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Presse | Behindertensport | 12.09.2014

Therapie und richtig großes Kino zugleich

Bogenschütze Uwe Herter vom VfL Sindelfingen zählt zur Weltspitze und träumt von den Paralympics 2016 in Rio

Seit einem Fahrradunfall 1998 ist Uwe Herter querschnittsgelähmt. Seine Leidenschaft fürs Bogenschießen hat er erst daraufhin entdeckt - mittlerweile gehört er zur absoluten Weltspitze und träumt von einer Medaille bei den Paralympics.

VON JEREMIAS RENNER

Lachen kann Uwe Herter nicht, wenn er von dem Unfall erzählt, der sein Leben verändert hat. Seit einem Fahrradunglück vor 16 Jahren sitzt der Familienvater im Rollstuhl. "Ich habe die gleiche Lähmungshöhe wie Samuel Koch", erklärt er. "Allerdings habe ich ein bisschen mehr Glück im Unglück gehabt als er." So konnte der mittlerweile 53-Jährige seinen Job als Softwareingenieur bei Siemens behalten, musste nicht umlernen, wie viele andere, die sein Schicksal teilen. "Das war eine große Erleichterung", meint Herter. Im Vergleich zu dem prominenten Verunfallten aus "Wetten, dass" sind bei ihm zudem Restfunktionen in die Beine zurückgekehrt, sodass er es schafft, im Stehen seinen Rollstuhl selbst ins Auto zu hieven, um sich dann hinters Lenkrad zu ziehen. Autofahren geht mithilfe von Handgas, denn auch Herters Hände funktionieren wieder, wenngleich er die Finger nicht strecken kann. Noch besser als Autofahren ist dabei aber: Uwe Herter kann Bogenschießen.

Den Sport probierte er in der Reha aus, schon drei Monate nach dem Unfall, und war sofort Feuer und Flamme: "Auch Tischtennis war mir damals nahegelegt worden. Bogenschießen hat mir aber sofort zugesagt." Zunächst startete er für die SG Ditzingen im ganz normalen Wettbewerben, schaffte es auch einmal zur deutschen Meisterschaft bei den Nichtbehinderten, dann wurde er auf die Behindertensportabteilung des VfL Sindelfingen aufmerksam und maß sich fortan mit anderen Rollstuhlfahrern. Skifahren oder Wandern hat er früher gerne gemacht, auch Handball hat er lange gespielt. "Ich bin in Weilstetten aufgewachsen, da gab es nur die Auswahl zwischen Handball, Handball und Handball," erinnert sich Uwe Herter lächelnd. Seine wahre Leidenschaft hat er aber erst als Querschnittsgelähmter entdeckt. Mit dem Bogen umzugehen, das ist für ihn einerseits Therapie, denn der Sport sorgt für einen stabilen Rücken und eine gute Körperspannung. Andererseits ist das bei Herter richtig großes Kino: In seiner Wettkampfklasse zählt er zur absoluten Weltspitze, wird in der Weltrangliste derzeit auf Platz sechs geführt.

Herter war unter anderem bei den Weltmeisterschaften in Turin 2011 und in Bangkok 2013 am Start, zuletzt wurde er starker Vierter bei der Europameisterschaft in der Schweiz. "Wenn man in einem Finale ist, auch wenn es nur das kleine ist, will man natürlich gewinnen", trauert er der denkbar knapp verpassten Medaille nach. Allerdings hatte er im Tschechen David Drahoninski auch einen harten Gegner, selbiger hatte nämlich in der Vorrunde des Turniers noch einen Weltrekord geholt: 670 von 720 möglichen Ringen hatte zuvor noch niemand geschafft. So blieb für Herter am Ende nur der undankbare vierte Platz - "nach dem Verlauf des Wettbewerbs aber auf jeden Fall ein Erfolg", meint Herter. Nachdem er die Vorrunde nur als Sechster von sieben Startern beendete, ging er als klarer Underdog in sein Viertelfinale gegen den drittplatzierten Briten John Walker. Herter lacht: "Da habe ich dann aber das Ding meines Lebens geschossen."

Untereinander kennt man sich natürlich. "Es gibt ja auch nur knapp 20 Sportler, die in meiner Wettbewerbsklasse das Niveau haben, international an den Start zu gehen", meint Herter. "Das ist wie eine richtige Familie." Man geht dann schon auch mal zusammen einen trinken, verrät Herter - allerdings nur Saft. Alkohol gilt beim Bogenschießen als Doping, aufgrund der beruhigenden Wirkung. Die deutsche Delegation war in der Schweiz mit sieben Sportlern eine der kleineren. Der Deutsche Behindertensport-Verband (DBS) hat für eine Disziplin wie Bogenschießen nicht viel Bares übrig. "Das ist manchmal traurig", findet Herter. Selbst für Spesen wie Fahrtkosten zu Wettbewerben fehle oft das Geld, geschweige denn für einen Mentaltrainer, mit dem Herter so gerne zusammenarbeiten würde: "Wenns drum geht, beispielsweise in einem Finale, geht mir schon mal die Düse, das muss man doch auch irgendwie in positive Energie umwandeln können."

Für mehr Aufmerksamkeit vom nationalen Verband will er gerne eigenhändig sorgen. Am besten mit der lang ersehnten internationalen Medaille, vielleicht klappt es ja bei den Paralympischen Spielen 2016 in Rio. Die Teilnahme ist fest eingeplant, bei der WM nächstes Jahr in Donaueschingen will der Sindelfinger Athlet das Ticket buchen. London 2012 hatte er noch verpasst. Grund war ein Familienurlaub in den USA, der ihn das Qualiturnier verpassen ließ. Nicht schlimm, meint Uwe Herter, denn: "Damals hätte ich bei den Paralympics eh nichts zu melden gehabt." Und Zeit für die Familie muss ja auch mal sein. Seine Frau und die beiden 19 und 20 Jahre alten Töchter haben ohnehin schon oft darunter zu leiden, wenn Herter ganze Wochen seines Jahresurlaubs für internationale Turniere auf der ganzen Welt opfert. Das "behindertengerechte" Einfamilienhaus in Leonberg-Höfingen hatte Familie Herter 1998 nach dem Unfall des Vaters gebaut und bezogen. Neben dem rollstuhlkompatiblen Aufzug birgt der Standort noch einen weiteren Vorteil: "Das Gelände der SG Ditzingen, wo ich immer noch trainiere, liegt genau in der Mitte zwischen meinem Zuhause und meinem Arbeitsplatz." Sein Auto mache auf dem Nachhauseweg dann oft noch einen kleinen Abstecher auf den Bogenplatz, verrät Herter. Vielleicht sein Erfolgsgeheimnis: "Trainieren kann man das, was ich dort mache, nicht nennen. Ich lasse einfach meinem Spaß freien Lauf." Und da flackert es dann plötzlich wieder auf: das Lachen auf Uwe Herters Gesicht.

