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Informationen zum Sponsorenpool

Presse | Behindertensport | 04.04.2016

Neue Abteilungsleitung BSA

 

An der Jahreshauptversammlung der Behinderten- und Reha-Sport Abteilung am 1. April 2016 wurde ein neuer Abteilungsvorstand gewählt.

Nach zwei Jahren als stellvertretende und sechs Jahren als Abteilungsleiterin, stellte sich Ute Steinheber bei der Hauptversammlung 2016 nicht mehr zur Wahl für diesen Posten. Der aktive Rollstuhlsportler (Tischtennis) Martin Wintermantel wurde einstimmig neu ins Amt des Abteilungsvorsitzenden gewählt. Ute Steinheber wechselte auf das frei gewordene Amt der Schriftführerin, das sie von Dr. Petra Schad übernahm. Zur Wiederwahl als Kassier wurde Andreas Maurer bestätigt. Gudrun Högemann wurde, nach einjähriger kommissarischer Tätigkeit, als Spartenleiterin Tischtennis gewählt. Als Spartenleiterin Rehabilitationssport stellte sich Ute Steinheber wieder zur Wahl und wurde bestätigt. Uwe Herter wurde, in Abwesenheit, als Spartenleiter Bogenschießen gewählt. 

Die neue Abteilungsleitung im Bild v.l.n.r.: Andreas Maurer, Gudrun Högemann, Martin Wintermantel und Ute Steinheber. Uwe Herter war nicht anwesend.

Amtsübergabe an Martin Wintermantel.jpg 

Die neue Abteilungsleitung.jpg

Ute Steinheber mit Verdienstnadel in Bronze ausgezeichnet.jpg

Presse | Behindertensport | 04.04.2016

Dankeschön an Dr. Petra Schad

Der nicht mehr kandidierenden Schriftführerin Dr. Petra Schad wurde bei der Hauptversammlung am 1.4. von Ute Steinheber herzlich für ihre zuverlässige und mitgestaltende Arbeit gedankt.

Presse | Behindertensport | 04.04.2016

Auszeichnung für Gisela Klotz

Gisela Klotz, die bereits 2012 vom Hauptverein des VfL Sindelfingen mit der Verdienstnadel in GOLD geehrt wurde, verdient 2016 einen Sonderpreis für 50 Jahre Inklusion.

Seit 1966 ist die Geehrte im VfL Sindelfingen als Übungsleiterin tätig gewesen. Erst im Kinderturnen, dann in der Wassergymnastik für die Frauen der Kriegsversehrten. Neben der familiären Fürsorge für einen behinderten Ehemann und Schwiegervater, setzte sie sich bis heute in vorbildlicher und unermüdlicher Weise für „ihre" Behindertensportler ein. Schon lange vor der Schaffung des Begriffs „Inklusion“ lebte sie diese in Familie und Verein. Aus diesem Grund wird Frau Gisela Klotz am 11. Mai 2016 auf der Delegiertenversammlung des VfL Sindelfingen die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Presse | Behindertensport | 21.01.2016

„Nur wer sich kennt, kann sich ändern“

„Burn-out – Wie kann der Sport helfen?“ Diese Frage stellt und beantwortet Ute Steinheber. Im VfL Sindelfingen leitet die Althengstetterin die Abteilung Behinderten- und Rehabilitationssport des VfL Sindelfingen. Außerdem ist sie Vorstandsmitglied der Initiative Burn-out.

Mutter, Ehrenamt, Lehrerin und Leistungsschwimmen: Ute Steinheber weiß, wie sich Druck anfühlt. Nach 20 Jahren chronischer Erschöpfung und einer fortweg schmerzenden Wirbelsäule brach sie 2007 mit schweren Depressionen zusammen. Eine Operation im Vorfeld schaffte Erleichterung. Doch weitere Überlastung und Unverständnis im persönlichen Umfeld führten in Burn-out. Mutig begab sie sich auf den Weg heraus und veröffentlichte ihren Erfahrungsbericht unter dem Titel „Tarnkappe – Schmerz und Depression überwinden. Durchhalten mit Sport.“ Der 2010 verstorbene Tübinger Sportwissenschaftler Dr. Franz Begov begleitete sie und fügte wissenschaftliche Erklärungen bei. Heute Abend referiert sie über das Thema in der Sportwelt in Sindelfingen. Die SZ/BZ hat sich im Vorfeld mit der 59-Jährigen unterhalten.

Wie wichtig ist es, die Ursachen zu kennen, um Burn-out zu überwinden oder besser, ihn zu vermeiden?

Ute Steinheber: „Das ist sehr wichtig. Man muss wissen, welches Verhalten dazu geführt hat. Nur dann kann man bewusst an sein Schema ran gehen. Es ist logisch: Nur wer sich kennt, kann sich ändern.“

Irgendwann kommt der Punkt, an dem nichts mehr geht

Haben Sie diese Erfahrung selbst gemacht?

Ute Steinheber: „Ja. Nach meiner Operation erholte ich mich nur sehr langsam. Dann fand ich mich schnell wieder zurück auf der Leistungsschiene, und es kam zum Crash. Mutter, Beruf, Ehrenamt, Sport, Leistungssport, alles zusammen. Irgendwann kommt der Punkt, an dem nichts mehr geht.“

Wenn es soweit ist, ist es zu spät. Merkt man eigentlich schon vorher, dass man einen ganz schlechten Weg beschreitet?

Ute Steinheber: „Es gibt Anzeichen. Hoher Blutdruck zum Beispiel, Pulsrasen, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit. Das spürt man schon, aber man muss es auch wahrhaben wollen.“

Gibt es noch deutlichere Anzeichen?

Ute Steinheber: „Zum Beispiel, wenn man darauf angesprochen wird, man habe sich verändert, ziehe sich zurück, habe auffällig viel zu- oder abgenommen. Das kann der Partner oder der Kollege sein. Spätestens jetzt sollte man reagieren – auch wenn man es eigentlich nicht wahrhaben will.“

Wohin geht dann der erste Weg?

Ute Steinheber: „Erster Anlaufpartner ist der Hausarzt, der kennt einen am besten und kann entscheiden, ob eine dreiwöchige Kur oder Reha ausreicht, oder ob ein Psychiater und eine Fachklinik das Richtige sind. In leichteren Fällen reichen dann auch ein Besuch beim Psychologen oder Heilpraktiker und ein paar Gespräche in einem geschützten Raum. Gute Ansprechpartner sind auch ein Betriebsarzt oder ein Personalrat, wenn das Problem an den Arbeitsbedingungen liegt. Es ist vor allem wichtig, schnell zu reagieren.“

Haben Sie das auch getan?

Ute Steinheber: „Ich habe das zu spät gemacht. Und dann war ich von meinem Hausarzt auch noch schlecht beraten. Er hat mir gesagt, ich sei eine starke Persönlichkeit und schaffe das schon. Das war ein ganz großer Fehler. Ich hätte schon viel früher zurückrudern müssen.“

Haben sich die Ärzte geändert?

Ute Steinheber: „Heute sind sie viel sensibler und wissen, dass es sich um ein Massenphänomen handelt. Komisch, dass es trotzdem fast immer noch unter den Teppich gekehrt wird anstatt dazu zu stehen.“

Sie selbst haben Ihr Buch „Tarnkappe“ unter dem Pseudonym „Petra Levator“ geschrieben. Warum?

Ute Steinheber: „Aus Rücksicht auf meine Familie. Weil wir in einer damals schwierigen Zeit nicht soviel Persönliches preisgeben wollten. Petra Levator fand ich dabei gar nicht so schlecht. Petra steht für Stein, Levator für Heber.“

Sie schreiben darin ausführlich über die Mehrfachbelastung – und raten jetzt noch Sport drauf zu setzen.

Ute Steinheber: „Sport ist ein Kompensationsmittel, hilft, den Blutdruck und den Puls zu senken oder Adrenalin und Cortisol abzubauen.“

Sind alle Sportarten hilfreich?

