Presse | Hauptverein | 17.05.2013
Die Vorschulkinder fliegen auf den VfL
Quelle: SZ/BZ-Online (www.szbz.de)
Der VfL Sindelfingen kann sich zum dritten Mal in Folge über steigende Mitgliedszahlen freuen / Dr. Heinrich Reidelbach ist neuer Vizepräsident
Von unserem Redakteur Philipp Hamann
Im dritten Jahr in Folge kann sich der VfL Sindelfingen über steigende Mitgliedszahlen freuen. „Wir kratzen wieder an der Grenze von 9000 Mitgliedern", so Geschäftsführer Roland Medinger am Mittwochabend auf der Delegiertenversammlung der Blau-Weißen.
Zu den Gewinnern zählen die Abteilungen Judo, Tanzsport, Tennis und Schwimmen. Roland Medinger: „Sie nutzen keine städtischen Sportstätten und haben hauptamtliche Trainer in ihren Reihen. Sie werden von Vorschulkindern fast schon überrannt", so der VfL-Geschäftsführer.
Auf der anderen Seite stehen die traditionellen Ballsportarten wie Basketball, Fußball, Handball und Volleyball. Sie büßten Mitglieder ein: „Der Trainingsbetrieb wird dort mit ehrenamtlichen Übungsleitern organisiert."
Die Ganztagesschule macht dem VfL Sindelfingen zu schaffen und ein Ende ist nicht in Sicht. Roland Medinger: „Die Probleme werden eher noch größer." Das sieht auch VfL-Präsidentin Anette Bronder so: „Was machen wir, wenn es immer weniger Leute gibt, die sich als Übungsleiter engagieren wollen? Wann können wir in die Sporthallen?" Für Anette Bronder sind das elementare Fragen: „Wie führt man einen Verein, der größtenteils auf dem Ehrenamt basiert, unter diesen Vorzeichen in die Zukunft?"
Neuauflage des Sporttages geplant
Dabei sind die Vergangenheit und die Gegenwart des VfL rosarot. „Unser Jubiläum im vergangenen Jahr war ein voller Erfolg. Der Sporttag hat uns in all unseren Facetten gezeigt, stark, vielfältig und bunt", so die VfL-Präsidentin. Möglicherweise gibt es beim VfL in den kommenden Jahren eine Wiederholung: „Wir sind nicht nur ein Verein aus 28 Abteilungen mit Sportlern und Ehrenamtlichen. Wir sind eine Gemeinschaft."
Dazu gehört auch VfL-Finanzreferent Dr. Heinrich Reidelbach. Der Chef der Turner konnte am Mittwochabend nur Positives vermelden: „Die finanzielle Entwicklung ist gegenüber dem Plan deutlich besser gelaufen." In Zahlen: Der VfL-Hauptverein schloss das vergangene Jahr mit einem Überschuss von 28.695 Euro ab. Einnahmen von 1.502.878 Euro standen Ausgaben von 1.474.182 gegenüber. Allein fürs Jubiläum fielen statt der angedachten 30.000 Euro nur rund 5.400 Euro an. „Da haben wir fast eine schwarze Null geschrieben", so Dr. Heinrich Reidelbach, der am Mittwoch zu Anette Bronders Stellvertreter gewählt wurde.
Auch bei der VfL-Sportwelt gibt es nur schwarze Zahlen. Die Einnahmen betrugen im vergangenen Jahr knapp 1,3 Millionen Euro. Die Ausgaben dagegen nur knapp eine Million. Wegen der Zinsentwicklung haben wir so viel wie möglich getilgt", so der Finanzreferent. Zum 31. Dezember 2012 belief sich der Kredit auf rund 2,1 Millionen Euro. Bis Ende dieses Jahres soll die Summe auf rund 1,7 Millionen Euro sinken. Dr. Heinrich Reidelbach: „Wir sind als Hauptverein in finanziell solidem Gewässer. Doch die Abteilungen müssen kämpfen."
Vor allem die Sportstätten-Nutzungsgebühr belastet viele VfL-Sparten. „Wir haben nie verstanden, ob das richtig Sinn macht. Der Verwaltungsaufwand dafür ist doch enorm", so Anette Bronder an die Adresse von Sindelfingens Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer.
Das Stadtoberhaupt blieb die Antwort nicht schuldig. In seinem Grußwort an die Delegierten: Die Sportstätten-Infrastruktur in Sindelfingen sucht ihresgleichen. Ich habe Verständnis für ihre Forderung, doch unsere finanzielle Situation ist nicht so gut, wie sie oft gemacht wird."