Presse | Behindertensport | 14.05.2014

Wenn der Sport Grenzen überwindet

Beim VfL Sindelfingen gibt es gelebte Inklusion, wenn behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam durch die Turnhallen flitzen

Von Thomas Oberdorfer

Inklusion ist beim VfL nicht nur ein Schlagwort. Sindelfingens größter Verein bietet behinderten Kindern im Alter von eineinhalb bis 16 Jahren die Möglichkeit, in verschiedenen Kursen des Breitensports gemeinsam mit nicht behinderten Kindern Sport zu treiben. Ausschlaggebend für das Angebot war die verstärkte Nachfrage von Eltern, in deren Haushalt Kinder mit Handicap leben.

„Wir hatten zunehmend Anfragen von Eltern, ob sie in der Ferienzeit neben ihren Kindern ohne Behinderung auch ihre Kinder mit Behinderung in verschiedene Kurse mitnehmen dürfen�“, sagt Harry Kibele, Sportmanager des VfL Sindelfingen. Vor diesem Hintergrund starteten die Verantwortlichen des VfL ihre Überlegungen, wie sie Kinder mit Handicap in die angebotenen Kurse integrieren, sprich wie sie das Thema Inklusion mit Leben füllen könnten.

„Was müssen wir tun, was müssen wir beachten? Welche Probleme und Schwierigkeiten könnten auf uns zukommen? Um diese Fragen mussten wir uns kümmern�“, sagt Harry Kibele, der zunächst einmal bei den Übungsleiterinnen des VfL, die im Bereich Breitensport tätig sind, nachgefragt hat. „Alle haben sich sofort bereit erklärt, mitzumachen und waren von der Idee begeistert�“, sagt Harry Kibele.

Der Weg dorthin führte über Dr. Martin Sowa. Der Referent für den Inklusionssport bei der Geschäftsstelle des Landesbehindertenbeauftragten hat das Thema Inklusion schon vor vielen Jahrzehnten aufgegriffen und ist seit 1979 Leiter der Abteilung TSG Reutlingen inklusiv. „Dr. Sowa gilt als Koryphäe auf dem Gebiet der Inklusion. Wir haben uns mit ihm zusammengesetzt und ihm unsere Pläne und Ideen vorgetragen�“, sagt Harry Kibele.

Die Informationen müssen gut gewesen sein, denn Dr. Martin Sowa riet den Sindelfingern dringend dazu, die Überlegungen in die Tat umzusetzen. „Sie machen sich zu viele Gedanken, fangen Sie einfach an.�“ So hat sich Sowa laut Harry Kibele geäußert. Und er gab dem VfL Sindelfingen noch den einen oder anderen Tipp mit auf den Weg. So sei es beispielsweise sinnvoll, für jedes der behinderten Kinder ein Merkblatt anzufertigen, auf dem verzeichnet ist, ob und wann es Medikamente einnehmen muss, unter welcher Rufnummer im Notfall ein Erziehungsberechtigter zu erreichen ist.

Die Praxis: Claudia Komorek-Klingler leitet seit vielen Jahren den Kurs Flizzplatz in der Turnhalle Sommerhofen. Eingeteilt ist dieser in drei Altersstufen. „Wir hatten von Beginn an zwei Kinder mit Downsyndrom dabei, die problemlos in der Gruppe integriert sind�“, sagt Claudia Komorek-Klingler.

Ursprünglich waren Kinder mit Haltungs- und Koordinationsproblemen die Zielgruppe des Angebots Flizzplatz, so die Motopädagogin. Diese Kinder sind weiterhin Bestandteil der Gruppe, die nun im Zuge der Inklusion für behinderte Kinder geöffnet wurde. „Die Kinder lernen unheimlich viel voneinander und sie helfen sich gegenseitig. Wenn ein Kind beispielsweise nicht alleine über einen Balken kommt, dann helfen die anderen. Die Kinder entwickeln einen richtigen Beschützerinstinkt und machen sich Sorgen, wenn mal ein Kind fehlt�“, sagt Claudia Komorek-Klingler.

Ganz wichtig: Die Eltern haben die Möglichkeit, während des Kurses bei ihrem behinderten Kind zu bleiben. „Sie können einschätzen, was ihr Kind kann und was nicht�“, sagt Kibele, wobei Claudia Komorek-Klingler die Erfahrung macht, dass oftmals die Eltern vorsichtiger sind als ihre behinderten Kinder, die sich ausprobieren wollen. „Unser Ziel ist es, Kinder mit Defiziten zu stärken, damit sie im Alltag besser bestehen können�“, sagt Komorek-Klingler. Letztlich sei es einfach schön zu sehen, wie die Kinder ohne und die Kinder mit Behinderung gemeinsam Spaß am Sport hätten.

„Wir haben derzeit etwa 20 bis 25 Kinder, die das Angebot der Inklusion annehmen�“, sagt Harry Kibele. Der VfL hat eigens für dieses Angebot einen Flyer entwickelt, der in Schulen, in Apotheken und in der Sportwelt des VfL Sindelfingen ausliegt. „Wir sind gespannt, wie der Zulauf sein wird�“, sagt Kibele, der im Herbst seine Übungsleiterinnen auf eine Fortbildung zum Thema Inklusion schicken will, „um noch mehr Fleisch an das Thema zu bringen�“. Sollten sich mehr Eltern mit ihren behinderten Kindern melden, als der VfL in seinen Kursen an Kapazität hat, so sei dies kein Problem: „Dann ist es unsere Aufgabe, mehr Kurse anzubieten�“, sagt Kibele.

Grundsätzlich gelte, dass Eltern und ihre Schützlinge zunächst einmal in die Kurse hineinschnuppern könnten, um auszuprobieren, ob das Angebot geeignet ist. „Die Zeit ist einfach reif für solche Angebote�“, sagt Harry Kibele, nach dessen Vorstellung es aber nicht dabei bleiben soll. Sein Wunsch sei, dass die Inklusion auch in den anderen Abteilungen des VfL Sindelfingen fester Bestandteil werde.

Presse | Behindertensport | 07.05.2014

Inklusion: Angebote für Kinder mit und ohne Handicap

Die Behinderten- und Reha-Abteilung des VfL Sindelfingen bietet schon seit Jahren Angebote für Erwachsene mit Handicap.

Für Kinder fehlte ein entsprechendes Programm bislang, wobei körperlich und geistig behinderte Kinder und Jugendliche im Bereich des Breitensports schon seit Jahren ganz selbstverständlich zu den Kursen kommen konnten.

Nun hat der VfL einen neuen Flyer herausgebracht, der speziell das Thema Inklusion aufgreift. Geschultes Personal bietet Eltern nun die Möglichkeit, ihre behinderten Kinder im Alter von eineinhalb bis 16 Jahren einmal die Woche zum Sport zu bringen.

Presse | Behindertensport | 23.04.2014

Silbermedaille für den VfL Sindelfingen

DM in Lobbach

Der Deutsche Behindertensportverband veranstaltete seine deutsche Meisterschaft im Tischtennis für Rollstuhlfahrer in Lobbach bei Heidelberg. Aus der Behindertensportabteilung des VfL Sindelfingen waren Gudrun Högemann und Markus Korioth dabei, Marcus Sieger musste wegen Erkrankung kurzfristig absagen.

