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Weltmeister stattete dem VfL Sindelfingen einen Besuch ab und leitete eine Trainingseinheit im Klostergartenbad Ganz nah dran an Paul Biedermann
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Ein Weltmeister zum Anfassen: Paul Biedermann gibt, umringt von Sindelfinger Nachwuchsschwimmern, fleißig Autogramme. Foto: Winkler.
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Einen Weltmeister zum Anfassen hat man nicht alle Tage, gerade deshalb war der Besuch von Paul Biedermann am Sonntag im Klostergartenhallenbad etwas ganz Besonderes. 25 Nachwuchsschwimmer des VfL Sindelfingen durften ihr Idol hautnah erleben und sich zwei Stunden lang von ihm im Wasser quälen lassen.
Der Sponsor Arena hatte den Besuch eingefädelt, und die Schwimmabteilung des VfL Sindelfingen ließ sich natürlich nicht zweimal bitten. "Für uns ist das eine Riesensache, einfach toll", war Abteilungsleiter Mark Mohr begeistert von der Aktion. Unter dem Motto "Schwimmen wie ein Weltmeister" organisiert der Schwimmbekleidungshersteller rund zehn solcher Termine im Jahr, und Paul Biedermann als Werbefigur machte seine Sache ausgesprochen gut.
Anfänglich gab es zwar noch einige Berührungsängste auf beiden Seiten - die geplante Fragestunde zu Beginn musste ausfallen, da die Sindelfinger Nachwuchsschwimmer, als es darauf ankam, einfach nichts herausbrachten -, während der anschließenden Trainingseinheit im Wasser wurden aber doch alle warm miteinander und es ging richtig rund im kleinen Hallenbad. Unterstützt wurde der Profi von den beiden hauptamtlichen VfL-Trainern Peter Dlucik und Simon Kunz.
Vor allem die Tricks und Kniffe, die der Schwimm-Weltmeister auf Lager hatte, kamen bei den Elf- bis 15-Jährigen gut an, wobei natürlich die meisten Übungen mit einer Menge Anstrengung verbunden waren. "Wir mussten den Delfin-Beinschlag auf der Stelle machen, um nicht unterzugehen. Das war ganz schön hart", erzählte hinterher der zwölfjährige Lasse Eberwein. Der Weil im Schönbucher schwimmt seit zwei Jahren für den VfL, nachdem er beim DLRG auf den Geschmack gekommen war. Paul Biedermann einmal so nahe zu sein, war nicht nur für ihn ein Riesending, auch die Eltern hatten es sich nicht nehmen lassen, mit in die Schwimmhalle zu kommen. "Mir gibt das auf jeden Fall neue Motivation", ist sich Lasse sicher.
Einige der Mädchen im Schwimmbad waren vor allem von der Statur des Profis begeistert. "Hast Du seine Muskeln gesehen?", fragte eine Schwimmerin die andere und beschrieb mit der Hand einen riesigen Bogen unterhalb ihrer Schulter. Der Modellathlet machte aber keinen Hehl daraus, dass so etwas das Ergebnis harter Trainingseinheiten ist. Deshalb verbreitete er nicht nur Euphorie. "Schwimmen ist eine der trainingsintensivsten Sportarten, das ist knallhart. Da kann es sein, dass man jahrelang trainiert und trotzdem nix dabei rauskommt", erzählte der 25-Jährige. Umso mehr freute es ihn, dass der Sindelfinger Nachwuchs so tapfer mitgemacht hat. "Da haben sich einige wahrscheinlich mehr gequält, als sie es sonst getan hätten", schätzte Biedermann, der sein Arena-Shirt nach der Autogrammstunde gegen eines der Metalband Metallica eingetauscht hatte. "Aber trotz der roten Köpfe war die Begeisterung zu spüren, und das ist auch für mich einfach schön", so der 25-Jährige weiter, der sich in seiner eigenen Jugend auch solch einen Termin mit einem erfolgreichen Schwimmer gewünscht hätte, beispielsweise mit dem australischen Schwimmer Ian Thorpe.
Mit Simon Kunz den zweiten hauptamtlichen Trainer eingestellt
Auf solch ein Erlebnis kann auch Abteilungsleiter Mark Mohr zurückblicken. Er durfte 1983 den deutschen Rekordschwimmer Michael Groß kennenlernen. "So etwas vergisst man nie", geriet er ins Schwärmen. Das Treffen mit Paul Biedermann bleibt ihm sicher ebenso lange im Gedächtnis, zumal es ihn ganz besonders gefreut hat, dass das Training im Klostergartenhallenbad stattfand. "Solche Bäder sind wichtig, denn hier wird die Grundlage gelegt. Hier trainiert die Jugend, und die brauchen wir", sprach Biedermann ihm wohl aus dem Herzen. Und für diese Grundlage legt man sich beim VfL mächtig ins Zeug. Nach dem Weggang von Olympia-Teilnehmer Martin Kutscher nach Frankfurt "ist uns ein Zugpferd weggefallen", gibt Mohr zu. Deshalb wurde mit Simon Kunz nun ein zweiter hauptamtlicher Trainer verpflichtet, um die Talente noch gezielter zu fördern. Am Vorbild dürfte es dem VfL-Nachwuchs seit Sonntag ja nicht mangeln. |