
Presse | Badminton | 16.04.2012
Empfehlung für höhere Aufgaben
Quelle: SZ/BZ-Online (www.szbz.de)
Badminton: Deutsche Junioren-Meisterschaften im Sindelfinger Glaspalast / 600 Zuschauer an drei Tagen
Von unserem Mitarbeiter Philipp Gerber
Thomas Züfle steht oberhalb der Besuchertribüne im Sindelfinger Glaspalast und lässt den Blick durch die Halle schweifen. Um es mal so zu sagen, wie das, was der stellvertretende Abteilungsleiter der VfL-Federballer von seinem Platz aus sieht, einzuordnen ist: So etwas hat es beim Badminton an Kulisse in Deutschland selten gegeben. Die deutschen Meisterschaften der Junioren U22 schaffen in puncto Austragungsort einen ganz besonderen, einen ungewöhnlichen Rahmen für ein Nachwuchsereignis einer hierzulande wenig dem Rampenlicht zugetanen Sportart.
600 Zuschauer sind an drei Veranstaltungstagen in den Glaspalast gekommen, natürlich haben sie sich oft im weiten Rund der Halle verlieren müssen. Dennoch sieht Züfle einen absoluten Gewinn für den Sport: „Die Atmosphäre hier ist klasse.“ Dabei sei ihm das nicht so klar gewesen, als er mit den anderen der insgesamt rund vier Dutzend Helfern vom VfL Donnerstagabend zum Aufbau in die Halle kam: „Da war alles leer, ich dachte nur, hoffentlich klappt das.“ Insgesamt fünf Spielfelder verlegte die Abteilung in Eigenregie und füllte die Spielfläche, als überraschend gut stellten sich bald die Lichtverhältnisse heraus.
Warum die Sindelfinger das nationale Ereignis ausrichten wollten, obwohl keine eigenen Teilnehmer antraten und auch keine Welle an neuen Mitgliedern zu erwarten ist? „Da ist viel Idealismus mit im Spiel“, erklärt Thomas Züfle. Akribisch sammelte die Sparte das Geld bei Kleinsponsoren zusammen und freute sich am Ende noch über einen ordentlichen Obolus von der Stadt. Zusammen mit einem guten Ergebnis beim Catering und Schiedsrichteraufwendungen in geringerem Ausmaß als angenommen, wird die Veranstaltung sich tragen. Ein minimaler Gewinn scheint möglich.
Doch in der Hauptsache sehen Züfle und Abteilungsleiter Michael Häupler das Turnier als Betrag der Badminton-Sparte zum Vereinsjubiläum. Reibungslos geht der Wettbewerb am Ende über die Bühne. „Die Organisation hat einwandfrei geklappt“, freut sich Häupler über die drei Tage im Glaspalast. Auch sportlich blicken er und Thomas Züfle schon vor den Final-Begegnungen auf ein rundum gelungenes Wochenende zurück: „Das war sensationell.“ Insgesamt 117 Spieler hatten sich angemeldet zwischen der Jüngsten, der 13-jährigen Yvonne Li vom Hamburger SV und der Altersgrenze von 21. „Wir haben in Bezug auf die Spielgeschwindigkeit und die Athletik tolle Partien gesehen“, resümiert Thomas Züfle.
Vielleicht hat sich der VfL mit dem erfolgreichen Durchführen der Meisterschaften auch für höhere Aufgaben empfohlen. Das kann sich jedenfalls Bernhard Mai, der Präsident des baden-württembergischen Verbands vorstellen: „Der VfL ist einer der ersten Vereine in Württemberg. Die sind in der Lage, solche Veranstaltungen auf die Beine zu stellen.“ Bernhard weiß zudem zu berichten, dass im nationalen Verband insbesondere der Glaspalast gut angekommen ist: „Da ist man begeistert von der Halle. Ich sehe sie als prädestiniert für andere Großveranstaltungen an.“
Weil Top-Turniere wie die German Open und die deutschen Meisterschaften mittelfristig in Westdeutschland beheimatet sein werden, kommt beispielsweise ein Länderspiel in Betracht. Wenn sich Thomas Züfle jedoch den Aufwand dafür durchkalkuliert, sagt er: „Ein Aufeinandertreffen mit China, da könnte ich schwach werden. Sonst eher nicht.“ Der „Riesenaufwand“ stünde nicht im Verhältnis zum Ertrag - denn 1500 Zuschauer würde Züfle dann schon gerne im Glaspalast sehen.
Info:
Ergebnisse zur deutschen Meisterschaft der Junioren gibt es im Internet unter www.federballer.de.

Presse | Badminton | 15.04.2012
Zwei lädierte Knöchel mindern den Genuss
Quelle: KRZ-Online (www.bb-live.de)
Drei Tage lang bot der deutsche Nachwuchs bei den nationalen U22-Meisterschaften den Zuschauern im Glaspalast Badminton vom Allerfeinsten. Am Ende strahlten nicht nur die Sieger mit den Glaspokalen um die Wette. Auch das Organisationsteam des VfL Sindelfingen blickte auf eine rundum gelungene Veranstaltung zurück.
Kein Wunder, lief doch fast alles nach Plan und nicht nur das Publikum, sondern auch Spieler und Betreuer fühlten sich bestens versorgt.
Keine Lokalmatadoren vorne dabei: Spieler von Gastgeber VfL Sindelfingen waren bei der deutschen Meisterschaft nicht vertreten, und auch sonst sah es mit Lokalmatadoren eher mau aus. Andreas Geisenhofer aus Reutlingen schied mit seinem Partner Christoph Mangstl bereits in der ersten Runde der Doppelkonkurrenz nach drei engen Sätzen aus. Bei den nationalen U19-Wettkämpfen hatten die beiden noch das Halbfinale erreicht. Dieses Kunststück gelang im Glaspalast Fabian Roth aus Neusatz gemeinsam mit Johannes Pristorius. Damit war Regionalligaspieler Roth, amtierender Doppel-Meister der U17, der erfolgreichste Baden-Württemberger in Sindelfingen - und das auch noch als nicht gesetzter Spieler.
