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Presse | Fußball (Frauen) | 22.04.2014

Gegen Essen gute Leistung aufgetischt

1. Frauen-Bundesliga: VfL Sindelfingen hält beim 0:2 gegen den DFB-Pokalfinalisten richtig gut dagegen

Ein Unentschieden hätten sich die Sindelfinger Bundesliga-Fußballerinnen am Ostermontag gegen die SGS Essen durchaus verdient gehabt. Stattdessen kassierte die Mannschaft von Teamchef Saban Uzun zwei blöde Gegentore und steht auch nach dem 16. Spieltag ohne Sieg mit nur einem Punkt am Ende der Tabelle.

Von Sandra Funk

"Was die Mädels heute gezeigt haben, war richtig gut", war Saban Uzun nach dem Spiel guter Dinge. Und auch von seinem Trainerkollegen Markus Höger hatte es ein dickes Lob gegeben. "Sindelfingen hat uns heute das Leben schwer gemacht und war viel besser organisiert als noch im Hinspiel." Dieses hatte der VfL Mitte Oktober deutlich mit 0:8 verloren, am Ostermontag hielt sich das Ergebnis beim 0:2 (0:2) dagegen in Grenzen.

Dennoch wartet der Sindelfinger Teamchef weiterhin auf das erste Tor seiner Mannschaft unter ihm. "Das hätten sich die Spielerinnen wirklich verdient und es wäre auch wichtig für die Moral." Zwar zeigten die Sindelfingerinnen wie schon gegen Freiburg gute Ansätze, die letzte Konsequenz fehlt den jungen Spielerinnen jedoch noch. Vor allem im Abschluss kam unterm Strich viel zu wenig heraus, bis auf zwei, drei, für die Essener Torhüterin leicht abzufangende Bälle bekamen die rund 130 Zuschauer im Floschenstadion nichts zu sehen. Doch auch der Gegner bekleckerte sich nicht gerade mit Ruhm. Erst kürzlich durch ein 1:0 über Freiburg ins Finale des DFB-Pokals eingezogen, war in Sindelfingen etwas die Luft raus. Für Tore reichte es im Gegensatz zu den Gastgeberinnen dennoch. Bereits in der 7. Minute gingen die Essenerinnen mit freundlicher Unterstützung der Sindelfinger Abwehr in Führung. Die bekam einen hohen Ball nicht geklärt und schaute Essens Charline Hartmann dabei zu, wie diese die Kugel über die Linie schob, während VfL-Torhüterin Simone Holder zwar noch ihr Bein ausstreckte, das Leder aber auch nicht mehr stoppen konnte. Die Sindelfingerinnen ließen die Köpfe nicht hängen und spielten munter drauf los, scheiterten aber immer wieder spätestens kurz vor dem gegnerischen Strafraum an der vielbeinigen Essener Abwehr. Kurz vor der Halbzeitpause kassierte das Tabellenschlusslicht dann das 0:2. Dominique Janssen zimmerte einen Freistoß aus rund 20 Metern platziert ins Eck, Simone Holder war damit erneut geschlagen.

Im zweiten Durchgang hatte Saban Uzun, der mit Libero spielen ließ, von seiner Mannschaft unermüdlichen Einsatz verlangt, und seine Fohlentruppe ließ ihn nicht im Stich. Schöne Ballstafetten, viele gewonnene Zweikämpfe und hoher individueller Einsatz brachten den Sindelfingerinnen viel Szenenapplaus. Vor allem die Rückkehr der Verletzten Anja Selensky und Julia Schneider machte sich bemerkbar. "Wir machen jetzt einfach so weiter. Ich denke dann schießen wir auch bald mal ein Tor", hofft Uzun auf ein verspätetes Ostergeschenk.

VfL Sindelfingen:
Holder, Münz, Vorbeck, Blöchl, Wörner, Grimm (55. Uhl), Böhringer, Selensky, Schneider (81. Moraitou), Sender (73. Rall), Borowski.
Tore: 0:1 (7.) Charline Hartmann, 0:2 (40.) Dominique Janssen.
Schiedsrichterin: Daniela Illing (Limbach).
Zuschauer: 130.

Presse | Fußball (Frauen) | 22.04.2014

Komplimente trotz Niederlage

1. Frauen-Bundesliga: VfL Sindelfingen – SGS Essen 0:2

Von Edip Zvizdiç

Der Abstieg der Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Sindelfingen rückt immer näher. Nach der 0:2 (0:2)-Niederlage gegen die SGS Essen könnte schon am kommenden Spieltag mit einer weiteren Niederlage die Rückkehr in die 2. Bundesliga besiegelt sein.

Die Entwicklung bei den Fußballerinnen des VfL Sindelfingen schreitet voran – auch wenn es am gestrigen Ostermontag die mittlerweile 15. Niederlage im 16. Saisonspiel hagelte. Gegen die SGS Essen unterlag die Mannschaft von Saban Uzun und Alexander Schick mit 0:2, konnte dabei aber über weite Strecken dem frisch gebackenen DFB-Pokalfinalisten die Stirn bieten.

Von Seiten des Gegners gab es nach dem Spiel viel Lob. „Riesen Kompliment, im Vergleich zum Hinspiel war der VfL viel besser organisiert“, sagte Essens Trainer Markus Högner. Was vor allem auch daran lag, dass Sindelfingen mit einem klassischen Libero die eigene Defensive stärkte. Selin Münz agierte etwas versetzt zur Viererkette und verlieh der Abwehr mit ihrem kompromisslosen Auftreten deutlich mehr Sicherheit.

Dennoch geriet der VfL Sindelfingen nach sieben Minuten in Rückstand. Eine Kerze im eigenen Strafraum entfachte ein Durcheinander, Nutznießerin war Charline Hartmann, die das 1:0 für die Gäste erzielte.

Trotz des Rückschlags rückten die Gastgeberinnen nicht von ihrer Marschroute ab. Hinten machte man weiterhin dicht und vorne hoffte man auf Entlastungsangriffe. Hin und wieder gelang das auch, wobei vor allem Anja Selensky und Julia Schneider immer wieder das Spiel beruhigten. Eine echte Torchance sprang dabei aber nicht heraus. So musste eine Standardsituation für den zweiten Treffer herhalten. Dominique Janssen zirkelte einen Freistoß aus 25 Metern zum 2:0 ins Tor. Sindelfingens Torhüterin Simone Holder machte dabei keine gute Figur. „Beide Treffer waren unnötig“, so Saban Uzun.

Vanessa Martini verpasste in der 49. Minute frei stehend das 3:0 der Gäste. „Wir haben uns gut eingestellt auf das Kurzpassspiel des Gegners“, sagte Saban Uzun. Nach vorne fehlte es dem VfL an der nötigen Durchschlagskraft. Von einem Torerfolg war Sindelfingen weit entfernt. „Ich bin mir sicher, dass uns das in den letzten Saisonspielen gelingen wird“, wartet Saban Uzun weiterhin auf seinen Premierentreffer.

VfL Sindelfingen:
Holder, Münz, Vorbeck, Blöchl, Wörner, Grimm (55. Minute Uhl), Böhringer, Selensky, Julia Schneider (81. Minute Moraitou), Sender (73. Rall), Borowski

Presse | Fußball (Frauen) | 20.03.2014

Gegen die Wölfinnen mehr Biss gezeigt

1. Frauen-Bundesliga: VfL Sindelfingen verliert 0:7 gegen den VfL Wolfsburg - Teamchef Saban Uzun: "Auch viel Positives gesehen"

"Das geht wieder zweistellig aus", hatten schon einige vor dem Bundesligaspiel der Sindelfinger Fußballerinnen gegen den Triple-Sieger VfL Wolfsburg vermutet. Der Favorit setzte sich mit 7:0 (4:0) am Mittwochmittag auch deutlich durch, doch auch das Kellerkind hatte im ungleichen Kampf hin und wieder lichte Momente.

Von Sandra Funk

Zwar hatte Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann den Großteil seiner ersten Garde entweder gar nicht oder nur kurz gebracht, doch der Sindelfinger Teamchef Saban Uzun wollte nach dem Spiel auch gar nicht so sehr auf den Gegner schauen. "Im Vergleich zum Spiel in Potsdam habe ich heute eine ganz andere Mannschaft auf dem Platz gesehen", lobte Uzun seine jungen Spielerinnen. In Potsdam noch mit 0:12 völlig untergegangen, hielt sich der Schaden beim 0:7 vergleichsweise in Grenzen. "Ich habe viel Positives gesehen. Wir sind in diesem Spiel viel kompakter gestanden und waren zweikampfstärker", meinte Uzun, der wie einige seiner Spielerinnen auch mahnende Worte der Schiedsrichterin abbekam, weil er ihrer Meinung nach zu viel reingeschrien hatte.

Dabei konnte er sich in den Anfangsminuten eigentlich nicht beschweren, denn Schauplatz der ersten Aktionen des Spiels war die Wolfsburger Hälfte. Übermäßiger Respekt vor dem Gegner war den Gastgeberinnen auf dem "miserablen Platz" (Kellermann) zunächst nicht anzusehen. Nach einer Ecke von Nicole Loipersberger, die nach ihrer Gelbsperre wieder dabei sein konnte, hatte Paula Vorbeck die erste Sindelfinger Chance. Doch im Getümmel wollte der Abschluss aufs Tor nicht so recht gelingen. Die Wölfinnen machten ihre Sache in der 10. Minute da schon besser. Nach Freistoß von Lina Magull war Conny Pohlers zur Stelle - 1:0 für die Gäste. Sechs Minuten später verhinderte Pia Schmid auf der eigenen Torlinie den nächsten Gegentreffer. Doch es dauerte nur zwei weitere Minuten, ehe die Wolfsburgerinnen nachlegten. Bianca Blöchl ließ sich tunneln, der Ball wurde über drei Stationen weitergereicht bis zu Conny Pohlers, die erneut traf. Nach und nach wurde der Unterschied der beiden Mannschaften immer deutlicher. Zwar konnte der haushohe Favorit auch nicht gerade mit technischen Finessen glänzen, doch bei den Sindelfingerinnen zeigte sich vor allem nach der Balleroberung die fehlende Erfahrung. Oftmals wurde einfach blind nach vorne gespielt, direkt der gegnerischen Abwehr auf den Fuß. Dafür konnte sich Saban Uzun in vielen Situationen über mangelnden Einsatz in den Zweikämpfen nicht beschweren. Vor allem Pia Schmid ging einfach mal drauf.

In der 30. Minute musste Kapitänin Simone Holder zwischen den Sindelfinger Pfosten tief in die Trickkiste greifen, um den langen Ball von Luisa Wensing gerade noch so über die Latte zu lupfen. Ohnehin vereitelte die 179 Zentimeter große Schlussfrau weitaus mehr Chancen als sie Tore bekam. Doch in der 42. Minute war sie erneut machtlos, als Nadine Keßler den Ball völlig freistehend zum 3:0 ins Eck zirkelte. Dem vorausgegangen war eine schöne Aktion der Hausherrinnen. Nicole Loipersberger hatte sich die Kugel geschnappt und auf den Weg in Richtung Wolfsburger Tor gemacht. Aline Böhringer, Maximiliane Rall und Steffi Grimm waren mitgelaufen, doch der Pass nach vorne ging ins Leere.