Ute Steinheber: „Es sollte Ausdauersport sein. Radfahren, Schwimmen, Joggen oder Spazierengehen, da bekommt man frische Luft und den Kopf frei, der Körper ermüdet und man kann besser schlafen.“

Die Leistungsgesellschaft vernichtet immer mehr Leistungsträger

Gibt es auch Sportarten, die kontraproduktiv sind?

Ute Steinheber: „Wenn man sich psychisch überlastet fühlt, ist Leistungssport generell nicht gut. Denn dann kommen Leistungsdruck, Erwartungsdruck und Trainingsdruck hinzu. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.“

Gibt es eine Botschaft, die Sie auf jeden Fall loswerden wollen?

Ute Steinheber: „Man soll sich nicht so sehr unter Erwartungs- und Leistungsdruck setzen und sich mehr Zeit zum Leben und Genießen nehmen. Leider ist es heute so, dass junge Mütter möglichst schnell zurück in den Beruf sollen. So ist das Rollenverständnis, das immer häufiger und früher zu Erschöpfung und Depressionen führt. Und bei den Männern sieht es nicht besser aus. Die Leistungsgesellschaft vernichtet immer mehr Leistungsträger. Das ist eine Besorgnis erregende Entwicklung, der man gegensteuern muss.“

Info

Mehr zur Initiative Burn-out gibt es im Internet unter www.burnout-ibo.de. Der Vortrag „Burn-out – Wie kann der Sport helfen?“ beginnt am heutigen Donnerstag um 19Uhr in der Sportwelt am Sindelfinger Glaspalast. Der Unkostenbeitrag von fünf Euro ist vor Ort zu bezahlen, für Sportwelt-Mitglieder ist der Vortrag kostenlos. Unter dem Namen Petra Levator hat Ute Steinheber das Buch „Tarnkappe – Schmerz und Depression überwinden. Durchhalten mit Sport.“, veröffentlich 2010, erschienen im Knirsch Verlag. ISBN: 978-3-927091-84-9, siehe auch unter www.petra-levator.de

Nach schweren Jahren ist die ehemalige Leistungsschwimmerin Ute Steinheber wieder im Gleichgewicht. Heute Abend hält sie in der Sindelfinger Sportwelt einen Vortrag zum Thema „Burn-out – Wie kann der Sport helfen?“. Bild: z

Presse | Behindertensport | 16.09.2015

Para-Weltmeisterschaft in Donaueschingen

Vom 23. bis 30. August 2015 trafen sich 350 Sportler aus 50 Nationen bei der Para-Weltmeisterschaft in Donaueschingen. Von der BSA war Uwe Herter für das deutsche Team nominiert. Er startet in der Klasse W1, in der seit einem Jahr eine Leistungsexplosion stattfand. 28 Schützen waren am Start. Um so erfreulicher war für Uwe Herter der 4. Platz nach der Qualifikationsrunde. Leider schied er in der Elimination (ko-runde) im Viertelfinale gegen einen Italiener knapp aus. Da nach 15 Pfeilen die beiden noch ringgleich waren, musste ein Stechpfeil entscheiden, wer ins Halbfinale einzieht. Der Pfeil des Italieners landete etwas näher am Mittelpunkt als Uwes. Auf gut schwäbisch: Es hat „a Muggaseckele gfehlt", um am Finalschießen teilzunehmen. Der Italiener holte anschließend im kleinen Finale Bronze… Alles in allem belegt Uwe Herter einen hervorragenden 7. Platz und somit einen Quotenplatz für die Paralympics im nächsten Jahr in Rio. Herzlichen Glückwunsch!!

Presse | Behindertensport | 18.05.2015

Marcus Sieger pirscht sich an die Weltspitze heran

Sindelfinger Rollstuhlfahrer bei den Slowenien Open - Mannschaft Regionalliga-Dritte

Die Sindelfinger Rollstuhl-Tischtennisspieler waren zuletzt voll im Einsatz. So nahm Marcus Sieger als einer von 18 Deutschen unter dem Aidlinger Bundestrainer Volker Ziegler an den 12. Slowenien Open in Lasko teil, bekam dort jedoch Probleme wegen einer Handgelenksverletzung. Außerdem war das Starterfeld von der Besetzung her einer WM gleichzusetzen. Sieger erwischte bei der Auslosung wieder die beiden Top-10-Spieler der Weltrangliste, Andrea Borgato (Italien) und Jae Kwan Cho (Korea), zudem war noch der Amerikaner de Francesco in seine Gruppe. Da nur die beiden Erstplatzierten weiterkamen, schied Sieger nach Sieg über den Amerikaner und zwei Niederlagen knapp aus. Ärgerlich für den Sindelfinger, da ein Erfolg gegen den Koreaner und damit das Weiterkommen drin gewesen wäre.

Der darauffolgende Teamwettbewerb wurde im K.o.-System gespielt. Hier hatte Sieger gleich mehrere Handicaps: Zum einen konnte er nicht mit seinem erfahrenen Partner Holger Nikelis an den Start gehen, da dieser aus gesundheitlichen Gründen absagen musste. Somit spielte er mit dem Brasilianer Braga, der zudem noch Linkshänder ist. Diese Konstellation erfordert normalerweise entsprechendes Training. Zum anderen wurden die beiden den haushohen Favoriten aus England, Davis/Matthews, zugelost. Dennoch sollte dieses beginnende Einzel gegen den Weltranglistenersten Rob Davis sein bestes Spiel in diesem Turnier werden: Gleich im ersten Satz bahnte sich eine Überraschung an, denn dieser ging souverän an Sieger, Satz zwei an den Engländer, Satz drei mit 12:10 ebenfalls denkbar knapp an den Briten. In Satz vier verlor Sieger dann den Faden.

Das Einzel seines Partners Braga ging, wie auch das darauffolgende Doppel Braga/Sieger, an die Engländer, was das Aus bedeutete. Dennoch zog der Sindelfinger ein positives Fazit. Als frischgebackener deutscher Meister kommt er durch intensives Training mit Landestrainer Andy Escher am Stützpunkt in Stuttgart der Weltspitze immer näher.

Gudrun Högemann, Martin Wintermantel, Markus Korioth und Roland Lörcher waren indes in Frankfurt beim Regionalliga-Rückrundenkampf gegen Ludwigsburg sowie Frankfurt III und IV im Einsatz. Gleich im ersten Spiel gegen Ludwigsburg legten Wintermantel und Korioth den Grundstein zum 3:2-Erfolg, den Högemann/Lörcher im Doppel perfekt machten. Das Spiel gegen Frankfurt IV ging mit 3:0 deutlich an Sindelfingen. Ebenso deutlich fiel allerdings die Niederlage gegen die im ganzen Turnier ungeschlagene Mannschaft von Frankfurt III aus. In der Endabrechnung bedeutete dies Rang drei.

Presse | Behindertensport | 06.11.2014

Zwei Medaillen für Marcus Sieger

Beim Tischtennis-Weltranglistenturnier in Hyeres an der Cote d‘Azur konnte Marcus Sieger im Rollstuhl-Teamwettbewerb zusammen mit Partner Keller (Schweiz) Gold gewinnen. Zugleich gewann er noch die Bronzemedaille im Einzelwettbewerb. Nachdem Marcus Sieger in den beiden vergangenen Jahren bereits als Doppelspieler glänzte, arbeitet er sich nun auch Position um Position in der Weltrangliste nach oben. Weitere Erfolge für die BSA Sindelfingen erreichten die beiden Tischtennis-Spieler Martin Wintermantel mit Platz zwei und Markus Korioth auf Platz vier beim Deutschland-Pokalturnier im Tischtennis in Bad Blankenburg/Thüringen. Beide ließen dabei ebenfalls eine stark aufsteigende Tendenz erkennen.

Presse | Behindertensport | 01.10.2014

Marcus Sieger ist Vize-Weltmeister

Marcus Sieger ist Vize-Weltmeister

Der Denkinger Spitzenrollstuhlsportler hat das fast unmögliche tatsächlich geschafft und hat nun  in zwei  komplett verschiedenen olympischen / paralympischen Sportarten jeweils eine WM-Medaille gewonnen. In seiner damaligen Sportart (Curling) sicherte sich Marcus Sieger bereits 2009 schon den 3. Platz bei der Weltmeisterschaft in Vancouver Canada.
Bei den Tischtennis Weltmeisterschaften für Menschen mit Behinderung in Peking (China) vom 06.-14.09.2014 zeigte das gesamte deutsche Nationalteam eine beeindruckende Leistung. Das Team konnte die Medaillenausbeute von der WM 2010 in Korea von 4 Medaillen auf dieses mal sogar 8 Medaillen genau verdoppeln.