Dreifaches Verletzungspech: Sogar zweimal ins Finale schaffte es Max Schwenger. Im Mixed-Endspiel an der Seite von Isabel Herttrich ereilte ihn dann allerdings das Verletzungspech. Nach gerade einmal sieben gespielten Punkten knickte er so unglücklich um, dass das Spiel für ihn gelaufen war. "So ein Ende hat sich keiner gewünscht", war Baden-Württembergs Sportwart Andreas Schuch am Hallenmikrophon enttäuscht. Und nicht nur er ließ den Kopf hängen. Sogar die Sieger und damit deutschen Meister Amelie Oliwa und Tobias Wadenka wirkten enttäuscht. Unglücklich lief die Sache auch für Schwengers Partner im Männer-Doppel, Andreas Heinz, der das Finale damit ebenso kampflos abgeben musste. Die Doppelkonkurrenz der Männer gewannen damit Julien Gupta und René Rother. "Schade, dass es so gelaufen ist, weil Max und Andreas machen ein so geiles Spiel im Doppel, das wäre ein Reißer für die Zuschauer geworden", meinte ein geknickter Andreas Schuch. Das Publikum bekam zudem nur ein halbes Frauenfinale geliefert, denn auch Alina Hammes verletzte sich beim Stand von 5:11 am Sprunggelenk und musste aufgeben. Fabienne Debrez profitierte, hätte aber wohl lieber regulär gewonnen.
Strahlende Sieger: Immerhin gab es für die 300 Zuschauer noch zwei reibungslos verlaufene, hochklassige Endspiele. Was allerdings nicht viel ist, wenn man bedenkt, dass sie sich auf fünf gefreut hatten. Isabel Herttrich konnte im Damendoppel an der Seite von Inken Wienefeld ein wenig die Enttäuschung aus dem Mixed-Finale wegstecken und wurde zumindest hier deutsche Meisterin. Gegen Kathleen Ebersbach und Landa Klasen lautete das Ergebnis 21:12, 22:20. Richard Domke bezwang Kai Schäfer im Herreneinzel und sicherte sich dank eines 21:14, 21:15 den Titel.
Inspirierende Partien: "In Sindelfingen hatten wir so ein Niveau bisher noch nicht", war auch die Nummer eins des VfL bei den Frauen, Claudia Pal, sehr angetan von der deutschen U22-Meisterschaft. "Die Spiele sind schon sehr inspirierend und man bekommt Lust, wieder öfter den Schläger zu schwingen", schwärmt sie. Allerdings sei sie selbst schon längere Zeit nicht mehr so intensiv im Training und käme auch nicht mehr auf dieses Level. "Für unsere jungen Spieler ist das aber bestimmt eine große Motivation." Schade findet sie es nur, dass bei den teilnehmenden Bundesländern vor allem Nordrhein-Westfalen dominiert, wo die Badminton-Hochburgen und auch viele Sportinternate sitzen.
Der feine Unterschied: Dabei sieht doch alles so einfach aus. "Der Freund von Claudia hat zu mir gemeint, dass sie doch bestimmt mit der Verliererin des Halbfinales mithalten könnte", erzählt VfL-Abteilungsleiter Michael Häupler mit einem Schmunzeln. Seine Spielerin sei zwar gewiss keine Schlechte, aber das würde seiner Ansicht nach eher nicht funktionieren. Wo liegt also der Unterschied? "Auch bei Freizeitspielern kann Badminton vielleicht ähnlich gut aussehen", erläutert Häupler, "aber je höher das Niveau, desto präziser die Schläge und desto weiter die Wege. Die Topspieler scheinen sich zwar kaum zu bewegen und trotzdem alle Bälle zu kriegen, aber die Ballwechsel werden länger und damit auch die Laufwege. Das fordert mehr Konzentration und Kondition."
Zufriedenes Fazit: Konzentriert ging auch die Helfer des VfL Sindelfingen zu Werke. "Bis auf ein paar Kleinigkeiten hat alles super gepasst", freute sich Michael Häupler am Ende des Turniers. Lediglich der Bespannungsservice habe die Sindelfinger am Freitag kurzfristig versetzt und einmal habe es ein Problem mit den Böden gegeben. "Sonst lief alles rund", so Häupler, der sich auch über die Zuschauerzahlen glücklich zeigte: "Für unsere Verhältnisse ist die Haupttribüne voll." Auch wenn er selbst als Mitglied der Turnierleitung nicht besonders ausgiebig zuschauen konnte, sah er einige hochklassige Spiele. Beim Halbfinale der Männer saß er als Linienrichter dabei und lobte die Spieler in höchsten Tönen: "Faszinierend, was die Jungs da geboten haben."
Lorbeeren vom Verband: Ähnlich sah das auch der Deutsche Badminton-Verband. "Die Bedingungen in der Halle und im Umfeld sind top und der VfL Sindelfingen hat die hohen Erwartungen mit einem perfekten Team erfüllt", sparte DBV-Vizepräsident Gerd Pigola nicht mit den Lorbeeren. Er selbst trat in der Daimlerstadt schon einmal bei den Altersklasse-Meisterschaften an und weiß daher um die Erfahrung der Sindelfinger bei der Ausrichtung von Großereignissen. Nur mehr Zuschauer hätte er sich gewünscht, und die dürften auch gerne näher dran sein am Geschehen. Und was bringt die Zukunft? Demnächst werden für den Herbst Länderspiele gegen China ausgeschrieben. Eine Sache für den Glaspalast? "Das alles hat Energie gekostet und wir sind erstmal alle platt. Man sollte den kleinen Haufen auch nicht überfordern und außerdem ist es in finanzieller Hinsicht schwer", bremst Abteilungspressewart Thomas Züfle. Um mit einem Lächeln hinzuzufügen: "Bei einer Partie gegen China würde ich persönlich aber schon ein bisschen schwach werden, etwas Interessanteres gibt es derzeit kaum."

Presse | Badminton | 14.04.2012
Im großen Glaspalast fühlt sich mancher noch ein bisschen verloren
Quelle: KRZ-Online (www.bb-live.de)
Bei der deutschen U22-Meisterschaft präsentiert sich der VfL Sindelfingen als guter Ausrichter - Keine Teilnehmer im Feld, aber dafür viele freiwillige Helfer
Von Michael Schwartz
Drei Tage lang bekommen die Zuschauer im Glaspalast seit gestern Badminton-Sport der Extraklasse geboten. Bei der deutschen Meisterschaft der U22-Junioren spielt die nationale Elite in dieser Altersklasse. Vom ausrichtenden VfL Sindelfingen ist zwar keiner dabei, aber dennoch sind die Abteilungsmitglieder und deren alte Bekannte voll eingespannt.
Ein bisschen verloren: Die Eröffnungsrede übernimmt Badminton-Abteilungsleiter Michael Häupler, der sich in den drei Tagen in der Turnierleitung einbringt. "Ein kleines bisschen fühle ich mich verloren", gesteht er schmunzelnd den Teilnehmern und Betreuern im Glaspalast. Kein Wunder, spielen die Sindelfinger doch sonst meistens in der deutlich kleineren Hinterweilhalle. "Wir sind Turnhallen gewohnt, aber ich habe mir den Unterschied eigentlich schlimmer vorgestellt", relativiert er hinterher. Den Spielerinnen und Spielern, von denen die meisten zum ersten Mal in Sindelfingen aufschlagen, wünscht er "spannende Spiele und die Erfolge, die ihr euch vorstellt".