Kurz vor der Halbzeit handelten sich die Sindelfingerinnen noch das 0:4 durch Jovana Damnjanovic nach Ecke von Verena Faißt ein. Und als im zweiten Durchgang die eingewechselte Selina Wagner zum 5:0 abstaubte, stellte Uzun seine Mannschaft auf ein 1:4:4:1-System um. Immerhin blieb die Partie anschließend 22 Minuten torlos. Der Attraktivität des Spiels war dieser Schachzug sicherlich nicht förderlich, doch Uzun wollte verständlicherweise Schadensbegrenzung betreiben. Beim 0:6 hatten die Wolfsburgerinnen auch noch das nötige Glück, als der Ball nach Schuss von Selina Wagner vom Pfosten nach innen abprallte. Den Schlusspunkt zum 7:0 für Wolfsburg setzte die eingewechselte Martina Müller kurz vor dem Abpfiff mit einem Flachschuss. Während Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann auf der langen Heimfahrt schon an der Aufstellung gegen den FC Barcelona im Viertelfinale der Champions League am Sonntag gefeilt haben dürfte, haben die Sindelfinger Fußballerinnen jetzt erstmal eineinhalb Wochen spielfrei. Am 30. März spekuliert das Sindelfinger Trainerteam dann beim SC Freiburg auf die ersten Punkte in diesem Jahr.

VfL Sindelfingen:
Holder, Münz, Blöchl, Vorbeck, Rall, Grimm (66. Brösamle), Hezel, Böhringer (87. Ballach), Loipersberger (59. Knupfer), Schmid, Borowski.
Tore: 0:1 (10.) Pohlers, 0:2 (18.) Pohlers, 0:3 (42.) Keßler, 0:4 (44.) Damnjanovic, 0:5 (53.) Wagner, 0:6 (75.) Wagner, 0:7 (88.) Müller (88.).
Schiedsrichterin: Katrin Rafalski (Bad Zwesten).
Zuschauer: 174.

Presse | Fußball (Frauen) | 20.03.2014

19 Gegentore in vier Tagen

1. Frauen-Bundesliga: VfL Sindelfingen – VfL Wolfsburg 0:7 (0:4)

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Nach der 0:12-Niederlage am Wochenende gegen Turbine Potsdam, setzte es für die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Sindelfingen am Mittwoch vor 170 Zuschauern eine 0:7-Heimschlappe gegen Triple-Sieger VfL Wolfsburg.

 

Sindelfingens Trainer Saban Uzun, der von August 2011 bis März 2012 ein Praktikum in der Medien-Abteilung der Wolfsburger absolviert hatte, war trotz der deutlichen Niederlage gegen seinen Ex-Klub einigermaßen zufrieden: „Das war eine deutliche Steigerung gegenüber dem Spiel in Potsdam. Wir haben als Kollektiv gut dagegen gehalten.“

 

Die Hoffnung des VfL Sindelfingen, dass der VfL Wolfsburg den Tabellenletzten möglicherweise unterschätzen würde, zerstreute Trainer Ralf Kellermann schon vor dem Anpfiff. Für alle, die in Sindelfingen auflaufen werden, darf und wird die Champions League keinerlei Rolle spielen. Letzte Saison war es unsere ganz große Stärke, uns immer nur auf den nächsten Gegner zu konzentrieren. Diese Einstellung behalten wir bei“, so der Coach des Triple-Siegers 2013. Nationalspielerin Lena Goeßling fehlte gestern Nachmittag im Floschenstadion. Kellermann: „Lena leidet an einer Infektion und bekommt Antibiotika.“

Ohne Goeßling musste der VfL Wolfsburg erst einmal zwei Schrecksekunden überstehen. Erst steuerte Maximiliane Rall allein aufs Wolfsburger Tor zu, doch ihr Schuss war zu harmlos für Torfrau Merle Frohms. Dann mussten die Gäste nach einem Gewühl im Strafraum sogar einen Ball von der Torlinie kratzen.

 

Nach neun Minuten waren es trotzdem die Gäste, die den ersten Treffer erzielten. Conny Pohlers eröffnete mit ihrem Treffer den Torreigen. Die dreifache Bundesliga-Torschützenkönigin erhöhte mit ihrem zweiten Treffer in der 18. Minute für das klar favorisierte Team aus Niedersachsen auf 2:0. Nadine Keßler (41. Minute) und Jovana Damnjanovic (44.) erhöhten zum 0:4-Halbzeitstand. Nach der Pause war es die eingewechselte Selina Wagner, die mit zwei Treffern in der 52. und 74. Minute auf 6:0 für die Wolfsburgerinnen erhöhte. Den Schlusspunkt besorgte die ebenfalls eingewechselte Martina Müller mit dem 0:7 in der 87. Minute.

VfL Sindelfingen:
Holder, Münz, Vorbeck, Rall, Blöchl, Grimm (66. Minute Brösamle), Hezel, Böhringer (86. Minute Ballach), Loipersberger (58. Minute Knupfer), Schmid, Borowski

VfL Wolfsburg:
Frohms, Faißt (77. Minute M. Müller), Wensing, Henning, Maritz, Keßler (46. Minute Wagner), Magull, Hartmann, Blässe, Damnjanovic, Pohlers

Presse | Fußball (Frauen) | 17.03.2014

VfL Sindelfingen zahlt in Potsdam wieder Lehrgeld

1. Frauen-Bundesliga: Schlusslicht kassiert 0:12-Niederlage

Von Sandra Funk

So hatte sich Saban Uzun, Teamchef der Sindelfinger Bundesliga-Fußballerinnen, das Wochenende bestimmt nicht vorgestellt. Natürlich hatte der 26-Jährige mit einer hohen Niederlage in Potsdam gerechnet. Wie sich der abgeschlagene Tabellenletzte jedoch bei den Turbinen präsentierte, wollte ihm ganz und gar nicht gefallen. "Da müssen wir uns hinterfragen", schüttelte er nach der 0:12 (0:5)-Niederlage am Sonntagmittag den Kopf.

Defensiv kompakt stehen, lautete beim VfL die Devise an diesem Spieltag, und zu Beginn der Partie vor knapp 1400 Zuschauern im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion schien das auch ganz gut zu funktionieren. Erwartungsgemäß hatte Turbine den Vorwärtsgang eingelegt und glänzte mit einigen schönen Ballstafetten. Doch stets war die vielbeinige Sindelfinger Abwehr noch dran. So dauerte es bis zur 20. Minute, bis der Favorit durch ein Tor von Pauline Bremer in Führung ging. Kaum zwei Minuten später mussten einige schon zweimal hinsehen, als Steffi Grimm Maximiliane Rall auf die Reise schickte, die zum 1:1 traf. Doch die Schiedsrichterin entschied auf Abseits, das Tor zählte nicht. "Natürlich wäre es nicht spielentscheidend gewesen, wenn der Treffer gezählt hätte, aber für die Moral der Mädels hätte es ganz bestimmt einen Unterschied gemacht", war Uzum mit der Entscheidung der Unparteiischen ganz und gar nicht einverstanden. So lagen die Gastgeberinnen also weiterhin in Front und bauten diese Führung in der restlichen ersten Halbzeit durch Tore von Genoveva Anonma (28./39.) sowie Asano Nagasato (31./33.) noch auf 5:0 auf. "An drei der Treffer sind wir einfach ganz klar selbst schuld", war Saban Uzun der Respekt einfach zu groß, den seine Spielerinnen vor den Profi-Fußballerinnen an den Tag gelegt hatten. "Wir wollten uns auf die Grundtugenden konzentrieren und diese auch umsetzen. Leider hat das überhaupt nicht geklappt", war Uzun angefressen.

Entsprechend fiel auch seine Kabinenansprache aus. Im zweiten Durchgang sollte seine Mannschaft vor allem die taktische Ordnung behalten und das Ergebnis einigermaßen in Grenzen halten. "Aber auch das hat nicht funktioniert", musste Uzun mitansehen, wie die Potsdamerinnen einen Angriff nach dem anderen starteten und die Sindelfingerinnen mehr und mehr unter Druck gerieten. "Sicherlich haben sich einige Spielerinnen gewehrt, aber das Maximum habe ich noch nicht gesehen", sagte der 26-Jährige, der nach dem 6:0 durch Anonma, den beiden Treffern von Julia Simic zum zwischenzeitlichen 8:0 umstellte und mit zwei Fünferketten spielen ließ.

Nur zwei Tage Zeit bis zum nächstenSpiel am Mittwoch gegen Wolfsburg

Die Sindelfinger Kapitänin Simone Holder gab zwischen den Pfosten ihr Bestes und glänzte mit Paraden im Minutentakt. Doch auch sie konnte die weiteren Gegentreffer nicht verhindern. Vor allem Genoveva Anonma nutzte die Partie im Zusammenspiel mit der ebenfalls noch erfolgreichen Natasa Andonova, um ihr persönliches Torekonto aufzustocken. Das 12:0 für Turbine Potsdam war am Ende aus Uzuns Augen selbst in dieser Höhe verdient. "Auch aus diesem Spiel müssen wir wieder unsere Lehren ziehen", war der Teamchef hinterher dennoch reichlich enttäuscht. "Ich würde von der Mannschaft ja nicht mehr erwarten, wenn ich nicht wüsste, dass sie es besser kann", erklärte der 26-Jährige, dem am Mittwoch um 15.30 Uhr mit dem VfL Wolfsburg gleich der nächste dicke Brocken ins Haus steht.

Aufgrund der kurzen Zeit zwischen den beiden Spielen wird es an diesem Montag lediglich eine regenerative Einheit geben, am Dienstag ist sogar komplett trainingsfrei.

VfL Sindelfingen:
Holder, Münz, Wörner, Vorbeck, Knupfer, Rall, Grimm (64. Brösamle), Hezel, Moraitou (54. Enoch), Schmid, Borowski (77. Ballach).
Tore: 1:0 (20.) Bremer, 2:0 (28.) Anonma, 3:0 (31.) Nagasato, 4:0 (33.) Nagasato, 5:0 (39.) Anonma, 6:0 (47.) Anonma, 7:0 (58.) Simic, 8:0 (60.) Simic, 9:0 (62.) Anonma, 10:0 (77.) Andonova, 11:0 (83.) Anonma, 12:0 (86.) Anonma.
Schiedsrichterin: Angelika Söder (Schwarzenbruck).
Zuschauer: 1380.

Presse | Fußball (Frauen) | 17.03.2014

Bittere 90 Minuten für Holder

1. Frauen-Bundesliga: Turbine Potsdam – Sindelfingen 12:0

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Das war deutlich: Die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Sindelfingen verlieren bei Turbine Potsdam mit 0:12. Und am Mittwoch kommt der Deutsche Meister VfL Wolfsburg ins Floschenstadion.