Dr. Bernd Vöhringer signalisierte am Mittwochabend aber auch Gesprächsbereitschaft in Sachen Sportstättennutzungsgebühr. „Wir haben in der Verwaltung entschieden, dass wir dieses Thema angehen. Wir sind bereit, das Ganze kritisch zu betrachten." Der Oberbürgermeister warnte aber vor zu großen Erwartungen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Sportstättennutzungsgebühr mit den städtischen Fördergeldern für Kinder und Jugendliche gekoppelt sind. Ganz so einfach ist das Thema nicht."
Für die Handballer, die eine Spielgemeinschaft mit der SV Böblingen eingegangen sind, gab es ein dickes Lob von der Präsidentin: „Diese Kooperation ist beispielhaft. Vor der Zukunft muss uns nicht bange sein." Trotz Ganztagesschule und demografischen Wandel.
Ehrungen
Im Rahmen der Delegiertenversammlung wurde Klaus Richter (Tanzsport-Abteilung) zum Ehrenmitglied ernannt. Die Verdienstnadel in Bronze bekam Dr. Oliver Wengert (Hauptverein). Mit der Version in Gold wurde Dietlinde Leonhardt (Sport für alle), Rolf Wojack (Boxen) und Gerhard Richter (Badminton) ausgezeichnet.

Presse | Fußball (Frauen) | 16.05.2013
Große Erleichterung nach mancher Sorgenfalte
Quelle: KRZ-Online (www.bb-live.de)
Frauen des VfL Sindelfingen haben mit Martina Schmid wieder eine gewählte Abteilungsleiterin - Neuaufbau in der 2. Bundesliga
Die Erleichterung stand Martina Schmid ins Gesicht geschrieben. Seit Dienstagabend ist die bislang kommissarische auch offiziell gewählte Vorsitzende der Frauenfußball-Abteilung im VfL Sindelfingen.
Von Sandra Funk
Ihr dürfte dabei ein Stein vom Herzen gefallen sein, als bei der Hauptversammlung zuerst die Entlastung ohne Beanstandung über die Bühne ging und sie anschließend von den überschaubar vielen Anwesenden den Auftrag bekam, in den kommenden zwei Jahren die Geschicke der Abteilung zu leiten. "Vielen Dank für das Vertrauen", sagte sie und strahlte über das ganze Gesicht.
Die eine oder andere Sorgenfalte hat die Holzgerlingerin in den vergangenen Monaten ganz bestimmt dazubekommen, was alleine schon der Kassenbericht erahnen ließ, den Heike Hoffmann vortrug. Das für alle Beteiligten Wichtigste zuerst: Unterm Strich kam für das Jahr 2012 ein kleines Plus heraus. Mit 955 Euro zwar kein berauschendes, aber wie die beiden Frauen erläuterten, hätte die Situation auch ganz anders aussehen können angesichts eines Haushaltsvolumens in Höhe von über 320000 Euro, das nur durch zahlreiche Abstriche nicht höher ausfiel. Zudem hatte der Hauptverein des VfL Sindelfingen mit 40000 Euro ausgeholfen, die im Juni komplett zurückbezahlt werden.
DFB-Zuschuss reduziert sich in der 2. Bundesliga um 167000 Euro
Nachdem Martina Schmid die Abteilungsleitung von Rudi Orban und Heike Hoffmann die Kasse von Kristina Schnüll übernommen hatten, musste erst einmal einiges aufgearbeitet werden. Altschulden in Höhe von 42000 Euro galt es zu tilgen. "Das waren nicht abgeführte Sozialleistungen und Umsatzsteuer", erklärte die Kassenwartin.
Auf der Einnahmenseite war der größte Posten der Zuschuss vom DFB in Höhe von 180000 Euro. Aber auch Sponsorengelder, Spenden, der Zuschuss vom Hauptverein, die Mitgliedsbeiträge, Eintrittsgelder und die Altpapiersammlung trugen zum positiven Ergebnis bei. Auf der anderen Seite rissen Gehälter und Sozialabgaben mit insgesamt knapp 100000 Euro das größte Loch in den Haushalt. Fahrt-, Reise- und Transportkosten schlugen mit rund 60000 Euro zu Buche, Aufwandsentschädigungen für Spielerinnen und Personalkosten für Übungsleiter machten insgesamt rund 45000 Euro aus, die Nutzungsgebühr für Sportstätten rund 9000.
In diesem Jahr wird der Haushalt ein anderes Gesicht haben, vom DFB gibt es für die 2. Liga nur noch 13000 Euro Zuschuss. "Deshalb haben wir jetzt auch eine Ausbildungsentschädigung von 20 Euro im Monat eingeführt", erklärte Martina Schmid. Unter anderem soll damit die finanzielle Lage stabil gehalten werden, neue Sponsoren gehören ebenfalls zur Planung. "Wir haben inzwischen alles abgewickelt, und es läuft wieder rund", versicherte Heike Hoffmann.