Gute Adresse: Referee Hans Krieger aus Rheinstetten ist schon öfter in Sindelfingen gewesen und weiß, dass der VfL eine gute Adresse für Badminton ist: "Ich war schon 20 Mal hier bei Südost- und Baden-Württemberg-Meisterschaften. Die Sindelfinger spielen, was die Ausrichter anbelangt, vorne mit." Er selbst ist als Oberschiedsrichter und Mitglied im Turnierausschuss für alle kniffligen Fragen zuständig und gibt anfangs noch letzte Hinweise an die Spieler.
Auf den Knien: Tags zuvor hatten die Badminton-Spieler vom VfL noch fleißig wie die Bienchen durch den Glaspalast gewirbelt und die fünf Felder aufgebaut. Diese bestehen aus vier einzelnen Bahnen, die mit Reißverschlüssen verbunden werden. "Das Entscheidende ist dann, auf den Knien rutschend mit Rollen die Luft unter den Matten rauszubekommen", erklärt Sindelfingens Abteilungsleiter Michael Häupler das Prozedere. Anschließend werden die sowieso schon rutschfesten Matten noch an den Ecken mit Panzerklebeband fixiert, damit auch wirklich nix passieren kann.
Kärtchenspieler: Kassenwart Jens Teichelmann, der sonst in der zweiten VfL-Mannschaft antritt, ist als Zählrichter tätig. Er klappt am Feldrand die Zahlenkärtchen auf einem grünen Brett um, damit alle den Spielstand nachverfolgen können. "Normalerweise sind die Jugendspieler dafür zuständig, aber wenn die noch nicht können, springt man gerne ein", freut er sich, dass "seit Ewigkeiten" mal wieder eine derart große Veranstaltung in Sindelfingen stattfindet. Vor allem müsse er sich bei seiner Aufgabe darauf konzentrieren, die Punkte auf der richtigen Seite zu verstellen, wie es ihm der Schiedsrichter anzeigt. Aufschlag- und Linienrichter kommen auch noch dazu, allerdings erst ab dem Halbfinale.
Tolle Aussicht: Auch Dennis Mohr und Harald Wagner bringen sich für den Verein ein. "Das ist doch der beste Veranstaltungsrahmen, den wir uns wünschen können", ist das für sie selbstverständlich. Vom Bedienungs-Terminal der Anzeigentafel aus haben sie den besten Ausblick, können alle fünf Spielfelder aus der Vogelperspektive einsehen. Worüber sie freilich nicht unglücklich sind: "Wir erwarten Topspiele, denn wir sehen hier das höchste Niveau, das man bieten kann."
Lieber arbeitslos: Etwas langweilig mutet hingegen der Job von Tom Kimmich aus Gerlingen und Sandy Tröger aus der Nähe von Heilbronn an. Die Physiotherapeuten sitzen in einem dunklen Kämmerchen ohne Blick aufs Spielfeld und warten auf Arbeit. "Aber mir ist es lieber so als andersrum", räumt Tom Kimmich ein, denn Spieler ohne Zipperlein seien immer besser. "Am Anfang ist es schon immer zäh, aber im Laufe des Turniers treten vor allem Ermüdungsprobleme auf", spricht Kimmich, der schon seit 15 Jahren bei Veranstaltungen der Sindelfinger Badminton-Abteilung hilft, aus Erfahrung. Die Schmerzen vor allem aus den Beinen und Schultern werden von ihm dann einfach rausmassiert.

Presse | Badminton | 14.04.2012
Festtage für die VfL-Familie
Quelle: SZ/BZ-Online (www.szbz.de)
150 Jahre VfL Sindelfingen: Was für ein schöner Gedanke von Sindelfingens Badminton-Abteilungsleiter Michael Häupler: „Wenn nur zehn Prozent der Mitglieder des VfL einmal bei den Deutschen Meisterschaften im Glaspalast vorbeischauen würden, würde das unsere Zuschauer-Erwartungen bereits übertreffen."
Die Badminton-Meisterschaften, die noch bis Sonntag im Sindelfinger Glaspalast stattfinden, sind nur ein Beispiel, wie sich die Abteilungen sich gegenseitig unter die Arme greifen können.
Der VfL ist ein Großverein mit knapp 9000 Mitgliedern, in dem natürlich nicht jeder über jede Abteilung bis ins Detail informiert sein kann. Gerade deshalb ist das 150-jährige Jubiläum der perfekte Anlass, einmal über den Tellerrand hinaus zu schauen und unbekannte Seiten des Vereins und weniger vertraute Sportarten zu erleben.
Gegenseitiges Interesse hilft nicht nur, den zahlreichen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr Erfolg zu bringen, sondern wirkt im Sinne eines besseren Miteinanders weit über das Jubiläumsjahr hinaus.
steffen.mueller@szbz.de

Presse | Badminton | 12.04.2012
"Absoluter Spitzensport mit künftigen Nationalspielern"
Quelle: KRZ-Online (www.bb-live.de)
Interview mit Abteilungsleiter Michael Häupler vom VfL Sindelfingen zu den deutschen U22-Meisterschaften von Freitag bis Sonntag im Glaspalast
Schon die dritte deutsche Meisterschaft im Kreis dieses Jahr: Nach den Lateintänzern in Böblingen und den Griechisch-römisch-Ringern in Ehningen geht`s von Freitag bis Sonntag im Sindelfinger Glaspalast um die Titel im Badminton der unter 22-Jährigen.
Von Michael Stierle
Im KRZ-Interview spricht der langjährige Badminton-Abteilungsleiter des VfL Sindelfingen, Michael Häupler, über die Vorgeschichte dieser DM, den Umzug von der angestammten Hinterweilhalle in den Glaspalast, seine Erwartungen und die Probleme seiner Sportart, in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen zu werden.
Würde es die deutschen U22-Meisterschaften auch ohne das Jubiläum "150 Jahre VfL" in Sindelfingen geben?
Eher nicht. Vor zwei Jahren ist dieses Thema erstmals bei uns aufgeschlagen. Damals hat der Vorstand des Hauptvereins die Abteilungen aufgefordert, mit eigenen Veranstaltungen mitzumachen. Zunächst wollten wir die deutschen Altersklasse-Meisterschaften holen, weil wir die bereits auf württembergischer und südostdeutscher Ebene ausgerichtet haben. Aber dazu wären bis zu 15 Spielfelder nötig gewesen, und eine solche Halle hat Sindelfingen nicht zu bieten. Bis der Verbandspräsident kam und uns die U22 angeboten hat.