Högemann startete in drei Wettbewerben. Im Doppel holte sie mit ihrer seit Jahren bewährten Partnerin Olga Schneider aus Bayreuth die Silbermedaille. Mit Mixed-Partner Dietmar Kober überstand sie die Gruppenphase, schied dann aber in der Zwischenrunde aus. Im Einzel wurde Gudrun Högemann nach drei knappen Niederlagen und einem Sieg Vierte.

Auf seine erste DM-Teilnahme in der Klasse WK1 (Spieler mit besonders starken Einschränkungen) hatte sich Markus Korioth intensiv vorbereitet. Da er das Tischtennis beim VfL Sindelfingen noch nicht so lange betreibt, war sein Abschneiden erstaunlich. In der Gruppenphase verlor er zwar drei Spiele, qualifizierte sich aber mit einem Sieg für die Platzierungsrunde. Dort schaffte Korioth zwei Siege und belegte den fünften Platz.

Presse | Behindertensport | 29.03.2014

Marcus Sieger auch im Einzel gut drauf

Für den Rollstuhl-Tischtennisspieler Marcus Sieger vom VfL Sindelfingen war das Weltranglistenturnier Hungarian-Open in Eger mit einer ersten Medaille ein voller Erfolg.
Erst im Halbfinale gab es beim Einzel-Wettbewerb kein Weiterkommen mehr, als er gegen Teampartner Holger Nikelis (amtierender Weltmeister und Paralympics-Sieger) ranmusste.

Der Teamwettbewerb lief für das deutsche Team der Wettkampfklasse I Nikelis/Sieger sogar noch besser. In einer gemeinsamen Klasse mit Spielern mit schwererer und leichterer Behinderung siegten die EM-Zweiten gegen Israel ebenso klar mit 3:1 wie gegen Frankreich. Gegen Irland und Kroatien freuten sie sich sogar über ein 3:0. Im Halbfinale waren die favorisierten Slowaken beim 2:3 einfach zu stark. Mit einem solch engen Ergebnis hatten die Deutschen nicht gerechnet und freuten sich über Bronze.

Presse | Behindertensport | 08.10.2013

Starker Auftritt im Doppel bringt EM-Silber

Marcus Sieger vom VfL Sindelfingen trumpft bei der Europameisterschaft im Rollstuhl-Tischtennis auf - Nächstes Ziel WM

Großer internationaler Erfolg für den Rollstuhl-Tischtennisspieler Marcus Sieger. Der für den VfL Sindelfingen startende Athlet gewann bei der Europameisterschaft im italienischen Lignano Silber im Teamwettbewerb.

Auch in seiner zweiten sportlichen Karriere geht es für den Denkinger Rollstuhlspitzensportler Marcus Sieger hoch hinaus. Als der frühere Curling-Nationalspieler Sieger Anfang Juni von Bundestrainer Volker Ziegler (Aidlingen) über seine EM-Nominierung informiert wurde, steigerte der Schwarzwälder sein Trainingspensum noch einmal auf sechs bis zehn Einheiten pro Woche, um optimal für die Europameisterschaft im italienischen Lignano vorbereitet zu sein. Und dies, obwohl Marcus Sieger in Teilzeit erwerbstätig ist. Für den Spitzensportler heißt dies daher oft: Raus aus der Firma, rein in die Halle oder zu irgendeinem Kaderlehrgang quer durch Deutschland.

Dieser Aufwand sollte nun aber belohnt werden. In der vergangenen Woche startete für Marcus Sieger (VfL Sindelfingen) der Teamwettbewerb mit seinem Partner Holger Nikelis (RSC Köln) gegen die Ungarn. Für das Team war klar, dass man nur etwas erreichen kann, wenn die Doppelspiele gewonnen werden. Daher wurde auch in der Vorbereitung vom Natio-Rollstuhltrainer Charly Weber das Hauptaugenmerk auf das Doppel gelegt. Sieger/Nikelis konnten das erste Spiel gegen Ungarn mit 3:1 für sich entscheiden. Dieses Spiel diente dem neu formierten Team, um in die Europameisterschaft zu finden, denn am nächsten Tag ging es bereits gegen den heißen Medaillenkandidaten Italien. Auch dieses Spiel gegen die Gastgeber konnten die beiden Deutschen mit 3:1 gewonnenen Spielen für sich entscheiden.

Spätestens jetzt war klar, dass alles möglich sein würde. Sollte am Nachmittag die Slowakei geschlagen werden, würde Deutschland mit einer weißen Weste direkt ins Finale gegen Großbritannien einziehen. Gesagt, getan. Auch gegen die Slowakei gewannen Sieger/Nikelis mit 3:1. Am Freitag dann der große Showdown gegen das Topteam von der Insel, um die beiden Vollprofis Rob Davies (Europameister im Einzel) und Paul Davies (Vize-Europameister im Einzel). Nikelis verlor das erste Einzel gegen Paul Davies klar mit 0:3. Im zweiten Spiel er ging es Marcus Sieger gegen Rob Davies nicht besser. Die Situation vor dem Doppel erschien aussichtslos, da die Briten nun schon 2:0 vorne lagen. Hier aber zeigten die Deutschen, welches Potenzial in dem neu formierten Team steckt. Die Deutschen gewannen gegen die beiden Profis nach hartem Kampf mit 3:2 Sätzen, eine gewaltige Überraschung. Das Team Sieger/Nikelis hatte es damit tatsächlich geschafft, im Doppel gegen die gesamte europäische Konkurrenz zu gewinnen. Würden nur die Doppel gezählt, wären die beiden Europameister. Da aber auch die Einzel im Teamwettbewerb mit eingerechnet werden und Großbritannien hier alle drei Spiele gegen ihren stärksten Widersacher gewannen, musste das deutsche Team mit der Silbermedaille hinter Europameister Großbritannien und vor Italien vorlieb nehmen. Marcus Sieger hat nach seiner erfolgreichen EM-Premiere bereits sein nächstes Ziel im Auge: die Nominierung und Teilnahme an der Weltmeisterschaft im September 2014 in Peking. Der 38-Jährige weiß, dass es für eine Nominierung im Einzel vermutlich nicht reichen wird. Daher hofft er auf eine erneute Nominierung im Teamwettbewerb. Auch im kommenden Jahr muss Marcus Sieger - neben nationalen Lehrgängen - dazu an etlichen internationalen Turnieren, vermutlich auch in Asien, teilnehmen, um die Form für eine eventuelle Weltmeisterschaftsteilnahme zu erreichen.

Presse | Behindertensport | 03.08.2013

Auch bei der zweiten Karriere hoch hinaus

Marcus Sieger vom VfL Sindelfingen fiebert seiner ersten Teilnahme bei einer Rollstuhl-Europameisterschaft entgegen

Seine zweite Karriere im Behinderten- Leistungssport hat Marcus Sieger angetreten. Der querschnittgelähmte Mann war ein erfolgreicher Curlingspieler, jetzt greift er im Rollstuhltischtennis, auch dank des VfL Sindelfingen, nach Höherem. Demnächst spielt Marcus Sieger seine erste Europameisterschaft.