 

0:12? Da war doch was. Am 2. November des vergangenen Jahres verlor der VfL Sindelfingen beim FFC Frankfurt mit dem gleichen Ergebnis. Einziger Unterschied: Damals war die Mannschaft drei Stunden später zu Hause, gestern wartete dagegen eine neunstündige Busfahrt auf die Spielerinnen und Trainer Saban Uzun.

 

Vor allem für VfL-Torhüterin Simone Holder war das keine Vergnügungsfahrt. Schließlich musste sie in den 90 Minuten zuvor im Karl-Liebknecht-Stadion zwölf Mal den Ball aus dem Netz holen. Allein sechs Treffer gingen dabei auf das Konto von Potsdams Genoveva Anomna. Den Auftakt machte allerdings Pauline Bremer mit ihrem Führungstor in der 20. Minute. Danach ging es Schlag auf Schlag. Genoveva Anomna und Asona Nagasato (je 2) schraubten das Ergebnis noch vor der Pause auf 5:0.

In der zweiten Halbzeit nahm das Unheil aus Sindelfinger Sicht dann vollends seinen Lauf. In der 47. Minute erhöhte Anomna auf 6:0 und mit einem Doppelschlag schraubte Julia Simic das Ergebnis auf 8:0 (58. und 60. Minute). Doch die Turbine lief auch in der Folgezeit auf Hochtouren: Natasa Andonova und Genova Anomna (3) sorgten noch für ein 12:0.

 

VfL Sindelfingen:
Holder, Münz, Vorbeck, Wörner, Rall, Grimm (64. Minute Brösamle), Hezel, Moraitou (54. Minute Enoch), Schmid, , Borowski (77. Minute Ballach), Knupfer.

Presse | Fußball (Frauen) | 10.03.2014

Pflichtaufgabe im Abstiegskampf gelöst - 4:1

Souverän lösten die B-Juniorinnen des VfL Sindelfingen ihre Pflichtaufgabe in der Fußball-Bundesliga gegen Schlusslicht TSV Tettnang. Durch den 4:1-Erfolg haben sie das Abstiegsgespenst vertrieben und können entspannt in die vierwöchige WM-Pause gehen.

Von Beginn an nahmen die Gastgeberinnen das Heft in die Hand. Nach knapp zehn Minuten ergab sich die erste hochkarätige Möglichkeit. Isabel Schlipf schickte Gina Rilling auf die Reise, diese passte in den Strafraum, wo Anna Schmid bereitstand. Ihren Schuss konnte die Tettnanger Torfrau gerade noch um den Pfosten lenken. In der 13. Minute folgte bereits die nächste Großchance für die Heimmannschaft. Einen Traumpass von Athanasia Moraitou konnte Selina Martens freistehend nicht verwerten. Meike Bessners Schuss strich kurz darauf knapp über den Querbalken. Nach einem Bessner-Eckball war es wieder Schmid, die den Klärungsversuch der Tettnanger Hintermannschaft an den rechten Torpfosten schlenzte (21.). Dafür gingen die Gäste wie aus heiterem Himmel in Führung. Ein Fernschuss landete unglücklich im Tor von Saskia Frensch (25.). Der Gegentreffer sorgte für einen Knacks im Sindelfinger Spiel, so dass man die Halbzeit nutzte, um sich neu zu sortieren.

Nach der Pause merkte man der VfL-Mannschaft an, dass sie das Ergebnis schnell korrigieren möchte. Es dauerte gerade einmal sechs Minuten, bis man zum hochverdienten Ausgleich kam. Isabel Schlipfs Hereingabe senkte sich unhaltbar zum 1:1 ins Netz. Völlig aufgedreht kreierte Sindelfingen jetzt weitere Torchancen und setzte sich dazu in der Hälfte der Tettnangerinnen fest. Belohnt wurde dies bereits fünf Minuten später. Auf der rechten Seite entschied Rilling ein Laufduell für sich und bediente mustergültig die einschussbereite Selina Martens, die keinerlei Mühe hatte, den Führungstreffer zu markieren. In der 63. Minute die Vorentscheidung: Zunächst scheiterte Martens noch an der Torhüterin, den Abpraller nahm Moraitou gedankenschnell auf und konnte nur noch durch ein Foul gestoppt werden. Den fälligen Strafstoß verwandelte sie selbst. Den Schlusspunkt zum 4:1 setzte wiederum Martens per Abstauber mit ihrem achten Saisontor.

Beeindruckt zeigte sich das Trainergespann Heiko Bemsel und Marcus Hübner von der Moral der Mannschaft, die nach dem unglücklichen Rückstand Charakter zeigte und das Spiel in souveräner Art und Weise nach Hause brachte. Das nächste Bundesliga-Spiel findet erst wieder am 5. April statt. Dann wartet ein echter Härtetest auf den VfL Sindelfingen, Gastgeber wird ab 14 Uhr der SC Freiburg sein.

VfL Sindelfingen:
Frensch, Kronmüller (76. Hildebrand), Schlipf, Herrmann, Brösamle (66. Kraft), Schmid (76. Handschuh), Moraitou, Bessner, Rinderknecht, Rilling, Martens (72. Ullrich).

Presse | Fußball (Frauen) | 03.03.2014

Die Kondition macht den Unterschied - 0:5

1. Frauen-Fußball-Bundesliga: VfL Sindelfingen unterliegt gegen die TSG 1899 Hoffenheim - Am Ende geht immer mehr die Kraft aus

"Das Ergebnis ist bitter, fünf Tore schlechter waren wir sicher nicht", befand Cheftrainer Alexander Schick nach der Niederlage des VfL Sindelfingen gegen die TSG 1899 Hoffenheim in der Frauenfußball-Bundesliga. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Auch in der Tabelle. Dort steht nach dem 0:5 gegen den bisher Vorletzten weiterhin ein Punkt notiert.

Von Michael Schwartz

"Wir sehen die Sache perspektivisch und nutzen diese Spiele zur Weiterentwicklung", blickt Teamchef Saban Uzun jedoch gar nicht so sehr auf den in ganz weite Ferne gerückten Klassenerhalt. "Wir sammeln Erfahrungen, nehmen die Spielminuten mit. Auch wenn die Rückschläge wehtun, werden wir wieder aufstehen."

Nach dem zweiten Heimspiel nacheinander zeichnet sich ein deutliches Bild ab, was die größte Schwachstelle der jungen Sindelfingerinnen ist: die Kraft. Denn die reicht maximal für eine Halbzeit. Nach Wiederanpfiff ist der Gegner dann deutlich überlegen. Beim 0:3 gegen Duisburg ging es ein bisschen länger gut, weil da der kleinere Kunstrasen hinter dem Glaspalast der Heimmannschaft entgegenkam. Dieses Mal ging es wieder ins Floschenstadion. "Allein von der Platzgröße her ist es auf dem Kunstrasen kompakter", räumte Saban Uzun ein. "Und dann ist das Spiel gegen den Ball auf dem tiefen Rasen im Floschenstadion natürlich sehr kräftezehrend." Als Ausrede wollte er das aber keinesfalls gelten lassen. Vielmehr als Erkenntnis, an der er und sein Kollege Alexander Schick in den nächsten Einheiten arbeiten müssen. So wie auch an den aussichtsreichen Standards, die über die gesamten 90 Minuten verpufften. Wenn Freistöße und Ecken gefährlicher wären, vielleicht hätte der VfL Sindelfingen ein paar mehr Tore als zwei auf der Habenseite.

Das gilt auch für die Finalisierung der Offensivaktionen aus dem Spiel heraus. Von denen gab es vor allem in der ersten Viertelstunde einige. Das Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff funktionierte hervorragend, vor allem über links, wo Carina Enoch viele Freiheiten genoss. Nur am so oft zitierten letzten Pass haperte es bei allen. Entweder war dieser zu ungenau, oder die potenzielle Abnehmerin hatte einen falschen Laufweg eingeschlagen. In der 16. Minute funktionierten diese beiden Aspekte. Torhüterin Simone Holder leitete mit einem weiten Abschlag den Konter ein, und Steffi Grimm flankte maßgenau in die Mitte. Der folgende Kopfball von Maximiliane Rall brachte Hoffenheims Keeperin Kristina Kober allerdings nicht ins Schwitzen. Dafür musste sie nach einer halben Stunde hellwach sein, als Nicole Loipersberger nach feinem Solo Rall einen Tick zu weit in die Gasse schickte. "Wir haben Hoffenheim durch unser schnelles Umschaltspiel vor Probleme gestellt. Wenn da ein Tor fällt, sieht das Spiel vielleicht ganz anders aus", haderte Alexander Schick ein bisschen.

Das 0:1 erzielt ausgerechneteine ehemalige Sindelfingerin

Je weiter die Uhr voranschritt, desto größer wurde das optische Übergewicht der Gäste. Was in der Offensive die stärkste Waffe des Heimteams war, entwickelte sich defensiv zur Achillesferse. Weil Carina Enoch viel vorne wirbelte, war hinten links Bianca Uhl häufiger überfordert. Es hatte sich also abgezeichnet, dass über diese Flanke das 0:1 fällt. Mana Iwabuchi - überragende Spielerin auf dem Platz - setzte sich zu einfach gegen Enoch durch, in der Mitte konnte ihre Hereingabe niemand richtig klären, und Fabienne Dongus gelang das 0:1 (40.). Nach genau diesem Schema war schon fünf Zeigerumdrehungen zuvor ein Angriff abgelaufen, aber da konnte Simone Holder noch per Reflex retten.

Die zweite Halbzeit war eine klare Angelegenheit, Gegentore für die Gastgeberinnen nur eine Frage der Zeit und Häufigkeit. Katharina Kiel vergab zwei Kopfballchancen (46./52.), Martina Mosers Abschluss verdiente das Prädikat "kläglich" (55.), und die eingewechselte Leonie Keilbach hätte sich in der Torjägerliste mindestens auf Platz vier ballern können (70./76./77./89.). Zweimal netzte Hoffenheims Nummer 15 aber doch ein. Das 0:2 entstand, weil der VfL trotz mehrerer Versuche einen Freistoß nicht klären konnte (65.), das 0:5 servierte Iwabuchi mustergültig ohne überhaupt hinzuschauen (88.). Zwischendrin hatte die Japanerin ihre Leistung mit einem eigenen Tor gekrönt (78.), und Martina Moser durfte auch mal (79.). Die Luft bei Sindelfingen war merklich raus. "Kämpferisch kann man der Mannschaft aber nix absprechen", legte Hoffenheims Coach Jürgen Ehrmann ein gutes Wort für den Gegner ein. "Es ist nicht einfach, wenn man jede Woche auf die Mütze kriegt. Ich wünsche der Mannschaft, dass sie die Geduld nicht verliert."