Gab`s andere Bewerber?
Es waren weitere Vereine im Rennen. Da diese Meisterschaften in den letzten fünf Jahren aber immer in Regensburg ausgetragen wurden, waren sie beim Verband wohl der Ansicht, dass ein anderes Bundesland an der Reihe wäre. Wobei wir uns als Ausrichter einer deutschen Jugendrangliste schon einen guten Namen gemacht haben. Damals sind wir mit rund 100 Jugendlichen aber fast an unsere Grenzen gestoßen.
Und das Echo darauf in der Abteilung?
Die Bereitschaft, im Rahmen des Jubiläums auch etwas richtig Großes zu machen, war da. Im Ausschuss haben alle sofort mitgezogen.
Stellte sich auch die Frage nach der Halle?
Auf jeden Fall. Das Hinterweil, unsere eigentliche Badminton-Heimat, ist definitiv zu klein dafür, die Sommerhofenhalle ist wegen den Lichtbögen an der Decke nicht hoch genug. Und im Unterrieden ist die Blendgefahr bei Sonnenschein zu groß. Eine Sanierung des Daches hätte mal kurz 20000 Euro gekostet.
Blieb also nur der Glaspalast.
Den haben wir eigentlich immer gescheut, weil er so groß ist und die Gefahr besteht, dass sich die Leute darin verlieren. Andererseits bietet er beste Voraussetzungen in punkto Bewirtung, Parkplätze, Größe und Höhe. Der Spiegelsaal eignet sich bestens für den Empfang. Ich habe mir deshalb auch viele Veranstaltungen dort angeschaut, zuletzt den Junior Cup im Januar. Wenn 4000 Zuschauer in der Halle sind, ist das natürlich eine tolle Atmosphäre.
Ist der Glaspalast nicht auch eine Kostenfrage?
Bei den Grundkosten ist uns die Stadt sehr weit entgegengekommen, auch mit einem weiteren Zuschuss. Für diese enorme Unterstützung sind wir auch dankbar.
Das heißt, die wirtschaftliche Seite haben Sie nie aus den Augen verloren?
Natürlich nicht, auch wenn die Abteilung finanziell zurzeit ganz gut aufgestellt ist. In der Vergangenheit hatten wir nach solchen Veranstaltungen etwas Geld in der Kasse, das wir dann in unsere Jugendarbeit gesteckt haben. Diesmal haben wir von vorneherein gesagt, dass wir vor allem eine tolle deutsche Meisterschaft durchführen können.
Wie steht`s mit Vorgaben seitens des Verbandes?
Die gibt`s. Nur ein Beispiel: Vorgeschrieben sind insgesamt 15 Schiedsrichter, die würden mit Tagessatz und Übernachtung mit rund 1500 Euro zu Buche schlagen. Jetzt hat der baden-württembergische Verband extra für das Wochenende einen Lehrgang organisiert, womit die Kosten drastisch reduziert werden. Enttäuscht bin ich allerdings von unserem Hauptverein, der von vorneherein klipp und klar erklärt hat, dass er kein Geld zuschießen kann.
Geht die Badminton-Abteilung mit dieser DM also ein finanzielles Risiko ein?
Nein. Wir haben schließlich auch Einnahmen mit den Startgeldern, immerhin sechs Euro pro Disziplin, womit bei 120 Teilnehmern auch eine gewisse Summe zusammenkommt, Sponsoren und Bewirtung. Das Geld geht aber unter anderem für Pokale und Urkunden wieder drauf.
Was ist mit Eintrittsgeldern?
Das war für uns nie ein Thema. Wir haben beim Badminton sowieso eher wenig Zuschauer, und die wollen wir nicht auch noch verprellen. Sonst sind die Teilnehmer, Offizielle und geladenen Gäste unter sich. Ich hoffe auf zufällige Gäste, Besucher der umliegenden Vereine und natürlich auch Mitglieder der anderen VfL-Abteilungen. Mein Wunsch nach Regenwetter scheint jedenfalls laut Vorhersage in Erfüllung zu gehen.
Mit wie vielen Zuschauern rechnen Sie?
Da bin ich selbst gespannt wie ein Flitzebogen. Immerhin wird ja an diesen drei Tagen absoluter Spitzensport mit künftigen Nationalspielern, die schon jetzt in der ersten oder zweiten Bundesliga aktiv sind, geboten. Die Werbetrommel haben wir jedenfalls gerührt dafür.
Inwiefern?
Bei der Spielrunde von Oktober bis März sind unsere Mannschaften in ganz Württemberg herumgekommen, haben überallhin Plakate mitgenommen. Auch bei der Altersklasse-Meisterschaft im Februar haben wir Flyer verteilt. Und über die ganze Stadt verteilt haben wir sechs große Banner aufgehängt.
Warum kommen so wenige Zuschauer zum Badminton?
Wenn ich das wüsste. Das ist nun mal keine populäre Sportart, obwohl es fast jeder spielen kann und gerade im Freizeitbereich bei uns die Halle brechend voll ist.
Die deutschen Damen wurden vor Kurzem in Amsterdam Mannschaftseuropameister, die Herren Zweite. Aber kaum jemand hat das registriert.
Weil die Idole fehlen, die Deutschen sind erst jetzt so langsam erfolgreich. Und dazu fehlt die Medienpräsenz. In Dänemark ist Badminton Volkssport, da wird das im Fernsehen mit besonderen Einstellungen gezeigt, in denen man sieht, wie raffiniert und auch anstrengend dieser Sport sein kann.
Wie steht`s denn mit Lokalmatadoren?
Eher schlecht. Wir haben einen talentierten Spieler in Reutlingen, aber auch der wird nicht sehr weit kommen. Die Wiege des Badmintons steht in Nordrhein-Westfalen. Wenn Sie wissen, was Haribo bedeutet, verstehen Sie auch warum.
Keine Ahnung.
Das heißt Hans Riegel Bonn. Er war nicht nur Gründer der Gummibärchenfabrik, sondern 1953 auch des Deutschen Badminton-Verbandes und sein erster Präsident. Dort hat Badminton einen anderen Stellenwert mit viel besseren Strukturen. Auch wenn inzwischen andere Bundesländer wie Schleswig-Holstein, Bayern, das Saarland und Sachsen nachgezogen haben.
Und wie sieht`s im VfL Sindelfingen aus?