Wir waren nur einen einzigen Ball vom Weltmeister-Titel entfernt, das war Siegers (VFL  Sindelfingen) erste Reaktion nach der Niederlage gegen Korea in der Wettkampfklasse eins. Zusammen mit Holger Nikelis (RSC Köln) konnte Marcus Sieger alle anderen Gegner souverän in Schach halten. Weder gegen Kuwait, Brasilien noch Italien mussten die Deutschen über die volle Distanz gehen und siegten mit 3:0, 3:1 und 3:1. Gegen die favorisierten Koreaner kam es dann zu einem dramatischen Finale. Während ein überragender Nikelis gleich beide Koreaner im Einzel besiegen konnte, lag im Doppel die Sensation in der Luft. Durch die vermutlich kürzesten Aufschläge der Welt von Sieger und den vielseitigen Schnittvariationen von Nikelis, kamen die Koreaner mächtig ins schwitzen. Trotz alledem drehten die Koreaner im Doppel einen 2:1 Vorsprung des deutschen Duos noch zu Ihren Gunsten um, so das das so wichtige Doppel mit 3:2 an die Asiaten ging. Das Deutsche Team vergab hier im entscheidenden Satz sogar beim Stand von 13:12 noch einen Matchball, eher die Koreaner das Match für sich entschieden. Insgesamt ging  dieses Nervenaufreibende Finale um den Weltmeistertitel über 3 Stunden. Bereits bei der Europameisterschaft 2013 in Italien blieb das Doppel Nikelis/Sieger ohne Niederlage und zeigt somit auch bei der Weltmeisterschaft im Mutterland des Tischtennis, welches Potential in den beiden steckt. Wir freuen uns riesig über die Silber-Medaille, ich bin sehr zufrieden mit der WM, war Sieger sichtlich erfreut über sein Abschneiden bei seiner ersten Tischtennis-WM. Auch im Einzel überzeugte Sieger und konnte in der Gruppe ein Spiel gewinnen. Mit dem dritten Platz in der Gruppe reichte es jedoch noch nicht zum Einzug in die Hauptrunde. Marcus Sieger hat dabei in den letzten vier Jahren eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen. So begann der Quereinsteiger erst 2010 mit systematischem Tischtennistraining. Mittlerweile ist er die Nummer 23 in der Weltrangliste. Marcus ist ein Vorbild was Einsatz, Teamwork und Wettkampfhärte anbelangt. Er gibt immer 120% und geht keiner Herausforderung aus dem Weg. Sein Potential ist noch nicht erschöpft. Nächstes Ziel ist nun unter die Top 20 in der Welt zu kommen, freut sich Baden-Württemberg Trainer Andreas Escher über die rasante Entwicklung des Sindelfinger Rollstuhlspielers. Beeindruckend sind auch seine Erfolge bzw. Titel. Vize-Weltmeister, Vize-Europameister, WM Dritter, Paralympicsteilnehmer, 6x bei Deutschen Meisterschaften auf dem Podest, Wahl  zum  Behindertensportler des Jahres in Deutschland und dies wie bereits beschrieben in zwei komplett unterschiedlichen olympischen / paralympischen Sportarten .

Presse | Behindertensport | 12.09.2014

Therapie und richtig großes Kino zugleich

Bogenschütze Uwe Herter vom VfL Sindelfingen zählt zur Weltspitze und träumt von den Paralympics 2016 in Rio

Seit einem Fahrradunfall 1998 ist Uwe Herter querschnittsgelähmt. Seine Leidenschaft fürs Bogenschießen hat er erst daraufhin entdeckt - mittlerweile gehört er zur absoluten Weltspitze und träumt von einer Medaille bei den Paralympics.

VON JEREMIAS RENNER

Lachen kann Uwe Herter nicht, wenn er von dem Unfall erzählt, der sein Leben verändert hat. Seit einem Fahrradunglück vor 16 Jahren sitzt der Familienvater im Rollstuhl. "Ich habe die gleiche Lähmungshöhe wie Samuel Koch", erklärt er. "Allerdings habe ich ein bisschen mehr Glück im Unglück gehabt als er." So konnte der mittlerweile 53-Jährige seinen Job als Softwareingenieur bei Siemens behalten, musste nicht umlernen, wie viele andere, die sein Schicksal teilen. "Das war eine große Erleichterung", meint Herter. Im Vergleich zu dem prominenten Verunfallten aus "Wetten, dass" sind bei ihm zudem Restfunktionen in die Beine zurückgekehrt, sodass er es schafft, im Stehen seinen Rollstuhl selbst ins Auto zu hieven, um sich dann hinters Lenkrad zu ziehen. Autofahren geht mithilfe von Handgas, denn auch Herters Hände funktionieren wieder, wenngleich er die Finger nicht strecken kann. Noch besser als Autofahren ist dabei aber: Uwe Herter kann Bogenschießen.

Den Sport probierte er in der Reha aus, schon drei Monate nach dem Unfall, und war sofort Feuer und Flamme: "Auch Tischtennis war mir damals nahegelegt worden. Bogenschießen hat mir aber sofort zugesagt." Zunächst startete er für die SG Ditzingen im ganz normalen Wettbewerben, schaffte es auch einmal zur deutschen Meisterschaft bei den Nichtbehinderten, dann wurde er auf die Behindertensportabteilung des VfL Sindelfingen aufmerksam und maß sich fortan mit anderen Rollstuhlfahrern. Skifahren oder Wandern hat er früher gerne gemacht, auch Handball hat er lange gespielt. "Ich bin in Weilstetten aufgewachsen, da gab es nur die Auswahl zwischen Handball, Handball und Handball," erinnert sich Uwe Herter lächelnd. Seine wahre Leidenschaft hat er aber erst als Querschnittsgelähmter entdeckt. Mit dem Bogen umzugehen, das ist für ihn einerseits Therapie, denn der Sport sorgt für einen stabilen Rücken und eine gute Körperspannung. Andererseits ist das bei Herter richtig großes Kino: In seiner Wettkampfklasse zählt er zur absoluten Weltspitze, wird in der Weltrangliste derzeit auf Platz sechs geführt.

Herter war unter anderem bei den Weltmeisterschaften in Turin 2011 und in Bangkok 2013 am Start, zuletzt wurde er starker Vierter bei der Europameisterschaft in der Schweiz. "Wenn man in einem Finale ist, auch wenn es nur das kleine ist, will man natürlich gewinnen", trauert er der denkbar knapp verpassten Medaille nach. Allerdings hatte er im Tschechen David Drahoninski auch einen harten Gegner, selbiger hatte nämlich in der Vorrunde des Turniers noch einen Weltrekord geholt: 670 von 720 möglichen Ringen hatte zuvor noch niemand geschafft. So blieb für Herter am Ende nur der undankbare vierte Platz - "nach dem Verlauf des Wettbewerbs aber auf jeden Fall ein Erfolg", meint Herter. Nachdem er die Vorrunde nur als Sechster von sieben Startern beendete, ging er als klarer Underdog in sein Viertelfinale gegen den drittplatzierten Briten John Walker. Herter lacht: "Da habe ich dann aber das Ding meines Lebens geschossen."

Untereinander kennt man sich natürlich. "Es gibt ja auch nur knapp 20 Sportler, die in meiner Wettbewerbsklasse das Niveau haben, international an den Start zu gehen", meint Herter. "Das ist wie eine richtige Familie." Man geht dann schon auch mal zusammen einen trinken, verrät Herter - allerdings nur Saft. Alkohol gilt beim Bogenschießen als Doping, aufgrund der beruhigenden Wirkung. Die deutsche Delegation war in der Schweiz mit sieben Sportlern eine der kleineren. Der Deutsche Behindertensport-Verband (DBS) hat für eine Disziplin wie Bogenschießen nicht viel Bares übrig. "Das ist manchmal traurig", findet Herter. Selbst für Spesen wie Fahrtkosten zu Wettbewerben fehle oft das Geld, geschweige denn für einen Mentaltrainer, mit dem Herter so gerne zusammenarbeiten würde: "Wenns drum geht, beispielsweise in einem Finale, geht mir schon mal die Düse, das muss man doch auch irgendwie in positive Energie umwandeln können."