VfL Sindelfingen:
Holder, Münz, Loipersberger (80. Böhringer), Wörner, Rall, Hezel, Grimm (50. Borowski), Schmid, Uhl (57. Moraitu), Vorbeck, Enoch.
Tore: 0:1 (40.) F. Dongus, 0:2 (65.) Keilbach, 0:3 (78.) Iwabuchi, 0:4 (79.) Moser, 0:5 (88.) Keilbach.
Schiedsrichterin: Söder (Ochenbruck).
Zuschauer: 250

Presse | Fußball (Frauen) | 03.03.2014

Es war komisch, in die falsche Kabine zu laufen

Das Interview mit Tamar und Fabienne Dongus über ihr Gastspiel

Von Michael Schwartz

Vor dieser Saison wechselten die Zwillinge Tamar und Fabienne Dongus (19) gemeinsam vom VfL Sindelfingen zur TSG 1899 Hoffenheim. Die KRZ hat sich mit den Bundesliga-Fußballerinnen aus Hoffenheim nach ihrem ersten Gastspiel im Floschenstadion unterhalten.

Das war nach Eurem Wechsel zur TSG Hoffenheim Euer erstes Spiel in Sindelfingen. Wie war's für Euch?

Fabienne Dongus: Es ist ein schönes Gefühl, wieder hier zu sein. Den Geruch und das alles wieder zu erleben. Es war nur komisch, in der falschen Kabine und beim Aufwärmen auf der falschen Seite vom Platz zu sein. (lacht)

Tamar Dongus: Es war echt mal wieder schön, von zu Hause in Deckenpfronn aus zu einem Spiel zu fahren und wirklich ein Erlebnis, in die ,falsche' Kabine zu laufen. Auf dem Weg hierher waren wir ganz sentimental. (lacht)

Tamar, Du bist heute nicht zum Einsatz gekommen. Warum?

Tamar Dongus: Ich hab' vor einer Woche gegen Jena glaube ich nicht gerade mein bestes Spiel abgeliefert. Das war das erste Spiel, in dem ich nicht zum Einsatz kam, wenn ich fit war. Gegen Frankfurt hab' ich zwar auch nicht gespielt, war davor aber auch verletzt.

Bist Du enttäuscht?

Tamar Dongus: Ich kann damit leben. Ich werd' mich jetzt nicht in die Kabine setzen und heulen. (lacht) Unser Kader ist sehr ausgeglichen besetzt, die anderen haben es auch verdient zu spielen. Ich genieße es trotzdem sehr, wieder hier in Sindelfingen zu sein.

Fabienne, Du hast das erste Tor gegen deinen Ex-Verein geschossen.

Fabienne Dongus: Ich hab' erst ein bisschen gejubelt und dann gemerkt ,oh scheiße'. Wegen der Tabellensituation in Hoffenheim war ich aber ein bisschen angespannt, und deshalb kam das raus.

Geht es für Euch jetzt gleich wieder zurück nach Hoffenheim?

Fabienne Dongus: Tamar hat frei, ich hab' beim Studium auch Pause, deshalb können wir noch ein bisschen hier bleiben. Wir machen heute einen gemütlichen Abend bei Julia Schneider, zu der wir noch am meisten Kontakt haben. Am Montagabend ist dann wieder Training.

Verfolgt Ihr noch, wie der VfL spielt?

Fabienne Dongus: Ja, es ist halt ein Stück Heimat und Kindheit. Das sind alles schöne Erinnerungen. Ich hab' mich voll gefreut, dass Sindelfingen ein Unentschieden gegen Bayern geschafft hat.

Aber der Wechsel nach Hoffenheim war die richtige Entscheidung?

Fabienne Dongus: Ja, auf jeden Fall. Es macht Spaß in dieser Mannschaft, und es ist auch alles professioneller. Jeden Tag ist der Physio da, wenn man verletzt ist, kriegt man sofort einen Arzttermin. Und es gibt dort Sachen, die hab' ich noch nie gesehen (lacht) - ein Wärmebecken zum Beispiel.

Presse | Fußball (Frauen) | 02.03.2014

Heimpleite im Kellerduell

Sindelfinger Bundesliga-Fußballerinnen verlieren 0:5 gegen Hoffenheim

Edip Zvizdic

Eine Halbzeit lang genügte das Spiel des VfL Sindelfingen im Duell mit der TSG 1899 Hoffenheim höheren Ansprüchen. Nach der Pause war das Kellerduell der 1. Bundesliga aber eine äußerst einseitige Angelegenheit. Die Gäste aus Hoffenheim entführten zum Rückrundenauftakt mit einem verdienten 5:0-Erfolg die Punkte aus dem Floschenstadion.

Der Hoffnungsschimmer, mit einem Sieg im Kellerduell den Abstand auf die Nichtabstiegszone zu verringern und damit einen direkten Konkurrenten in Reichweite zu halten, ist aus Sicht des VfL Sindelfingen deutlich verpufft. Mit nunmehr zehn Punkten Rückstand auf Tabellenplatz zehn ist der Klassenerhalt für die Sindelfinger nur noch reine Utopie. Für Saban Uzun und Alexander Schick stellt die 0:5-Niederlage gegen die TSG 1899 Hoffenheim aber keinen Beinbruch dar. "Auch wenn Rückschläge wehtun, helfen sie uns weiter", war sich das Trainerduo des VfL Sindelfingen nach dem Spiel einig. "Die Tabelle interessiert uns nicht, wir schauen perspektivisch. Für unsere Spielerinnen geht es darum, Erfahrungen zu sammeln."

Dass diese Erfahrungen immer wieder herbe Niederlagen mit sich bringen, davon durften sich am gestrigen Sonntagnachmittag knapp 250 Zuschauer im Sindelfinger Floschenstadion ein Bild machen. Der VfL agierte dabei gar nicht schlecht und bot vor allem in der ersten halben Stunde dem Gegner mutig und konsequent die Stirn. Doch mit nachlassender Kraft mangelte es den Sindelfinger Spielerinnen an der nötigen Konzentration, was die Gäste im zweiten Spielabschnitt gnadenlos ausnutzten.

Fabienne Dongus erzielt das 1:0

Bitter aus Sicht der Gastgeberinnen war dabei das 0:1 in der 40. Minute. Die japanische Nationalspielerin Mana Iwabuchi, die sich bis dahin wie ihre Teamkolleginnen die Zähne ausgebissen hatte an der von Selin Münz glänzend dirigierten VfL-Abwehr, vernaschte Carina Enoch und Bianca Uhl und legte der Ex-Sindelfingerin Fabienne Dongus den Führungstreffer auf. Pia Schmid versuchte zwar noch zu klären, allerdings hatte der Ball schon die Torlinie überschritten. Hoffenheims Coach Jürgen Ehrmann war erleichtert: "Dieser Treffer hat unserem Spiel sehr gut getan, denn wir hatten in zwei, drei Szenen viel Glück, dass der VfL nicht in Führung gegangen ist." Diesen wenigen Tormöglichkeiten  die beste vergab Maximiliane Rall in der 16. Minute  trauerte auch das Sindelfinger Trainerduo nach: "Wir haben schnell umgeschaltet, einige gute Konter gesetzt, aber leider nicht das Tor erzielt."

Nach dem Seitenwechsel konnte der VfL nicht mehr an die Leistung aus dem ersten Durchgang anknüpfen. Hoffenheim kam im Minutentakt zu guten Torchancen. Bis zur 65. Minute hielt das VfL-Bollwerk um Torhüterin Simone Holder dem Ansturm stand. Der Treffer der eingewechselten Leonie Keilbach zum 2:0 war jedoch gleichbedeutend mit der Vorentscheidung. Danach versuchte Sindelfingen nur noch das Unheil vom eigenen Tor wegzuhalten, was aber nur bedingt gelang. Vor allem gegen Mana Iwabuchi fand die VfL-Abwehr gar kein Mittel. Mit einem feinen Chip über die herauseilende Simone Holder besorgte die Edeltechnikerin der TSG in der 78. Minute das 3:0.

Eine Minute später erhöhte Martina Moser auf 4:0. Den Treffer zum 5:0-Auswärtssieg erzielte in der 89. Minute schließlich Leonie Keilbach. "Letztlich hat die individuelle Klasse der TSG den Ausschlag gegeben", so Saban Uzun und Alexander Schick. "Die Niederlage ist vollauf verdient, aber wir waren keine fünf Tore schlechter."

VfL Sindelfingen: Holder, Schmid, Münz, Vorbeck, Uhl (57. Minute Moraitou), Grimm (50. Minute Borowski), Hezel, Loipersberger (79. Minute Böhringer), Enoch, Wörner, Rall

TSG 1899 Hoffenheim: Kober, Fühner, Demann, Giehl, Pankratz (46. Minute Kiel), Breitner, Christine Schneider, Stoller, Moser (81. Minute Betz), Fabienne Dongus (62. Minute Keilbach), Iwabuchi

Presse | Fußball (Frauen) | 24.02.2014

Mit nur einem Schritt ist das Ziel nicht erreicht

1. Frauen-Bundesliga: VfL Sindelfingen unterliegt 0:3 gegen den MSV Duisburg - Stürmerin Sofia Nati trifft gleich dreimal

Saban Uzun sprach hinterher von einem erreichten Etappenziel. "Auch wenn man gerne mit einem Schritt am Ziel wäre, ist das alles ein langer Prozess", so der Trainer des VfL Sindelfingen in der 1. Fußball-Bundesliga der Frauen. Positiv überrascht sei er vom 0:3 gegen den MSV Duisburg nicht gewesen: "Das sind Sachen, an denen wir gearbeitet haben."

Von Michael Schwartz

Zu Beginn sah das defensiv richtig gut aus, was die Sindelfingerinnen fabrizierten. Die zwei Viererketten hinten standen dicht beieinander und nahmen Duisburg den Raum zum Kombinieren. Die Stürmerinnen Maximiliane Rall und Sandra Borowski liefen fleißig die Räume zu und ließen dem MSV keinen Platz für den Spielaufbau. Dass es in dieser Phase schon 0:1 stand, war einfach Pech. Denn einen Geniestreich wie den Sonntagsschuss vom Strafraumeck in den langen Winkel (5.) fabriziert Sofia Nati sicherlich nicht jeden Tag.

Angesichts des wenig inspirierten Auftritts seiner Frauen entfuhr Duisburgs Trainer Sven Kahlert dann auch ein deftiger Kommentar: "Ihr kickt `nen Scheiß zusammen." Was jedoch wiederum auch am aufmerksamen VfL lag. "Das Problem am Ballgewinnspiel ist aber, dass es Kraft kostet", analysierte Co-Trainer Alexander Schick. "Wenn man diese Meter macht, braucht man auch ab und an mal wieder fünf Minuten, um sich zu sammeln." Ziel müsse es deshalb sein, zu lernen, wann man draufgeht und wann man sich zurückzieht. "Wir können nicht 90 Minuten lang pressen."

Genauer gesagt langte die Kondition für dieses aufwändige Abwehrverhalten etwa eine halbe Stunde lang. Mit der Kraft ließ auch die Konzentration nach. Das nutzte Duisburg. Jennifer Oster traf den Pfosten, Vanessa Wahlen schoss in die Arme von Simone Holder, und Nicole Loipersberger - die in ihrer neuen Rolle in der Mittelfeldzentrale deutlich besser zur Entfaltung kommt als in der Spitze - unterlief beim Klärungsversuch fast ein Eigentor. Nach 37 Minuten klingelte es dann aber doch wieder hinter Simone Holder. Die Torhüterin grätschte gegen Sofia Nati, der die Kugel aber wieder genau vor die Füße sprang - 0:2. Das hatte sich abgezeichnet.