Der Leistungssport ist unser kleines Sorgenkind. Das rührt aber noch aus dem Jahr 1996 her, als wir in die 2. Bundesliga aufgestiegen sind, aufgrund interner Querelen im Team aber einen Rückzieher machten. Damals wurde beschlossen, dass keine Leute nur des Geldes wegen geholt werden. Bis vergangene Saison hat das auch ganz gut geklappt. Aber durch böse Verletzungen und Studenten, die ein halbes Jahr ausfielen, war der Abstieg aus der Württemberg-Liga nicht abzuwenden. Jetzt haben wir nächste Runde eben zwei Teams in der Verbandsliga. Nach der deutschen Meisterschaft werden wir in aller Ruhe eine Mannschaftssitzung einberufen, um die Aufstellungen festzulegen.
Und in der Jugend?
Bei den Mädchen müssen wir noch ein bischen mehr Herzblut investieren, unser Trainer Gerhard Richter macht das schon. Bei den Jungs sind wir gut aufgestellt, Max Ilgenfritz war bei den Bezirksmeisterschaften in zwei Finals vertreten. Der Unterschied zu den Spielern in der deutschen Spitze, die zum Teil neun Trainingseinheiten pro Woche absolvieren, ist aber enorm.
Erhoffen Sie sich von diesen deutschen Meisterschaften einen Schub für Ihre Abteilung?
Das ist nicht unser Anspruch. Wir wollen eine perfekt organisierte Veranstaltung, bei der sich alle wohlfühlen und nach der die Vertreter des Verbands sagen, dass sie gerne wieder nach Sindelfingen kommen würden.

Presse | Badminton | 12.04.2012
Meldeliste lässt Herzen höher schlagen
Quelle: KRZ-Online (www.bb-live.de)
Einschätzung und Prognosen des baden-württembergischen Sportwarts
Andreas Schuch
Es ist lange her, dass eine mehrtägige Badminton-Meisterschaft im "Ländle" Station gemacht hat. Das letzte Mal war dies 1994 der Fall, als in Söflingen die deutschen Meisterschaften der Aktiven stattfanden. Einige Ältere werden sich auch noch an die Europameisterschaften in Böblingen erinnern - vor 30 Jahren. Seitdem gab es zwar immer wieder attraktive Länderspiele, das waren aber nur Freundschaftsspiele an einem Abend mit fünf Spielen.
Die deutschen U22-Meisterschaften versprechen auf jeden Fall drei Tage lang modernstes Badminton mit rund 150 Partien auf höchstem Niveau, das einer Aktiven-DM in Sachen Athletik und Spannung kaum nachsteht. Das Meldefeld lässt dabei die Badmintonherzen höher schlagen, sind doch alle namhaften Spieler der Altersklasse am Start. Andreas Schuch, Sportwart des Baden-Württembergischen Badminton-Verbandes, wagt eine Einschätzung in den einzelnen Disziplinen.
Herren-Einzel: "Gleich vier Favoriten streiten sich um den Titel", so Schuch. Nikolaj Persson (TSV Trittau) schied vergangenes Jahr vorzeitig aus, will diese Scharte auswetzen. Bei der O19-Meisterschaft konnte ihm Richard Domke (SV Fischbach) den Schneid abkaufen. Das Halbfinale kennt Patrick Kämnitz vom Horner TV aus Hamburg bereits aus dem Vorjahr, stark einzuschätzen ist auch der deutsche Jugendmeister Kai Schäfer (SV Fun-Ball Dortelweil), während Florian Berchtenbreiter vom TV Dillingen die südostdeutschen Fahnen hochhält.
Damen-Einzel: Kaum einer zweifelt daran, dass Fabienne Deprez vom FC Langenfeld den Titel holen wird. "Die Nationalspielerin und einzige deutsche Teilnehmerin einer Jugendolympiade sollte die Konkurrenz dominieren", ist Andreas Schuch überzeugt. Aufpassen muss sie auf Alina Hammes (SV Fischbach) sowie die amtierenden deutschen Jugendmeisterinnen Anika Dörr vom SV Fun-Ball Dortelweil (U19) und Luise Heim von der BSG Neustadt (U17). Die südostdeutschen Hoffnungen werden von Julia Kunkel (TSV Stein) getragen.
Herren-Doppel: Mit Andreas Heinz von der SG Anspach könnte es den einzigen Titelverteidiger geben. Gemeinsam mit Max Schwenger (TV Refrath) stand er bereits im Halbfinale der Aktiven-DM. Wie im Mixed gehört der südostdeutsche Meister Tobias Wadenka (TSV Neuhausen-Nymphenburg) mit Thomas Legleitner (SV Fun-Ball Dortelweil) zu den schärfsten Konkurrenten. Auch Jonas Geigenberger (SV Fischbach) und Fabian Holzer (SV Fun-Ball Dortelweil) wollen sich ein Stück vom Erfolgskuchen abschneiden. "Aus baden-württembergischer Sicht sind wir gespannt auf den deutschen U17-Jugendmeister Fabian Roth aus Neusatz mit seinem Partner Johannes Pistorius vom TSV Freystadt", so Schuch.
Damen-Doppel: "Es heißt, in dieser Disziplin sei alles möglich", so Baden-Württembergs Sportwart Andreas Schuch. Isabell Herttrich und Inken Wienefeld vom VfL Hamburg wollen an ihren Erfolg von 2009 und das Halbfinale der O19-DM anknüpfen. Gut möglich, dass eine der anderen Paarungen überrascht. "Vielleicht gelingt dies ja der südostdeutschen Meisterin Amelie Oliwa vom TSV Neuhausen-Nymphenburg mit ihrer Partnerin Amelie Storch vom SV Fischbach" (Schuch). Hoffnungen dürfen sich auch Alina Hammes (SV Fischbach) und Kira Kattenbeck (BV Wesel) sowie Fabienne Köhler (FC Langenfeld) und Laura Riffelmann (BC Hohenlimburg) machen.

Presse | Badminton | 07.04.2012
Ein besonderes Gen für einen besonderen Sport
Quelle: SZ/BZ-Online (www.szbz.de)
Von unserem Redakteur Steffen Müller
Es ist die Kombination aus körperlichen und mentalen Faktoren, die Gerhard Richter am Badminton so fasziniert. Der Sindelfinger entdeckte seine Leidenschaft erst mit 18 Jahren, kam aber bis heute nicht mehr von ihr los. Beim VfL war er aktiver Spieler, Pressewart und Abteilungsleiter. Heute gibt er sein Wissen als Trainer an den Nachwuchs weiter.
„Dynamik, Kraft und Schnelligkeit auf der einen, Wille, Kampfgeist und taktisches Können auf der anderen Seite. Diese Kombination von physischen und psychischen Faktoren ist es, die mich am Badminton so beeindruckt", sagt Gerhard Richter, den sie im Verein alle Geggus nennen.