Von Uli Meyer

Montagabend, kurz vor 18 Uhr, Pfarrwiesengymnasium. Wenn der Verkehr auf der A81 nicht ganz verrückt spielt, müsste jeden Augenblick Marcus Sieger um die Ecke kommen. Mit kaum fünf Minuten Verspätung erreicht die Limousine nach einer knappen Stunde Fahrzeit schließlich den Schulhof vor der Gymnastikhalle. Zunächst steigt Andrea Sieger aus, holt aus dem Kofferraum einen Rollstuhl, der neben der geöffneten Fahrertür platziert wird. Ihr Mann Marcus hievt seinen Körper vom behindertengerecht umgebauten Auto in den Rolli, der ihn zur Halle bringt.

Gehen ist für ihn seit 16 Jahren kein Thema mehr. Im August 1997 war Sieger mit dem Fallschirm nahe seines Geburtsorts Spaichingen abgestürzt. Der leidenschaftliche und trotz seiner damals erst 21 Jahre schon erfahrene Springer wurde bei einem Tandemsprung Opfer eines Missgeschicks des Kollegen. Die beiden prallten gegen ein Gebäude, beim ungebremsten Sturz aus neun Metern Höhe brach die Wirbelsäule. Seither ist Marcus Sieger vom Bauch abwärts bewegungsunfähig.

Sein brutales Schicksal hat ihn nicht zerstört. Er akzeptiert das Leben im Rollstuhl und sagt sogar: "Mein Unfall hat mich stärker gemacht." Der Sport ist ihm dabei eine große Hilfe, er ist für Marcus Sieger ein wesentlicher Bestandteil seines Lebens, früher als Fußgänger und erst recht heute als Rollstuhlfahrer.

Drinnen in der kleinen Halle werden die Tischtennisplatten aufgebaut. Sie unterscheiden sich von normalen Anlagen nur minimal, indem sie den Rollis noch mehr Bewegungsfreiheit unter der Platte gewähren. Andrea Sieger hilft ihrem Mann bei den letzten Vorbereitungen. Sie schnallt seine Beine am Trittbrett fest, füllt den Korb mit Bällen und spannt das Netz. Mit einer elastischen Binde fixiert Marcus Sieger derweil den Tischtennisschläger in seiner rechten Hand. "Sonst würde das Ding dem Gegenüber um die Ohren fliegen", erklärt er die Notwendigkeit aufgrund seiner "fehlenden Fingerfunktion". Auch diese Behinderung ist eine Folge des damaligen Unfalls.

Umso erstaunlicher, mit wieviel Feingefühl im Arm der 37-Jährige das Bällchen übers Netz spielt. Auf der anderen Seite des Tisches sitzt Roland Lörcher im Rolli. Er leitet seit vielen Jahren das Training der Behindertensportler im VfL Sindelfingen. Als früherer Paralympics-Teilnehmer ist der 70-jährige Grafenauer immer noch ein geeigneter Sparringspartner für Marcus Sieger. Lörcher returniert gut und gewinnt auch ein paar Ballwechsel, aber spätestens wenn sein Gegenüber den Tetraloop ansetzt, ist der Senior machtlos. "Das ist im Rollstuhltischtennis der Spezialschlag, gegen den der Gegner normalerweise nichts machen kann", grinst sich Marcus Sieger einen, als er wieder einmal einen dieser Mondbälle platziert hat, die knapp hinter der Netzkante auf der gegnerischen Seite landen und so angeschnitten sind, dass sie wieder übers Netz zurück oder seitwärts von der Platte springen.

Den Spezialschlag und weitereKniffe nahezu perfekt im Repertoire

Marcus Sieger hat diesen und weitere Kniffe nahezu perfekt drauf. Bemerkenswert für einen Quereinsteiger, denn er ist noch nicht einmal zwei Jahre im Tischtennis-Leistungssport aktiv. Bis 2011 war Marcus Sieger ein erfolgreicher Curlingspieler, brachte es dort bis in die Nationalmannschaft und als Paralympics-Teilnehmer in die Weltspitze. Dann suchte er eine neue Herausforderung und entschied sich für Tischtennis. "Da ist die Konkurrenzsituation deutlich größer als beim Curling. Nach Basketball ist Tischtennis der beliebteste Sport unter Rollstuhlfahrern", sagt Marcus Sieger. Es entspricht seinem Selbstverständnis vom Sporttreiben, dass er auch dort den Weg in die Spitze sucht.

Gudrun Högemann hat ihn vor drei Jahren zum VfL Sindelfingen gebracht. Auch sie ist querschnittgelähmt, spielt Rollstuhltischtennis und kommt als Villingerin aus der gleichen Region wie Sieger. Weil es in der heimischen Gegend keine passende Behindertensportgruppe gibt, ist sie seit 25 Jahren beim VfL aktiv. Genauso wie Marcus Sieger bewältigt sie einmal in der Woche die lange Anfahrt aus Richtung Bodensee.

"Wo Marcus hin will, da war ich lange schon", spielt die Seniorin auf die Teilnahme an Europameisterschaften an. Högemann spielte 2003 letztmals eine EM, bei Sieger ist das Ende September das erste Mal der Fall. In die nationale Spitze hat sich der Denkinger als DM-Zweiter 2012 und Dritter 2013 im Einzel der Wettkampfklasse I regelrecht hochkatapultiert.

Eine Art Ritterschlag war für Sieger die Berufung als Doppelpartner von Holger Nikelis. Der zweifache Paralympics-Goldmedaillengewinner aus Köln ist in seinem Sport die Nummer eins, führt auch die Weltrangliste an. "Ich habe mich halt über die vergangenen zwei Jahre hinweg durch gute Platzierungen empfohlen", strahlt Marcus Sieger. In die Nationalmannschaft berufen zu werden und an der Seite Nikelis` spielen zu können, "war ein großes Ziel von mir".

Bei der EM im italienischen Lignano tritt Marcus Sieger im Einzel, Doppel und im Teamwettbewerb an. "Eine Medaille mit der Mannschaft wäre toll", sagt er. An eine Einzelmedaille mag er noch nicht recht glauben, zu stark schätzt er die Favoriten aus England, Frankreich und Österreich ein. Und natürlich Holger Nikelis als Konkurrent im Einzel. Dessen "wahnsinnig gutes Auge für die Situation", seine Erfahrung und sein Talent sind für Marcus Sieger augenblicklich noch eine Nummer zu groß.

Über Weltcupturniere, Kaderlehrgänge und ganz viel Heimtraining will sich Marcus Sieger stetig verbessern. Oder wie er es sagt: "Kontinuierlich nach oben kraxeln". Schließlich wäre als aktuelle Nummer 35 der Weltrangliste "noch genug Luft nach oben". Dafür investiert Sieger auch viel. Neben dem regelmäßigen Montagstraining in Sindelfingen schaltet er zu Hause im heimischen Trainingsraum drei- bis viermal die Woche die vollautomatische Ballmaschine ein, die ihm tausendfach die Zelluloidkugel in verschiedensten Varianten zuspielt. "Entweder richtig oder gar nicht", sagt Marcus Sieger lapidar über sein Pensum. "Im Behinderten-Leistungssport ist heute ein ganz anderer Aufwand nötig als früher, um vorne mitzumischen", weiß Roland Lörcher, der seinen Schützling als "sehr ehrgeizig" bezeichnet. Dass Sieger jetzt erstmals zur EM fahren darf und schon die WM 2014 in Peking im Auge hat, "macht uns als VfL Sindelfingen schon stolz", so Lörcher, "denn wir sind ja nicht ganz unschuldig an seiner Nominierung".