Für mehr Aufmerksamkeit vom nationalen Verband will er gerne eigenhändig sorgen. Am besten mit der lang ersehnten internationalen Medaille, vielleicht klappt es ja bei den Paralympischen Spielen 2016 in Rio. Die Teilnahme ist fest eingeplant, bei der WM nächstes Jahr in Donaueschingen will der Sindelfinger Athlet das Ticket buchen. London 2012 hatte er noch verpasst. Grund war ein Familienurlaub in den USA, der ihn das Qualiturnier verpassen ließ. Nicht schlimm, meint Uwe Herter, denn: "Damals hätte ich bei den Paralympics eh nichts zu melden gehabt." Und Zeit für die Familie muss ja auch mal sein. Seine Frau und die beiden 19 und 20 Jahre alten Töchter haben ohnehin schon oft darunter zu leiden, wenn Herter ganze Wochen seines Jahresurlaubs für internationale Turniere auf der ganzen Welt opfert. Das "behindertengerechte" Einfamilienhaus in Leonberg-Höfingen hatte Familie Herter 1998 nach dem Unfall des Vaters gebaut und bezogen. Neben dem rollstuhlkompatiblen Aufzug birgt der Standort noch einen weiteren Vorteil: "Das Gelände der SG Ditzingen, wo ich immer noch trainiere, liegt genau in der Mitte zwischen meinem Zuhause und meinem Arbeitsplatz." Sein Auto mache auf dem Nachhauseweg dann oft noch einen kleinen Abstecher auf den Bogenplatz, verrät Herter. Vielleicht sein Erfolgsgeheimnis: "Trainieren kann man das, was ich dort mache, nicht nennen. Ich lasse einfach meinem Spaß freien Lauf." Und da flackert es dann plötzlich wieder auf: das Lachen auf Uwe Herters Gesicht.

Presse | Behindertensport | 14.05.2014

Wenn der Sport Grenzen überwindet

Beim VfL Sindelfingen gibt es gelebte Inklusion, wenn behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam durch die Turnhallen flitzen

Von Thomas Oberdorfer

Inklusion ist beim VfL nicht nur ein Schlagwort. Sindelfingens größter Verein bietet behinderten Kindern im Alter von eineinhalb bis 16 Jahren die Möglichkeit, in verschiedenen Kursen des Breitensports gemeinsam mit nicht behinderten Kindern Sport zu treiben. Ausschlaggebend für das Angebot war die verstärkte Nachfrage von Eltern, in deren Haushalt Kinder mit Handicap leben.

„Wir hatten zunehmend Anfragen von Eltern, ob sie in der Ferienzeit neben ihren Kindern ohne Behinderung auch ihre Kinder mit Behinderung in verschiedene Kurse mitnehmen dürfen�“, sagt Harry Kibele, Sportmanager des VfL Sindelfingen. Vor diesem Hintergrund starteten die Verantwortlichen des VfL ihre Überlegungen, wie sie Kinder mit Handicap in die angebotenen Kurse integrieren, sprich wie sie das Thema Inklusion mit Leben füllen könnten.

„Was müssen wir tun, was müssen wir beachten? Welche Probleme und Schwierigkeiten könnten auf uns zukommen? Um diese Fragen mussten wir uns kümmern�“, sagt Harry Kibele, der zunächst einmal bei den Übungsleiterinnen des VfL, die im Bereich Breitensport tätig sind, nachgefragt hat. „Alle haben sich sofort bereit erklärt, mitzumachen und waren von der Idee begeistert�“, sagt Harry Kibele.

Der Weg dorthin führte über Dr. Martin Sowa. Der Referent für den Inklusionssport bei der Geschäftsstelle des Landesbehindertenbeauftragten hat das Thema Inklusion schon vor vielen Jahrzehnten aufgegriffen und ist seit 1979 Leiter der Abteilung TSG Reutlingen inklusiv. „Dr. Sowa gilt als Koryphäe auf dem Gebiet der Inklusion. Wir haben uns mit ihm zusammengesetzt und ihm unsere Pläne und Ideen vorgetragen�“, sagt Harry Kibele.

Die Informationen müssen gut gewesen sein, denn Dr. Martin Sowa riet den Sindelfingern dringend dazu, die Überlegungen in die Tat umzusetzen. „Sie machen sich zu viele Gedanken, fangen Sie einfach an.�“ So hat sich Sowa laut Harry Kibele geäußert. Und er gab dem VfL Sindelfingen noch den einen oder anderen Tipp mit auf den Weg. So sei es beispielsweise sinnvoll, für jedes der behinderten Kinder ein Merkblatt anzufertigen, auf dem verzeichnet ist, ob und wann es Medikamente einnehmen muss, unter welcher Rufnummer im Notfall ein Erziehungsberechtigter zu erreichen ist.

Die Praxis: Claudia Komorek-Klingler leitet seit vielen Jahren den Kurs Flizzplatz in der Turnhalle Sommerhofen. Eingeteilt ist dieser in drei Altersstufen. „Wir hatten von Beginn an zwei Kinder mit Downsyndrom dabei, die problemlos in der Gruppe integriert sind�“, sagt Claudia Komorek-Klingler.

Ursprünglich waren Kinder mit Haltungs- und Koordinationsproblemen die Zielgruppe des Angebots Flizzplatz, so die Motopädagogin. Diese Kinder sind weiterhin Bestandteil der Gruppe, die nun im Zuge der Inklusion für behinderte Kinder geöffnet wurde. „Die Kinder lernen unheimlich viel voneinander und sie helfen sich gegenseitig. Wenn ein Kind beispielsweise nicht alleine über einen Balken kommt, dann helfen die anderen. Die Kinder entwickeln einen richtigen Beschützerinstinkt und machen sich Sorgen, wenn mal ein Kind fehlt�“, sagt Claudia Komorek-Klingler.

Ganz wichtig: Die Eltern haben die Möglichkeit, während des Kurses bei ihrem behinderten Kind zu bleiben. „Sie können einschätzen, was ihr Kind kann und was nicht�“, sagt Kibele, wobei Claudia Komorek-Klingler die Erfahrung macht, dass oftmals die Eltern vorsichtiger sind als ihre behinderten Kinder, die sich ausprobieren wollen. „Unser Ziel ist es, Kinder mit Defiziten zu stärken, damit sie im Alltag besser bestehen können�“, sagt Komorek-Klingler. Letztlich sei es einfach schön zu sehen, wie die Kinder ohne und die Kinder mit Behinderung gemeinsam Spaß am Sport hätten.

„Wir haben derzeit etwa 20 bis 25 Kinder, die das Angebot der Inklusion annehmen�“, sagt Harry Kibele. Der VfL hat eigens für dieses Angebot einen Flyer entwickelt, der in Schulen, in Apotheken und in der Sportwelt des VfL Sindelfingen ausliegt. „Wir sind gespannt, wie der Zulauf sein wird�“, sagt Kibele, der im Herbst seine Übungsleiterinnen auf eine Fortbildung zum Thema Inklusion schicken will, „um noch mehr Fleisch an das Thema zu bringen�“. Sollten sich mehr Eltern mit ihren behinderten Kindern melden, als der VfL in seinen Kursen an Kapazität hat, so sei dies kein Problem: „Dann ist es unsere Aufgabe, mehr Kurse anzubieten�“, sagt Kibele.

Grundsätzlich gelte, dass Eltern und ihre Schützlinge zunächst einmal in die Kurse hineinschnuppern könnten, um auszuprobieren, ob das Angebot geeignet ist. „Die Zeit ist einfach reif für solche Angebote�“, sagt Harry Kibele, nach dessen Vorstellung es aber nicht dabei bleiben soll. Sein Wunsch sei, dass die Inklusion auch in den anderen Abteilungen des VfL Sindelfingen fester Bestandteil werde.