Zunächst spielte Richter in seiner Jugend Fußball und Handball, kam dann aber mit 18 Jahren zum Badminton: „Ich hatte Probleme mit den Augen, brauchte eine Brille, die mich bei den Mannschaftssportarten behinderte. Kontaktlinsen waren damals noch kein Thema. Deshalb bin ich letztlich über meinen Bruder zum Badminton gekommen - glücklicherweise", sagt der 54-jährige Sindelfinger.
Talent hatte er: „Das entsprechende Bewegungsmuster habe ich mitgebracht. Man braucht zum Badminton schon ein besonderes Gen", sagt Richter, „es ist eben die vorher angesprochene Kombination von körperlicher und mentaler Fitness." Richter war aber nicht nur als Spieler erfolgreich, sondern bald auch ehrenamtlich beim VfL engagiert. Richter war unter anderem Pressewart und als Vorgänger von Michael Häupler auch Abteilungsleiter.
Schon lange sieht Gerhard Richter aber seinen Platz auf der Trainerbank: „Mir macht es Spaß, dem Nachwuchs etwas rüberzubringen", sagt Richter, „mit der Schlagtechnik klappt es zum Glück noch exzellent." Als wichtigste Person in seiner Badminton-Laufbahn betrachtet Gerhard Richter Wilfried Beckord. Beckord, wie Richter Sindelfinger, war von 1978 bis 2006 im Lehrausschuss des Deutschen Badminton-Verbandes tätig, davon 18 Jahre als dessen Vorsitzender. „Von ihm habe ich Badminton gelernt. Er war ein unglaublich guter technischer Rückhalt und als kopfgesteuerter Mensch konnte ich seine Tipps gut aufnehmen." Durch Beckord, der von 1969 bis 1972 auch Abteilungsleiter der Sindelfinger Federballer war, kam Richter auch zu zahlreichen interessanten Lehrgängen: „Dort konnte ich mit Bundestrainern und Leistungssport-Verantwortlichen austauschen und so von ihnen profitieren."
Das dort erworbene Wissen gibt Richter, der Mathematik und Physik auf Lehramt studierte und inzwischen als Quality-Manager in der Software-Entwicklung arbeitet, nun seit vielen Jahren an den VfL-Nachwuchs weiter - unter anderem auch an seine beiden Söhne. Die sind inzwischen aber in anderen Sportarten aktiv. Felix Richter stieg gerade mit den VfL-Handballern in die Bezirksliga auf, Sebastian Richter spielt in Karlsruhe in der Lacrosse-Bundesliga.
Gerhard Richter bleibt seiner Abteilung aber definitiv treu: „Die Arbeit mit den Spielern macht mir sehr viel Spaß. Seit wir das Ganze auf eine breitere Basis gestellt haben, ist die Belastung auch nicht mehr ganz so groß." Trotzdem ist Richter in der Regel drei Abende in der Woche in der Halle.
Mit Björn Abendroth, Frederic Lucyga und weiteren Trainern kommen beim VfL sowohl leistungs- wie auch freizeitorientierte Spieler voll auf ihre Kosten: „Früher habe ich mich auf den Leistungsbereich konzentriert. Der Breitensport ist aber auch enorm wichtig. Wir haben hier eine sehr große Bandbreite und das macht es auch aus", sagt Gerhard Richter, „eine ganz besondere Sache am Badminton ist auch, dass Frauen und Männer immer gemeinsam trainieren und in den Mixed-Partien natürlich auch gemeinsam auf dem Feld stehen. Das gibt es so in kaum einer anderen Sportart."
Nachwuchsprobleme hat die Badminton-Abteilung des VfL nicht, Interessierte sind aber dennoch willkommen: „Wir können uns nicht beklagen. Das liegt aber sicher auch an der guten Betreuung unserer Spieler. Wir sind in der Regel immer drei Trainer in der Halle. So können wir gut auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen eingehen", sagt Gerhard Richter.
Derzeit sind etwa 60 Jugendliche in der VfL-Badminton-Abteilung aktiv. In einer Woche dürfte das Gros der Abteilung aber im Glaspalast aktiv sein - und zwar als Helfer bei den deutschen Junioren-Meisterschaften: „Da werde natürlich auch ich drei Tage helfen", sagt Gerhard Richter, der, wenn er gerade einmal nicht in Sachen Badminton unterwegs ist, gerne in die Berge fährt: „Skifahren und Bergwandern sind weitere Hobbys von mir. Badminton ist aber klar die Nummer eins." Umso besser, wenn sich beides verbinden lässt. Zum letzten Mal Skifahren war Richter bei der gemeinsamen Ausfahrt der Badminton-Abteilung.

Presse | Badminton | 29.03.2012
„Das ist etwas ganz Besonderes“
Quelle: SZ/BZ-Online (www.szbz.de)
Von unserem Redakteur Steffen Müller
Die Badminton-Abteilung des VfL Sindelfingen steht im Jubiläumsjahr vor der bedeutendsten Veranstaltung ihrer Geschichte. Vom 13. bis zum 15. April kämpfen die Cracks aus dem ganzen Land im Glaspalast um den deutschen Meistertitel der Junioren.
Die SZ/BZ sprach im Vorfeld mit Abteilungsleiter Michael Häupler über die organisatorischen Herausforderungen, die Badminton-Premiere im Glaspalast und sein Wunschwetter für das Wochenende nach Ostern.
In rund zwei Wochen ist es so weit. Wann haben Sie mit den Vorplanungen für das Großereignis begonnen?
Michael Häupler: „Ziemlich genau vor einem Jahr. Damals stellte VfL-Vorstandsmitglied Andreas Bonhage das Konzept für das Jubiläumsjahr bei unserer Hauptversammlung vor. Daraufhin haben wir beschlossen, uns für diese Meisterschaften zu bewerben.“
Was erwarten Sie bei der Badminton-Premiere im Glaspalast für Herausforderungen?
Michael Häupler: „Wir freuen uns natürlich sehr auf die tolle Atmosphäre im Glaspalast. Er ist auch die einzige Sportstätte in Sindelfingen, die die Voraussetzungen für deutsche Meisterschaften erfüllt. Zum einen muss die Deckenhöhe stimmen, zum anderen muss ausreichend Fläche vorhanden sein. Schließlich müssen wir allein fünf Spielfeldmatten auslegen.
