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VfL Sindelfingen beendet pannenreiche Verbandsrunde / Männer steigen ab, Frauen vielleicht Der Nachwuchs braucht Perspektiven
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Karina Morgosova wurde den Sindelfinger Erwartungen gerecht – die anderen Neuzugänge des VfL enttäuschten. Bild: Photo 5/A.
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Fürwahr, es war keine leichte Saison für die aktiven Mannschaften der Sindelfinger Tennis-Abteilung. Die Männer sind aus der Verbandsliga abgestiegen, bei den VfL-Frauen muss sich Sportwart Jürgen Wacker noch auf eine Hängepartie mit ungewissem Ausgang einstellen: Möglich ist ein Verbleib in der Regionalliga, im ungünstigsten Fall muss das Team noch den bitteren Gang, eine Spielklasse nach unten, antreten. Trotzdem blickt die Sparte optimistisch nach vorne.
Philipp Gerber
Vor zwei Wochen war eigentlich schon alles klar. Durch die Niederlage im Lokal-Duell bei der SV Böblingen hatten die Sindelfinger Männer im Grunde kaum mehr Chancen auf den Klassenverbleib. Verbandsliga ade hieß es dann final am vergangenen Sonntag. Mit einer Schlappe gegen Göppingen verabschiedete sich das Team aus der Klasse. Das ist nicht einfach nur traurig, es ist sportlich bitter. „Wir brauchen die Verbandsliga“, stellt Jürgen Wacker klar.
Eine gute Basis
Der VfL Sindelfingen setzt auf die Stärke des eigenen Nachwuchses. Doch der will Perspektiven. Das weiß auch der Sportwart: „Unsere Talente gilt es an das Leistungsniveau der Verbandsliga heranzuführen.“ Wacker sieht im Verein trotz der unvermittelten Abschiede von den Stammkräften Christian Hesz und Tom Marginean eine „gute Basis“ für die Zukunft: „Vielleicht können wir die Lücke schließen. Allerdings sind wir in der Aufbauarbeit.“
Es war also eine Verbandsrunde mit vielen Pleiten, einigem Pech und zahlreichen Pannen: „Die Saison ist unglücklich gelaufen, wir hatten zusätzlich mit einigen Verletzungen umzugehen.“ Dazu hat Jürgen Wacker die Verbandsliga in diesem Sommer enorm stark erlebt. Da halfen auch die beiden slowakischen Zugpferde an den Spielpositionen eins und zwei am Ende nicht.
Das haben die Männer mit den Frauen gemein. Auch bei denen reichte ein slowakisches Quartett nicht, um die Abstiegszone sicher hinter sich zu lassen. Die vier Spielerinnen, die den heimischen Kader qualitativ verstärken sollten, hielten nicht immer, was sich die Vereinsverantwortlichen versprochen hatten. Die nominelle Nummer eins, Julia Jurikova, mischte erst gar nicht mit. Und bis auf Karina Morgosova, die am Ende eine gute Bilanz präsentierte, fehlten die erhofften Erfolge weitgehend. „Wir hatten bei den Verpflichtungen einen Volltreffer, die anderen waren zu schwach“, gibt auch Jürgen Wacker unumwunden zu.
Nach zwei Anfangserfolgen gegen die leichtesten Gegnerinnen in der Konkurrenz passierte in der Folge nicht mehr viel Gutes – es setzte ausnahmslos Niederlagen. Nun rangiert der VfL in der Abschlusstabelle der Regionalliga auf dem drittletzten Tabellenplatz. Der sollte eigentlich zum Klassenverbleib reicht. Sollte. Und eigentlich. Jetzt wird es kompliziert: Weil Hanau aus der Zweiten Bundesliga zurückgezogen hat und nicht in der Regionalliga Südwest, sondern der Hessenliga antreten will, sind verschiedene Konstellationen denkbar. Auch das Abschneiden von Regionalliga-Meister Ludwigshafen in der Aufstiegsrunde zu Liga zwei ist wichtig. Jürgen Wacker: „Bei einem möglichen Erfolg haben wir einen Puffer nach unten.“ Der Sportwart ist bei all dem Hätte-Wäre-Wenn nicht zu beneiden. Eigentlich ginge es bereits darum, die nächste Saison 2012 vorzubereiten. Spätestens im Herbst sollten die Planungen laufen.
Doch zunächst kann Wacker nur „auf Ludwigshafen hoffen“, um wenigstens relative Sicherheit zu bekommen. Nach dem Wochenende könnte er klarer sehen. „Schwierig ist es dennoch, zweigleisig etwas aufzustellen“, sagt der Sportwart. Es steht zu befürchten, dass erst zum Jahresende Klassenverbleib oder Abstieg definitiv feststehen: „Die Konkurrenten können jetzt schon Spielerinnen verpflichten.“
Und doch, mit dem bislang drittletzten Platz ist Jürgen Wacker als Saisonabschluss der Frauen „eigentlich ganz zufrieden“. Wie wichtig die Regionalliga wäre, sagt er unumwunden: „Wir haben mit der zweiten Mannschaft in der Oberliga einen erfreulichen Unterbau und wollen unbedingt auf den Nachwuchs setzen.“ |