Presse | Behindertensport | 07.05.2014

Inklusion: Angebote für Kinder mit und ohne Handicap

Die Behinderten- und Reha-Abteilung des VfL Sindelfingen bietet schon seit Jahren Angebote für Erwachsene mit Handicap.

Für Kinder fehlte ein entsprechendes Programm bislang, wobei körperlich und geistig behinderte Kinder und Jugendliche im Bereich des Breitensports schon seit Jahren ganz selbstverständlich zu den Kursen kommen konnten.

Nun hat der VfL einen neuen Flyer herausgebracht, der speziell das Thema Inklusion aufgreift. Geschultes Personal bietet Eltern nun die Möglichkeit, ihre behinderten Kinder im Alter von eineinhalb bis 16 Jahren einmal die Woche zum Sport zu bringen.

Presse | Behindertensport | 23.04.2014

Silbermedaille für den VfL Sindelfingen

DM in Lobbach

Der Deutsche Behindertensportverband veranstaltete seine deutsche Meisterschaft im Tischtennis für Rollstuhlfahrer in Lobbach bei Heidelberg. Aus der Behindertensportabteilung des VfL Sindelfingen waren Gudrun Högemann und Markus Korioth dabei, Marcus Sieger musste wegen Erkrankung kurzfristig absagen.

Högemann startete in drei Wettbewerben. Im Doppel holte sie mit ihrer seit Jahren bewährten Partnerin Olga Schneider aus Bayreuth die Silbermedaille. Mit Mixed-Partner Dietmar Kober überstand sie die Gruppenphase, schied dann aber in der Zwischenrunde aus. Im Einzel wurde Gudrun Högemann nach drei knappen Niederlagen und einem Sieg Vierte.

Auf seine erste DM-Teilnahme in der Klasse WK1 (Spieler mit besonders starken Einschränkungen) hatte sich Markus Korioth intensiv vorbereitet. Da er das Tischtennis beim VfL Sindelfingen noch nicht so lange betreibt, war sein Abschneiden erstaunlich. In der Gruppenphase verlor er zwar drei Spiele, qualifizierte sich aber mit einem Sieg für die Platzierungsrunde. Dort schaffte Korioth zwei Siege und belegte den fünften Platz.

Presse | Behindertensport | 29.03.2014

Marcus Sieger auch im Einzel gut drauf

Für den Rollstuhl-Tischtennisspieler Marcus Sieger vom VfL Sindelfingen war das Weltranglistenturnier Hungarian-Open in Eger mit einer ersten Medaille ein voller Erfolg.
Erst im Halbfinale gab es beim Einzel-Wettbewerb kein Weiterkommen mehr, als er gegen Teampartner Holger Nikelis (amtierender Weltmeister und Paralympics-Sieger) ranmusste.

Der Teamwettbewerb lief für das deutsche Team der Wettkampfklasse I Nikelis/Sieger sogar noch besser. In einer gemeinsamen Klasse mit Spielern mit schwererer und leichterer Behinderung siegten die EM-Zweiten gegen Israel ebenso klar mit 3:1 wie gegen Frankreich. Gegen Irland und Kroatien freuten sie sich sogar über ein 3:0. Im Halbfinale waren die favorisierten Slowaken beim 2:3 einfach zu stark. Mit einem solch engen Ergebnis hatten die Deutschen nicht gerechnet und freuten sich über Bronze.

Presse | Behindertensport | 08.10.2013

Starker Auftritt im Doppel bringt EM-Silber

Marcus Sieger vom VfL Sindelfingen trumpft bei der Europameisterschaft im Rollstuhl-Tischtennis auf - Nächstes Ziel WM

Großer internationaler Erfolg für den Rollstuhl-Tischtennisspieler Marcus Sieger. Der für den VfL Sindelfingen startende Athlet gewann bei der Europameisterschaft im italienischen Lignano Silber im Teamwettbewerb.

Auch in seiner zweiten sportlichen Karriere geht es für den Denkinger Rollstuhlspitzensportler Marcus Sieger hoch hinaus. Als der frühere Curling-Nationalspieler Sieger Anfang Juni von Bundestrainer Volker Ziegler (Aidlingen) über seine EM-Nominierung informiert wurde, steigerte der Schwarzwälder sein Trainingspensum noch einmal auf sechs bis zehn Einheiten pro Woche, um optimal für die Europameisterschaft im italienischen Lignano vorbereitet zu sein. Und dies, obwohl Marcus Sieger in Teilzeit erwerbstätig ist. Für den Spitzensportler heißt dies daher oft: Raus aus der Firma, rein in die Halle oder zu irgendeinem Kaderlehrgang quer durch Deutschland.

Dieser Aufwand sollte nun aber belohnt werden. In der vergangenen Woche startete für Marcus Sieger (VfL Sindelfingen) der Teamwettbewerb mit seinem Partner Holger Nikelis (RSC Köln) gegen die Ungarn. Für das Team war klar, dass man nur etwas erreichen kann, wenn die Doppelspiele gewonnen werden. Daher wurde auch in der Vorbereitung vom Natio-Rollstuhltrainer Charly Weber das Hauptaugenmerk auf das Doppel gelegt. Sieger/Nikelis konnten das erste Spiel gegen Ungarn mit 3:1 für sich entscheiden. Dieses Spiel diente dem neu formierten Team, um in die Europameisterschaft zu finden, denn am nächsten Tag ging es bereits gegen den heißen Medaillenkandidaten Italien. Auch dieses Spiel gegen die Gastgeber konnten die beiden Deutschen mit 3:1 gewonnenen Spielen für sich entscheiden.

Spätestens jetzt war klar, dass alles möglich sein würde. Sollte am Nachmittag die Slowakei geschlagen werden, würde Deutschland mit einer weißen Weste direkt ins Finale gegen Großbritannien einziehen. Gesagt, getan. Auch gegen die Slowakei gewannen Sieger/Nikelis mit 3:1. Am Freitag dann der große Showdown gegen das Topteam von der Insel, um die beiden Vollprofis Rob Davies (Europameister im Einzel) und Paul Davies (Vize-Europameister im Einzel). Nikelis verlor das erste Einzel gegen Paul Davies klar mit 0:3. Im zweiten Spiel er ging es Marcus Sieger gegen Rob Davies nicht besser. Die Situation vor dem Doppel erschien aussichtslos, da die Briten nun schon 2:0 vorne lagen. Hier aber zeigten die Deutschen, welches Potenzial in dem neu formierten Team steckt. Die Deutschen gewannen gegen die beiden Profis nach hartem Kampf mit 3:2 Sätzen, eine gewaltige Überraschung. Das Team Sieger/Nikelis hatte es damit tatsächlich geschafft, im Doppel gegen die gesamte europäische Konkurrenz zu gewinnen. Würden nur die Doppel gezählt, wären die beiden Europameister. Da aber auch die Einzel im Teamwettbewerb mit eingerechnet werden und Großbritannien hier alle drei Spiele gegen ihren stärksten Widersacher gewannen, musste das deutsche Team mit der Silbermedaille hinter Europameister Großbritannien und vor Italien vorlieb nehmen. Marcus Sieger hat nach seiner erfolgreichen EM-Premiere bereits sein nächstes Ziel im Auge: die Nominierung und Teilnahme an der Weltmeisterschaft im September 2014 in Peking. Der 38-Jährige weiß, dass es für eine Nominierung im Einzel vermutlich nicht reichen wird. Daher hofft er auf eine erneute Nominierung im Teamwettbewerb. Auch im kommenden Jahr muss Marcus Sieger - neben nationalen Lehrgängen - dazu an etlichen internationalen Turnieren, vermutlich auch in Asien, teilnehmen, um die Form für eine eventuelle Weltmeisterschaftsteilnahme zu erreichen.