"Näher an die Platte" oder "Oberkörper aufrichten" - immer wieder wirft auch Andrea Sieger Kommandos während der Übungsstunde ein. Seit fünf Jahren kennt sie ihren Mann, sie ist montags in Sindelfingen genauso regelmäßig dabei wie bei Marcus` Turnierteilnahmen. Anfangs begleitete auch Tim seine Eltern ins Pfarrwiesengymnasium. Doch seit das 15 Monate alte Söhnchen verstärkt Bewegungsdrang entwickelt, lässt ihn Mama Andrea montags lieber bei der Oma in Denkingen. "Hier kommt er sonst nur unter die Räder."

Mehr über den Rollstuhltischtennisspieler Marcus Sieger vom VfL Sindelfingen steht auf seiner Homepage unter Marcus Sieger (BSA).

Presse | Behindertensport | 03.07.2013

Ausrufezeichen der vier Bogenschützen

Einen tollen Auftakt in die Freiluftsaison feierten die Bogenschützen der Behindertensportabteilung im VfL Sindelfingen bei ihren Landesmeisterschaften in Weilheim. Sie belegten zwei erste und zwei zweite Plätze.

In der Compoundbogen-Altersklasse zeigte Ernst Ortlieb auf der ab diesem Jahr neu aufgelegten 50-Meter-Distanz mit 663 von 720 möglichen Ringen eine klasse Leistung und setzte damit ein Ausrufezeichen vor der deutschen Meisterschaft im August. Zweiter in dieser Klasse wurde Reinhold Scharpf mit 618 Ringen. Alleiniger Vertreter in der Klasse W1 war Uwe Herter. Mit 626 Ringen zeigte auch er eine ansprechende Leistung. Sein erklärtes Ziel ist es, sich bei der DM den verlorenen Titel vom vergangenen Jahr wieder zurückzuholen. In der Compound-Seniorenklasse unterstrich auch Karl Theurer seine aufsteigende Form und belegte mit 548 Ringen Rang zwei.

Zeitgleich wurde in Aalen die Bundesrangliste im Tischtennis der Rollstuhlfahrer ausgetragen. Glänzend aufgelegt, trotz ihrer noch nicht ganz ausgestandenen Schulterverletzung, zeigte sich Gudrun Högemann. Mit vier Siegen gegen Sabine Gottschalk und Bianca Neubig (beide RSV Bayreuth), Laurence Taburet und Bettina Bauer (beide RSC Frankfurt) sowie zwei Niederlagen mit 1:3 gegen Beate Kopf (Frankfurt) und mit 0:3 gegen die derzeitige Topspielerin des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes, Sandra Mikolaschek (Koblenz), war sie hochzufrieden. Nicht am Start war VfL-Spitzenspieler Marcus Sieger.

Presse | Behindertensport | 04.06.2013

Bronze für Sieger im Teamwettbewerb

Weltranglistenturnier

Tischtennisspieler Marcus Sieger von der Behindertensportabteilung des VfL Sindelfingen gewann beim Weltranglistenturnier in Lasko (Slowenien) zusammen mit Holger Nikelis Bronze. Im Einzel erwischte der Denkinger in dem hochkarätigen Turnier eine schwere Gruppe mit Rob Davies (Großbritannien), Jean-Francois Ducay (Frankreich)und Martin Polkorab (Slowenien). Er verlor alle Spiele und schied bereits in der Vorrunde aus.

Im Teamwettbewerb, worauf Bundestrainer Volker Ziegler aus Aidlingen das Hauptaugenmerk legte, spielte Marcus Sieger zusammen mit Holger Nikelis, dem mehrfachen Weltmeister und Paralympics-Sieger von London. Die Gegner in der Vorrunde waren die beiden Briten Rob Davies und Paul Davies sowie die Mannschaft aus Italien (Pizzurro/Borgato). Beide Teams werden in dieser Besetzung auch bei der Europameisterschaft im September in Lignano an den Start gehen. Die Motivation des deutschen Teams war daher entsprechend hoch.

Zuerst verloren Nikelis/Sieger gegen die Briten knapp mit 2:3. Am folgenden Tag kam es zum Duell gegen die Italiener, das die beiden Deutschen deutlich mit 3:1 gewannen. Das Halbfinale war somit gesichert. Dort wartete das österreichisch-schweizerische Duo Vevera/Keller. Erneut machten es die Deutschen spannend, verloren aber knapp mit 2:3 und verpassten damit den Einzug ins Finale. Für Holger Nikelis/Marcus Sieger war es mit dem Gewinn der Bronzemedaille dennoch ein erfolgreiches Turnier. Gewinner dieser Klasse wurden Rob Davies/Paul Davies.

Presse | Behindertensport | 07.05.2013

Vom Curling an die Platte und bereits etabliert

Marcus Sieger vom VfL Sindelfingen Dritter bei den deutschen Rollstuhl-Meisterschaften

Für Rollstuhltischtennis-Spieler Marcus Sieger vom VfL Sindelfingen ging es zur deutschen Meisterschaft ins badische Lobbach bei Heidelberg. Der Spieler aus dem Kader des Württembergischen Behinderten- und Rehabilitationsverbands (WBRS), der sich schon 2012 in der Wettkampfklasse eins erfolgreich bis ins Finale vorspielte, schaffte es in einem stark besetzten Feld abermals aufs Treppchen.

Marcus Sieger spielt schon einige Jahre Rollstuhltischtennis. "Ich wollte mir eine Sportart aussuchen, die ich auch mit meiner Frau ausüben kann. Richtig aktiv mit regelmäßigem Training und Trainerengagement spiele ich allerdings erst seit 2010 beim VfL Sindelfingen", sagt der 37-Jährige, der sich 1997 bei einem Unfall beim Fallschirmspringen die Wirbelsäule brach und seitdem an den Rollstuhl gebunden ist. Zehn Jahre später schaffte es Marcus Sieger in die Curling-Nationalmannschaft, mit der er bei den Paralympics in Vancouver Achter wurde. Als er 2011 seinen Rücktritt vom Curlingsport erklärte, konzentrierte er sich ganz aufs Tischtennis und verzeichnete bald die ersten Erfolge auf nationaler Ebene. Ebenfalls 2011 wurde Marcus Sieger in den WBRS-Kader unter Leitung von Landestrainer Andreas Escher aufgenommen. Volker Ziegler aus Aidlingen-Lehenweiler ist Bundestrainer des Nationalkaders, sein Co-Trainer Charly Weber ist für die "Rollis" zuständig. "Ich trainiere mindestens einmal in der Woche in Sindelfingen mit anderen Rollifahrern und den Trainern Roland Lörcher und Gudrun Högemann, zudem drei- bis viermal pro Woche zu Hause am Tischtennisroboter", erläutert Sieger sein Pensum.