"In der zweiten Halbzeit haben wir den Schalter aber noch einmal umgelegt", befand Saban Uzun. "Die Moral hat mir gefallen." Wobei es kurz nach Wiederanpfiff nur dem Duisburger Unvermögen zu verdanken war, dass kein weiterer Gegentreffer für den VfL zu verzeichnen war. Nati schlug eine Hohle, die dahinter blankstehende Kristina Sundov ballerte aus acht Metern drüber. In der 55. Minute war es aber doch passiert. Simone Holder griff bei einer Hereingabe von Jennifer Oster ins Leere, und Sofia Nati bewies, dass sie auch die Einfachen versenken kann.

Trotz dieses Fauxpas sorgte die Keeperin bei weiteren hochkarätigen Chancen dafür, dass der Sahnetag der MSV-Nummer 11 nicht noch eine Kirsche als Verzierung obendrauf bekam. Zwei Paraden in der Schlussphase gestalteten die Verhältnisse in dem kleinen Privatduell etwas freundlicher. Duisburgs Schlussfrau Stina Lykke Petersen verlebte hingegen einen geruhsamen Nachmittag. Wenn sie doch mal eingreifen musste, dann war es, um ein als Schuss getarntes Rugelbällchen aufzunehmen (Natalie Hezel, 62.) oder einen zu zentralen Freistoß zu fangen (Nicole Loipersberger, 84.). Der eingewechselten Carina Enoch war es zu verdanken, dass Petersen zumindest einmal ihre Aerodynamik beim Flug durch den Strafraum unter Beweis stellen konnte (79.).

Saban Uzun: "Wir müssen uns vor absolut niemandem verstecken."

"Die Cleverness hat in ein, zwei Aktionen noch gefehlt", konstatierte Saban Uzun, "aber wir müssen uns vor absolut niemandem verstecken." Er hatte in den 90 Minuten zuvor "ein anderes Gesicht" seiner Mannschaft gesehen. Die Leistung gegen die Ruhrpott-Kickerinnen gibt in Ansätzen auf jeden Fall Anlass zum positiven Denken.

VfL Sindelfingen:
Holder, Borowski (75. Enoch), Münz, Blöchl, Loipersberger, Wörner, Rall Hezel (82. Stecinsky), Grimm (57. Brösamle), Schmid, Vorbeck.
Tore: 0:1 (5.) Nati, 0:2 (37.) Nati, 0:3 (55.) Nati.
Schiedsrichterin: Hussein.
Zuschauer: 200.

Presse | Fußball (Frauen) | 24.02.2014

Uzun und Schick bitten um Geduld

1. Frauen-Bundesliga: VfL Sindelfingen - MSV Duisburg 0:3 (0:2)

Von Edip Zvizdi§

Im Spiel eins nach der Ära Niko Koutroubis haben sich die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Sindelfingen achtbar aus der Affäre gezogen. Zwar unterlag die Mannschaft des neuen Trainergespanns Saban Uzun und Alexander Schick dem MSV Duisburg mit 0:3 (0:2), war dem Tabellenachten aber über weite Strecken ebenbürtig.

Man durfte sich im Vorfeld der ersten Pflichtpartie im Kalenderjahr 2014 durchaus ernsthafte Sorgen machen um den VfL Sindelfingen. Nicht nur dass sich die Lage der Sindelfinger Fußballerinnen als abgeschlagener Tabellenletzter in der 1. Bundesliga ehedem schon aussichtslos gestaltete. Auch die Testspiele gaben nicht unbedingt Anlass dazu, dass der VfL in der Rückrunde das Feld von hinten aufrollen würde. Doch all die Sorgen und Zweifel stellten sich als unbegründet dar. Zwar setzte es für den VfL Sindelfingen zum Hinrundenabschluss gegen den MSV Duisburg mit 0:3 die zehnte Niederlage im elften Saisonspiel, dennoch konnte sich der Auftritt der Mannschaft von Saban Uzun und Alexander Schick auf dem Kunstrasen hinter dem Glaspalast sehen lassen.

Das Spiel hätte aus Sicht des VfL vielleicht noch einen viel positiveren Verlauf nehmen können, hätte eine Flanke von Sofia Nati vom Strafraumeck in der fünften Minute nicht im Torwinkel eingeschlagen. Der frühe 0:1-Rückstand brachte die Sindelfingerinnen aber nicht aus der Bahn. Saban Uzun und Alexander Schick mahnten immer wieder an, die „Ordnung zu halten“, was die junge VfL-Garde auch klaglos umsetzte. „Wir wollten Duisburg in Etappen überraschen“, erklärte Saban Uzun das Zusammenspiel von Pressing und Erholungsphasen. „Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen.“

Vor allem die Rücknahme von Nicole Loipersberger in die Mittelfeldzentrale erwies sich als äußerst stabilisierend für das Sindelfinger Spiel. Immer wieder unterband die gelernte Stürmerin mit klugem Stellungsspiel die Angriffe des MSV. Gute Noten verdiente sich auch die ebenfalls gelernte Stürmerin Pia Schmid, die auf der rechten Abwehrseite nichts anbrennen ließ.

Durch mutiges Draufgehen schaffte es der VfL, das Aufbauspiel der Gäste zu stören, musste seinem laufintensiven Spiel aber nach knapp einer halben Stunde Tribut zollen. Die Gäste nutzten die erste kleine Schwächephase der Gastgeberinnen prompt zum 2:0. Erneut war Sofia Nati die Torschützin. Und die Nummer elf der Zebras machte ihren Hattrick an diesem Tag mit dem 3:0 in der 55.�€�Minute perfekt. Simone Holder machte bei beiden Treffern keine gute Figur.

Die VfL-Torhüterin wusste sich in der verbliebenen Zeit aber noch einige Male auszuzeichnen, sodass die verdiente Niederlage nicht noch höher ausfiel. Das Auftreten des jungen Teams gefiel dem Trainerduo trotzdem. „Moral und Einstellung waren super“, konstatierte Alexander Schick. Saban Uzun fügte hinzu: „Wir brauchen noch Geduld. Man wünscht sich zwar immer mit einem Schritt am Ziel, aber der Prozess hat erst begonnen. Im nächsten Spiel wird es wieder etwas besser aussehen.“

VfL Sindelfingen:
Holder, Schmid, Münz, Vorbeck, Blöchl, Grimm (57. Minute Brösamle), Loipersberger, Hezel (82. Minute Stecinsky), Wörner, Borowski (75. Minute Enoch), Rall

MSV Duisburg:
Petersen, Sundov, Pozerska, Weichelt, Himmighofen (81. Minute Shibata), Jacome Silva, Barbara Müller, Oster, Nati, Wahlen (57. Minute Schenk), Tarczynska (77. Minute Ramos Luis)

Zuschauer: 200.

Presse | Fußball (Frauen) | 20.02.2014

Wir sind immernoch in der Findungsphase

Interview mit Saban UzunDass es nicht einfach werden würde, eine Frauenmannschaft zu übernehmen, die in der ganzen Runde noch kein Fußballspiel gewonnen hat, war Saban Uzun von Anfang an klar. Doch dem 26-Jährigen geht es gar nicht darum, mit dem VfL Sindelfingen auf Biegen und Brechen in der 1. Bundesliga zu bleiben. Vielmehr soll ein neues Konzept her.

Fünf Testspiele haben die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Sindelfingen in der Vorbereitung absolviert. Gegen die beiden Oberligisten FV Faurndau und TB Neckarhausen gab es immerhin zwei deutliche 6:0- und 9:1-Siege. Doch gegen die Zweitligisten SV Weinsberg (2:3), SV Blau Weiß Hohen Neudorf (0:1) sowie die B-Junioren der JSG Hengstett (0:1) setzte es Niederlagen.

Im KRZ-Interview spricht Saban Uzun über seine Eindrücke und Einschätzungen für die am Sonntag (14 Uhr) im Floschenstadion mit dem Heimspiel gegen den MSV Duisburg beginnende Rückrunde.

Herr Uzun, was haben Sie in ihrer kurzen Zeit in Sindelfingen schon alles geändert?

Wir haben sehr viel auf dem Platz im spielerischen Bereich gearbeitet, teilweise die Trainingsinhalte ein bisschen verändert. Wir sind aber immer noch in der Findungsphase und wollen uns besser kennenlernen. Zudem hatten wir ein paar Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft im Training dabei, um den internen Konkurrenzdruck ein bisschen zu erhöhen. Sonst haben wir nicht groß was verändert, aber das wird sicherlich mit der Zeit noch kommen.

Merken Sie in Ihrer täglichen Arbeit, dass die finanzielle Lage beim VfL schwierig ist?

Als ich hierher gekommen bin, stand nie zur Debatte, dass wir auf dem Transfermarkt zuschlagen. Das Finanzielle war nie ein Thema, und es stand schnell fest, dass wir die zweite Mannschaft mehr einbeziehen. Ich kannte die Voraussetzungen.

Gibt es angesichts der schweren sportlichen Lage Pläne für die 2. Liga?

Wir planen schon für die kommende Saison, aber unabhängig davon, ob wir dann in der 1. oder 2. Bundesliga spielen. Die ganze Situation wird mehr Aussagekraft haben, wenn ein paar Spiele in der Rückrunde absolviert sind. Doch wenn ich nicht an den Klassenerhalt glauben würde, dann wäre ich der Falsche. Denn ich kann von meinen Spielerinnen nicht etwas erwarten, was ich selbst nicht vorlebe. Die Tabelle ist so wie sie ist, und wir dürfen nicht blauäugig sein. Aber wir glauben an unsere Chance und geben die Hoffnung erst auf, wenn der Klassenerhalt rechnerisch nicht mehr möglich ist. Aber selbst dann kann immer noch was passieren, das hat die letzte Saison mit der Insolvenz von Bad Neuenahr ja gezeigt.

Was wissen Sie über den kommenden Gegner MSV Duisburg?

Wir konzentrieren uns in erster Linie auf uns selbst, haben aber auch unsere Hausaufgaben gemacht. Der Gegner hat sich in der Winterpause aus einer schwierigen Situation befreit, hat drei Zu- und zwei Abgänge. Deshalb können wir auch nur bedingt Videomaterial aus der Hinrunde für eine Analyse verwenden. Duisburg hatte am Wochenende aber schon ein Spiel gegen Leverkusen, hat da auch gewonnen. Die Analyse ist aber noch nicht abgeschlossen, wir werden den Spielerinnen die Ergebnisse am Freitag oder Samstag vorstellen.

Wie sieht es beim VfL Sindelfingen personell vor dem Rückrundenstart aus?

Wer im Kader steht und wer nicht, entscheiden wir erst Ende der Woche. Aber zwei Verletzte haben wir definitiv. Julia Schneider hatte nach dem Hallenturnier in Magdeburg Schmerzen, das hat sich jetzt als Kahnbeinbruch herausgestellt. Sie fällt erstmal sechs Wochen aus, und danach müssen wir schauen, wann sie wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Anja Selensky schleppt immer noch eine Verletzung aus der Hinrunde mit sich herum. Aber bei ihr hoffen wir auf eine baldigere Rückkehr. Wenn die Reha weiter so gut vorangeht, ist sie in spätestens zwei, drei Wochen wieder dabei.