Presse | Behindertensport | 03.08.2013

Auch bei der zweiten Karriere hoch hinaus

Marcus Sieger vom VfL Sindelfingen fiebert seiner ersten Teilnahme bei einer Rollstuhl-Europameisterschaft entgegen

Seine zweite Karriere im Behinderten- Leistungssport hat Marcus Sieger angetreten. Der querschnittgelähmte Mann war ein erfolgreicher Curlingspieler, jetzt greift er im Rollstuhltischtennis, auch dank des VfL Sindelfingen, nach Höherem. Demnächst spielt Marcus Sieger seine erste Europameisterschaft.

Von Uli Meyer

Montagabend, kurz vor 18 Uhr, Pfarrwiesengymnasium. Wenn der Verkehr auf der A81 nicht ganz verrückt spielt, müsste jeden Augenblick Marcus Sieger um die Ecke kommen. Mit kaum fünf Minuten Verspätung erreicht die Limousine nach einer knappen Stunde Fahrzeit schließlich den Schulhof vor der Gymnastikhalle. Zunächst steigt Andrea Sieger aus, holt aus dem Kofferraum einen Rollstuhl, der neben der geöffneten Fahrertür platziert wird. Ihr Mann Marcus hievt seinen Körper vom behindertengerecht umgebauten Auto in den Rolli, der ihn zur Halle bringt.

Gehen ist für ihn seit 16 Jahren kein Thema mehr. Im August 1997 war Sieger mit dem Fallschirm nahe seines Geburtsorts Spaichingen abgestürzt. Der leidenschaftliche und trotz seiner damals erst 21 Jahre schon erfahrene Springer wurde bei einem Tandemsprung Opfer eines Missgeschicks des Kollegen. Die beiden prallten gegen ein Gebäude, beim ungebremsten Sturz aus neun Metern Höhe brach die Wirbelsäule. Seither ist Marcus Sieger vom Bauch abwärts bewegungsunfähig.

Sein brutales Schicksal hat ihn nicht zerstört. Er akzeptiert das Leben im Rollstuhl und sagt sogar: "Mein Unfall hat mich stärker gemacht." Der Sport ist ihm dabei eine große Hilfe, er ist für Marcus Sieger ein wesentlicher Bestandteil seines Lebens, früher als Fußgänger und erst recht heute als Rollstuhlfahrer.

Drinnen in der kleinen Halle werden die Tischtennisplatten aufgebaut. Sie unterscheiden sich von normalen Anlagen nur minimal, indem sie den Rollis noch mehr Bewegungsfreiheit unter der Platte gewähren. Andrea Sieger hilft ihrem Mann bei den letzten Vorbereitungen. Sie schnallt seine Beine am Trittbrett fest, füllt den Korb mit Bällen und spannt das Netz. Mit einer elastischen Binde fixiert Marcus Sieger derweil den Tischtennisschläger in seiner rechten Hand. "Sonst würde das Ding dem Gegenüber um die Ohren fliegen", erklärt er die Notwendigkeit aufgrund seiner "fehlenden Fingerfunktion". Auch diese Behinderung ist eine Folge des damaligen Unfalls.

Umso erstaunlicher, mit wieviel Feingefühl im Arm der 37-Jährige das Bällchen übers Netz spielt. Auf der anderen Seite des Tisches sitzt Roland Lörcher im Rolli. Er leitet seit vielen Jahren das Training der Behindertensportler im VfL Sindelfingen. Als früherer Paralympics-Teilnehmer ist der 70-jährige Grafenauer immer noch ein geeigneter Sparringspartner für Marcus Sieger. Lörcher returniert gut und gewinnt auch ein paar Ballwechsel, aber spätestens wenn sein Gegenüber den Tetraloop ansetzt, ist der Senior machtlos. "Das ist im Rollstuhltischtennis der Spezialschlag, gegen den der Gegner normalerweise nichts machen kann", grinst sich Marcus Sieger einen, als er wieder einmal einen dieser Mondbälle platziert hat, die knapp hinter der Netzkante auf der gegnerischen Seite landen und so angeschnitten sind, dass sie wieder übers Netz zurück oder seitwärts von der Platte springen.

Den Spezialschlag und weitereKniffe nahezu perfekt im Repertoire

Marcus Sieger hat diesen und weitere Kniffe nahezu perfekt drauf. Bemerkenswert für einen Quereinsteiger, denn er ist noch nicht einmal zwei Jahre im Tischtennis-Leistungssport aktiv. Bis 2011 war Marcus Sieger ein erfolgreicher Curlingspieler, brachte es dort bis in die Nationalmannschaft und als Paralympics-Teilnehmer in die Weltspitze. Dann suchte er eine neue Herausforderung und entschied sich für Tischtennis. "Da ist die Konkurrenzsituation deutlich größer als beim Curling. Nach Basketball ist Tischtennis der beliebteste Sport unter Rollstuhlfahrern", sagt Marcus Sieger. Es entspricht seinem Selbstverständnis vom Sporttreiben, dass er auch dort den Weg in die Spitze sucht.

Gudrun Högemann hat ihn vor drei Jahren zum VfL Sindelfingen gebracht. Auch sie ist querschnittgelähmt, spielt Rollstuhltischtennis und kommt als Villingerin aus der gleichen Region wie Sieger. Weil es in der heimischen Gegend keine passende Behindertensportgruppe gibt, ist sie seit 25 Jahren beim VfL aktiv. Genauso wie Marcus Sieger bewältigt sie einmal in der Woche die lange Anfahrt aus Richtung Bodensee.

"Wo Marcus hin will, da war ich lange schon", spielt die Seniorin auf die Teilnahme an Europameisterschaften an. Högemann spielte 2003 letztmals eine EM, bei Sieger ist das Ende September das erste Mal der Fall. In die nationale Spitze hat sich der Denkinger als DM-Zweiter 2012 und Dritter 2013 im Einzel der Wettkampfklasse I regelrecht hochkatapultiert.

Eine Art Ritterschlag war für Sieger die Berufung als Doppelpartner von Holger Nikelis. Der zweifache Paralympics-Goldmedaillengewinner aus Köln ist in seinem Sport die Nummer eins, führt auch die Weltrangliste an. "Ich habe mich halt über die vergangenen zwei Jahre hinweg durch gute Platzierungen empfohlen", strahlt Marcus Sieger. In die Nationalmannschaft berufen zu werden und an der Seite Nikelis` spielen zu können, "war ein großes Ziel von mir".

Bei der EM im italienischen Lignano tritt Marcus Sieger im Einzel, Doppel und im Teamwettbewerb an. "Eine Medaille mit der Mannschaft wäre toll", sagt er. An eine Einzelmedaille mag er noch nicht recht glauben, zu stark schätzt er die Favoriten aus England, Frankreich und Österreich ein. Und natürlich Holger Nikelis als Konkurrent im Einzel. Dessen "wahnsinnig gutes Auge für die Situation", seine Erfahrung und sein Talent sind für Marcus Sieger augenblicklich noch eine Nummer zu groß.

Über Weltcupturniere, Kaderlehrgänge und ganz viel Heimtraining will sich Marcus Sieger stetig verbessern. Oder wie er es sagt: "Kontinuierlich nach oben kraxeln". Schließlich wäre als aktuelle Nummer 35 der Weltrangliste "noch genug Luft nach oben". Dafür investiert Sieger auch viel. Neben dem regelmäßigen Montagstraining in Sindelfingen schaltet er zu Hause im heimischen Trainingsraum drei- bis viermal die Woche die vollautomatische Ballmaschine ein, die ihm tausendfach die Zelluloidkugel in verschiedensten Varianten zuspielt. "Entweder richtig oder gar nicht", sagt Marcus Sieger lapidar über sein Pensum. "Im Behinderten-Leistungssport ist heute ein ganz anderer Aufwand nötig als früher, um vorne mitzumischen", weiß Roland Lörcher, der seinen Schützling als "sehr ehrgeizig" bezeichnet. Dass Sieger jetzt erstmals zur EM fahren darf und schon die WM 2014 in Peking im Auge hat, "macht uns als VfL Sindelfingen schon stolz", so Lörcher, "denn wir sind ja nicht ganz unschuldig an seiner Nominierung".