"Im Vorfeld der deutschen Meisterschaften habe ich mein Spielmaterial auf einen Noppenbelag auf der Rückhand verändert, daher war ich ein wenig nervös, wie es beim Turnier klappen würde. Der dritte Platz ist ein echter Erfolg", freute sich Marcus Sieger. Gleich zu Beginn überzeugte der gebürtige Spaichinger mit zwei Dreisatzerfolgen. Gegen Walter Kilger, Paralympic-Teilnehmer von Sydney, Athen und Peking, hatte er dann zwar mit 1:3 das Nachsehen, zeigte jedoch erneut eine gute Leistung.

Gegen den amtierenden Weltmeister und Paralympics-Sieger von London, Holger Nikelis aus Köln, machte Sieger sein bestes Spiel. Es reichte zwar nicht zum Satzgewinn, aber der Sindelfinger hielt mit seinem verbesserten Aufschlagspiel in allen drei Sätzen mit. Besonders spannend machte er es im Spiel um Platz drei. Gegen Alexej Faust vom VfR Ludwigsburg hatte der Sindelfinger im Entscheidungssatz den längeren Atem. Im Doppelwettbewerb schrammte Marcus Sieger mit Franz Kiermaier (RSV Plattling) nur knapp an einem Medaillenplatz vorbei und wurde Vierter.

Mit den zuletzt gezeigten Leistungen hat Marcus Sieger bewiesen, dass er in der nationalen Spitze angekommen ist. "Nun gibt es noch einige technische Feinheiten am Rollstuhl zu verändern - wie die Sitzposition, die Sitzhöhe sowie das Arretieren der Vorderräder. Und dann natürlich Training, Training, Training", wirft der 37-jährige einen Blick nach vorne. Rollstuhltischtennis wird in den Klassen eins bis fünf ausgetragen. Je höher die Klasse, desto geringer sind die durch die Behinderung resultierenden Einschränkungen beim Spielen.

Bereits in dieser Woche steht für Marcus Sieger der nächste Wettkampf auf dem Programm. Der Anwendungstechniker, der verheiratet ist und einen Sohn hat, geht vom 7. bis 12. Mai beim Weltranglistenturnier im slowenischen Lasko an den Start. Weitere Infos über ihn gibt es unter Marcus Sieger im Internet.

Presse | Behindertensport | 12.05.2012

Mutmacher und Schwungrad zugleich

Der Grafenauer Roland Lörcher ist eine der tragenden Säulen der Abteilung / SZ/BZ-Serie zum 150-jährigen Jubiläum des VfL Sindelfingen

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Drechsel

Seit mehr als 40 Jahren hält Roland Lörcher der Behindertensportabteilung des VfL Sindelfingen die Treue. Zuerst als aktiver Sportler, der bei den Paralympics Medaillen für den VfL holte, dann als Schriftführer, Sportleiter und Trainer. „Ich habe alles immer gerne gemacht und mir gesagt, wenn es sonst keiner macht, zerbricht das, was wir uns aufgebaut haben", blickt der Grafenauer zurück.

Zurzeit betreut der 69-jährige Roland Lörcher zwei ganz starke Tischtennisspieler. Gudrun Högemann hat schon viele Turniere für den VfL bestritten. Vor wenigen Wochen trat sie - wegen einer Schulterverletzung angeschlagen - bei den deutschen Meisterschaften an. In Bielefeld sicherte sie sich im Doppel die Bronzemedaille.

Marcus Sieger ist der erfolgreichste Sindelfinger Behindertensportler der letzten Jahre. Der 36-Jährige wechselte erst 2010 zum VfL Sindelfingen, davor machte Sieger als erfolgreicher Curlingspieler auf sich aufmerksam. Bei den Paralympics 2010 in Vancouver wurde er Achter, eine Bronzemedaille bei Weltmeisterschaften konnte sich Marcus Sieger ebenfalls sichern. „Dann war der Reiz beim Curling weg. Ich wollte mir etwas Neues aufbauen und habe mit dem Tischtennisspielen eine neue Herausforderung gesucht", sagt der 36-Jährige.

Für Roland Lörcher und die Behindertensportabteilung ist der Neuzugang ein Glücksfall, schließlich spielt Marcus Sieger inzwischen schon auf einem hohen Niveau, auch wenn es mangels internationaler Erfahrung für die Paralympics in London nicht reichte.

Außerdem senkt Sieger mit seinen 36 Jahren deutlich den Altersschnitt in der Abteilung. Denn der Anteil der Kriegsversehrten nimmt altersbedingt immer weiter ab. Leider scheuen sich aber viele Zivilbehinderte vor sportlicher Betätigung.

Vor 60 Jahren noch riefen die hauptsächlich aus kriegsversehrten bestehenden Gründungsmitglieder die Abteilung ins Leben und kamen regelmäßig zum Ballspielen oder zur Gymnastik zusammen. Bald wuchsen das Interesse und auch die Mitgliederzahl. Das sportliche Angebot wuchs unter der Leitung des damaligen Abteilungsleiters Kurt Klotz. Regelmäßig war der VfL Sindelfingen Gastgeber für zahlreiche Meisterschaften.

Auch die Athleten des Vereins selbst wurden zusehends erfolgreicher. Ab den Paralympischen Spielen 1976 in Toronto bis zu denen in Athen 2004 konnte der VfL Sportler schicken. Im Schwimmen, Radfahren, Bogenschießen, Tischtennisspielen und Judo hielten die Athleten die Flagge des VfL hoch.

1980 kam auch Roland Lörcher zu seinem Paralympics-Auftritt. In Arnheim trat er im Tischtennisspielen und Bogenschießen an. Und das mit Erfolg - Lörcher kehrte mit zwei Silbermedaillen zurück. Auch in den nächsten Jahren konnte der heute 69-Jährige weitere sportliche Höhepunkte feiern.

Neben zahllosen deutschen Meistertiteln krönte er mit zwei Weltmeisterschaftstiteln im Bogenschießen 1981 und 1982 seine Laufbahn. „Der Sport hat mir immer viel gegeben. Viele, die im Rollstuhl sitzen, kommen aus der Reha und haben keinen richtigen Lebensinhalt mehr", weiß er. Anders bei Roland Lörcher: „Ein Leben ohne Sport kann ich mir heute nicht mehr vorstellen."

Und diese Begeisterung am Sport will er weitergeben. Seit unzähligen Jahren engagiert sich der Grafenauer neben seiner Trainertätigkeit für die Leistungssportler im Verein in der Jugendarbeit. Doch auch Lörcher weiß um die Probleme seiner Abteilung: „Unsere Mitgliederzahl ist deutlich rückläufig. Deswegen haben wir unser Angebot im Reha-Sport erweitert, um neue Mitglieder dazu zu bekommen."