Presse | Fußball (Frauen) | 28.01.2014

Locker bleiben - auch wenn es weh tut

Sindelfingens 25-jährige Torfrau Simone Holder kassierte im Schnitt mehr als fünf Gegentore pro Spiel und hofft auf den neuen Trainer Saban Uzun
Oliver Zimmermann

Simone Holder ist nicht zu beneiden. Die 25-jährige Spielführerin des VfL Sindelfingen steht beim mit Abstand jüngsten Team der Frauenfußball-Bundesliga im Tor. In der Vorrunde kassierten die Blau-Weißen im Schnitt mehr als fünf Tore pro Spiel.

Ihre Vorderleute sind vielfach acht bis neun Jahre jünger als sie selbst und könnten noch als U17 durchgehen. Und das schlägt sich in der laufenden Spielzeit geradezu zwangsläufig in teilweise deutlichen Niederlagen nieder. Mit nur einem Punkt aus zehn Spielen und 2:54-Toren rangieren die VfL-Frauen derzeit abgeschlagen am Tabellenende. Das rettende Ufer ist bereits acht Punkte entfernt.

Doch von der ausweglos erscheinenden Lage lässt sich Holder nicht beeindrucken: "Uns war von vornherein klar, dass wir mit den großen Teams nicht mithalten können. Die Stimmung ist bei uns daher recht entspannt. Wir versuchen, das Beste aus unserer Situation zu machen."

Hoffnungen setzt sie in diesem Zusammenhang auch auf ihren neuen Trainer Saban Uzun, der seit Januar im Amt ist: "Er ist jung, er bringt sehr viel Dynamik rein und er ist bei der Mannschaft angekommen." Mit ihm an der Seitenlinie geht es in der Rückrunde in den Kampf um den Klassenerhalt, denn die Hoffnung stirbt zuletzt: "Man weiß nie, was passiert. Daran glauben müssen wir immer. Gerade wir älteren Führungsspielerinnen müssen immer optimistisch bleiben und die Jüngeren mitreißen."

Zumindest einen Achtungserfolg verbuchten die VfL-Frauen kurz vor dem Jahresende. Dem haushohen Favoriten FC Bayern München trotzte das junge Team im vergangenen November im heimischen Floschenstadion ein 1:1-Unentschieden ab. Darauf lässt sich aufbauen.

Dass Holder überhaupt noch beim VfL Sindelfingen zwischen den Pfosten steht, liegt unterdessen an der Insolvenz des SC 07 Bad Neuenahr. Denn eigentlich wollte die 1,79 Meter große Reutlingerin den Verein im zurückliegenden Sommer verlassen.

Lieber Hallenturnier als Waldlauf

Doch nachdem der Abstieg durch den Rückzug der Kurstädterinnen nachträglich abgewendet werden konnte, hing sie eine weitere Spielzeit dran. "Es kam zu Gesprächen mit dem Vorstand und mit Mitspielerinnen, die mich letzten Endes dazu bewegt haben, weiterzumachen."

Dabei ist Holder hauptberuflich als operationstechnische Assistentin in einer Herzchirurgie eingespannt. "Das ist ein Fulltime-Job. Sehr anstrengend", sagt sie knapp. Trotzdem nimmt sie sich die Zeit, viermal in der Woche mit ihren Teamkolleginnen zu trainieren. Auch ein Studium ist irgendwann geplant. Doch damit hat es bisher noch nicht geklappt.

Die Atmosphäre in Sindelfingen bezeichnet sie als familiär, auch wenn sie sich ein bisschen professionellere Bedingungen durchaus wünschen würde. So steht beispielsweise noch nicht ganz fest, ab wann die VfL-Frauen wieder regelmäßig auf einem ordentlichen Fußballplatz trainieren können: "Es gibt viele andere Teams, die Anspruch haben auf den Platz. Wir sind auf Breitensport ausgelegt und stehen da als Bundesliga leider nicht im Vordergrund."

Dass in den letzten Wochen ein paar Hallenturniere auf dem Vorbereitungsprogramm standen, hat für Holder daher einen positiven Nebeneffekt: "Besser als Waldläufe oder auf einem Parkplatz zu trainieren."

Doch auch hier ist die Torhüterin zuversichtlich, dass schon bald wieder ordnungsgemäß trainiert werden kann. Dann auch hoffentlich mit einer kerngesunden Holder. In zahlreiche Hinrundenspiele ging die 25-malige Erstliga-Keeperin nämlich mit einer schmerzhaften Fußverletzung. Ihre Präsenz war einfach unverzichtbar.

"Subjektiv betrachtet kann man schon sagen, dass das fahrlässig war. Bei unserer Situation blieb mir aber fast nichts anderes übrig, als nicht ganz fit in die Spiele zu gehen." Ist sie denn jetzt wenigstens wieder fit? "Ja!", sagt Holder, "nahezu."

Info

Ihr erstes Pflichtspiel im Jahr 2014 bestreiten die VfL-Frauen am Sonntag, 23. Februar, um 14 Uhr in Sindelfingen gegen den MSV Duisburg.

Presse | Fußball (Frauen) | 09.01.2014

Neue Spielphilosophie bei VfL-Fußballerinnen

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Seit anderthalb Wochen ist Saban Uzun Chefcoach der Sindelfinger Bundesliga-Fußballerinnen. Am Wochenende wartet mit dem DFB-Hallenpokal in Magdeburg nun die erste Bewährungsprobe auf den 26-Jährigen und seine neue Mannschaft.

Die SZ/BZ hat sich mit dem neuen Trainer der Sindelfinger Bundesliga-Fußballerinnen über den Hallenpokal und seine Spielphilosophie unterhalten.

Wie ist der erste Eindruck von Ihrem Team?
Saban Uzun: „absolut positiv. Die Mädels wollen etwas dazulernen. Das habe ich sofort gemerkt.“

Wie wichtig war der Turniersieg in Heidenheim beim gegenseitigen Kennenlernen?
Saban Uzun: „Als Bundesligist waren wir natürlich von Beginn an favorisiert. Doch der Turniersieg war letztlich nur ein Nebenprodukt. Wichtig war, dass die Spielerinnen die Aufgaben, die ich ihnen gestellt habe, auch umgesetzt haben. Die Spielpausen habe ich zu vielen Einzelgesprächen genutzt. Letztlich ist der Turniersieg aber auch wichtig für die Moral der Mannschaft.“

Welchen Stellenwert hat der DFB-Hallenpokal in Magdeburg am Wochenende?
Saban Uzun: „Die Veranstaltung ist ein riesiges Highlight für alle Mannschaften. Für uns ist es die Gelegenheit, uns an den zwei Turniertagen besser kennenzulernen. Außerdem freue ich mich auf den Vergleich mit den anderen Bundesligateams.“

Auf was kommt es in der Halle an?
Saban Uzun: „Auf diesem engen Spielfeld muss man sehr schnell umschalten. Bei Ballverlust oder Ballgewinn darf man die Ordnung nicht verlieren.“

Wie schneidet der VfL Sindelfingen in Magdeburg ab?
Saban Uzun: „Das ist für mich nebensächlich. Die Spielerinnen sollen einfach Spaß haben. Wir wollen frech und mutig auftreten. Was dabei rauskommt, werden wir am Sonntagabend wissen.“

Haben Sie den Bundesliga-Klassenerhalt schon abgehakt?

Wir wollen nur nach vorne schauen

Saban Uzun: „Mit diesem Thema habe ich mich noch gar nicht beschäftigt. Die Tabelle sieht so aus, wie sie ist. Wir wollen nur noch nach vorne schauen.“

Wie sieht das neue, einheitliche Konzept des VfL Sindelfingen aus?
Saban Uzun: „Wir wollen einen einheitlichen Fußball von der ersten Mannschaft bis hinunter zu den Jüngsten spielen. Der Ball soll bei uns künftig im Vordergrund stehen.“

Ihr Vorgänger Niko Koutroubis hat seine Aufstellung oft vom Gegner abhängig gemacht. Wie halten Sie es?
Saban Uzun: „Meine Mannschaft steht im Vordergrund, dennoch ist es wichtig, dass wir die Stärken und Schwächen unseres jeweiligen Gegners am Spieltag kennen und dementsprechend auch davon abhängig mutiger agieren können. Wir wollen unsere Spielphilosophie durchsetzen.“

Presse | Fußball (Frauen) | 03.01.2014

Die jüngste Mannschaft hat jetzt auch den jüngsten Coach

Tabellenschlusslicht VfL Sindelfingen präsentiert mit Saban Uzun den Nachfolger für Niko Koutroubis - Neue sportliche Ausrichtung geplant

Die Frauenfußball-Abteilung des VfL Sindelfingen zieht ihr Konzept durch: Mit dem neuen Trainer Saban Uzun, der als Nachfolger für den mit sofortiger Wirkung freigestellten Niko Koutroubis am Donnerstagmittag offiziell vorgestellt wurde, hat die jüngste Mannschaft der Bundesliga nun auch den jüngsten Trainer.

Von Sandra Funk

Die Stimmung ist entspannt auf der Pressekonferenz im Floschenstadion. Vor allem Frauenfußball-Abteilungsleiterin Martina Schmid ist erleichtert, dass die vergangenen Monate vorbei sind. "Wir mussten eine Entscheidung treffen, die uns wahrlich nicht leicht gefallen ist", erklärt die Holzgerlingerin. "Wir wollen uns verändern, das haben wir im letzten halben Jahr gemerkt und vorbereitet", so Schmid weiter. Und mit Niko Koutroubis als Cheftrainer sowie dessen Co-Trainer Mustafa Cakal sei dies nicht möglich gewesen. Deshalb weht nun ein neuer Wind beim Tabellenschlusslicht, und der kommt ziemlich geballt aus nordöstlicher Richtung - aus Stuttgart. Denn neben Saban Uzun, der zuletzt als Trainer bei der Fußballschule des VfB Stuttgart tätig war und beim Bundesligisten auch seine Bachelorarbeit geschrieben hat, wurden bei der Pressekonferenz noch zwei weitere Personalien bekanntgegeben. Zum einen gibt es nun die Position des Sportlichen Leiters, die Lars Heiliger übernimmt. Der 36-Jährige, der seit Oktober gemeinsam mit Uzun die Oberliga-Mannschaft der U17-Juniorinnen trainierte, ist bei der VfB-Fußballschule fest angestellt. Und die kennt auch das dritte neue Gesicht ganz gut: Heiko Bemsel, ehemals Spieler bei den Stuttgarter Kickers und zuletzt dort Jugendtrainer, war auch er schon beim VfB als Trainer tätig. Der 34-Jährige übernimmt die Bundesliga-B-Juniorinnen, die bislang ebenfalls von Niko Koutroubis trainiert wurden.