"Näher an die Platte" oder "Oberkörper aufrichten" - immer wieder wirft auch Andrea Sieger Kommandos während der Übungsstunde ein. Seit fünf Jahren kennt sie ihren Mann, sie ist montags in Sindelfingen genauso regelmäßig dabei wie bei Marcus` Turnierteilnahmen. Anfangs begleitete auch Tim seine Eltern ins Pfarrwiesengymnasium. Doch seit das 15 Monate alte Söhnchen verstärkt Bewegungsdrang entwickelt, lässt ihn Mama Andrea montags lieber bei der Oma in Denkingen. "Hier kommt er sonst nur unter die Räder."

Mehr über den Rollstuhltischtennisspieler Marcus Sieger vom VfL Sindelfingen steht auf seiner Homepage unter Marcus Sieger (BSA).

Presse | Behindertensport | 03.07.2013

Ausrufezeichen der vier Bogenschützen

Einen tollen Auftakt in die Freiluftsaison feierten die Bogenschützen der Behindertensportabteilung im VfL Sindelfingen bei ihren Landesmeisterschaften in Weilheim. Sie belegten zwei erste und zwei zweite Plätze.

In der Compoundbogen-Altersklasse zeigte Ernst Ortlieb auf der ab diesem Jahr neu aufgelegten 50-Meter-Distanz mit 663 von 720 möglichen Ringen eine klasse Leistung und setzte damit ein Ausrufezeichen vor der deutschen Meisterschaft im August. Zweiter in dieser Klasse wurde Reinhold Scharpf mit 618 Ringen. Alleiniger Vertreter in der Klasse W1 war Uwe Herter. Mit 626 Ringen zeigte auch er eine ansprechende Leistung. Sein erklärtes Ziel ist es, sich bei der DM den verlorenen Titel vom vergangenen Jahr wieder zurückzuholen. In der Compound-Seniorenklasse unterstrich auch Karl Theurer seine aufsteigende Form und belegte mit 548 Ringen Rang zwei.

Zeitgleich wurde in Aalen die Bundesrangliste im Tischtennis der Rollstuhlfahrer ausgetragen. Glänzend aufgelegt, trotz ihrer noch nicht ganz ausgestandenen Schulterverletzung, zeigte sich Gudrun Högemann. Mit vier Siegen gegen Sabine Gottschalk und Bianca Neubig (beide RSV Bayreuth), Laurence Taburet und Bettina Bauer (beide RSC Frankfurt) sowie zwei Niederlagen mit 1:3 gegen Beate Kopf (Frankfurt) und mit 0:3 gegen die derzeitige Topspielerin des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes, Sandra Mikolaschek (Koblenz), war sie hochzufrieden. Nicht am Start war VfL-Spitzenspieler Marcus Sieger.

Presse | Behindertensport | 04.06.2013

Bronze für Sieger im Teamwettbewerb

Weltranglistenturnier

Tischtennisspieler Marcus Sieger von der Behindertensportabteilung des VfL Sindelfingen gewann beim Weltranglistenturnier in Lasko (Slowenien) zusammen mit Holger Nikelis Bronze. Im Einzel erwischte der Denkinger in dem hochkarätigen Turnier eine schwere Gruppe mit Rob Davies (Großbritannien), Jean-Francois Ducay (Frankreich)und Martin Polkorab (Slowenien). Er verlor alle Spiele und schied bereits in der Vorrunde aus.

Im Teamwettbewerb, worauf Bundestrainer Volker Ziegler aus Aidlingen das Hauptaugenmerk legte, spielte Marcus Sieger zusammen mit Holger Nikelis, dem mehrfachen Weltmeister und Paralympics-Sieger von London. Die Gegner in der Vorrunde waren die beiden Briten Rob Davies und Paul Davies sowie die Mannschaft aus Italien (Pizzurro/Borgato). Beide Teams werden in dieser Besetzung auch bei der Europameisterschaft im September in Lignano an den Start gehen. Die Motivation des deutschen Teams war daher entsprechend hoch.

Zuerst verloren Nikelis/Sieger gegen die Briten knapp mit 2:3. Am folgenden Tag kam es zum Duell gegen die Italiener, das die beiden Deutschen deutlich mit 3:1 gewannen. Das Halbfinale war somit gesichert. Dort wartete das österreichisch-schweizerische Duo Vevera/Keller. Erneut machten es die Deutschen spannend, verloren aber knapp mit 2:3 und verpassten damit den Einzug ins Finale. Für Holger Nikelis/Marcus Sieger war es mit dem Gewinn der Bronzemedaille dennoch ein erfolgreiches Turnier. Gewinner dieser Klasse wurden Rob Davies/Paul Davies.

Presse | Behindertensport | 07.05.2013

Vom Curling an die Platte und bereits etabliert

Marcus Sieger vom VfL Sindelfingen Dritter bei den deutschen Rollstuhl-Meisterschaften

Für Rollstuhltischtennis-Spieler Marcus Sieger vom VfL Sindelfingen ging es zur deutschen Meisterschaft ins badische Lobbach bei Heidelberg. Der Spieler aus dem Kader des Württembergischen Behinderten- und Rehabilitationsverbands (WBRS), der sich schon 2012 in der Wettkampfklasse eins erfolgreich bis ins Finale vorspielte, schaffte es in einem stark besetzten Feld abermals aufs Treppchen.

Marcus Sieger spielt schon einige Jahre Rollstuhltischtennis. "Ich wollte mir eine Sportart aussuchen, die ich auch mit meiner Frau ausüben kann. Richtig aktiv mit regelmäßigem Training und Trainerengagement spiele ich allerdings erst seit 2010 beim VfL Sindelfingen", sagt der 37-Jährige, der sich 1997 bei einem Unfall beim Fallschirmspringen die Wirbelsäule brach und seitdem an den Rollstuhl gebunden ist. Zehn Jahre später schaffte es Marcus Sieger in die Curling-Nationalmannschaft, mit der er bei den Paralympics in Vancouver Achter wurde. Als er 2011 seinen Rücktritt vom Curlingsport erklärte, konzentrierte er sich ganz aufs Tischtennis und verzeichnete bald die ersten Erfolge auf nationaler Ebene. Ebenfalls 2011 wurde Marcus Sieger in den WBRS-Kader unter Leitung von Landestrainer Andreas Escher aufgenommen. Volker Ziegler aus Aidlingen-Lehenweiler ist Bundestrainer des Nationalkaders, sein Co-Trainer Charly Weber ist für die "Rollis" zuständig. "Ich trainiere mindestens einmal in der Woche in Sindelfingen spiele mit anderen Rollifahrern und den Trainern Roland Lörcher und Gudrun Högemann, zudem drei- bis viermal pro Woche zu Hause am Tischtennisroboter", erläutert Sieger sein Pensum.

"Im Vorfeld der deutschen Meisterschaften habe ich mein Spielmaterial auf einen Noppenbelag auf der Rückhand verändert, daher war ich ein wenig nervös, wie es beim Turnier klappen würde. Der dritte Platz ist ein echter Erfolg", freute sich Marcus Sieger. Gleich zu Beginn überzeugte der gebürtige Spaichinger mit zwei Dreisatzerfolgen. Gegen Walter Kilger, Paralympic-Teilnehmer von Sydney, Athen und Peking, hatte er dann zwar mit 1:3 das Nachsehen, zeigte jedoch erneut eine gute Leistung.

Gegen den amtierenden Weltmeister und Paralympics-Sieger von London, Holger Nikelis aus Köln, machte Sieger sein bestes Spiel. Es reichte zwar nicht zum Satzgewinn, aber der Sindelfinger hielt mit seinem verbesserten Aufschlagspiel in allen drei Sätzen mit. Besonders spannend machte er es im Spiel um Platz drei. Gegen Alexej Faust vom VfR Ludwigsburg hatte der Sindelfinger im Entscheidungssatz den längeren Atem. Im Doppelwettbewerb schrammte Marcus Sieger mit Franz Kiermaier (RSV Plattling) nur knapp an einem Medaillenplatz vorbei und wurde Vierter.