Nicht ganz so rund lief es hingegen aus Sicht des ehemaligen Jugendleiters Joachim von Bassewitz, der seinem Unmut über die Art und Weise, wie Martina Schmid die Abteilung leitet, offen Luft verschaffte. "Sie trifft die meisten Entscheidungen allein, und ich trage nicht für etwas die Verantwortung, was sie entschieden hat", erklärte er seinen Ausstieg aus dem Vorstand. Zudem sprach er von einem "Exodus" in der Jugendabteilung. "Viele Spielerinnen gehen, wenige kommen."
Dies wollte Herbert Hug, der bis vor Kurzem die BII-Juniorinnen in der Oberliga trainiert hat und sich künftig als Jugendkoordinator und Talentscout einbringt, nicht so stehen lassen. "Ich weiß bislang von einer einzigen Abmeldung, zehn neue Spielerinnen wollen dagegen kommen. Wenn das der Exodus ist, will ich es jedes Jahr so", regte er sich auf.
Weniger aufregend war hingegen die sportliche Rückschau von Cheftrainer Niko Koutroubis. Der Abstieg ist besiegelt, sieben Spielerinnen sind vom aktuellen Kader übrig, der Rest muss mit Personal aus der U17-Bundesliga und der zweiten Mannschaft aufgefüllt werden, die kurz vor dem Aufstieg in die Regionalliga steht.
Ehemaliger Jugendleiter äußert Kritik und erntet Widerspruch
Allerdings erinnerte auch er an Versäumnisse der früheren Abteilungsleitung. "Ich habe vor der Saison eine Liste mit 24 Spielerinnen weitergegeben, die bezahlbar gewesen wären. Es ist nichts passiert. Dann haben sich zwei vorgestellt, die Gott sei Dank abgesagt hatten, denn dann wären wir jetzt um 50000 Euro ärmer, und dann sind uns ausländische Spielerinnen untergejubelt worden, die uns nicht im Geringsten weitergebracht haben." Den Neuanfang will er frisch motiviert angehen, den Wiederaufstieg peilt er in drei bis vier Jahren an. "Bis dahin müssen wir die notwendigen Strukturen schaffen."
Mit der Wahl des neuen Vorstandes hat die Abteilung in dieser Hinsicht am Dienstagabend einen ersten Schritt getan. Neben Abteilungsleiterin Martina Schmid wurde Heike Hoffmann als Stellvertreterin und Kassiererin gewählt, Michael Handschuh ist neuer Schriftführer, Hans-Dieter Kirchhoff kümmert sich um Organisatorisches, Herbert Hug ist Jugendkoordinator, Mladen Kvesic ist Schiedsrichter und für die Platzeinteilung zuständig, Ute Kraft ist neue Beisitzerin.

Presse | Fußball (Frauen) | 16.05.2013
Der Sindelfinger Neuanfang im Unterhaus
Quelle: SZ/BZ-Online (www.szbz.de)
Martina Schmid wird auf der Hauptversammlung des VfL als Abteilungsleiterin wieder gewählt/Mit Michael Handschuh wurde auch ein neuer Schriftführer gefunden
Von unserem Redakteur Philipp Hamann
Die Fußballerinnen des VfL Sindelfingen müssen nach dem Abstieg aus der Bundesliga kleinere Brötchen backen. Statt 180000 Euro für Liga eins gibt es im Unterhaus vom Deutschen Fußball Bund (DFB) nur noch 13000 Euro. „Wir werden deshalb keine Vertragsspielerin mehr im Kader haben", so Abteilungsleiterin Martina Schmid.
Ohne den Bundesliga-Aufstieg im vergangenen Jahr würde es die Abteilung in ihrer heutigen Form wohl nicht mehr geben. „Wir wurden damals ins kalte Wasser geworfen und mussten schnell einen Liquiditätsplan erstellen", erinnert sich Martina Schmid. Im Mai 2012 hatte sie die Abteilungsleitung von Rudi Orban übernommen.
Im Sommer gab es für sie und die damalige Abteilungs-Kassiererin Kristina Schnüll eine böse Überraschung. In den vergangenen anderthalb Jahren hatten ihre Vorgänger keine Umsatzsteuer und Sozialabgaben abgeführt. So begann der VfL das Unternehmen Bundesliga mit einem Fehlbetrag von 42000 Euro.