Dass alle drei Akteure mit Stuttgarter Vereinen verbandelt sind, war jedoch keine Absicht, wie Martina Schmid versichert. Auch das gerade entstandene kleine Kooperations-Pflänzchen zwischen VfL und VfB habe damit nichts zu tun. "Es gab ein Sondierungsgespräch, mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich hoffe es folgen noch mehr", so die Abteilungsleiterin kurz angebunden. Passend sind die Personalentscheidungen dennoch, denn mit der Eliteschule des Sports, bei der, in Kooperation mit dem Stuttgarter Schickhardt-Gymnasium, die Trainingseinheiten von Lars Heiliger geleitet werden, hat die neue Philosophie bereits Einzug gehalten.

Einstand am Samstag beim Hallenturnier in Heidenheim

"Wir wollen den Jugendbereich für Trainer und Spielerinnen durchlässiger machen, offensiven und attraktiven Fußball zeigen und viel mehr als in der Vergangenheit den Fokus auf die Persönlichkeitsbildung legen", erklärt der neue Sportliche Leiter. Mittelfristig möchte er auch die zweite Mannschaft umbauen und mit dem bisherigen Trainer Bernd Vollmer als U20-Team ins Rennen schicken. "Wir sehen das als Unterbau für die Bundesliga und wollen den Spielerinnen ein Extrajahr geben", so Heiliger.

Hauptfigur bei der Pressekonferenz ist jedoch Saban Uzun, der freundlich lächelnd um keine Antwort verlegen ist. "Ich sehe das als große Herausforderung an und bedanke mich für das Vertrauen", erklärt er. Dabei tritt der 26-jährige Brainkinetik-Trainer seine erste Stelle bei einer Frauenmannschaft an. Ob das ein Problem sein könnte? "Männer reagieren sicher in vielen Situationen anders. Ich muss künftig vielleicht ein bisschen mehr aufpassen, wie ich etwas sage. Aber ich freue mich auf die Aufgabe und brenne darauf, mit der Arbeit loszulegen", betont der Stuttgarter, der sich mit dem Thema Klassenerhalt noch gar nicht auseinandergesetzt hat. "Wir wollen hier einen Fußball entwickeln, für den der VfL Sindelfingen steht. Die Rückrunde kommt da gerade recht. Es gibt keinen Druck. Wenn wir dann noch den einen oder anderen Punkt holen, ist gut", sagt Uzun, der einen 18-Monats-Vertrag unterschrieben hat - auch für die 2. Bundesliga -, und sich nun in Vollzeit auf die neue Aufgabe stürzt.

Das eine oder andere Spiel hat der gebürtige Tübinger vom Sindelfinger Team bereits von der Zuschauertribüne aus gesehen. Persönlich ist er den Spielerinnen, bei denen die Entlassung von Niko Koutroubis recht unterschiedlich aufgenommen wurde, erst gestern am frühen Abend vorgestellt worden. Zeit zum Kennenlernen haben Trainer und Mannschaft aber bereits an diesem Wochenende, denn am Samstag geht es zum internationalen Frauenfußballturnier in die Karl-Rau-Halle nach Heidenheim. Auf Kunstrasen trifft der VfL auf Teams wie Fortuna Köln, VfL Bochum, FC Augsburg, die TSG Hoffenheim, auf eine Mannschaft aus Zürich und einige Klubs aus der Region. "Dort werde ich mir dann ein Bild verschaffen und vor allem die Spielerinnen besser kennenlernen", hofft Uzun auf einen erfolgreichen Einstand, ehe es am Wochenende drauf bereits ernst wird mit dem DFB-Hallenpokal in Magdeburg. Offizieller Trainingsstart ist am 14. Januar, das erste Spiel des neuen Jahres steht am 23. Februar gegen die Duisburgerinnen an, die seit 2014 nicht mehr als FCR, sondern nach dessen Insolvenz unter dem MSV Duisburg ins Rennen gehen. Dann kann der jüngste Trainer der Bundesliga zeigen, was er kann.

Presse | Fußball (Frauen) | 03.01.2014

VfL-Fußballerinnen stellen Cheftrainer Saban Uzun vor

Sindelfingen stellt Cheftrainer Saban Uzun, den Sportlichen Leiter Lars Heiliger und B-Juniorinnen-Coach Heiko Bemsel vor

Von Daniel Krauter

Die Verantwortlichen von Frauenfußball-Bundesligist VfL Sindelfingen drücken aufs Tempo: Drei Tage nachdem Niko Koutroubis freigestellt wurde, hat sich gestern der neue Cheftrainer Saban Uzun offiziell vorgestellt. Neuer Sportlicher Leiter ist Lars Heiliger. Heiko Bemsel übernimmt die Verantwortung für die B1-Juniorinnen.

Niko Koutroubis und sein Co-Trainer Mustafa Cakal haben gerade erst ihren Spind geräumt, da steht auch schon der neue Cheftrainer bei Frauenfußball-Bundesligist VfL Sindelfingen parat. Der 26-jährige Saban Uzun wurde gestern offiziell vorgestellt. Gemeinsam mit dem neuen Sportlichen Leiter, Lars Heiliger, möchte der gebürtige Tübinger den Fokus auf die Entwicklung der jungen Spielerinnen legen.

Martina Schmid, Leiterin Frauen- und Mädchenfußball beim VfL Sindelfingen, vergaß nicht, auf die Verdienste von Niko Koutroubis, der bisher nicht zu einer Stellungnahme erreichbar war, zurückzublicken. „Wir danken Niko Koutroubis für die geleistete Arbeit. Er hat den VfL Sindelfingen zweimal in die Bundesliga geführt. Diese Erfolge werden immer eng mit seinem Namen verbunden sein.“ Dennoch knirschte es schon länger im Gebälk. „Wir wollen uns verändern. Diesen Weg wollte Niko Koutroubis so nicht mitgehen. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, die Neuausrichtung mit einem neuen Trainer zu realisieren.“ Und der neue Cheftrainer freut sich auf die Aufgabe mit den Sindelfinger Bundesliga-Frauen: „Es ist eine große Herausforderung für mich, die eine große Chance bietet. Ich brenne darauf, endlich mit der Mannschaft loszulegen. Was in der Vergangenheit war, interessiert mich nicht. Niko Koutroubis hat hier gute Arbeit geleistet, ich werde aber einige neue Wege gehen.“

Der studierte Sportwissenschaftler verfügt trotz seines jungen Alters bereits über einige Erfahrung im Trainerbereich. So betreute er die U15- und U19-Junioren des TuS Ergenzingen, war Techniktrainer im Nachwuchsleistungszentrum des VfB Stuttgart für die U10- bis U13-Junioren sowie Co-Trainer der VfB U11-Junioren und Trainer an der VfB-Fußballschule. Zudem zeichnete er beim Württembergischen Fußball-Verband als Referent und Trainer verantwortlich. Beim VfL Wolfsburg hospitierte der 26-Jährige im Männer- und Frauenfußball.

Der neue Sportliche Leiter, Lars Heiliger, soll Saban Uzun unterstützen. „Wir wollen ein einheitliches Konzept für alle Mannschaften und damit den Mädchen- und Frauenfußball beim VfL Sindelfingen auf ein breiteres Fundament stellen. Eine einheitliche Spielphilosophie soll dafür sorgen, den Sprung von der Jugend in den Aktivenbereich zu vereinfachen. Neben der fußballerischen Ausbildung der Spielerinnen soll der Fokus auch auf die Persönlichkeitsbildung gelegt werden“, sagte Lars Heiliger. Akzeptanzprobleme aufgrund seines jugendlichen Alters erwartet Saban Uzun nicht: „Jetzt hat das jüngste Bundesligateam den jüngsten Trainer. Das passt doch ideal zusammen.“

Der Cheftrainer wird sich auf die Arbeit mit dem Frauen-Bundesligateam konzentrieren. Für die B1-Juniorinnen, die ebenfalls in der Eliteklasse spielen, wurde mit Holger Bemsel ein Nachfolger für Niko Koutroubis gefunden. Der 34-jährige Ludwigsburger will dabei in engem Austausch mit Saban Uzun und Lars Heiliger stehen. „Ich habe sofort Blut geleckt für diese reizvolle Aufgabe. Nun freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit den Mädels und darauf, den Mädchenfußball beim VfL Sindelfingen weiter nach vorne zu bringen.

Presse | Fußball (Frauen) | 31.12.2013

VfL Sindelfingen trennt sich von Koutroubis

Cheftrainer mit sofortiger Wirkung freigestellt - Nachfolger ist Saban Uzun

Was für eine Nachricht kurz vor dem Jahreswechsel: Die Frauenfußball-Abteilung des VfL Sindelfingen hat sich mit sofortiger Wirkung von ihrem Cheftrainer Niko Koutroubis getrennt. Nicht nur für die Bundesliga-Fußballerinnen im Frauen- und B-Jugend-Bereich war das ein Schock, auch Koutroubis selbst hatte wohl nichts geahnt. "Es hat ihn schon sehr überrascht", glaubt Abteilungsleiterin Martina Schmid, die sich die Entscheidung gemeinsam mit den Vorstandskollegen nicht einfach gemacht hat. "Er hat hier wirklich gute Arbeit geleistet", findet Schmid lobende Worte über den 44-Jährigen. Dennoch gehen beide in Zukunft getrennte Wege.

Zu den Gründen hielt sich Martina Schmid ein wenig bedeckt, sprach vor allem das Konzept an, mit dem sie und der Vorstand die Abteilung in Zukunft besser aufstellen und vor allem besser strukturieren wollen. "Und es hat sich eben herausgestellt, dass er diesen Weg mit uns nicht mitgehen möchte", so Schmid. Vieles deutet aber auch darauf hin, dass das Vertrauensverhältnis im abgelaufenen Jahr schwer gelitten hat, und auch deshalb keine weitere Zusammenarbeit mehr möglich war. Bereits vor Weihnachten wurde Koutroubis darüber informiert, dass sein Vertrag, der zum 30. Juni 2014 ausläuft, nicht verlängert werden soll. Gestern teilten Martina Schmid und ihre Stellvertreterin Heike Hofmann ihm dann mit, dass er mit sofortiger Wirkung freigestellt wird. Auch die Mannschaft erfuhr diese Neuigkeit gestern.

Fast sechs Jahre lang stand Niko Koutroubis beim VfL Sindelfingen an der Seitenlinie. Mit ihm ist die Frauenmannschaft zweimal in die Bundesliga aufgestiegen, zuerst 2005, nach seiner Rückkehr in der Folgesaison dann noch einmal 2012. Eigentlich war die Mannschaft gleich wieder abgestiegen, doch der Rückzug des SC 07 Bad Neuenahr wegen Insolvenz hatte den Verbleib in der laufenden Bundesliga-Saison möglich gemacht.