Die Logistik im Glaspalast ist hervorragend
Zudem ist die sonstige Logistik im Glaspalast, zum Beispiel was die Bewirtung betrifft, natürlich hervorragend. Es gibt aber auch einen kleinen Nachteil im Vergleich zu unserer Stammhalle im Hinterweil. Wie der Name schon sagt, gibt es im Glaspalast viele Fensterflächen, was bei sonnigem Wetter durchaus problematisch sein kann. Glücklicherweise gibt es dort inzwischen eine sehr gute Beschattungs-Technik.“
Warum sollte man die deutschen Meisterschaften in Sindelfingen keinesfalls verpassen?
Michael Häupler: „Zunächst mal, weil es das letzte Badminton-Großereignis in Baden-Württemberg 1994 in Ulm gegeben hat. Ein solches Turnier hautnah zu erleben ist etwas ganz Besonderes. Gerade am Samstag und Sonntag ist nationaler Spitzensport zu erwarten. Dann sind überwiegend nur noch Akteure dabei, die im Nationalteam sind oder zumindest dort an die Tür klopfen.“
Mit wie vielen Zuschauern rechnen Sie?
Michael Häupler: „Wenn wir zu den 150 Sportlern und rund 50 Betreuern noch einmal 200 Zuschauer in die Halle bekommen, sind wir zufrieden. Wir hoffen aber natürlich auf Unterstützung durch die anderen Abteilungen des VfL.
Wolken und Regen wären optimal
Wenn von den 9000 VfL-Mitgliedern nur zehn Prozent kommen, wäre das schon mehr als grandios. Der Eintritt ist auf jeden Fall frei. Jeder kann also völlig ungezwungen auf eine Tasse Kaffe und einen Kuchen vorbeischauen.“
Was wünschen Sie sich für Wetter an diesem Wochenende?
Michael Häupler: „Wolken und Regen wären für uns eigentlich optimal. Allerdings sollte es möglichst windstill sein...“
Warum windstill?
Michael Häupler: „Weil die Außenjalousien im Glaspalast bei zu starkem Wind nicht heruntergelassen werden können.“
Wie viele Mitglieder ihrer Abteilung sind bei den deutschen Meisterschaften im Einsatz?
Michael Häupler: „Das werden rund 40 Ehrenamtliche sein. Wir haben durch die Ausrichtung von zahlreichen baden-württembergischen und südostdeutschen Meisterschaften schon Routine, was große Turniere anbetrifft.“
Haben Sie auch einen Lokalmatadoren am Start?
Michael Häupler: „Leider nicht. Bei den jüngeren Jahrgängen gibt es große Talente aus unserem Landesverband, in dieser Jahrgangsstufe werden aber die Verbände aus Norddeutschland die Meister unter sich ausmachen.“
Ist die Ausrichtung der deutschen Meisterschaften eine einmalige Sache zum 150-jährigen VfL-Jubiläum, oder könnten Sie sich vorstellen solche Großereignisse in Zukunft öfter auf die Beine zu stellen?
Michael Häupler: „Wir werden erst mal sehen, wie der Zuspruch ist, dann sehen wir weiter.“
Erhoffen Sie sich von der Veranstaltung auch Impulse für Ihre Nachwuchsarbeit?
Michael Häupler: „Für unsere Jugendlichen ist es sicher spannend, die Spiele zu verfolgen. Es wird aber nicht so sein, dass uns Kinder und Jugendliche, die bisher nicht Badminton gespielt haben, wegen dieser Veranstaltung die Bude einrennen. Da muss man Realist bleiben.“
Info:
Die deutschen Junioren-Meisterschaften beginnen am Freitag, 13. April, um 12 Uhr, gespielt wird bis 20 Uhr. Am Samstag soll von 9 Uhr bis etwa 19 Uhr gespielt werden, am Sonntag steigen ab 9.30 Uhr die Halbfinalbegegnungen, die Endspiele beginnen gegen 13.30 Uhr und enden gegen 16 Uhr. Der Eintritt in den Glaspalast ist an allen Tagen frei. Mehr Informationen unter der Adresse www.federballer.de im Internet..

Presse | Badminton | 25.03.2012
Zwei Geldbußen und zwei erfolgreiche Endspiele zum Saisonfinale
Quelle: Thomas Züfle - Öffentlichkeitsarbeit
Während die erste Mannschaft in der Württembergliga erst gar nicht mehr angetreten ist, hatte der letzte Spieltag für Sindelfingens Landes- und Bezirksliga-Teams noch einmal richtigen Endspielcharakter.
Nachdem erneut mindestens zwei Stammspieler ausgefallen wären und der Abstieg von Sindelfingens erster Mannschaft auch mit Erfolgen bei den beiden anderen Kellerkindern Korntal und Illingen nicht mehr zu verhindern gewesen wären, hatte sich das VfL-Team bereits vor einigen Tagen entschlossen, zum Saisonfinale nicht mehr anzutreten. Den Ausschlag für diese Entscheidung gab letztlich der studienbedingte Ausfall von Michaela Häupler und die Verletzung von Carsten Zimdars. „Vor dem Hintergrund der Chancenlosigkeit hätten wir wohl niemanden mehr gefunden, der als Ersatz zu diesen aussichtslosen Begegnungen mitgefahren wäre", so Abteilungsleiter Michael Häupler. Damit steigt der VfL mit 0:28 Punkten in die Verbandsliga ab und muss noch mit einer Geldbuße fürs Nichtantreten rechnen.
Nun war die Frage, mit wie vielen Teams der VfL in der kommenden Saison dort vertreten sein wird. Gelingt es der zweiten Mannschaft, ihre inzwischen nur noch knappe Tabellenführung zu verteidigen, dann fände sie sich nächstes Jahr Seite an Seite mit dem bisherigen Top-Team in der Verbandsliga. Hierfür bräuchte der VfL 2 aber mindestens noch einen Punkt aus den letzten beiden Auswärtsspielen. Nach der Hinrunde waren die Sindelfinger noch verlustpunktfrei, hatten inzwischen aber bereits acht Zähler abgegeben und spürten plötzlich die Konkurrenz im Nacken. Umso erfreulicher war es also, dass der entscheidende Punkt bereits beim 4:4-Unentschieden bei der SG Ulm-Wiblingen gefallen war. Beim Stand von 3:4 waren es Ariane Pott und Michael Häupler, die ihre Mannschaftskameraden erlösten und den vierten Sindelfinger Punkt sicherten. Die beiden gewannen ihr Mixed in drei spannenden Sätzen gegen Peter Unseld und Nicole Eichberger mit 14:21, 21:16 und 21:19
Der anschließende 5:3-Erfolg bei der abstiegsgefährdeten SGK Heidenheim hatte für die Sindelfinger nur noch statistischen Wert. Nicht so jedoch für die Gegner, die nun als Tabellenvorletzter wohl den Gang in die Bezirksliga antreten müssen. Angesichts der Meisterfeierlichkeiten verpasste Sindelfingens Mannschaftsführerin Antje Mohrs nach dieser letzten Begegnung, ihre Unterschrift unter den offiziellen Spielbericht zu setzen, was wohl ebenfalls noch eine kleine Geldstrafe nach sich ziehen wird.