Mit den zuletzt gezeigten Leistungen hat Marcus Sieger bewiesen, dass er in der nationalen Spitze angekommen ist. "Nun gibt es noch einige technische Feinheiten am Rollstuhl zu verändern - wie die Sitzposition, die Sitzhöhe sowie das Arretieren der Vorderräder. Und dann natürlich Training, Training, Training", wirft der 37-jährige einen Blick nach vorne. Rollstuhltischtennis wird in den Klassen eins bis fünf ausgetragen. Je höher die Klasse, desto geringer sind die durch die Behinderung resultierenden Einschränkungen beim Spielen spiele.

Bereits in dieser Woche steht für Marcus Sieger der nächste Wettkampf auf dem Programm. Der Anwendungstechniker, der verheiratet ist und einen Sohn hat, geht vom 7. bis 12. Mai beim Weltranglistenturnier im slowenischen Lasko an den Start. Weitere Infos über ihn gibt es unter Marcus Sieger im Internet.

Presse | Behindertensport | 12.05.2012

Mutmacher und Schwungrad zugleich

Der Grafenauer Roland Lörcher ist eine der tragenden Säulen der Abteilung / SZ/BZ-Serie zum 150-jährigen Jubiläum des VfL Sindelfingen

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Seit mehr als 40 Jahren hält Roland Lörcher der Behindertensportabteilung des VfL Sindelfingen die Treue. Zuerst als aktiver Sportler, der bei den Paralympics Medaillen für den VfL holte, dann als Schriftführer, Sportleiter und Trainer. „Ich habe alles immer gerne gemacht und mir gesagt, wenn es sonst keiner macht, zerbricht das, was wir uns aufgebaut haben", blickt der Grafenauer zurück.

Zurzeit betreut der 69-jährige Roland Lörcher zwei ganz starke Tischtennisspieler. Gudrun Högemann hat schon viele Turniere für den VfL bestritten. Vor wenigen Wochen trat sie - wegen einer Schulterverletzung angeschlagen - bei den deutschen Meisterschaften an. In Bielefeld sicherte sie sich im Doppel die Bronzemedaille.

Marcus Sieger ist der erfolgreichste Sindelfinger Behindertensportler der letzten Jahre. Der 36-Jährige wechselte erst 2010 zum VfL Sindelfingen, davor machte Sieger als erfolgreicher Curlingspieler auf sich aufmerksam. Bei den Paralympics 2010 in Vancouver wurde er Achter, eine Bronzemedaille bei Weltmeisterschaften konnte sich Marcus Sieger ebenfalls sichern. „Dann war der Reiz beim Curling weg. Ich wollte mir etwas Neues aufbauen und habe mit dem Tischtennisspielen eine neue Herausforderung gesucht", sagt der 36-Jährige.

Für Roland Lörcher und die Behindertensportabteilung ist der Neuzugang ein Glücksfall, schließlich spielt spiele Marcus Sieger inzwischen schon auf einem hohen Niveau, auch wenn es mangels internationaler Erfahrung für die Paralympics in London nicht reichte.

Außerdem senkt Sieger mit seinen 36 Jahren deutlich den Altersschnitt in der Abteilung. Denn der Anteil der Kriegsversehrten nimmt altersbedingt immer weiter ab. Leider scheuen sich aber viele Zivilbehinderte vor sportlicher Betätigung.

Vor 60 Jahren noch riefen die hauptsächlich aus kriegsversehrten bestehenden Gründungsmitglieder die Abteilung ins Leben und kamen regelmäßig zum Ballspielen oder zur Gymnastik zusammen. Bald wuchsen das Interesse und auch die Mitgliederzahl. Das sportliche Angebot wuchs unter der Leitung des damaligen Abteilungsleiters Kurt Klotz. Regelmäßig war der VfL Sindelfingen Gastgeber für zahlreiche Meisterschaften.

Auch die Athleten des Vereins selbst wurden zusehends erfolgreicher. Ab den Paralympischen Spielen 1976 in Toronto bis zu denen in Athen 2004 konnte der VfL Sportler schicken. Im Schwimmen, Radfahren, Bogenschießen, Tischtennisspielen und Judo hielten die Athleten die Flagge des VfL hoch.

1980 kam auch Roland Lörcher zu seinem Paralympics-Auftritt. In Arnheim trat er im Tischtennisspielen und Bogenschießen an. Und das mit Erfolg - Lörcher kehrte mit zwei Silbermedaillen zurück. Auch in den nächsten Jahren konnte der heute 69-Jährige weitere sportliche Höhepunkte feiern.

Neben zahllosen deutschen Meistertiteln krönte er mit zwei Weltmeisterschaftstiteln im Bogenschießen 1981 und 1982 seine Laufbahn. „Der Sport hat mir immer viel gegeben. Viele, die im Rollstuhl sitzen, kommen aus der Reha und haben keinen richtigen Lebensinhalt mehr", weiß er. Anders bei Roland Lörcher: „Ein Leben ohne Sport kann ich mir heute nicht mehr vorstellen."

Und diese Begeisterung am Sport will er weitergeben. Seit unzähligen Jahren engagiert sich der Grafenauer neben seiner Trainertätigkeit für die Leistungssportler im Verein in der Jugendarbeit. Doch auch Lörcher weiß um die Probleme seiner Abteilung: „Unsere Mitgliederzahl ist deutlich rückläufig. Deswegen haben wir unser Angebot im Reha-Sport erweitert, um neue Mitglieder dazu zu bekommen."

Das Angebot für Behindertensportler ist derweil überschaubar. Im ganzen Kreis gibt es keinen Verein mit vergleichbarem Programm. Die zehn aktiven Leistungssportler und vielen Hobbyathleten des VfL Sindelfingen kommen von überall her. Auch der Tuttlinger Marcus Sieger macht sich bis zu vier Mal in der Woche auf den Weg nach Sindelfingen. Der 36-Jährige profitiert vom Einsatz und enormen Fachwissen seines Trainers Roland Lörcher und ist derzeit der vielversprechendste Sportler der Sindelfinger Abteilung. „Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich auch mit Behinderung sportlich erfolgreich sein kann, außerdem tut mir der Sport auch gesundheitlich gut, so habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen", ist er mit Begeisterung bei der Sache.

Roland Lörcher gibt, gut 20 Jahre nach Ende seiner eigenen sportlichen Laufbahn, im Tischtennis immer noch einen guten Gegner für Schützling Marcus Sieger ab, Sport geht eben immer beim 69-Jährigen.

Presse | Behindertensport | 27.02.2012

VfL Sindelfingen holt Titel im Team

Schießen: Behinderten-DM


Tolle Erfolge erzielten im wahrsten Sinne des Wortes die Bogenschützen der Behindertensportabteilung des VfL Sindelfingen am Wochenende in Bad Blankenburg bei der deutschen Meisterschaft im Bogenschießen.

Die vier Teilnehmer des VfL Sindelfingen, Ernst Ortlieb, Uwe Herter, Karl-Heinz Kniest und Reinhold Scharpf starteten in den Compound-Bogenklassen. Die herausragendste Leistung erbrachte Ernst Ortlieb in der Schützenklasse. Obwohl gesundheitlich angeschlagen, setzte er in seiner Klasse von Anfang an die Akzente und ließ seinem engsten Verfolger Belting aus Bocholt mit 571:562 Ringen keine Chance. Dies bedeutete für ihn nicht nur den DM-Titel, er verbesserte damit auch seinen bis dahin von ihm selbst gehaltenen deutschen Rekord von 568 auf 571 Ringe.

In der Klasse WI (Schützen mit besonders schwerer Behinderung) konnte Uwe Herter mit 556 Ringen seinen Vorjahrestitel vor Samuel Hayer (495 Ringe) vom BC Villingen-Schwenningen deutlich verteidigen. Karl-Heinz Kniest und Reinhold Scharpf schließlich starteten in der Compound-Altersklasse und belegten dort mit guten 546 und 544 Ringen Rang fünf und sechs. Mit dem sehr guten Ergebnis von Ernst Ortlieb reichte es für die drei auch noch zum Gewinn der Compound-Bogen-Mannschaftswertung mit spiele insgesamt 1661 Ringen vor dem Team SVB Reken, das es auf 1653 Ringe brachte.