dem stimmten die anwesenden Mitglieder nicht zu. Am Ende musste Handschuh selbst den Hut nehmen.

Zu Beginn der Mitgliederversammlung der Abteilung Frauenfußball des VfL Sindelfingen in der ehemaligen Gaststätte des Floschenstadions deutete nichts darauf hin, welch unschönes Ende der Montagabend noch nehmen sollte.

Harmonie pur herrschte beim Ehrungsreigen. So wurden Bianca Blöchl, Stefanie Grimm, Simone Holder, Nicole Loipersberger, Maximiliane Rall, Julia Schneider und Michelle Wörner für zwei Jahre Erstligafußball im VfL-Trikot ausgezeichnet. Den Funktionären Hansdieter Kirchhoff, Klaus Medwed, Roland Schmidt und Rainer Steger wurde ebenso für ihre Verdienste gedankt wie der zweiten Frauenmannschaft des VfL Sindelfingen.

Abteilungsleiterin Martina Schmid dankte den Mitgliedern: „Es ist unglaublich, welche tolle Arbeit bei uns im Hintergrund geleistet wird. Nur so ist der Spitzensport in unserer Abteilung möglich. Wir können wirklich stolz darauf sein, was wir in den vergangenen Jahren erreicht haben. Manchmal würde ich mir allerdings auch wünschen, dass wir dies mehr zeigen würden.“

Saban Uzun, der gemeinsam mit Alexander Schick als Trainerduo für die Erstliga-Frauen in der Bundesliga verantwortlich zeichnet, möchte die Zusammenarbeit mit der zweiten Mannschaft verbessern. „Mein Ziel ist es, den Kontakt zu intensivieren. Von einem regen Austausch können beide Seiten nur profitieren“, so Uzun. Zudem bat er um Geduld. „Es gibt keine Garantie, dass wir nach einem Abstieg in die 2. Bundesliga, gleich von Anfang an mit unserer jungen Mannschaft wieder um den Aufstieg mitspielen werden“, sagte Saban Uzun.

Der sportliche Leiter, Lars Heiliger, stellte das Konzept des VfL Sindelfingen unter dem Motto „Spielend Persönlichkeiten bilden“ vor. Neben der fußballerischen Ausbildung wird bei der Nachwuchsakademie des VfL Sindelfingen auch auf die Persönlichkeitsschulung der Nachwuchstalente großen Wert gelegt.

Stellvertreterin und Kassiererin Heike Hofmann präsentierte die Finanzzahlen. So standen im vergangenen Jahr Einnahmen von 359600 Euro, Ausgaben in Höhe von 326300 Euro gegenüber. Größter Einnahmeposten waren, neben den 176400 Euro vom DFB, die 74800 Euro an Sponsorengeldern.

Verlief die Versammlung bis dahin sehr harmonisch, versprach der achte Tagesordnungspunkt Konfliktpotenzial. Schriftführer Michael Handschuh stellte den Antrag Abteilungsleiterin Martina Schmid und Stellvertreterin Heike Hofmann die Entlastung zu verweigern. Handschuh begründete dies vor allem mit der fehlenden Kommunikation im Vorstand. „Wir erfahren alles erst hinterher. Wir werden immer vor vollendete Tatsachen gestellt. Das Vertrauensverhältnis ist nachhaltig gestört“, so Michael Handschuh. Dem entgegnete Martina Schmid: „Wir haben Herrn Handschuh zu allen Sitzungen eingeladen. Wenn er dann größtenteils nicht erscheint, ist das nicht unser Problem.“

In geheimer Abstimmung votierten jeweils 46 Mitglieder dafür, Martina Schmid und Heike Hofmann die Entlastung zu erteilen, zehn stimmten dagegen und zwei enthielten sich ihrer Stimme. Aufgrund dieses eindeutigen Votums zog Michael Handschuh den Antrag zurück, Martina Schmid als Abteilungsleiterin sowie Heike Hofmann als Stellvertreterin und Kassiererin abzuberufen.

Dem anschließenden Antrag von Martina Schmid und Heike Hofmann, Michael Handschuh als Schriftführer abzuberufen, stimmten 39 Mitglieder bei einer Gegenstimme und 14 Enthaltungen zu. Somit wurde Michael Handschuh von den anwesenden Mitgliedern offiziell aus dem Ausschuss der Sindelfinger Fußballfrauen abgewählt. „Es ist schade, dass die Versammlung ein solch unschönes Ende genommen hat. Ich danke allen für das entgegengebrachte Vertrauen und wir werden weiterhin mit vollem Engagement für den VfL Sindelfingen tätig sein“, sagte Martina Schmid.