Das Angebot für Behindertensportler ist derweil überschaubar. Im ganzen Kreis gibt es keinen Verein mit vergleichbarem Programm. Die zehn aktiven Leistungssportler und vielen Hobbyathleten des VfL Sindelfingen kommen von überall her. Auch der Tuttlinger Marcus Sieger macht sich bis zu vier Mal in der Woche auf den Weg nach Sindelfingen. Der 36-Jährige profitiert vom Einsatz und enormen Fachwissen seines Trainers Roland Lörcher und ist derzeit der vielversprechendste Sportler der Sindelfinger Abteilung. „Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich auch mit Behinderung sportlich erfolgreich sein kann, außerdem tut mir der Sport auch gesundheitlich gut, so habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen", ist er mit Begeisterung bei der Sache.

Roland Lörcher gibt, gut 20 Jahre nach Ende seiner eigenen sportlichen Laufbahn, im Tischtennis immer noch einen guten Gegner für Schützling Marcus Sieger ab, Sport geht eben immer beim 69-Jährigen.

Presse | Behindertensport | 27.02.2012

VfL Sindelfingen holt Titel im Team

Schießen: Behinderten-DM


Tolle Erfolge erzielten im wahrsten Sinne des Wortes die Bogenschützen der Behindertensportabteilung des VfL Sindelfingen am Wochenende in Bad Blankenburg bei der deutschen Meisterschaft im Bogenschießen.

Die vier Teilnehmer des VfL Sindelfingen, Ernst Ortlieb, Uwe Herter, Karl-Heinz Kniest und Reinhold Scharpf starteten in den Compound-Bogenklassen. Die herausragendste Leistung erbrachte Ernst Ortlieb in der Schützenklasse. Obwohl gesundheitlich angeschlagen, setzte er in seiner Klasse von Anfang an die Akzente und ließ seinem engsten Verfolger Belting aus Bocholt mit 571:562 Ringen keine Chance. Dies bedeutete für ihn nicht nur den DM-Titel, er verbesserte damit auch seinen bis dahin von ihm selbst gehaltenen deutschen Rekord von 568 auf 571 Ringe.

In der Klasse WI (Schützen mit besonders schwerer Behinderung) konnte Uwe Herter mit 556 Ringen seinen Vorjahrestitel vor Samuel Hayer (495 Ringe) vom BC Villingen-Schwenningen deutlich verteidigen. Karl-Heinz Kniest und Reinhold Scharpf schließlich starteten in der Compound-Altersklasse und belegten dort mit guten 546 und 544 Ringen Rang fünf und sechs. Mit dem sehr guten Ergebnis von Ernst Ortlieb reichte es für die drei auch noch zum Gewinn der Compound-Bogen-Mannschaftswertung mit insgesamt 1661 Ringen vor dem Team SVB Reken, das es auf 1653 Ringe brachte.

Presse | Behindertensport | 03.08.2011

Platz acht für Uwe Herter

Es war eine Weltmeisterschaft auf sehr hohem sportlichen Niveau. Insgesamt 266 Teilnehmer aus 42 verschiedenen Nationen nahmen daran teil.

Für die deutsche Mannschaft, die sich aus neun Bogenschützen zusammensetzte, war es allerdings eine Veranstaltung ohne Medaillen und ohne das Erreichen von Quotenplätzen für die Paralympischen Spiele 2012 in London.

In der Einzelwertung lief es bei Uwe Herter noch am besten: In seiner Klasse Compound W1 (Schützen mit besonders starker Einschränkung der Arm- und Fingerfunktionen) belegte er bei seinem ersten internationalen Start überhaupt mit 1258 Ringen den achten Rang von 18 Teilnehmern.

Sieger wurde der Finne Antonios mit 1343 Ringen. In der Finalrunde blieb er erneut an einem finnischen Schützen hängen und belegte hier ebenfalls Platz acht.

In der Compound-Schützenklasse mit über 70 Teilnehmern belegten Ernst Ortlieb und Otto-Walter Utz die Plätze 30 und 33 mit 1321 beziehungsweise 1311 Ringen. Sieger wurde der Schweizer Phillippe Horner mit 1374 Ringen.

Im Team-Wettbewerb wurden die Beiden zusammen mit Michael Arenz Siebte mit 3956 Ringen. Sieger wurde Südkorea (4052 Ringe). In der Finalrunde schieden die beiden jeweils in der zweiten Runde aus. Sieger wurde wieder der in dieser Klasse dominierende Schweizer Horner.

Eine Weltmeisterschaft, die teilweise geprägt war von großen organisatorischen Problemen: Die Italiener waren mit der Vielzahl von verschiedenen Klassen offenbar überfordert, aber auch die Wetterkapriolen wie extreme Hitze und starke Regengüsse, die den Platz total unter Wasser setzten, machten sowohl den Sportlern in gesundheitlicher Hinsicht als auch den Organisatoren hinsichtlich der Zeitplanung stark zu schaffen.

Das Fazit zog der neue Bundestrainer Rob Salden, der für seine kurze Amtszeit mit dem Abschneiden zufrieden war, nur eben mit dem bitteren Nachgeschmack, dass die Paralympics 2012 in weite Ferne gerückt sind.

Presse | Behindertensport | 24.06.2011

Vier Medaillen bei vier Starts

Nach zweijähriger Wettkampfpause startet VfL-Schwimmerin Ute Steinheber durch. Bei den württembergischen Meisterschaften der Behinderten meldete sie vier Starts bei den Senioren II und errang drei erste Plätze und einen zweiten Platz.

Der VfL meldete auch eine 4x50 Meter-Lagen-Staffel. Gemeinsam mit Werner Nothelfer (Ulm-Sölfingen) auf der Rückenlage, Ute Steinheber in der Brustlage, dem starken Schmetterlingsschwimmer Heinz Schlör (VSG Ludwigsburg) und Ralph Blanke (BSG Göppingen) im Kraulsprint gewann die Startgemeinschaft der BSA Sindelfingen den württembergischen Meistertitel vor der BSA Cannstatt in 3:50,8 Minuten.

Auf ihren Spezialstrecken, den 50 Meter Rücken und 100 Meter Rücken, erzielte sie trotz Schongangs ihre Qualifikationszeiten für die German Masters in Hannover, die vom 1. bis 3. Juli stattfinden. Gezielt trainiert wird Ute Steinheber seit April von der Triathletin Sandra Streckert.

Presse | Behindertensport | 09.04.2010

Uli Weiprecht zieht sich zurück

Der mit Medaillen reich dekorierte Pionier des Behindertensports, Uli Weiprecht, stellte sich als Kassier nicht mehr zur Wahl, nachdem er acht Jahre die Kasse der Behindertensportabteilung im VfL-Sindelfingen tadellos geführt hatte. Zuvor hatte er zehn Jahre das Amt des Schriftführers bekleidet.

In seiner sportlichen Laufbahn, die 1967 bei den württembergischen Meisterschaften begonnen hatte und von 1970 an auch regelmäßig die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft einschloss, errang Uli Weiprecht zahlreiche Titel und Medaillen im Schwimmen. 40-mal wurde er Württembergischer Meister und sechs Mal holte er sich den Titel des Deutschen Meisters als Einzelstarter. Seine Hauptlage war das Rückenschwimmen. Diese Lage schwamm er in zahlreichen Staffeln auf nationaler und internationaler Ebene.