VfL-Trainer Niko Koutroubis sparte auf der Hauptversammlung am Dienstagabend auch nicht mit Kritik an Rudi Orban. „Da wurden den Spielerinnen Versprechungen gemacht und nichts davon wurde gehalten. Das musste Martina Schmid ausbaden. Wenn man mich so wie sie beschimpft hätte, wäre ich längst nicht mehr hier."
Doch die Abteilungs-Chefin musste sich auch Kritik anhören. Vom ehemaligen Jugendleiter Joachim von Bassewitz. „Ich hatte einige Differenzen mit Martina Schmid. Ihre Entscheidungsfindung ist sonderbar. Sie wollte den Vorstand nach dem Rücktritt von Rudi Orban vergrößern, doch dann hat sie alle Entscheidungen allein getroffen." Aber mit dieser Meinung stand Joachim von Bassewitz am Dienstag allein da. „Ich finde es nicht gut, die Hauptverhandlung zu nutzen, um nachzutreten", so Herbert Hug.
Martina Schmid wurde bei einer Enthaltung als Abteilungsleiterin für die nächsten zwei Jahre wieder gewählt. Genau wie ihre Stellvertreterin und Kassiererin Heike Hofmann und der neue Schriftführer Michael Handschuh sowie der übrige Vorstand mit Hansdieter Kirchhoff (Organisation), Herbert Hug (Jugend-Koordinator), Mladen Kvesic (Platzeinteilung) und Ute Kraft (Beisitzerin).
Das Führungsteam will nach dem Bundesliga-Abstieg verstärkt auf den eigenen Nachwuchs setzen. „Wir bringen Talente raus, die mittlerweile über ganz Deutschland verteilt sind", so Martina Schmid. Mit den Sindelfinger Wohnstätten konnte der VfL einen Sponsor für die nächsten zwei Jahre gewinnen. „Damit steht uns für die Jugend mehr Geld zur Verfügung. So ist vielleicht auch mal ein Trainingscamp drin", sagte die Abteilungsleiterin.
Aber auch die Talente müssen zukünftig zahlen - 20 Euro im Monat. Martina Schmid: „Dafür stellen wir ihnen auch lizenzierte Trainer und die Plätze zur Verfügung." Allein als Ausbildungsverein sieht sich der VfL Sindelfingen allerdings nicht. Dazu hat die Bundesliga-Rückrunde zu viel Mut gemacht. Da holte das junge Team von Trainer Niko Koutroubis acht seiner insgesamt zwölf Punkte.
Mit Alisa Geiger, Bianca Blöchl, Maximiliane Rall, Michelle Wörner, Julia Schneider, Stefanie Grimm und Anna-Lena Vollmer kann der Coach im Fußball-Unterhaus immerhin auf sieben bundesliga-erfahrene Spielerinnen bauen. „Ich glaube, dass wir in drei Jahren den Wiederaufstieg schaffen können", so Niko Koutroubis.
Doch neben den sportlichen Unwägbarkeiten wird wohl auch der DFB eine Hürde für die künftigen Erstligisten aufbauen. Martina Schmid: „Im Herbst soll entschieden werden, dass die Vereine künftig ihre Bilanzen offenlegen müssen und die Mannschaften vom Verein ausgegliedert werden müssen. Sonst gibt es keine Lizenz." Damit sollen Insolvenzen wie die des FCR 2001 Duisburg in dieser Saison künftig ausgeschlossen werden.
Beim VfL Sindelfingen war eine Insolvenz trotz der Startschwierigkeiten im vergangenen Jahr nie ein Thema. Zum 31. Dezember 2012 standen Einnahmen von 323663 Euro Ausgaben von 322708 Euro gegenüber. Größter Einnahmeposten waren neben den 180000 Euro vom DFB die 44800 Euro an Sponsorengeldern.
Mit 8700 Euro nimmt sich der Erlös der Altpapier-Sammlung dagegen vergleichsweise bescheiden aus. „Dafür benötigen wir nur 25 Stunden, aber leider wird es immer schwieriger, Helfer zu finden", so Roland Schmid, bei den VfL-Fußballerinnen das Mädchen für alles.
Bei den Ausgaben fallen neben den Gehältern von 53400 Euro auch die 8000 Euro für das Trainingslager vor der Saison auf. „Das war eigentlich ganz anders geplant, doch letztlich sind wir auf den Kosten sitzen geblieben", so Martina Schmid.
Mit der letzten Rate des DFB aus den 180000 Euro werden die Fußballfrauen den Kredit über 40000 Euro beim Hauptverein ablösen. Für Liga zwei gibt es vom Verband nur noch 13000 Euro. Deshalb werden Martina Schmid und Co künftig jeden Cent zweimal umdrehen. Schließlich sind mit dem Überschuss aus dem Jahr 2012, den 955 Euro, nur kleine Brötchen drin.