Auch das Sindelfinger Bezirksliga-Team wollte bei den beiden Auswärtsspielen in Neuhengstett noch unbedingt doppelt punkten, um den Klassenerhalt zu schaffen. Die Chancen hierfür standen gut, ging es doch zunächst gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Neuhengstett 2. In der Besetzung mit Christine Peter, Ines Werner, Andy Hickl, Tobias Zebisch, Tim Wohlfarth und Janik Schüssler gelang den Sindelfingern ein verdienter 6:2-Erfolg, bei dem nur das erste und das dritte Herreneinzel knapp in drei Sätzen verloren gingen. Die anschließende 1:7-Niederlage gegen den Tabellenzweiten Neuhengstett 1 fiel letztlich nicht mehr ins Gewicht. Der Sindelfinger Ehrenpunkt in dieser Partie gelang Tim Wohlfahrt im zweiten Einzel mit 21:19, 16:21 und 21:19 gegen Torsten Benisch. Wie wichtig der doppelte Punktgewinn aus diesem Spieltag war, zeigt sich in der Abschlusstabelle, in der das junge Sindelfinger Team nun den fünften Platz belegt - mit nur zwei Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

Presse | Badminton | 18.03.2012
Jugend: Bezirksmeisterschaften
Quelle: Thomas Züfle - Öffentlichkeitsarbeit
Bei den Bezirksmeisterschaften in Reutlingen bestätigte sich am vergangenen Samstag erneut, dass der VfL Sindelfingen mit seiner Jugendarbeit auf einem guten Weg ist. Ob und wann jedoch ein Sindelfinger Eigengewächs wieder auf ganz großer Bühne zu sehen sein wird, ist noch nicht absehbar. Die deutschen Juniorenmeisterschaften im Sindelfinger Glaspalast werden für den VfL- Nachwuchs unmittelbar nach Ostern also willkommener Anschauungsunterricht und hoffentlich auch Motivationsspritze sein.
Vor allem mit dem Abschneiden seiner Jungs kann VfL-Jugendtrainer Gerhard Richter zufrieden sein. Bei den Mädchen sieht er vor allem im läuferischen Bereich noch erhebliches Verbesserungspotenzial.
In der Addition der Ergebnisse der drei Bezirks-Ranglistenturniere sowie der südwürttembergischen Meisterschaften konnten sich Thorsten Hepp (U17) und Max Ilgenfritz (U19) für die Turniere auf baden-württembergischer Ebene qualifizieren. Hinter den beiden Spitzenspielern Marius Horn (SV Waltershofen) und Hubert Erben (SVH Königsbronn) etablierte sich der noch fünfzehnjährige Hepp sicher auf Rang drei der Bezirks-Rangliste. Sein noch immer ein wenig überhastetes Angriffsspiel führte im entscheidenden Halbfinale gegen Marius Horn zu unnötigen leichten Punktverlusten.
Auch im Doppel-Halbfinale scheiterte er mit seinem Gomaringer Freund Felix Walker knapp mit 18:21 und 20:22 und wurde Dritter. Ähnlich erging es ihm auch im Mixed an der Seite seiner Vereinskameradin Jenny Wohlfarth. Nachdem die beiden bereits in der ersten Runde in einem vermeidbaren Vereinsduell Alexander Buche und Friederike Mesenhöller ausgeschaltet hatten, unterlagen sie im Halbfinale gegen Hubert Erben und Eva Binder (Altshausen).
Max Ilgenfritz schaffte als einziger Sindelfinger an diesem Tag den Einzug in zwei Endspiele. Nachdem er im Einzel-Halbfinale seinen Vereinskameraden Tim Kocholl noch sicher in zwei Sätzen besiegen konnte, unterlag er im Finale in drei Sätzen gegen den Königsbronner Christian Fritz (12:21, 21:16, 10:21). „Er hat sich das Leben selbst ein wenig schwer gemacht", analysiert Gerhard Richter. „Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein würde ihm sicherlich gut tun und vor allem mehr Schlagsicherheit bringen."
Im Doppel zeigte Ilgenfritz zusammen mit Tim Kocholl ein äußerst ambivalentes Spiel. Sowohl im Halbfinale wie auch im anschließenden Endspiel gewannen die beiden Sindelfinger den ersten Satz noch klar, um dann den zweiten Durchgang ebenso deutlich zu verlieren. „Die beiden haben nur noch reagiert, anstatt selbst das Spiel zu bestimmen", so Richter, der sich auch ein wenig über einfachst verschlagene Netzbälle ärgerte. Im Endspiel gegen die beiden Reutlinger Linkshänder Martin Hähnel und Daniel Görike hätte es dennoch beinahe zum Sieg gereicht. Der dritte Satz ging mit 18:21 verloren. Im Mixed scheiterte Ilgenfritz zusammen mit der Königsbronnerin Katrin Schad hauchdünn im Halbfinale und wurde Dritter.
Nach der Halbfinal-Niederlage gegen Ilgenfritz zeigte Tim Kocholl im U19-Einzel noch eine überzeugende Leistung gegen Stefan Zukunft (Mössingen) und wurde Dritter. Auf einen Start im Mixed verzichtete er wegen einer hartnäckigen Entzündung im Schlagarm. Alex Buche (U17) hatte ein wenig Auslosungspech und kam wegen des KO-Systems in allen drei Disziplinen auf jeweils nur eine Begegnung. Xander Heller (U13) scheiterte mit seinem Steinenbronner Doppelpartner Patrick Memmleb nur knapp im Halbfinale und wurde Dritter. Im Einzel schaffte er Rang sieben.
Die Sindelfinger Mädchen blieben ohne zu glänzen alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten. „Die meisten kämpfen und rennen, können aber technisch nicht mithalten", so Gerhard Richter.
Henriette Knapp und Elisa Urban (beide U19) waren nach guten Auftaktspielen im Viertelfinale jeweils chancenlos gegen die beiden topp-platzierten Schwestern Lena und Katrin Schad (SVH Königsbronn). Ähnlich lief es im Doppel, dort reichte es aber für Platz drei. Friederike Mesenhöller und Jenny Wohlfarth mussten in der Altersklasse U17 an den Start und kamen im Doppel und im Einzel jeweils nicht über das Viertelfinale hinaus.