So wurde er 1976 in Toronto Paralympicssieger mit der 4 x 50-m-Lagenstaffel. Diesen Erfolg konnte er bei den Paralympics 1980 in Arnhem (Niederlande) wiederholen, als er mit der Deutschen Mannschaft die 4 x 100-m-Lagenstaffel und die 4 x 100-m- Freistilstaffel gewann. Empfänge beim Bundeskanzler und Bundespräsidenten unterstrichen die Bedeutung der Erfolge.

Von 1978 an engagierte er sich als Schwimmfachwart auf Landesebene. Für den Württembergischen Behindertensportverband richtete er die Landesmeisterschaften aus und organisierte Trainingslehrgänge für Nachwuchsschwimmer und Kadermitglieder der Nationalmannschaft des Deutschen Behindertensportverbandes. 1992 zählte Weiprecht zu den führenden Köpfen bei der Ausrichtung der Deutschen Schwimmmeisterschaften des Behindertensportverbandes im Badezentrum in Sindelfingen, dem Ausscheidungswettkampf für die Paralympics in Barcelona.

Von 1985 bis 1994 war er Schriftführer im Württembergischen Behindertensportverband, in der Folge übernahm er dieses Amt in der Behindertensportabteilung des VfL. Im Jahr 2002 tauschte er es gegen das Amt des Kassiers ein.

Für den Rückzug Uli Weiprechts aus seinen Ehrenämtern hat der Vorstand der BSA volles Verständnis, wenngleich er es auch zutiefst bedauert.

Mit einem Essengutschein bedankte sich der ehemalige Abteilungsleiter und nunmehrige Kassier Andreas Maurer und die neue Abteilungsleiterin Ute Steinheber bei Uli Weiprecht für sein jahrelanges Engagement.

Presse | Behindertensport | 09.08.2009

Behindertensportabteilung bleibt selbständig

Sah es zu Jahresanfang noch so aus, als wenn die Behindertensportabteilung wegen fehlender Kandidaten für den Vorstandsposten aufgelöst werden müsste, so ergab die außerordentliche Jahreshauptversammlung am 7. November nun ein anderes Bild.

Andreas Maurer, der erst in diesem Jahr der BSA beigetreten war, kandidierte wie bereits im März für das Amt des Vorsitzenden und wurde, nach seiner erfolgreich absolvierten „Probezeit“, einstimmig wiedergewählt. Andreas unterstützt Montagabends die Tischtennisspieler.

Erfreulicherweise konnte mit Ute Steinheber das bisher freie Amt der stellvertretenden Abteilungsleitung nun auch besetzt werden. Ute wird sich wie im letzten Jahr um die gesellschaftlichen Aktivitäten der Mitglieder wie Stammtische, Ausflüge und die Jahresabschlussfeier kümmern.

Mit dem Kassier Uli Weiprecht ist ein „alter Vereinshase“ mit im Vorstand, denn er bringt drei Jahrzehnte ehrenamtliche Erfahrung als Schriftführer und Schwimmfachwart im Landesverband sowie Schriftführer und Kassier der BSA mit. Für den jetzigen Vorstand waren und sind sein Erfahrungsschatz und sein Wissen sehr wichtig.

Für den Posten des Schriftführers kandidierte erneut Dr. Petra Schad. Das Amt des Sportlichen Leiters übernahm wieder Roland Lörcher. Er ist die Kontaktperson für die Wettkampfsportler der BSA.

Auch die Delegierten für die Versammlung des Hauptvereins sowie Verantwortliche für die Krankenbesuche wurden bestimmt. Die Wahl der „Funktionäre“ erfolgte - wie nicht anders zu erwarten - immer einstimmig.

Für die nächsten zwei Jahre ist der Vorstand komplett, von 2010 an werden einige Posten neu zu besetzen sein. Aus dem Kreis der Anwesenden wurde ein aktives Bemühen um neue Mitglieder angeregt. Schön wäre es, wenn das Bemühen von Werner Lebsanft und Roland Lörcher auch mit Erfolg gekrönt wird. Heiß diskutiert wurde die mögliche Einführung eines Abteilungsbeitrags, der für ein Fortbestehen der BSA über kurz oder lang entscheidend sein könnte.

Presse | Behindertensport | 23.07.2009

Fahrt der BSA nach Straßburg

Erstmals führt der Jahresausflug der Behindertensportabteilung nach Frankreich.

Die für den 10. Oktober geplante Ausfahrt ins Elsass (Abfahrt 9h Glaspalast) ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet und beinhaltet eine längere Schifffahrt auf Rhein und dem Flüsschen Ill, wobei Straßburgs Kopfsteinpflaster gemieden wird und die Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus besichtigt werden. Das Mittagessen ist im Orangerie-Park vorgesehen, unweit des Europaparlamentgebäudes. Im Rollstuhl geeigneten Bus mit Hebebühne geht es weiter durch die Nordvogesen mit Kaffeepause und kleinem Abendessen mit Burgenblick zurück nach Sindelfingen gegen 20h30.

Um den teuren Bus auszulasten, bietet die Abteilung auch restliche freie Plätze für VfL-Mitglieder anderer Abteilungen an, die Angehörige im Rollstuhl haben (auch Kinder) oder gehbehindert sind. Selbstverständlich sind auch rüstige Seniorinnen und Senioren willkommen.

Auskünfte erteilt Organisatorin Ute Steinheber Tel: 07051/4810 oder noch lieber per E-Mail: ute.steinheber@web.de. Wir wünschen uns jetzt schon eine rege Beteiligung und einen goldenen Oktobertag, bevor wir uns in die Sommerpause verabschieden.

Presse | Behindertensport | 18.06.2009

Steinheber fischt drei Medaillen

Gleich drei Medaillen fischte Ute Steinheber von der Behindertensport-Abteilung des VfL Sindelfingen bei den internationalen deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin aus dem Wasser.

Die Wirbelsäulengeschädigte startete in der Startklasse AB der Allgemeinbehinderten über die 50 Meter und die 100 Meter Rücken sowie über 50 Meter Brust. In dieser Disziplin gewann sie an ihrem 53. Geburtstag die Goldmedaille und sicherte sich damit den Titel der Internationalen Deutschen Meisterin ihrer Altersklasse.

Über die 50 Meter Rücken belegte sie den zweiten Platz hinter der überragenden Deutsch-Amerikanerin Lucy Kunz, die für Schweinfurt startet. Über die 100 Meter-Rücken schob sich die Brasilianerin Rita Monica Veloso zwischen Lucy Kunz und Ute Steinheber, wurde aber wegen Tragens eines unerlaubten Schwimmanzugs disqualifiziert. Die Disqualifikation wurde später zurückgenommen, so dass Ute Steinheber die Silber- gegen die Bronzemedaille eintauschen musste. Dies trübte die herzliche persönliche Begegnung der Schwimmerinnen keineswegs. Schließlich war Rita Veloso dieses Jahr sogar auf eigene Kosten angereist, um Deutschland, Berlin und einen sportlich-fairen Wettkampf in der Europa-Sportpark-Arena zu erleben und zu genießen.