Laut Pressemitteilung, die der Verein gestern veröffentlichte, soll zukünftig der Fokus noch mehr als bisher auf der Jugendarbeit und der persönlichen Entwicklung der Spielerinnen liegen. Dabei soll die altersgerechte Ausbildung der Nachwuchs-Fußballerinnen im Vordergrund stehen. "Wir wollen den gesamten Bereich Jugend- und Frauenfußball breiter aufstellen und die Position des sportlichen Leiters soll mehr Gewicht bekommen", erklärt Schmid. Ziel ist eine höhere Durchlässigkeit in allen Mannschaften. Die neue Philosophie soll unter Berücksichtigung geplanter wirtschaftlicher Veränderungen konsequent umgesetzt werden. Einen Nachfolger für Niko Koutroubis gibt es bereits: Der 26-Jährige Saban Uzun, der bislang die zweiten U17-Juniorinnen des Vereins betreut hat und davor als Jugendtrainer im Nachwuchsleistungszentrum des VfB Stuttgart tätig war, übernimmt. Im Rahmen einer Pressekonferenz am Donnerstag wird er offiziell vorgestellt. Da Koutroubis auch die Bundesliga-B-Juniorinnen trainiert hat, muss die Abteilung auch für diese Position einen Nachfolger suchen. "Wir sind mit einem Kandidaten im Gespräch und es sieht ganz gut aus", will Martina Schmid noch nicht mehr verraten.

Presse | Fußball (Frauen) | 31.12.2013

VfL trennt sich von Cheftrainer Niko Koutroubis

Die Sindelfinger Bundesliga-Frauen und Cheftrainer Niko Koutroubis beenden die Zusammenarbeit / Der 26-jährige Saban Uzun übernimmt die Nachfolge

Von Christian Böhm

Frauenfußball-Bundesligist VfL Sindelfingen hat sich gestern mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Niko Koutroubis getrennt. Als Nachfolger hat der Verein Saban Uzun verpflichtet, der zuvor die zweiten U17-Juniorinnen der Sindelfinger betreut hat.

Eine Ära geht zu Ende: Der VfL Sindelfingen hat sich mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Niko Koutroubis getrennt, dessen zum 30. Juni 2014 auslaufender Vertrag nicht verlängert werden sollte. Co-Trainer Mustafa Cakal wurde ebenfalls von seinen Aufgaben entbunden. Als neuen Cheftrainer hat der VfL Sindelfingen Saban Uzun verpflichtet. Der 26-Jährige hatte bislang die zweiten U17-Juniorinnen des Vereins betreut und war davor als Jugendtrainer im Nachwuchsleistungszentrum des VfB Stuttgart tätig. Nach fast sechsjähriger Tätigkeit sind unterschiedliche Vorstellungen bezüglich der perspektivischen Ausrichtung im Jugend- und Frauenbereich des VfL Sindelfingen die Gründe für die vorzeitige Trennung von Cheftrainer Niko Koutroubis und dessen Assistenten Mustafa Cakal.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber sind gemeinsam zu der Überzeugung gekommen, etwas verändern zu wollen. Mein persönlicher Dank gilt Niko Koutroubis, der den VfL Sindelfingen in die 1. Bundesliga geführt hat. Dieser Erfolg wird immer eng mit seinem Namen verbunden sein. Wir wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute“, sagt Martina Schmid, Leiterin Frauen- und Mädchenfußball beim VfL Sindelfingen.

Mit Niko Koutroubis ist die Frauenmannschaft des VfL Sindelfingen zweimal in die Bundesliga aufgestiegen (2005 und 2012). Durch den Rückzug des SC 07 Bad Neuenahr (Insolvenz) war der Verbleib in der laufenden Bundesliga-Saison erst möglich geworden.

Beim VfL Sindelfingen soll zukünftig der Fokus noch mehr als bisher auf der Jugendarbeit und der persönlichen Entwicklung der Spielerinnen liegen. Dabei soll die altersgerechte Ausbildung der Nachwuchs-Fußballerinnen im Vordergrund stehen. „Wir wollen den gesamten Bereich Jugend- und Frauenfußball breiter aufstellen und die Position des sportlichen Leiters soll mehr Gewicht bekommen“, erklärt Martina Schmid.

Das Ziel ist eine höhere Durchlässigkeit in allen Mannschaften. Die neue Philosophie soll unter Berücksichtigung geplanter, wirtschaftlicher Veränderungen konsequent umgesetzt werden. Diesen Weg soll der neue Cheftrainer Saban Uzun gehen. Auf den 26-Jährigen hält Martina Schmid große Stücke: „Er hat in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass er mit jungen Spielerinnen sehr gut arbeiten kann. Wir versprechen uns von ihm große Impulse.“ Am 4. Januar beim Hallenturnier in Heidenheim wird der 26-Jährige erstmals das Zepter der Sindelfinger Bundesliga-Frauen schwingen.

Am 23. Februar 2014 gegen den Tabellenneunten FCR Duisburg wird Saban Uzun das Schlusslicht aus Sindelfingen das erste Mal als verantwortlicher Cheftrainer in der Frauenfußball-Bundesliga betreuen. Bis dahin bleibt noch genügend Zeit, um seine junge Truppe auf die anstehenden Spiele vorzubereiten.

Presse | Fußball (Frauen) | 12.12.2013

VfL-Fußballerinnen: `Werden uns teurer verkaufen`

DasSportgespräch: Sindelfingens Trainer Niko Koutroubis glaubt an eine Leistungssteigerung seines Teams in der Bundesliga-Rückrunde / Klassenerhalt kein Thema

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Mit einer 0:8-Pleite bei Bayer Leverkusen verabschieden sich die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Sindelfingen in die Winterpause. „Wir wussten vor Saisonbeginn, dass wir einen sehr schweren Weg vor uns haben“, so VfL-Trainer Niko Koutroubis, der seit Montag wegen einer Grippe das Bett hüten muss.

Die SZ/BZ hat sich mit Niko Koutroubis über das vergangene halbe Jahr und die Zukunftsaussichten des VfL Sindelfingen unterhalten.

Hat Sie das 0:8 bei Bayer Leverkusen so umgehauen?

Niko Koutroubis: „Nein. Ich war schon vor dem Spiel in Leverkusen gesundheitlich angeschlagen. Unserer jungen Mannschaft fehlt einfach die Konstanz. Das ist wie bei eier Achterbahnfahrt. Beim 0:1 in Jena waren wir fast oben und jetzt in Leverkusen ganz unten.“

Ein Punkt aus zehn Spielen ist eine ernüchternde Ausbeute. Werden die jungen Spielerinnen verheizt?

Niko Koutroubis: „Das glaube ich nicht. Unser Spieltempo ist schon höher geworden. Die Spielerinnen werden aus dieser Runde gestärkt herauskommen.“

Wie schüttelt man so eine deftige Pleite aus den Kleidern. Müssen Sie Ihre jungen Spielerinnen in der Kabine trösten?

Niko Koutroubis: „Tränen gibt es da nicht, aber die Spielerinnen sind nach so einer Niederlage natürlich sehr niedergeschlagen. Wir wussten vor Saisonbeginn, dass wir einen sehr schweren Weg vor uns haben. Wir halten aber alle fest zusammen.“

Warum wird die zweite Saisonhälfte aus Sindelfinger Sicht besser als die erste?

Niko Koutroubis: „Die Spielerinnen haben sich schon ein bisschen an das höhere Spieltempo und die härtere Gangart in der Bundesliga gewöhnt. Wir werden uns daher in der Rückrunde teurer verkaufen.“

Ist das das bekannte Pfeifen im Wald oder ist dieser Optimismus berechtigt?

Niko Koutroubis: „Wir hatten in der Vorrunde Pech mit Verletzungen. Wenn unsere Leistungsträgerinnen Simone Holder, Nicole Loipersberger, Anja Selensky und Michelle Wörner fit durch die Vorbereitung kommen, können sich unsere jungen Spielerinnen an ihnen orientieren. Das wird man dann auch in unserem Spiel sehen.“

Wird die Mannschaft in der Winterpause verstärkt, oder lässt die finanzielle Situation keine Neuzugänge zu?

Niko Koutroubis: „Ich halte die Augen offen. In der Bundesliga sind alle Spielerinnen unter Vertrag. Vielleicht gibt es aber die ein oder andere, die unzufrieden ist und wechseln will. Diese Spielerin muss uns auf Anhieb weiterhelfen. Junge Talente haben wir ja schon mehr als genug.“

Simone Holder spielt eine starke Saison und ist sicherlich im Fokus des ein oder anderen Bundesligisten. Verlässt sie den VfL im Winter?

Simone Holder hat dem VfL viel zu verdanken

Niko Koutroubis: „Das glaube ich nicht. Simone verbindet sehr viel mit dem VfL Sindelfingen. Wir haben ihr viel zu verdanken und sie hat im Gegenzug aber auch dem Verein viel zu verdanken. Ich gehe fest davon aus, dass unsere Mädchen Charakter zeigen und die Saison hier auch zu Ende spielen wollen.“

Der FCR Duisburg ist in finanzieller Schieflage. Möglicherweise reicht am Ende der Saison erneut der vorletzte Tabellenplatz zum Klassenverbleib.

Niko Koutroubis: „Das geht in Duisburg doch schon über ein Jahr so. Im Sommer haben die Duisburgerinnen mit Stina Lykke Petersen eine dänische Nationalspielerin verpflichtet, obwohl sie genau wussten, dass sie sie nicht bezahlen können. Das kann ich nicht nachvollziehen. Nach dem Aus des Hamburger SV und des SC Bad Neuenahr wäre es für den Frauenfußball und die Bundesliga fatal, wenn jetzt auch noch ein dritter Verein von der Erstliga-Bühne verschwinden würde.“

Ist der Klassenerhalt bei sieben Punkten Rückstand auf Hoffenheim überhaupt noch zu schaffen?

Niko Koutroubis: „Man darf da nicht vergessen, dass sich die TSG Hoffenheim in der Winterpause sogar noch mit zwei bis drei Spielerinnen verstärken will. Mit dieser Mannschaft können wir uns nicht messen.“

Stört der Hallenpokal am 11. Januar in Magdeburg, an dem Sindelfingen als Bundesligist teilnehmen muss, nicht die Vorbereitung?

Niko Koutroubis: „Im Gegenteil. Die Spielerinnen freuen sich sogar darauf. Das ist für sie eine willkommene Abwechslung. Bei zwölf Minuten Spielzeit ist alles möglich. Da können die Kleinen dann auch mal die Großen besiegen.“

Gibt es im Frühjahr kein Fußballwunder, spielt der VfL ab Herbst 2014 in Liga zwei. Welche Rolle kann die Mannschaft dann im Unterhaus spielen?

Niko Koutroubis: „Der SC Sand und der 1. FC Köln liefern sich in dieser Zweitliga-Saison ein Duell um den Aufstieg. Mit der Mannschaft, die den Kürzeren zieht, kann Sindelfingen in der kommenden Runde mithalten. Allerdings nur, wenn unser Team nach dem Abstieg zusammenbleibt.“

Ihr Vertrag läuft im Sommer aus. Würde es Sie reizen, den VfL Sindelfingen zum dritten Mal in die Bundesliga zu führen?

Niko Koutroubis: „Es würde mich natürlich freuen, wenn es für mich nach dieser Saison in Sindelfingen weitergeht. Wichtiger als meine Person ist aber, dass der VfL 2014/2015 eine schlagkräftige Mannschaft in der 2. Bundesliga stellt.